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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Common

Hunter Killer

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© 2018 Concorde Filmverleih GmbH

 

Ein “Hunter Killer” (Jäger-Killer) ist ein Marineschiff, das für die Jagd und Zerstörung anderer Schiffe ausgerüstet ist, zumeist ein U-Boot.

Mit diesem Wissen im Gepäck klingt auch der Titel gleich nicht mehr ganz so dämlich. Gerard Butler nämlich ist irgendwie ein Garant für Mittelklassewagen-Popcorn-Actionkino und genau solche Erwartungen hegt man auch, wenn man ohne Vorwissen in den Film wandelt. Es kann was kommen, muss aber nicht und wenn man Glück hat, ist es besser als in Olympus Has Fallen.

Wer sich das Plakat näher besieht oder bei den .teaser-Beiträgen schon reingeschnüffelt hat, bekommt vielleicht etwas Battleship-Angst und wer meint, vom Intelligenzanspruch an bestehende Bande angeknüpft worden zu sein, der bibbert vielleicht noch wegen MEG.

Ich kann euch so viel vorweg verraten: Entspannt euch und chillt einfach ein wenig. Hunter Killer ist genau das, was ihr erwartet: Intelligenzstumpfsinniges Actionkino, das dafür gemacht wurde, um bei abgeschaltetem Hirn, Bierchen und Popcorn den Abend entspannt ausklingen zu lassen und keinerlei Herausforderungen zu erstellen.

Dass so etwas in den USA produziert wurde, zeugt einmal mehr von der Besessenheit in punkto Kriegsmaschinerie, die man hier natürlich optisch und kriegerisch voll auskostet, auch wenn der Film relativ ruhig und dialoglastig startet und erstmal gar nicht so viel von der erwarteten Action kommt.

Die wird dann im Anschluss aber noch aufgefahren, was gleichzeitig alle Plot-Überraschungen zunichte macht, da ab einem gewissen Punkt diverse „Möglichkeiten“ simpel berechenbar werden, insofern der Film nicht gänzlich ohne Special Effects und Actionmomente auskommen möchte.

Sprich: Wer hier mit irgendwelchen (!) Erwartungen reingeht, kann sich eigentlich nur enttäuschen lassen, wer sich gemütlich in den Sessel fallen lässt und alles andere einfach geschehen lässt, der bekommt solide Action im altbekannten Butler-Style.

Muss man das Ding jetzt unbedingt gesehen haben?

Ganz klares nein, obgleich ich empfehle, wenn man sich den Film antun möchte, dies dennoch in einem Kino zu erledigen, weil er auf kleineren Displays dann gänzlich abkackt und deutschlandweit kein einziges Wohnzimmer mitziehen könnte, um das Niveau wenigstens noch einigermaßen erkennbar zu lassen.

Dass in solchen Projekten immer noch versucht wird, irgendeinen morbiden Anspruch auf „Mehr“ zu erheben, ist in meinen Augen völlig unverständlich: Gebt den Leuten doch einfach Action, lasst alles andere beiseite und investiert lieber in ein paar mehr Minuten Getöse und Krach, dann ist wenigstens die Zielgruppe zufrieden und schnurrt gemütlich vor sich hin.

P.S: Nutzt Männerabende und andere Kollektiv-Veranstaltungen aus, die machen das Werk als „Erlebnis im Kino“ noch interessanter.

 

.kinoticket-Empfehlung: Action auf solider Basis, die sonst nichts aufregendes neues bringt.

Für meine Verhältnisse wurde anfangs im Film etwas zu viel gequatscht und der Zuschauer zu lange hingehalten, bis es endlich „los geht“, dann aber kommt man actiontechnisch auf seine Kosten und kann ohne Nachzudenken den Tag gemütlich mit diesem Streifen ausklingen lassen.

Ansprüche jedweder Art sind hier fehl am Platze, wenn man dazu in der Lage ist, dann bitte ins Kino, woanders verfehlt er auch diese Wirkung noch vollständig und wäre dann tatsächlich „unbrauchbar“.

 

Nachspann
✅ ist nicht unbedingt wichtig, zeigt aber noch relativ viel Bewegtbildmaterial, wer möchte, darf also sitzen bleiben.

Kinostart: 25. Oktober 2018

Original Title: Hunter Killer
Length: 122 Min.
Rate: FSK 16

Smallfoot

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© 2018 Warner Bros. Ent.

 
Ganz ohne Spaß: Smallfoot zählt zu den besten Kinderfilmen, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Und das hat viele Gründe.
Ich schaue ja sehr viel und habe mich zuweilen auch sehr tief in die Sphären des Kids-Cinema eingegraben und hier schon sehr viel Blödsinn und Mittelmäßiges vor die Augen gekriegt. Es gibt hier und da ein paar Ausnahmen, aber selbst von Disney gefällt mir vieles überhaupt nicht, was Kinderfilme angeht.
Smallfoot hat schon im .trailer gewissermaßen anklingen lassen, dass hier jetzt einiges anders läuft und der Film selbst ist einfach nur Bombe!
Der Humor ist erstklassig, zügig umgesetzt und triumphiert in vielen Szenen durch so ein Gagbombardement, dass die Kinder sich vor Lachen fast in die Hosen machen – und man selbst als zorniger Erwachsener langsam anfängt, seine Mundwinkel nach oben zu reißen und letztendlich einfach lachen muss. Diese Version, für die man sich hier entschieden hat, die Art Humor, ist megamäßig und geht einem zu keinem Zeitpunkt des Films in irgendeiner Form auf die Nerven oder langweilt durch Wiederholung oder Ausreizen verschiedener Gags. Wirklich erste Sahne!
Die Charakterzeichnung wurde hervorragend gemeistert. Die Männer sind nicht “männlich ohne Gnade” und die weiblichen Figuren nicht überweiblicht, sondern alles hat einen derartig realistischen Zusammenhang, dass man meinen könnte, alles wäre echt so. Hier braucht nicht von Inklusion, Genderneutralität oder dem ganzen Quatsch geredet werden, der Film ist in seiner “Gendersprache” einfach in Ordnung, weil er sich nicht drum schert, sondern einfach völlig normale Figuren nebeneinander stellt und sie ihre Geschichte spielen lässt.
Versteht das also nicht falsch: Der Film ist nicht “politisch korrekt” und achtet penibel auf möglichst unverletzliche Aussprache, im Gegenteil: Er ist einfach völlig normal. Alte Schule. Das ist ein riesiger Unterschied! Er schert sich nicht um diesen Mist, tritt dabei gleichzeitig aber niemandem auf die Schuhe, sondern umwärmt einen mit einer Portion Normalität, dass man sich wünscht, die restliche Welt wäre genauso.
Die Moral – wobei: Moral ist hier das falsche Wort, das hört sich schon wieder so geschichtsbuchmäßig an – also das “Lerneffekt-Dings” tut gut und rührt durch seinen unbescholtenen Defensivismus in der Unterschwelligen-Liga fast schon zu Tränen: Nicht, weil hier rührselige Komponenten in den Plot eingeflochten wurden, sondern weil das Teil so herrlich unterschwellig ist und man auch da – in einem Kinderfilm (!) – zeigt, wie es richtig gehen kann: Damit leistet der Streifen perfekte Erziehungsarbeit und flößt unterschwellig gute Werte, ethisches Verhalten und Normalität in die Kinderköpfe, die sich in 1-2 Generationen dann evtl. wieder zu normalen Menschen entwickeln und dem ganzen Wahnsinn da draußen ein Ende setzen.
Smallfoot ist also gewissermaßen das Venom für Kinder, in natürlicher FSK-Freigabe und ohne irgendjemandem Schaden zuzufügen. Weder visuell, noch sprachlich, noch zeichnerisch, noch irgendwelche Bio-Fanatiker unterstützend – das Ding ist einfach gesund und normal, heil und heilsam und pure Energie und Leben für groß und klein.
Und je länger ich darüber nachdenke, umso fester steht mein Entschluss: Das ist der beste Kinderfilm, den ich je in meinem Leben gesehen habe.
 

.kinoticket-Empfehlung: Einer der besten Kinderfilme, die es gibt – wenn nicht sogar DER beste schlechthin.
Der Humor ist großartig, die Charakterzeichnung perfekt, der ganze kranke Mist wurde außen vor gelassen und trotz seines absurden Themas glänzt dieser Film durch eine natürliche Normalität, die man fast überall da draußen grad nur vermisst.
Dieser stechende Dorn, der einem bei anderen Filmen oftmals begegnet, ist hier einfach nicht zu finden, obwohl ich die ganze Zeit danach gesucht habe: Das Ding hat mich vollkommen überzeugt und vom Hocker gerissen und ich werde sehen, dass ich es noch in die ein oder andere Wiederholungsvorstellung schaffe.

 
Nachspann
✅ voll süß gemacht und schön bis zum Ende hin durchanimiert, man braucht also nicht gleich aufspringen.
Kinostart: 11. Oktober 2018
Original Title: Smallfoot
Length: 96 Min.
Rate: FSK 0

John Wick: Kapitel 2

Auf diesen Film haben sich Fans wohl schon lange gefreut und auch die Vorankündigungen der Presse haben Lust auf mehr gemacht. Hand aufs Herz: Wann ist das nicht so?
Völlig vorurteilsfrei habe ich mich in der Sneak davon überraschen lassen, wie man eine Geschichte, die im Ganzen eigentlich fertig erzählt ist, fortsetzen möchte und dabei der Sahne noch die berühmte Aufsteigerkrone aufsetzen möchte, die einen “noch besseren, noch gigantischeren zweiten Teil” ausmachen will.
Tatsache ist, dass man hier in punkto Style, Action und fahrischer Stärke noch einen oben drauf gesetzt hat und gleich mal zu Beginn richtig Speed aufkommen lässt, bevor klar ist, welchen Film man da überhaupt sieht.
Beim Humor hat man sich nichts nehmen lassen und steigt auch wieder voll in die Echtheit von John Wick ein, dessen Darsteller Keanu Reeves hier seine Paraderolle nachgesagt wird.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die eher in The Matrix stattgefunden hat und der Junge sich nach Werken wie Knock Knock sein “Newcomer”-Debüt in der düsteren Filmszene erobert, in die John Wick natürlich hervorragend passt und mit genügend Blockbuster-Potenzial auch wuchtig zu Buche schlägt.
Die Marke, die man mit dem ersten Teil etabliert hat, zeigt auf jeden Fall Wirkung und der sarkastisch-zynische Humor trifft vielerorts auf fruchtbaren Boden – auch bei mir.
Dennoch empfand ich, dass dem Film ein wenig die spielerische Harmonie fehlte, da die Szenen im Film teils etwas zu langatmig waren, sowohl die “Ruhephasen” als auch der actionlastige Anteil. Irgendwie kommt dabei kein richtiger Rhythmus auf und man versucht unterschwellig verzweifelt, so etwas wie eine gelungene Fahrt hinzukriegen, bei der man aber eher mehr stolpert als grandios erzählt.
Das Schwierige daran ist wohl auch, dass die Gelüste, denen er im ersten Teil frönt, ja insofern abgeschlossen sind und man hier nur etwas künstlich in die Länge ziehen will, was auch am Schluss sichtbar ist. Der lüsterne Blick auf eine neue Welle von John Wick-Filmen ist auch jeden Fall nicht völlig unberechtigt.
Sei’s drum: Die Action macht Spaß, der Momente, die wirklich Gaudi machen, sind viele und man hat auch so jede Menge Spaß inmitten von echtem Style, der so noch nicht oft kopiert wurde und daher ein Alleinstellungsmerkmal aufweist, von dem sich andere große Produktionen gerne ein bisschen mehr Initiative und Erfindergeist abschauen dürfen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Daher meine Empfehlung: Popcorn schnappen, Freundin zu Hause lassen (es sei denn, sie steht auf Action und mag Filme wie Trainspotting) und dann einfach mal etwas hirnfrei die Show genießen.
Action, Style, Humor und Look des Films haben neben den schauspielerischen Fähigkeiten durchaus ihre Aufmerksamkeit und somit den Kauf eines .kinotickets verdient.

 
Nachspann
kommt keiner, man darf sich also getrost richtung Ausgang bewegen.

Run All Night

Hiermit oute ich mich mal als film noir-Liebhaber und gebe zu, dass ich für diese Art von Kunst schon immer etwas übrig hatte. Außerdem bin ich gewissermaßen ein wenig mit Ed Harris aufgewachsen und in Verbindung mit dem Trailer und der Hoffnung, dass daraus endlich mal was wirklich gutes und kein so Dritte-Wahl-Blockbuster wird wie die restlichen Streifen von Liam Neeson, ging ich gespannt und voller Erwartungen in meinem Lieblingskino in den Saal und harrte der Dinge, die da kommen sollten.
Ich weiß nicht, welche Kinos ihr in der Umgebung habt. Ich meinerseits fahre jedesmal gerne 120-150 km um ins nächste CinemaxX zu reisen und den übermäßig guten MaxXimum Sound dort zu genießen, der in einem Film wie diesem seine atmosphärisch wuchtige Pracht entfaltet und dir ungebremst ins Gesicht knallt.
Was hier auf der Leinwand zu sehen ist, ist kein Billigpappenheimer, der mit übermäßig vielen Schussszenen oder stupidem Geballer die Masse ansprechen will, sondern wider Erwarten richtig gutes Kino mit Anspruch auf Stil und Klasse.
Das klassische schwarz-weiß-Feindbild gibt es nicht, das Jonglieren zwischen Freund- und Feindschaft gefällt von der ersten Minute an. Abgewrackt und niedergelebt entpuppt sich Liam Neeson im Verlaufe der Story nicht zu dem Helden, den er in üblichen Machwerken mit seinem Konterfei gerne tituliert, sondern hier zählt nur Größe.
Das Zusammenspiel zwischen ihm und Harris war in meinen Augen ganz großes Kino. Hier wird nicht mehr billig gefeixt oder blöde Sprüche gekloppt, sondern schon die Dialoge und Zusammentreffen der beiden zeugen sowohl spielerisch als auch erzählerisch von Anmut und Eleganz. Dazu beinhaltet der Film eine Art von “Ruhe”, die schwer in Worte zu fassen ist. Das Thema – Run All Night – und die damit vorurteilsträchtige Hetze, die man dem Werk womöglich andichten möchte, sinkt eher in eine düstere Schwere, die sich gelassen und vollgepumpt mit mächtigen Soundeffekten den ganzen Film über professionell durchzieht.
Es ist Wahnsinn, was man aus ein paar wenigen Ideen für mächtige Illusionen erschaffen kann, die sich zu einer mitreißenden Selbstläuferstory entwickeln, die nicht nur unterhält, sondern tief beeindruckt.
Aus dem Saal raus spaziert bin ich gefühlte 2 Meter unterhalb des Erdbodens. Was man hier geboten bekommt, beeindruckt wirklich extrem und dazu tut der Score nicht nur sein übriges, sondern spendet einen beachtlichen Anteil an der Gesamtstimmung.
 

.kinoticket-Empfehlung: Gutes Kino, welches sowohl Nischengänger als auch Blockbusterfans von beiden Seiten her ansprechen dürfte – so würde ich Run All Night vielleicht beschreiben.
Wer einen wunderbaren Kinoabend sucht, der sowohl alt als auch jung unterhält, mit Soundeffekten und Score-Stimmung nicht spart und dazu noch eine nachvollziehbare Story liefert, die weder verärgert noch verspottet, der sollte sich diesen Film unbedingt ansehen.
Und alle anderen auch. Denn ihr lernt hier etwas kennen, dass es tatsächlich wert ist, gesehen zu sein. .kinoticket lösen und rein da!

 
Nachspann
liefert Bilder, die den film-noir-Style des Movies nochmal richtig unterstreichen.

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