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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Christoph Maria Herbst

Der Vorname

Der Vorname
© 2018 Constantin Film Verleih GmbH

 

Theateradaption von Regiemeister Sönke Wortmann neu für die Leinwand erfunden, um das Kinopublikum mit anspruchsvollen Inhalten zu begeistern: Ich liebe es, dass dieser Schachzug nun mehr und mehr ausgeführt wird und man sich auch ohne Abendgarderobe an diesem niveauvollen Anspruch erfreuen kann.

Dabei trifft man inhaltlich nicht mal wieder nur absolut den Kern, sondern bewegt sich in süffisant-humorvollen Gefilden, die Spaß, Ehrgeiz, Diskussionsfreudigkeit und tief empfundene Freundschaft zelebrieren.

Es ist herrlich, den schrägen Ausführungen der Protagonisten zuzuhören, die sich zum gemeinsamen Mahl verabredet haben und dabei allerlei verbalen Schabernack treiben. Dass dabei jeder seine Rolle gefunden hat und darin hervorragend aufgeht, versteht sich von selbst. Für eine deutsche Produktion unverhältnismäßig gut umgesetzt und in höchstem Maße unterhaltsam, so wie man sich eben perfektes Kino wünscht: Viel gute Laune, supertolle Bilder, hervorragende Twists und jede Menge Bauchschmerzen vom Lachen.

Und all das, ohne unter die Gürtellinie abrutschen zu müssen, um irgendwelche Zuschauer zu ködern oder sonstige billige Tricks anzuwenden, sondern konsequent auf einem Niveau, dass ich persönlich zutiefst erbaulich finde. Und dass das Münchner Premierenpublikum sogar während der Vorstellung Applaus spendete, zeugt ebenso von einem gelungenen Auftritt, den es so selten gibt.

Großartig – weiter so!

 

.kinoticket-Empfehlung: Verbale Gaudi auf höchstem Niveau: Man diskutiert hier in wundervollem Ambiente über Themen, die die Welt bewegen und erschafft dabei eine humorgeladene Atmosphäre, in der sich jeder Zuschauer einfach wohlfühlen muss!

Der Film überrascht mit großartigem Humor und einer Peinlichkeitsfreiheit und gleichzeitig mit tollen Twists. Gelungener könnte ein Kinoabend nicht werden als mit diesem Titel! Unbedingt reingehen!

 

Nachspann
❌ kümmert sich dann endlich auch um den Nachnamen, bereitet ansonsten aber keine Überraschungen, rausgehen ist also erlaubt.

Kinostart: 18. Oktober 2018

Original Title: Der Vorname
Length: 91 Min.
Rate: FSK 6

 

Und zum Schluss gibt’s noch ein paar exklusive Einblicke vom Red Carpet im mathäser Filmpalast in München, wo am 9. Oktober 2018 ein Special Screening des Films stattfand, für das natürlich der komplette Cast mit Regisseur Sönke Wortmann und Produzent Tom Spiess geladen war, das auch viele Prominente besuchten.

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Sky-Moderator und Synchronsprecher Sebastian Höffner

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Schauspielerin Veronica Ferres und Constantin Film Verleih Marketing & Filmpresse-Geschäftsführer Torsten Koch

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Tänzerin, Choreographin, Fotomodel & Schauspielerin Tiger Kirchharz

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Das Schauspielerensemble Christoph Maria Herbst, Iris Berben, Justus von Dohnányi, Janina Uhse und Florian David Fitz

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… gemeinsam mit Regisseur Sönke Wortmann

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Schauspieler Christoph Maria Herbst und Florian David Fitz

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Schauspieler Justus von Dohnányi und Schauspielerin Iris Berben

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Florian David Fitz und Schauspielerin Janina Uhse

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Buchautorin Rita Falk

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Im Saal beim Special Screening von Der Vorname im mathäser Filmpalast in München am 9. Oktober 2018

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Liliane Susewind – Ein tierisches Abenteuer

Kinder weiß man auf Bildschirmen immer zu beeindrucken – viele Eltern dürften davon ein Lied zu singen wissen. Sony Pictures nimmt sich ab sofort eines gewaltigen Abenteuers an und schickt euch gemeinsam mit den Kleinen wieder auf eine Reise, die gleich mit einem spannenden Twist beginnt. Dieser benötigt zwar einige Reifezeit, aber alsbald haben sich die Kleinen damit abgefunden und sind mitten im Geschehen gefangen.
Hier werden unter anderem wichtige Fragen geklärt, die auch im Alltag immer wieder aufkommen und mit denen man sich gerne einmal neu auseinandersetzen darf: Liliane Susewind – Ein tierisches Abenteuer bietet hier auch für Erwachsene ganz neue Denkanstöße z.B. im Umgang mit Tieren und der Tierhaltung zu Hause.
Der Plot und die bekannt-überzogene Darstellung erwachsener Schauspieler wirkt für Kinder glaubwürdig, verlangt Erwachsenen aber einiges an Toleranzvermögen ab, so dass diese ihre Kinder wohl besser in einem der Kinosäle “absetzen” und nach der Vorstellung wieder aufgreifen sollten.
Die moralische Erziehung der Kinder steht auch hier wieder subtil im Subkontext und vermittelt das ethisch-verantwortungsvolle Verhalten gegenüber anderen Lebewesen sehr eindrucksvoll und unterhaltsam.
Dabei geht es auch um Korruption, Verhaltensfragen und deren hintergründige Beleuchtung, die sich u.a. sehr nah an der Buchvorlage für Kinder orientieren und hier einen würdigen Filmvertreter dieses Stoffes abliefern.
 

.kinoticket-Empfehlung: Die Story reißt Kinder in ihren Bann und sorgt für kurzweilige und pädagogisch wertvolle Unterhaltung.
Laufzeit und Inhalte sind sehr schön an Kinderverhältnisse angepasst und eignen sich hervorragend, um den Kleinen den korrekten Umgang mit anderen Lebewesen auch im eigenen Haushalt gut erklären und beibringen zu können.
Als Familienfilm eignet sich dieser eher weniger, da erwachsene Teilnehmer wohl eher ihre Schwierigkeit mit der überzogenen Darstellung ihrer Pendants im Film haben dürften, die Kinder jedoch hatten ihren Spaß und waren allesamt vom Film begeistert.

 
Nachspann
Nicht aufstehen, der wird bis zum Schluss wunderbar durchgezogen und fällt gar nicht großartig durch Langeweile auf.
Kinostart: 10. Mai 2018

Peter Hase

Schlagt mich, aber ich muss etwas loswerden: In letzter Zeit tauchen immer mehr Filme auf – und Peter Hase ist ein Paradebeispiel dafür – die kein klassisches Genre mehr bedienen, auf das man sich verlassen kann, sondern es vermischt sich – genauso wie auch schon in der Musik alles immer vielfältiger geworden ist.
Genau das passiert jetzt nicht mehr nur mit den Genres, sondern auch mit den Bewertungskriterien, in die man Filme klassischerweise kategorisieren kann. Was sich früher simpel in “mega”, “mittelmäßig” und “schlecht” einordnen ließ, bewegt sich jetzt immer differenzierter und dabei ist mir kürzlich ein besonderes Neugenre im Einordnungssystem aufgefallen: gutschlecht.
Gemeint sind Filme, die eigentlich schlecht sind und von den Kinogängern auch der Einfachheit halber als schlecht bezeichnet werden, aber gleichzeitig so viele grandiose Szenen, Jokes oder Momente haben, die eigentlich verhindern, den Film als schlecht zu markieren. Das bedeutet aber nicht: So schlecht, dass sie schon wieder gut sind, und auch nicht schlechtschlecht, also grottenschlecht, sondern eben grundsätzlich schlecht mit zu vielen geilen Momenten, die per Definition wieder einen mittelmäßigen Film draus machen würden, aber dafür wäre er zu schlecht.
Kommt ihr noch mit?
Genau da tu ich mich gerade besonders schwer, bei Peter Hase eine ehrliche, würdige und aufrichtige Einschätzung abzugeben, denn der Film ist einfach ein Paradewerk von Schrödingers Katze – gleichzeitig gut und schlecht.
Er hat genügend Momente, die durchaus witzig sind, er ist frisch, er trumpft mit inspirierenden Ideen auf und bereitet gleichzeitig Langeweile, verbreitet Klischees oder zündet an vielen Stellen nicht, so dass man oft darüber nachdenkt, warum das eigentlich alles. Und bevor man in depressive Gedanken abgleitet, kommen wieder Momente, die reich an Gefühlen oder Humor sind und einen aus dem Tal des Aufgebens herausreißen, es aber allgemein nicht schaffen, daraus einen Film zu machen, den man mit Freuden anderen weiterempfehlen würde.
Und genau das ist die Crux: Man kann weder sagen, er wäre schlecht, noch, er wäre gut. Er ist beides. Nur eben nicht mittelmäßig.
Deal with it.
 

.kinoticket-Empfehlung: Animierter Spaß mit Längen, merkwürdigen Momenten, grandiosen Einfällen und gleichzeitig klischeeüberladenen Humoreskapaden, die aus dem Film eine leibhaftige Schrödingerkatze machen: Gleichzeitig gut und schlecht.

 
Nachspann
Mitnehmen, der enthält noch einiges an Szenen.
Kinostart: 22. März 2018

Jim Knopf & Lukas, der Lokomotivführer

Ladies und Gentlemen: Es ist soweit, wir stehen vor der teuersten und aufwendigsten Produktion deutscher Filmgeschichte, die ihrerseits Geschichte schreiben wird: Das Abenteuer, dass viele Generationen begleitet hat und so ziemlich jeder kennt, wurde verfilmt und erobert ab sofort die Leinwände.
Hierbei wurden Maßstäbe gesetzt und ich kann voller Respekt und Anerkennung sagen: Deutschland entdeckt völlig neue Ebenen der Filmkunst und erreicht dabei spielend internationales Niveau!
Bislang haben wir uns hierzulande nur auf – salopp gesagt – Kamera draufhalten und dabei schlechte Geschichten erzählen beschränkt – Jim Knopf & Lukas, der Lokomotivführer durchbricht jetzt zum ersten Mal die Schranke zu den wirklich großen Filmen und begreift sich dabei als ein bodenständiges Werk, dass es versteht, Spannung aufzubauen, einen wunderbaren Humor mitbringt und damit nicht nur die Kinder unterhält.
Dieser Film ist sagenhaft – das Budget und der Schritt in die nächsthöhere Kategorie ist deutlich spürbar und vermittelt einen herausragenden Eindruck, der noch lange nach dem Abspann nachhallt und Millionen Erwachsene zurück in ihre Kindheit versetzt bzw. Kinder dazu bringt, wieder neu zu träumen.
Die Aufgewecktheit von Solomon Gordon, der als Jim Knopf in dieser Welt agiert, steckt sofort mit Freude an und hinterlässt auch nach dem Kino einen unglaublich positiven, ausgeglichenen und freudigen Eindruck.
“Diese Kinokarte hat sich definitiv gelohnt” dann von Zuschauern aus dem Saal zu hören ist glaube ich die größte Bestätigung, die beweist, dass der gewagte Coup sich definitiv ausgezahlt hat bzw. in den nächsten Wochen auszahlen wird.
Und nochmal: Wir sprechen hier von einem deutschen Team, das Requisiten, Drehorte, Arbeiten, Orchester und so ziemlich alles, was in dem Film steckt, aus Deutschland rausgekitzelt hat – und ich verspreche in Zukunft, nie wieder pauschal negativ über Kinoproduktionen zu sprechen, deren Ursprungsland meine Heimat ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Genießt die Show, ordert eure .kinotickets und werdet Teil dieser faszinierenden Reise, die mit dem ersten Teil begonnen hat und hoffentlich noch lange andauern wird.
Man kann mit Fug und Recht behaupten: Unser Land hat jetzt sein eigenes Avatar, auf dass es stolz sein kann – füllt die Kinosäle und schaut es euch ab Donnerstag an.

 
Nachspann
Nicht gleich raussprinten, der Film endet smooth.
Kinostart: 29. März 2018
Und abschließend noch ein paar Eindrücke von der Premiere am 25. März 2018 im Mathäser Filmpalast in München, bei der Cast & Crew auf dem roten Teppich die Menschen begeistert haben:
 

Emoji – Der Film (3D)

Vor einigen Jahren hätte man sich noch darüber gewundert, dass Handys im Kinoleben mal eine so große Rolle spielen würden.
Mittlerweile bekommen nicht nur diverse Applikationen ganze Filme spendiert, sondern man treibt es langsam auf die Spitze und sondiert immer mehr "Inhalte", die zu einem Film umgemünzt werden. Böse Zungen könnten den Machern nun vorwerfen, es handele sich hierbei nur um strategische Schachzüge, um diverse Marken sichern und so nebenbei noch Geld einstreichen zu können. Die Frage stellt sich mir jedoch ernsthaft, welchen Nutzwert es hat, nun einen vollwertigen Titel über Emojis zu machen und wo das hinführt, wenn jemand darin Konsequenz sieht.
Kriegen wir dann demnächst einen ganzen Spielfilm über die Texteingabezeile in iMessage? Und was kommt danach? Die arabischen Textzeichen greifen die spanische Tastatureingabe an? 😀
Ich frag ja nur …
Auf jeden Fall positiv aufgefallen ist die Dimensionalität, die sich innerhalb solcher Kisten versteckt und irgendwo schon einen Mehrwert darstellt, sofern man nichts über die Smartphones weiß und bisher einfach nur damit gespielt hat. Die ganzen Zusammenhänge ein wenig besser zu begreifen und im Kindesalter zu verstehen, was z.B. eine Cloud ist, ist einerseits löblich erklärt, andererseits fragwürdig, ob man in solch jungen Jahren bereits solche Probleme im Kopf bewegen sollte. Das gleiche gilt übrigens für die Emojis selbst, da diese ja nur fortführen, was Kritiker der "neuen Kommunikation" generell schon bejammern: Dass man sich einfach nicht mehr unterhält und der andere einem noch nicht mal mehr einen ganzen Satz wert ist.
Ihr seht schon: Ich stehe der Sache sehr sehr kritisch gegenüber und bin daher grundsätzlich nicht sonderlich positiv voreingestellt – und meine Erwartungen wurden weder untergraben, noch dementiert.
Von der Aufmachung und der Animationstechnik braucht keiner schwätzen, hier gilt der aktuelle Standard, der nichts Weltbewegendes erfindet, jedoch auch nicht unter Niveau verkauft wird. Fragwürdig ist einzig und allein das Gesamtprojekt, was an und für sich keinen tatsächlichen Mehrwert bietet und somit auch für mich keinerlei Unterhaltungsfaktor darstellte, dafür waren die Jokes einfach zu platt und die Story an sich zu uninteressant und vorhersehbar.
Vielmehr etabliert sich hier eine angstmachende Praktik, die Werbetreibende ganz offensichtlich auf die Hauptleinwand lässt und man noch nicht mal mehr deklarieren braucht, dass hier grundsätzlich für verschiedene Apps geworben wird, indem man sie einfach bunt und niedlich darstellt. Daran könnten sich einige stören und grundsätzlich hebelt man damit die eigentliche Intention des Kinos ein wenig ins Abseits, indem man "Beigaben" (für den Zuschauer) zum Hauptgeschäft macht und damit dem Entertainment komplett den Todesstoß versetzt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer damit glücklich wird, darf gerne rein – an dieser Stelle sei dann auch das 3D empfohlen, da der Film durch die Animation dafür wie geschaffen ist – alle anderen dürfen gerne einen Bogen darum machen, weil die Vorüberlegungen für mich definitiv in die falsche Richtung laufen und man mit solchen Filmen Kino eher tot macht, als es zu beleben.
Aber das ist meine persönliche Meinung, die euch zu nichts überreden soll. Schaut einfach den .trailer und macht euch am besten vorab selbst ein Bild.

 
Nachspann
Nicht gleich wegspringen, ihr werdet noch mit einem Nachschlag belohnt.
Kinostart: 3. August 2017

Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf (3D)

Vormaterial gibt’s vieles – neben zwei animierten Filmen auch unzählige Folgen von TV-Serien, CDs, Merchandising und Co. – Die Schlümpfe begeistern seit jeher die jungen Generationen mit ihren durchtriebenen Geschichten.
Mit Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf startet man ein neues Abenteuer, dass sich von altem Ballast befreit und einmal völlig neu die Geschichte der kleinen Umtreiber erzählt, die diversen Rätseln auf die Schliche gehen und dabei ihre ganz eigenen Erkenntnisse sammeln.
Die liebenswürdige Machart in Sachen Animation, Sprache, Bildpracht und Farbenerguss lassen dieses Reboot auf der Liste aller Reboots weit nach oben klettern, denn der Aufwand hat sich – in meinen Augen – gelohnt. Nicht nur die Story ist dabei herzerwärmend und verströmt wieder viel Liebe, weckt Neugier und erzählt inspirativ von völlig neuen Möglichkeiten, sondern auch die Vorankündigung im Teaser fand ich PR-technisch mal wieder absolut gelungen.
Dass man hier bedenkenlos mit allen Kleinen hingehen kann, versteht sich von selbst und dass man selbst als Erwachsener seine Portion Unterhaltung und Kurzweil abkriegt, wisst ihr nun auch.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer über die Ostertage also nicht weiß, wohin mit der Familie, darf hier gerne zuschlagen und sich für eine knappe anderthalbe Stunde in die blaue Welt der Schlümpfe entführen lassen.
Die Geschichte ist absolut familientauglich, toll animiert und keinesfalls so enttäuschend wie die Remakes von Biene Maja und Co.
Von mir gibt’s ein Daumen hoch!

 
Nachspann
nicht gleich rausrennen, hier kommen noch ein paar Sequenzen, die auch das granatige 3D nochmal so richtig auskosten.

Ritter Rost 2: Das Schrottkomplott (3D)

Es ist für mich immer wieder eine tolle Erfahrung, in einem Kinosaal voller Kinder zu sitzen und die Reaktionen der Kleinen aus erster Hand mitzukriegen. Anhand dessen möchte ich die Fortsetzung von Ritter Rost gerne analysieren.
 
3D
Geschaffen für’s Kino, adaptiert für die Heimkinos und derzeit wohl tatsächlich mehr oder weniger am Untergehen … die Dreidimensionalität.
Ein von mir durchaus geschätztes Feature, wenn es technisch liebevoll umgesetzt und bis in die unwichtigsten Szenen konsequent durchgezogen wird, um dem Zuschauer tatsächlich ein verbessertes Filmerlebnis zu garantieren. Hierfür finde ich dann auch einen Aufpreis gerechtfertigt, da sich in der Vergangenheit schon mehrfach gezeigt hat, dass man mit dem Sprung ins 3D tatsächlich ein anderes Feeling hervorrufen kann als in der günstigeren 2D-Variante.
Fakt ist, dass gerade Kinder diese Form der Darbietung immens schätzen und es immer wieder großartiges Erstaunen hervorruft, sobald die 3D-Brille-Aufsetzen-Meldung auf der Leinwand gezeigt wird. Dies war auch bei Ritter Rost 2: Das Schrottkomplott der Fall, obgleich die beste Szene in 3D hier fast das Studio-Logo war und der Film sich dann mit räumlichen Effekten eher zurückgehalten hat.
Entsprechend verhalten haben die Kleinen auch reagiert.
Richtig finde ich, die Technik fürs Kino beizubehalten und ggfs. auch auszubauen und fürs Heimkino den Tod von 3D zu akzeptieren, nicht allein deswegen, weil die Lichtspielhäuser so wieder an Attraktivität gewinnen und man dann hier exklusiv bekommt, was andere in der Form nicht bieten können.
Dennoch hätte man ruhig mehr auffahren können, zudem alles animiert ist und diese Option die besten Grundvoraussetzungen für 3D liefert.
 
Der Plot
Als Erwachsener wird man es stellenweise schwer haben, mit Begeisterung den Geschehnissen auf der Leinwand entgegenzufiebern, da das Zielpublikum hier nicht nur exzellent bedient wird, sondern auch unter der Pubertätsgrenze lebt. Diejenigen bekommen Unterhaltung, der man folgt, die nicht langweilig wird und bei der alle gespannt auf die Leinwand starren, ohne Unterbrechungen, Gequängel oder anderweitigem Desinteresse.
Die Animationen sind auch liebevoll gestaltet, die Schwenker richtung “Furcht” gestalten sich als harmlos und selektieren sich hiermit aus der Schiene des Düster-Bösen heraus, um tatsächlich ein Filmevent zu liefern, dass das Prädikat “familientauglich” mit Stolz tragen darf.
Jedoch hat man als Erwachsener wohl eher mehr Freude an den leuchtenden Augen der Kinder als dass man selbst derjenige ist, dessen Glück von der Leinwand besprudelt wird.
 

.kinoticket-Empfehlung: Sollte man kleine Geschwister sein Eigen nennen und ist auf der Suche nach etwas völlig unverfänglich Schönem, darf man hier getrost und ohne Bedenken reingehen.
Gute Unterhaltung, spannende Story, liebevoll gestaltete “Darsteller” und jede Menge lustiger Klamauk warten hier auf die Jüngsten und liefern ihnen eine völlig bedenkenlos erzählte Geschichte.
Für Erwachsene eher bedingt geeignet, da das Zielpublikum hier konsequent angesprochen und bedient und dabei keine Rücksicht auf den Rest genommen wird.

 
Nachspann
folgt keiner mehr, nach der Abblende darf man den Saal bedenkenlos verlassen.

Angry Birds (3D)

Von Milliarden heruntergeladen, von Millionen gespielt und nun als Verfilmung auf der großen Leinwand: Angry Birds.
Der Trailer war Dauerbrenner in sämtlichen Vorstellungen der letzten Wochen und proklamierte hier weder den totalen Durchbruch in der animierten Szene, noch den Rohrkrepierer des Verkaufsschlagers der Spieleindustrie.
Der Film strengt sich wirklich an, beide Vermutungen zu bewahrheiten. Auch hier hat man wieder den Fehler gemacht und den zweiten Trailer rausgehauen, um die Leute bei der Stange zu halten und ihnen Futter vor die Füße zu werfen, damit sie nicht angewidert von dannen ziehen und sich doch etwas anderes anschauen. Daraus resultiert wieder viel zu viel Vorwissen und viel zu viele verschenkte Gags, die dann im Film nur noch mit “Ahh ja” und nicht mehr mit lautem Gelächter beantwortet werden können, was den Spaß am Schauen deutlich mindert.
Ich bin immer ein Freund davon, wenn man unberührt in einen Film geht und vorher einfach gar nichts weiß, was angesichts der Trailerhäufigkeit bei normalen Kinogängern schwer zu meistern war.
Und dementsprechend lau biedert sich dann auch die Story an. Klar, was will man über ein Vieh erzählen, das in einem Shooter-Videospiel Hauptdarsteller war und quasi eher die jüngere Riege unterhalten hat? Den großen Wurf braucht also niemand erwarten und dennoch hat man sich Mühe gegeben, hier eine verwertbare Story auf den Tisch zu hauen, die dreidimensional prächtig umgesetzt ist und somit wieder voll und ganz die Stärken der Animation an dem Ort ausspielt, für den 3D geschaffen wurde: Kino.
Mit seiner schrillen Farbenpracht und der quietschigen Art dominiert man hier die Säle tatsächlich mit dem Charme der Spiele und liefert eher buntes Kinderfernsehen als ernstzunehmende Kinokost. Und genau das könnte Erwachsenen wohl eher zu Schaffen machen.
Obwohl Animation für mich nicht gleichbedeutend mit Kinderfilm ist, sondern durchaus auch unterhaltsam für Erwachsene sein kann, hat man bei diesem Film im Vergleich zu laufenden Alternativen dann doch eher das Gefühl von mittelmäßiger Oberflächlichkeit und dem Wunsch, mit einem Spielehit im Kino noch einmal ganz groß rauszukommen.
Und genau das wird wahrscheinlich auch passieren. Der Sommer und die Ferien werden’s offenbaren.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer die Spiele früher unglaublich gemocht hat und in den Charme dieser Welt jetzt nochmal eintauchen will, der hat mit Angry Birds (3D) die Chance, das gebührlich zu tun.
Wer lieber gute Unterhaltung sucht und nicht in nostalgischen Erinnerungen schwelgen möchte, der sollte andere Tickets lösen, denn als alleinstehendes Werk sehe ich eher Schwierigkeiten darin, dem Film seine Größe abzukaufen.

 
Nachspann
Nicht vorschnell aufspringen, hier kommt noch etwas. Also ruhig etwas durchhalten.

Highway to Hellas

Christoph Maria Herbst steht für gute Laune. Und schlechten Humor. Oder guten. An seiner Paraderolle Stromberg scheiden sich definitiv mal die Geister. Und das ist gut so, denn es macht dem Allgemeinlustigfindklischeebrei der großen Masse schon von Anfang an den Garaus. Man muss nicht alles mögen. Und es müssen auch nicht alle alles mögen.
Highway to Hellas kommt meines Erachtens wieder viel zu spät, da die Griechenland-Krise angesichts der Flüchtlingssituation ja schon fast wieder vergessen ist und keinen mehr so richtig interessiert. Und genau da rein hätte dieser Film so richtig gepasst.
Gute Laune, miteinander klarkommen, auf menschlicher Ebene zusammenfinden – als ich den Trailer zum ersten Mal gesehen habe, war die Krise noch brühwarm und ich dachte mir: Schau an, gleich ins Kino damit – richtig so!
Und dann dauerte es, und dauerte, und dauerte … schade eigentlich, denn jetzt ist es fast zu spät, um das Thema noch witzig zu finden und sich darüber so richtig köstlich zu amüsieren, während im Hinterstübchen die Pointe schlummert und die Menschheit ungesehens wieder graderückt.
Sei’s drum. So bleibt ein zweitklassiger Film, der politisch nicht mehr so richtig in Wallung kommt und daher eher nur noch wie fade Hinterzimmer-Comedy wirkt und einen unappetitlichen Nachgeschmack hinterlässt. Als Stand-Alone-Machwerk hätte ich von Herbst wesentlich mehr erwartet, um im internationalen Kampf um gutes Kino zu bestehen.
Die Jokes zünden teilweise, wirken aber eher als Klamauk und nicht als ernstzunehmende Komik, während das Thema – wie schon gesagt – viel zu spät auf der Bühne der Welt präsentiert wird.
 

.kinoticket-Empfehlung: Die hartgesottenen Stromberg-Fans sollten sich den Film definitiv anschauen, denn ihr Star ist wieder auf der Leinwand. Und das tut irgendwie gut.
Alle anderen dürfen abwägen, ob ihnen der Trailer bereits zusagt und sie mit dieser Art von Humor grün werden. Wenn ja, dann ist es der richtige Film, denn der Trailer hält sich an das, was er verspricht. Alle anderen haben derzeit mehr als genügend Auswahl, um im Kino die richtige Vorstellung zu finden.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, man darf also aufspringen und nach Hause rennen.

Er ist wieder da

Es ist unbestritten eines der besten Bücher des Jahres. Und dazu umso verwunderlicher, dass sich ein Land wie unseres mit einer Geschichte wie unserer so unverblümt und -verschämt an das Thema traut und damit so viel Schabernack treibt, wie es Constantin Film mit Er ist wieder da auf der Leinwand tut.
Erntet man zu Beginn noch einen gelungen-makaberen Witz nach dem anderen, bildet sich – frei nach Christoph Maria Herbst – im späteren Verlauf ein Kloß im Hals, der immer dicker wird und an dem man am Ende zu ersticken droht.
Der Humor und die Perversion, mit der man hier geschichtliche Aufarbeitung versucht, sind derart gewagt und grenzüberschreitend, dass einem im Saal zeitweise Angst und Bange wird. Denn genau diese Beobachtungen kann man erschreckenderweise in unserer Gesellschaft haargenau gleich feststellen, so dass die Hüllen zwischen “Fiktion auf der Leinwand” und “harter Realität” auf einmal zerbersten und man vor dem unerschütterlichen Fakt steht, dass alles gar nicht so weit hergeholt ist – ohne dabei dokumentarisch zu wirken. Der Schrecken verlässt im Verlauf des Films die Leinwand und schwappt in die real-existierende Gesellschaft über. Der Zuschauer bekommt mit, dass die Distanz zwischen Leinwand und Wirklichkeit in diesem Fall nicht existiert, da es sich um reales Gedankengut handelt, das gefährlich in verschiedenen Tiefen der Köpfe lauert und hier und da auszubrechen versucht.
Und hier sehe ich auch eine der unbestreitbaren Stärken des Films: Beide Seiten so offen und unkommentiert und dennoch ethisch-richtungsweisend dastehen zu lassen, ohne sich als Moralapostel aufzuplustern und die eine oder andere Seite zu verdammen.
Meiner Meinung nach deckt der Film ein hässliches Gesicht unserer Gesellschaft auf, das hinter vielen Fassaden und neuartig formulierten Floskeln noch im Stillen lauert und am Ende mehr als offensichtlich angesprochen wird. Jedoch bezweifel ich stark, dass diese Message bei den Menschen oder gar den Jugendlichen ankommt, zumal in meinem Fall fast nur Leute im Kino saßen, die den “Hauptdarsteller” noch in natura hätten erleben können. Und genau das macht mir Angst.
Der Hype, den man “feiert”, ist nach dem Film in den Nachrichten genauso weiterzuverfolgen – aus der Geschichte gelernt hat keiner. So zumindest macht es den Anschein.
Als ich den Film vor knapp einem halben Jahr als Testscreening im Kino gesehen habe, musste ich schon ziemlich schwer schlucken und der Kloß im Hals ist beim erneuten Final-Cut-Sichten nicht unbedingt schlanker, sondern eher noch erstickender geworden.
“Damals haben sie anfangs auch alle gelacht.” – solche Aussagen wollen aufzeigen, wie gefährlich nahe wir uns an einer Wiederholung der Geschichte befinden, angesichts der aktuell-politischen Geschehnisse, die so manchem Bürger Deutschlands das Blut in Wallung bringen und niederträchtige Werte wieder aufleben lassen.
Wenn es je eine Kritik an diesem verwerflichen System & Denken gegeben hat, dann ist es dieser Film, der einen selbst durch die galant-geführte, systematische Verblendung lotst, die hinterher Dinge zur Bejahung bringt, die bei näherem Nachdenken feststellen lassen, dass sich das Horrormonster nicht auf der Bildfläche, sondern in so manchem Kopf befindet, den man auf der Leinwand interviewt. Und diese Leute sind nicht etwa Schauspieler oder Komparsen, sondern echte Politiker, die von uns in die Regierung gewählt werden wollen – und zum Teil sogar werden.
Wenn dieser Film nicht aufrüttelt, dann weiß ich auch nicht, was es sonst noch schaffen will. Gerade das Ende – die letzten Sätze – sollte man sich in jedem Unterricht, in jedem Haushalt wieder und wieder anschauen, analysieren und herausfinden, warum das so ist und was man tun kann, um die Wiederholung solch einer furchtbaren Zeit zu verhindern.
Blieb bei dem nicht untertitelten Testscreening bei einem geschichtsverdrossenen Zuschauer noch ein wenig die Hoffnung, es handle sich hier um Fiktion und angeheuerte Sprecher, die das Drehbuch aufsagen, räumt die jetzige Bezeichnung und der zusätzlich eingefügte Bezug zur aktuellen Missstimmung in Deutschland auch die letzten Zweifel aus, dass diese Menschen und dieses Denken tatsächlich existiert.
Noch nie war ein Film so aktuell wie jener, noch nie war ein Thema so anschaulich, verdaulich und erschreckend realistisch ausgearbeitet, wie dieses. Noch nie gab es so viel werterelevante Gründe, seinen Arsch ins Kino zu bewegen und sich von Er ist wieder da belehren zu lassen.
Möchte ich in einer Welt leben, die das wiederholt? Ganz klar: Nein!
 

.kinoticket-Empfehlung: Und aus genau diesem Grund sollte jeder mit offenen Augen in den Saal gehen und sich anschauen, was passiert, wenn die Meinungen und unreflektierten Ansichten weiter so unverschämt publiziert werden, ohne dabei auch nur ansatzweise sein Hirn zu benutzen und mal darüber nachzudenken, was man da eigentlich für eine Scheiße von sich gibt.
Das Gefährliche ist nicht die Propaganda selbst, die hässlichen Parteinamen oder die oberflächlichen Floskeln, die jeder sofort vehement ablehnt, sondern sehr viel mehr das stille, unbemerkte Einschleichen, das durch verschiedene neue Parteien und unreflektierte Bemerkungen in den Köpfen der Menschen fruchtet.
Erst geht es um den Euro, dann geht es hier und da mal um ‘Dinge, die sich keiner traut, auszusprechen und die deshalb gesagt werden müssen’ und zack – hat man genau das, was eigentlich keiner will.
Lernen wir dieses Mal aus der Geschichte oder beweisen wir einmal mehr, wie dumm unser Volk in Wahrheit ist?
Dieser Film ist erneut ein großer Anstoß an jeden von uns, sein Hirn einzuschalten und Nachrichten nicht mehr mit Sensationsgier zu konsumieren, sondern analysierend zu reflektieren, was in unserem Land derzeit abgeht – und dagegen vorzugehen.

 
Nachspann
Der Schock sitzt tief in den Gliedern, die Endbilder des Films verstören und lassen somit keinen Platz für noch mehr Grauen.

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