Georgia Wyss

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Meldungen über Religionen in der Presse sind meist begleitet von Worten wie “Krieg”, “Anschlag”, “Terrorismus”, “Extremismus” und haben in der breiten Bevölkerung längst ein negatives Bild abgezeichnet, das sich gerne von solchen Leuten und Machenschaften abwendet und der Allgemeinheit suggeriert, Religion wäre etwas furchtbares.
In der Tat kann dieser Zustand auch erreicht werden, indem man selbstverloren und völlig ohne Plan an die falschen Leute gerät und damit beginnt, sein Hirn und damit die Denkfähigkeit an Statuten abzugeben und die Fähigkeit der Selbstkritik und des Hinterfragens aufgibt und damit ein überaus wichtiges Prinzip gut funktionierender Religion in den Schrank stellt: Zweifel.
Man muss zweifeln, und das immer wieder, um die Echtheit einer Lehre zu hinterfragen und immer wieder neu auf den Prüfstand zu stellen, weil “Religion” als solches nicht “anfassbar” ist, und damit zu den Geisteskonstrukten gehört, in denen man sich nicht nur verrennen, sondern auch verlieren kann.
Zu gerne wurde die Leichtgläubigkeit oder die Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit und Gemeinschaft von religiösen Führern dahingehend ausgenutzt, dass ihre Machtspielchen auf dem Rücken einer riesigen Gemeinde ausgetragen wurden und den Preis am Ende die Ärmsten der Armen bezahlt haben.
Hier toben gleich wieder die Gemüter nach oben und Vertreter und “Gläubige” brausen in rasender Wut auf und entfachen feurige Diskussionen, dass ihr Glaube doch dies … und das … und Andersdenkende werden …………… merkt ihr was?
Sprich niemals über Religion, Politik oder Wer ist der bessere James Bond, wenn du nicht streiten willst.
Dass Religion aber auch gute Seiten haben kann und es im Speziellen eine Religion gibt, die sehr defensiv und weiträumig friedlich abläuft, hat in der Vergangenheit bereits der Buddhismus gezeigt. Man kann Elemente der Religionen durchaus für sich nutzen, um zu innerem Frieden zu finden, sich selbst zu verbessern oder einfach daran zu arbeiten, die Welt ein Stück besser zu machen, indem man sich selbst ein Stück besser macht.
Dass daran noch ganz andere Wirkungen hängen, zeigt Mantra – Sounds into Silence, der sich mit Elementen dieser Religion befasst und offenbart, dass auch solche Themen immer zwei Seiten haben.
Abgesehen von der Musik (die im übrigen wunderschön und beruhigend ist und die ich mir stundenlang anhören könnte – davon sind u.a. meine Playlists angereichert und ich greife gerne zu solchen Klängen zurück – nutzt dafür einfach die Namen auf dem Plakat und sucht bei Apple Music oder Amazon Prime bzw. dem Streaminganbieter eures Vertrauens) bildet sich hier eine ganz neue Lebensweise heraus, die – entreligiöisiert – eigentlich von jedem Menschen angewendet und genutzt werden kann, denn sie zeichnet etwas ganz wunderbares, dass dieser Film in seinen 85 Minuten zu vermitteln versucht.
Klar bleibt bei einer solchen Spielzeit kaum Zeit, eine uralte Tradition so tiefgründig und umfassend zu untergraben und hinterfragen, um hier ein journalistisch-einwandfreies Ergebnis zu präsentieren und das Verlangen nach einem systemkritischen Stück speziell den Buddhismus betreffend, gedeiht immer noch in mir, allerdings bewirkt der Film mit seinen Darstellungen UND eingeschaltetem Hirn auch so schon ungemein viel Frieden und innere Harmonie.
Und wenn das mal kein .kinoticket wert ist, was ist es dann?
 

.kinoticket-Empfehlung: Unkritische, aber interessante Berichterstattung über eine Praxis, die sich jeder zu eigen machen kann, um sich selbst – und anderen – etwas Gutes zu tun.
Die musikalische Untermalung und das Gesprochene darf und soll angezweifelt, die Wirkung kann aber dennoch von jedem uneingeschränkt ausgeschöpft werden.

 
Nachspann
❌ gehört der Musik, muss aber nicht unbedingt ausgesessen werden.
Kinostart: 07. Juni 2018

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