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Touch Me Not – Fass mich nicht an … hinter diesem unscheinbaren Titel steckt ein Meisterwerk, das man kaum zu fassen vermag: Man sitzt im Kino, erwartet nichts großes und wird damit konfrontiert: Mir stand der Kinnladen offen und ich war zutiefst berührt und bewegt, als ich den Saal wieder verlassen habe.

Denkt man anschließend darüber nach? Yes! Ist man irgendwie intellektuell geohrfeigt und wird mit unfassbarer Intelligenz-Blöße und der Entfaltung eines Themas, über das keiner reden kann, überstülpt, so dass anschließend irgendwie überhaupt nichts mehr ein Problem darstellt und man selbst wie aus einer gelungenen Therapiestunde wieder von dannen zieht und insgeheim ein besserer Mensch ist? Yes!

Es ist unglaublich, wie die Regisseurin, Darstellerin und Leidensgenossin selbst es schafft, diese unglaubliche Ehrlichkeit, Offenheit und Zurschaustellung so zu verkaufen, dass man ganz nebenbei seine eigenen Hemmschwellen überwindet, fallen lässt und sie hinterher überhaupt keine Rolle mehr spielen, ohne dabei auf etwas zu verzichten, das man vorher als Schutzwall um sich herum aufgebaut hat!

Wenn es vorher eine #metoo-Diskussion gab, dann ist das hier die Auflösung, Heilung und gleichsam ein Konstrukt, dass viele Menschen zu einer Lösung führt, für die es danach immer noch keine Worte gibt, die aber einprägsam und unvergessen in einem nachwirkt und etwas bereinigt, über das bisher noch nie jemand ein Wort verloren hat.

Diese gewaltige Größe, dieses Spielen mit Worten, zeichnen mit Bildern, ausdrücken mit Wut, Emotionen und Gefühlen, diese Art und Weise, wie man hier an die Sache rangeht und den Zuschauer quasi zwangstherapiert – unfassbar!

Sollte man sich den Film anschauen? Yes!

Am besten gleich mehrfach. Denn irgendetwas tut der mit einem, ich weiß nicht was, ich weiß nicht wie, ich weiß nur, dass es genial ist und dass so etwas kaum jemand probiert, geschweige denn geschafft hätte. Adina Pintilie schon. Und das auf eine Weise, über die ich immer noch staune. Und die Vorführung ist bereits Monate her …

 

.kinoticket-Empfehlung: Wer etwas außergewöhnliches sucht, über das man hinterher sagen kann “Wow, selten so etwas erlebt” – hier ist es.

Sucht euch ein ruhiges Plätzchen, versinkt im Kinosessel und lasst auf euch wirken, was da vorne gezeigt wird: Es ist unglaublich, welche Wirkung ein Film nach sich ziehen kann, ohne dass man hinterher Worte dafür findet.

Hier geht’s quasi nicht um Entertainment, sondern um das Durchputzen psychischer Konstellationen: Der Mensch an sich wird in seiner Seele und Psyche gereinigt, geheilt und von vielen unerschütterlichen Ängsten, Sorgen und Problemen befreit. Während dem Zuschauen erlebt man selbst eine “Therapie”, die großartiger nicht sein könnte – schaut euch das Teil unbedingt an!

 

Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 1. November 2018

Original Title: Touch Me Not
Length: 125 Min.
Rate: FSK 16