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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Corinna Harfouch

Wer hat eigentlich die Liebe erfunden? (mit Gewinnspiel)

Unten gibt es Freikarten für eine Vorstellung eurer Wahl zu gewinnen – wer gleich zum Gewinnspiel möchte, einfach unter die Kritik scrollen 😉
 
Deutschland und Arthaus – eine verfluchte Verbindung? Deutsche Filmemacher sind nicht gerade dafür bekannt, aus dem Vollen zu schöpfen und Dinge abzuliefern, die dich von der Leinwand herab wirklich packen, sondern graduieren meist gerade so im Grenzbereich vom Fremdschämen bzw. tun sich mit kriegerischer Tausendfachdurchkauerei von Nazi-Themen international hervor. Und haben damit dann Erfolg.
Wer hat eigentlich die Liebe erfunden? beschäftigt sich mit etwas ganz anderem – und betritt damit fast Neuland, zumindest, was die Auswahl des sich damit auseinanderzusetzenden Themenbereichs deutscher Kinolandschaft ausmacht.
Mich hat der Film beeindruckt. Von der Idee und der Gesamtumsetzung, der Andersartigkeit, vom frischen Wind, den das Drehbuch bereit hält und den die Schauspieler in ihrer Eleganz auf die Leinwand projizieren. Es ist halt mal etwas völlig anderes. Man berührt dabei fast schon die erbauliche Ästhetik des Nachbarlandes und grenzt an dessen Genialität, auch wenn zum internationalen Durchbruch hier noch ein paar Brocken künstlerisches Hervortun hergebracht werden könnten.
Um die volle Bandbreite nationalen Schaffens auskosten zu können, sollte man nicht über diesen Film stolpern und ihn ignorieren, sondern darf sich ruhig die Zeit nehmen und die 90 Minuten unabgelenkt vor der Leinwand verbringen.
Einige sehenswerte Momente sammelt man dabei auf jeden Fall, die auch später noch im Gedächtnis bleiben und einen unvergesslichen Kinoabend bescheren.
 

.kinoticket-Empfehlung: Für deutsches Kino ein herausragendes Stück Film, dass sich mit einer bekannten Thematik auseinandersetzt, diese aber neu inszeniert und mit diversen Humorspitzen bestückt.
Der internationale Durchbruch künstlerischer Genialität ist dies zwar nicht, allerdings ist der Film zu gut, um ihn einfach zu ignorieren. Nehmt ein paar Freunde mit ins Kino und macht es euch im Sessel mit Popcorn und guter Laune gemütlich.

 
Nachspann
Abwarten – hier kommt noch etwas.
Kinostart: 03. Mai 2018
 
* * * GEWINNSPIEL * * *
Alamodefilm verlost zum Kinostart an euch 1x 2 Freikarten für eine Vorstellung des Films in einem Kino eurer Wahl. Voraussetzung ist, dass dieses Kino Wer hat eigentlich die Liebe erfunden? im Programm hat und in der gewählten Vorstellung noch freie Plätze verfügbar sind.
Was ihr dafür tun müsst?
Kommentiert unter diesem Beitrag hier im Blog bis einschließlich Mittwoch, 2. Mai 2018 24:00 Uhr und hinterlasst dabei eine E-Mail-Adresse, unter der ich euch erreichen kann.
Die Gewinner werden anschließend via random.org ermittelt und von mir benachrichtigt. Nach Bekanntgabe eurer Anschrift werde ich euch die Freikarten zuschicken, mit denen ihr dann nur noch an den Ticketschalter spazieren und sie gegen eine gültige Eintrittskarte eintauschen müsst.
Facebook, Twitter und sonstige soziale Netzwerke oder externe Seiten haben mit diesem Gewinnspiel nichts zu schaffen, dies wird ausschließlich von www.kinoticket-blog.de veranstaltet, der Gewinn wurde von Alamodefilm gestiftet. Eine Barauszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen. Es gelten die üblichen, vernunftbasierten Gewinnspielbedingungen.
Und nun wünsche ich jedem von euch viel Glück und natürlich hinterher viel Spaß und fantastische Unterhaltung im Kino!

Fack Ju Göhte 3

Fack Ju Göhte spaltet die Meinungen. Die einen lieben es, die anderen hassen es. Grundsätzlich schon mal ein gutes Omen, denn Filme, die zum Meinungsdiskurs führen, sind grundsätzlich wert, angesehen zu werden.
Mit dem #FinalFack möchte man dem Ganzen nun ein Ende bescheren und sich aus der Trilogie verabschieden, die im Jahre 2013 begann.
Einerseits hat man für mich damit einen Teil der Bevölkerung wiedergegeben, die wir uns durch die Änderungen in der breiten Öffentlichkeit seit einigen Jahren selbst heranzüchten, andererseits ist offensichtlich, dass damit die “dumme Generation” angesprochen werden will – und das stößt einigen halt bitter auf.
Elyas M’Barek löst auch unterschiedliche Gefühle aus, deren Reaktionen im nun dritten und finalen Teil natürlich eine gewisse Eigendynamik entwickelt haben, auf die man möglicherweise völlig selbstverständlich hingearbeitet hat.
Grundsätzlich hatte ich auch nicht unbedingt Lust, mir ein weiteres Mal das Versagen von sämtlichen Klischees auf der Leinwand anzuschauen, wenn man dieses doch im Alltag so oft und vielfältig beobachten kann. Und was soll ich sagen? Es wurde tatsächlich mein Film der Woche!
Warum?
Fack Ju Göhte hat ein eigenes Image erschaffen, aus dem man jetzt tiefschürfend schöpft und auch keine Hemmungen mehr aufweist, zu sich selbst zu stehen – und dieses filmisch-ehrliche Selbstbewusstsein tut ungemein gut.
Ich denke, auch das hat zum Großteil dazu beigetragen, dass diese Filmreihe die erfolgreichste deutsche Publikation ist, die wir je aufweisen konnten.
Und mit diesem Selbstbewusstsein stürzt man sich jetzt in die finale Aufgabe, den natürlichen Weg bis zum bitteren Ende hin durchzugehen und setzt dabei voll auf die eigens kreierte Version von Humor und platten Sprüchen, die auf einmal nicht mehr billig, sondern authentisch wirken und somit zur gefeierten Ehrlichkeit zusätzlich beitragen. Man versucht nicht mehr, sich zu behaupten, man ist über Erklärungen und Einführungen weit hinaus und kann nun einfach spielen.
Und dabei sind mir ein paar Dinge ins Auge gestochen, die ich unfassbar passend in unserer Zeit finde und für die ich diesen Film abfeiere. Man hat sich nämlich zum Ziel gesetzt, tatsächlich eine wertvolle Botschaft in die Öffentlichkeit zu vermitteln und damit sowohl Hater als auch Fans der Reihe anzusprechen, denen man damit unschlagbare Argumente für diesen Film mit auf den Weg gibt.
Und das wirkt nicht etwa belehrend oder “schulmäßig”, sondern fließt völlig locker in den Humor des Films ein, der damit auch die Moralverächter nicht vor den Kopf stößt, sondern ihnen ihren Spaß lässt und dennoch dafür sorgt, dass man irgendwo anfängt, mitzufühlen und eine Message versteht, die man viel öfters in die Gesellschaft transportieren sollte.
Damit holt man quasi nun endlich auch die ganzen Vollidioten ab, die diese Unterschicht zu dem machen, was sie ist und zeigt ihnen, wie es besser geht. An manchen Stellen vielleicht etwas peinlich, dafür aber so genial ausgearbeitet, dass dieser Appell nicht nur Dummheit erklärt, sondern auch für die Gegner des Films Erklärungsansätze bietet, die für bessere soziale Gemeinsamkeiten sorgen – und das ist für mich das lobenswerteste, das ein Film zustande bringen kann.
Ganz im Ernst: Meine Hochachtung für dieses gelungene Kunststück, dass man tatsächlich Massen damit begeistern kann, eine Gesellschaft ethisch aufzuwerten – denn die Kinosäle sind ausgebucht, egal, wie groß sie sind.
Also macht einfach weiter so und strömt zahlreich in die Vorstellungen, auch wenn danach Schluss ist: Die Umsetzung liegt bei jedem selbst und ich hoffe, dass sich viele Anhänger davon finden und wir alle damit eine bessere Welt gestalten.
Und dass der Spaß dabei nicht auf der Strecke bleiben muss, davon zeugt Fack Ju Göhte 3 ganz von selbst. Also genießt ihn.
 

.kinoticket-Empfehlung: Für mich nicht nur der beste Teil der Reihe, sondern ein ethisches Meisterstück, dass seinen Ruhm dafür ausnutzt, um moralisch wertvolle Botschaften an die Massen zu verteilen, ohne damit zu nerven.
Und dafür meinen größten Respekt und den Wunsch an euch alle: Geht ins Kino, habt ungemein viel Spaß und nehmt mit, was dieser Film an Mehrwert bietet – es geht ins Herz.
Grandioses Finale und damit womöglich ein packendes Ende einer bis dato großartigen, deutschen Kino-Meisterleistung. Zu Recht vielbesucht und hoffentlich noch lange im Kino zu sehen.

 
Nachspann
Unbedingt sitzen bleiben. Die Outtakes wirken zwar teilweise etwas aufgesetzt, aber funktionieren dennoch und huldigen den Rest der Reihe auch nochmal.
Kinostart: 26. Oktober 2017

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