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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Jack Black

Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Das Plakat sieht niedlich aus, auf dem Cover prangt ein FSK 6 Logo und die farblich ungestüme Gestaltung lassen einen den Verdacht aufkommen, es handelt sich hier tatsächlich um einen Kinderfilm. Wenn man die schauspielerischen gesammelten Werke Jack Black‘s beisammen nimmt, dürfte dieser Verdacht zusätzlich erhärtet sein.
Die Erkenntnis erlangt man wieder einmal durch näheres Hinsehen: Regisseur Eli Roth und Drehbuch sowie Produktion Erik Kripke – da klingelt dann auf einmal etwas. Ersterer ist bekannt für großartigen Horror, der weit über die Grenzen des Ertragbaren geht und schon oft für Furore mit seinen Filmen gesorgt hat und zweiterer ist verantwortlich für die von mir heiß geliebte Horror-Fantasy-Serie Supernatural, die boshaft, düster und dunkel ist.
Dieses Team produziert nun: Einen Kinderfilm.
Was dabei rauskommt, könnt ihr euch vielleicht ein klein wenig ausmalen.
Kein schlechter Film. Die Ideen, das glattgebügelte Wahnsinnsgen von Jack Black in Verbindung mit der top gestylten Cate Blanchett, super Kinderstars und mega Effekte … nur, dass die Altersfreigabe hier keine Wahl zwischen “Inhalt und Dialoge” oder “Optik und Furchterregen” treffen konnte und sich so manches Kind während der PV schon ziemlich im Stuhl gezwiebelt hat und vor Furcht in die Arme der Mutter gesprungen ist.
Einheitliche Meinung: Für FSK 6 (Kind = Allein im Kino) ist dieser Film definitiv zu hart. Dass es hier um das traditionelle Halloween liebende Amerika geht, das Horror sowieso sanfter behandelt als ein klein wenig Haut, sei eine Sache. Dass in unserem Land Kinder derartiges nicht gewöhnt (sein sollten) und man es ihnen nicht per FSK vor die Augen setzen muss, eine andere. Langsam beginne ich diesen Bewertungsladen zu hassen, an dessen fahrlässige Abstumpfung sich jedes mediale Machwerk halten muss, um irgendwo gezeigt werden zu dürfen. Und der Witz ist: In Amerika hat er tatsächlich die PG-13 erhalten, was heißt, dass ein Elternteil dabei sein sollte. Das Horrorland entscheidet also vernünftiger als unser Bürokratiedschungel. Man denke sich den Rest…
Wer also möchte, dass sein Kind manches Mal nachts in der Tür steht und “Mama ich hab Monster gesehen” erzählt, dem sei geraten, sein Kind in diesem Film zu parken. Wer sich den Gruselspaß (ja, irgendwo ist er das wirklich) gönnen möchte, der sollte sich selbst ein .kinoticket mitlösen und als Begleit- und Erklärbärperson neben dem Kind sitzen, um notfalls Händchen halten und Besänftigungen aussprechen zu können, was einige der Eltern unenterwegt getan haben.
Dann macht’s eventuell sogar allen Spaß, da der Humor tatsächlich super getroffen ist und man sich neben der Härte eben auch wunderbar amüsieren kann, selbst als Kind. Nur der Weg dahin ist eben sehr holprig. Und da ist meines Erachtens ein Elternteil mindestens Pflicht in der Veranstaltung, dann kann das schon funktionieren.
Und schaut euch, wenn ihr Kinder habt, vorher unbedingt den .trailer an, der ist zwar sehr lieb gehalten, hat aber selbst eine FSK 12 Bewertung bekommen und lässt vorausahnen, auf was ihr euch da einlasst.
 

.kinoticket-Empfehlung: Horrormeister und Horrorserienschöpfer als Dreamteam für einen Horror/Kinderfilm: Eine seltsame Mischung, die Milchgesichtern extrem viel abverlangt und nur in Begleitung gesehen werden sollte.
Ich hätte den Film eher in die Erwachsenenriege verschoben, auch wenn dafür die Dialoge zu kindisch und der Plot zu zielgruppengerichtet ist. Als Fan von Horror und vernünftig denkender Mensch bin ich der Meinung, dass hier kleinen Menschen zu viel zugemutet wird, die derlei nicht gewöhnt sind (oder sein sollten).
Idee, Story und Machart sind großartig, mein Unterniveau wäre mit zugedrücktem Auge aber eher FSK 12 gewesen, also macht euch vorher schlau über die Sache und entscheidet gewissenhaft.

 
Nachspann
❌ braucht man nicht unbedingt auszuharren, hier flattern nur ein zwei Bildchen an den Rändern mit vorbei, die den Kohl aber nicht mehr fett machen.
Kinostart: 20. September 2018
Original Title: The House with a Clock in Its Walls
Length: 106 Min.
Rate: FSK 6 | PG-13

Don't Worry – Weglaufen geht nicht

Endlich wieder ein Titel, der von amazon studios produziert wurde und trotzdem das Licht der Leinwand erblicken darf: Dieses Werk braucht sich überhaupt nicht hinter aktuellen Kinoblockbustern verstecken, sondern zeigt einmal mehr, wozu das ehemalige Buchverkäufer-Label in der Lage ist. Und ich finde es großartig, dass man diesem Stück die Kinoauswertung nicht vorenthält, sondern den Zuschauern die Möglichkeit gibt, das Werk auf dem Big Screen zu besehen.
Die Story basiert auf dem wahren Cartoonisten und wird von Joaquin Phoenix hervorragend gespielt. Hat der überhaupt je einen Flop produziert? Mit flapsigem Humor bestückt schlängelt sich das bewegende Drama über alle Ebenen hinweg und portraitiert den Aufstieg und Fall eines Menschen in unterhaltsamer und einprägender Weise.
Die Portion Ruhe, die der Film dabei mitbringt, wirkt wie eine solide Basis, die es einem seelisch nicht ermöglicht, in irgendwelche Abgründe zu fallen, sondern garantiert, dass man trotz der ernsten Phasen dennoch seinen Spaß hat und nicht selbst in irgendwelche Depressionen rutscht. Zeitweilig wirkt es fast wie eine Doku, allerdings ohne das Stundenplan-Gefühl. Man hat einfach seine Freude beim Schauen, darf sich dabei auch gerne ein Popcorn genehmigen und erfährt vielleicht ein wenig Unterstützung dabei, wenn es darum geht, wieder “zurück ins Leben” zu finden.
Die Story ist definitiv spannend und es ist interessant, welche – und vor allem, woher – er seine Inspirationen nimmt. Ein spannender Fakt ist zudem: Obwohl ich mit dem Großteil des Casts bislang nicht so wirklich grün geworden bin, stört die Besetzung hier absolut nicht, sondern man wundert sich eher, dass wirklich diese Personen auf der Leinwand zu sehen sind: Sie fügen sich so wunderbar in den Plot ein, ohne Personenverherrlichung, die es auf Plakaten und in der PR bei Hollywood sonst übermäßig viel gibt.
Und mit dieser fast schon einzigartigen Genügsamkeit erobert sich der Film den Weg in die Herzen der Zuschauer ganz von allein.
 

.kinoticket-Empfehlung: Einprägsames Erzählerlebnis über das Leben eines vom Leben gezeichneten Menschen.
Die Story hinter ihm ist bezeichnend. Das Werk zeigt einmal mehr, dass Streaming-Giganten auch am Kino nicht vorbei müssen, sondern beide Optionen Hand in Hand miteinander kooperieren können. Die aufgelockerte und ruhig-fundierte Erzählweise sorgt für ein nachhaltiges Erlebnis beim Zuschauer und öffnet die Möglichkeiten für suchende Menschen, indem man viel Inspiration und Vorbildverhalten liefert. Und das ohne großartiges Helden-Rumgepose, sondern mit einer genügsamen und defensiven Einstellung.
Großartig!

 
Nachspann
✅ zeigt den wahren “Wegläufer” und zertifiziert damit die Geschichte als wahre Begebenheit.
Kinostart: 16. August 2018

Jumanji – Willkommen im Dschungel (3D)

Kürzlich hatte man ja das Vergnügen und konnte sich – völlig kostenfrei – nochmal dem Genuss des Originals aus dem Jahre 1995 mit Robin Williams und Kirsten Dunst hingeben.
Wer dies tat und anschließend das .kinoticket für die Fortsetzung gelöst hat, wird erstaunlich viele Parallelen festgestellt haben, die – ganz nach unserer Zeitalter-Manier – hier erfrischend nüchtern aufgearbeitet wurden.
Was mich daran stört, ist die Dissonanz, die sich aus den Absichten ergibt, weswegen man damals respektive heute solch einen Film gedreht hat. Hier macht einem die fortschrittliche Technik einen gewaltigen Strich durch die Rechnung, der von mir zumindest überhaupt nicht positiv aufgenommen wurde.
Gehen wir also einmal zurück in der Zeit und begeben uns an die Anfänge der Entdeckungen, wofür man Filme alles nutzen konnte: Menschen zum Staunen zu bringen, Zauber und Magie aufleben lassen, Dinge erklären, die nicht erklärbar waren und sich den rationalen Fakten der Gegenwärtigkeit entzogen haben. Man durfte abtauchen in fremde Welten, die von den Regisseuren eigens geschaffen wurden und konnte frösteln, zittern, bibbern, fiebern oder sich leidenschaftlich in diese Realitäten verlieben und sie immer wieder besuchen.
Heute? Kennt jeder alles, weiß jeder alles und der Fakt, dass Erstaunliches nur noch CGI-Technik ist, fegt jedwede Magie und Zauber hinweg. Man kann nicht mehr staunen, weil alles offensichtlich ist und dieses Aufgeklärtsein steht dem “In eine fantastische Welt entführen”-Prinzip einfach im Weg.
Dadurch entwickelt sich schnell Langeweile, die beim Sichten der teils kopierten Filmelemente entsteht, da sich der Zuschauer nicht mehr in eine magische Geschichte gefangen nehmen lassen kann, sondern quasi mehr oder weniger dazu verdammt ist, eine Aneinanderreihung von immer besseren Effekten über sich ergehen zu lassen, die das damals schon fragwürdige Prinzip des Inhalts jetzt einmal mehr durch den Projektor nudeln und dem Zuschauer schmackhaft machen wollen.
Kommen wir nun zu den negativeren Punkten: Der zwanghafte Drang, hier unbedingt wieder die biologisch-religiös-politisch-fundamental-grandiose Genderdiskussion einfließen zu lassen, deren Hauptargumente die rein lächerlichsten Banalitäten sind, die weder positive Aspekte auf den Tisch werfen, noch dem Film in irgendeiner Weise zuträglich wären. Auf deutsch: Dieses beschissene Frauen/Männer-Gezoffe, das sich derzeit fast überall auf den Leinwänden breit macht, erreicht ein neues Level der Lächerlichkeit und gräbt sich damit selbst das Wasser ab. Damit entweiht man den einst guten Gedanken dieser Ideen nun endgültig und zieht ihn mit unserem Un-Humor nun endgültig in den Dreck.
Dazu paaren sich dann ein paar “Modernisierungen”, die die damals eigentlich gar nicht so dümmliche Idee nun endgültig lächerlich machen, was dieses Werk nun definitiv zu einer schlechten Mutation des einst lustigen Klamauks macht.
Kann man sich Jumanji – Willkommen im Dschungel deswegen jetzt überhaupt nicht ansehen?
 

.kinoticket-Empfehlung: Der Film ist die konsequente Fortsetzung seines Originals, der gut an die alte Story anknüpft und sie genauso konsequent mit immer mehr mangelndem Humor und Intelligenz anreichert, um daraus letztendlich eine Gender-Lachnummer zu machen, die sich selbst eigentlich nur noch im Weg steht.
Die Magie und der Zauber, den der spinnige Williams seiner Zeit noch inne hatte, ist quasi von CGI und 3D-Gewalt verdrängt worden, wer jedoch mit abscheulich niedrigen Erwartungen da rein geht, erlebt für heutige Verhältnisse mittelmäßiges Popcorn-Kino.

 
Nachspann
in bildhafter Form kommt keiner mehr, wer möchte, kann ihn abwarten – sollte aber keine zu großen Er-Wartungen haben.
Kinostart: 21. Dezember 2017

Kung Fu Panda 3 (3D)

Endlich mal wieder ein Film, bei dem sich der Griff zur 3D-Brille so richtig lohnt. Klar, hier ist Dreamworks im Spiel und animierten Kunstwerken konnte man schon immer zusprechen, dass sie den Geist von 3D verstanden und richtig umgesetzt haben.
Bleibt der süß-schreckliche Beigeschmack der Zahl 3 hinter dem Titel des Films, der zumeist nichts gutes verheißt.
Leute? Entspannt euch.
Nachdem in den ersten beiden Teilen bereits alles erzählt wurde, griff man diesmal nicht zur Hollywood-Mikrowelle um Altbekanntes wieder aufzuwärmen, sondern führt die Geschichte maßgeblich in der Schiene der gereiften Zeit weiter.
Die Worte erneut und wieder können im Zuge einer Inhaltsangabe des Films also absolut unberührt gelassen werden. Es werden nicht nur neue Charaktere vorgestellt, sondern andere Bereiche und auch Aufgaben völlig neu zugeteilt.
Die leicht-unbeschwerliche Manier, mit der man hier begreift, dass manchmal Dinge einfach anders laufen, als jeder meint, bezeugt man hierbei nicht nur durch den überaus breitgefächert-soliden Soundtrack, der ein Bett an musikalischer Animation vor einem ausbreitet, auf dem man nur zu gerne ausruhen will. Auch die visuellen Eindrücke erheben hier in völlig neue Dimensionen und machen die Geschichte grundlegend anders erlebbar.
Dieses inspirierende, unbeschwerte Stück Hollywoodgeschichte darf man sich also gerne mit Familie, Kind und Kegel zu Gemüte führen. Hier bewegt man sich wieder auf extrem hohem Anspruchsniveau, denn der übliche Animations-Klischee-Mist bleibt außen vor.
Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, Kung Fu Panda 3 ist der Bond unter den Animationsfilmen. Das hoch angelegte Maß war definitiv den ganzen Film über deutlich zu spüren.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer sich scheut, 3D-Filme im Kino zu besuchen, der kriegt hier mal wieder ein positives Filmbeispiel geliefert.
Nicht nur Technik und Hintergrundgeschehen überzeugen, sondern auch in Sachen Inhalt weiß man hier auf hohem Niveau zu unterhalten.
Die Message des Films darf gerne in die Realität kopiert werden, denn nicht nur in den asiatischen Lehren kann man viel über ein gutes Zusammenleben lernen.

 
Nachspann
liefert Text und kleine Bildchen im Hintergrund, jedoch nichts weltbewegendes, weswegen man jetzt länger sitzen bleiben müsste.

Gänsehaut (3D)

Ein kleines Kind quietschte vergnüglich: Da will ich rein!, was die Mutter desselben vehement verneinte, als der Trailer zu Gänsehaut in einer anderen Vorstellung lief.
Doch genau dies sollte man erwägen: Rein zu gehen.
Hier prallt fantastisch aufbereitete Unterhaltungskost mit einem fast schon sensationellen Start, was dieses Genre angeht, auf den Zuschauer hinunter. Der Humor, dem man sich hier bedient, trifft in diesem Fall fast schon perfekt meinen Geschmack. Schön zynisch, bitter, kokett und provokativ, ohne dabei über die Stränge zu schlagen oder anderweitig beschämend zu enttäuschen.
Ich weiß, Komik ist ein zweischneidiges Schwert, aber interessanterweise hatte der gesamte (und im übrigen proppenvolle) Saal bis zur großen Wende einen Heidenspaß.
So mancher mag nun innerlich zusammenzucken und die Kaufgelüste eines .kinotickets nochmals überdenken, wenn er von dem Umschwung liest, den man in vorherigem Satz vermuten könnte. Falsch. Hier wird einfach nur ein Thema aufgegriffen, das meines Erachtens schwierig darzustellen ist, ohne dabei lächerlich oder übertrieben zu wirken. Damit hat der Streifen zwar zeitweise etwas zu kämpfen, das Endergebnis wurde jedoch so perfekt und dramatisch gelöst, dass man voller Elan und Lebenslust aus einer Vorstellung entlassen wird, nach der die gewonnenen Glücksgefühle noch lange nachhallen.
Einziger Kritikpunkt meinerseits: Sollte es möglich sein, sich diesen Film ohne 3D anzuschauen, dann hat man hierbei diesmal nichts verpasst. Zwar gibt es die ein oder andere Einstellung, in der die Räumlichkeit durchaus gut ausgenutzt wurde, jedoch gewinnt man im Gesamten kein positives 3D-Erlebnis. Dafür gibt es andere Filme, die diese Technik weitaus besser zu nutzen wissen.
 

kinoticket-Empfehlung: Wer mal wieder so richtig gute Laune verpasst kriegen, einfach mal unkompliziert lachen und sich von einer etwas skurrilen Geschichte verzaubern lassen möchte, der macht mit Gänsehaut auf keinen Fall etwas falsch.
Selbst für jüngeres Publikum, dem man den Film laut Trailer eher zumuten würde, eignet sich der Streifen durchaus. Allerdings sollte einem schon klar sein, dass der Trailer hier nur anteasert und nicht alles verrät. Der Klamauk ist es aber allemal wert, gesehen zu werden. Also hopp hopp und auf ins Kino!

 
Nachspann
hat in den ersten Momenten noch ganz nette 3D-Szenen zu bieten, sobald die enden, kommt aber nichts weiter.

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