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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Iris Berben

Der Vorname

Der Vorname
© 2018 Constantin Film Verleih GmbH

 

Theateradaption von Regiemeister Sönke Wortmann neu für die Leinwand erfunden, um das Kinopublikum mit anspruchsvollen Inhalten zu begeistern: Ich liebe es, dass dieser Schachzug nun mehr und mehr ausgeführt wird und man sich auch ohne Abendgarderobe an diesem niveauvollen Anspruch erfreuen kann.

Dabei trifft man inhaltlich nicht mal wieder nur absolut den Kern, sondern bewegt sich in süffisant-humorvollen Gefilden, die Spaß, Ehrgeiz, Diskussionsfreudigkeit und tief empfundene Freundschaft zelebrieren.

Es ist herrlich, den schrägen Ausführungen der Protagonisten zuzuhören, die sich zum gemeinsamen Mahl verabredet haben und dabei allerlei verbalen Schabernack treiben. Dass dabei jeder seine Rolle gefunden hat und darin hervorragend aufgeht, versteht sich von selbst. Für eine deutsche Produktion unverhältnismäßig gut umgesetzt und in höchstem Maße unterhaltsam, so wie man sich eben perfektes Kino wünscht: Viel gute Laune, supertolle Bilder, hervorragende Twists und jede Menge Bauchschmerzen vom Lachen.

Und all das, ohne unter die Gürtellinie abrutschen zu müssen, um irgendwelche Zuschauer zu ködern oder sonstige billige Tricks anzuwenden, sondern konsequent auf einem Niveau, dass ich persönlich zutiefst erbaulich finde. Und dass das Münchner Premierenpublikum sogar während der Vorstellung Applaus spendete, zeugt ebenso von einem gelungenen Auftritt, den es so selten gibt.

Großartig – weiter so!

 

.kinoticket-Empfehlung: Verbale Gaudi auf höchstem Niveau: Man diskutiert hier in wundervollem Ambiente über Themen, die die Welt bewegen und erschafft dabei eine humorgeladene Atmosphäre, in der sich jeder Zuschauer einfach wohlfühlen muss!

Der Film überrascht mit großartigem Humor und einer Peinlichkeitsfreiheit und gleichzeitig mit tollen Twists. Gelungener könnte ein Kinoabend nicht werden als mit diesem Titel! Unbedingt reingehen!

 

Nachspann
❌ kümmert sich dann endlich auch um den Nachnamen, bereitet ansonsten aber keine Überraschungen, rausgehen ist also erlaubt.

Kinostart: 18. Oktober 2018

Original Title: Der Vorname
Length: 91 Min.
Rate: FSK 6

 

Und zum Schluss gibt’s noch ein paar exklusive Einblicke vom Red Carpet im mathäser Filmpalast in München, wo am 9. Oktober 2018 ein Special Screening des Films stattfand, für das natürlich der komplette Cast mit Regisseur Sönke Wortmann und Produzent Tom Spiess geladen war, das auch viele Prominente besuchten.

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Sky-Moderator und Synchronsprecher Sebastian Höffner

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Schauspielerin Veronica Ferres und Constantin Film Verleih Marketing & Filmpresse-Geschäftsführer Torsten Koch

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Tänzerin, Choreographin, Fotomodel & Schauspielerin Tiger Kirchharz

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Das Schauspielerensemble Christoph Maria Herbst, Iris Berben, Justus von Dohnányi, Janina Uhse und Florian David Fitz

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… gemeinsam mit Regisseur Sönke Wortmann

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Schauspieler Christoph Maria Herbst und Florian David Fitz

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Schauspieler Justus von Dohnányi und Schauspielerin Iris Berben

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Florian David Fitz und Schauspielerin Janina Uhse

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Buchautorin Rita Falk

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Im Saal beim Special Screening von Der Vorname im mathäser Filmpalast in München am 9. Oktober 2018

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High Society

Da hab ich das deutsche Kino kürzlich noch so überdramatisch gelobt für seine neue Richtung, die es jetzt lobenswerterweise geht und die auch beim Publikum wie mir absolut anschlägt, schon steht das nächste Negativbeispiel auf dem Plan, weswegen ich mir mit der Rezension zu diesem Titel auch ein wenig Zeit gelassen habe.
High Society steht wieder für deutsche Comedy, wie ich sie aus allen Poren verachte. Sorry, Leute: Das ist einfach nur ein billiger Griff ins Klo. Unwitzig, belanglos, langweilig. Einzig Jannis Niewöhner macht eine einigermaßen gute Figur und behält in seinem Part bei diesem Trauerspiel wenigstens noch ein wenig seine Würde, der Rest gehört für mich schon per se zur verachteten Spezies – nicht zuletzt, weil ich genau dieser “High Society” absolut nichts abgewinnen kann und es abscheulich finde, wie man hier beispielsweise mit dem Leid anderer umgeht und dazu meint, die Menschen “unterhalten” zu können auf Kosten solcher Menschen.
Den Darstellern gehört für diese Rolle allen mal mächtig der Arsch versohlt, um zu zeigen, dass so etwas absolut nicht unterstützt werden sollte, sondern man sich mit viel mehr Einfühlungsvermögen und Menschlichkeit solchen Thematiken widmen sollte. Denn die eigentliche Absicht, hier den Zwist darzustellen, die beide Klassen in der Gesellschaft spaltet, geht in der Lächerlichkeit der Darstellung komplett unter und darum versagt auch jedweder Versuch von Moral und Lehrreichtum in diesem Stück.
Und auch im restlichen Saalpublikum wurden eher Aufrufe wie “Oh mein Gott, nicht dein Ernst” laut statt dass die Szenen mit Lachern gefeiert wurden.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ein armseliges Beispiel dafür, dass die Zeit für deutsche Komödien abgelaufen ist.
Die Zuschauer fanden’s nicht witzig, ich auch nicht und man fühlt sich peinlich beschämt, wenn man den Lifestyle und das Benehmen der High Society in diesem Film sieht und sich dazu so seine Gedanken macht.
Sorry, sowas geht absolut gar nicht!

 
Nachspann
beinhaltet keine weiteren Szenen, man darf also beim Abspann gleich nach draußen.
Kinostart: 14. September 2017

Jugend ohne Gott

Ich habe das Plakat gesehen und wusste: Da musst du rein! Den musst du unbedingt sehen!
Und ihr glaubt nicht, welche Hürden ich dafür habe überwinden müssen, nur, um einen Film zu konsumieren, nach dem meine Seele alle Hände ausgestreckt hatte. Warum? Wusste ich nicht – ich wusste nur: Der ist es!
Und was soll ich sagen? Nichts mehr. Fragt das gesamte Personal meines Stammkinos, wieviele Worte ich an diesem Tag noch aus meinem Mund rausgebracht habe. Voller Erfolg!
Neulich habe ich mich ja schon einmal über den neuen Weg ausgelassen, den deutsche Filmemacher jüngst eingeschlagen haben, indem sie sich nicht mehr lachhaften, sondern eher dramatischen Handlungen widmen und damit zumindest bei mir voll ins Schwarze treffen.
Jugend ohne Gott ist ein weiteres Beispiel dafür, das von mir höchsten Respekt und tiefste Anerkennung abverlangt. Natürlich spürt man, dass hierzulande immer noch vergleichsweise wenig Kohle für Filmproduktion übrig ist und die Regisseure ganz andere Schwierigkeiten zu meistern haben, als im Land über dem großen Teich, und auch das Schauspielfachwissen und die Veranlagung zum Ingenium der Schauspieler darf hier noch weiter gefördert werden. Was allerdings mehr als deutlich aus der Tiefe des Bodens hervorquillt ist das Können der Drehbuchschreiber!
Leute: Gebt den Produzenten hier einfach mal das Budget eines durchschnittlichen Hollywood-Schinkens und wir wären mit Jugend ohne Gott an der Stelle, die Amerika überflüssig machen würde! Und das mein ich ernst!
Die durchsetzende Verblüffung und intensive Eindringlichkeit, mit der man hier relevante Themen zeitgemäß und absolut unterhaltsam unters Volk zu bringen vermag, schreit förmlich danach, diesen Menschen endlich die gebührenden Werkzeuge an die Hand zu geben, damit sie ihre Arbeit in Vollendung vollbringen können!
Und damit verwandelt sich diese Kritik in einen Appell an alle: Geht einfach da rein und macht euch erst hinterher darüber Gedanken, ob dieser Gang nun ein lohnenswerter war oder nicht. Denn zumindest seid ihr nicht bei den Unwissenden, die anschließend nicht darüber diskutieren können. Mein Gefühl sagt mir, dass damit ein großer Meilenstein in der Entwicklung deutscher Filmgeschichte gesetzt wurde und man gezeigt hat, wohin man in kommenden Jahren gern gehen möchte – und gleichzeitig auch offenbart, wo genau noch die Schwächen liegen.
Letzteres ist in Anbetracht der durchschlagenden Kraft des Plots absolut verzeihlich und löst nicht mehr Aggression, sondern eher intensives Mitfühlen aus, das sich im tiefsten Inneren wünscht, die Produzenten kriegen für ihre Fortsetzungen einfach größere Mittel an die Hand.
 

.kinoticket-Empfehlung: Gebt dieser Produktion mal die finanziellen Mittel eines durchschnittlichen USA-Films an die Hand und wir sind an dem Punkt, wo keiner mehr auf Hollywood angewiesen wäre.
Der Inhalt: Bahnbrechend! Die Stimmung: Wow! Die Umsetzung (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) herausragend!
Ganz im Ernst: Jugend ohne Gott setzt komplett neue Maßstäbe, die deutsches Kino auch international neu positionieren und laut herausschreien: So soll es weiter gehen – helft uns dabei!
Ich habe den ganzen Tag kein Wort mehr aus mir raus gekriegt vor Ergriffenheit und 100prozentiger Volltrefferquote, die dieser Film bei mir hinterlassen hat!
REIN DA!

 
Nachspann
lohnt nicht abzuwarten, Stoff zum Nachdenken ist sowieso genügend vorhanden.
Kinostart: 31. August 2017

(Trailer) Jugend ohne Gott

Immer wieder sonntags … kommt die Trailerspritze direkt von .kinoticket-blog.de zu euch aufs Display.
Diesmal: Jugend ohne Gott
 
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=Rijc4egGL6E?rel=0&w=560&h=315]
düstere Zukunftsaussichten präsentiert von © Constantin Film Verleih GmbH
 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
Auch wenn bereits amerikanische Vorbilder existieren, die zwar noch nicht veröffentlicht sind, aber ungefähr die gleichen Inhalte aufweisen, sollte man sich dennoch diese Form der Auseinandersetzung mit dem Thema ins Hirn einflößen, denn in Zeiten der Digitalisierung und Vollüberwachung sind genau das Themen, die eigentlich täglich auf den Tisch des Konsumenten gehören, damit dieser eine Form der Sensibilisierung dafür bekommt, was es bedeutet, wenn er jeden Scheiß überwachen und digitalisieren lässt.
Klar, schauspielerische Höchstleistungen lassen sich jetzt im kurzen Trailer kaum erkennen und auch die Story mutet nach Schema F an, was erfahrungsgemäß dann mit super Einstiegen und dem darauf folgenden Abdriften in völlig absurde Fantasiewelten endet, die kaum noch etwas mit der Realität zu tun haben, dennoch finde ich es wichtig, sich mit diesen Themen zu beschäftigen, auch wenn sie filmisch vielleicht nicht top umgesetzt wurden.
Im Vergleich zu anderen inländischen Filmen gehört Jugend ohne Gott garantiert wieder zu denjenigen, die man im oberen Viertel angesiedelt findet, da sie sich durch die Fokussierung auf ein anderes Thema vom Rest der üblichen Masse absetzen und mal nicht DAS Klischeethema in zigfacher Weise neu aufarbeiten.
 
Kinostart: 31. August 2017

Conny & Co. 2 – Das Geheimnis des T-Rex

Ich habe mir ja eigentlich vorgenommen, hier im Blog nicht zu fluchen. Schon gar nicht an einem Sonntag. Aus dem Grund habt ihr auch nicht schon gestern meine ehrwürdige Meinung zu diesem Stück Sch… äh Kinderfilm gekriegt.
Ich meine, Til Schweiger stößt hierzulande immer mehr auf Ablehnung und fabriziert inzwischen auch nicht mehr wirklich das, was man von einem guten Schauspieler erwarten würde. Meine Meinung? Er hätte sich damals nach Knockin’ on Heavens Door einfach zur Ruhe setzen sollen und wäre uns allen als wunderbarer Schauspieler in Erinnerung geblieben. Aber was wünscht man sich nicht alles so den lieben langen Tag lang.
Nun ist ja nicht mehr nur er derjenige, der unsereiner mit schlechter Schauspielerei beeindruckt (siehe Tschiller: Off Duty), sondern sein Nachwuchs wird nun gefühlt mit Nachdruck ebenfalls in die schauspielerische Laufbahn gedrückt und das, obwohl mehr als offensichtlich ist, dass sie absolut talentfrei ist, was das angeht.
Nehmt es nicht persönlich … dieses Gewese hat mich im ersten Teil schon mega angekotzt und tut es im zweiten nicht minder: Die hochnäsige, abtrünnige Art der Sorte von Blag, die man gedanklich am liebsten den ganzen Tag treten will und bei denen niemand sauer ist, wenn sie von anderen gehänselt werden, weil sie es nicht besser verdient haben.
Und dabei spreche ich jetzt nicht von tatsächlichem Hass oder Mobbingvorschlägen, sondern einfach nur von den genervt rollenden Augen tausender Erwachsener, die an der Supermarktkasse stehen und sich einfach woanders hin wünschen, weil eines dieser hyperventilierenden Kids mal wieder seine Tobsuchtanfälle hat.
Genau diese Form von “Gemütlichkeit” erlebt man im ganzen Film. Und das hört bei den Kleinsten nicht auf, sondern zieht seine Bahnen bis hin in die Erwachsenenriege, die so dermaßen seltendämlich ist, dass es fast schon weh tut. Falsch – es tut weh, aber so sehr, dass man es nicht mehr als Schmerz auslegt, sondern seine Synapsen im Hirn aussteckt, damit keinerlei Gefühle mehr erzeugt werden.
Es gab mal einen Film, den man nur mit Schnaps ertragen hat (“Antanasiaaaaaaaaaaa“) und selbst das hilft in diesem Fall hier auch nicht mehr. So viel kann man nämlich gar nicht trinken, wie man kotzen möchte, wenn man diese von Logik durchzogenen Meisterleistungen zu Gesicht bekommt … * Ironie aus *
Soll ich spoilern? Oder euch den Spaß nicht verderben und ihr merkt selbst, dass hier keine Flüchtigkeitsfehler mehr passiert sind, sondern mit System versucht wird, den Zuschauer zu verarschen? Stichwort “Knochen”, “Größe”, “Wasser” … achtet mal drauf und schaut, ob euch was auffällt.  Um mal nur das offensichtlichste Beispiel zu nennen…
Bei aller Liebe, allem Verständnis, aller geheuchelter Freundlichkeit und sämtlichen kirchlich erkauften Verhaltensverzerrungen, die man dem Film entgegenbringen könnte: Er war und ist einfach nur dämlich, blöd, ohne irgendeinen Mehrwert, unterhaltungsfrei und leider erst Teil 2 einer ganzen Buchreihe, die Schweiger scheinbar nur verfilmt, um seiner Tochter eine Plattform zu bieten, auf der sie sich austoben kann, weil kein anderer Interesse daran hat, jemand wie sie auch nur ansatzweise zu beschäftigen.
Und das merkt man leider einfach so dermaßen, dass einem als Zuschauer nicht nur die Lust, sondern auch alles andere vergeht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Somit bleibt mir nichts weiter zu sagen, als dass ich den schlechtesten Film dieses ganzen Jahres bereits jetzt gefunden habe und keinem auch nur empfehlen könnte, da rein zu gehen, es sei denn, man ist absolut Hirn- und schmerzfrei und tut sich gerne so eine intellektuelle Vergewaltigung an.

 
Nachspann
Hier gibt’s nur eins zu sagen: RAUS! Und zwar so schnell als nur irgend möglich. Und bitte bitte bitte lasst diesen Teil einen absoluten Flop werden! Bitte!

Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf (3D)

Vormaterial gibt’s vieles – neben zwei animierten Filmen auch unzählige Folgen von TV-Serien, CDs, Merchandising und Co. – Die Schlümpfe begeistern seit jeher die jungen Generationen mit ihren durchtriebenen Geschichten.
Mit Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf startet man ein neues Abenteuer, dass sich von altem Ballast befreit und einmal völlig neu die Geschichte der kleinen Umtreiber erzählt, die diversen Rätseln auf die Schliche gehen und dabei ihre ganz eigenen Erkenntnisse sammeln.
Die liebenswürdige Machart in Sachen Animation, Sprache, Bildpracht und Farbenerguss lassen dieses Reboot auf der Liste aller Reboots weit nach oben klettern, denn der Aufwand hat sich – in meinen Augen – gelohnt. Nicht nur die Story ist dabei herzerwärmend und verströmt wieder viel Liebe, weckt Neugier und erzählt inspirativ von völlig neuen Möglichkeiten, sondern auch die Vorankündigung im Teaser fand ich PR-technisch mal wieder absolut gelungen.
Dass man hier bedenkenlos mit allen Kleinen hingehen kann, versteht sich von selbst und dass man selbst als Erwachsener seine Portion Unterhaltung und Kurzweil abkriegt, wisst ihr nun auch.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer über die Ostertage also nicht weiß, wohin mit der Familie, darf hier gerne zuschlagen und sich für eine knappe anderthalbe Stunde in die blaue Welt der Schlümpfe entführen lassen.
Die Geschichte ist absolut familientauglich, toll animiert und keinesfalls so enttäuschend wie die Remakes von Biene Maja und Co.
Von mir gibt’s ein Daumen hoch!

 
Nachspann
nicht gleich rausrennen, hier kommen noch ein paar Sequenzen, die auch das granatige 3D nochmal so richtig auskosten.

Sing (3D)

Dass man aus dem Hause Illumination Pictures auch in Zukunft noch so einige Erfolgshits sehen dürfte, müsste jedem nach dem durchschlagenden Erfolg der Minions eigentlich klar sein. Mit Pets haben sie ja bereits ihre Vorliebe zu tierischer Animation preisgegeben und dem steilen Aufstieg der kleinen gelben Viecher klammheimlich den Saft etwas abgedreht, um zu bewerkstelligen, dass auch in Zukunft annehmbares Material auf die Leinwand rasselt, das die Zuschauer nicht nur begeistert, sondern irgendwo den Erfolgsweg weiter führt.
Klar, nach derartigem Anstieg des Beliebtheitsfaktors ist es unglaublich schwer, diese Geschwindigkeit und das Niveau der Unterhaltung und Niedlichkeit zu bewahren, um zukünftige Zuschauer nicht zu enttäuschen.
Nach eben einer solchen Enttäuschung sah der Trailer zu Sing aus, der seit geraumer Zeit in allen möglichen Vorstellungen im Vorprogramm runtergespielt wird. Platte Story, vorhersehbare Wendungen, ganz im Sinne des langweiligen Attests der “Noch eine Casting-Show”-Phrase, die so manchem Unwissendem da über die Zunge gerutscht sein könnte.
Gestern – zum Kinostart – hab ich mir den Film dann zum ersten Mal angesehen und darauf gewartet, dass die bitterschmeckenden Magenschmerzen, die sich dumpf grollend aus dem Hintergrund angekündigt hatten, endlich hervorbrechen und bekam …
… die beste Casting-Show, die ich je in meinem Leben gesehen habe.
Ganz im Ernst: Wenn es endlich mit der Professionalität und der ungeahnten Genieweisheit der Macher weitergeht, dann mit Sing! Der Film trifft ins Schwarze und protraitiert mit einem überragenden Soundtrack und einer herzergreifenden Art eine Szene, die nicht aus platter Motivation und durchtrainiertem Versagen besteht, sondern erweist einmal mehr einer Generation von Musik die Ehre, die in vielen Casting-Shows ihresgleichen sucht (und dort nicht findet).
Ich war baff. Baff von der Fröhlichkeit, die jeden der “Darsteller” hier mit anmutigem Glanz umhüllt. Baff von der sympathischen Art, die jeder auf seine Weise ins Geschehen einbringt und daraus eine Geschichte formt, die nicht nur Inhalte liefert, sondern eine völlig authentische, funkionierende Welt um sich herum aufbaut, die nicht nur dank ihrer (gezeichneten) Kulissen wunderbar auftrumpft, sondern auch die Liebe zur Kunst, die Hingabe zum Gesang zelebriert und dabei – ganz unterschwellig – den wahren Geist von Musik zu ergründen versucht und dessen Denkresultate als unaufdringliche Moral ganz sanft in den Plot einbaut und dabei den Zuschauern zärtlich vermittelt.
Der Geist, der den Film beflügelt, ergreift nicht nur von einem selbst Besitz, sondern reißt einen in ungeahnte Höhen mit, nur um zu zeigen, dass es eben doch weiter geht. Diese Form von Motivation, von eleganter Ausgewogenheit, die so meilenweit entfernt von dem üblichen Animationskitsch entfernt ist, macht Sing nicht nur aus, sondern definiert in ihrer Weise auch das Geschehen als solches und impliziert Möglichkeiten, wo andere nur stumpfsinnige Leere sehen.
Es fällt schwer, jemand anderem die Gewichtigkeit und Schwere beizubringen, die aussagt, was es heißt, sich diesen Film nicht nur anzusehen, sondern ihn zu schlucken, zu verinnerlichen und daraus zu zehren. Viele werden – so denke ich – nach außen hin eh nur auf das übliche DSDS-Da-singt-wieder-einer-also-ist-es-cool-Gehabe hinauswollen und aus diesem Grund die Vorstellungen besuchen.
Leute – dieser Gedanke wäre verschwendet. Holt euch die .kinotickets, erlebt diesen Film. Spürt den Drang, spürt das Verlangen, spürt die Emotionen, die man hier unverblümt reingelegt hat und seid dabei Teil eines der größten Kinoereignisse, die dieses Jahr überhaupt hervorgebracht hat.
 

.kinoticket-Empfehlung: Was Arrival als ruhiger, dramatisch-etablierter Film auf der einen Seite erreicht hat, bringt Sing mit Furore und musikalischer Erhabenheit genauso auf die Bühne: Er erreicht den Zuschauer auf einer metaphysischen Ebene und zeugt davon, dass den Kunstschaffenden hier nicht nur ein galantes Meisterstück gelungen ist, sondern jeder einzelne von ihnen auch den Geist der Musik verstanden, erlebt und rezitiert hat.
Sing gehört zu den Stücken, die es im Kino anzusehen gilt, die den Zeitgeist unserer Generation in einer Welt, die so von Negativität zerrissen und durchzogen ist, auf derart motivierende Weise durchschneiden, dass selbst in dunkelsten Tagen die Hoffnung auf Besserung nicht ausbleibt. Wer hier drin war, der weiß, dass es immer weiter gehen wird und kein Problem noch so groß sein könnte, als dass es sich nicht lösen ließe.
Die Niedlichkeit, die Ernsthaftigkeit und das schon von den Minions gekannte Akzeptieren dieser andersartigen Realität ist auch hier wieder einer der größten Pluspunkte, die den Film vorwärts treiben und dem Zuschauer Zeit geben, sich auf die Inhalte zu konzentrieren.
Und die dann mit einem galanten 3D, überzeugenden Grafiken und einer Tonleidenschaft, die sich gewaschen hat, zu erleben – dafür gibt es nur einen Ort: Kino.

 
Nachspann
Solange das Teil animiert bleibt, sollte man auch bleiben, der Rest gehört denen, die nicht nur Bilder, sondern auch Akkustik zu schätzen wissen. Nach dem Abspann folgt nichts weiter.

Connie & Co.

Okay, ich bewege mich wirklich nicht im literarischen Bereich von Kinderbüchern und habe persönlich absolut keine Ahnung, welcher Stoff da zu gebrauchen ist oder gar von der Filmbewertung zu recht oder unrecht mit dem Prädikat wertvoll ausgezeichnet werden darf oder nicht. Von dem her ist es nun sehr schwer, über einen Film zu urteilen, in dessen Genre ich mich absolut nicht auskenne und daher rein und allein meinen ganz persönlichen Geschmack spielen lassen kann, der hier aber ein Urteil abliefert, dass dem Film womöglich nicht gerecht wird.
Schon der Trailer war für mich die reinste Hölle, wenn ich in das selbstgefällige Grinsen dieses Kindes blicken und die übertrieben fürsorgliche Art über mich ergehen lassen musste, die dem schweigerischen Clan allgemein inne zu hängen scheint. Dass ich nicht unbedingt der größte Fan von Til Schweiger bin, dürfte ja bekannt sein. Dass man jetzt seine schauspielerischen Beziehungen wirken lässt und nun seine Sprösslinge auch auf den erhabenen Ast des Erfolges setzen möchte, macht dieses Unterfangen für mich persönlich nicht unbedingt sympathischer.
Ja, ich schaue mir gern mal Kinderfilme an, denn immerhin gibt es in diesem Bereich genauso empfehlenswerte Kost, die sogar Erwachsenen Spaß machen kann – siehe Baymax. Leider ist Connie & Co. so völlig gegenteilig und verbreitet gleich von Anfang an pure Langeweile. Ich fühle mich als Rezensent schon fast schlecht, so mies über einen Film mit dieser Auszeichnung zu urteilen, jedoch hatte man auch im Kinosaal nicht den Eindruck, dass die Kids dabei wirklich Spaß hatten, sondern eher gelangweilt und desinteressiert waren, was ich angesichts der Geschehnisse auf der Leinwand auch vollkommen nachvollziehen kann.
Ich weißt nicht, warum man erwägt, sich so einen Film reinzuziehen und kann nicht verstehen, weshalb er mit dieser Auszeichnung gelobt wurde. Für mich war es einfach nur anstrengend, peinlich und zum Fremdschämen, denn das gesamte Paket hapert an allen Ecken und Enden. Die Sprache – wieder einmal – zum Schreien. Das übertrieben kindhafte stimmliche Gezeter über Themen, wo man als Erwachsener im echten Leben nur mit den Augen rollen kann und sich womöglich entnervt abwendet, das Wichtigtuerische, für das man in jeder Schulklasse erstmal eins auf die Fresse kriegen würde und genau diese Voraussetzungen bilden dann die Grundlage für einen Film, dessen Plot man eigentlich gar nicht ernst nehmen kann.
Wäre das das echte Leben, müssten sich die Protagonisten nicht darüber wundern, dass es mit den Freunden mauer gesät ist. Und wenn einem das Kinopersonal schon sagt, dass man wirklich viel auf sich nimmt, nur um den Film dann auch im Blog bewerten zu können, dann ist damit eigentlich alles gesagt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Auf deutsch gesagt: Wer hier rein geht, der ist selber schuld.
Es gibt wirklich tausende bessere Möglichkeiten, seine Kinder zu unterhalten und zu lehren, als dieses langweilige, übertriebene und realitätsferne Werk. Ob daran nun jetzt ein filmischer Erfolg geknüpft wird oder nicht, lass ich einfach mal so stehen, denn das alles hier ist einzig meine persönliche Meinung und nichts anderes.

 
Nachspann
darf man nun auch noch mitnehmen, wenn man es eh schon bis hierhin geschafft hat. Auch wenn er für mich nicht zu den größten Errungenschaften dieser Welt zählt.

Eddie The Eagle – Eindrücke von der Pressekonferenz am 21. März 2016

20th Century Fox hat zur Pressekonferenz geladen und CinemaxX präsentiert eine Woche vorher dazu im Rahmen der Sneak Preview das deutsch übersetzte Finish des bereits rezensierten Meisterwerks Eddie The Eagle, der die unvergleichliche Geschichte des olympischen Ski-Springers mit dessen unermüdlichen Mut zur Selbstverwirklichung erzählt.
Ich hatte das Privileg und durfte im Rahmen der PK viele Eindrücke von den Schauspielern und vor allem dem echten Michael Edwards gewinnen und möchte euch nun an dieser Stelle ein paar Insider-Infos weitergeben, die ich im Zuge dessen aufgeschnappt habe.
Mit von der Partie waren Regisseur Dexter Fletcher, der originale Michael “Eddie The Eagle” EdwardsHugh Jackman, Taron Egerton, Iris Berben und jede Menge mediale Prominenz.
Iris Berben bemerkte, dass es sehr ungewöhnlich ist, wenn sie im deutschen Fernsehen untertitelt wird und sprach damit eine meiner größten Befürchtungen der deutschen Übersetzung dieses Films an, die sich irgendwo auch bewahrheitet hat: Die Sprachgrenzen-Jokes sind tatsächlich der Übersetzung anheim gefallen und finden sich somit nur in der Originalversion des Films wieder.
 

Iris Berben: “Die Magie dieses Mannes ist einfach: Er macht Mut. Er zieht einen mit, er reißt einen mit. Es ist tatsächlich möglich, gegen alle Widerstände etwas zu erreichen, und das ist natürlich eine gute Botschaft […] zu sagen: Trau dich, mach es, sei nicht konform, mach nicht alles, was von dir von anderen erwartet wird, sondern erfülle deine eigenen Erwartungen.”

 

Damit bringt sie den Kern des Films meines Erachtens nach bereits auf den Punkt. Eddie The Eagle spornt nicht nur dazu an, über sich selbst hinauszuwachsen, sondern lebt es mit einer beschwingten, komödiantischen und beinahe überdimensionierten Art und Weise vor, dass Hugh Jackman sich dazu genötigt sah, davon abzuraten, tatsächlich selbst auf die Rampe zu steigen und diese Sprünge zu wagen, man soll da sehr sensibel rangehen und gut darüber nachdenken, denn solche Sprünge können dich töten!

Auch Regisseur Dexter Fletcher bekräftigt, dass für ihn die Message der Glaube an sich selbst ist.

Michael Edwards hat sich gestern auf der Filmpremiere in Deutschland den Film bereits zum 5. Mal angeschaut und ihm kamen jedesmal die Tränen.

 

Michael Edwards: “I don’t need to understand the german to appreciate the moment in the film.”

“Ich brauch kein Deutsch zu verstehen, um den Moment im Film zu schätzen.”

 

Der bringt die Emotionen und Gedanken, die Hürden und Probleme und das Selbstengagement nämlich in einer visuellen Bildkraft rüber, bei dem nicht nur die Farben rauschend eingestellt sind, sondern der ganze Film eine gewaltige Schubkraft entwickelt, die einen selbst dazu antreiben, seine eigenen Ziele zu erreichen.

Hugh Jackman antwortet auf die Frage, ob der echte Michael Edwards mutiger ist, als er, mit den simplen Worten: “150%!” Er sprach u.a. darüber, dass man im Bonusmaterial von X-Men sehen kann, wie er schreit und weint und dass das alles nichts im Vergleich zu dem ist, was Michael Edwards auf sich genommen hat, um dieses Ziel zu erreichen. Er hat ihn gefragt, wieviele Knochen er sich in der Zeit seiner Laufbahn gebrochen hat und Edwards meinte zu ihm: “Frag mich lieber, wieviele ich mir nicht gebrochen habe: Drei.”

Taron Egerton implementierte, dass dieser Film keine forensische Untersuchung darstellt, sondern dazu designt wurde, zu inspirieren und dass sie von dieser Geschichte inspiriert wurden.

Dem Presseheft ist zu entnehmen, dass die Sprünge im Film durch sehr viel akkurate Kleinarbeit so aussehen, als hätten sie tatsächlich stattgefunden, diese Höhen jedoch von den Schauspielern aus Sicherheitsgründen niemals gesprungen wurden. Jackman kommentierte die Frage, ob er selbst je irgendeine Höhe gesprungen ist, mit den Worten: “Wenn Tom Cruise Bronson Peary gespielt hätte, hätte er die Sprünge durchgeführt.” (in Anlehnung an den irren Stunt, den er mit dem Flugzeug in Mission Impossible – Rogue Nation tatsächlich selbst gemacht hat).

Michael Edwards wurde gefragt, ob es in echt auch einen Coach wie Bronson Peary im Film gegeben hat, da diese Person aus strategischen Gründen eingesetzt wurde, um den “Flow” des Films besser voranzutreiben. Edwards antwortete: “Ich wünschte, ich hätte so einen gehabt.”

Er hat in seiner Skispringer-Karriere 20-30 Coaches gehabt und ihm war egal, ob es ein Schulteam, regionales Team, nationales Team war. Er hat einen Trainer gehabt, der 12 Jahre alt war. Er hat mit Amerikanern, Kanadiern, Japanern, Österreichern, Deutschen, Franzosen, Schweizern, Norwegern und vielen Nationalitäten trainiert und immer versucht, so gut zu springen, wie er konnte.

Dexter Fletcher entgegnete auf die Frage, wieso es 20 Jahre gedauert hat, bis jemand einen Film über eine so unglaubliche Geschichte wie Eddies Leben gedreht hat, mit den Worten: “We have to wait for Taron to be born […]” – “Wir haben darauf warten müssen, dass Taron geboren wird…” – der meistert die Authentizität nämlich mit bemerkenswert großer Schauspielkunst.

Aus Gesprächen zwischen anderen Medienvertretern konnte ich entnehmen, dass Michael Edwards zur Filmpremiere darüber sprach, dass er sich selbst auf der Leinwand wiedererkannt hat und die Verhaltensweisen und Mimiken von Taron Egerton unglaublich authentisch und real die Persönlichkeit von ihm widerspiegeln. Und ehrlich gesagt war das auch ein Punkt, bei dem ich Egerton eine unglaublich gekonnte Schauspielleistung zuspreche, denn die Mimik von ihm allein ist es wert, sich diesen Film näher zu betrachten. Einsame spitze!

Jedoch sei der Film erst heute in diesen Dimensionen möglich geworden, weil die Technik dazu ausgereift ist und früher ein solcher Aufwand kaum zu schaffen gewesen wäre, um diese Geschichte derart authentisch zu transportieren.

Michael Edwards wurde gefragt, woher er all seine ganze Kraft genommen hat, warum er niemals aufgegeben hat. Seine Antwort: “I don’t know. I guess from my parents, my grandparents […] I always as a child had to push myself.” – “Ich weiß es nicht. Ich vermute von meinen Eltern, meinen Großeltern … Ich musste mich als Kind immer selbst antreiben.”

 

Dexter Fletcher:Eddie the Eagle is for me one of my greatest achievements.”

Eddie the Eagle ist für mich eine meiner größten Errungenschaften / Erfolge.”

Iris Berben: “Eddie the Eagle is for me … ein ganz großer Glücksgriff gewesen. […] ich habe einen winzigen Part. Es ist wirklich nichts, wo ich sagen möchte, das ist in meiner schauspielerischen Tätigkeit jetzt etwas ganz besonderes, aber es wurde etwas besonders, weil ich an einem Film beteiligt bin, den ich für einen ganz ganz wunderbaren Film halte, der ganz viel erzählt, der ganz viel Leute ins Kino bringen sollte, finde ich, gerade in einer Zeit wie heute, und ich denke, er hat etwas warmes, er hat etwas zufriedenes und das ist in einer Zeit wie heute – glaube ich – ein ganz schöner Zustand, warum man ins Kino gehen könnte, sollte und muss.

 

Und damit trifft diese Frau wieder mal den Kern der Sache und spricht aus, was meine wortlosen Gedanken waren, als ich aus dem Kinosaal der Pressevorführung raus spaziert bin und irgendwie mit dem Gesehenen klar kommen musste.

Also gönnt euch die Freude, ladet all eure Freunde, Familie und Bekannten dazu ein und genießt die Verfilmung eines Menschen, der uns allen ein Vorbild mit dem ist, was er in der Vergangenheit geleistet hat.

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