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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Gefahr

Kindeswohl (mit Gewinnspiel)

Oscarpreisträgerin Emma Thompson, Oscar-Nominierter Stanley Tucci, Weltbestseller … normalerweise mag ich solche Promo-Superlativen überhaupt nicht. Emma Thompson hat für ihre Darbietungen auf dem Filmfest München sogar noch den CineMerit-Award verliehen bekommen. Und keiner hat bisher etwas von dem Film gehört. Zumindest mal nicht in meinem Umfeld.
Zeit, das dringend zu ändern.
Ja, ich liebe Tucci in jedem einzelnen Film, den ich mit ihm auftreiben kann. Und damit meine ich nicht bloß den vielzitierten Der Teufel trägt Prada! Der Mann kann schauspielern – und zwar richtig gut!
Und Emma Thompson? Der Award ist verdient – den hätte der Regisseur dieses Werks genauso verdient. Kindeswohl haut euch nämlich endlich wieder mal so richtig derbe psychisch in die Fresse – und betreibt dabei gleich vielschichtige Aufklärung, indem er Blicke hinter die Kulissen verschiedener Schaffensarten bietet und den Menschen somit Einblicke und Verständnisse gewährt, die man durch schnelllebige Nachrichten-Titelzeilen eben nicht mehr vermitteln kann.
Dieser Blick von der anderen Seite des Tisches aus ist sehr erfrischend und anders und tut auf der Leinwand einfach mal ungemein gut. Und was gleichermaßen fasziniert, ist die Auseinandersetzung mit strittigen Themen, die auf eine definitiv bleibende, rührende und ergreifende Weise verarbeitet werden, dass man a) versteht und b) emotional völlig auflöst und dahingebasht ist. Hier geht niemand (!) unverändert wieder aus dem Saal, was den Film für mich zu einer der wertvollsten Perlen dieses Filmjahres macht.
Und ja, ich habe ihn bereits vor Kinostart drei mal (!) gesehen und nehme jede weitere Möglichkeit dankend in Anspruch, denn DAS ist wahre Filmerhabenheit. Man könnte sagen, Thompson ist die seriös-elegante Variante von Meryl Streep, der man komödienhaftes Verhalten eher abkauft. Die Eloquenz und das Verhalten dieser Frau schreit förmlich nach einer Auszeichnung, denn ihr Talent wertet den Film so dermaßen auf, dass es fast schon weh tut!
Und nicht nur das, die Kombination mit Tucci und dem Neuankömmling Fionn Whitehead, den viele durch Dunkirk kennengelernt haben, läuft in diesem Fall so rund, dass man sich vollends in die Story fallen lassen kann und auch von nichts abgelenkt wird. Keine subtilen Kamerafahrten, keine rührseligen Computereffekte, sondern der reine Tiefgang, der sich selbst den Weg IN die Knochen rein bahnt. Und das hier ist kein Horrorfilm!
Glaubt mir, wenn ich euch darum anflehe: Nehmt euch die Zeit und geht in’s Kino, um diesen Film zu sehen – diesmal gibt es wirklich keine Ausreden, noch nicht mal die “Ich hab kein Geld für sowas” – denn:
 
G E W I N N S P I E L
Concorde Filmverleih GmbH hat für euch als meine treue Leserschar ein paar Freitickets locker gemacht, die ich an euch weiterverlosen darf. Das Prozedere kennt ihr: Schreibt mir in die Kommentare, mit wem ihr diesen Film sehen wollt und tut dies bis einschließlich 30. August 2018. Gebt hierbei eine gültige E-Mail Adresse an, damit ich euch im Gewinnfall benachrichtigen und eure Adressdaten abfragen kann, um euch die Freitickets zuzuschicken.
Diese könnt ihr dann – wie gewohnt – in einem beliebigen Kino einlösen, das diesen Film im regulären Programm zeigt und in der gewünschten Vorstellung noch freie Plätze zur Verfügung hat. Einfach an der Kinokasse abgeben und Freiticket dafür bekommen.
 
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Und glaubt mir, es lohnt sich!
 

.kinoticket-Empfehlung: Dieser Film schaffte es bei mir 3x nacheinander, Sprachlosigkeit und tiefe Betroffenheit zu erzeugen.
Es ist unglaublich, mit welch dramatischer Wucht man hier in die Gefilde der emotionalen Rechtsprechung vordringt und einen Fall schildert, der einem lange im Gedächtnis bleibt: Danach versteht man diese Welt ein Stück weit besser und ist innerlich ein anderer Mensch! Für mich zählt dieser Film schon jetzt zu den Top 10 des Jahres!

 
Nachspann
✅ Sitzen bleiben, hier kommt noch etwas.
Kinostart: 30. August 2018

The Meg

Bereits das Plakat und auch die .trailer-Vorschau ließ bei vielen die Intelligenzerwartungen purzeln und erweckte amüsantes Schmunzeln auf der Leinwand, weil irgendwie klar wurde, dass The Meg wieder einmal klabautermannhafter Action-Fun ohne Anspruch und Hirn werden würde.
Diesbezüglich wurden wir dieses Jahr ja schon mit Skyscraper verwöhnt, dem weiteren Action-Garanten der heutigen Zeit aus Hollywood. Beide Filme haben eins gemeinsam: Man versucht in Amerika derzeit vehement, den asiatischen Markt für sich zu begeistern und somit neues Kapital zu erschließen.
Beiden Filmen ist dies in meinen Augen auch gut gelungen, da die chinesischen Komponenten gut integriert wurden und nicht das Gefühl aufkommt, man zwingt hier ohne Sinn und Verstand einfach etwas ausländisches in die Hauptrollen, nur um “genehmigt” zu werden. Ob dem auch die Akzeptanz der asiatischen Bevölkerung folgen wird, werden wir in den kommenden Wochen erleben.
Ich freue mich ehrlich gesagt schon diebisch auf die ganzen “professionellen Verriss-Berichte” über diesen Film, weil meine heiß geliebte Feuilleton-Feudalismus-Elite sich so wunderbar herrlich über diesen “Zustand” aufregt und partout nicht begreifen möchte, dass dieses moderne Action-Kino keinerlei Ansprüche darauf erhebt, in dieser Form Tiefgang zu verzeichnen.
Ich meine: Wer in so einen Film geht, der möchte keinen Tiefgang, zumindest nicht psychologischer Natur, sondern man will Bierchen, Popcorn, coole Stunts und jede Menge dumme Action haben, die zum Abschalten taugt und CGI-Effekte aufbahrt, die man eben nicht im heimischen YouTube-Kanal nachstellen kann.
Und genau das wird geliefert! Der Film glänzt vor stupider Dummheit, wartet mit dem typischen Hochglanzmagazinfrau/integrativerVorzeige-Dunkelhäutiger/unverwundbarerActionMacho-Cast auf und bietet innerhalb der Dialoge nur Schwachsinn, enthält keinerlei nachvollziehbare Ernsthaftigkeit und bringt auch sonst storytechnisch nichts auf die Reihe (außer der einen coolen Idee, von der der Film lebt), aber genau das will man doch auch gar nicht?
Man sitzt sowieso den ganzen Film über da und wartet nur darauf, dass das Krawumms endlich losgeht und man mit überbordender Zerstörungswut auf was auch immer losgeht und metzelt und kracht, dass die Wände wackeln und die Kinoboxen an ihre Limits geführt werden.
Stichwort: Dolby Atmos. Der Coup geht nämlich vollkommen auf und man hat als Liebhaber solcher Action-Abschalt-Movies seine höllische Freude dabei, wenn man mit diesem Gigantismus einmal mehr auf unterstem Niveau Vernichtungswut über die Leinwand streut. Gerade in den heißen Tagen trägt dieser Film unglaublich dazu bei, auch psychologisch wieder etwas in kühlere Gefilde vordringen zu können und die Ausgewogenheit stimmt am Ende einfach. Man ist entertaint, man kriegt genau das, was die Erwartungen einem vorher versprechen und ich war keineswegs von irgendetwas enttäuscht, weil man sich nicht genügend Mühe gegeben hatte.
Um’s nochmal vorweg zu nehmen: Wer hier einen plausiblen Plot erwartet, hat das Prinzip solcher Filme verfehlt. Diese Pseudowissenschaft und erzwungene “Wir müssen unbedingt was bringen, um die Intelligenz dabei anzusprechen” wurde teilweise ja schon bei Rampage – Big meets Bigger anfangs ausprobiert und ist grandios gescheitert. Dafür sind solche Streifen nicht da.
Wer das braucht, dem sind in vielen anderen Sälen derzeit enorme Vorstellungen von Mission: Impossible – Fallout in allen Formen und Varianten geboten, die hatten die jahrelange Aufbauzeit und warten mit eben jenem Anspruch auf. Man merkte aber bereits im .trailer, dass MEG hier nicht in Konkurrenz treten will, sondern eher Abschalt-Abkühl-Momente bietet, für die man sich in keiner Form anzustrengen braucht, sondern sich einfach beplätschern lassen kann.
Und dass das total funktioniert, brauch ich jetzt ja nicht nochmal erwähnen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Mir hat’s richtig Laune gemacht und ich gehe definitiv nochmal rein, rate aber jedem dazu, sich mit keinerlei Ansprüchen zu bewaffnen, da der Film diese nicht erfüllen will.
The Meg ist Kopfpausen-Action-Dramatik, die unterhalten und dabei einfach CGI-Gaudi präsentieren will, welche über das Niveau der YouTube-Generation hinausgeht und Dinge bietet, die man im heimischen Eigenversuch so nicht nachstellen kann. Und genau das liefert der Film in einer lockeren Fluffigkeit, die dazu einlädt, sich zurückzulehnen und die Zeit einfach zu genießen.
Pusht den Saal so groß wie möglich, macht die Anlage so laut wie möglich und setzt euch in die Mitte des Kinos, um den bestmöglichen Spaß dabei zu haben. Und lasst diesmal die kleineren Kinos am Rande liegen, dort macht der Streifen keinen Spaß.

 
Nachspann
❌ fängt ziemlich cool in 3D an, darf nach dem üblichen Blackroll-Übergang dann aber abgebrochen werden, es folgt nichts weiter.
Kinostart: 9. August 2018

No Way Out – Gegen die Flammen

Wenn die Cover so wie das aussehen und Josh Brolin mitspielt, ist dies fast schon ein Garant für einen bombastischen Film! Tatsächlich torpediert man uns hier wieder Mal in Gefilde, die man hierzulande kaum in diesem Ausmaß kennt – und genau diese Brachialität ist überwältigend und erschütternd gleichermaßen.
Als bekennender Fan dieses strotzenden Amerikanismus’ ist dieser Film für meiner einer ein Fest sondergleichen.
Nicht wegen des Patriotismus. Der ist zwar spürbar, aber erstaunlich bodenständig. Halt eben nur so viel, damit diese Einheit gerechtfertigt ist. Nicht wegen der überbordenden Brutalität, die man in einer visuellen Schlacht über uns hereinbrechen lässt. Obwohl die auch ziemlich geil ist.
Nein, was mich wirklich an No Way Out fasziniert hat, waren die stillen Töne, die man allgegenwärtig anschlägt und in denen z.B. ein Miles Teller wunderbar aufgeht. Es fasziniert, diesem Bubi zuzuschauen, wie er gegen alle Widerstände strotzt, es fasziniert, sich auszumalen, dass diese Einheit wirklich existiert und es schockiert, dass dieser Film wahr ist!
Jeder, der ihn bisher gesehen hat, spricht in höchsten Tönen davon und wirbt bei anderen, ihn sich definitiv anzusehen und ich schließe mich diesem Chor gerne an: Packt eure Klamotten ein, holt euch .kinotickets und bevölkert die Säle, wenn dieses Werk demnächst über den Äther in die Kinosäle fließt!
Selten, dass ein amerikanisches Machwerk derart viel Sympathie, Überwältigung und Menschlichkeit ausgelöst hat, wie dieses hier. Wenn man diese Kultur nicht abgrundtief hasst und sich einfach wahnsinnig durchs Gehirn bügeln lassen will, dann ist dieser Film wie geschaffen für euch.
 

.kinoticket-Empfehlung: Der komplette Cast ist großartig, die Story schreit förmlich danach, angesehen zu werden und von überschwänglichem Patriotismus keine Spur, im Gegenteil: Es sind die leisen Töne, die das lauteste Gebrüll von sich geben.
Ich bewundere dieses Werk, ich vergöttere seine Schauspieler und der Inhalt spricht dann für sich selbst.
Wer hier kein Kino aufsucht, der ist einfach selber schuld.

 
Nachspann
Die Geschichte ist schockierend genug, da braucht es nicht nochmal einen drauf – aufstehen erlaubt.
Kinostart: 3. Mai 2018

Jack Reacher 2: Kein Weg zurück

Mit Tom Cruise geht hier wieder ein Mann an den Start, dem man gelungene Filme zutraut und auch ein gewisses Niveau abverlangt. An Geld mangelt es dem Kerl nicht mehr, an Schauspielerfahrung und Tiefenwirkung genauso wenig.
Seine persönlichen Ausflüchte in Sachen Weltansichtsüberzeugungen mal außen vor war ich von seinen persönlichen Werken in filmischer Hinsicht eigentlich immer sehr angetan, im speziellen von den Mission: Impossible-Filmen.
Mit Jack Reacher 2: Kein Weg zurück setzt er ein filmisches Abenteuer fort, dass ebenfalls an das Niveau der M:I-Reihe angrenzt, es jedoch nicht ganz aufs Podest schafft.
Keine Frage ist auch hier wieder jede Menge Größe, die einem Epos nachhallt, in jederlei Hinsicht zu finden. Drehbuch, Plot, Wendungen, Kameraführung, Look & Feel – es passt soweit.
Wer Jack Reacher nicht kennt und völlig erwartungsfrei hier rein geht, darf sich gerne auf einen soliden, überzeugenden und unterhaltsamen Film einstellen, der auch als Fortsetzung alleinstehend geschaut werden kann und nicht viel Vorwissen benötigt.
Jedoch hat mir das Quäntchen Perfektion und persönliche Leidenschaft gefehlt, dass man ihm in M:I noch angesehen hat. Reacher läuft etwas unbedeutsamer, ruhiger, unterschwelliger über die Bühne und präsentiert sich nicht von seiner glanzvollsten Seite. Dafür jetzt aber den Film extra abzuwerten, empfinde ich persönlich als zu hart.
 

.kinoticket-Empfehlung: Gute Unterhaltung, die sich oberhalb des üblichen Mainstream-Blablas befindet, erhält man hier garantiert.
Wer auf Bond-Niveau hofft, sollte seine Erwartungen runterschrauben, jedoch wird man von einem Besuch dieses Streifens auch nicht enttäuscht.

 
Nachspann
Nope – der Weg nach draußen ist nach der Abblende geebnet.

Eddie The Eagle – Eindrücke von der Pressekonferenz am 21. März 2016

20th Century Fox hat zur Pressekonferenz geladen und CinemaxX präsentiert eine Woche vorher dazu im Rahmen der Sneak Preview das deutsch übersetzte Finish des bereits rezensierten Meisterwerks Eddie The Eagle, der die unvergleichliche Geschichte des olympischen Ski-Springers mit dessen unermüdlichen Mut zur Selbstverwirklichung erzählt.
Ich hatte das Privileg und durfte im Rahmen der PK viele Eindrücke von den Schauspielern und vor allem dem echten Michael Edwards gewinnen und möchte euch nun an dieser Stelle ein paar Insider-Infos weitergeben, die ich im Zuge dessen aufgeschnappt habe.
Mit von der Partie waren Regisseur Dexter Fletcher, der originale Michael “Eddie The Eagle” EdwardsHugh Jackman, Taron Egerton, Iris Berben und jede Menge mediale Prominenz.
Iris Berben bemerkte, dass es sehr ungewöhnlich ist, wenn sie im deutschen Fernsehen untertitelt wird und sprach damit eine meiner größten Befürchtungen der deutschen Übersetzung dieses Films an, die sich irgendwo auch bewahrheitet hat: Die Sprachgrenzen-Jokes sind tatsächlich der Übersetzung anheim gefallen und finden sich somit nur in der Originalversion des Films wieder.
 

Iris Berben: “Die Magie dieses Mannes ist einfach: Er macht Mut. Er zieht einen mit, er reißt einen mit. Es ist tatsächlich möglich, gegen alle Widerstände etwas zu erreichen, und das ist natürlich eine gute Botschaft […] zu sagen: Trau dich, mach es, sei nicht konform, mach nicht alles, was von dir von anderen erwartet wird, sondern erfülle deine eigenen Erwartungen.”

 

Damit bringt sie den Kern des Films meines Erachtens nach bereits auf den Punkt. Eddie The Eagle spornt nicht nur dazu an, über sich selbst hinauszuwachsen, sondern lebt es mit einer beschwingten, komödiantischen und beinahe überdimensionierten Art und Weise vor, dass Hugh Jackman sich dazu genötigt sah, davon abzuraten, tatsächlich selbst auf die Rampe zu steigen und diese Sprünge zu wagen, man soll da sehr sensibel rangehen und gut darüber nachdenken, denn solche Sprünge können dich töten!

Auch Regisseur Dexter Fletcher bekräftigt, dass für ihn die Message der Glaube an sich selbst ist.

Michael Edwards hat sich gestern auf der Filmpremiere in Deutschland den Film bereits zum 5. Mal angeschaut und ihm kamen jedesmal die Tränen.

 

Michael Edwards: “I don’t need to understand the german to appreciate the moment in the film.”

“Ich brauch kein Deutsch zu verstehen, um den Moment im Film zu schätzen.”

 

Der bringt die Emotionen und Gedanken, die Hürden und Probleme und das Selbstengagement nämlich in einer visuellen Bildkraft rüber, bei dem nicht nur die Farben rauschend eingestellt sind, sondern der ganze Film eine gewaltige Schubkraft entwickelt, die einen selbst dazu antreiben, seine eigenen Ziele zu erreichen.

Hugh Jackman antwortet auf die Frage, ob der echte Michael Edwards mutiger ist, als er, mit den simplen Worten: “150%!” Er sprach u.a. darüber, dass man im Bonusmaterial von X-Men sehen kann, wie er schreit und weint und dass das alles nichts im Vergleich zu dem ist, was Michael Edwards auf sich genommen hat, um dieses Ziel zu erreichen. Er hat ihn gefragt, wieviele Knochen er sich in der Zeit seiner Laufbahn gebrochen hat und Edwards meinte zu ihm: “Frag mich lieber, wieviele ich mir nicht gebrochen habe: Drei.”

Taron Egerton implementierte, dass dieser Film keine forensische Untersuchung darstellt, sondern dazu designt wurde, zu inspirieren und dass sie von dieser Geschichte inspiriert wurden.

Dem Presseheft ist zu entnehmen, dass die Sprünge im Film durch sehr viel akkurate Kleinarbeit so aussehen, als hätten sie tatsächlich stattgefunden, diese Höhen jedoch von den Schauspielern aus Sicherheitsgründen niemals gesprungen wurden. Jackman kommentierte die Frage, ob er selbst je irgendeine Höhe gesprungen ist, mit den Worten: “Wenn Tom Cruise Bronson Peary gespielt hätte, hätte er die Sprünge durchgeführt.” (in Anlehnung an den irren Stunt, den er mit dem Flugzeug in Mission Impossible – Rogue Nation tatsächlich selbst gemacht hat).

Michael Edwards wurde gefragt, ob es in echt auch einen Coach wie Bronson Peary im Film gegeben hat, da diese Person aus strategischen Gründen eingesetzt wurde, um den “Flow” des Films besser voranzutreiben. Edwards antwortete: “Ich wünschte, ich hätte so einen gehabt.”

Er hat in seiner Skispringer-Karriere 20-30 Coaches gehabt und ihm war egal, ob es ein Schulteam, regionales Team, nationales Team war. Er hat einen Trainer gehabt, der 12 Jahre alt war. Er hat mit Amerikanern, Kanadiern, Japanern, Österreichern, Deutschen, Franzosen, Schweizern, Norwegern und vielen Nationalitäten trainiert und immer versucht, so gut zu springen, wie er konnte.

Dexter Fletcher entgegnete auf die Frage, wieso es 20 Jahre gedauert hat, bis jemand einen Film über eine so unglaubliche Geschichte wie Eddies Leben gedreht hat, mit den Worten: “We have to wait for Taron to be born […]” – “Wir haben darauf warten müssen, dass Taron geboren wird…” – der meistert die Authentizität nämlich mit bemerkenswert großer Schauspielkunst.

Aus Gesprächen zwischen anderen Medienvertretern konnte ich entnehmen, dass Michael Edwards zur Filmpremiere darüber sprach, dass er sich selbst auf der Leinwand wiedererkannt hat und die Verhaltensweisen und Mimiken von Taron Egerton unglaublich authentisch und real die Persönlichkeit von ihm widerspiegeln. Und ehrlich gesagt war das auch ein Punkt, bei dem ich Egerton eine unglaublich gekonnte Schauspielleistung zuspreche, denn die Mimik von ihm allein ist es wert, sich diesen Film näher zu betrachten. Einsame spitze!

Jedoch sei der Film erst heute in diesen Dimensionen möglich geworden, weil die Technik dazu ausgereift ist und früher ein solcher Aufwand kaum zu schaffen gewesen wäre, um diese Geschichte derart authentisch zu transportieren.

Michael Edwards wurde gefragt, woher er all seine ganze Kraft genommen hat, warum er niemals aufgegeben hat. Seine Antwort: “I don’t know. I guess from my parents, my grandparents […] I always as a child had to push myself.” – “Ich weiß es nicht. Ich vermute von meinen Eltern, meinen Großeltern … Ich musste mich als Kind immer selbst antreiben.”

 

Dexter Fletcher:Eddie the Eagle is for me one of my greatest achievements.”

Eddie the Eagle ist für mich eine meiner größten Errungenschaften / Erfolge.”

Iris Berben: “Eddie the Eagle is for me … ein ganz großer Glücksgriff gewesen. […] ich habe einen winzigen Part. Es ist wirklich nichts, wo ich sagen möchte, das ist in meiner schauspielerischen Tätigkeit jetzt etwas ganz besonderes, aber es wurde etwas besonders, weil ich an einem Film beteiligt bin, den ich für einen ganz ganz wunderbaren Film halte, der ganz viel erzählt, der ganz viel Leute ins Kino bringen sollte, finde ich, gerade in einer Zeit wie heute, und ich denke, er hat etwas warmes, er hat etwas zufriedenes und das ist in einer Zeit wie heute – glaube ich – ein ganz schöner Zustand, warum man ins Kino gehen könnte, sollte und muss.

 

Und damit trifft diese Frau wieder mal den Kern der Sache und spricht aus, was meine wortlosen Gedanken waren, als ich aus dem Kinosaal der Pressevorführung raus spaziert bin und irgendwie mit dem Gesehenen klar kommen musste.

Also gönnt euch die Freude, ladet all eure Freunde, Familie und Bekannten dazu ein und genießt die Verfilmung eines Menschen, der uns allen ein Vorbild mit dem ist, was er in der Vergangenheit geleistet hat.

Boy 7

David Kross ist längst eine Showgröße im deutschen Kino, das mit Boy 7 eine neue Buchverfilmung in den Ring wirft, die sich in den dystopischen Tiefen der Literatur einen Namen gemacht hat.
Die Umsetzung trägt signifikante Merkmale deutscher Produktionen, wartet hier aber mit sehr viel Eigenständigkeit, Einfallsreichtum und vor allem dem Griff nach Unerwartetem auf. Gerade am Anfang bringt man einen Plot zum Laufen, der Lust auf mehr macht und somit für Langeweile absolut nichts übrig hat.
Die Erzählung trägt sich durch Unwissenheit von einer Szene zur nächsten und enthüllt dabei immer ein paar mehr Fetzen von dem, was im Untergrund gespielt wird. Ob diese Geschichte nun plausibel ist oder sich mit ihrer Tendenz eher auf Fiktion ausrichtet, ist fast schon gar nicht mehr von belang.
Der Gang ans ganz große Rednerpult der Unterhaltungen mag hier wohl noch ein paar mehr Anläufe benötigen, jedoch zeigt man, dass auch unser Land dazu fähig ist, wunderbare Geschichten zu erzählen, die unterhaltsam, spannend und mit Gefühl durch das Gezeigte führen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer schon an Krabat seine Freude hatte, darf sich hier auf ein weniger düsteres Abenteuer freuen, dass jedoch mit gleich viel Empathie und Strukturfreude aufwartet.
Die Spannung wird bis zum Schluss gehalten und die Geschichte solide auf den Punkt gebracht. Ob nun realistisch oder nicht – unterhalten wird der geneigte Thriller-Fan auf jeden Fall.

 
Nachspann
gibt’s keinen, der ist aber auch gar nicht notwendig.

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