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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Dennis Quaid

I Can Only Imagine

Dennis Quaid erinnert mich immer ein bisschen an die unzähligen Nächte, die ich mit dem wiederholten Schauen von The Day After Tomorrow verbrachte: Er fühlt sich an wie ein Vater. Und gehört heute schon fast zum alten Eisen. Leider.
Ich finde, er spielt gut. Und übermittelt dabei das solide Filmgefühl, auf das man sich als Kind damals noch wunderbar stützen konnte, ohne dabei von der Tischkante zu fallen. Aber um ihn geht’s hier gar nicht, sondern um einen Song. Und den Jungen, der diesen erfand.
Das wäre der Part, mit dem mich I Can Only Imagine vollkommen gepackt hat: Die Story. Sie ist spannend, unterhaltsam, trägt eine unglaublich positiv-vorantreibende Würde in sich und erzählt etwas wunderbares, dass gar nicht so sehr auf’s christliche manifestiert ist, sondern sich sogar auch als Atheist oder Andersgläubiger gut aushalten lässt.
Tatsächlich ist dieses Vieh in den USA unfassbar erfolgreich gewesen und man erlebt auch in den Kritiken, dass die Amis darauf ganz anders reagieren, als die Europäer. Und ehrlich gesagt hat mich als Musikliebhaber in dem Film auch so ziemlich jeder Song fast schon tiefgreifend berührt … außer eben der, um den es geht. Ich fand diese unglaubliche Fokussierung auf dieses “Mega-Erfolgshit”-Gefühl am Schluss einfach nur enttäuschend, denn bei allem, was darüber gesprochen wird, hätte da dann tatsächlich der bahnbrechende Wahnsinn kommen müssen – und der blieb eben aus. Oder meine Erwartungen waren schlicht viel zu hoch.
Das ändert aber nichts daran, dass ich euch trotzdem eine Schauempfehlung ausspreche, denn der Film schafft es, einen in samtweiche Watte einzupacken und wohlbehütet und berührt wieder aus dem Kino zu entlassen. Die Story schafft es tatsächlich, einen unglaublich inspirierenden Geist auf die Menschheit loszulassen, der einen auch im Nachgang noch beschäftigt, obwohl eigentlich “gar nicht so viel los gewesen ist”. Und daran trägt der Hauptcharakter große Anteile, was diesem Film zu dieser enormen Sympathie verhilft: J. Michael Finley hat es in dieser Hinsicht einfach drauf und überzeugt vollends mit der von ihm gespielten Rolle.
 

.kinoticket-Empfehlung: Der Sonntag gehört ProSieben , auch wenn dort dieser Film gar nicht läuft. Also zurück in die Kirche.
Doch so schlimm, wie ihr vermutet, ist es gar nicht: I Can Only Imagine kümmert sich quasi um einen Charterfolg christlicher Güte und breitet nebenher mal eine inspirierende und faszinierende Geschichte aus, die vom eigentlichen Thema fast ablenkt, aber dabei einen wunderbaren Film auf die Plattform schmeißt.
Schaut ihn euch an und freut euch nicht zu sehr aufs Ende, sondern genießt einfach den Weg dahin: Immerhin ist der sprichtwörtlich bereits das Ziel.

 
Nachspann
✅ Hier bekommt ihr nochmal den Song auf die Ohren, man braucht aber deshalb nicht zwingend sitzen bleiben.
Kinostart: 27. September 2018
Original Title: I can only imagine
Length: 110 Min.
Rate: FSK 6 | PG

KIN

Regiedebüt: Eines der Movies, das mich sofort gepackt hat! Diesmal hab ich mich sogar dazu herabgelassen und bereits vorher den .trailer geschaut und der hatte mich quasi schon fest in der Tasche – und der Film setzt dem ordentlich eins oben drauf!
KIN gehört zu der Sorte SciFi, die mit Hirn und Verstand an die Sache rangeht und somit unvergleichbar viel Realismus-Nähe mitbringt, was seinerzeit bei Arrival auch schon einen derart guten Beigeschmack hinterlassen hat. Man hebt eben nicht mehr in fantastische Zukunftswelten ab und bewegt sich völlig in einer Fantasie, sondern gestaltet die Elemente derart durchdacht, dass der Zuschauer die Handlung und Möglichkeiten abkauft und sich intellektuell nicht vor den Kopf gestoßen fühlt.
Und was mich absolut begeistert hat: Der Look und das Design des Films! Leute? Burner! Diese Einfälle erstmal zu kriegen und dann derart leuchtend und grandios umzusetzen ist ein Move, den ich lange nicht gesehen habe und der wirklich absolut überzeugend rüberkommt, trotz CGI-Rumgefummel. Ehrlich, wie kommt man dazu, so eine geile Technik zu erfinden und sie dann so formschön und elegant und gleichermaßen zerstörerisch und wütend auf die Menschheit loszulassen?
Dieser Film räumt auf und holt eine ganz bestimmte Sorte Menschen vor die Bildschirme, um ihre unausgesprochene Wut zu beantworten und zu kurieren. Und dabei bewegt man sich so fernab von jedweder Kinoblockbuster-Dummheit und kriegt jedesmal wieder eins auf die Twist-Mütze, wenn die Meinung aufkommen könnte, dass es langweilen würde.
Ganz ehrlich? Es macht so einen riesigen Spaß, dieser Geschichte zu folgen und auch wenn einiges vorhersehbar ist, stört dies nicht die exzellente Zusammenstellung des Casts und die bärigen Design-Elemente, mit denen man jedes Auge hier verwöhnt!
Schreibt mir, wem’s nicht so ging, dass er sich selbst auf die Leinwand wünscht um dies und das einfach zu klauen und es selbst zu besitzen, einfach weil’s geil aussieht! Auch wenn der Start inzwischen nahe gerückt ist, fällt es extrem schwer, darauf zu warten, dass ich endlich wieder Dauerkinosaalbesetzer werden kann, um dieses Ding hoch und runter laufen zu lassen, denn genau das sollte man damit anstellen: Gebt ihm so einen ruhmreichen Kinostart, dass sich die Produzenten von großartigen Filmen noch öfters dazu hinreißen lassen, so etwas grandioses zu probieren und aus dieser Geschichte eine Reihe werden lassen: Potenzial dazu hätte sogar der Plot in der Tasche!
 

.kinoticket-Empfehlung: Design: Augenschmaus! Cast: Mega! Twist: Bravourös!
KIN hat mich sofort gepackt und bisher nicht mehr losgelassen: Ich liebe so einen Scheiß! Allein nur wegen der Effekte und dem außerordentlich göttlichen Design des Films hat dieser Titel Aufmerksamkeit verdient und wer sich dann noch in dem Plot verliert, wünscht sich genauso, dass man hier jetzt ansetzt und endlich mal eine taugliche SciFi-Reihe auf die Füße stellt, die man sich ungeschoren ansehen kann!
Großartig – und als Regie-Debüt einfach klasse!

 
Nachspann
❌ braucht man nicht aushocken, Kinosaal freimachen und zum Putzen freigeben. Bucht lieber die nächste Vorstellung inzwischen… 😉
Kinostart: 13. September 2018
Original Title: KIN
Length: 102 Min.
Rate: FSK 12 | PG-13

Bailey – Ein Freund fürs Leben

Ouway, ich höre sie schon – die Bombe. Den Weltuntergang. Den wütenden Mob, der auf mich zurast, nur weil der Titel im Zuge meines Blogs auch auf Facebook auftaucht und man ja sogar davor gewarnt hat, diesen Film zu sichten.
Ja, ich habe eine Pressevorführungseinladung bekommen und musste an diesem Termin leider meinem Geldverdienerjob nachgehen, weshalb ich diese Chance nicht wahrnehmen konnte, sonst hätte ich die Macher zu gerne persönlich mit den Vorwürfen konfrontiert und sie gefragt, was da jetzt nun Sache ist.
Und die Tatsache, dass ich hier und heute darüber schreibe, löst bei vielen sicherlich schon pure Empörung und Hass oder dergleichen aus, weswegen ich an dieser Stelle eine intensive Bitte habe:
Ja, ich weiß, ihr alle seid extreme Tierfreunde. Ich sogar so sehr, dass ich einem Job nachgehe, bei dem man fast täglich mit Tieren zu tun hat in einer Umgebung, die tatsächlich so malerisch und unberührt ist, wie man es sich auf vielen Milchverpackungen und anderen “Verpackungslügenbildern” vorstellt.
Die glücklich weidenden Kühe auf der Alm mit viel Platz, jeder Menge Frischluft und natürlichem Gras, die sozusagen den ganzen Sommer über keinen Stall von innen sehen und ihr Leben zwischen freilaufenden Hasen, Hennen, Eseln, Katzen und anderem Getier verbringen, existieren direkt in meiner Arbeitsstätte und erfreuen sich bester Gesundheit und verbringen ihr Leben in großem Glück.
Und ich liebe diese Form von Natürlichkeit und Tierliebe so über alle Maßen, dass ich meinen Fanatismus bezüglich des Kinos dem Treiben auf den Bergen hinten an stelle und mich in erster Linie um die Arbeit bemühe und dann erst dem Vergnügen Film die Bühne biete.
Ich selbst war stolzer Besitzer einer Katze, die nach unzähligen glücklichen Stunden und extrem viel Zeit, Schmuserei und jeder Menge Abenteuer nach einem sehr langen Leben in hohem Alter friedlich entschlafen ist und mich immer daran erinnert, wer von beiden Spezies der Treue, Zuverlässige und Liebende ist: Nicht der Mensch, sondern das Tier.
Im Zuge dessen kann ich all die empörten Verbreitungen von Tierquälermaterial auf Facebook nicht verstehen – Leute, die Videos posten, mit den Überschriften: “Wer macht sowas?” und dann clickbait-Challenges Starten, um mit ihren voyeuristischen Videos möglichst viele Zugriffe auf Facebook zu erlangen, während sie selbst diejenigen sind, die diese Gräueltaten weiterverbreiten und damit den Tierquälern eine kostenlose Plattform bieten und mit ihrem Sharen dafür sorgen, dass genau diese Quälerei immer mehr Zulauf bekommt und von möglichst vielen Menschen gaffend konsumiert wird.
Genau, wie es bei ISIS-Enthauptungsvideos das beste ist, diesen kranken Schwachsinn gar nicht erst anzuklicken, sondern ihn einfach im Sande verlaufen zu lassen, genauso sollte man die Finger (oder den Mauszeiger) von Tierquälervideos lassen, denn DU bist es, der diesen Tierschändern die Kohle in den Rachen wirft, indem du diese Videos schaust, verbreitest und dafür sorgst, dass die Werbeeinnahmen in den Taschen der Tierquäler landen.
Eigentlich müsste schlussfolgernd jeder, der so ein Video teilt, in seinem Profil die Zwangsaufschrift stehen haben: “Ich unterstütze Tierquäler und verbreite solches Material weiter und verhelfe ihnen so zu mehr Geld.”
Aus diesem Grunde schaue ich mir so einen Schwachsinn gar nicht erst an.
Die zusammengeschnittenen Clips von Bailey – Ein Freund fürs Leben, wo ein Hund laut den Beschreibungen gequält worden ist, habe ich mir angeschaut.
Weil ich nicht persönlich unreflektiert über etwas schreiben möchte, dass tatsächlich mit solchen Handlungen verbunden ist.
Weil ich als Blogger und “öffentliche Stimme” eine “Verantwortung” gegenüber anderen habe, und auf meiner Seite ein Statement abgeben kann, dass andere Menschen aktiv beeinflussen kann und ich daher nicht einfach nur irgendwas wild zusammengeflicktes glauben kann, sondern die Sache untersuchen muss, bevor ich mich darüber äußere.
Und darum meine Bitte: Eure tief aus dem Herzen entspringende Empörung und Wut kann ich so sehr nachvollziehen, dass euch die Galle übergeht, weil man niemals ein Tier schlagen, schubsen, treten oder zu Dingen zwingen sollte, die es nicht freiwillig möchte. Ich kann euren Hass verstehen und bitte euch deshalb darum: Holt kurz Luft, lest erst bis zum Schluss – und zwar so besonnen und ruhig, dass ihr einzelne Wörter nicht überlest und damit evtl. die Bedeutung eines Satzes ins Gegenteil verkehrt, stellt Fragen, nutzt die Kommentare und lest vor allem bis zum Schluss, bevor ihr wütend anfangt, andere zu bashen.
Ich habe das Un-Talent, die Dinge nicht gleich im ersten Satzteil auf den Punkt zu bringen und brauche für meine Ausführungen oftmals eine kleine Weile, um das zu sagen, was ich wirklich sagen will. Wer also gleich beim ersten Abschnitt Hassgefühle auf mich entwickelt, liegt damit sicherlich absolut daneben und hasst mich für Dinge, die so gar nicht sind.
Klar soweit? Dann mal los: Fakten sammeln.
Im Tierquäler-Clip werden Ausschnitte gezeigt und die Frage, ob es hier tatsächlich um die Kulisse des Films geht, war für mich zum Zeitpunkt des Schauens des Clips nicht ersichtlich, da nirgendwo in dem Clip ein Logo oder ähnliches zu finden war, dass tatsächlich auf diesen Film hinweist. Man kann nur vermuten – und so etwas ist schon mal sehr gefährlich.
Man sieht einen Hund, der unsanft ins Wasser gestoßen wird, (ich vermeide an dieser Stelle mal das Wort “panisch”) versucht, dem Becken wieder zu entkommen und schlussendlich doch im Becken landet.
In diversen Weiterverbreitungen wird von “kämpft um Leben und Tod”, “weiß jemand, ob der das überhaupt überlebt hat” etc. berichtet, was meines Erachtens völlig aus der Luft gegriffen ist, da Hunde bekanntermaßen schwimmen können und man auch deutlich erkennt, dass dieses Tier zum Schluss nicht verendet irgendwo im Straßengraben oder einer Mülltonne liegt.
Das bedeutet nicht, dass ich die Handhabe in dem Clip dem Tier gegenüber gutheiße, sondern nur, dass man nüchtern betrachtet ein wenig übertreibt, wenn man hier von “dem Tod nahe” erzählt.
Hier malt sich der Facebook-User gerne mal die irrsten Horror-Stories aus und übertreibt dann mit dem “Stille Post”-Prinzip mal Dinge in eine Richtung, die nichts mehr mit “aufdecken” zu tun haben, sondern schier in abstruse Richtungen abdriften.
Fakt ist (und Fakten sind das einzige, was zählt): Ich persönlich war zu dem Zeitpunkt nicht dabei und kann daher keine Aussage darüber treffen, ob es sich a) tatsächlich um den Filmhund handelt und b) ob er gequält wurde oder das Gezeigte in einem völlig anderen Zusammenhang steht. Und ich gehe mal davon aus, dass der Großteil der “Boykottiert diesen Film”-Meute auch nicht persönlich vor Ort war und daher genauso nur Vermutungen äußern kann, die auf keinerlei Grundlage basieren und daher fragwürdig ist, wie man mit dem Thema nun umzugehen hat.
Eben dies war einer der Hauptgründe, weshalb ich den Film nun erst recht sehen wollte, um herauszufinden, ob diese Szenen, die man sich dann mit viel Fantasie in den Film rein interpretieren muss, dann auch tatsächlich so vorkommen.
Und ja, ich habe im Film das “Becken” entdeckt, in dem diese Form der “Wellen” und “Sprudler” zu sehen war, was ich jetzt zwar nicht 1:1 vergleichen konnte, da Kino und ich den Film nicht stoppen kann, um dann den Clip mitlaufen zu lassen, aber eine Ähnlichkeit aus dem Gedächtnis war tatsächlich vorhanden.
Also kann ich mich auch nur wieder auf die Suche nach Leuten machen, die ebenfalls darüber schreiben, was für mich wieder keine hundertprozentigen Aussagen sind, da auch hier wieder die Frage gestellt werden muss: Wer schreibt für wen? Wer bezahlt die Miete für den Schreiber etc. pp…
… und an dieser Stelle bin ich mal heilfroh, dass ich eben KEINEN Sponsor habe und hier tatsächlich völlig unabhängig über die Dinge berichten kann, da mir niemand von den Großen in die Suppe spucken oder mich zur Rechenschaft ziehen kann – auch die Presse nicht.
Die Vermutungen, dass ich mich hab kaufen lassen, weil ich nicht von vornherein auf den “Ich hasse den Film”-Zug aufspringe, könnt ihr euch deshalb also gerne stecken. Im Gegenteil: Ich bin stolz darauf, wirklich unabhängig zu sein, weil mich das Blog und die Arbeit dahinter ausschließlich kostet und mir keinen einzigen Cent einbringt!
Im Rahmen dessen möchte ich gerne mal auf einen Bericht von Filmstarts hinweisen, der sehr interessant zu lesen ist und mit dem gleichen Enthusiasmus auf Facebook geteilt werden sollte:
http://www.filmstarts.de/nachrichten/18510340.html
Dort ist die Rede von der AHA, also der American Humane Association, die dafür da ist, dass genau diese Dinge nicht passieren und die bei jedem Dreh permanent vor Ort ist, um auszuschließen, das zum Vergnügen des Menschen Tiere in irgendeiner Weise gequält oder misshandelt werden.
Ist laut denen alles in Ordnung, wird im Nachspann der berühmte Satz “No Animals were harmed” gezeigt, der auch bei Bailey – Ein Freund fürs Leben im Abspann am Schluss zu lesen war.
Fakt: Jeder, der behauptet, dort wäre ein Hund so gequält worden, dass er dem Tode nahe kam, zweifelt damit auch automatisch die Seriösität der AHA an, deren Aufgabe es ist, sich darum zu kümmern, dass Tiere nicht für filmische Zwecke misshandelt werden.
Dies müsste jetzt also eine Grundsatzdiskussion auslösen, die die Existenzberechtigung dieser Vereinigung infrage stellt – nur lese ich darüber kein Sterbenswort, sondern höre nur die wild um sich schlagenden “Tierschützer”, die alle den armen Hund lieben und die Produzenten so sehr hassen.
Auf welcher Grundlage?
Desweiteren ist im Text von Filmstarts die Rede davon, dass der Hund im zweiten Teil des Clips sofort aus dem Wasser geholt und gewärmt wurde und Hercules (so heißt der Süße) extra ausgewählt wurde wegen seiner Vorliebe zu Wasser.
Desweiteren sind viele weitere Dinge beschrieben worden, über die ich jetzt auch persönlich keine Aussage zu richtig oder falsch treffen kann, jedoch wäre ein Versagen der AHA gleichbedeutend damit, zu sagen, das TÜV-Siegel bei Autos hätte keinerlei Bedeutung mehr, weil die die Autos nicht richtig kontrollieren. Und damit müsste man konsequenterweise alles in Frage stellen und dürfte niemandem mehr glauben. Und alles wegen etwas Wasser und einem Hund in einem unscharfen Video in einem offensichtlich zusammengeschnittenen Clip, der wieder vieles aus dem Zusammenhang reißt.
Und genau da sehe ich viele Probleme.
 
Das Tomatenbeispiel
Jeder hat sicherlich schon mal davon gehört, dass im Strunk einer Tomate Blausäure enthalten ist, die bekanntlich giftig für den Menschen ist und daher besser entfernt werden sollte, weil man sich sonst vergiftet, wenn man Tomaten roh isst.
Hier haben wir jetzt das gleiche Problem: Es steht ein Fakt im Raum (“In der Tomate im Strunk ist Blausäure, die giftig ist”), der richtig ist und sicherlich auch wissenschaftlich nachgewiesen werden kann und wurde.
Soweit, so gut. Dann beginnt das Nachdenken und Nutzen des Hirns, bei dem die meisten Menschen aussteigen und es einfach bei der “Horrormeldung” belassen, denn das ist ja einfacher.
Fakt 2 im Raum: Blausäure ist für den Menschen schädlich ab einer Menge von 1 mg pro Kilogramm Körpergewicht.
In meinem Fall mit ca. 85 kg Körpergewicht bedeutet das eine Menge von 85 mg Blausäure pro Tag, die ich zu mir nehmen müsste, um gesundheitliche Schäden zu erleiden.
Grob gerechnet enthalten 1000 (eintausend!) Kilogramm rohe Tomaten 1,6 mg Blausäure.
Dreisatz:
1000 kg / 1,6 = 625 kg Tomaten enthalten 1 mg Blausäure.
625 kg Tomaten * 85 mg notwendige Blausäure ergibt ein Tagessoll von 53125 kg rohen Tomaten, die ich täglich verzehren müsste, um von Blausäure vergiftet zu werden.
Um dieser Aussage von oben (“In Tomatenstrunks ist Blausäure, von der du vergiftet wirst”) also Wahrheit beipflichten zu können, muss die Grundlage gewährleistet sein, dass ich als Mensch täglich (!) dreiundfünfzigtausendeinhundertfünfundzwanzig Kilogramm rohe Tomaten zu mir nehme!!!
Na, wie wahrscheinlich ist das?
Ihr seht – die Aussage ist ein Phänomen, dass im Internet rumgeistert und immer wieder auf erfreute Verschwörungstheoretiker stößt, die das weiter verbreiten und Angst und Schrecken schüren. Und wie sinnvoll ist das?
Es ist ABSURD sich mit Tomaten zu vergiften, weil bei dieser Menge ein Mechanismus einsetzt, der dich erbrechen lässt, weil allein der Magen physikalisch schon absolut nicht in der Lage ist, diese Menge an Tomaten überhaupt zu fassen und zu verdauen. Auf Deutsch: es ist UNMÖGLICH an Blausäurevergiftung zu verrecken, nur weil man den Strunk nicht entfernt hat.
Und obwohl diese Aussage nachweisbar ist, ist sie hinfällig, weil es keinerlei Bedeutung hat und im Zusammenhang MIT Nachdenken dazu führt, dass es lächerlich ist, solche Behauptungen aufzustellen.
 
Zurück zum Hund
Ich weiß selbst, dass dieser Vergleich hinkt und vielleicht nicht die beste Methode ist, um hier Aufklärung zu betreiben. Ich möchte nur zeigen, dass es wahnsinnig ist, wenn man sich hinsetzt, auf Facebook einen Clip anschaut und aufgrund von wirren Behauptungen Dinge verbreitet, von denen man auf deutsch gesagt keine Ahnung hat.
Denn konsequenterweise hieße das, dass Hunde als Haustiere absolut verboten gehören, denn Tiere leben in Freiheit und sind nicht für den Menschen geschaffen.
Was ist mit den Hundehalsbändern mit Spikes nach innen? Was ist mit Elektroschocktherapie? Was ist mit Hundeschulen? Erziehung von Hunden? Dingen, die fast jeder Hundebesitzer völlig selbstverständlich macht und die für die Tiere im Ursprungsgedanken genauso unnatürlich sind?
Die sind in meinen Augen viel schlimmer, als ein Tier ins Wasser zu schmeißen. Ja, es ist nicht in Ordnung – aber im Zusammenhang einfach nur “nicht die feine englische Art” und hat nichts mit Tötung oder Quälerei zu tun.
Und nochmal: lest euch den Text auf Filmstarts durch – und dann nochmal. Und lasst es euch auf der Zunge zergehen.
Dem Tier geht es gut. Die Handhabe wurde kritisiert, jedoch wurde kein unwürdiges Verhalten gegenüber dem Tier festgestellt und keinerlei Quälerei nachgewiesen. Die ärztliche Untersuchung des Hundes hat seine völlige Gesundheit ergeben.
Die Macher haben die Pressevorführungen abgesagt, die Weltpremiere abgesagt und somit ihre ganze Arbeit niedergelegt und den Erfolg des Films selbst vernichtet – war das im Interesse des Regisseurs, wenn den das Wohl des Tieres nicht kümmern würde?
 
Was ist denn nun mit dem Film selbst?
Kommen wir also nun mal zu dem bei diesem Thema eigentlich langweiligen Part: Dem Film selbst.
Ich fand ihn mittelmäßig. Er soll den Bezug von Mensch und Tier herstellen, die Liebe und Hingezogenheit von Tieren gegenüber ihren Besitzern unterstreichen und er tut dies mittelmäßig. Für mich war der Plot eher halbgar, die Darstellungen zu gestellt, und die Symmetrie in den Erzählsträngen zu asynchron.
Die Szenen – gerade, die beanstandete Szene – wirkte so herausgerissen und eigentlich völlig überflüssig im Film, dass man sich das gerne hätte schenken können und dem Tier alles ersparen und die Bauchschmerzen im Kinosaal ob dieser ganzen Vorwürfe, waren am Schluss mehr als gerechtfertigt, weil ich keinerlei Bereicherung darin gefunden habe, die dieser Film jetzt an die Welt gibt.
Er ist einfach mal da, wirft einige Dinge in den Raum und wartet nicht mit absonderlichen Neuheiten oder intelligenten Geniestreichen auf, sondern plätschert vor sich hin und erzählt eine Geschichte, die man auch dem Trailer entnehmen könnte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Von daher geht nicht nicht in diesen Film, weil ihr ihn wegen Tierquälerei boykottieren wollt, sondern geht nicht rein, weil er nicht wirklich toll ist und man sich im Kino wirklich besseres vorstellen kann als diese 0815-Story mit klischeehaftem Ende und fehlender Euphorie.
Und wenn ihr wirklich etwas gegen Tierquälerei tun wollt, dann hört auf, solche Bilder und Videos zu verbreiten und kümmert euch lieber persönlich um die artgerechte Haltung eines Tieres. Denn dann geht es einem einzigen Tier nämlich richtig gut: eurem.
Denkt mal drüber nach.

 
Nachspann
Der Film hört irgendwie abgehackt auf und bringt es auch nach dem Lauftext nicht zu einem befriedigenden Abschluss.
 
P.S. Und um noch mit einem Vorurteil zu brechen, ich hätte diesen Film jetzt finanziell unterstützt:
Ich zahle im Jahr eine Pauschale von 399,- € für eine Flatrate, die mir erlaubt, in jeden Film zu schlendern ohne auch nur einen weiteren Cent in die Hand zu nehmen.
Bei ca. 300 Vorstellungen jährlich bedeutet dies ein Filmdurchschnittspreis von 1,33 € pro Film. Da ich die 399,- € aber so oder so zahle und es EGAL ist, in welchen Film ich nun gehe oder nicht (ich könnte mir also auch 1000 oder 4000 oder 40.000 Filme ansehen, wenn es die Zeit zuließe), messe ich dem keinerlei weitere Bedeutung bei. Das Kino bekommt also keine explizite Zahlung durch mich.
Und Pressevorführungen kosten mich absolut nichts außer die An- und Abreisekosten (die bei der Deutschen Bahn und der MVG landen) und etwas meiner freien Zeit. Auch hier fließt also keinerlei Kohle zu irgendwelchen Produzenten.
Für weitere Fragen und Ungereimtheiten eurerseits stehe ich in den Kommentaren gerne zur Verfügung.

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