Insel

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Leute: Zeit für Titeldiskussionen!
Was lest und seht ihr beim Plakat? Ich bin unzählige Male in der Untergrundstation an dem riesigen Teil vorbeigelaufen und dachte mir: Mäh, noch so ein Weiberfilm, Mann, Frau, Deine Juliet, wunderbar für’n Mädchenabend … da musst du dann wohl irgendwann durch und dir den Mist anschauen, ihn bewerten und darfst ihn dann endlich wieder vergessen. Gottseidank.
Ich verrate euch, wie das Original dazu heißt:
The Guernsey Literary And Potato Peel Pie Society
oder übersetzt:
Die Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf
Merkt ihr was?
Irgendwo tief im Hirn klopft Der Club der toten Dichter ans Hirninnere und erinnert an einen verdammt guten Film. Solche “schwierigen” Titel haben doch schon einmal funktioniert, wieso belässt man es dann nicht einfach beim englischen Original?
Weil das Buch in Deutsch bereits auch so doof heißt.
Wer hat damals diese katastrophale Fehlentscheidung überhaupt getroffen? Nun, Titel werden wohl immer schon früh genug ausgewählt und dann wird erstmal gemacht … und dabei handelt der Film tatsächlich vielmehr von der “Society” als dem “Deine Juliet”-Anteil, der zwar vorhanden, aber eher unwichtig ist.
Und er nimmt jedwedes Frauen-Vorurteil und spricht eine in meinen Augen viel breitere Masse an, was den Film viel interessanter macht und enorm aufwertet. Warum also verzichtet ihr auf diesen geilen Titel? Zumal der im Film sogar oft genug genannt wird, um titelgebend Bezug darauf nehmen zu können?
Egal.
Was viel wichtiger ist: Dieses Werk, in dem gefühlt der komplette Downton Abbey-Cast mitspielt (eben die Elite der britischen Schauspieler), baut zwar auf Klischee und Tränendrüsen-Mentalität und greift somit scharf die kritischen Züge von Genialität und Einfallsreichtum an, aber: Er funktioniert. Und das sowas von. Man möchte es nicht anders.
Er ist großartig! Beeindruckend. Nachhallend. Diese Geschichte lebt und man entdeckt ein völlig neues Niveau in diesem Genre, das kein anderer Liebesfilm bisher auch nur annähernd auf diesem Level erreicht hätte. Und genau das ist der Grund, weshalb der nicht nur in der Ladies-Night, sondern überall laufen und von allen Gesellschaftsschichten und -sorten besucht werden sollte: Diese geniale Auseinandersetzung mit den Themen, mit denen Deine Juliet aufwartet, gehört mit ausreichend Besucherzahlen belohnt. Man fühlt sich auf intellektuell absolut hohem Niveau bestens unterhalten und stört sich kein kleines bisschen an möglichen Klischees oder emotionalen Tragweiten.
Dieses enorm hohe Level an Kunstfertigkeit, mit denen Mike Newell hier auftrumpft, hat auch mich stark beeindruckt. Und ja, ich werde erneut reingehen und ihn tatsächlich in der Ladies-Night sichten, um die Reaktionen des Publikums abzugreifen und mich davon zu überzeugen, dass die Erst-Sichter dann auch genügend Werbung für diesen Film machen, denn so etwas gehört auf die Leinwand. Den Weg in die Herzen der Menschen erobert der Film im Sturm.
Was noch beeindruckend ist: Arthaus hat ja mittlerweile einen zu abgespacten Beigeschmack, so dass sich viele in dem Wissen eher wieder davon abwenden, weil die Filme zu seltsam, zu anspruchsvoll oder zu abgehoben sind. Das hier ist Arthaus und keiner merkt’s. Damit hat man eine Brücke geschlagen und bietet dem ganz gewöhnlichen Zuschauer, der keinen allzu großen Anspruch möchte, hochwertiges Kino mit einer lebendigen und spannenden Story, die für einen Kinoabend allem anderen vorzuziehen ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Das Original heißt: The Guernsey Literary And Potato Peel Pie Society.
Und jetzt packt eure Klamotten ein, bringt ein paar Taschentücher mit und lasst euch von diesem anspruchsvollen und absolut wertigen Film beeindrucken, der mit dem deutschen Titel das Understatement des Jahrhunderts gesetzt hat: Dahinter verbirgt sich so viel mehr, als man anfangs erwartet. Und genau deshalb sollten insbesondere auch Männer diesen Film zwingend besuchen.

 
Nachspann
❌ braucht man nicht abzuwarten, rausgehen erlaubt!
Kinostart: 09. August 2018

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Italiens Star-Regisseur Gabriele Muccino kümmert sich um die Familie und erschafft mit seinem neuen Film Zuhause ist es am schönsten ein bildgewaltiges Werk, dass die wunderbaren und gleichzeitig landestypischen Merkmale der Familie offenbart und im Rahmen von idyllischer Kulisse alle möglichen Facetten der Menschen zum Vorschein bringt.
Was man hier definitiv braucht, sind starke Verbaldrahtseil-Nerven, denn die Latenzzeit zwischen den einzelnen Worten ist quasi kaum vorhanden. So zeitgeballte Ausdruckskraft und italienisches Temperament kennt man zwar aus zahlreichen Vorurteilen über dieses Land, dass dies jedoch gleich so “schlimm” ist, hätte selbst ich nicht gedacht.
Was mich an dem Streifen fasziniert hat, war das Zusammenspiel der optischen Reize, denen man als Zuschauer ausgesetzt wird, dem “Abgeschiedensein” in wundervollem Ambiente sommerlicher Gefühle und dort drin dann die düstersten Machenschaften menschlicher Existenz zum Vorschein zu bringen und all das quasi fast schon als “Sozialexperiment” auf der Leinwand zu durchleiden. Dieses illustre Gegenspiel guter und negativer Emotionen und die subtile Ironie, die man hier mit viel Detailgetreue in die einzelnen Partien dieses Emotionsballetts gelegt hat, sind ohne Frage faszinierend.
Und damit trifft Muccino den Kern der Sache und nennt die Dinge quasi beim Namen: Denn genau das ist Familie. Weg mit der trügerischen Falschheit der Schönheit und absoluten Liebe und Ruhe, die uns die Werbung immer vorgaukelt, hier werden die Dinge beim Namen genannt und es artet aus, was immer ausarten kann und damit erschafft man ein realistisches Abbild, dass eben nicht still und leise die ungemütlichen Parts verschweigt und facebookgleich nur die tollen Momente des Lebens widerspiegelt und damit eine verzerrte Wahrheit zur Tugend erklärt.
Wer jetzt meint, er müsse diesen Film nicht besuchen, weil seine Familienfeiern schon schlimm genug sind, der irrt: Das ist keine Streit-Parade, in der jeder jeden nur angiftet, sondern tatsächlich ein Film, der sich dennoch innerhalb der Unterhaltungsnormen bewegt und zu einem diskutierfreudigen Abend als Anregung gelten kann.
 

.kinoticket-Empfehlung: Man sollte sich vielleicht ein klein wenig tonfrei und definitiv gestückelt beim .trailer bedienen, um eine endgültige Entscheidung für diesen Titel treffen zu können, jedoch nicht den vollen .trailer schauen, da hier dann schon zu viele Twists verraten werden würden.
Ölt vorher eure Ohren und macht euch auf ein Verbalgewitter gefasst, dass sowohl zum Lachen als auch zum Facepalmen anregt: Dieser Film weckt Emotionen und wirbelt sie wunderbar umher, so dass man hinterher geistig erfrischt und mit neuen Impressionen gesegnet wieder ins Leben entlassen wird.
Achja: Die Kulisse ist den Film auf jeden Fall wert.

 
Nachspann
❌ aufstehen, rausgehen, das Leben genießen und die Familie dabei nicht vergessen 😉
Kinostart: 02. August 2018

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Unten gibt es Freikarten für eine Vorstellung eurer Wahl zu gewinnen – wer gleich zum Gewinnspiel möchte, einfach unter die Kritik scrollen 😉
 
Deutschland und Arthaus – eine verfluchte Verbindung? Deutsche Filmemacher sind nicht gerade dafür bekannt, aus dem Vollen zu schöpfen und Dinge abzuliefern, die dich von der Leinwand herab wirklich packen, sondern graduieren meist gerade so im Grenzbereich vom Fremdschämen bzw. tun sich mit kriegerischer Tausendfachdurchkauerei von Nazi-Themen international hervor. Und haben damit dann Erfolg.
Wer hat eigentlich die Liebe erfunden? beschäftigt sich mit etwas ganz anderem – und betritt damit fast Neuland, zumindest, was die Auswahl des sich damit auseinanderzusetzenden Themenbereichs deutscher Kinolandschaft ausmacht.
Mich hat der Film beeindruckt. Von der Idee und der Gesamtumsetzung, der Andersartigkeit, vom frischen Wind, den das Drehbuch bereit hält und den die Schauspieler in ihrer Eleganz auf die Leinwand projizieren. Es ist halt mal etwas völlig anderes. Man berührt dabei fast schon die erbauliche Ästhetik des Nachbarlandes und grenzt an dessen Genialität, auch wenn zum internationalen Durchbruch hier noch ein paar Brocken künstlerisches Hervortun hergebracht werden könnten.
Um die volle Bandbreite nationalen Schaffens auskosten zu können, sollte man nicht über diesen Film stolpern und ihn ignorieren, sondern darf sich ruhig die Zeit nehmen und die 90 Minuten unabgelenkt vor der Leinwand verbringen.
Einige sehenswerte Momente sammelt man dabei auf jeden Fall, die auch später noch im Gedächtnis bleiben und einen unvergesslichen Kinoabend bescheren.
 

.kinoticket-Empfehlung: Für deutsches Kino ein herausragendes Stück Film, dass sich mit einer bekannten Thematik auseinandersetzt, diese aber neu inszeniert und mit diversen Humorspitzen bestückt.
Der internationale Durchbruch künstlerischer Genialität ist dies zwar nicht, allerdings ist der Film zu gut, um ihn einfach zu ignorieren. Nehmt ein paar Freunde mit ins Kino und macht es euch im Sessel mit Popcorn und guter Laune gemütlich.

 
Nachspann
Abwarten – hier kommt noch etwas.
Kinostart: 03. Mai 2018
 
* * * GEWINNSPIEL * * *
Alamodefilm verlost zum Kinostart an euch 1x 2 Freikarten für eine Vorstellung des Films in einem Kino eurer Wahl. Voraussetzung ist, dass dieses Kino Wer hat eigentlich die Liebe erfunden? im Programm hat und in der gewählten Vorstellung noch freie Plätze verfügbar sind.
Was ihr dafür tun müsst?
Kommentiert unter diesem Beitrag hier im Blog bis einschließlich Mittwoch, 2. Mai 2018 24:00 Uhr und hinterlasst dabei eine E-Mail-Adresse, unter der ich euch erreichen kann.
Die Gewinner werden anschließend via random.org ermittelt und von mir benachrichtigt. Nach Bekanntgabe eurer Anschrift werde ich euch die Freikarten zuschicken, mit denen ihr dann nur noch an den Ticketschalter spazieren und sie gegen eine gültige Eintrittskarte eintauschen müsst.
Facebook, Twitter und sonstige soziale Netzwerke oder externe Seiten haben mit diesem Gewinnspiel nichts zu schaffen, dies wird ausschließlich von www.kinoticket-blog.de veranstaltet, der Gewinn wurde von Alamodefilm gestiftet. Eine Barauszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen. Es gelten die üblichen, vernunftbasierten Gewinnspielbedingungen.
Und nun wünsche ich jedem von euch viel Glück und natürlich hinterher viel Spaß und fantastische Unterhaltung im Kino!

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Ich habe mir ja eigentlich vorgenommen, hier im Blog nicht zu fluchen. Schon gar nicht an einem Sonntag. Aus dem Grund habt ihr auch nicht schon gestern meine ehrwürdige Meinung zu diesem Stück Sch… äh Kinderfilm gekriegt.
Ich meine, Til Schweiger stößt hierzulande immer mehr auf Ablehnung und fabriziert inzwischen auch nicht mehr wirklich das, was man von einem guten Schauspieler erwarten würde. Meine Meinung? Er hätte sich damals nach Knockin’ on Heavens Door einfach zur Ruhe setzen sollen und wäre uns allen als wunderbarer Schauspieler in Erinnerung geblieben. Aber was wünscht man sich nicht alles so den lieben langen Tag lang.
Nun ist ja nicht mehr nur er derjenige, der unsereiner mit schlechter Schauspielerei beeindruckt (siehe Tschiller: Off Duty), sondern sein Nachwuchs wird nun gefühlt mit Nachdruck ebenfalls in die schauspielerische Laufbahn gedrückt und das, obwohl mehr als offensichtlich ist, dass sie absolut talentfrei ist, was das angeht.
Nehmt es nicht persönlich … dieses Gewese hat mich im ersten Teil schon mega angekotzt und tut es im zweiten nicht minder: Die hochnäsige, abtrünnige Art der Sorte von Blag, die man gedanklich am liebsten den ganzen Tag treten will und bei denen niemand sauer ist, wenn sie von anderen gehänselt werden, weil sie es nicht besser verdient haben.
Und dabei spreche ich jetzt nicht von tatsächlichem Hass oder Mobbingvorschlägen, sondern einfach nur von den genervt rollenden Augen tausender Erwachsener, die an der Supermarktkasse stehen und sich einfach woanders hin wünschen, weil eines dieser hyperventilierenden Kids mal wieder seine Tobsuchtanfälle hat.
Genau diese Form von “Gemütlichkeit” erlebt man im ganzen Film. Und das hört bei den Kleinsten nicht auf, sondern zieht seine Bahnen bis hin in die Erwachsenenriege, die so dermaßen seltendämlich ist, dass es fast schon weh tut. Falsch – es tut weh, aber so sehr, dass man es nicht mehr als Schmerz auslegt, sondern seine Synapsen im Hirn aussteckt, damit keinerlei Gefühle mehr erzeugt werden.
Es gab mal einen Film, den man nur mit Schnaps ertragen hat (“Antanasiaaaaaaaaaaa“) und selbst das hilft in diesem Fall hier auch nicht mehr. So viel kann man nämlich gar nicht trinken, wie man kotzen möchte, wenn man diese von Logik durchzogenen Meisterleistungen zu Gesicht bekommt … * Ironie aus *
Soll ich spoilern? Oder euch den Spaß nicht verderben und ihr merkt selbst, dass hier keine Flüchtigkeitsfehler mehr passiert sind, sondern mit System versucht wird, den Zuschauer zu verarschen? Stichwort “Knochen”, “Größe”, “Wasser” … achtet mal drauf und schaut, ob euch was auffällt.  Um mal nur das offensichtlichste Beispiel zu nennen…
Bei aller Liebe, allem Verständnis, aller geheuchelter Freundlichkeit und sämtlichen kirchlich erkauften Verhaltensverzerrungen, die man dem Film entgegenbringen könnte: Er war und ist einfach nur dämlich, blöd, ohne irgendeinen Mehrwert, unterhaltungsfrei und leider erst Teil 2 einer ganzen Buchreihe, die Schweiger scheinbar nur verfilmt, um seiner Tochter eine Plattform zu bieten, auf der sie sich austoben kann, weil kein anderer Interesse daran hat, jemand wie sie auch nur ansatzweise zu beschäftigen.
Und das merkt man leider einfach so dermaßen, dass einem als Zuschauer nicht nur die Lust, sondern auch alles andere vergeht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Somit bleibt mir nichts weiter zu sagen, als dass ich den schlechtesten Film dieses ganzen Jahres bereits jetzt gefunden habe und keinem auch nur empfehlen könnte, da rein zu gehen, es sei denn, man ist absolut Hirn- und schmerzfrei und tut sich gerne so eine intellektuelle Vergewaltigung an.

 
Nachspann
Hier gibt’s nur eins zu sagen: RAUS! Und zwar so schnell als nur irgend möglich. Und bitte bitte bitte lasst diesen Teil einen absoluten Flop werden! Bitte!

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Die Geschichte rund um King Kong geistert ja nicht erst seit gestern durch die Kinos. Wie bereits erwähnt, füllen zur Zeit sehr viele Remakes die Leinwände und bezeugen, dass Hollywood derzeit mal wieder der Stoff zum Verfilmen ausgegangen ist, weshalb man auf altbewährte Konzepte zurückgreift und hier eben Geschichten neu erzählt, die es schon mal gegeben hat.
Im Zuge dessen braucht man als Interessierter an diesem Film auch keinerlei großartige Anforderungen an einen trickreichen und überraschenden Plot stellen, denn die Vergangenheit hat bereits bewiesen, dass die Ära von hervorragend erzählten Storys diesbezüglich längst vorbei ist.
Kong: Skull Island macht hier keine Ausnahme. Ehrlich gesagt bin ich mir zum ersten Mal wirklich unsicher, ob ich den Film in 3D oder 2D empfehlen soll. Gesehen habe ich mittlerweile beide Varianten und unschlüssig bin ich mir immer noch.
Tatsache ist, dass man hier unglaublich viel Geld und Rechenleistung in herausragende und absolut beeindruckende Special Effects investiert hat, die sich nicht nur sehen lassen können, sondern über alle Maßen überzeugen. Macht man die Ohren zu und schaut sich diesen Film als Stummfilm an, wird man mit einer Augenweide an grafischen Monumentalszenen belohnt, die in der Tat meisterhaft sind. Hierbei macht das 3D dann noch mal den richtigen Unterschied, da der Film so noch mal einiges an Größe dazu gewinnt und die gezeigten Szenen umso beeindruckender rüberkommen.
Warum empfehle ich dann nicht gleich die teurere, räumliche Variante?
Beim Sichten in 2D habe ich festgestellt, dass die Kluft zwischen computeranimierter Technik und dem vergleichsweise mauen Plot nicht ganz so groß ist und daher die Enttäuschung über die relativ miese Story nicht ganz so weh tut. Hier gibt es nämlich nicht nur viele Logiklücken, sondern die Erzählung verliert ein wenig ihren Charme, dadurch, dass man sich eben nicht mehr auf die in den Vorgängerfilmen gezeigten Elemente konzentriert, die eigentlich die Geschichte von King Kong ausmachen, sondern hier eben wieder mal relativ lieblos einige Szenen zusammenschustert, die dann rechtfertigen, dass man absolut gelungene CGI-Effects hat, die man innerhalb eines Filmes miteinander verbinden will.
Der Plot gewinnt dadurch nicht an eigener Harmonie und es entsteht am Ende auch keine rühmliche Moral, die hier in die Tiefe des Charakters vorstößt und gewisse Dinge aufzeigt, die in heutiger Zeit durchaus relevant wären. Stattdessen hat man einfach nur hammerhart geile Effekte, die es im Kino zu feiern gilt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer damit klar kommt, dass die Geschichte nicht mit inhaltlicher Brillanz auftrumpft, der sollte unverzüglich zur 3D Variante des Films greifen.
Alle anderen können sich auch mit der kleineren Variante zufrieden geben, die etwas mehr Harmonie mitbringt, da der Anspruch hier generell etwas niedriger ist.
Dieser Film wurde eigentlich nur deshalb gemacht, um den technischen Fortschritt unserer Zeit zu feiern, und weniger deshalb, um eine emotionale Geschichte zu erzählen.

 
Nachspann
Viel wichtiger ist es, die kurze Zeit während des Abspanns sitzen zu bleiben, denn danach kommt noch eine etwas längere Abhandlung, die das eigentliche Ende des Films darstellt und das Gefühl eines offenen Endes verschwinden lässt. Erst danach macht der Film in meinen Augen wieder etwas mehr Sinn.

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Disneeeeeyyyyyyyyyyyy awwwww …..
Nun rennen sie alle wieder an … loben ihn, feiern ihn, mei ist des toll, mei macht des Spaß, mei, ist das alles so süüüüüüüüß und erinnert uns so an unsere eigene Kindheit….. Awwwwwwwww…….
Moment mal: Hat sich schon mal jemand umgeschaut, was für trottelige Idioten wir da rangezüchtet haben, die jetzt das Allgemeinbild formen und uns tagtäglich Nachrichten bescheren, wie sie bei der Tagesschau über den Bildschirm flimmern?
Aber das zählt ja nicht, denn da ist ja das Hühnchen … Gott, ist das witzig!
Ganz ehrlich? Das kleine Biest war auch niedlich und bildet damit für mich das einzige, was an diesem Film tatsächlich niedlich war. Ich fand die technische Darstellung zwar top gemeistert, das 3D klasse, die Animationen (wie eigentlich bei allen Animationsfilmen mittlerweilen) ungeschlagen, jedoch konnte mich dieser süß-verzierte Charme der Putzigkeit selbst nicht in Honig einhüllen, sondern hat mir eher missfallen.
Ja, ich bin kein bekennender Disney-Freund und das hat nicht nur etwas mit den wirtschaftlichen Machenschaften dieses Konzerns zu tun. Jedoch gab es hier und da auch Filme, die mich dann doch angesprochen und nicht so dermaßen versagt haben, wie Vaiana.
Hier ist irgendwie alles schief gelaufen, was schief laufen konnte. Die Inhalte gleichen denen jeder anderen Disney-Story, die so plattitüd-langweilig daherplätschert und ganz sicher absolut keine Rückschlüsse auf die weiteren Entwicklungen zulässt (Ironie off) und auch der Impressionswahnsinn hält sich an dieser Stelle in Grenzen.
Kitschige Bilder kitschiger Gegenden kitschiger Animationen mit kitschiger Moral… und das Hühnchen.
Letzteres ist tatsächlich besser als in der Werbung angekündigt (obwohl du beim 76sten Mal Trailer anschauen die immergleichen Wiederholungen auch nicht mehr witzig findest und dich fragst, ob das im Film dann genauso abgefuckt wird), was gottseidank ja nicht der Fall war – zumindest nicht bei dem Hühnchen.
Bei allem anderen schon.
Ich will nicht spoilern, aber es gibt da so einen Satz, den ihr nach diesem Film garantiert alle auswendig zitieren könnt. Nicht, weil die Spule hängt oder der Cutter scheiße gebaut hat, sondern weil der wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder wiederholt wird, bis er schließlich wieder und wieder und wieder und wieder wiederholt wird, weil man vergessen haben könnte, wie er lautet. Also wiederholt man ihn am besten nochmal. Und nochmal. Und nochmal. Und nochmal. Und dann schon wieder. Sind wir schon bei der Moral angekommen? Wie lautet die denn? Warte, kurz noch 3x diesen Satz und dann kommen wir zur Moraaaahaaaaaalllllll …. die diesen Satz darstellt. Mega!
Was. Ein. Brüller.
Ganz ehrlich – DAS wird von der Presse und allen Kritikern gefeiert? Wo kann man diese Welt möglichst leise verlassen? Ich will nicht zu euch gehören, denn (laut Wikipedia) 95% überzeugte Befürworter dieses Schmarrens können doch nicht ein repräsentatives Gesamtbild unserer Bevölkerung abgeben, die tatsächlich schon so abgestumpft sein soll, dass keinem von ihnen auffällt, dass das hier ganz und gar nicht großartig ist?
Schneidet einen Clip mit allen Huhn-Szenen für YouTube zusammen und setzt den Rest in die Tonne. Der biedere Scheiß wurde schon hunderttausendmal anderweitig erzählt und stellt hier auch keine großartige Neuerung geschichtlicher Weiterentwicklung oder bahnbrechender Elemente dar, sondern erhebt einfach nur wieder einen Geist dazu, über sich selbst hinauszuwachsen und die Dinge zu tun, die Papa eigentlich verboten hat und die sich schlussendlich dann wohl doch als richtig erweisen. GAAAAAB ES SCHON MAL!!!!
Ehrlich.
Bleibt der Soundtrack.
Helene Fischer.
Ich muss kotzen gehen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Also geht rein. Oder lasst es.
Müsst ihr für euch entscheiden. Gelacht haben meine Probanden im Kino auch immer nur, wenn das Hühnchen zugegen war, an anderer Stelle war es bedrückend still und irgendwo auch … langweilig.
Wer viel Geld will, muss dafür auch vieles bieten. Und bei diesem Film hat man in diesem Fall schlichtweg einfach versagt.
Sorry, Disney.

 
Nachspann
bleibt animiert und liefert ganz zum Schluss sogar noch eine After-Credits-Scene. Also dranbleiben.

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Was soll jemand wie ich über einen Film wie diesen sagen?
Tim Burton.
Reicht das?
Im Trailer wird dazu eingeladen, in magische Fantasiewelten einzutauchen und die Realität hinter sich zu lassen. Es funktioniert.
Nicht nur, dass Burton wieder einmal einen Geniestreich abliefert, sondern die Eindrücke – ob nun audiovisueller oder tatsächlich bildhafter Art – setzen sich im Gehirn nieder und beginnen zu brüten. Der Trip, auf den man hier geschickt wird, ist nicht nur unbehaftet von anderen Inspirationen, sondern birgt wieder extremes Unterhaltungspotenzial, das nicht verschenkt, sondern genüsslich Stück für Stück ausgekostet und an den Zuschauer verteilt wird.
Dass Burton auch oft Kinder dazu einlädt, an seinen erzählerischen Machenschaften teilzuhaben, darf man bei Die Insel der besonderen Kinder gerne mal außer Acht lassen, denn der Stoff ist für die Jüngsten fast schon zu starker Tobak, dafür aber für das erwachsenere Klientel mega gut geeignet, um sich für eine Weile aus dem Alltag entführen und in eine gänzlich andere Welt schicken zu lassen.
Und ja, diese Reise funktioniert wirklich. Schon bald beginnt man, mit den Unnatürlichkeiten der Story zu harmonieren und erlebt sich selbst, wie man in einem Boot der Gefühle auf einer See umhergeschaukelt wird, die man vorher weder kannte, noch beherrschte. Und nicht nur der visuelle Anspruch sucht hier Menschen, deren Kopf noch funktioniert, sondern auch die inhaltlichen Pointen erfordern Denkenskraft, um die richtigen Parallelen zu unserer Welt zu ziehen und die richtige Moral davon mit in den Alltag zu kopieren.
Für mich persönlich war jedoch die visuelle Bildgewalt der ausschlaggebendste Punkt, weshalb man sich diesen Film im Kino anschauen sollte: Die Eindrücke beflügeln und lassen selbst Werke wie Big Friendly Giant (3D) ungeschlagen hinter sich – und das soll was heißen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hier darf jeder unüberlegt reinspazieren, der Märchen, fantastischen Erzählungen und der Magie des Lebens etwas abgewinnen kann.
Dass hier ein Profi am Werk sitzt, braucht nicht weiter erwähnt werden, dass der sich jedoch wieder einmal selbst übertroffen hat, wäre Grund genug, andere Vorstellungen sausen zu lassen, um Die Insel der besonderen Kinder zu durchleben und nicht nur am grandiosen 3D seinen Spaß zu haben.

 
Nachspann
nur Namen und Berufsbezeichnungen und nichts magisches – auch hinterher nicht.

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Jason Statham ist nicht austauschbar. Nicht so, wie die ganzen Milchbubis, denen man große Rollen in noch größeren CGI-Machwerken anbietet, die aber selbst keine großartige Persönlichkeit mitbringen und den Film damit führen, sondern eher dafür sorgen müssen, dass sie in der Wucht der Animation und Computerlügen als Mensch und Schauspieler nicht untergehen und quasi mehr oder weniger krampfhaft darum kämpfen, den Anschluss nicht zu verlieren.
Bei Statham ist das genau das Gegenteil. Steht er auf dem Plan, weiß jeder, dass nach seinen Spielregeln gespielt wird. Er bringt ein Image mit, der einen Film tragen kann – und das ist eine seiner größten Stärken, die auch in Mechanic: Resurrection mehr als zum Zuge kommen.
Schon gleich in den ersten 30 Sekunden ist die Stimmung gleich mal auf Vollpower und man ist mitgerissen und sofort im Spiel. Keine langwierigen Aufbauprozesse, keine Einführungen oder sonstiger Schnickschnack – sondern Schalter umlegen und los geht’s.
Und diese 90er-Jahre-Manier macht im zweiten Teil dieser Filmreihe gleich mal wieder tierisch Spaß. Solides Actionkino, bei dem jeder weiß, wie es zu enden hat, der Weg dorthin macht allerdings tierisch Bock und die Mucke und der ganze Aufbau drumrum ist höchst professionell und modern.
Und genau das macht diesen Film für mich zur perfektion Beigabe zum Popcorn und lässt das alte Actionkino der 90er Jahre wieder aufleben. Top!
 

.kinoticket-Empfehlung: Auf jeden Fall reingehen!
Der knallt nicht nur wieder in 90er Jahre Manier, sondern unterhält in bester Weise und sorgt für unbesorgte Stimmung im Kino – dabei hat garantiert jeder seinen Spaß, der mit Statham auch nur im geringsten etwas anfangen kann.

 
Nachspann
gibt’s keinen, man darf sich also gemütlich wieder verzupfen, wenn die Show vorrüber ist.

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Wir alle erinnern uns an den rühmlichen Kein Ort ohne dich, Buchverfilmungsstoff von Nicholas Sparks, der damit zumindest bei mir ganz groß punkten konnte.
Endlich ein Film, der nicht in den schmierigen Klischeespalten weiblicher Romanleserstereotypen versinkt, sondern Geschichtsstoff, der modern, frisch und vor allem kinotauglich von der Leinwand hämmerte und die – für mich – Liebesgeschichte dieses Jahrzehnts erzählte.
Der Name des Autors steht diesesmal auch wieder auf dem Kinoplakat und wird im Trailer erwähnt. Das Genre des Films ist haargenau gleich, es gibt wieder Mann und Frau und ein paar Randfiguren dazu, aber die Flamme der Begeisterung erlischt bereits nach wenigen Sekunden.
Dabei hatte ich mir gerade diesen Film als Mittelteil meines Kinomontags ausgesucht und dafür auf den erwartbar-stereotypischen London has fallen und die im Nachhinein vielleicht bessere Alternative Der Spion und sein Bruder verzichtet. Eine andere, niveaumäßig gleichauf mit Kein Ort ohne dich liegende Story mit Tiefe wäre das, was ich mir im Gegenzug dazu erhofft hatte.
Tja, Pustekuchen. Die Figuren werden hier zwar wunderbar introduced, sogar die im Abseits befindlichen Charakterzüge von ihm ließen auf etwas mehr hoffen, jedoch driftet das Ding nach gefühlten Minuten bereits in Klischees ab, die einfach nicht mehr feierlich sind.
Irgendwie lieblos, uninspiriert, langweilig, völlig ohne Erzählbögen oder spannende Wendungen schleppt sich die Story von einer Minute zur nächsten. Selbst die romantypischen Sonnenuntergangs-Symbolbilder wurden hier eher B-Movie-mäßig reproduziert und lassen nicht im Geringsten erahnen, dass es den Machern wichtig war, visuellen Tiefgang zu erschaffen und die Menschen wieder so richtig in den Kinosessel zu drücken.
Ist die Zeit wirklich schon reif, um zu sagen, dass Sparks sein großes Ding bereits hinter sich hat und alles andere jetzt nur noch in seinem eigenen Schatten steht?
Ich hoffe nicht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Der Film war gelinde gesagt eine riesige Enttäuschung.
Unspannende Wendungen, vorhersehbare Stereotype, mehr Rumgeheule und -gejammer als inspirierendes Anpacken oder vorbildhaftes Verhalten.
Die Gefühls-Autobahn liegt hier so brach, wie der Highway nach Atlanta auf dem Cover von The Walking Dead. Will man auch in Zukunft mit Romanen dieser Art auf der Leinwand begeistern, muss man so ziemlich alles anders machen, als hier.
Daumen .. runter.

 
Nachspann
enthält kein weiteres Material oder irgendeinen Nachschlag.

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Willkommen bei den Archiv-Tagen. Ich habe mich damals mit so vielen Leuten über diesen Film unterhalten und dabei scheinbar nicht realisiert, wie sich der Alzheimer in meinem Schädel einnistete, denn als ich kürzlich auf diese Rezension verlinken wollte, stellte ich erstaunt fest, dass diese noch gar nicht online ist.
Dabei gehörte dieser Streifen durchaus zu den Titeln, die man sich im großen Kinosaal hätte anschauen können, denn das 3D und die Wucht der Naturgewalten kamen hier echt gut zur Geltung. Über die Story braucht man wohl weniger sagen, denn jeder sollte in seinem Leben mindestens einmal mit Moby Dick in Berührung gekommen sein.
Was mich ein kleines bisschen gestört hat, war der Look des Films. Die Menschen waren zu sauber, zu gepflegt, zu zivilisiert, als dass man ihrer Darstellung abkaufen würde, dass sie schon wochenlang auf dem Meer treiben. Getreu dem Motto “Die Frisur hält” hielten die Hauptdarsteller ihre Visagen immer wieder top frisiert in die Kamera und proklamierten hierbei eher gutes Aussehen als eine schicksalgebeutelte Vergangenheit.
Generell wirkte der Look eher steril, zu gebürstet und gekonnt auf dreckig gemacht, wobei der Dreck hier eben völlig fehlte. Keine Risse in der Haut, kein Schlamm, kein Aufgebrauchtsein, kein Used-Look. Noch nicht mal ansatzweises Bartwachstum, was die Zeitangaben im Film mega unrealistisch erscheinen lässt.
Dadurch mangelt es beim Zuschauen dann auch etwas an Mitleid und -empfinden, weil man den Darstellern ihr Leid einfach nicht ansieht, sondern eher glaubt, dass sie sich diese Dinge krampfhaft von der Rippe spielen und nicht wirklich in ihrer Rolle aufgehen.
Das zerstört ein wenig den Flair der Geschichte und lässt den Marianengraben an psychologischem Terror, den man hier ganz sicher ins Publikum werfen wollte, eher zu einem Dorfbächlein verkommen. Ein kleines bisschen Mitschuld trägt auch die Zurückhaltung in Sachen Wal, der hier eben nicht als schreckenerregendes Monster metaphysischer Größe präsentiert wird, sondern eher nur ein nerviger Geselle in der Vielfalt der Meere ist, der es auf seine ihn provozierenden Feinde abgesehen hat. Schade eigentlich, denn technisch gesehen hat dieser Film echt was auf dem Kasten und hätte in Verbindung mit den anderen Faktoren zu einem richtig guten Werk aufsteigen können.
So bleibt eine weitere Erzählweise einer Geschichte, die sicher auch noch in 100 Jahren erzählt werden wird, die für sich selbst aber keinerlei gesonderte Beachtung bedarf, sondern durchaus als Reboot neu in die Kinos kommen darf – nur diesmal dann eben bitte in glaubwürdig.
 

.kinoticket-Empfehlung: Chris Hemsworth macht hier eine zu gute Figur.
Sein Look ist derart überstyled, dass man ihm das tragische Leiden der in Seenot geratenen Schiffsleute nicht mehr abkauft, da die Frisur einfach zu gut sitzt.
Generell wirkt der Look des Films zu steril, der Dreck fehlt einfach völlig, um den Horror zu untermalen, dem sich die Darsteller in dieser Geschichte stellen mussten.
3D und Technik überzeugen dennoch und hinterlassen einen Film, den es sich ausschließlich deshalb trotzdem anzuschauen lohnt, denn beim Sound und den Effekten hat man auch hier nicht gespart.

 
Nachspann
folgt keiner mehr, man darf den Saal (oder in diesem Fall das Wohnzimmer) also wieder räumen.

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