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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Danai Gurira

Avengers: Infinity War (3D)

Einige haben mir nicht geglaubt, als ich geschrieben habe, Black Panther sei nur der sanfte Auftakt für den bevorstehenden Infinity War – und ab Donnerstag prescht eben jener auf euch nieder und mäht alles weg, was es bisher jemals gegeben hat.
Marvel macht seit jeher alles richtig. Figuren einführen, Geschichten liefern, mit denen der Zuschauer sympathisieren kann, das Universum langsam ausgestalten und dann die Brachialität zusammenführen und aufeinander loslassen.
Was andere Labels schmähhaft kopieren und damit kläglich scheitern, Marvel weiß die richtigen Schrauben anzuziehen und liefert etwas ab, bei dem ich nicht gegen den Pressetext wettere.
Leute?
DAS sind Superlativen.
Und zwar welche, die funktionieren!
Ich hatte es schon im Gefühl, dass sie mit Infinity War ein Gewitter auf uns loslassen und habe mich über all jene Meldungen gewundert, die aus Black Panther den “bislang erfolgreichsten Marvel-Film aller Zeiten” machten, denn gefühlt ist der in meinen Augen nur ein armseliger Abgesang auf das, was uns da bevorsteht.
Es ist Dienstag Nacht, ich zähle zu den Gesegneten, die den Film bereits vor die Füße gesetzt gekriegt haben und ich bin seitdem ein paar Kontinente tiefer im Kinosessel festgeklebt und komme nicht mehr hoch!
Äh … Sprachlos!
Und meine Erwartungen waren GIGANTISCH! Okay? Da gehört es normalerweise zum guten Ton, dass man während der Vorstellung dann permanent verarscht, enttäuscht und links liegen gelassen wird – und nichts dergleichen ist passiert: Jeder Blick gefesselt auf die Leinwand mit offenem Mund während ich nicht glauben konnte, dass man aus “Fantasie” so etwas erschaffen kann.
WAHHHHH!!! Jetzt zeigt sich erstmal, womit man in all den Jahren mit dem ganzen “Anteasern” der Machtspitzen überhaupt erst hinaus wollte, auch wenn man vorher beim .trailer manchmal das Gefühl hatte, dass Thanos als kleines rumhoppelndes Männchen kein ernstzunehmender Gegner werden würde, sondern eher eine enttäuschende Figur abliefern…
NEIN!
DEFINITIV NEIN!
Ich würde Avengers: Infinity War mal gelinde gesagt als superlativen Schlag in die Fresse eines jeden bezeichnen – ein Film, nach dem nichts mehr so ist, wie es einmal war. Beim Nachspann sitzt du allen ernstes im Kino und fragst dich, ob die es auf die Reihe bringen und diesmal einfach mal keine After-Credits bringen? Weil das so ein niederschmetternder finaler Roundhousekick in die Fresse wäre – und ehrlich gesagt: Es hätte mich nicht verwundert.
Ja, auch ich habe mir die ein oder andere These zum Film im Vorfeld im Internet durchgelesen und mit der gleichen Amüsiertheit wie bei den ganzen “definitiv richtigen Apple-Vorhersagen” verfolgt, was nun denn in Infinity War passieren müsste. Leute? Lächerlich!
Eure Thesen waren allesamt lächerlich. Und wir alle sollten um Vergebung flehen und lernen, dass Marvel tatsächlich kein Filmlabel ist, sondern eine geheime Religion, die nicht nur vorgibt, Götter für die Leinwand zu produzieren, sondern auch im Stande dazu ist, diesen Göttern wahrhaftig Leben einzuhauchen!
Ich weiß echt nicht, was ich dazu sagen soll, außer alles zu revidieren und mich geschlagen zu geben: Seit A Quiet Place – der im “Horror”-Sektor komplett aufgeräumt hat – ist etwas im Kino explodiert und wir alle sind jetzt entweder tot oder erleben gerade das geilste Filmzeitalter, das die Menschheit je hatte.
Infinity War gehört dazu!
 

.kinoticket-Empfehlung: Überlegt euch mal: Es gab 18 (!!!) – ACHTZEHN – Filme, die uns alle darauf vorbereitet haben, dass das hier kommen würde.
Und jeder davon war für sich ein eigener Riesenerfolg. Andere Filmreihen versuchen, immer größer zu werden, Marvel wird immer größer. Nach allem, was sie bisher abgeliefert haben, läutet man mit Avengers: Infinity War nun definitiv ein neues Kinozeitalter ein und hinterlässt tiefe Spuren, die dutzende andere Arbeiten gemeinsam bei weitem nicht wegzudrängen vermögen.
Geht in die größten Kinos die ihr findet – schöpft und kostet das neue Dolby Atmos aus und lasst euch einfach gehörig schön wegbomben – es macht endlich wieder einmal richtig Spaß – und das ohne eine einzige Pause!

 
Nachspann
Es ist und bleibt Marvel.
Kinostart: 26. April 2018

Black Panther (3D)

Die Fans warten sehnsüchtig auf den Kinostart von Black Panther, gehört Marvel mittlerweile doch zu den Labels, die ausschließlich Erfolgsprodukte auf den Markt werfen, der wieder ein ganz bestimmtes Klientel umfassend befriedigt: Comicfans!

In meinen Augen hat Marvel auch alles richtig gemacht: Man hat verschiedene Charaktere genommen, ihnen eine Geschichte und ein Leben verpasst, der Welt genügend Zeit gegeben, um sich daran zu gewöhnen, in der Gesellschaft etabliert zu werden, von Kindern und Jugendlichen zu Halloween und Fasching getragen zu werden und dann alle gemeinsam in ein Universum geschmissen, in dem es um nichts weniger als die Rettung der Menschheit und faszinierende Technologie geht.

Dabei hat man sich nicht an anderen orientiert, sondern seinen eigenen Stil entwickelt und ist sich stets treu geblieben: Marvel‘s MCU (Marvel Cinematic Universe) hat viele Markenzeichen, für die es von allen Fans geliebt wird. Eines davon ist der unvergleichliche Humor, der bei aller Ernsthaftigkeit pointiert eingesetzt die Kinomannschaft niemals in Depressionen abgleiten lässt und jede noch so ernste Situation durch wahnsinnige Coolness wieder aus dem Loch reißt. Nicht umsonst wird der mittlerweile von vielen zu kopieren versucht, was meiner Meinung nach aber nicht gelingt. Es gibt immer nur ein Original – und das ist hier.

Ein weiteres ist die allumfassende Eingliederung jedweder menschlicher Interessen, die aus dem Gezeigten keine banale Unterhaltung mehr machen, sondern weitaus mehr, indem man sich mit Dingen beschäftigt, die tatsächlich auch für die Wissenschaft interessant wären: Man wird gefordert, man denkt nach, wird inspiriert und ist gleichermaßen fasziniert von den filmischen (Un)Möglichkeiten, die einem da vor die Nase gesetzt werden – ein Grund, weshalb Tony Stark so großer Beliebtheit gewahr ist.

Und diese Faszination für das Unglaubliche, das Ferne, das wiederum aber gar nicht mal so Unabwegige, ist es, die Marvel-Fans gleichermaßen begeistert und in ihrem Bann gefangen hält.

Und Marvel hat es auf unterschwelliger Ebene geschafft, viele Schichten und Kulturen, Länder und Gegenden gemeinsam an einen Tisch zu holen und miteinander feiern zu lassen. Ein Grund, weshalb Black Panther inzwischen in Amerika schon von den Black People gefeiert wird: Man zollt ihnen Respekt und holt sie international auf die Ebene, wo sonst eben nur Weiße gespielt haben. Und dafür liebe ich diesen Film schon jetzt. Integration und Gleichstellung auf extrem hohem Niveau!

Den Regeln des Vorbildcharakters, den Marvel seinen Titelhelden abverlangt, unterwirft sich der Verein selbst und lebt damit beispielhaft das Gute auch in dieser Welt aus. Man sieht also, dass nicht nur auf, sondern vor allem hinter der Leinwand markante Zeichen gesetzt werden.

Nachdem dies abgefrühstückt ist, können wir uns nun mal auf Inhalte (keine Angst, keine Spoiler hier!) konzentrieren, in dem ich einfach mal meine Einschätzung zu .trailer und Film gegenüberstelle:

Der .trailer erweckt den Wunsch und die Gier auf unfassbare Action, jede Menge Krawoum, teasert ein wenig das Spektakel an, auf das sich die Fans freuen werden und macht unglaublich Lust auf mehr!

Der Film selbst ist wesentlich erwachsener, erfüllt zwar stellenweise auch diese Ansprüche, geht aber in vielen ruhigen Episoden darüber hinaus und beschäftigt sich mit elementareren Dingen. Und das unfassbar gut!

Wo meine Befürchtung liegt: Dass der gemeine Kinogänger evtl. nicht das Gesamtbild betrachtet, sondern diesen Film als Einzelstück wertet, was man meiner Meinung nach nicht tun sollte, denn Black Panther ist tatsächlich der Vorreiter zu Infinity War und darum quasi mehr oder weniger als “Zwischensequenz” anzusehen, quasi die Ruhe vor dem Sturm.

Und Leute: Damit haut der absolut rein! Unterhaltung ist definitiv garantiert, technologische Spitzfindigkeiten werden auch hier wieder ordentlich auf den Tisch gepackt und jede Menge ansehnliche Bilder gibt es auch! Man merkt, dass die Richtung definitiv stimmt und dem Filmfetischisten wird damit die Wartezeit auf Infinity War mal grundlegend erleichtert!

.kinoticket-Empfehlung: Wenn wir später, nach vielleicht drei weiteren Filmen dann die Marvel-Reihe in line schauen, wird Black Panther definitiv dazugehören und ein gewaltiger Auftakt für das sein, was uns jetzt bald erwartet!

Ich denke, dass einige Action-Erwartungen, die vom .trailer her rühren, evtl. nicht ganz erfüllt werden, dafür hat man aber auch hier unglaublich präsente, beeindruckende und gewaltige Elemente in einen Film gepackt, in dem das Knistern förmlich spürbar ist. Ich bin gespannt auf den großen Krieg!

Nachspann
✅ Marvel. Mehr sag ich dazu nicht mehr. Also Zwischensequenz UND After Credits Scene. Wer nicht ganz bis zum Schluss sitzen bleibt, verpasst eben unfassbar viel. Aber wer das jetzt noch nicht kapiert hat, der lernt’s eh nie.

Kinostart: 15. Februar 2018

Original Title: Black Panther
Length: 135 Min.
Rate: FSK 12

The Walking Dead – Season 7 Episode 12: "Sage Ja"

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Welcome Screen im CinemaxX München zum Starbesuch presented by Twentieth Century Fox


 
Es ist zugegebenermaßen schon ewig her, dass ich diese Folge der unglaublich tollen Serie im Kino gesehen habe. In den vergangenen Jahren hat man mich schon mehrfach gefragt, ob ich auch Serien bewerte und meine Antwort darauf war stets: “Ja, wenn sie im Kino laufen.”
Da ich diesbezüglich aber noch nichts im Blog habe, wird es endlich mal Zeit, damit anzufangen. Zu dem Event-Abend gab es nämlich für alle Besucher noch einen megafetten Bonus zur Folge obendrauf: Die Darsteller Dr. Eugene Porter (Josh McDermitt) und Dwight (Austin Amelio) waren persönlich da und haben uns vor der Show mit jeder Menge Informationen über den Dreh, die Folgen, die Erlebnisse am Set und Schwänken zugepackt und wir alle hatten gemeinsam megamäßig viel Spaß.
Die Darsteller mal außerhalb der Serie zu erleben und zu merken, dass sie auch da mordsmäßig coole Socken sind, war für sich schon den Abend wert. Und viele tolle Erinnerungen, den Theme Song von The Walking Dead in Kinoqualität und ein paar hübsche Selfies mit den Darstellern machten den Abend perfekt.
Und natürlich die Folge selbst.
Hier orientiere ich mich mal an den ersten beiden Staffeln, auch wenn das für Season 7 ziemlich weit hergeholt ist, jedoch repräsentieren für mich die ersten beiden Jahre noch das Grundwesen dieser Serie. Man hatte eine Folge, in der unglaublich viel passiert ist, unglaublich großartige Einstellungen gemacht wurden und man sich mit Eleganz und Drang durch die völlig absurde Welt bewegte und den Zuschauer einfach blindlings hineinfallen ließ. Genau das haben viele ja so mächtig gelobt, dass endlich mal Anspruch und Stil und nicht die billigen Effekte das Hauptaugenmerk der Serie sind.
In Season 7 sieht das dann schon ein wenig anders aus. Man bekommt viel eher das Gefühl, dass es “am Laufen gehalten” werden muss und man sich mit den Einfällen und der Reichhaltigkeit innerhalb einer Folge mächtig zurückhält. Klar, es ist nur ein Bruchteil der Erzählung dieser Geschichte, die niemals ein absolutes Ganzes darstellt und der verpuffende Wow-Effekt zum Einstand der Serie ist mittlerweile auch längst verklungen, jedoch wirkte auf mich die Folge extrem langsam. Man lässt sich mit allem viel mehr Zeit und hat längst nicht mehr den “Forscherdrang” zu wissen, wie es jetzt überhaupt weiter geht, sondern wundert sich vielmehr eher, wenn überhaupt etwas passiert. Die Entscheidungen sind auch nicht mehr so trächtig und konsequenzenreich, sondern werden eben einfach getroffen und dann durchgezogen. Danach beschäftigt man sich mit Elementen, die man von früher kennt, zieht es alles auf eine Folge hoch und hat am Ende ein Ergebnis mit Cliffhanger zur nächsten Folge – eben der ganz typische Serienalltag.
Ich weiß nicht, ob das nun gut oder schlecht ist, inwieweit man sich da reingefunden und positioniert hat, empfand es aber dennoch als sehr wohltuend, mal mit vielen anderen Fans gemeinsam diese Folge vor Ausstrahlung zu erleben und somit einen völlig neuen Einblick in die Serie zu kriegen, der einem auf Blu-ray nicht gewährt wird.
 

.kinoticket-Empfehlung: Der Abend war sein Geld auf jeden Fall wert!
Jeder Fan ist begeistert, wenn man Teile seiner Serie plötzlich wahrhaftig vor sich erlebt und es muss ein unglaublicher Erinnerungswert sein, wenn Eugene ins eigene Popcorn greift und sich einfach mal so bedient.
Lustig war’s in jeder Hinsicht und wir alle wissen nun auch aus erster Hand, dass die beiden Oachkatzlschwoaf richtig aussprechen können 😉 Dann kann für den Dreh in München ja nichts mehr schief gehen 😀

 
Nachspann
wie üblich, nur eben in Groß und unglaublich präsent.
(Heim)Kinostart: 9. November 2017
(Hier mach ich mal eine kleine Ausnahme, da Serien generell nicht in Kinos anlaufen und durchgehend dort zelebriert werden könnten.)

All Eyez On Me

An alle, die jetzt denken: “Oh mein Gott, jetzt gräbt der noch so einen Musik-Kram aus” – falsch. Die Geschichte von Tupac Shakur in einem Film verpackt, der sich nicht an den Musik-Dokus orientiert, die seit ein paar Jahren blühend aus dem Boden sprießen, nenne ich nicht Musik-Kram.
Hier geht es um viel mehr. 2Pac war schon zu Lebzeiten eine Persönlichkeit, die nicht nur in Sachen Rassenhass einiges in der Gesellschaft auslöste, sondern der auch von seinen eigenen Leuten nicht immer mit Wohlwollen aufgenommen wurde und darum weitreichende Diskrepanzen verursacht hatte. Sei es durch seinen Lebensstil, durch seine Musik, durch seine Aussagen, mit denen er in der Gesellschaft definitiv für Diskussionsstoff sorgte und den Menschen einen Spiegel vorhielt.
Ein Bild der Gesellschaft, dass er zum einen kritisiert, zum anderen selbst lebte, spiegelt sich in seiner Musik wider. Beim Schauen hatte ich das Gefühl: Immer dann, wenn er mal nicht anders weiter kam, gab es einen Song, in dem er seine Gefühle und das, was er zu sagen hatte, ausdrücken wollte.
Sein Erfolg in den 25 Jahren, die er auf der Erde verweilte, sollte ihm Recht geben.
All Eyez On Me veröffentlicht nun tiefe Einblicke in sein Leben, sein Wirken, seine Absichten und die Hintergründe seines Lebens, wobei es hier nicht in erster Linie um die Musik, sondern vielmehr um das Drumrum geht.
Ich persönlich konnte zu damaligen Zeiten seiner Musik wenig abgewinnen. Kann es heute auch nur bedingt. Finde die Aussage des Films aber immens wichtig für ein friedvolles Zusammenleben in einer Gemeinschaft, die sich durch Globalisierung zu einer unglaublich großen Community entwickelt hat, in der auch ganz andere Probleme entstehen, wie zu damaligen Zeiten, wo es rein ums Ghetto oder den Bezirk ging.
Der einzige Kritikpunkt meinerseits wäre die immens lange Laufzeit von 140 Minuten. Klar, die Szenen sind wertvoll, es gibt keine langatmigen Sequenzen oder andere Gähn-Momente. Aber inwieweit schafft man es damit, in einer “Scroll-und-weg”-Zeit der Unaufmerksamkeit, eine Generation mit etwas zu begeistern, für die ein Zeitungsartikel allein aus der Überschrift besteht?
Gerade die Generation Facebook sollte sich hierfür Zeit nehmen. Und die werden wohl die ersten sein, die sich gelangweilt umdrehen und den Saal verlassen. Die Fans seiner Person haben sich sowieso längst mit den Themen auseinandergesetzt und damals Stellung bezogen, was die Macher des Films hier weitestgehend offen lassen.
Und genau da besteht so großes Potenzial, denn die Problematik ist auch 2017 immer noch aktueller denn je und sollte öffentlich diskutiert werden. All Eyez On Me liefert hierfür den passenden Start-Thread.
 

.kinoticket-Empfehlung: Als Fan seiner Person ist dieser Film sowieso Pflicht, alle anderen finden hier wichtige Erkenntnisse und aufschlussreiche Momente über eine Person, die die Gemüter spaltet.
Die Laufzeit ist extrem lang gehalten und stellt einen vor wahre Herausforderungen, die Aussage lohnt sich aber, auch wenn es einiges an Durchhaltevermögen kostet.

 
Nachspann
ist gespickt mit Konzertausschnitten (endlich) und einigen Auftritten des originalen 2Pac. Also: Sitzenbleiben.
Kinostart: 15. Juni 2017

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