.kinoticket-blog.de

wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Hölle

The Nun (inkl. Gewinnspiel)

Unter dem Beitrag gibt’s Freikarten für den Film zu gewinnen!
An alle Christenfreunde: Es wird kirchlich in den Kinos … und ihr dürft gerne mit Beten anfangen … zumindest suggeriert uns das der Film so.
The Nun ist die Konsequenz, die sich aus den Hauptfilmen The Conjuring und The Conjuring 2 ergeben, gefolgt von den Spin-Offs Annabelle und Annabelle: Creation. Folgerichtig hat man getan, was seinerzeit im Action-Segment mit Alien und Predator auch passiert ist: Man segmentiert das “Monster” aus dem Hauptfilm heraus und spendiert ihm einen eigenen Film.
Und da diese Horror-Reihe weltweit zu einer der beliebteren zählt, ist es klar, dass sich ein Großteil der Fangemeinde des Kinohorrors auf eben jenen Spin-Off megamäßig freut: Auch ich.
Was Warner Bros. uns da liefert, zählt auch tatsächlich endlich wieder zu “brauchbarem Horror”, der nicht so megamäßig enttäuscht, wie die unendlich gehypten Möchtegern-Bösewichte der letzten Jahre: Auch wenn man sich hier nicht mit Brillanz und Genialität übertrifft, sondern auf solidem Boden agiert, machen die Schockeffekte und der Look endlich wieder mal Spaß.
Die brutale Angst vor bösem Rot ist endlich gebrochen worden und man darf sich als Zuschauer endlich wieder an boshaftem Schwarz laben, ohne dafür schräg von der Seite aus angesehen zu werden: Diese Optik hat mir durchweg absolut gefallen.
Zudem spürt man, dass sich die Superbillig-Chinamüll-Manier vom Gesamteindruck verabschiedet und man sich tatsächlich dazu durchgerungen hat, einen etwas ernsthafteren Film zu kredenzen, der zwar immer noch mit Realitätsgetreuheit schwächelt, dafür aber in seinem Genre durchaus ernstzunehmen ist.
Dass Horror jetzt nicht der Mainstream-Massenfänger ist (war er nie), ist klar. Dass dadurch viele seriöse Pressevertreter seltsam mit den Augen rollen und man hierzulande auf komische Kritiken diesbezüglich stoßen wird, absehbar. Das erfordert dann einfach die natürliche Selektion, wer in den Film rennt und wer nicht: Es ist und bleibt ein Nischen-Genre, das durch The Nun nun einen nennbaren tollen Titel mehr hat, den man sehr schön auf der großen Leinwand bestaunen kann.
Das Fanherz schlägt definitiv höher, wenn man sich immer weiter in die obskuren Welten dieses Universums durchschlägt und in immer tiefere Gefilde eintaucht, die skurriler, merkwürdiger und böser werden – mit einer passablen Auflösung am Schluss, die nicht gut genug ist, um jetzt von dem neuen Plot-Durchbruch sprechen zu können, aber auch keine Hassgefühle hervorruft und die Leute langweilt.
Kurzum: The Nun ist genau das, was man eigentlich erwartet – dafür aber mit ausbleibenden Enttäuschungen, wie sie so oft in solchen Tragiken zum Vorschein kommen. Der Gang ins Kino deshalb definitiv lohnenswert.
 

.kinoticket-Empfehlung: Führt konsequent das Conjuring-Universum fort und überzeugt mit hohem Niveau in seinem Genre.
Schockeffekte, Einfälle, Optik und Sound überzeugen und heben sich vom Horror-Schund deutlich hervor, bahnbrechende Elemente sucht man jedoch vergebens.
Der Gang ins Kino ist wegen des Fehlens anderer gleichwertiger Genre-Filme sehr empfehlenswert, erwartete Enttäuschungen bleiben aus. Sprecht eure Gebete! 😉

 
G E W I N N S P I E L
IMG_1335
Warner Bros. Ent. hat für meine Leserschaft zwei coole Freitickets klargemacht, die ich euch hiermit verlosen möchte. Zwei von euch dürfen also gratis in den Film, indem sie die gewonnenen Kinogutscheine an der Kasse eines frei gewählten Kinos abgeben und dafür Freikarten für eine Vorstellung von The Nun erhalten.
Voraussetzung ist, dass dieses Kino den Film im Programm hat (logisch) und in der gewählten Vorstellung noch freie Plätze verfügbar sind (eigentlich auch logisch). Die Gutscheine sind gültig bis 3. Oktober 2018 – bis dahin sollte ein Kinobesuch also definitiv möglich sein. Achja: Nur innerhalb Deutschlands einlösbar.
Was ihr dafür tun müsst?
Kommentiert bis einschließlich Mittwoch, den 12. September 2018 unter diesem Beitrag, warum ihr den Film sehen wollt und gebt dabei eine gültige E-Mail Adresse an.
Unter allen Kommentatoren wird der Gewinner dann via random.org ausgelost und per E-Mail benachrichtigt.
Ich drück euch die Daumen und wünsche auf jeden Fall allen schon mal extrem viel Gänsehaut und megamäßig viel fun in den dunklen Sälen. 🙂
 
Nachspann
❌ braucht man nicht aussitzen, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 6. September 2018
Original Title: The Nun
Length: 96 Min.
Rate: FSK 16 | R

Conjuring 2

So wie uns die Kinos in den letzten Jahren in diesem Genre still angeschwiegen haben, so war es in den letzten paar Tagen hier im Blog etwas “leiser”, aber das wird sich wieder ändern. Versprochen.
Fakt ist: Mit Conjuring 2 schickt Starregisseur James Wan endlich wieder mal einen Horrorfilm ins Rennen, der diese Bezeichnung auch verdient. Was öden mich diese ganzen aufgesetzten Schocker an, die so vorhersehbar, abgelutscht, ausgeweidet und 200x aufgekocht wurden, nur um mit den wiedergleichen Effekten nochmal Geld zu machen und dem Zuschauer auf dem Tablett nur die Suppe von vorletztem Jahr zu servieren.
Conjuring 2 geht da gänzlich anders vor. Der ganze heischende “Wir sind live. Alles hier ist echt und basiert auch auf reellen Tatsachen und ist überhaupt genau so passiert”-Quatsch bleibt außen vor und man wird als Zuschauer in eine wunderbar selbstreflektierte, ernstzunehmende Welt geschmissen, die sich mit dem Übernatürlichen beschäftigt.
Dies wird aber nicht in einer derart überzogenen, unwirklichen und teilweise lächerlichen Art gemacht, wie es bei der Paranormal Activity-Reihe der Fall ist, sondern wenn man so will mit Sinn und Verstand.
Klar handelt es sich hier um Dinge, die man so im Supermarkt wohl kaum in den Einkaufswagen legen und seinen Kindern zu Hause als hübsches Mitbringsel präsentieren kann, allerdings hat man den Spagat zwischen der Unwirklichkeit des Films und der realen Gefahr, die aus dem Stoff hervorgeht, meiner Meinung nach wunderbar gelöst.
Doch einer der größten Pluspunkte ist der Gruselfaktor, da hier nicht auf überragende Effekte oder wahnsinnig moderne Animationen gesetzt wird (im Gegenteil: die Effekte wirken teilweise sogar fast schon billig), sondern tatsächlich Sphäre schafft, die den Zuschauer mitreißt und in seinen Bann zieht. Was der Trailer rüberbringt, nimmt längst nicht die Ausmaße an, die im Film ausgefüllt werden und man hat durchaus wunderbare Momente, in denen sich die Haut zusammenzieht und das Adrenalin in die Höhe schnellt.
Es geht eben also doch.
Dass sich der Regisseur, der mit dem grandiosen FSK-18-Werk SAW weltbekannt geworden ist, hinterher eher dem Paranormalen zugewendet hat, haben seine vergangenen Erfolge ja mittlerweile deutlich bewiesen. Und diese Bodenständigkeit, die einen als Zuschauer wissen lässt, dass dieser Mann noch viel mehr kann als Nichts anzudeuten und einen dabei den eiskalten Hauch im Nacken spüren zu lassen, hinterlässt auch hier deutliche Spuren. Damit erhält man ein Fundament, auf dem etwas Wunderbares entstehen kann, was im Endeffekt darin gipfelt, dass der geneigte Fan von Horrorfilmen nun endlich wieder aufatmen und seinem Stammkino einen Besuch abstatten kann: Der Grund hierfür steht im Titel dieses Beitrags.
 

.kinoticket-Empfehlung: Der Satz “Es geht eben doch” geisterte mir während der ganzen Vorstellung durch den Kopf.
Die Stupiditäten diverser Horrorstreifen wurden endlich mal in einen Sack gepackt und in einem dieser Keller vergraben, in denen es 100 Jahre lang keiner findet. Klar hat man auch hier witzige Stellen, die ironisch mit den Vorahnungen spielen (das Kino hatte während der Vorstellung durchaus richtig Spaß mit solchen Bemerkungen), jedoch wurde an dieser Stelle endlich mal vieles richtig gemacht.
Einziges Manko: Ein paar kleine Längen gibt es, aber ansonsten hat man wunderbar funktionierende Gruselstimmung und endlich wieder einen Grund, als Horrorfilmfanatiker ins Kino zu gehen.

 
Nachspann
Sitzen bleiben. Hier kommt noch einiges an Bildmaterial zum Vorschein.

Everest (3D)

Bergsteigerfilme gibt es viele. Irgendwen verschlägt es auf irgendeinen Gipfel, der in tollkühnen Aktionen bestiegen werden will, wobei dann irgendwas passiert – oder auch nicht.
Was hier durchaus zu einer lakonischen Abarbeitung altbackener Fakten mutieren hätte können, wandelt sich in ein eindrucksvolles Gigantismus-Kino, das nicht auf Superlativen setzt, sondern eine wahre Geschichte erzählt, deren Kernfakten nur durch etwaige Dramatisierungen fürs Kino aufbereitet wurden.
1996 stieg tatsächlich eine Gruppe von Leuten auf den Berg, die ein tragisches Schicksal erlitten, von dem die Menschen bislang vielleicht noch gar nichts wussten.
Überrascht hat mich hier, dass bei all den Vorbereitungen und der Story selbst mal keine Kleinkriege ausgefochten, sondern tatsächlich auf Zusammenhalt und Miteinander gesetzt wurde. So viel Vernunft bei einem kommerziell sowie egoistischem Unterfangen ist mir bislang nicht untergekommen.
Was außerdem beeindruckt, sind die faszinierenden 3D-Aufnahmen der Kulissen, die die betörende Schönheit der Umgebung irrsinnig gut einfangen. Man sitzt zu Recht vor den Bildern mit Respekt und schaut auf ein Geschehen hinunter, dass in einem nichts weiter zulässt als die pure Ehrfurcht vor den Gewalten der Natur. Zeitweilig kommt man sich als schäbiger Voyeur vor, wenn man dabei zusieht, wie die Menschen vor der Natur erzittern und jämmerlich darin verrecken, aber genau diese Art von natürlicher Gewalt hat mich seit jeher fasziniert und tut es bis heute.
Zu spüren, dass du selbst keine Chance hast und zu merken, wie man an seine Grenzen stößt, welche Opfer man bringen muss für solche wahnwitzigen Aktionen und welchen Preis man für das Gefühl von Leben zahlt – den Preis eines .kinotickets allemal wert.
Dass die Presse hier wieder kritisiert, es sei zu wenig auf die anderen Gruppen am Hügel eingegangen worden und man würde keine konkreten Schuldzuweisungen aussprechen, finde ich zum Teil absurd, denn niemals kann man in einer Geschichte alle Fakten und Variationen unterbringen, bei der dann nicht das kinoübliche Zeitformat gebrochen und weit überschritten wird. Dass hier ganz klar die Geschichte des einen Bergführers erzählt werden sollte, ist völlig legitim und angebracht und daher für mich auch nicht verwunderlich, wenn man mit Kamera, Drehbuch und Aussage dann auch den Fokus auf eben jene Bergleute richtet und den Rest einfach mal so außen vor lässt.
Ich für meinen Teil hatte sichtlich “Spaß” (das Wort ist völlig unangebracht an dieser Stelle, aber mir fällt kein anderes ein) beim Zuschauen, denn ich liebe es, wenn der Mensch verliert und die Natur beweist, dass sie am längeren Hebel sitzt. Das ist Wahrheit erster Güte, vor der ich mich jederzeit gerne erneut verneige.
Richtet man seinen Blick auf andere Bergfilme wie z.B. Nanga Parbat, fällt sofort auf, dass in Everest eben nicht nur der höchste und größte Berg bestiegen wird, sondern auch das Epos mit am Stärksten ist und man sich eben nicht mit kleingeistiger Erzählerei zufrieden gegeben hat.
Dem zuträglich ist auch die Auswahl an hochkarätiger Besetzung, die allesamt in ihren Rollen glänzen und ihre Arbeit meisterlich abliefern.
Selbst Menschen, die mit Bergsteigen nicht konform sind oder dieser “Sportform” nichts abgewinnen können, wird man mit diesem Werk überzeugen können, da die Gesamtmischung von eindrucksvollen Naturaufnahmen, zwischenmenschlichen Aspekten und katastrophal-angehauchter Unterhaltung einfach stimmig ist und somit cineastisch zu überzeugen weiß.
 

.kinoticket-Empfehlung: Sauber stilisierte Bilder, ein beeindruckendes 3D und eine gut aufbereitete Geschichte liefern hier ein stimmiges Bild und wahnsinnig unterhaltsame Stunden ab.
Als Zuschauer bekommt man Respekt und Ehrfurcht eingeflößt, wenn man dabei zuschaut, wie der Mensch den Naturgewalten unterliegt. Den Everest selbst muss man nicht gleich besteigen, den Weg ins Kino sollte man dafür allemal antreten.

 
Nachspann
gibt’s keinen, nach dem Off darf man den Saal also getrost verlassen.

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén