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Tag: Helen Mirren

Der Nussknacker und die vier Reiche (3D)

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© 2018 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

 

Disney, Disney, was mach ich mit dir?

Kaum ist Weihnachten, buddelt jeder seine Tannenbaum-Schnee-Romantik-Filme aus dem Arsenal, bügelt sie auf und stellt sie alljährlich ans Fenster. Meine Meinung zu dem Laden ist bekannt, die Mentalität der Macher mir ein Dorn im Auge und irgendwo erwiesen, dass das, was sie höchstpersönlich anpacken, eigentlich fast immer in die Hose geht.

Die Subunternehmen: Ja – volle Kanone, die hauseigenen Produktionen: Naja.

Damit hätten wir mal mein Einstiegsgefühlsmomentum, als ich mir die 3D-Brille angezogen habe und sehen (musste), was sie diesmal abliefern.

Und wie soll ich sagen? Ich war zwei Mal drin.

Grob zusammengefasst kann man vorweg nehmen: Wenn in dem Film jeder die Klappe halten würde, wäre es fast schon ein perfektes Stück!

Beginnen wir mal mit der Musik. Der Nussknacker ist ein Stück von Peter I. Tschaikowsky, der schon zu Kindertagen einer meiner Lieblingsklassikkomponisten gewesen ist, weil seine Werke etwas mehr Biss, mehr Schärfe, mehr b’s und härtere Töne haben und nicht mit so einer konservativen Weichheit punkten, wie es z.B. Bach oder Schumann tun.

Folglich ist Tschaikowsky einer der Interpreten, die man heut immer noch wahnsinnig gern her nimmt, weil damit beim Publikum einigermaßen gepunktet werden kann. Daraus ergibt, dass es inzwischen tausende Interpretationen seiner Stücke gibt, die allesamt nicht zwingend besser werden. Man hat es schon so oft runtergespielt, so oft durch die Leier genudelt, so oft schräg und lieblos abgemischt und als “Klassiker” verkauft, um noch 2,99 € am Wühltisch zu machen, dass man eigentlich schon gar keine Lust mehr darauf hat, das zu hören.

Und nun kommt Disney in die Kinos und liefert hier eine gefühlvolle, ober-akurate und monstermäßige Darbietung dieser Musik, dass einem das Herz aufgeht und ich mich schon in den ersten 2 Minuten dazu entschlossen habe: Nochmal!

Im Ernst: Es ist der Wahnsinn, mit welcher Tonlage, welcher Präsenz, welcher Liebe und Hingabe man hier diese Musik aufgearbeitet hat: So, als wäre der Dreck nun endlich passé und man hätte sich wieder dem Premium-Sektor zugewandt. Hammer!

Weiter bei der Optik: Das 3D ist obergeil! Super räumlich, wahnsinnig gut gemacht und vor allem konsequent und nicht nur – wie man beim .trailer vermuten könnte – bei den “Fadenszenen” oder solchen überaus nach 3D schreienden Momenten. Dieses Spiel mit der Tiefe wurde hier selbst beim Nachspann noch vollends ausgekostet und auch das ist wieder ein Grund, weshalb ja und weshalb Kino.

Und farblich driftet man zwar etwas in Richtung Kitsch, betrachtet man das ganze aber eher als “Musikvideo” zum Nussknacker, dann ist das eine herrliche Optik, die sich anzuschauen einfach Spaß macht und dessen Raffinesse und Brillanz vollkommen überzeugen.

Über den Plot brauchen wir nicht reden, der ist so, wie in jedem Disney-Film: Wer hier etwas erwartet, kann nur enttäuscht werden.

Und was eben enttäuscht, ist der Sprech. Hier merkt man so sehr das altamerikanisch-konservative Nicht-Duldungsverhalten und den sehnlichen Wunsch, dass die ganze Welt wieder mega christlich wird und die Neumoderne verschwindet.

Bin ich auch schicklich gekleidet?Sehr wohl, meine Liebe.

Zusammenfassend gilt also: Würden sie alle die Klappe halten, wäre es der beste Film zur Weihnachtszeit, den es dieses Jahr gibt.

 

.kinoticket-Empfehlung: Soundtrack: Hammer! Abmischung top, Auswahl top und in einer ungeahnten Premium-Quality.

3D sehr empfehlenswert und konsequent durch den ganzen Film durch.

Farben und Optik sehen super aus.

Der Plot enttäuscht und die Sprache ist furchtbar.

Das fasst den Film denke ich ganz gut zusammen.

 

Nachspann
✅ Ist durchanimiert bis zum Schluss, jedoch nicht mit wichtigen Dingen. Den Anfang darf man aber ruhig noch mitnehmen.

Kinostart: 1. November 2018

Original Title: The Nutcracker and the four Realms
Length: 99 Min.
Rate: FSK 0

Winchester – Das Haus der Verdammten

Bei diesem Titel braucht man vorab ein paar Setting-Erklärungen, sonst geht die Sache gewaltig in die Hose:

    • Der Film zählt zum Horror-Genre, darüber sollte man sich im Klaren sein. Das bedeutet, er kann auch im Rahmen einer FSK-18-Sneak Preview gezeigt werden. Das Kinopersonal anzuschnauzen, dass man so etwas doch nicht in einem Kino zeigen könne, ist hier garantiert nicht intelligent. Genau dafür sind u.a. Sneak Previews da: Um Dinge auf den Screen zu bringen, die nicht im üblichen Kinoprogramm durchlaufen würden. Danke an die Kinos – shame on you an die Beschwerer.
    • Erinnert ihr euch noch an die gute alte Zeit, wo man einfach Klamauk als festen Bestandteil eines jeden Horrorfilms kannte und es seltsam war, wenn die gewollt ironisch-billige Komik während der Blut- und Angstszenen fehlte? Genau da wollten die Macher Winchester – Das Haus der Verdammten haben: Als eine Hommage an diese Zeit. Billiger Plot, angsteinflößende Szenen, die in Lachkrämpfen enden und doch irgendwo horrös rüberkommen.
    • Ja, der Film sieht sich nicht als Blockbusterüberflieger und möchte genausowenig Independent-Geheimtipp sein: Er ist ehrlich zu sich selbst und vermittelt zu jeder Zeit, dass er einfach einen gemütlichen Kinoabend verspricht, der an die unbeschwerte Kindheit erinnert und einem mal wieder so richtig gechillt die Comedy-Eier durchschaukelt, während um einen herum diese von merkwürdigem Humor umflügelnden Angstzenen tanzen.
    • Man soll sich nicht gruseln, man soll belustigt sein.

 
 
Und damit wäre jetzt eigentlich alles gesagt und ihr seid bereit dafür, .kinotickets zu ordern und diesen Streifen zu genießen.
Die Idee ist nämlich durchaus gelungen, hält sogar Stücke aus der Realität parat – soll heißen: Die Gruselvorlagen entstammen dem echten Leben.
Das Bühnensetting steht auch völlig diskussionsfrei erhaben da: Die grandiosen Bauten und imposanten Einrichtungen allein sind ein Blick in diesen Film wert.
Und obwohl man während des Films manchmal seine Plot-Zweifel hegt (und auch hegen darf), so ergießt sich die Auflösung dann wieder völlig in Logik, insofern man oben benannte Regeln beachtet: Nehmt es einfach nicht ernst, sondern erfreut euch an einem wunderbar traditionellen Stück Horror.
Der Fakt, dass sich so viele bereits jetzt darüber aufregen (Ja, er lief in der Sneak) zeugt eigentlich nur von einer traurigen Wahrheit: Das Volk ist viel zu wenig getrimmt auf Horror – schon gar nicht im Kino. Wir wurden weichgespült und uns wurde der Umgang mit Horrorfilmen aberzogen. Der Zuschauer weiß nicht mehr, wie er mit solcherlei Stoff umgehen soll und fühlt sich überfordert, da er ansonsten nur mit geistigem Dünnschiss zugelallt wird oder mit ikonischen Blockbustern umschmeichelt.
Da kann der Horror in sich noch so gut sein, bewertet wird immer schlecht, weil: Horror.
 

.kinoticket-Empfehlung: Tut euch selbst den Gefallen und zieht euch dieses Werk rein, denn hier hat man den Griff ins Klo mal sagenhaft verfehlt 🙂
Man orientiert sich an alten Werten, komödiantischem Horror und trifft damit auf ein Genre, dass nichts im Mainstream verloren hat, sondern einfach Spaß macht und unterhält. Beachtet die obigen Regeln und ihr werdet dieses Ding lieben.

 
Nachspann
Hier seht ihr die originale Dame, was belegt, dass die ganzen Spukvorlagen tatsächlich aus realen Ängsten entstanden sind. Toll, dass dann so als Film herauszuarbeiten.
Kinostart: 15. März 2018

Das Leuchten der Erinnerung

Was passiert, wenn man einen italienischen Regisseur auf amerikanische Produktionen loslässt? Richtig, man erhält etwas Oscarverdächtiges!
Donald Sutherland und Helen Mirren begeben sich auf den Roadtrip ihres Lebens und verblüffen dabei mit Schauspielkunst erster Güte, für die ich beide mit einem der Goldjungen belohnt sehen will.
Und nicht nur die zwei tragen zum Sehvergnügen bei, sondern auch das Skript verdient es, mit Anerkennung und Lob überschüttet zu werden. Warum?
Weil einfach alles passt. Es wird niemals langweilig, es wirkt nicht gehetzt oder künstlich dramatisiert, sondern Sympathie und Mitgefühl ist sofort für beide vorhanden – man lebt und fiebert einfach mit ihnen mit.
Umgeben von wunderschönen Bildern, gespickt mit aktuellen, humoresken Einlagen erzählt diese Story etwas, dass garantiert jedem die Tränen in die Augen treibt.
Ich hatte die Möglichkeit, mir diesen Film vor Kinostart drei Mal anzusehen – ich habe jede davon mitgenommen und ich war jedes einzelne mal davon sonderlichst geflasht und zutiefst emotional beeindruckt. Die Wirkung, die dieser Stoff erzielt, verblasst also auch beim zweiten oder dritten Kinogang nicht.
Wichtig ist: Jeder von euch sollte sich die Zeit, seine Freundin, Familie und Kollegen nehmen und mit ihnen gemeinsam diesen rührenden Film ansehen, denn früher oder später betrifft uns das alle.
 

.kinoticket-Empfehlung: Oscarverdächtig – sollte man zwingend gesehen haben, denn die bisherigen Preise werden nicht alle gewesen sein.
Sutherland und Mirren überzeugen auf voller Linie, Drehbuch und Umsetzung top – dieser Film bietet keinerlei Ecken und Kanten, sondern ist in sich stimmig, schlüssig und kommt mit einer großen Portion Tränenreichtumspotenzial daher – daher unbedingt ansehen und Taschentücher nicht vergessen.
Daumen hoch!

 
Nachspann
kommt keiner, man darf sich wieder zurück in sein reales Leben verkrümeln.
Kinostart: 4. Januar 2018

Fast & Furious 8

Zeit für Superlativen! Regisseur F. Gary Gray geht mit dem Fast & Furious-Franchise morgen in die legendäre 8. Runde und läutet damit ein neues Kinozeitalter ein.
Man lasse sich die Fakten auf der Zunge zergehen:
Teil 1 ist bereits 16 Jahre alt und zog damals mit erfrischend neuen Ideen um die Ecke, begeisterte Fans, Autoschrauber und eine komplett neue Community im Kino, woraufhin dann ein “üblicher zweiter Teil” gefolgt von einem abstürzenden dritten Teil folgte. Soweit, so gewöhnlich.
Mit der Neuauferstehung Dominic Torettos in Teil 4 kam die eingeschworene Fangemeinde zurück und was dann folgte, ist bislang einzigartig in der Filmgeschichte: Die Macher und Konstrukteure dieser Reihe haben es geschafft, ein Filmepos aus einem vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich auf ein höheres Level zu heben und ihre Anhängerschaft bis hin ins aktuelle Jahrzehnt mehr und mehr zu begeistern.
Während man im fünften Teil böser wurde und sukzessive neue Charaktere einführte, die die Familie der Filme zunehmend bereicherten, landete man in Fast & Furious 7 dann an einem Punkt, an dem man langsam damit anfing, seine Glaubwürdigkeit für immer neue Größe zu opfern. Selbst Fans begannen, sich langsam vom Geschehen abzuwenden und sahen das Ende der Serie kommen.
Nun kehrt die Truppe auf die Leinwand zurück und leistet mit Fast & Furious 8 das Unmögliche: Man begibt sich mit der Glaubwürdigkeit wieder absolut down to earth und zieht dabei die Actionschrauben nochmal gewaltig an.
Leute? Morgen bricht ein neues Kinozeitalter an, das selbst außerhalb der Lichtspielhäuser Maßstäbe setzt und Dinge vollzogen hat, die bis dato ungeschehen waren.
Allein schon mit der Veröffentlichung des Trailers hat man globale Rekorde aufgestellt und der Vorläufer entpuppte sich zum heutigen Zeitpunkt als sechsterfolgreichster Film aller Zeiten! Ich glaube, dass diese Zahl mit dem aktuellen Film nochmal nach oben korrigiert werden kann. Also mal ein paar kleine Einsichten hinter die Kulissen.
 
Kuba
Das erste Mal überhaupt in der Geschichte von Hollywood durfte so eine Megablockbusterfraktion innerhalb Kubas drehen. Dank den entspannteren Verhältnissen zur Zeit von Obama wurden Verhandlungen zwischen den Regierungen geführt, die ermöglichten, dass ein sensationeller Part des Films sich innerhalb dieses wunderschönen Landes abspielt.
Die Produzenten berichten von einem mega herzlichen Aufgenommen werden und Willkommen sein auf der Insel und erlebten dort einfach Unfassbares. Selbst das Verladen von Set-Autos wurde von den Inselbewohnern beklatscht sowie das Auftreten von Toretto & Co. bejubelt. Überall erfuhren sie Hilfe und konnten damit einen fulminanten Start der Beziehungen zwischen den USA und Kuba aufbauen.
Problematisch beim Dreh war, dass sie alle Teile, Autos, Werkstattequipment und Co. selbst mitbringen mussten, da auf dieser Insel keinerlei Vorräte waren oder man nicht einfach so leicht an neue Teile oder zusätzliche Karren zum Verschrotten kam. Und das Ergebnis kann sich mal sowas von sehen lassen. Dieser Geist, den Kuba innehat, trifft quasi genau den Kern dessen, wofür die Fast & Furious-Reihe steht.
 
Über 17 Millionen Dollar
für eine Szene, an der weltweit Menschen ihren Teil dazu beigetragen haben, um die Schönheit, Eleganz, den Prunk und den Flair zu erhalten und zu erweitern: Ich sage jetzt bewusst nicht, um was es sich handelt und welche Szene gemeint ist, aber sobald man im Film sitzt, spürt man es – man merkt es – allein schon anhand des Raunens in der Menge.
Jungs, Mädels, wer auch immer – das, was euch da geboten wird, ist einfach einen verdammten Blick wert! Allein schon deshalb, weil sich die Macher so immens viel Mühe gemacht haben und das Ergebnis einfach ATEMBERAUBEND ist!!!
 
Die Familie
Dazu der Plot, dazu das Händchen, dass man beim Cast auch hier wieder bewiesen hat – wie Charaktere eingearbeitet werden, die verschiedenen Teilnehmern auf irgendwelchen Parties gegenüberstanden und ihre Sympathie für Autos bekundeten – ich denke, genau das macht diese Reihe aus: Dass die Menschen nicht nur etwas spielen, sondern es tatsächlich sind.
Sie SIND diese Familie, die sie auf der Leinwand konzipieren wollen. Sie haben die Brüderlichkeit untereinander, sie leben es und tun nicht nur so, als ob. Roman Pierce hat am Set eine Lounge eingerichtet, in der sich die Darsteller zwischendurch ausruhen konnten, Parties feiern, den Feierabend genießen und dergleichen – diese innige Liebe und Beziehung zwischen den einzelnen Darstellern ging auch weiter, wenn die Kameras längst wieder aus waren und es sozusagen keinen mehr interessierte.
An dieses Maß an Authentizität heranzureichen ist gestellt absolut nicht möglich – und durchbricht hier Mauern, die man vorher nicht ansatzweise wackeln sah. Und damit lässt der 8. Teil als Auftakt der finalen Trilogie ein Bauwerk in sich zusammenstürzen und präsentiert sich mit einem derartig mächtigen Knall, dass einem permanent nur die Gänsehaut steht – ob durch die rasante Action oder die emotionale Tiefe, die man hier zwischen all den Motoren, Autos und dem Öl und Benzin niemals außer Acht lässt.
Gerade der Fakt, dass jeder Einzelne bereits in den Vorgängerfilmen seinen Part zugesprochen bekommen hat und man jetzt mit dieser explosiven Mischung arbeiten kann, macht einem als Kinojünger das Leben echt schwer…
Aber ich möchte euch gar nicht länger hinhalten, sondern hoffe inständig, ihr habt während dem Lesen bereits Karten reserviert, denn …
 

.kinoticket-Empfehlung: Dieser Film wurde nicht fürs Kino gemacht, sondern die Kinos wurden gebaut, um Filme wie diesen zu würdigen!
Geht in diesem Film – geht einfach in diesen Film und scheißt drauf, ob euch der 7. Teil zu heavy oder unglaubwürdig war oder nicht, hiermit machen sie alles – einfach alles (!!!) wieder gut!
Leute, ich hab keine Ahnung, wie man das in noch zwei weiteren Filmen toppen will – ich weiß es echt nicht! Mich hat es übelst vom Hocker gehauen und ich werde ihn mir diese Woche nicht nur zum 3. Mal ansehen!
Mögen die Jeans gut genäht sein, damit sie während der Vorstellung vor Geilheit nicht reißen! 😉

 
Nachspann
hält diesmal keine Nachszenen mehr bereit, aber wir wissen ja, dass Teil 9 und 10 noch folgen werden.

Verborgene Schönheit

In einer Zeit, in der Krieg die Tagesmeldungen dominiert, Regierungswechsel stattfinden, die den halben Planeten emotional spalten und Mütter davon erzählen, dass sie nur noch in Angst leben, wenn ihre Kinder draußen alleine rumlaufen, kommt ein Film, der mit einem Juwel wirbt, dass für viele im Alltag verloren gegangen zu sein scheint: Schönheit.
Ganz ehrlich: Auch ich habe zeitweise verlernt, das Schöne im Leben zu entdecken, auch wenn alles darum absolut düster aussieht. Verborgene Schönheit hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Kinozuschauern diese Schönheit wieder näher zu bringen und eine Geschichte konzipiert, die in dieser Umsetzung wohl kaum massentauglich in den Alltag jener passt, die so verängstigt und aufgescheucht durchs Leben rennen.
Die Kritiken über diesen Film sind durchaus gespalten und sorgen mit diversen Nominierungen für Negativpreise schon jetzt für unzulängliche Voraussetzungen, sich diesen Film tatsächlich zu Gemüte zu führen und sich auch auf das einzulassen, was einem dort geboten wird.
An dieser Mauer des guten Willens spalten sich scheinbar die Geister. Ja, Will Smith ist auch nicht für seine allzeit 100%igen Rollen bekannt und mag wohl auch hier schon den ein oder anderen vorab abschrecken. Auch ich fand, dass das Gros des Zusammenspiels der gesamten Casts hier schon eine Aussage ausdrückt, die zuletzt in wüsten Plot-Twists endet, die durchaus etwas verstörend wirken und erfordern, dass man anschließend darüber nachsinnt und prüft, ob das alles tatsächlich so sein kann, wie der Film es einen glauben lassen will.
Und genau hier ziehen die Schwächen des Films. Die Geschichte ist wunderbar, man fiebert mit, man kann sich durchaus in die Lage der Protagonisten versetzen und empfindet ihren Schmerz und ihr Glück genauso mit wie in jedem anderen Film. Dennoch hinterlässt Verborgene Schönheit ein gewisses Desinteresse, wenn man hinterher aus dem Kinosaal tigert und womöglich aus dem Gesehenen noch etwas ins echte Leben übertragen sollte.
Und so etwas ist Gift für den Erfolg.
Dennoch möchte ich den Darstellern ihre gut gespielten Rollen nicht absprechen, denn einige Momente im Film sind so überzeugend, dass sie tatsächlich die Sinne ansprechen und für teils ungewollte Gefühlsausbrüche sorgen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ich bin mit einem lachenden und einem weinenden Auge wieder nach draußen gegangen.
Der Film ist zu gut, um ihn nicht gesehen zu haben, man verpasst allerdings auch nichts, wenn man sich eher für eine andere Vorstellung entscheidet.
Vielleicht sollte man aus dem Bauch heraus entscheiden und anschließend einfach zu seinem Entschluss stehen.

 
Nachspann
Abspannfrei – hier kommt nur der Buchstabensalat, den sonst eh keiner liest.

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