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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Jack Reynor

KIN

Regiedebüt: Eines der Movies, das mich sofort gepackt hat! Diesmal hab ich mich sogar dazu herabgelassen und bereits vorher den .trailer geschaut und der hatte mich quasi schon fest in der Tasche – und der Film setzt dem ordentlich eins oben drauf!
KIN gehört zu der Sorte SciFi, die mit Hirn und Verstand an die Sache rangeht und somit unvergleichbar viel Realismus-Nähe mitbringt, was seinerzeit bei Arrival auch schon einen derart guten Beigeschmack hinterlassen hat. Man hebt eben nicht mehr in fantastische Zukunftswelten ab und bewegt sich völlig in einer Fantasie, sondern gestaltet die Elemente derart durchdacht, dass der Zuschauer die Handlung und Möglichkeiten abkauft und sich intellektuell nicht vor den Kopf gestoßen fühlt.
Und was mich absolut begeistert hat: Der Look und das Design des Films! Leute? Burner! Diese Einfälle erstmal zu kriegen und dann derart leuchtend und grandios umzusetzen ist ein Move, den ich lange nicht gesehen habe und der wirklich absolut überzeugend rüberkommt, trotz CGI-Rumgefummel. Ehrlich, wie kommt man dazu, so eine geile Technik zu erfinden und sie dann so formschön und elegant und gleichermaßen zerstörerisch und wütend auf die Menschheit loszulassen?
Dieser Film räumt auf und holt eine ganz bestimmte Sorte Menschen vor die Bildschirme, um ihre unausgesprochene Wut zu beantworten und zu kurieren. Und dabei bewegt man sich so fernab von jedweder Kinoblockbuster-Dummheit und kriegt jedesmal wieder eins auf die Twist-Mütze, wenn die Meinung aufkommen könnte, dass es langweilen würde.
Ganz ehrlich? Es macht so einen riesigen Spaß, dieser Geschichte zu folgen und auch wenn einiges vorhersehbar ist, stört dies nicht die exzellente Zusammenstellung des Casts und die bärigen Design-Elemente, mit denen man jedes Auge hier verwöhnt!
Schreibt mir, wem’s nicht so ging, dass er sich selbst auf die Leinwand wünscht um dies und das einfach zu klauen und es selbst zu besitzen, einfach weil’s geil aussieht! Auch wenn der Start inzwischen nahe gerückt ist, fällt es extrem schwer, darauf zu warten, dass ich endlich wieder Dauerkinosaalbesetzer werden kann, um dieses Ding hoch und runter laufen zu lassen, denn genau das sollte man damit anstellen: Gebt ihm so einen ruhmreichen Kinostart, dass sich die Produzenten von großartigen Filmen noch öfters dazu hinreißen lassen, so etwas grandioses zu probieren und aus dieser Geschichte eine Reihe werden lassen: Potenzial dazu hätte sogar der Plot in der Tasche!
 

.kinoticket-Empfehlung: Design: Augenschmaus! Cast: Mega! Twist: Bravourös!
KIN hat mich sofort gepackt und bisher nicht mehr losgelassen: Ich liebe so einen Scheiß! Allein nur wegen der Effekte und dem außerordentlich göttlichen Design des Films hat dieser Titel Aufmerksamkeit verdient und wer sich dann noch in dem Plot verliert, wünscht sich genauso, dass man hier jetzt ansetzt und endlich mal eine taugliche SciFi-Reihe auf die Füße stellt, die man sich ungeschoren ansehen kann!
Großartig – und als Regie-Debüt einfach klasse!

 
Nachspann
❌ braucht man nicht aushocken, Kinosaal freimachen und zum Putzen freigeben. Bucht lieber die nächste Vorstellung inzwischen… 😉
Kinostart: 13. September 2018
Original Title: KIN
Length: 102 Min.
Rate: FSK 12 | PG-13

Free Fire

Dass die Menschen bei dem Namen Martin Scorsese direkt an die rühmlichen Werke denken, die man von ihm sonst so kennt, wird höchstwahrscheinlich dafür sorgen, dass sich zu Anfang des Films die Reihen der Kinos ganz von selbst lichten.
Als eingeschworener Kinofan erwartet man nach dem zugegebenermaßen genialen Trailer auch erst mal etwas völlig anderes, als einem hier geboten wird.
Mich hat die Machart des Films sehr viel mehr an einen typischen Quentin Tarantino erinnert, als dass ich ihn mit anderen Regisseuren vergleichen würde. Tatsächlich ist hier auch der Regisseur von High-Rise am Start und Scorsese agiert nur als ausführender Produzent. Man befindet sich eher in einem genial durchdachten Konzept eines typischen Kammerspiels, bei dem weniger die Kulisse als viel mehr das Konzept als solches gefeiert wird.
Im Prinzip gibt es in diesem Film keinen Plot, keine Geschichte die erzählt wird, sondern die Fortbewegung in der Story ergibt sich allein durch die Dialoge der einzelnen Persönlichkeiten, die durch in sehr speziellem schwarzen Humor mündenden Dialogen die Zuschauer mit ihrer komischen Art unterhalten.
Faszinierend hierbei war der Soundtrack und die Art und Weise, wie sich die Schauspieler im Verlaufe der Geschichte verhalten haben. Nach den Schusswechseln die richtige körperliche Position einnehmend, realistisches Geballer und im Zuge der Interpretation durch den Zuschauer auch die richtige Pose zeigend, die den Charakter dadurch nicht nur passend beschreibt, sondern auch bebildert, in welcher Gemütsverfassung derjenige gerade ist.
Insgesamt braucht es beim Betrachten sehr viel Interpretation durch den Zuschauer, der eben nicht nur das gezeigte eins zu eins auffassen sollte, sondern die symbolischen Darstellungen auch richtig verstehen muss.
Daraus ergibt sich dann ein Film, der im ersten Moment total schräg anmutet, sich im Verlaufe der Geschichte aber durchaus seine Genialität verdient respektive sie immer mehr offenbart. Wenn wir uns an Zeiten zurückerinnern, in denen Menschen aus den Vorstellungen gerannt sind, in denen The Rocky Horror Picture Show lief, der bekanntermaßen im Anschluss ja auch ein Kultstreifen wurde, dann sehe ich hier gewisse Parallelen, auch wenn ich das Kult-Gen noch etwas vermisse.
Darum muss sich jetzt aber die Fan-Gemeinde kümmern, die diesen Film entweder zu einem kommerziellen Erfolg im Kino oder eben später auf DVD machen kann. Das Potenzial dazu schlummert in den Tiefen der Ritzen, die bis jetzt noch keiner erkennt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Dieser Film befindet sich so weit abseits des Mainstreams, dass es in meinen Augen sehr schwer werden kann, ihn zu promoten oder im Kino erfolgreich laufen zu lassen.
Das ändert gar nichts daran, dass die Macher durchaus mit der Wahl ihrer Darstellungsform Größe bewiesen haben und hier eher Theater als Kino stattfindet.
Wer Nieschenkino liebt, wird hier mit größtem Glück erfüllt aus dem Saal raus gehen, sobald die Vorstellung vorbei ist.

 
Nachspann
folgt keiner, man darf den Saal also direkt beim Beginn des Abspanns verlassen.

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