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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Entscheidung

Kindeswohl (mit Gewinnspiel)

Oscarpreisträgerin Emma Thompson, Oscar-Nominierter Stanley Tucci, Weltbestseller … normalerweise mag ich solche Promo-Superlativen überhaupt nicht. Emma Thompson hat für ihre Darbietungen auf dem Filmfest München sogar noch den CineMerit-Award verliehen bekommen. Und keiner hat bisher etwas von dem Film gehört. Zumindest mal nicht in meinem Umfeld.
Zeit, das dringend zu ändern.
Ja, ich liebe Tucci in jedem einzelnen Film, den ich mit ihm auftreiben kann. Und damit meine ich nicht bloß den vielzitierten Der Teufel trägt Prada! Der Mann kann schauspielern – und zwar richtig gut!
Und Emma Thompson? Der Award ist verdient – den hätte der Regisseur dieses Werks genauso verdient. Kindeswohl haut euch nämlich endlich wieder mal so richtig derbe psychisch in die Fresse – und betreibt dabei gleich vielschichtige Aufklärung, indem er Blicke hinter die Kulissen verschiedener Schaffensarten bietet und den Menschen somit Einblicke und Verständnisse gewährt, die man durch schnelllebige Nachrichten-Titelzeilen eben nicht mehr vermitteln kann.
Dieser Blick von der anderen Seite des Tisches aus ist sehr erfrischend und anders und tut auf der Leinwand einfach mal ungemein gut. Und was gleichermaßen fasziniert, ist die Auseinandersetzung mit strittigen Themen, die auf eine definitiv bleibende, rührende und ergreifende Weise verarbeitet werden, dass man a) versteht und b) emotional völlig auflöst und dahingebasht ist. Hier geht niemand (!) unverändert wieder aus dem Saal, was den Film für mich zu einer der wertvollsten Perlen dieses Filmjahres macht.
Und ja, ich habe ihn bereits vor Kinostart drei mal (!) gesehen und nehme jede weitere Möglichkeit dankend in Anspruch, denn DAS ist wahre Filmerhabenheit. Man könnte sagen, Thompson ist die seriös-elegante Variante von Meryl Streep, der man komödienhaftes Verhalten eher abkauft. Die Eloquenz und das Verhalten dieser Frau schreit förmlich nach einer Auszeichnung, denn ihr Talent wertet den Film so dermaßen auf, dass es fast schon weh tut!
Und nicht nur das, die Kombination mit Tucci und dem Neuankömmling Fionn Whitehead, den viele durch Dunkirk kennengelernt haben, läuft in diesem Fall so rund, dass man sich vollends in die Story fallen lassen kann und auch von nichts abgelenkt wird. Keine subtilen Kamerafahrten, keine rührseligen Computereffekte, sondern der reine Tiefgang, der sich selbst den Weg IN die Knochen rein bahnt. Und das hier ist kein Horrorfilm!
Glaubt mir, wenn ich euch darum anflehe: Nehmt euch die Zeit und geht in’s Kino, um diesen Film zu sehen – diesmal gibt es wirklich keine Ausreden, noch nicht mal die “Ich hab kein Geld für sowas” – denn:
 
G E W I N N S P I E L
Concorde Filmverleih GmbH hat für euch als meine treue Leserschar ein paar Freitickets locker gemacht, die ich an euch weiterverlosen darf. Das Prozedere kennt ihr: Schreibt mir in die Kommentare, mit wem ihr diesen Film sehen wollt und tut dies bis einschließlich 30. August 2018. Gebt hierbei eine gültige E-Mail Adresse an, damit ich euch im Gewinnfall benachrichtigen und eure Adressdaten abfragen kann, um euch die Freitickets zuzuschicken.
Diese könnt ihr dann – wie gewohnt – in einem beliebigen Kino einlösen, das diesen Film im regulären Programm zeigt und in der gewünschten Vorstellung noch freie Plätze zur Verfügung hat. Einfach an der Kinokasse abgeben und Freiticket dafür bekommen.
 
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Und glaubt mir, es lohnt sich!
 

.kinoticket-Empfehlung: Dieser Film schaffte es bei mir 3x nacheinander, Sprachlosigkeit und tiefe Betroffenheit zu erzeugen.
Es ist unglaublich, mit welch dramatischer Wucht man hier in die Gefilde der emotionalen Rechtsprechung vordringt und einen Fall schildert, der einem lange im Gedächtnis bleibt: Danach versteht man diese Welt ein Stück weit besser und ist innerlich ein anderer Mensch! Für mich zählt dieser Film schon jetzt zu den Top 10 des Jahres!

 
Nachspann
✅ Sitzen bleiben, hier kommt noch etwas.
Kinostart: 30. August 2018

The Darkest Minds – Die Überlebenden (inkl. Gewinnspiel)

Zum Gewinnspiel (Poster, Freikarten, Pins, Rucksäcke) bitte nach unten scrollen!
The Darkest Minds – Die Überlebenden fristete in der PR-Phase ein sehr ruhiges, unterschwelliges Dasein und machte nicht viel Aufhebens von sich. Völlig zu Unrecht, wenn man sich den Film mal genauer unter die Lupe nimmt.
Erstens würde ich mal festhalten, dass die Glaubwürdigkeitszielgruppe hier eindeutig die untere Jugend ist, also 13-14jährige Teenager, die noch auf der Suche nach ihren Vorbildern sind und die gewisse Plot-Elemente dringend brauchen, um heil über den Tag zu kommen. An sie ist dieser Film gerichtet, alles was sich weiter davon entfernt, benötigt um so mehr Toleranzpotenzial, um mit der Geschichte wirklich warm zu werden.
Aber: Auch als Erwachsener hat man seine Freude am Geschehen, weil der Film nämlich mit irre geilen Ideen um die Ecke kommt. Die ausgearbeitete Apokalypse ist zwar auf kinderfreundlich getrimmt und erinnert in seiner Machart an einen Mix aus Die Tribute von Panem, Die Bestimmung und Maze Runner, fördert aber genügend Einfallsreichtum zu Tage, an dem man sich gerne gedanklich weiter fortbewegt und sich quasi fast schon eine “Adults only”-Version des Films wünscht.
Aufgrund der FSK 12-Freigabe sind vielen Ausartungen hier natürlich enorme Grenzen gesetzt, die man in einem anders bewerteten Film gänzlich anders hätte ausleben können, was für durchtriebene Erwachsene das Hitpotenzial am Film etwas schmälert, die Idee aber keineswegs langweilig macht.
Ich sehe hier Kreativität, an der man sich auch in Zukunft gerne bedienen und diese Welten weiter ausschmücken sollte, um sie in eine Filmreihe zu führen, die eines Tages der zukünftig neu aufgesetzten Darkness der X-Men Konkurrenz anbietet. Anhand der ausgewählten Darsteller merkt man sehr schnell, dass Erwachsene hier eben geduldet und nicht speziell angesprochen sind und auch enorme Teile des Plots weisen auf die geistige Unfähigkeit junger Teenager hin, die solche Dinge eben einfach brauchen und darin womöglich völlig aufgehen.
Die Frage ist, weshalb man sich als Großer nicht auch darauf einlassen sollte? Das Zelebrieren von Milchbubi-Idolen und jungen Schönheiten findet hier genauso Platz wie die Suche nach Liebe, Glück und einem höheren Sinn. Der Coolness-Faktor wird mit unglaublichen Einfällen bedient, die förmlich danach schreien, weiter ins Erwachsenenleben ausgefeilt zu werden. Ich wünsche mir einen Christopher Nolan, der mit der Batman‘schen düstren Profanität auf den Plan tritt und hier entartete Bühnenkunst à lá The Walking Dead auf den Plan ruft, nur dass der eben fürs Kino tauglich gemacht wird und nicht in endlosen Serien endet. Und man weniger auf Zombies und vielmehr auf die dunklen Endzeit-Apokalypsen zusteuert, wie es zuletzt Maze Runner exzellent vorgelebt hat: Im Kindergarten begonnen und als grandioser Film für Erwachsene geendet.
Mit diesem Potenzial legt The Darkest Minds einen fulminanten Start für ein Kinoabenteuer hin, dass ihr euch nicht entgehen lassen solltet.
 

.kinoticket-Empfehlung: Zielgerichtet an Jugendliche erbaut man hier ein Endzeit-Apokalypsen-Spektakel, dass sich viel um jugendliche Wünsche, Träume und Sehnsüchte kümmert und dabei die filmlogische Vernunft manchmal außer Acht lässt.
Die Einfälle und Ideen liefern aber unglaublich viel Stoff, um auch in Zukunft in eine Filmreihe ausgebaut zu werden, an der wir womöglich noch enorm viel Spaß haben könnten. Der Grundstein ist gelegt und dürfte in der jugendlichen Zielgruppe auch vollends überzeugen.

 
Nachspann
❌ braucht nicht ausgeharrt zu werden, hat aber einen immens geilen Soundtrack! (Benjamin Wallfisch!)
Kinostart: 16. August 2018
 
* * * GEWINNSPIEL * * *
Um euch den Kinostart etwas zu versüßen, hat Twentieth Century Fox wieder ein irres Paket für euch geschnürt und mir zur Verlosung an meine Leser überlassen!
 
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Mit von der Partie sind enorm coole Rucksäcke, Filmplakate, Ansteckpins und jede Menge Freikarten für den Film, die in einem Kino eurer Wahl eingelöst werden können.
Kommentiert einfach bis einschließlich Sonntag, 26. August 2018 unter diesem Beitrag, mit wem ihr gerne diesen Film sehen wollt und ihr seid bei der Verlosung dabei.
Hinterlasst dabei eine gültige E-Mail Adresse, unter der ich euch schnell erreichen kann, um zu wissen, wohin ich euch im Gewinnfall die coolen Gimmicks schicken darf. Die Gewinner werden am Sonntag dann per random.org gezogen und von mir benachrichtigt.
Sämtliche im Rahmen des Gewinnspiels erfassten Daten werden nur zum Versand der Artikel verwendet und anschließend wieder von mir gelöscht. Barauszahlung ist ausgeschlossen.
Nun wünsch ich euch viel Glück und natürlich enorm viel Spaß dann im Kino!

Euphoria

Euphoria wird getragen von einem starken Frauentrio, das sich mit Fragen auseinandersetzt, vor denen der Großteil der Menschheit permanent auf der Flucht ist. Themen, einerseits heiß diskutiert, andererseits bis zum bitteren Ende totgeschwiegen, werden hier rührend angegangen und auf bewegende Art und Weise zerpflückt.
Was diesen Film großartig macht, ist das absolut stimmige Zusammenspiel und die fast magische Faszination, die man dafür zu entfachen weiß und mit Thesen anreichert, die nicht nur zum Nachdenken anregen, sondern auch zutiefst erschüttern und berühren.
Die Story als solches trifft einen hart und bietet gleichermaßen eine Plattform für ausreichend Anregungen und “Inspiration”, sollte man selbst davon betroffen sein. Man darf dieses Werk als Gesprächsgrundlage zu Rate ziehen und hat auch genügend Möglichkeiten, sich selbst einmal mit dem Gedanken zu befassen und auf nüchterne Art darüber nachzudenken, um evtl. besser Entscheidungen treffen zu können.
 

.kinoticket-Empfehlung: Die Schauspieler liefern großartige Leistungen ab in einem beklemmenden Story-Gerüst, das jederzeit einzubrechen droht und gleichermaßen eine faszinierende mystische Anziehung besitzt und damit einen unvergleichlichen Mehrwert bietet.
Als Einstieg in Diskussionen rund um dieses schwierige Thema eignet sich dieser Film genauso wie für tief im Herz ergriffene Momente, ausgelöst durch die Brisanz und Ernsthaftigkeit, mit der man diesen Stoff angeht.
Sucht euch ein kuschliges Kino, nehmt euren Best Buddy mit und schaut, was dabei raus kommt. Vielleicht ganz viel Herzensnähe.

 
Nachspann
❌ kommt nichts weiter, man darf also wieder nach draußen.
Kinostart: 24. Mai 2018

Begabt – Die Gleichung eines Lebens

“Hast du einen Stoff, der wirklich groß und ungewöhnlich ist? Was begeistert dich am meisten?”
(Karen Lunder im Gespräch mit Produzent Andy Cohen)
© Presseheft by Twentieth Century Fox

Daraufhin schickte dieser ihr das Skript und der Anfang für den Film war gemacht. Der Rest ist – wie man so schön sagt – Geschichte. Die passieren wird. Denn am 29. Juni diesen Jahres kommt das Endresultat der Bemühungen des gesamten Teams auf die Leinwand und begeistert euch hoffentlich genauso wie mich.
Mögen viele bei dem Namen Chris Evans automatisch sofort ihren Superhelden aus der Avengers-Reihe Captain America im Sinn haben, beweist dieser Junge, dass er zu so viel mehr fähig ist. Gemeinsam mit McKenna Grace widmet er sich hier einem Problem, dem sich wohl viele Lehranstalten dieses Landes ausgesetzt sehen und erzählt in typischer Arthouse-Kino-Manier über das Leben eines ganz besonderen Menschen.
Dabei war man sich nicht zu schade, die allbekannten Regeln moderner Kinogeschichte über Bord zu werfen und sich wieder ganz dem klassischen Erzählen hinzugeben, welches man hier mit einer unglaublichen Warmherzigkeit und Hingabe zelebriert. Die Ausgestaltung jedes einzelnen Charakters mit der würdigen Zeit, das Zusammenspiel verschiedener Elemente, der Fluss und die Entwicklung deuten mehr als einmal darauf hin, dass das, was man so über die Produktion hört, tatsächlich stimmt: Dass nämlich beim Schreiben der Drehbücher mal keine Verkaufsstrategien, Verträge und Kommerz im Vordergrund standen, sondern sich jemand für lange Zeit ins dunkle Kämmerchen zurückgezogen hat und einfach frei von der Seele weg geschrieben hat.
Genau das ist ein Faktor bei Spielfilmdebüts, die ich so liebe und schätze: Der freie Geist ohne Einschränkungen von Ultramogulen, die ihre standardisierten Vorstellungen jedem noch so kleinen Independent-Gedanken aufzwingen wollen, um daraus möglichst viel Kapital zu schlagen.
Und diese hier existente Freiheit merkt man nicht nur dem Drehbuch, sondern auch den Darstellern und dem gesamten Werk unbändig an. Ich war schon immer der Meinung, dass man am besten schreibt, wenn man nicht dazu “gezwungen” wird – denn diese Geschichten sind unbezahlbar wertvoll für jeden, der sie liest.
Mit Begabt – Die Gleichung eines Lebens erhält die Welt ein weiteres solches Werk, dass nicht nur aktuelle Thematiken aufgreift, sondern auch noch Lösungsansätze für Familie, Freunde und Bekanntschaft liefert, die unter ethischen Aspekten beleuchtet eine wahnsinns Vorbildfunktion haben. Gerade diese daraus entstehende menschliche Komponente, die dem Alltag so sehr fehlt, liefert hier das Kino auf einer Bühne des Träumens und der Glückseligkeit.
Hört sich vielleicht ein bisschen an wie eine Droge, hat vielleicht auch die gleiche Wirkung, bietet aber kompromissfreie Chancen, in die Welt der Hauptdarsteller abzutauchen und mit ihnen zu lachen und zu weinen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Diesen Film muss man unbedingt gesehen haben.
Charmant, herzerwärmend, liebevoll und intelligent: Alles, was man für einen kuschligen Kinoabend benötigt. Ein Film, der die Seele berührt und das Herz eines jeden ein Stück weiter öffnet.
Daumen hoch.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, hier kommt nichts weiter.
Kinostart: 29. Juni 2017

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