Genauso lustig, wie sich der Titel anhört, genauso verspielt geht Regisseurin Susan Gordanshekan mit dem Thema der unterschiedlichen Kulturen um und schafft eine wunderbare Atmosphäre, in der die Selbstfindung zwischen zwei Welten stattfindet, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

In einer globalisierten Gesellschaft ist es die Pflicht aller Bürger dieser Welt, sich endlich “gemeinsam an einen Tisch zu setzen” und die Differenzen auszudiskutieren. Und da es die sprichwörtliche Tafel eben nicht in dieser Realität gibt, muss man auf andere Kommunikationsformen wie z.B. Kino zurückgreifen, um über solche Dinge reden zu können.

An dieser Stelle leistet man hervorragende Arbeit und reiht sich ein in die neuen Schöpfungen an Kulturenverständigung, die in letzter Zeit ihren Weg auf die Leinwand gefunden haben. Sie alle sind wertvoll und auf ihre Art und Weise einzigartig und kreativ – und vor allem bildungsreich, so dass sich der Kinogänger neben toller Unterhaltung eben auch noch mit Themen wie “Integration” auseinandersetzen kann, ohne dabei die altbackenen Wortduseleien der Politiker in den Ohren klingeln hören zu müssen.

Es ist interessant, wie feinsinnig man hier die deutsche Kultur neu entdecken kann und erstmal wieder merkt, welche Freiheiten und Gewohnheiten in diesem Land eigentlich an der Tagesordnung stehen und man lernt, diese ganz neu wieder zu schätzen. Dieser Blick “von außen” auf das eigene Leben ist so unschätzbar wertvoll, weil es quasi die einzige Chance ist, sich neu zu bewerten und über den Tellerrand seiner eigenen Wahrnehmung hinaus zu blicken und zu entdecken, warum viele andere Menschen so sind, wie sie sind und was das alles für sie bedeutet.

Hier wird Menschlichkeit, Zusammenhalt, Ehre, Selbstwert und all die wunderbaren Tugenden ganz neu beleuchtet – und alles mit der verspielten Portion Humor aus dem Titel versüßt.

Und damit öffnet dieser Film nicht nur in vielen Belangen weit die Augen, sondern macht dabei auch noch richtig Laune.

.kinoticket-Empfehlung: Kulturenverständigung auf humorvolle Weise.

Die defekte Katze ist genauso lustig, wie er klingt, eröffnet dabei aber eine unglaublich wertvolle neue Sichtweise auf die eigene Kultur und erklärt somit, warum es so viele Menschen hier her zieht.

Zu erkennen, welchen Wert man eigentlich tagtäglich als “normal” verschwendet, ist eine Erfahrung, die jedem ein .kinoticket wert sein sollte.

Nachspann
❌ folgt keiner mehr, man darf also vorzeitig wieder nach draußen spazieren.

Kinostart: 4. Oktober 2018

Original Title: A Dysfunctional Cat
Length: 93 Min.
Rated: FSK 6