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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Entzug

A Star is Born

A Star is Born: einer der Filme, auf den mein Umfeld zur Zeit gerade sehnsüchtig wartet. Viele sehen den .trailer und zerschmelzen, sobald Lady Gaga ihren Mund aufmacht und singt.

Cool. Und ja, auch ich hatte zeitweise dabei Gänsehaut, auch wenn ich dem medialen Hype, der um diese Frau gemacht wurde, unlängst nichts abgewinnen kann.

Als Kinokenner hat man natürlich so seine lieben Bedenken, wenn der Hauptdarsteller gleichzeitig auch Regisseur eins Films ist: Ungeschriebenes Gesetz Nr. X: Sowas geht in der Regel komplett in die Hose.

Fakt 1: Bradley Cooper ist ne unglaublich coole Socke, der schauspielern einfach drauf hat.

Fakt 2: Lady Gaga kann singen.

Fakt 3: Die beiden sind ein unglaublich gutes Team, was diesen Plot angeht.
Und die Bedenken werden … wahr :/ – was allerdings weniger schlecht ist, als ihr jetzt vielleicht denkt.

Der Punkt ist: Der Film ist da. Er hat alle Komponenten, die ein Film braucht und schmeißt sie alle in einen Topf. Sprich: Nichts davon ist wirklich schlecht. Nur die Komposition, das “Umrühren beim Kochen” und zusammenstellen der einzelnen Single-Parts, wie ein Koch es tut, wie ein Dirigent es tut … oder eben: wie ein Regisseur es tut – das fehlt. Da geht Cooper ein wenig der Arsch auf Grundeis.

Sprich: Das Ding hat keinen richtigen Plot, erzählt aber trotzdem eine Geschichte und alle Bausteine, die da so auf dem Boden liegen, sind für sich allein total schön und gemütlich, herzerweichend und geil. Und darum hat man beim Film absolut kein schlechtes Gefühl, fühlt sich verlassen oder ähnliches, sondern der Sound umspült trotzdem die Herzen und: Wenn beide (!!!) den Mund aufmachen und singen, dann löst sich der Boden unter euch allen auf und ihr schwebt in Sphären, von denen ihr vorher nichts wusstet! Die Songs sind alle !!! unfassbar geil und berühren die Herzen!
Allein dafür: .kinoticket lohnt!

.kinoticket-Empfehlung: Die Songs!!!!!!!!!!!!!!

Kurz gefasst: Bradley Cooper ist kein Regisseur, sondern Schauspieler, der Film beinhaltet aber trotzdem alles, um die Menschen mit den unglaublich geilen Songs wegzubashen. Der übliche “Weg” des Plots fehlt einfach ein wenig, die einzelnen Bausteine sind unsortiert aber dennoch unfassbar schön und den Besuch im Kino wert!

Achja: Sucht euch große Säle mit guten Boxen aus – davon lebt der Film!

Nachspann
✅ Ihr seid in einem Musikfilm. Und Nachspänne sind die Heimat von Musiksongs!

Kinostart: 4. Oktober 2018

Original Title: A Star is Born
Length: 136 Min.
Rated: FSK 12

Don't Worry – Weglaufen geht nicht

Endlich wieder ein Titel, der von amazon studios produziert wurde und trotzdem das Licht der Leinwand erblicken darf: Dieses Werk braucht sich überhaupt nicht hinter aktuellen Kinoblockbustern verstecken, sondern zeigt einmal mehr, wozu das ehemalige Buchverkäufer-Label in der Lage ist. Und ich finde es großartig, dass man diesem Stück die Kinoauswertung nicht vorenthält, sondern den Zuschauern die Möglichkeit gibt, das Werk auf dem Big Screen zu besehen.
Die Story basiert auf dem wahren Cartoonisten und wird von Joaquin Phoenix hervorragend gespielt. Hat der überhaupt je einen Flop produziert? Mit flapsigem Humor bestückt schlängelt sich das bewegende Drama über alle Ebenen hinweg und portraitiert den Aufstieg und Fall eines Menschen in unterhaltsamer und einprägender Weise.
Die Portion Ruhe, die der Film dabei mitbringt, wirkt wie eine solide Basis, die es einem seelisch nicht ermöglicht, in irgendwelche Abgründe zu fallen, sondern garantiert, dass man trotz der ernsten Phasen dennoch seinen Spaß hat und nicht selbst in irgendwelche Depressionen rutscht. Zeitweilig wirkt es fast wie eine Doku, allerdings ohne das Stundenplan-Gefühl. Man hat einfach seine Freude beim Schauen, darf sich dabei auch gerne ein Popcorn genehmigen und erfährt vielleicht ein wenig Unterstützung dabei, wenn es darum geht, wieder “zurück ins Leben” zu finden.
Die Story ist definitiv spannend und es ist interessant, welche – und vor allem, woher – er seine Inspirationen nimmt. Ein spannender Fakt ist zudem: Obwohl ich mit dem Großteil des Casts bislang nicht so wirklich grün geworden bin, stört die Besetzung hier absolut nicht, sondern man wundert sich eher, dass wirklich diese Personen auf der Leinwand zu sehen sind: Sie fügen sich so wunderbar in den Plot ein, ohne Personenverherrlichung, die es auf Plakaten und in der PR bei Hollywood sonst übermäßig viel gibt.
Und mit dieser fast schon einzigartigen Genügsamkeit erobert sich der Film den Weg in die Herzen der Zuschauer ganz von allein.
 

.kinoticket-Empfehlung: Einprägsames Erzählerlebnis über das Leben eines vom Leben gezeichneten Menschen.
Die Story hinter ihm ist bezeichnend. Das Werk zeigt einmal mehr, dass Streaming-Giganten auch am Kino nicht vorbei müssen, sondern beide Optionen Hand in Hand miteinander kooperieren können. Die aufgelockerte und ruhig-fundierte Erzählweise sorgt für ein nachhaltiges Erlebnis beim Zuschauer und öffnet die Möglichkeiten für suchende Menschen, indem man viel Inspiration und Vorbildverhalten liefert. Und das ohne großartiges Helden-Rumgepose, sondern mit einer genügsamen und defensiven Einstellung.
Großartig!

 
Nachspann
✅ zeigt den wahren “Wegläufer” und zertifiziert damit die Geschichte als wahre Begebenheit.
Kinostart: 16. August 2018

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