Auf Bitten und Betteln meiner Leserschaft: Hier kommt wieder ein Film aus der Genre-Ecke, die garantiert nicht im Mainstream zu Hause ist. Boy liebt Boy – ich kann auf Anhieb 100 Leute nennen, die bei dieser Tatsache ihr Gesicht verziehen und sich angewidert umdrehen. Euch sei gesagt: ja, diesmal geht es um Tatsachen dieser Art, also lest später weiter und macht bei diesem Beitrag Pause.
Warum ich mir so etwas anschaue?
Weil ich von Natur aus ein neugieriger Fuchs bin. Mich hat interessiert, wie so ein Event abgeht, welches Publikum da sein wird, wie sich so etwas in einem Kino anfühlt. Was gezeigt wird und wie es die Mannschaft im Saal aufnimmt.
Und die Eindrücke waren reichlich. Dass sich dieser Streifen indiskutabel im schwulen Milieu bewegt, braucht nicht weiter erwähnt werden. Allerdings hätte ich mir die Geschichte ehrlich gesagt schmieriger vorgestellt. Mehr Klischees. Mehr Laienkönnen. Mehr C-Movie. Dean Francis bringt hier mit seiner Regie-Arbeit sehr viel Können ein und etabliert schon fast eine Ode des guten Geschmacks in einer Kunstform, die es auf dem allgemeinen Markt ganz sicher nicht einfach hat.
Die Stilelemente der gezeigten und unveröffentlichten Gefühle wurden dem Titel nach sehr gut eingespielt und in eine Geschichte gepackt, die dem schwulen Publikum sicherlich genügend Anreize bietet. Doch selbst für jemand, der sich nicht mit diesen Formen der Sexualität auseinandersetzen möchte, bietet der Film genügend Unterhaltungsstoff und bringt Spannungsfelder zur Sprache, denen sich schwule Jungs in ihrem Leben sicherlich früher oder später stellen müssen.
Jederzeit in solche Filme rennen würde ich privat jetzt sehr wohl nicht, allerdings ging ich doch relativ vergnügt und unterhalten wieder aus dem Kinosaal und habe diese Vorstellung im Gegensatz zu anderen Genrevorstellungen nicht bereut.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer sich als Gay einen unterhaltsamen Abend ohne pornografische Überladung machen möchte, der greift bei diesem Film sicher nicht ins Fettnäpfchen.
Ich würde sogar fast soweit gehen und sagen, dass sich dieser Film hervorragend dafür eignet, um seinen Eltern mitzuteilen, dass man in Zukunft keine Freundin mehr sucht.
Und wer als Hetero mit ein, zwei schwulen Szenen klar kommt, der überlebt auch ganz sicher eine Vorstellung wie diese.

 
Nachspann
Hier folgen keine weiteren Einstellungen oder Szenen.