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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Frederic Linkemann

Sauerkrautkoma

Langsam wird’s unübersichtlich im Eberhofer-Universum, darum hier für euch mal die Reihenfolge der Bücher/Filme zum Nachschlagen und Nachschauen:
1) Winterkartoffelknödel
2) Dampfnudelblues
3) Schweinskopf al dente
4) Grießnockerlaffäre
5) Sauerkrautkoma (aktuell in den Kinos)
6) Zwetschgendatschikomplott
7) Leberkäsjunkie
8) Weißwurstconnection
9) Kaiserschmarrndrama
Sauerkrautkoma bildet nun also die derzeitige Halbzeit der bisher erschienenen Krimis von Buchautorin Rita Falk, die in ihren Geschichten rund um den konsequent genervten Polizisten Franz Eberhofer ein geniales Universum geschaffen hat, dass die Bayern in ihren tiefsten Klischees ausleuchtet und dabei durch bissigen Humor und zynische Pointen bestens unterhält.
Und da es Krimis wie Sand am Meer gibt und immer irgendwo irgendwer umgebracht, erschossen, getötet oder sonstwas wird, fragt sich der TV-getränkte Zuschauer vielleicht, weshalb er jetzt genau in diesen Film gehen sollte. Mein Tipp: Schaut euch die Vorgänger einfach nochmal chronologisch von Beginn an, damit ihr den Aufbau der Charaktere und die Erschaffung vieler Running Gags besser versteht, denn dadurch kommt die Sympathie und das Ins-Herz-Schließen ganz von allein. Die Truppe ist einfach ein bayerisches Original, dass es selbst außerhalb des Weißwurst-Äquators zu Bekanntheit geschafft hat und sogar im Norden Deutschlands für Nachfrage sorgt.
Mit den Eberhofer-Krimis ist in meinen Augen ein Stück deutsche Kinogeschichte gelungen, das man selbst international als Erfolg verkaufen könnte, da die Bissigkeit und Einzigartigkeit der einzelnen Protagonisten so detailliert und sprachlich genial herausgearbeitet wurde und dieses Biotop der dörflichen Kommune einfach funktioniert. Wer sich also von bayerischer Authentizität bespaßen lassen möchte, kommt um die Falk-Verfilmungen nicht drumrum und sollte hier beherzt zugreifen.
Im mittlerweile fünften Teil der längst nicht abgeschlossenen Buchreihe (Falk arbeitet aktiv an neuen Krimis) hat man nun einen gewissen Standard etabliert, der vielleicht nicht mehr mit dem versessenen Zynismus aus Teil 1 und 2 aufwartet, deshalb aber trotz allem nicht weniger lustig ist, sondern bestens unterhält und schon in der ersten Minute für ein wohliges Heimatgefühl sorgt, das es in diesem Ausmaß so noch nicht auf der Leinwand gegeben hat.
Für mich ist es immer wieder ein Fest, wenn ein neuer Teil in die Kinos kommt und ich nutze die Chance, mir dann die bestehenden Teile erneut anzusehen um wieder völlig in das Eberhofer-Universum abzutauchen und diese Welt voll auszuschöpfen und zu genießen. Ich zumindest wünsche mir bei jedem weiteren Teil, dass die Saga niemals enden möge, dafür ist sie einfach viel zu gut!
 

.kinoticket-Empfehlung: Der griesgrämige Polizist Franz Eberhofer in seinem fünften Streich: Alle Vorgängerfilme waren zumindest im Süden Deutschlands ein riesiger Erfolg und an diesen Geniestreich grenzt auch der aktuelle Teil an: Lacher, Tränen und jede Menge urkomische Bayern-Originale sind garantiert und sorgen in den Kinos für Kurzweil und beste Unterhaltung.
Reingehen definitiv erlaubt: Wer die Vorgänger noch nicht kennt, sollte dies schleunigst nachholen, da die Reihe auf sich selbst aufbaut und man sonst die Running Gags und viele Insider nicht wirklich versteht.

 
Nachspann
❌ muss man diesmal nicht bis zum Schluss abwarten, hier folgt nichts weiter. Man wird soft entlassen.
Kinostart: 09. August 2018
Cast & Crew werden im Rahmen des Kinostarts von Sauerkrautkoma eine Kinotour veranstalten und sind in unterschiedlicher Besetzung an vielen verschiedenen Orten zugegen, um ihren Film vorzustellen und Fans Rede und Antwort zu stehen.
Los gings am 6. August 2018 im mathäser München und ab sofort dann durch 33 Städte, bis die Tour am 19. August 2018 im Cinestar Ingolstadt endet.
In den verschiedenen Orten werden jeweils unterschiedliche Darsteller und/oder Crew vor Ort sein, genaueres entnehmt ihr bitte dieser Seite, die neben den einzelnen Standorten auch jeweils die Kinos und anwesenden Stars aufgelistet hat.
Weitere Kinostarts in ganz Deutschland folgen und werden bei Bekanntgabe hier aufgelistet.
Und zum Abschied noch ein paar Impressionen von der Deutschlandpremiere in München direkt vom Red Carpet! Viel Spaß! 🙂
 

Servus Baby (36. Filmfest München)

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Felix Hellmann und Natalie Spinell auf der Weltpremiere von Servus Baby im HFF auf dem 36. Filmfest München

© 2018 .kinoticket-blog.de

 
Binge-Watching auf dem Big Screen… die Zeiten sind längst da gewesen, in denen man mich permanent gefragt hat, ob ich auch Serien schaue und bewerte … und meine Antwort lautete stets: Wenn sie auf dem Big Screen laufen, dann schon.
Jeder von euch weiß, dass ich kein Freund von kleinen Monitoren bin, selbst relativ wenig fernsehe und absolut kein Interesse an billigem Niedrigniveau-TV-Schund habe, der intellektuell anspruchslos ist und volksmündisch die dahinsiechende alte Fraktion befriedigt.
Als genau das könnte man aus den Augen der Jugend betrachtet auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen bewerten, die Argumentationen bezüglich jugendhafter Inhalte auf öffentlich-rechtlichen Sendern lässt ja zuweilen arg zu wünschen übrig. Zu recht, möchte man meinen, denn Paradebeispiel-Sender wie Das Erste und ZDF haben sich in ihrer Vergangenheit selten mit Ruhm bekleckert, was die Beliebtheit bei unter 49jährigen angeht.
Wenn man sich jetzt davon mal abwendet und gleich in die “Dritten” geht, landet man beim Bayerischen Fernsehen und dort bei einer grandiosen Serie, die Fernsehen quasi revolutioniert und etwas bisher nie Dagewesenes bringt, dass so viel Esprit und Charme versprüht, dass es sogar in den Kinos für tosenden Applaus sorgt.
Aber immer mit der Ruhe: Serien laufen deshalb ungern auf großen Leinwänden, weil die Inhalte eben nicht dafür ausgelegt sind, ein großes Publikum auf kurze Sicht vergnüglich und zufriedenstellend zu unterhalten und die zeitliche Planung zum Sichten aller Folgen einer Staffel oftmals miserabel ist. Aus dem Grund gibt es VoD-Anbieter zu Hauf, die eben diese Lücke schließen und quasi den “Es dauert ewig, geht sehr in die Tiefe und ist pro Folge eben nicht massig mit Inhalt voll”-Button permanent gedrückt halten und alles abseits von Film per Stream durch den Äther jagen.
Wie also sollte man dann eine Serie bewerten, die – via Binge-Watching – auf dem 36. Filmfest München in einer Komplettshow gezeigt wird und beim Publikum für Standing Ovation gesorgt hat?
Leute? Ich saß im Kino und hab gedacht, ich bin das erste Mal meines Lebens tatsächlich im Himmel! Dieses Gefühl, das zu erleben … innerhalb der Landesgrenzen des sonst so biederen Deutschlands, dass sich in seiner Geschichte angewöhnt hat, nicht begeistert zu sein bzw. seine Begeisterung nicht emotional ausdrücken zu können … und dann zu spüren, wie das Publikum klatschen will, obwohl die Folge noch gar nicht vorbei ist … der helle Wahnsinn.
Also nochmal auf Deutsch: Ich, der TV-Hasser, habe im Kino gehockt und eine Serie vom BR auf der großen Leinwand geschaut und wurde emotional plattgewalzt von Gefühlen, die permanent zwischen Lachen, Weinen, Mitgefühl, Sorge und extravagantem Humor hin- und her wechselten. Im Ernst: Bieder ist was vollkommen anderes. Altbacken und seltsam, heimatkanalmäßig und volksmusiktrunken, all das lässt sich überhaupt nicht auf das anwenden, was Felix Hellmann und Natalie Spinell da auf den Screen gebracht haben: Der Humor ist sowas von erste Sahne, dass man nicht anders kann, sondern lachen muss!
Ich fühle mich als Wortakrobat kaum in der Lage dazu, würdig genug auszudrücken, mit welcher Verbalwucht man da auf die Menschheit losgegangen ist und sich gleichzeitig aus den Vorurteilsfesseln gesprengt und vom biederen Touch des öffentlich-rechtlichen Fernsehens befreit hat: Dieses Ding ist eine Sensation, die das Fernsehen grundlegend revolutioniert!
Die Dialoge (Deutschland kann keine Dialoge? Äh … doch!) sind der Hammer! Die benutzte, hoch-rasante Situationskomik ist zum Niederknien und die Konversationen brechen mit alten Gewohnheiten und machen Platz für eine von der Jugend verehrbare Form der Unterhaltung, die gänzlich in ihrem Sinne arbeitet und dabei gleichzeitig unterschwellig alles richtig macht in Sachen gendern: Man hat nicht das Gefühl von “Bäh”, sondern liebt es und möchte am liebsten zum Schluss auf “Replay” drücken und alles von vorne nochmal ansehen! Der BR zählt ab sofort zu den nicht-prüden Sendern, denn sowas hätte ich allen zugetraut, aber nicht diesem Sender.
Zeitweise hatte ich das Gefühl, Deutschland kontert nun die Desperate Housewives in einer spritzigeren, besseren und geografisch näher bezogenen Variante, von der ich einfach nur mehr sehen will! Ich bin euch garantiert böse, wenn ihr keine weiteren Staffeln davon dreht und damit endlich dauerhaft jugendlichen Flair in die senile, verstaubte, deutsche Fernsehlandschaft tragt und endlich ALLEN Bürgern Argumente liefert, wozu die Rundfunkbeiträge gut sein können!
Dieses Ding ist so gut, dass es eben nicht nur im TV funktioniert, sondern grandios auf der Kinoleinwand punktet und – so glaube ich – jeden im Saal absolut begeistert hat.
Obwohl die Ausstrahlung für September 2018 im BR geplant ist, wäre es doch absolut wünschenswert, diese Folgenkombination bis dahin noch durch die Kinos zu jagen, denn ich bin mir sicher, dass sich die Freude darüber auch in regulären Vorstellungen aufrecht erhalten lässt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ein grandioser Befreiungsschlag für das deutsche Fernsehen: Revolutionär, wortgewaltig und voller Humor und Emotionen – Servus Baby überzeugt in jederlei Hinsicht und tischt einen frischen, jugendlichen Geist auf, der sich die Geschlechter ganz neu vorknüpft und daraus etwas absolut Sehenswertes macht, dass es so im TV noch nicht gegeben hat!
Ich fiebere dem September entgegen und werde den ganzen Monat lang das Programm des Bayerischen Fernsehens aufzeichnen, um diese Serie ja nicht zu verpassen! Und ihr solltet dem gleichtun und euch dieses Wunderwerk nicht entgehen lassen – sowohl Mann als auch Frau haben daran garantiert helle Freude.
Lasst es euch auf der Zunge zergehen: Eine Serie des BR ist so grandios, dass sie sogar auf der Kinoleinwand für ekstatischen Beifall sorgte – Servus Baby muss man gesehen haben!

 
Nachspann
in Kurzform, den darf man ruhig abwarten. Die Zeit bis zur nächsten Folge zählt man aber am liebsten in Millisekunden. MEHR DAVON!
Kinostart: Ab September 2018 im Bayerischen Fernsehen
 
Und im Anschluss gibt’s noch ein paar Impressionen von der Weltpremiere von Servus Baby auf dem 36. Filmfest München im HFF – viel Spaß damit 🙂
 

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