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Tag: Familienfilm

Thilda & die beste Band der Welt

Erst kuckt der Typ überhaupt Kinderfilme, dann schaut er auch noch norwegische Kinderfilme … Was zur …
Erinnert euch daran, dass mit Baymax ein Kinderfilm den Ursprung dieses Blogs ausmacht, auch wenn das – zugegeben – früher niemals mein Genre gewesen ist und ich so manchem Versuch auch heute noch absolut nichts abgewinnen kann.
Thilda & die beste Band der Welt ist in zweierlei Hinsicht verschieden: Erstens gehört er zur Kategorie “Foreign Language Movies” und liefert somit einen Einblick in fremde Kulturen und lässt über den Tellerrand des eigenen Alltags blicken. Und sowas ist genauso wichtig, wie ständig auf Reisen zu sein, um seinen eigenen Horizont zu erweitern und festzustellen, dass so manch kleinkarierte Borniertheit auch in Deutschland nicht angebracht ist.
Und zweitens ist Norwegen bekannt für verdammt guten Rock. Eigentlich ist Norwegen (abgesehen von Fjords) nur bekannt für verdammt guten Rock. Und das hier ist ein Kinderfilm! Leute, schaut (und hört) euch das an => Der Wahnsinn! Da kacken alle promovierten Radiosender dieses Landes dagegen ab. Und ja, ich hab ne Guitar-Meise, was das angeht . Es ist wundervoll, dass es solche Filme auch in Deutschland in die Kinos (oder zumindest auf die Festivals) schaffen und man sich auch außerhalb Norwegens an dieser akustischen Gourmet-Rarität erfreuen kann.
Dazu noch ein paar richtig nette Humor-Einlagen, spannende Twists und landestypische Long-Hair-Milchbubi-Gesichter und fertig ist der absolut gelungene Kinderfilm, den es ab der kommenden Kinowoche zu bestaunen gibt.
Gönnt euch und bietet euren Jüngsten mal etwas anderes als den typischen Fernsehquatsch, den man sonst so zu Gesicht bekommt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Norwegischer Rock im Kinderfilm-Format: Eine Rarität, die man sich definitiv in einem gut bestückten Kino ansehen sollte, um die ganze Bandbreite musikalischen Ausmaßes vollends genießen zu können.
Der Twist ist spannend aufgebaut und die Story sicher nicht nur für die Kids ein Spaß.

 
Nachspann
✅ entlässt einen seicht ins Schwarze… nicht zu schnell aufspringen, sondern gemächlich nach draußen gehen.
Kinostart: 20. September 2018
Original Title: Los Bando
Length: 94 Min.
Rate: FSK 0

Die kleine Hexe

Ottfried Preußlers Kindergeschichten begeistern seit jeher in Buchform die Familien – und es zählt zum ungeschriebenen Gesetz, dass verfilmt wird, was verfilmbar ist.
Die kleine Hexe gehört zu seinen bekannteren Werken und erzielt derzeit in Deutschland große Aufmerksamkeit, u.a. durch einen aufgestellten Weltrekord, der gleich zweimal ein Erfolg war: Zum einen haben sich erstmalig 188 Kinos an dieser Aktion beteiligt (so viele, wie noch nie) und zweitens hat man damit die weltweit meisten Hexen/Zauberer/Magier in einer Preview zusammen bekommen – genauer gesagt 6434, die sich gleichzeitig in Deutschland und Österreich in Verkleidung in den Sälen getroffen haben um die Premiere dieses Films gemeinsam zu feiern.
Zum Film selbst: Ich finde die Umsetzung wahnsinnig liebevoll und reizend, zumal eben nicht der “große böse Disney-Wolf” ausgepackt wird. Karoline Herfurth versteht durch ihre ungemein angepasste, kindlich liebevolle und wärmende Art, weder Angst und Schrecken zu verbreiten und dennoch im Metier der Hexen zu verweilen um eine tolle Geschichte zu erzählen, die die Kinder im Saal auf Trab hält und erzählerisch begeistert.
Mein Problem mit ihr ist folgendes: Für deutsche Verhältnisse spielt sie überragend. Sie hat etwas, dass aus ihr eine ganz große Filmpersönlichkeit machen kann, aber mir fehlt ein klein wenig das individuelle Extra, quasi ihr Markenzeichen, wenn man so will. Alles, was sie bisher angepackt hat, war auf hohem Niveau, lässt sie sich von anderen Schauspielerinnen unseres Landes deutlich abheben, aber internationale Stärke gewinnt sie in meinen Augen damit nicht automatisch, sondern da fehlen eben noch ein paar Treppenstufen, um an Schauspiellegenden wie Jessica Chastain, Jennifer Lawrence oder Emily Blunt heranzureichen.
Den (hoffentlichen) Erfolg von Die kleine Hexe verdankt der Film aber definitiv ihrem Wirken, weil sie in ihrer Rolle ungemein großartig aufgeht und ihre eigene kleine Welt in dem Film mit unvergleichlich viel Liebe und Demut an die Zuschauer weitergibt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Familientauglich ersten Grades mit einer sehr präsenten, liebevollen und überzeugenden Karoline Herfurth, die in letzter Zeit alles richtig macht – aber dennoch noch zu ihrer ganz persönlichen Note finden muss, um sich dauerhaft zu etablieren.
Der Film schmiegt sich nicht in bekannte Klischees ein, sondern erzählt von Boshaftigkeit befreit die seeligen Geschichten aus den bekannten und beliebten Büchern Ottfried Preußlers.
Für’s Familienkino diese Woche der absolute Filmtipp!

 
Nachspann
wurde mit kleinen Animationen aufgehübscht, braucht aber deshalb nicht zwingend abgewartet werden. After-Credit-Scenes folgen keine weiter.
Kinostart: 1. Februar 2018

(Trailer) Burg Schreckenstein 2

Nach langer Zeit gibt’s endlich mal wieder den .trailer-Sonntag, heute aus dem Hause Concorde.
 
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=3KGvdZ1m0Jc&w=560&h=315]
Schulspaß präsentiert von © 2017 Concorde Filmverleih GmbH
 
Warum man den Film gesehen haben sollte
Bereits der erste Teil zeugte davon, dass Schule nicht ausschließlich langweilig und doof sein muss, sondern fetzige Gaudi und spannendes Lernen sich gegenseitig nicht ausschließen.
Bereits im .trailer wird angekündigt, dass auch hier wieder jede Menge neue Ideen, viel Turbulenz und frischer Wind in die coolste Schule Deutschlands katapultiert wird und man den Freudenfaktor aus dem Vorgänger durchaus aufrecht erhalten will.
Ich für meinen Teil freue mich auf den
Kinostart: 7. Dezember 2017

Bigfoot Junior (3D)

“Kinderfilm!!!” schreit es aus den Mündern der kleinen Götter, die für die Vorurteile in den Köpfen Erwachsener zuständig sind und insgeheim die Weltherrschaft längst an sich gerissen haben. Und ja, der Trailer vermittelt genau dies, das Plakat dementiert davon nichts und rein geht wirklich nur, wer selbst auch welche von den kleinen Schreihälsen dabei hat (und insgeheim hofft, dass die jetzt wenigstens mal 2 Stunden die Klappe halten).
Tja, weit gefehlt. Bigfoot Junior hat mich in vielerlei Hinsicht tatsächlich richtig vom Hocker gehauen. Ich mein: Nimm die Maske der Animation beiseite, schieb das Programm in die 20 Uhr Schiene und James Bond bekommt auf einmal Konkurrenz. Nicht, weil es sich hier auch um Agentenscheiß handelt, sondern einfach, weil der Film durch seine Machart dieser Größe und dem professionellen Erwachsenen in absolut nichts mehr nachsteht.
Woran ich das genau festnageln soll, weiß ich nicht – der Kameraführung? Der Zeichnung? Dem absolut gehaltvollen Plot? Dem “Action-Momentum”, dass sich aus der Tiefe der Kreativität erhebt und gemeinsam mit dem Soundtrack und der gekonnten Blickführung etwas vollkommen Großartiges erschafft, das dem Zuschauer als Kino-Highlight vorgesetzt wird?
Dazu das unfassbar (!) räumliche 3D, das auf mich so krass wirkte, dass ich ernsthaft am Überlegen bin, ob ich euch nicht lieber davor warnen statt davon schwärmen soll, weil die ganzen “Epilepsie”-Warnungen, die man von Spielepackungen so kennt (sollte man tatsächlich – wie ich – die Einleger mal durchlesen), auf einmal doch Sinn ergeben und es absolut ratsam ist, sich nicht in die Vorstellung zu hocken, wenn man eh schon einen flauen Magen hat?
Auf jeden Fall haut’s rein – so sehr, dass sich auch ungezwungen jeder Erwachsene zu jeder Tageszeit in eine dieser Vorstellungen setzen kann und nicht enttäuscht wird.
Hut ab vor dem, was da geschaffen wurde. Entertainment für die Kinder, Technik und Background-Können für die Erwachsenen und einfach Spannung und Abenteuer, dass so sehr aus allen Nähten platzt, dass man es ohne zu Überlegen und ohne viel Zutun ohne Schwierigkeiten als Megablockbuster auf ProSieben präsentieren könnte und niemand erahnen würde, dass dieses Stück einst aus der Feder für Kinderunterhaltung entschlüpfte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Würde ich wieder reingehen?
Auf jeden Fall. Aber nur in Begleitung, denn der Film geht zu sehr in seinem voreingestellten Klischee unter und ist dabei um so vieles Größer als man ihm zutraut.
Was auch immer die Plakateure dazu getrieben hat, hier nur Kinder ansprechen zu wollen: Die Schaffenskunst, die hinter diesem Projekt steckt, ist absolut ausgereift und spricht daher auch alle anderen Altersklassen an, ohne dabei in irgendeiner Form zu hinken.
Rein gehen!

 
Nachspann
Braucht man nicht abwarten, hier kommt nichts mehr.
Kinostart: 17. August 2017

The Boss Baby

Meine Erwartungen waren groß, der Trailer herausragend und der Film einer der Filme, auf die man schon lange hinfiebert.
Dass das 3D genial werden würde, ließ der 3D-Trailer bereits erahnen. Wie tiefgründig die Geschichte am Schluss tatsächlich sein wird, konnte aber niemand vorhersehen. Im Prinzip war der gesamte Saal positiv überrascht.
Und dabei spreche ich jetzt nicht von den eingefleischten Literatur-Kritikern aus der einschlägigen Presse, sondern von Menschen wie dir und mir und jeder Menge Kindern. Dieser Film birgt so viele Herzensgüte, Familiensinn, beleuchtet die Beziehungskomplikationen verschiedener Generationen und arbeitet sie in witziger, familientauglicher und lehrreicher Form auf.
Dabei besinnen sich die Macher auf eine Sache, für die eine Kinoleinwand quasi wie geschaffen ist: das Geschichten erzählen. Als Zuschauer bekommt man hier so eine wunderbare Story vorgelegt, der es prinzipiell an nichts mangelt. Vielleicht hat der ein oder andere zu Beginn noch 5-10 Minuten Schwierigkeiten damit, sich in die Charaktere hineinzuversetzen, danach packt einen die Story und man ist komplett in dieser Welt gefangen, in der einem (wieder) beigebracht wird, zu träumen. Genau diese Fähigkeit haben viele Erwachsene ja mit zunehmendem Alter verloren.
Hier spielt der Film eine seiner größten Stärken aus: er ist nicht nur für das jüngste Publikum, was man anhand des Kinoplakats vielleicht vermuten würde, sondern er spricht alle Altersgenerationen an und vermittelt hier nicht nur Unterhaltung für die Kids, sondern birgt neben unzähligen Anspielungen auf weitere Filme noch so viel Tiefgründigkeit und philosophisches Potenzial, dass auch erwachsenen Zuschauern jede Menge mit auf den Weg ins Leben gegeben wird.
Man hat extrem viel zu lachen, feiert eine Form von trockenem Humor, dem ich sehr viel abgewinnen kann und trumpft mit Gag-Salven auf, die die Vorschau aus dem Trailer klein aussehen lassen.
Dabei beschränkt man sich aber nicht auf eine erzwungene Witzigkeit, wie es bei vielen Comedyfilmen der Fall ist, sondern liefert ehrliche Gags und ein breites Potpourri großartiger Emotionen. In Verbindung mit der herrlichen Inszenierung verschiedenster Gedanken und Träume ergibt The Boss Baby einen Film, der sich den Weg direkt ins Herz des Kinogängers spielend leicht erobert.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer also mal wieder ungeniert und völlig frei lachen möchte und dabei vielen Emotionen freien Lauf lassen, für den ist dieser Film genau das richtige.
Er packt sowohl Jung als auch Alt am Schopf und überbringt neben vielen gelungenen Gags auch mega viele eindrückliche Botschaften, die bei allen Anwesenden reine Begeisterung auslösten.
Ein Film, für den sich der Gang ins Kino definitiv lohnt!

 
Nachspann
Sitzen bleiben. Hier wird nicht nur der komplette Abspann durchanimiert, sondern dazwischen und auch nach dem Ende kommen noch weitere lustige Szenen.

Rettet Raffi!

Es geht um Kinder. Es geht um Hamster. Und es handelt von grottenschlechter deutscher Schauspielerei. Dieses Kinojahr hat mit Rico, Oscar und das Herzgebreche und Die Coopers – Schlimmer geht immer bereits bewiesen, dass unser Land auch anders kann. Mit Rettet Raffi! beweist man wieder mal, dass es eben immer noch Idioten gibt, die meinen, man muss diesen fürchterlich schrecklichen, realitätsfernen Akzent auf die Leinwand bringen.
Gleichwohl gilt selbiges für das Verhalten der Erwachsenen in diesem Film: Derartige Doofheit gibt es wohl nur in hässlichen Kinderbüchern. Hier hatte Rico wesentlich mehr Charme und die Erwachsenenriege hat sich dort wesentlich normaler verhalten. Dieses kindische Dummtun lässt einen im Kino wie ein zurückgebliebenes Baby fühlen, dass man mit “Gucci-Gucci”-Lauten in der Wiege zum Lachen bewegen will.
Mag sein, dass sich Kinder ohne bereits ausgebildetes Gehirn darüber wirklich amüsieren können, von Bildungsfernsehen oder Message-mit-auf-den-Weg-geben kann hier aber wirklich keine Rede sein.
Traurig, dass sich die Filmförderungsanstalten für so einen Blödsinn mit Begeisterung opfern und Gelder für Produktion und Herstellung von solch einem Mist verbrennen. Ein Stück deutsche Kultur? Mag sein – sie folgt fast allem, das früher den Weg ins Kino gefunden hat: Man schämt sich so sehr, dass man froh darüber ist, im Kinosaal schwarze Wände und fehlendes Licht vorzufinden.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer in der Lage dazu ist, sein Gehirn vollständig auszuschalten oder gar nicht erst eines besitzt, der wird diese Vorstellung mit Bravour überleben.
Alle anderen werden wohl ihre Schwierigkeiten haben, wenn es um echte, natürliche Sprache und sinnvolle Handlungen geht, die irgendwo im Bereich der Normalität angesiedelt sind. Genau das packt einen doch: Wenn es so auch wirklich passieren könnte, egal, wie konfus die Story ist.
Und davon ist Rettet Raffi! meilenweit entfernt.
Wenn ich jetzt spoilern dürfte, würde ich nur zu gern die Idiotie belegen, die man uns hier auf der Leinwand zu verkaufen versucht, auf die doch nicht ernsthaft auch nur ein einziger reinfallen kann.

 
Nachspann
Wie so oft lohnt sich auch hier das Warten nicht. Man darf sich also getrost nach draußen verziehen und sich liebevolleren Dingen widmen – zum Beispiel besseren Filmen, die einen nicht verarschen.

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