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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Ike Barinholtz

The LEGO® Movie 2

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© 2019 Warner Bros. Ent.

Die Idee ist eigentlich grandios: Im Zuge des Erfolgs von Minecraft und der Pixel-Verblödung im Zeitalter von UHD und Co. einfach beides miteinander zu verbinden und “Pixel-Typen” in UHD auf die Leinwand zu werfen und damit gleichermaßen beide Fraktionen zu befriedigen.

Und was keiner merkt: Das Teil müsste mehr oder weniger als “Dauerwerbesendung” markiert werden und ist somit noch ein geniales Product-Placement, das offensichtlicher nicht sein könnte, aber rein gar keinen Wert darauf legt und sich somit so unterschwellig wie nur irgend möglich verhält… sensationell. Mit Augenmerk auf die hollywoodösen Anspielungen, die mehr nicht mehr sein könnten, zollt man als Unternehmen der Kinogemeinde Respekt und würdigt sie in ihrem eigenen Terrain. Großartig!

Das beweist nicht nur die bislang existente TV-Serie, sondern auch die vergangenen Kinofilme The LEGO® Movie, The LEGO® Batman® Movie sowie The LEGO® Ninjago® Movie. Jetzt führt man das Original eben in die Fortsetzung und ertüchtigt sich dabei an der Hürde des berühmten “zweiten Teils”.

Und ein Kinderfilm ist das schon lange nicht mehr. Ja, die Kids mögen vielleicht da rein rennen und sich ob der Situationskomik unterhalten fühlen, die Anspielungen gehören mittlerweile aber definitiv in die FSK-18-Riege, denn Kinder und Jugendliche können die Film-Sidekicks überhaupt nicht verstehen, sofern man sich im Jugendschutzgesetz-Rahmen bewegt. Das Ding gehört nicht nur in die 14:00 Uhr-Schienen, sondern darf gerne auch in den Nachtvorstellungen laufen, denn zum ersten Mal haben Erwachsene in einem als Kinderfilm vermarktetem Etwas mal wieder immens viel Gaudi!

Apropos “Zweiter Teil-Hürde” => Mit Bravour gemeistert und meiner Meinung nach einer der besten LEGO®-Movies aller Zeiten! Die Gags sind mit den Zuschauern erwachsen geworden, die Story ist nicht mehr dämlich, sondern fast schon tiefgründig, es gibt eine Pointe und man fühlt sich über alle Maßen unterhalten und bespaßt.

Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass ihr diesem Film den gewünschten Erfolg bringt und den Lieferanten die Besucherzahlen schenkt, die sie sich erhoffen, damit diese genügend Anreize haben, damit weiterzumachen und uns auch in Zukunft mit derlei geilem Entertainment beglücken!

.kinoticket-Empfehlung: Best LEGO® Movie eva!

Mit mehrfach-eindeutigen FSK-18-Anspielungen längst nicht mehr die Kids als Focuspoint, sondern auf ein erwachseneres Publikum ausgerichtet. Man liefert wahnsinnig kurzweilige Unterhaltung, Mörder-Gags und eine Story, die fast schon das Attribut “tiefgründig” verdient.

Mega Leistung, gerne mehr davon. Die Entwicklung ist definitiv die richtige!

Nachspann
✅ Anfangs darf man getrost sitzen bleiben, beim “Roll Over” darf dann raus spaziert werden – das ist ewig lang und hält keine weiteren Szenen mehr parat.

Kinostart: 7. Februar 2019

Original Title: The LEGO® Movie 2: The Second Part
Length: 107 Min.
Rated: FSK (tba)

Der Sex Pakt

Auch wenn wir es hier seit langer Zeit mal wieder mit einem durch und durch deutschen Titel zu tun haben: Der Film kommt aus Amerika und er ist für Amerika geschaffen.
Allein des Titels wegen werden die ahnungslosen Kinogänger die Säle stürmen und sich einfach darauf einlassen, was da kommen möge. Dabei ist der Film weitaus weniger witzig, als uns das .trailer oder Vorahnungen glauben lassen möchten.
Nun hatte ich gleich das “Vergnügen”, diesen Film 2x hintereinander mit einem völlig unterschiedlichen Publikum zu sehen: Einmal mit der “Elite der Presse”, denjenigen, deren Schreibarbeit maßgeblich das Denkbild unserer Nation prägt und die mit ihren Eingebungen ganze Menschenhorden versorgen, um hier Meinungsbildung zu betreiben und unter Achtung aller verstrickten Verlagsauflagen einen Artikel zu schreiben, der “morgen” dann in aller Munde diskutiert wird – und das Ergebnis hierbei war schlichtweg negativ.
Im Anschluss daran dann mit dem “gemeinen Volk”, dass sich zahlungswillig in die Kinosäle hockte und den Film beschaute. Auch hier habe ich mir die Mühe gemacht und bin wieder wahllos auf Zuschauer zugegangen und habe sie nach ihrer Einschätzung gefragt – und überraschenderweise zeigte sich (auch bei der Auszählung der Stimmzettel, die nach dem Film eingeworfen werden durften) ein ganz anderes Bild: Die Menschen mochten es zum Großteil bzw. waren hin und hergerissen.
Ich glaube, um mit Der Sex Pakt wirklich warm zu werden, braucht man ganz viel kulturelles Verständnis für das womöglich klischeehafte Verhalten einiger ländlicher Amerikaner. Das Problem ist nämlich: So viele Dinge sind hier so maßlos überzogen und unwirklich, dass sich dieser Film unfreiwillig eigenständig persifliert – dies aber so schlecht umsetzt, dass man hin und wieder daran zweifelt, ob er wirklich eine Parodie sein möchte, oder tatsächlich einfach nur ein schlecht gemachtes Werk ist, dass uns da vor die Füße geknallt wird.
Um jetzt aber vollends darauf rumzuhacken, enthält er zu viele – mit dem richtigen Publikum im Saal – funktionierende Witze, die teils schon so dämlich sind, dass man wieder darüber lachen kann.
Auch die Mädels, die ich gefragt habe, meinten, dass der Film relativ ausgewogen zwischen peinlich und gut dahin schippert, einige fanden ihn toll, ungefähr gleich viele haben nur mit den Augen gerollt.
Meiner Meinung nach fehlt hier einfach das gewisse Etwas, dass ihn aus diesem schon millionenfach erzählten Plot rausreißt und zu etwas besonderem macht. Die Story – schön und gut. Das peinliche Gehabe, wenn Erwachsene versuchen, auf Jugendlich-Cool zu machen, kennen wir schon aus anderen Rohrkrepierern zur Genüge. Was fehlt, ist das erfrischend andere Etwas.
Da zeigen sich zwar Ansätze, die fingerdeutend auf die scheinbare “American Stupidity” zeigen, die Frage ist aber, ob “die da drüben” wirklich so sind, wie dieser Film vermuten lässt. WENN (großes Fragezeichen) das tatsächlich die Message sein sollte, wäre dies ein höchst lobenswerter Ansatz, der uns alle von dem unmöglichen Gebaren werdender Eltern erlöst und nun endlich “von oben herab” die Leviten liest, auf dass sich vielerorts vieles in den Familien wieder normalisieren möge – das würde ich durchaus begrüßen.
Allerdings denke ich kaum, dass das – im besten Falle angetrunkene – Publikum derart viel Denkvermögen in petto mit in den Saal schleppt, um derlei Überlegungen anzustellen, wenn es sich einfach nur unterhalten lassen möchte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn selbst die Damen nach der Vorstellung schon allesamt bejahen, dass man bestenfalls MIT Sekt den Saal betritt, dann sagt das eigentlich schon alles über den Film aus.
Es kann gut werden, Voraussetzung dafür ist meiner Meinung nach aber viel Publikum im Saal, dass definitiv gut drauf ist und Lust auf so etwas hat. Mit ein paar deprimierten Nasen im Raum macht es dann überhaupt keinen Spaß mehr und wer Ernsthaftigkeit oder Logik hier drin sucht, geht elendig zugrunde.
Mein Lob gilt denen, wo man es am wenigsten erwartet – dieser Moment war für mich einer der Besten des Films.

 
Nachspann
Nicht gleich aufspringen, nach dem Nachsatz kommt dann nichts mehr.
Kinostart: 12. April 2018

Mädelstrip

Laut Titel bin ich schon mal per Definition das falsche Publikum. Dazu kommt, dass ich mich alkoholfrei durchs Leben bewege und damit den Sinn für Humor an manchen Stellen wohl nicht so sehr aufbringen kann, wie manch einer das gerne öfters mal hätte.
Böse Zungen könnten behaupten, dass Mädelstrip nur auf Stoff zu ertragen ist, ich denke jedoch, dass ich wirklich eher das ungeeignete Zielpublikum darstelle, weil’s nicht nur da hakt, sondern ich auch meine lieben Schwierigkeiten mit Amy Schumer habe. Keine Ahnung, ich werde nicht warm mit ihr, der Humor ist mir zu platt, ihre Art finde ich absolut unsympathisch.
Dann eine neutrale Kritik über einen Film zu schreiben… unmöglich. Aber Gottseidank ist .kinoticket-blog.de ja keineswegs neutral, sondern absolut parteiergreifend subjektiv, was mir die Chance eröffnet, hier ehrliche Worte zu sprechen – was meine Person angeht.
Ich hätte den Film gerne in einer Ladies Night gesehen, wenn der Saal mit unzähligen Damen voll ist, und dabei die Reaktionen und Feedbacks der Damen konsumiert. Und das dann gerne in die Bewertung mit aufgenommen. Aber da die erst am Mittwoch starten und ich an dem Tag anderweitig beschäftigt bin (seid gespannt!), verzichten wir eben darauf und begnügen uns mit der Meinung, die mir nach der Pressevorführung geblieben ist.
Ich war im höchsten Maße verwirrt. Der Film startet genretypisch in Erfüllung der Erwartungen, die man an eben einen solchen Streifen setzt und erhält dann im Laufe der Zeit ein paar ziemlich untypische Wendungen, die daraus etwas… verwirrendes gestalten.
Zugegeben, ich hatte zwischendrin wirklich meinen Spaß und einige Szenen sind tatsächlich zum Brüllen komisch, jedoch erschließt sich mir die Gesamthandlung nicht wirklich, woran das auch immer liegen mag. Fehlenden, weiblichen Genen? Falsche Zielgruppe? Zu blöd? Zu anders gestrickt? Zu wenig im befreiten Mainstream zu Hause?
Keine Ahnung. Die Idee ist auf jeden Fall super und wird auch an vielen Stellen ordentlich ausgeschmückt, jedoch empfand ich das Ende als unbefriedigend und zu wenig aufschlussreich. Wie oben schon erwähnt: Auf Stoff und mit den richtigen Mädels zu Hause könnte das durchaus Spaß machen, aber dafür bin ich absolut nicht der Typ ^^.
Ich würde sagen, man sollte sich einfach den Trailer zu Gemüte führen und danach entscheiden, denn der bringt die Seele des Films ziemlich gut rüber. Überraschungen und trickreiche Wendungen bleiben danach noch genügend übrig, um auch während dem Film seinen Spaß zu haben, wenn man in die Zielgruppe dieser Art Humor passt. Ich persönlich tu genau das nicht und hake es damit als Erfahrung ab.
 

.kinoticket-Empfehlung: Man sollte Amy Schumer lieben und dem Trailer gegenüber absolut aufgeschlossen sein, dann wird’s ein super Filmabend mit den Freundinnen.
Ansonsten bleibt eine trickreiche Verwirrungsaktion, zu der ich keine richtigen Worte finde, da ich mit dieser Art Film persönlich einfach überhaupt nichts anfangen kann.
Ihn deshalb jetzt aber schlecht zu bewerten, halte ich genauso für falsch, da mit Sicherheit seine Abnehmerschaft existiert und die hier auch gnadenlos bedient werden.

 
Nachspann
gibt’s keinen, man darf also vorzeitig abbrechen und rausrennen.
Kinostart: 15. Juni 2017

Suicide Squad (3D)

Ich beobachte in der Welt immer wieder Phänomene, die ich nicht verstehe. Zum Beispiel, wenn Menschen etwas Großartiges hernehmen, daraus eine kleine Ecke abbrechen und alle wie die wilden Hunde über diese kleine Ecke herfallen und den Rest stillschweigend ignorieren.
Batman ist so ein Phänomen, ein Meisterwerk, bei dem wirklich alles stimmt. Schauspieler, Geschichte, subtile Moralpredigten, der aufkeimende Wahnsinn, der ausbrechende Wahnsinn, Schauspielerleistungen, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen, ein Score zum Niederknien und in der Neuzeit eine Form von Boshaftigkeit und Düsterness, die Leuten wie mir die Gänsehaut auf den Rücken jagt – vor Begeisterung.
Und was tut der Großteil der Menschen?
“Wähhhhh, Joker hat viel zu wenig Spielzeit bekommen buhahahahahaäääääMAMAAAAAAA!!!”
Ganz ehrlich? Ich versteh’s nicht.
Ja, wir alle wissen um die Vorherrschaft außergewöhnlichen Schauspielerns des grandiosen Jokers aus The Dark Knight, der eine Show hingelegt hat, die selbst im Folgeteil nicht überboten werden konnte (und: Überraschung => auch niemals mehr überboten werden wird!) und nun rennen Scharen von Menschen dem Irrglauben hinterher, etwas Vollkommenes ließe sich durch Wiederholungen zu etwas noch vollkommenerem umwandeln.
Leute, das funktioniert nicht. Genauso wie in der Musik, wenn einer eine grandiose Idee hat, die jeder abfeiert und anschließend Milliarden anderer “Künstler” sich dieses Machwerk zu Herzen nehmen und abertausende Male kopieren – es ist und bleibt ein langweiliger Brei an Musik, der hinterher auf dem Tablett steht und niemandem mehr schmeckt, sondern nur noch das fade Gefühl von Traurigkeit und Bedauern auslöst, wo doch so viel kreative Kunst stattdessen durchs Radio schallen könnte.
Wieso also – wieso heulen alle rum und fixiert sich jeder verdammte Bundesbürger einzig und allein auf einen einzigen Charakter in einem Universum, das von interessanten Persönlichkeiten nur so geprägt ist?
Suicide Squad schert sich darum einen Scheißdreck. Macht zumindest den Eindruck. Denn was hier geboten wird, lässt mir persönlich die Gänsehaut nicht den Rücken hoch und runterfahren, sondern dringt direkt ins Fleisch ein und sorgt für einen Dauerzustand von düsterem “Wow”.
Ja, ich mochte den Film. Ich mochte die Art, wie man großartige, epische Charakter mal eben an den Rand packt und etwas viel größeres auffährt, wie man mit Effekten spielt und aus Verzweiflung zu bunt wechselt, weil die Seele, das Empfinden, die Umgebung und alles andere einfach nur noch böse ist.
Ich mochte, dass man es geschafft hat, einen Film ins Leben zu rufen, in dem es so absolut rein gar nichts Gutes mehr gibt, und dieser krampfhafte Versuch, das Böse böse aussehen zu lassen, schlichtweg nicht nötig ist, weil die Schauspieler (jeder von ihnen) auf ihre Weise so authentisch spielen, dass der Regisseur zu Recht Psychologen ans Set gerufen hat aus Angst, ihm würden die Leute schier durchdrehen.
Dass hier nicht nur mit Wahnsinn gespielt wird, sondern der Wahnsinn eine allgegenwärtige Macht ist, die den ganzen Film über durchzieht und durch seine Omnipräsenz fast schon einen eigenen Charakter darstellt – darüber hört man kein Wort. Und meine Fresse, wie zieht sich alles in einem zusammen, wenn man die durchgeknallten Charaktere auf der Leinwand rumwüten sieht, während alles um sie herum zerbricht und keiner von ihnen dabei seinen krankhaften Humor verliert oder in anderer Art und Weise abtrünnig wird und in kritisierenswürdiger Form schwächelt – nichts!
Die Boshaftigkeit und dunkle Schwere in dem Streifen ist kaum zu ertragen. Nicht, weil sie schlecht ist, sondern weil sie so mächtig und überzeugend ist, dass man sich als psychisch Labiler durchaus ernsthaft die Frage stellen sollte, ob man sich diesen Film überhaupt anschaut oder besser nicht.
Der Trailer hat ja sein Übriges dazu geleistet, um möglichst viele Menschen davon abzuhalten, in Suicide Squad zu gehen, den verhaltenen und abweisenden Reaktionen des Publikums anderer Filme nach zu urteilen, wenn im Vorprogramm die gute alte Musik lief.
Und ganz ehrlich? Das ist auch gut so. Die Herrschaften in diesem Film geben sich die größte Mühe und setzen hier ein Werk in Gang, dass den Massenphänomenen nicht gewachsen sein will, sondern lieber böse ist und in Nischen vorprescht, die langsam keine mehr sind. Und – oh Wunder – langsam setzt sich das Phänomen Suicide Squad doch durch und wandert in immer größere Säle, die selbst zu den Spätvorstellungen noch reichlich gefüllt sind.
Fakt ist: Suicide Squad ist ein Film, der die Nation ohne Frage spaltet und kein Mittelding zulässt. Diejenigen, die ihn mögen, trauen sich in der immer überwachteren Öffentlichkeit kaum noch, das laut auszusprechen und beginnen fast schon zu flüstern und sich vorsichtig vorzutasten, um ihre Sympathie mit dem Streifen zu bekunden, während die, die ihn hassen, mit schwenkenden Fahnen durchs Land ziehen und versuchen, den Hype um diesen Film gleich im Keim zu ersticken.
Ganz ehrlich? Lasst es uns doch einfach abfeiern und die Show genießen, denn was man hier geboten kriegt, ist längst nicht der Zenit dessen, was im Rahmen dieser Veröffentlichung noch vor uns liegt.
Nur eines: Haltet eure Kinder von diesem Film fern und gebt ihnen genügend Zeit zum Reifen, Stärke aufbauen und dem sinnvollen Umgang mit derlei Gefühlen, denn Suicide Squad ist keine Unterhaltung, sondern vielmehr ein Spiegel der Unterwelt unserer heutigen Zeit. Und genau dieses Erschreckende und Boshafte wird hier ungeschönt auf die Leinwand produziert und hat zumindest mich zutiefst berührt. Anders kann ich mir die 30minütige Gänsehaut nach dem Film nicht erklären. Und ich stehe dazu. Öffentlich.
 

.kinoticket-Empfehlung: Lange nicht mehr so viele Gothics, Metal-Fans, Punks und andere Nicht-Mainstream-Gruppierungen in einem großen Kinosaal gemeinsam zusammen sitzen und feiern gesehen.
Allen schlechten Kritiken zum Trotz sollte man sich – einen positiven Geist und genügend Willensstärke vorausgesetzt – diesen Film ansehen und genießen, dass endlich wieder ein Großer den Mut dazu hat, etwas zu produzieren, was sich auch als Flop erweisen könnte.
Die Darsteller machen ihre Sache so überzeugend, dass man sich tatsächlich wundert, dass hierbei keine größeren psychischen Schäden entstanden sind – und allein das ist eine Filmleistung, die man mit dem Lösen eines .kinotickets durchaus würdigen sollte.

 
Nachspann
die 3D-Effekte noch mitnehmen, das ist nämlich im Film herausragend, und anschließend darf man sich wieder ans Sonnenlicht wagen.

Bad Neighbors 2

Ich hab mich erfolgreich um diese Vorstellung gedrückt. So lange. Erst nicht zur Pressevorführung gegangen, dann ein paar Sneak Previews versäumt in der Hoffnung, dass ich den überspringe und schlussendlich vor einem leeren Kinoprogramm gestanden und ihn doch mitnehmen müssen.
Und meine Vermutungen haben sich bestätigt. Wer den ersten Teil gesehen hat, hat das Beste aus dieser Art Geschichte schon intus und kann getrost auf die Fortsetzung verzichten.
Das, was hier verkauft wird, ist quasi aufgewärmter Brei einer erstmals eigentlich guten Idee, die jedoch so sehr vor amerikanischer Alltagsfilm-Manier trieft, dass einem als Zuschauer schon schlecht davon werden kann.
Es mag Leute geben, denen so etwas gefällt, mir so überhaupt nicht. Und es ist irgendwie auch genau wie bei American Pie, wo der erste Teil noch seinen Charme hatte und eben ein ganz bestimmtes Publikum angesprochen hat, während man mit den Folgefilmen dann einfach nur noch auf den Zug aufspringen und es mit der günstigeren Schauspieler-Riege erneut versuchen will. Und dieser Schachzug funktioniert in meinem Fall nicht, da die Ersatztruppe, die die Jungs aus dem ersten Teil ersetzt, hier keineswegs mithalten kann, sondern allerhöchstens als billige Kopie durchgeht, die verzweifelt versucht, genauso cool zu sein wie ihre Vorreiter.
Selbst bei den hoch dotierten Darstellern vermisst man hier die gut gemeinte Portion Coolness und findet eher Peinlichkeiten, die nichts mehr im Kino verloren haben, sondern allenfalls aufs Abstellgleis eines Ramsch-Fernsehsenders gestellt gehören. Ob das nun bewusst auf dämlich gebügelte Darstellerkunst war, oder schlichtweg einfach Nicht-Können, lass ich mal so dahingestellt.
Die einzige Szene, die sich meines Erachtens lohnte, war … achja, ich wollte ja nichts spoilern. Da hat es jemand wirklich drauf gehabt und das so gekonnt in Szene gesetzt, dass es sich dermaßen vom Rest des Films abhebt, dass die Szene in sich wiederum völlig ausgeklammert wirkte und so gar nicht zu dem Rest des Films passte.
Der Rest war langweilig, geschmacklos, intentionslos und ohne jede Würde und Moral und das ist einfach nicht mein Ding. Doch gottseidank sind Geschmäcker verschieden und es gibt mit Sicherheit Menschen, die jene Art Film gutheißen und im Kino begrüßen – und denen sei eine sporadisch besetzte Vorstellung auch von Herzen gegönnt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer sich mit Zac Efron nochmals durch die Welt der Plagenachbarn schlagen will, der sollte sich wohl eher erneut den Vorgänger zu Gemüte führen.
Die Show wird hier zwar weitergeführt, insofern aber doch nur billig kopiert und damit ohne geistigen Auftrieb nach vorne geprügelt. Und diesem Konzept merkt man seine intellektuelle Lustlosigkeit einfach an, was das Ganze zu einer banal-langweiligen Show des Vergessens werden lässt, der man nach der Vorstellung keinen einzigen Gedanken mehr nachreicht.
Und genau so etwas hatte ich auch erwartet.

 
Nachspann
darf abgekürzt werden, hier folgt nichts zusätzliches mehr.

Sisters

Was hab ich auf die Veröffentlichung von Deadpool gewartet und hingefiebert … und geliefert wurde Sisters. Mit so einer Enttäuschung schon vor dem Vorspann konfrontiert zu werden, benötigt bei mir dann viel Aufwand, um mich wieder in eine halbwegs akzeptable Stimmungslage zu versetzen. Und das hat Sisters so absolut gar nicht geschafft.
Der Film war von mir zwar auf die Liste der zu sichtenden Filme gesetzt worden, weil im Trailer schon einige Szenen angerissen wurden, die ihn für halbwegs sehenswert ausgezeichnet haben, jedoch bestanden meine Hoffnungen darin, die sehnsüchtig herbeigewünschte Kippe zum empfehlenswerten Comedy-Streifen zu schaffen, statt den Zuschauer mit biederen Billigwitzen zu konfrontieren und darauf zu setzen, dass genügend Dumme im Publikum sitzen, die so etwas lustig finden.
Zur Zeit wird viel Fäkalhumor versprüht und auf Themen gesetzt, die weder mit Sittsamkeit noch anständigen Lehren zu tun haben. Vermutlich holt man so aus der unteren Gesellschaftsschicht wieder Kohle nach oben, um neue Einnahmequellen zu sichern und Menschen ins Kino zu locken, die sowas “geil” finden.
So und nicht anders wirken Tina Fey und Amy Poehler auf mich, wenn sie als viel zu alte Spinatwachteln versuchen, ihre verlorene Kindheit zurückzuerobern und damit kläglich scheitern. Denn nicht anders kann man das Unterfangen der beiden bezeichnen. Nochmal jung sein, nochmal Party machen, nochmal im Kielwasser von Robert DeNiro mitschwingen und einen Erfolgshit landen, der die Massen ins Kino zieht … der Plan ist fehlgeschlagen.
Der Humor trifft absolut nicht meinen Geschmack, sondern löst eher würgereizbehaftetes Fremdschämen aus. Das Niveau der Jokes ist derart niedrig, dass der Fall gar nicht lange dauern kann. Irgendwie will keine Stimmung aufkommen, die etwas von Heimeligkeit oder Sympathie in sich trägt, sondern man fragt sich eher die ganze Zeit, wie lange man dieses Pack noch ertragen muss, bevor man endlich vom Nachspann erlöst wird.
Klar, einen oder zwei gibt’s immer, die dabei dann lachen – was für mich einfach nur zeigt, dass die Gesellschaft Gottseidank immer noch aus verschiedenen Charakteren besteht und nicht alle denselben Humor haben. Und das ist für mich auch der einzige Grund, weshalb dieser Film “besteht”: Es gibt Menschen, die sowas tatsächlich lustig finden und für die ist der Film da. Alle anderen sollten einen weiten Bogen darum machen, denn unter lachkrampfartiger Unterhaltung verstehe ich etwas völlig anderes.
So richtig Sinn macht der Film überhaupt nicht, da weder etwas positives vorgelebt wird, noch irgendwelche nachahmbaren Ziele vorgestellt werden, die erstrebenswert wären. Am Ende ist einfach alles sinnlos und das Fremdschämen war völlig umsonst, was nicht zuletzt am Nachspann ersichtlich ist, wenn offensichtliche “Outtakes” vorgestellt werden, die einfach nicht witzig sind.
Hier wird also mit den Elementen gespielt, die man schon aus Filmen wie Bad Neighbors kennt: Einfach wahnsinnig übertrieben, viel zu alt und dann auf jung getrimmt und einfach nur durchgeknallt sein, ohne großartige Inhalte dazu zu liefern. Hätte man hierzu noch etwas mehr Profil auf die Gesichter projiziert, dem ganzen etwas mehr Seele eingehaucht und auf einige Peinlichkeiten verzichtet, wäre daraus sicherlich eine interessante Gesellschaftsstudie geworden, die auf komischer Plattform die unverhinderlichen Züge des Lebens analysiert und damit umzugehen versucht.
Und was kommt dabei raus?
“Komm, machen wir einfach ganz viel unter der Gürtellinie und hauen richtig auf den Putz, dann wird das schon werden.”
Und ganz so einfach ist es am Ende dann eben doch nicht, weil die Enttäuschung nicht nur permanent in der Luft liegt, sondern Kinder gebiert und in den Mägen der Zuschauer so richtig zum Tragen kommt. Fehlschuss.
 

.kinoticket-Empfehlung: Man schaue sich den Trailer mit offenen Augen an und sei sich dessen bewusst, dass hier kein großartiges Etablissement dahintersteckt, sondern “mehr” einfach nicht kommen wird.
Ist man mit dieser Tatsache befriedigt, wird man im Film durchaus respektabel unterhalten und kann vielleicht hier und da auch mal lachen. Findet man diesen Humor absolut nicht witzig, dann ändert der Hauptfilm auch nichts mehr an der Tatsache, dass hier einfach der Boden fehlt, auf dem das Konstrukt gebaut werden soll. Und solche Einrichtungen sind von vornherein dazu verdammt, zu scheitern.

 
Nachspann
liefert die oben bereits erwähnten “Outtakes”, wobei ich mir da nicht ganz sicher war, ob die nicht absichtlich produziert wurden. Ich fand’s im Gegensatz zu anderen Filmen absolut nicht komisch, sondern eher erbärmlich.

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