Wer sich den Trailer anschaut und diesem Genre etwas abgewinnen kann, dem kribbelt es anschließend tierisch in den Fingern. Ich hab mir extra eine große Portion Extrazeit mitgebracht, um mir den Streifen in der Nachtvorstellung noch anzuschauen und da ich mein Stammkino für seine Lautstärke und immense Wucht, die damit verbreitet wird, tierisch liebe, wurde es einfach nur eine gelungene geile Vorstellung.
Aber der Reihe nach. Allein schon der Titel ist dem genialen Einfall so unterlegen, dass man hofft (und die Gebete werden teilweise bereits erhört), dass demnächst noch weitere Teile diesbezüglich aufkreuzen werden. Dieser Thematik hat man sich so in der Filmwelt noch nie angenommen und dabei gänzlich (!) auf sämtliche Vorfälle und Handlungen verzichtet, die dem Horrorfilmschauer übel aufstoßen könnten.
Ganz im Ernst: So ernsthaft, normal, realitätsgetreu und brillant habe ich lange keinen Schauspieler mehr solch ein Thema spielen sehen wie in Lights Out. Nicht nur die Kinderdarsteller sind hervorragend gecastet, sondern auch die Erwachsenen enttäuschen zu keiner Zeit mit irgendwelchen Plattitüden, für die man die Protagonisten in Horrorfilmen so oft hasst.
Doch nicht nur im Spiel selbst, sondern auch bei der Einbeziehung der verschiedenen Optionen während der Show verzichtet man hier gänzlich auf Dummheit und obliegt einer realitätsnahen Schärfe, die man sich in so vielen anderen Filmen dieser Art so sehr wünscht. Wie erstaunlich und selbstreflektierend man sich hier immer wieder auf die Suche nach dem titelgebenden Licht macht, grenzt fast schon an ein Kunstwerk und lässt vergessen, dass keine milliardenschweren Sponsoren im Hintergrund sitzen, die sich Probleme einfach mit Geld wegkaufen.
Diese Ausdrucksstärke in den Gesichtern und den Augen der Darsteller, das Mitdenken in brenzligen Situationen und im Affekt richtige Handeln, der Schauer, der einem als Zuschauer durchaus die Rückenpartien runterläuft, während man nicht gespielt und erzwungenermaßen, sondern reell geschockt wird – von mir eine Eins Plus.
So unbefremdlich und klasse war schon lange kein Horrorfilm mehr, der dazu auch noch den Weg ins Kino überstanden hat. Ich war einfach nur begeistert und bete, dass man diese Schiene nicht zerfleddert und genauso derbe ausschlachtet, wie seinerzeit Saw. Dann hätten wir nämlich endlich wieder mal etwas, worin man sich als Fan gerne badet und das auch im heimischen Kino durchaus zu überzeugen weiß.
Auch erwähnenswert: Benjamin Wallfisch – der schon die Trailersounds für Die Insel der besonderen Kinder spendierte und damit voll ins Schwarze traf. Dieser Musikspezialist trumpft hier auch wieder mit einem Beat zum Niederknien auf, der allein schon Grund ist, selbst als Blinder die Vorstellung zu besuchen und sich von dieser tragenden Schwere langsam ins Reich des Staunens tragen zu lassen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Horror, der sich lohnt? Lights Out.
Nach diesem Film gehst du garantiert nicht ohne Taschenlampe ins Bett. Schocker, Darstellung und Realitätsnähe sind hier am oberen Limit und überzeugen mit einer Natürlichkeit, die seinesgleichen sucht.
Nicht nur der Sound überzeugt auf voller Länge, sondern sämtliche Horrorfilmklassikerdummheiten wurden ausgelassen und machen einer wunderschönen Normalität Platz, die man in vielen anderen Filmen dieses Genres oft vermisst. Wenn sich ein Film zum Gruseln lohnt, dann ist es Lights Out – also rein da!

 
Nachspann
kommt außer der abnormal geilen Mucke nichts mehr, auf das man warten müsste. Aber die Musik …. schwärm