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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Danny DeVito

Dumbo (3D)

Dumbo

© 2019 The Walt Disney Company (Germany) GmbH

Seit Monaten reißt es mich hin und her, wenn im Kino der Dumbo.trailer gespielt wird und das Kinopublikum vor Unlust auf noch ein Remake laut das Keuchen anfängt. Ja, auch ich hasse das ständige Wiederaufwärmen alter Themen, das inzwischen genauso viel Spaß macht, wie eine 341mal aufgewärmte Suppe, die man mit Freuden und Gekreisch auf dem Tisch präsentiert.

Dann steht da aber noch der Name Tim Burton – der Typ hat doch längst bewiesen, dass er gute Filme kann … dazu der furchtbare .trailer, den Disney da abliefert … eine Emotions-Achterbahnfahrt, die nun endlich ihr Ende gefunden hat: Der Film ist auf dem Screen.

Und wir dürfen reden.

Also tu ich’s.

Ja, man fährt hier harte Geschütze auf und lässt die “Neuen” (dafür werden die Remakes ja eigentlich ausschließlich produziert) richtig schön auf Grundeis gehen: Das, was uns am Anfang nämlich gezeigt wurde, ist hier … weg.

Tatsächlich wartet dieser Streifen mit einer düsteren Härte auf, der ich den “Kinderfilm” glatt aberkennen würde: Was hier gezeigt wird, grenzt an sämtliche kindlichen Nahtoderfahrungen, die mir dabei einfallen. Tierschützer sollten sich dem Werk gütlich fern halten und auch meine Empfehlungen für einen “schönen Familiennachmittag” landen direkt wieder im Schredder: Leute, überlegt euch, wen ihr als Zielpublikum haben wollt, denn das kommt hier nicht so wirklich ganz raus.

Fakt ist: Die Technik, die bei Disney zum Einsatz kommt, ist mittlerweile so perfekt, dass man keinen Unterschied mehr sieht zwischen “das Tier ist echt” und “das ist animiert”. Und dann dabei zusehen, wie hier mit Viechern umgegangen wird, ist einerseits extrem schmerzhaft, andererseits kein guter Lehrmeister und dazu auch plottechnisch fragwürdig, denn: Wenn Kinder die Zielgruppe sein sollen, wieso zeigt man ihnen, wie es nicht geht?

Natürlich hat der Streifen eine wunderbare Moral und räumt ein für alle Mal mit dem Thema auf, jedoch kommt diese “Erkenntnis” in meinen Augen viel zu spät, als dass diese Hinarbeit noch Sinn hätte, denn Kids jüngerer Generationen haben bis dahin längst den Anschluss verloren oder sinnieren immer noch in ihrer psychischen Schockstarre darüber, was man den Viechern den ganzen Film über antut.

Und ja, man konnte mir nicht genau benennen, was davon nun alles animiert, und was echt ist. Wieder einmal muss man dem “No Animals were harmed during the making of this film”-Zertifikat am Ende des Abspanns vertrauen, was in heutigen Zeiten ja immer schwerer fällt.

Es ist auf alle Fälle anratsam, seine Kinder nicht in diesem Film zu parken, sondern sich ein .kinoticket mit zu lösen, um während des Films Rede und Antwort stehen und ggfs. seelischen Beistand leisten zu können, mit “harmonischer Familie” hat das nämlich längst nichts mehr zu tun.

Und noch ein P.S: Irgendwie hat sich Disney thematisch hier selbst vorgeführt … mehr dazu verrate ich aber mal nicht. Schaut halt selbst im Kino nach.

.kinoticket-Empfehlung: Hart, brutal und technisch so einwandfrei perfekt, dass das Unterscheiden zwischen “digital” und “echt” nicht mehr möglich ist – was zu Verwirrungen und Schockzuständen bei kleinen Kids führen könnte.

Die Härte und Bosheit, die man hier präsentiert, widerspricht dem üblichen Familienfilm und braucht dazu noch viel zu lange, um endlich zu der redlichen Moral zu kommen, auf die man eigentlich von Anfang an nur wartet. Daher: Für Erwachsene perfekt, für Kids eher unbrauchbar.

Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 28. März 2019

Original Title: Dumbo
Length: 112 Min.
Rated: FSK 6

Smallfoot

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© 2018 Warner Bros. Ent.

 
Ganz ohne Spaß: Smallfoot zählt zu den besten Kinderfilmen, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Und das hat viele Gründe.
Ich schaue ja sehr viel und habe mich zuweilen auch sehr tief in die Sphären des Kids-Cinema eingegraben und hier schon sehr viel Blödsinn und Mittelmäßiges vor die Augen gekriegt. Es gibt hier und da ein paar Ausnahmen, aber selbst von Disney gefällt mir vieles überhaupt nicht, was Kinderfilme angeht.
Smallfoot hat schon im .trailer gewissermaßen anklingen lassen, dass hier jetzt einiges anders läuft und der Film selbst ist einfach nur Bombe!
Der Humor ist erstklassig, zügig umgesetzt und triumphiert in vielen Szenen durch so ein Gagbombardement, dass die Kinder sich vor Lachen fast in die Hosen machen – und man selbst als zorniger Erwachsener langsam anfängt, seine Mundwinkel nach oben zu reißen und letztendlich einfach lachen muss. Diese Version, für die man sich hier entschieden hat, die Art Humor, ist megamäßig und geht einem zu keinem Zeitpunkt des Films in irgendeiner Form auf die Nerven oder langweilt durch Wiederholung oder Ausreizen verschiedener Gags. Wirklich erste Sahne!
Die Charakterzeichnung wurde hervorragend gemeistert. Die Männer sind nicht “männlich ohne Gnade” und die weiblichen Figuren nicht überweiblicht, sondern alles hat einen derartig realistischen Zusammenhang, dass man meinen könnte, alles wäre echt so. Hier braucht nicht von Inklusion, Genderneutralität oder dem ganzen Quatsch geredet werden, der Film ist in seiner “Gendersprache” einfach in Ordnung, weil er sich nicht drum schert, sondern einfach völlig normale Figuren nebeneinander stellt und sie ihre Geschichte spielen lässt.
Versteht das also nicht falsch: Der Film ist nicht “politisch korrekt” und achtet penibel auf möglichst unverletzliche Aussprache, im Gegenteil: Er ist einfach völlig normal. Alte Schule. Das ist ein riesiger Unterschied! Er schert sich nicht um diesen Mist, tritt dabei gleichzeitig aber niemandem auf die Schuhe, sondern umwärmt einen mit einer Portion Normalität, dass man sich wünscht, die restliche Welt wäre genauso.
Die Moral – wobei: Moral ist hier das falsche Wort, das hört sich schon wieder so geschichtsbuchmäßig an – also das “Lerneffekt-Dings” tut gut und rührt durch seinen unbescholtenen Defensivismus in der Unterschwelligen-Liga fast schon zu Tränen: Nicht, weil hier rührselige Komponenten in den Plot eingeflochten wurden, sondern weil das Teil so herrlich unterschwellig ist und man auch da – in einem Kinderfilm (!) – zeigt, wie es richtig gehen kann: Damit leistet der Streifen perfekte Erziehungsarbeit und flößt unterschwellig gute Werte, ethisches Verhalten und Normalität in die Kinderköpfe, die sich in 1-2 Generationen dann evtl. wieder zu normalen Menschen entwickeln und dem ganzen Wahnsinn da draußen ein Ende setzen.
Smallfoot ist also gewissermaßen das Venom für Kinder, in natürlicher FSK-Freigabe und ohne irgendjemandem Schaden zuzufügen. Weder visuell, noch sprachlich, noch zeichnerisch, noch irgendwelche Bio-Fanatiker unterstützend – das Ding ist einfach gesund und normal, heil und heilsam und pure Energie und Leben für groß und klein.
Und je länger ich darüber nachdenke, umso fester steht mein Entschluss: Das ist der beste Kinderfilm, den ich je in meinem Leben gesehen habe.
 

.kinoticket-Empfehlung: Einer der besten Kinderfilme, die es gibt – wenn nicht sogar DER beste schlechthin.
Der Humor ist großartig, die Charakterzeichnung perfekt, der ganze kranke Mist wurde außen vor gelassen und trotz seines absurden Themas glänzt dieser Film durch eine natürliche Normalität, die man fast überall da draußen grad nur vermisst.
Dieser stechende Dorn, der einem bei anderen Filmen oftmals begegnet, ist hier einfach nicht zu finden, obwohl ich die ganze Zeit danach gesucht habe: Das Ding hat mich vollkommen überzeugt und vom Hocker gerissen und ich werde sehen, dass ich es noch in die ein oder andere Wiederholungsvorstellung schaffe.

 
Nachspann
✅ voll süß gemacht und schön bis zum Ende hin durchanimiert, man braucht also nicht gleich aufspringen.
Kinostart: 11. Oktober 2018
Original Title: Smallfoot
Length: 96 Min.
Rate: FSK 0

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