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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Christopher Abbott

Aufbruch zum Mond

Aufbruch zum Mond

© 2018 Universal Pictures International

 

Hollywood und Mondlandung – zwei Dinge, die quasi schon per se zusammen gehören und auch schon tausendmal erzählt wurden. Spektakel hier, Spektakel da, viel Brimborium mit wahnsinnig entertainment-reichem Stoff, der die Massen begeistert. Und nun?

Nun kommt Ausnahmetalent Damien Chazelle und verfilmt diesen Stoff neu … ohne das Brimborium, aber mit ganz viel Esprit und einer Geschichte, die höchst professionell für die Leinwand umgesetzt wurde und den Zuschauer mit sanften Tönen, melodie-reichen Emotionen und einer völlig neuen Art und Weise begeistert, die ihn dieses Genre quasi ganz neu erfinden lässt.

Damit spielt er einmal mehr die Stärken von Ryan Gosling aus und lässt ihn auf eine Erzählung los, die in dieser Welt genauso faszinierend wie umstritten ist und erzählt sie auf seine eigene Weise.

Glaubt mir: Auch wenn euch das bisher nicht begeistert und ihr zu der Fraktion “Hat man einen gesehen, hat man alle gesehen” gehört – dieser Film lohnt sich dennoch. Allein ob der betörenden Bilder, die anfangs zwar gewöhnungsbedürftig wirken, sich dann aber zu einem schleichend-genialen Geniestreich entwickeln und ihren Weg in die Datenbahnen im Hirn buddeln. Chazelle schickt den Zuschauer selbst auf seine Reise und vermittelt dabei ein Gefühl von Schwerelosigkeit im Kino – weswegen man sich dafür auch nicht unbedingt die kleinere von beiden Leinwänden aussuchen sollte: Je größer, desto besser. Je mehr Dolby Atmos®, umso besser.

Und wartet nicht, bis er in kleinere Säle abwandert, sondern nutzt die Startwoche dafür – überall anders ist es dann “nur noch ein Film” und kein Ereignis mehr.

 

.kinoticket-Empfehlung: Unbedingt im Kino mitnehmen und sich auf eine ganz neue Art hinreißen lassen- Chazelle hat’s immer noch drauf!

Die Bilder wirken zuerst befremdlich, graben sich dann aber tief ins Gewissen und lassen einen auch nicht mehr so schnell los. Dieser Film beflügelt auf ganz hohem Niveau.

 

Nachspann
❌ braucht man nicht ausharren, es folgen keine weiteren Szenen.

Kinostart: 8. November 2018

Original Title: First Man
Length: 143 Min.
Rate: FSK 12

It Comes at Night

Heute möchte ich euch eine Perle des aktuellen Kinos vorstellen: It Comes at Night.
Leute: Ich bin sprachlos! Der .trailer lässt Hoffnung auf einen mittelmäßigen Horrorstreifen aufkommen und in meiner Sehnsucht nach gutem Material zieht es mich natürlich in die Lichtspielhäuser.
Ticket gekauft, Popcorn im Schoß und los die Show!
Und was da kommt, ist so viel besser als das, was man erwartet – ich habe lange nicht mehr so einen grandiosen, unbeschreiblich guten und bewundernswerten Streifen gesehen wie diesen hier!
Mein bester Freund steht überhaupt nicht auf Schockmomente und hasst es, wenn man Suspense-Stimmung aufbaut und ihn werde ich definitiv vor den Bildschirm fesseln und  dieses Teil zeigen! Natürlich hat man auch hier stimmungsmäßig ordentlich die Sau rausgelassen, aber eben nicht so, wie man vermutet! Mit so viel Liebe, Detailangst, Misstrauen und menschlicher Analyse hat man sich einer Situation zugewandt, die von Anfang bis Ende absolut spannend bleibt und einen mit einem übermäßigen und fast unerträglichen Brainfucked-Gefühl wieder aus dem Saal stößt. Mein Gedanke war eher, dass das extrem durchdachtes, extrem intelligentes Kammerspiel ist, in dem bedrohliche Elemente die Hauptrolle übernehmen, die keinerlei Anstalten machen, auch nur anflugweise an der Intelligenz des Zuschauers zu zweifeln.
Es hat lange gedauert, aber ich war tatsächlich wieder einmal sprachlos nach einem Film!
 

.kinoticket-Empfehlung: Von daher: Es wird zur Masteraufgabe, das Kino zu finden, in dem dieser Titel überhaupt (noch) gezeigt wird, aber der Kampf um diesen Platz ist mehr als lohnenswert, denn man darf endlich wieder mal in einen Plot abtauchen, in den sich der Regisseur selbst verliebt hat!
Großartig – beklemmend – fesselnd und absolut sehenswert!

 
Nachspann
folgt keiner mehr, der Saal kann freigegeben werden.
Kinostart: 18. Januar 2018

Criminal Activities

Ich höre schon wieder Zähneknirschen, wenn einige den Namen John Travolta lesen. In seiner Karrierelaufbahn hat dieser Kerl nicht nur einmal mit seinen Machwerken direkt ins Klo gegriffen.
Wenn sein Name im Vorspann auftaucht und man sich so besieht, was gezeigt wird, dann ist es tatsächlich auch richtig schwer, erstmal damit klar zu kommen. Man könnte fast sagen: Man wird mit einem festen Arschtritt ins kalte Becken geschmissen und muss tierisch rudern, um irgendwie an der Wasseroberfläche zu bleiben – und wenn man einmal die Balance gefunden hat, dann ist es im Becken auf einmal richtig geil.
Criminal Activities gehört definitiv nicht zu den Massenunterhaltungsfilmen, sondern breitet sich hier in einer Nische aus, die man lange nicht mehr im Kino gesehen hat. Es stehen außer Travolta keine unbedingt bekannten Schauspieler auf der Bildfläche und die Art ihrer Präsentationsweise ist – as said – sehr gewöhnungsbedürftig.
Was es meines Erachtens nach aber absolut rausreißt, ist die Pointe des Films, die sich über den kompletten Schluss erstreckt und die Gegebenheiten nochmal so richtig durchmischt und somit beweist, dass hier jemand die Finger im Spiel hatte, der definitiv etwas von guten Geschichten versteht – auch wenn sie zeitweise etwas Hirnakrobatik erfordert und nicht nur visuell manchmal Magenschmerzen hervorrufen kann.
Die gezeigten Szenen sind hier und da mal nichts für schwache Gemüter, wer sich aber von dem Anfangs erwähnten Arschtritt erholt hat, darf hier nun schlussendlich ein Fest des neuartigen Geschmacks zelebrieren und geht nicht enttäuscht wieder aus dem Saal.
 

.kinoticket-Empfehlung: Auch wenn man Travolta nicht mag, darf man trotzdem sein .kinoticket für diesen Film lösen, denn es erwartet einen fast schon anspruchsvolle Unterhaltung auf einem völlig nischenhaften Niveau.
Es braucht Zeit, um sich auf die ungewohnten Gegebenheiten einzustellen, wer dann aber den Absprung in die Geschichte schafft, geht in ihr völlig auf und hat auch durchaus seinen Spaß daran.
Der Mainstream dürfte so seine lieben Schwierigkeiten mit diesem Werk haben – und das ist auch gut so, denn Filme wie dieser beweisen, dass Kino auch salonfähig für andere Dinge als stupide Ballerei ist und Anspruch nicht unbedingt sofort ein Garant für einen Flop darstellt. Hoffe ich.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, man darf also nach der Schwarzblende wieder nach draußen rennen.

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