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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: gelähmt

Solange ich atme

Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst … und davon wurden in letzter Zeit so viele erzählt, dass vielen dieses “Nach einer wahren Geschichte” schon etwas zum Halse raus hängt.
Robin Cavendish zählt dabei aber nicht zu denjenigen, die einfach irgendwas erlebt haben und dann darüber berichten, sondern sein Wille und Lebensmut hat dazu beigetragen, diese Welt nachhaltig für viele weitere grundlegend zu verbessern.
Ob man sich dieses Werk nun besehen möchte, weil man Lust auf einen Liebesfilm hat, man einfach mal wieder etwas rührseliges braucht, Andrew Garfield oder Claire Foy mag oder sehen möchte, wie Tom Hollander in einer Doppelrolle brilliert: Es gibt viele Gründe, in diesen Film zu gehen.
Der für mich weitaus wichtigste: Zu sehen, wie eine einfache Entscheidung dazu beitragen kann, diese Welt aus den Fugen zu heben. Jeder, der nach der Vorstellung wieder aus dem Saal kommt, kann von sich behaupten, dass auch er etwas zugeben muss, dass ihm diese Erkenntnis bislang noch gefehlt hat, weil – sofern man Gottseidank nicht betroffen ist – man sich einfach viel zu wenig in diesem Metier auskennt.
Damit hat Andy Serkis einen Film geschaffen, der – getrieben von dem Willen des Sohnes dieser Hauptperson – die Geschichte dessen Vaters erzählt und damit der Welt einmal mehr erklärt, dass eben doch alles möglich ist, wenn man nur will.
 

.kinoticket-Empfehlung: Berührendes Drama, hochgradige Liebesgeschichte, inspirierender Quell: Dieser Film pusht durch so viel positive Lebensenergie, bricht dir gleichzeitig dein Herz und basiert dabei auf der wahren Geschichte von Robin Cavendish.
Für einen Kinoabend in dem Kino deiner Wahl definitiv das richtige – aber nehmt Taschentücher mit.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, der Saal darf geräumt werden.
Kinostart: 19. April 2018

Ein ganzes halbes Jahr

Ihr kennt diese Klischee-Romanzen-Heulfilme, die sich bevorzugt irgendwelche Singles an regnerischen Abenden reinziehen? Genau so einen Plot erwartet man, wenn einem der unsanft zurechtgeschnittene Trailer zu Ein ganzes halbes Jahr ins Auge fällt.
Dementsprechend wenig Lust hatte ich auch, mir diesen Streifen im Kino anzutun.
Und ich hab es trotzdem getan. Und keine Sekunde davon bereut. Der Trailer zieht nämlich wieder mit den üblich-wirtschaftlichen Mitteln eine ganz bestimmte Klientel ins Kino, um hinterher durch Mundpropaganda zu erreichen, dass die Nicht-Angesprochenen auch ihre müden Ärsche ins Kino bewegen und sich den Film anschauen.
Der haut nämlich echt richtig rein. Auch wenn aus teils betroffenen Kreisen Kritiken laut werden, dass die Moral von der Geschicht’ unglücklich gewählt und ein völlig falsches Bild vermittelt wird, finde ich, dass hier endlich mal ein Drama geschaffen wurde, was die Bezeichnung wirklich verdient und sowohl die gewünschte als auch die erzwungene Kundschaft emotional aufgerüttelt wieder aus dem Kinosaal entlassen wird und hier mal nicht nur mächtig Staub aufwirbelt wird.
Im Ernst? Der Film zerreißt euer Herz. Und zwar ganz langsam, dass man es auch wirklich spürt. Wer auch nur annähernd die empathische Fähigkeit besitzt, sich stückweise in jemand anderen hineinversetzen zu können und mitfühlt, was andere fühlen, der wird hier emotional so dermaßen auseinandergenommen, dass wirklich kein Auge trocken bleibt.
Nicht nur vom Lachen ob der vielen kuriosen, komischen Momente, die mit genügend schwarzem Humor und sarkastischem Zynismus geprägt wahnsinnig gute Unterhaltung schaffen, sondern gerade bei den Momenten, wo es darum geht, neben jemandem zu stehen, dem nicht zu helfen ist und etwas zu versuchen, das unmöglich erscheint.
Ich möchte nicht wissen, wie es wäre, die Buchvorlage zum Film zu lesen – der Film als solches ist für rührselige Mägen auf keinen Fall leichte Kost. Nicht nur ich hatte meine lieben Schwierigkeiten, emotionslos im Sessel hocken zu bleiben und mir nach rechts und links nichts anmerken zu lassen.
In die Sammlung rutscht dieser Titel mal absolut. Und gerade zur EM-Zeit, wo sowieso überall Jubel-Trubel-Heiterkeit ist, macht dieser ruhige, sanfte und zärtliche Titel den ganz großen Unterschied und erlöst einen kurzfristig aus der lauten Wirklichkeit.
 

.kinoticket-Empfehlung: Nicht nur für die Damenwelt interessant, sondern ein Film, der viel mehr hinter dem versteckt, was im Trailer offenbart wurde.
Emotional anfällige Seelen sollten vielleicht lieber einen Bogen um diesen Titel machen, denn er reißt tiefe Furchen in die sonst geordneten Bahnen der Gefühlswelt und rüttelt hier mächtig an den Säulen der Empfindungen.
Selten ein Drama gesehen, das mich wirklich so tief berührt hat. Reingehen!

 
Nachspann
nach so einer Geschichte noch einen oben drauf? Das haben uns die Macher nicht angetan. Man darf also ruhigen Gewissens nach draußen gehen. P.S: Tränen wegwischen nicht vergessen.

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