Chris Hemsworth

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Einige haben mir nicht geglaubt, als ich geschrieben habe, Black Panther sei nur der sanfte Auftakt für den bevorstehenden Infinity War – und ab Donnerstag prescht eben jener auf euch nieder und mäht alles weg, was es bisher jemals gegeben hat.
Marvel macht seit jeher alles richtig. Figuren einführen, Geschichten liefern, mit denen der Zuschauer sympathisieren kann, das Universum langsam ausgestalten und dann die Brachialität zusammenführen und aufeinander loslassen.
Was andere Labels schmähhaft kopieren und damit kläglich scheitern, Marvel weiß die richtigen Schrauben anzuziehen und liefert etwas ab, bei dem ich nicht gegen den Pressetext wettere.
Leute?
DAS sind Superlativen.
Und zwar welche, die funktionieren!
Ich hatte es schon im Gefühl, dass sie mit Infinity War ein Gewitter auf uns loslassen und habe mich über all jene Meldungen gewundert, die aus Black Panther den “bislang erfolgreichsten Marvel-Film aller Zeiten” machten, denn gefühlt ist der in meinen Augen nur ein armseliger Abgesang auf das, was uns da bevorsteht.
Es ist Dienstag Nacht, ich zähle zu den Gesegneten, die den Film bereits vor die Füße gesetzt gekriegt haben und ich bin seitdem ein paar Kontinente tiefer im Kinosessel festgeklebt und komme nicht mehr hoch!
Äh … Sprachlos!
Und meine Erwartungen waren GIGANTISCH! Okay? Da gehört es normalerweise zum guten Ton, dass man während der Vorstellung dann permanent verarscht, enttäuscht und links liegen gelassen wird – und nichts dergleichen ist passiert: Jeder Blick gefesselt auf die Leinwand mit offenem Mund während ich nicht glauben konnte, dass man aus “Fantasie” so etwas erschaffen kann.
WAHHHHH!!! Jetzt zeigt sich erstmal, womit man in all den Jahren mit dem ganzen “Anteasern” der Machtspitzen überhaupt erst hinaus wollte, auch wenn man vorher beim .trailer manchmal das Gefühl hatte, dass Thanos als kleines rumhoppelndes Männchen kein ernstzunehmender Gegner werden würde, sondern eher eine enttäuschende Figur abliefern…
NEIN!
DEFINITIV NEIN!
Ich würde Avengers: Infinity War mal gelinde gesagt als superlativen Schlag in die Fresse eines jeden bezeichnen – ein Film, nach dem nichts mehr so ist, wie es einmal war. Beim Nachspann sitzt du allen ernstes im Kino und fragst dich, ob die es auf die Reihe bringen und diesmal einfach mal keine After-Credits bringen? Weil das so ein niederschmetternder finaler Roundhousekick in die Fresse wäre – und ehrlich gesagt: Es hätte mich nicht verwundert.
Ja, auch ich habe mir die ein oder andere These zum Film im Vorfeld im Internet durchgelesen und mit der gleichen Amüsiertheit wie bei den ganzen “definitiv richtigen Apple-Vorhersagen” verfolgt, was nun denn in Infinity War passieren müsste. Leute? Lächerlich!
Eure Thesen waren allesamt lächerlich. Und wir alle sollten um Vergebung flehen und lernen, dass Marvel tatsächlich kein Filmlabel ist, sondern eine geheime Religion, die nicht nur vorgibt, Götter für die Leinwand zu produzieren, sondern auch im Stande dazu ist, diesen Göttern wahrhaftig Leben einzuhauchen!
Ich weiß echt nicht, was ich dazu sagen soll, außer alles zu revidieren und mich geschlagen zu geben: Seit A Quiet Place – der im “Horror”-Sektor komplett aufgeräumt hat – ist etwas im Kino explodiert und wir alle sind jetzt entweder tot oder erleben gerade das geilste Filmzeitalter, das die Menschheit je hatte.
Infinity War gehört dazu!
 

.kinoticket-Empfehlung: Überlegt euch mal: Es gab 18 (!!!) – ACHTZEHN – Filme, die uns alle darauf vorbereitet haben, dass das hier kommen würde.
Und jeder davon war für sich ein eigener Riesenerfolg. Andere Filmreihen versuchen, immer größer zu werden, Marvel wird immer größer. Nach allem, was sie bisher abgeliefert haben, läutet man mit Avengers: Infinity War nun definitiv ein neues Kinozeitalter ein und hinterlässt tiefe Spuren, die dutzende andere Arbeiten gemeinsam bei weitem nicht wegzudrängen vermögen.
Geht in die größten Kinos die ihr findet – schöpft und kostet das neue Dolby Atmos aus und lasst euch einfach gehörig schön wegbomben – es macht endlich wieder einmal richtig Spaß – und das ohne eine einzige Pause!

 
Nachspann
Es ist und bleibt Marvel.
Kinostart: 26. April 2018

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Wer hier schon eine Weile mitliest, wird erkannt haben, dass ich für kriegerische Auseinandersetzungen auf der Leinwand sehr empfänglich bin – und es mir dabei egal ist, ob daran ein historisches Ereignis oder einfach nur fiktive Einfälle geknüpft sind.
Meiner Meinung nach sollte man seine Diskrepanzen immer über künstlerische Mittel austragen und niemals zu echten Waffen greifen, um zurück zur inneren Zufriedenheit zu gelangen, da ich glaube, dass die schwerer durch echte Schüsse und viel mehr durch Verständnis, Interaktion und Durchleben verschiedener Szenarien in emotional ergreifenden Geschichten erreicht werden kann.
Und weil ich Ausnahmezustände liebe und generell für diesen “Soldat in Kampfanzug während des Krieges” sehr viel übrig hab, kribbelte es mir schon tierisch in den Fingern, als ich nur davon hörte, dass Operation: 12 Strong in die Kinos kommen soll.
Jerry Bruckheimer, allseits als Garant für Blockbusterkino bekannt, holte sich hier auch prominente Unterstützung aus dem Team von La La Land und Sicario ins Boot und liefert damit erneut eine Feuerwerksrakete amerikanischen Heldentums ab.
In der Zeit, als die Welt noch geschockt und gelähmt war, zogen 12 Männer los, um einen Angriff auf das amerikanische Volk zu rächen. Was sich im Plot ziemlich lahm runterliest, ist tatsächlich eine wahre, unveränderte und bislang geheimgehaltene Geschichte, die so erstmals an die Öffentlichkeit gelangt und euch demnächst auf der Leinwand verzaubern wird.
Dieses Machwerk erschafft durch seine Nähe zur Realität völlig neue Bezüge und lässt einen den noch nicht verjährten Krieg auf völlig neuen Ebenen erleben. Während des Schauens kann man oft gar nicht glauben, dass dies alles tatsächlich so passiert sein soll – was es aber ist.
Erstaunlich für mich war die einerseits voll ausgekostete Stille, in der man sich mit Momenten der Besinnung, Überlegung und menschlicher Philosophie auseinandersetzt, um das Wesen eines Krieges zu ergründen und zu höherer Erkenntnis zu gelangen, andererseits hat Bruckheimer aber auch wieder seine Stärken spielen und uns ein bombastisches Effekt-Feuerwerk durchleben lassen, dass in seiner Situation absurd und erstaunlich zugleich wirkt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Fans von Army-Filmen kommen hier ungeschoren auf ihre Kosten und kriegen weit mehr mit auf den Weg, als man klischeehaft erwarten würde.
Bruckheimer gesellt sich mit La La Land– und Sicario-Machern gemeinsam an menschliche Historie und erzählt eine völlig wahre und gleichermaßen unheimliche Story, die sich damals tatsächlich so zugetragen hat. Wahnsinn!

 
Nachspann
gibt Aufschluss über die wahren Helden dieser Geschichte, was zusätzlich belegt, dass dieser unfassbare Wahnsinn tatsächlich echt ist.
Kinostart: 8. März 2018

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Das Marvel-Universum umfasst mittlerweile einiges an trächtigen Titeln, so dass man langsam den Überblick zu verlieren scheint.
Wenn wir also von den Avengers reden, inkludiert das folgende bisher vorhandene Filme:
Iron Man
Iron Man 2
Iron Man 3
Der unglaubliche Hulk
Thor
Thor – The Dark Kingdom
Captain America: The First Avenger
The Return of the First Avenger
The First Avenger: Civil War
Marvel’s The Avengers
Avengers: Age of Ultron
Guardians of the Galaxy
Guardians of the Galaxy Vol. 2
Ant-Man
Doctor Strange
Spider-Man: Homecoming
Zu den bislang 16 veröffentlichten Titeln gesellen sich in absehbarer Zukunft dann noch:
Black Panther
Avengers: Infinity War
Ant-Man and the Wasp
und an folgenden Titeln wird noch gearbeitet (darum sind sie bislang nur unter dem Arbeitstitel bekannt):
Captain Marvel
Untitled Avengers
Untitled Spider-Man: Homecoming Sequel
Guardians of the Galaxy Vol. 3
Damit hätten wir dann insgesamt 24 Marvel Cinematic Universe-Filme, die in ihrem glorreichen Glanz ein großartiges Stück Filmgeschichte ausmachen.
24? Yes – denn am 31. Oktober 2017 erscheint der dritte Teil von Thor – Tag der Entscheidung und damit transformiert man diesen Zweig der Avengers-Saga endlich in einen ernstzunehmenden, anbetungswürdigen Teil dieses Universums.
Viele von euch wissen ja, dass sich Tony Stark alias Robert Downing Jr. würdig aus dem Filmlegendenbusiness verabschiedete, um seinen Charakter in Ehre zu halten, bevor er nicht mehr mithalten kann. Dieser Schritt bekam von mir höchste Würdigung, weil ich so etwas schätze, wenn die Leute wissen, wann es genug ist und auf dem Höhepunkt ihrer Karriere aufhören, statt immer weiter zu strampeln, bis es einfach nur noch eine Witzveranstaltung ist.
Gleichermaßen vermisst man den ungleich coolen, einzigartigen und legendären Humor von Stark, was in meinen Augen Guardians of the Galaxy Vol. 2 wieder etwas aufgefangen und eingeholt hat, um weiter damit um sich zu werfen.
Thor war innerhalb dieses Filmbiotops immer ein wenig der kleine Außenseiter. Der erste Teil sprüht zwar vor gigantischem 3D und unfassbaren Farben, einem komplexen Multiversum und vielen grafischen Höhepunkten, die Story fand zuletzt jedoch im zweiten Teil ein morbides Ende – was für mich der absolute Tiefpunkt aller Filme darstellte.
Nicht gut gespielt, irgendwie lieblos zusammengezimmert und ohne jedweden Charme dümpelt man so vor sich hin und erzählt keine sonderlich spannende Story, sondern hat einfach nur einen gigantisch teuren Durchhänger, der eigentlich das Ende der Thor-Erzählung bedeuten könnte.
Und hier ist es nun meine Aufgabe, euch davon zu berichten, dass dem nicht so ist – ganz im Gegenteil.
Wer Guardians of the Galaxy Vol. 2 zum Schreien komisch fand, wird Thor – Tag der Entscheidung lieben! Die Aufgabe von Marvel bestand nämlich darin, einen Regisseur zu finden, der dem ganzen einen völlig neuen Anstrich verpasste und somit Thor aus der Versenkung holte, um ihn wieder zu einem würdigen, lustigen, unterhaltungsreichen Event zu gestalten – und das ist Taika Waititi hervorragend gelungen.
Man hat nicht nur alle Register der Avengers gezogen, sondern auch mit hollywoodinternen Jokes, Tony Starks Humor und inhaltlicher Reichhaltigkeit der Guardians gearbeitet und damit ein Werk erschaffen, dass seine Zuschauer von Anfang an verblüfft und außer den Figuren rein gar nichts mit den ersten beiden Filmen zu tun hat – sofern man diese in ihrer Genialität bewertet.
Es flasht wirklich alles – auf höchstem Niveau. Man hat sich hier aller technischer Mittel bedient, um die Kundschaft auch weiterhin auf dem Level der übrigen Avengers-Filme zu halten, jedoch wieder damit begonnen, den Charakteren Tiefsinnigkeit zukommen zu lassen und das mit einem begeisternden Charme und exzellentem Witz, dass man fast vergisst, dass es mal so etwas wie Iron Man gegeben hat.
Optionen wie Jeff Goldblum als einen der Charaktere einzusetzen, waren für mich eines der größten Pluspunkte, die man diesem Werk angedeihen ließ, denn er spielt herausragend und offenbart sich als völlig neue Entdeckung auf dem Schauspielermarkt, da man mit ihm auch weiterhin derartige Rollen besetzen könnte – großartig!
Cate Blanchett in einem Superheldenfilm? Diese zierliche Frau, die sich kaum traut, ihre Texte richtig aufzusagen? Auf ihr Konto gehen einige Lacher und sie behauptet sich in dieser Saga mit ihrer aussagekräftigen Persönlichkeit in einem Ausmaß, dass ich dieser Frau niemals zugetraut hätte. Großartig!
Man hat es wirklich geschafft, den Karren aus dem Dreck zu ziehen und präsentiert nunmehr ein Meisterwerk, dass sich sehen lassen kann und überlaut nach mehr schreit! Wer also mit Thor abgeschlossen hatte, sollte sich jetzt darum bemühen, .kinotickets zu ordern und die Show wieder beginnen lassen, sonst verpasst er einen großartigen Neueinstand eines alten Titanen der Filmgeschichte!
 

.kinoticket-Empfehlung: Man wollte alles irgendwie umkrempeln, neu gestalten, frischen Wind in die Sache bringen und das Genre komplett neu beleben – und es hat definitiv funktioniert!
Die Schauspieler sind allesamt klasse, überzeugen durch großartiges Können und übertreffen sich selbst.
Humor, Unterhaltung, Optik und Sound überzeugen genauso wie das 3D und offenbaren sich als eine völlig neue Schöpfung in einem bisher langsam aussterbenden Ast eines Filmuniversum.
Wenn sich je ein Thor-Film gelohnt hat, dann dieser hier: Reingehen! Und zwar sofort!

 
Nachspann
Es ist und bleibt Marvel – da bleibt man sitzen. Nicht bis zum Zwischeneinspieler, sondern bis ganz zum Schluss – denn auch da kommen noch großartige Sequenzen.
Kinostart: 31. Oktober 2017

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Mein Blog ist der falsche Ort, um diesen Trailer zu sichten. Wirklich.
Was man dafür braucht: Ein großes Multiplex-Kino, satte Boxen, aufgedrehte Lautstärke und eine 3D-Brille auf dem Schädel.
Alle anderen nutzen halt derweil den Trailer vom offiziellen Marvel-Account auf YouTube:
 
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=v7MGUNV8MxU?rel=0&w=560&h=315]
Gänsehaut, präsentiert von © Marvel Entertainment
 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
Der Soundtrack ist schonmal unglaublich geil und vermittelt bereits ein düsteres, mächtiges Debüt des kommenden Films. Hoffentlich ist die Trackauswahl im Film dann genauso berauschend, denn was hier an Action versprochen wird, übersteigt nochmals bei weitem das, was bereits in Thor und Thor: The Dark Kingdom aufgefahren wurde.
Dass die Mythen rund um Götter und Altertum nicht mehr nur ein Produkt der Fantasie zurückgebliebener Nerds sind, sondern durchaus alltagstauglich verarbeitet und für den Massenkonsum aufbereitet produziert werden können, hat Marvel unlängst bewiesen.
Die angespannte Engstirnigkeit bei der Entfaltung neuer Optionen, die oft zur billigen Flopversion eines gigantischen Epos’ verroht wurde, ist hier absolut nicht zu finden. Stattdessen scheint Thor himself sich zu einem brachialen Durchbruch in Sachen Erfolg entschieden zu haben, was einen spannenden, wendungsreichen und definitiv sehenswerten Film verspricht.
Ich bin zumindest tierisch gespannt auf den kommenden
 
Kinostart: 26. Oktober 2017

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Die Presse verteilte im Vorfeld schon mächtig Kritik an der Neuauflage von Ghostbusters, dessen Trailer – seien wir ehrlich – auch wirklich riesige Scheiße war.
Hatte ich Lust, in diese Vorstellung zu gehen? Nein. Definitiv nicht.
Bin ich trotzdem reingegangen? Was tut man nicht alles für seine Leser …
Und was soll ich sagen? Es war irgendwie die Überraschung des Tages.
Mir missfiel genau wie vielen anderen die Idee, Althergebrachtes nochmal zu verfilmen und dabei einfach alles aufs andere Geschlecht zu verlagern. Melissa McCarthy ist in meinen Augen auch ein zweischneidiges Schwert, in Spy – Susan Cooper Undercover fand ich sie überzeugend, im Rest eher nicht. Und die angeteaserten Gags in der Vorschau waren … naja.
Der Film selbst war dann aber wirklich überraschend gut. Klar ist es immer ein wenig nervig, wenn man sich in diesem stereotypischen Gehabe miteinander rumstreitet, aber das Gesamtkonzept passte irgendwie. Verblüffend und unglaublich gut gearbeitet wurde in der Technik, die hier nicht nur sensationelles 3D liefert, sondern mit ganz vielen kleinen Details die Liebe zum Film proklamiert und somit auf Ebene der Bildgestalter einiges liefert, das durchaus sehenswert ist. So wurden nicht nur die 3D-Effekte endlich wieder einmal in den Kinosaal verlagert und nicht nur in die Tiefe gezogen, sondern auch überraschend genial mit den “Rändern” der Leinwand gearbeitet, was im 3D-Spektrum ja eher selten ist.
Grundsätzlich waren die CGI-Effekte im lobenswerten Bereich, da hier nicht nur das übliche Blabla geliefert, sondern mit Einfallsreichtum gearbeitet wurde, der in sich schlüssig ist und den man meines Erachtens einfach nicht verurteilen kann.
Genauso beim Thema Sound. Ja, wir alle kennen und lieben das Original von Ray Parker Jr., aber ist das wirklich ein Grund, auf der neuinszenierten Version rumzuhacken? Es war das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, man hat das Original mal nicht kaputt gemacht, sondern würdig in die neue Zeit transformiert.
Überraschend waren auch einige würdige Cameo-Auftritte, die hervorragend gecastet waren und irgendwo damit auch eine Art “Respekt” an den neuen Film verteilen, der hier eine Geschichte erzählt, die viele schon kennen, die deshalb aber nicht schlecht ist, nur weil man für den Trailer eben die übelsten Szenen zusammengeschnitten hat.
Hat’s Spaß gemacht? Jup.
Hat man bei den Beats mitgetanzt? Irgendwie auch.
War der Film jetzt wirklich so schlecht, wie jeder behauptet? Ganz ehrlich?
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn man mit den miesen Erwartungen, die einem der Trailer einimpft, in den Kinosaal geht, dann erlebt man die Überraschung des Tages und geht hinterher vergnügt wieder aus dem Saal, denn die Gags sind weitaus besser als angenommen, die Technik überzeugt auf voller Länge und der Beat ist alles andere als schlecht.
Der Film hat unglaublich viel Potenzial und dabei so gut wie kaum welches verschenkt – aber es sollen ja noch weitere Teile folgen. Und die werde ich mir definitiv wieder mit viel mehr Lust zu Gemüte führen.

 
Nachspann
Sitzenbleiben. Nicht nur, dass der gesamte Abspann animiert und bebildert ist, sondern danach kommt noch unglaublich viel Filmmaterial … wir reden hier fast schon von einem weiteren Film. Also nicht rausgehen!

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Wenn die Kinos ihre größten Säle freiräumen, um dort The Huntsman & The Ice Queen in 3D über den Äther laufen zu lassen, dann hat das seine Gründe. Wenn vor mir an der Kasse eine Horde Kinder abgewimmelt wird, weil diese das 12. Lebensjahr noch nicht erreicht haben und den Film daher nicht sehen dürfen, auch.
Mehr als deutliche Anzeichen dafür, dass hier keine Kindergeschichten erzählt werden, sondern man die Inhalte trotz der Tatsache, dass es Märchen sind, durchaus sehr ernst nimmt und auch überzeugend rüberbringen will.
Ich persönlich bin kein Märchenkind. Mir wurden als Heranwachsender keine Märchen vorgelesen und ich interessiere mich heute noch genausowenig dafür. Meine Vorbehalte zu Beginn des Films waren also erfahrungsgemäßer Natur und ich basierte meine Erwartungen also auf einem großen Stück Toleranz.
Tja, was soll ich sagen? Die verbale Interaktion hätte ich mir an vielen Stellen zwar tatsächlich weit besser gewünscht, in allen anderen Punkten hat mich der Film aber mehr oder weniger vom Hocker gehauen. Der – ich nenne es mal – “Schlachteposfaktor” war zu jeder Zeit gegeben. Der Film war groß und strömte in allen Belangen (ausgenommen der Dialoge) eine gewisse Mächtigkeit aus. Das 3D haut dich von den Socken. Die Räumlichkeit ist derart präsent und ergreifend, dass man sich tatsächlich mitten im Geschehen vermutet und nicht das Gefühl hat, hier nur stiller Teilhaber an irgendetwas zu sein.
Kulisse, Kameraführung, Kostüme, CGI-Umsetzung, Score … Die Liste ließe sich beliebig erweitern und jedes einzelne davon: großes Kino.
Der einzige Punkt, an dem ich Bauchschmerzen hatte, waren die Dialoge. Und da kam mir sofort der Satz in den Kopf: “Naja, du magst keine Märchen, aber das ist kein Kriterium.”
Dass die Macher von Maleficent ihre eigene Schöpfung hier wieder als maßgebliche Vorlage nutzen, sei ihnen auch gestattet, jedoch waren diese neuen Ideen damals der große Pluspunkt und wirken heute dann fast schon einfallslos. Die Zeit der Märchen-Neuerzählungen ist längst angebrochen und das Fortführen alter Geschichten mit neuem Material, das “bislang noch keiner gesehen hat”, ist ein übliches Stilmittel in der Geschichtenauswahl Hollywoods geworden.
In diese Reihe großartiger Filme reiht sich The Huntsman & The Ice Queen nahtlos ein und liefert hier ein geballtes Märchenkonstrukt, dessen technische Umsetzung und audiovisuelles Unterfangen durchaus als Epos in die Filmgeschichte eingehen darf.
Hätte man den Figuren hier noch etwas mehr charakterliche Entwicklung zugesprochen, etwas weniger spielerischen Witz und dafür mehr ernstzunehmende Selbstinszenierung verpasst, hätte jemanden wie mich das komplette Machwerk von den Socken gehauen.
So aber bleibt ein großartiger Film in einem Genre, mit dem ich persönlich einfach wenig anfangen kann, der deshalb aber keineswegs als negativ eingestuft werden sollte. Die großen Säle wurden zurecht bestückt – nutzt die Chance und holt euch ein Stück vom Unterhaltungskuchen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Emily Blunt, Charlize Theron, Jessica Chastain – drei wahrhafte Genies in Sachen Film, die ihre Sache auch hier wieder exzellent machen.
Wer auf Märchen steht, wem die Welt von Grimm und Co. gefällt, wer sich gerne von fantastischen Geschichten verzaubern lässt, dem wird hier ein Epos geboten, das technisch nahezu an Perfektion grenzt und mit vielen anderen Dingen zu überzeugen weiß.
Die Dialoge sind manchmal etwas spaßig, man hat den bitterbösen Beigeschmack der originalen Grimm-Erzählungen beiseite gelegt und hier nun auch nicht mehr auf Originaltreue gesetzt, sondern vorhandenes genommen und etwas anderes daraus gemacht.
Und rausgekommen ist ein Film, der als hoch angesiedelte Unterhaltung auf jeden Fall punkten kann, insofern man bereit ist, über mangelnde Dialogtiefe hinwegzusehen und sich einfach mit den simplen Botschaften von Märchen abfinden kann.

 
Nachspann
enthält keine weiterführenden Botschaften oder Bildmaterial mehr, man kann den Saal also fürs Putzteam freigeben.

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Willkommen bei den Archiv-Tagen. Ich habe mich damals mit so vielen Leuten über diesen Film unterhalten und dabei scheinbar nicht realisiert, wie sich der Alzheimer in meinem Schädel einnistete, denn als ich kürzlich auf diese Rezension verlinken wollte, stellte ich erstaunt fest, dass diese noch gar nicht online ist.
Dabei gehörte dieser Streifen durchaus zu den Titeln, die man sich im großen Kinosaal hätte anschauen können, denn das 3D und die Wucht der Naturgewalten kamen hier echt gut zur Geltung. Über die Story braucht man wohl weniger sagen, denn jeder sollte in seinem Leben mindestens einmal mit Moby Dick in Berührung gekommen sein.
Was mich ein kleines bisschen gestört hat, war der Look des Films. Die Menschen waren zu sauber, zu gepflegt, zu zivilisiert, als dass man ihrer Darstellung abkaufen würde, dass sie schon wochenlang auf dem Meer treiben. Getreu dem Motto “Die Frisur hält” hielten die Hauptdarsteller ihre Visagen immer wieder top frisiert in die Kamera und proklamierten hierbei eher gutes Aussehen als eine schicksalgebeutelte Vergangenheit.
Generell wirkte der Look eher steril, zu gebürstet und gekonnt auf dreckig gemacht, wobei der Dreck hier eben völlig fehlte. Keine Risse in der Haut, kein Schlamm, kein Aufgebrauchtsein, kein Used-Look. Noch nicht mal ansatzweises Bartwachstum, was die Zeitangaben im Film mega unrealistisch erscheinen lässt.
Dadurch mangelt es beim Zuschauen dann auch etwas an Mitleid und -empfinden, weil man den Darstellern ihr Leid einfach nicht ansieht, sondern eher glaubt, dass sie sich diese Dinge krampfhaft von der Rippe spielen und nicht wirklich in ihrer Rolle aufgehen.
Das zerstört ein wenig den Flair der Geschichte und lässt den Marianengraben an psychologischem Terror, den man hier ganz sicher ins Publikum werfen wollte, eher zu einem Dorfbächlein verkommen. Ein kleines bisschen Mitschuld trägt auch die Zurückhaltung in Sachen Wal, der hier eben nicht als schreckenerregendes Monster metaphysischer Größe präsentiert wird, sondern eher nur ein nerviger Geselle in der Vielfalt der Meere ist, der es auf seine ihn provozierenden Feinde abgesehen hat. Schade eigentlich, denn technisch gesehen hat dieser Film echt was auf dem Kasten und hätte in Verbindung mit den anderen Faktoren zu einem richtig guten Werk aufsteigen können.
So bleibt eine weitere Erzählweise einer Geschichte, die sicher auch noch in 100 Jahren erzählt werden wird, die für sich selbst aber keinerlei gesonderte Beachtung bedarf, sondern durchaus als Reboot neu in die Kinos kommen darf – nur diesmal dann eben bitte in glaubwürdig.
 

.kinoticket-Empfehlung: Chris Hemsworth macht hier eine zu gute Figur.
Sein Look ist derart überstyled, dass man ihm das tragische Leiden der in Seenot geratenen Schiffsleute nicht mehr abkauft, da die Frisur einfach zu gut sitzt.
Generell wirkt der Look des Films zu steril, der Dreck fehlt einfach völlig, um den Horror zu untermalen, dem sich die Darsteller in dieser Geschichte stellen mussten.
3D und Technik überzeugen dennoch und hinterlassen einen Film, den es sich ausschließlich deshalb trotzdem anzuschauen lohnt, denn beim Sound und den Effekten hat man auch hier nicht gespart.

 
Nachspann
folgt keiner mehr, man darf den Saal (oder in diesem Fall das Wohnzimmer) also wieder räumen.

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Ist schon eine Weile her, dass ich den Film gesehen habe. Warum erst jetzt rezensieren?

Ganz einfach: Es rennt ja doch jeder rein, ohne vorher darüber nachzudenken. Etwas, das bei Marvel Filmen zu funktionieren scheint: Das Marketing. Avengers ist überall so heiß und hoch gelobt, dass man einfach reingehen muss, egal, was einen erwartet.

Und genau da entpuppt sich eines der größten Probleme, die ich mit diesem Film habe: Immense Erwartungen, die prinzipiell nur enttäuscht werden können. Würde man sagen: “Okay, ist halt einfach ein etwas teureres Machwerk, schau mal rein” wäre man vielleicht viel begeisterter als in dem Fall, wenn Presse, Medien, Rezensenten und Marvel-Fans ihre heißgeliebten Animationen in den Himmel loben und Leute wie mich damit ansprechen wollen. Die werden nämlich irgendwo vom Film enttäuscht, wenn auch auf höherem Niveau.

Aber fangen wir mal von unten an: Dem 3D. Leute – wenn ich 14.50 € für ein (1!!) .kinoticket berappen muss, dann möchte ich etwas geboten kriegen. Überlänge, 3D-Zuschuss und was der Otto-Normalbürger sonst noch löhnen muss, das diesen Eintrittspreis derart in die Höhe schießen lässt, ist schon eine Frechheit, wenn im ganzen Film dann sagenhafte 3 Sekunden tatsächlich 3D-Effekte zum Tragen kommen – und das in einem Streifen, der vorwiegend aus CGI-Effekten besteht und daher prädestiniert für derartigen Optik-Schwachsinn wäre. Und was kommt? Das enttäuschende Gefühl, dass man die 3D-Brille auch ruhig vergessen hätte können, verändert hätte dies nichts.

Da waren Transformers – Ära des Untergangs oder sogar Kinderfilme wie Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest 3Dmäßig bei weitem überlegen. Und das sollte einem Werk, dass Milliarden an Produktionskosten verschlingt und – Backgroundinfo – kleine Kinos in den Ruin treibt, weil man viel zu viel vom großen Kuchen seitens der Studios wieder einfordert, zusätzlich zu denken geben.

Aber der Plan geht auf: Die Großen gewinnen, die Kleinen zahlen und die Kinder rennen scharenweise rein. Ich war ehrlich gesagt froh darüber, diesen Film innerhalb meiner Kino-Jahresflatrate schauen zu können, denn ich hätte mich darüber geärgert, so viel Geld dafür rausgehauen zu haben um etwas derart “mittelmäßiges” auf dieser Schiene geboten zu kriegen.

Man nehme vielleicht wieder die Erwartungen als Sündenbock daher, die mir dieses Filmerlebnis derart vermiest haben. Oder die Tatsache, dass dieses Ding mit einer FSK 12-Freigabe gesegnet ist, die actionmäßig nicht mehr zulässt, als klinisch sauberen Metall-Plastik-Sex zwischen überdimensionalen Spielzeugfiguren. Auch da gebe ich der Transformers-Saga wieder gebührend den Vorrang. Hier kriegt man wenigstens Haudrauf-Action erster Güte, gute Animationen und: brillantes 3D. Die Story mag bei Avengers etwas gehobener daherkommen, auch wenn das “Problem” eher kindischer Natur ist und von Größe im Drehbuch hier keine Rede sein kann.

Wer weiß, vielleicht will man ja auch wirklich nur die 12-14jährigen beeindrucken – und das wiederum schafft man mit den gebotenen Action-Ideen dann durchaus. Die gesamte Laufzeit über wirkte das Werk auf mich wie eine eingeschworene Truppe, der nichts mehr einfällt, das sie noch zu erledigen hat und die deshalb irgendwo irgendwas unternimmt, um wieder etwas mehr Spannung ins Leben zu kriegen. Der Saft ist raus und daher beeindruckt man mal mit viel zu viel Mainstream, damit auch ja keiner der abzumelkenden Kühe grummelig rummault, denn man möchte ja möglichst viel Kohle scheffeln und da darf Story oder anderes Anstößiges ruhig drunter leiden.

Klassischer Verfall von Kunst zugunsten eines Systems, das keine Individuen mehr zulässt und nur noch den Einheitsbrei bedient. Schade eigentlich. Hätte man mit der Kohle und dieser Bekanntheit nicht wesentlich mehr machen können? Anspruch? Mehr inhaltliche Ausgereifheit und tiefergehende Profile, die die einzelnen Superhelden darstellen?

Nunja, gesehen hat ihn eh schon jeder und ich glaube auch kaum, dass ich mit meinen kritikreichen Worten hier jemanden davon abbringe.

.kinoticket-Empfehlung: Klinisch-steriles Plastik-Mainstreamkino, das auf sehr hohem Niveau versagt.

Einzelne Szenen sind zwar ganz nett anzuschauen, reißen aber nicht unbedingt vom Hocker oder bohren tief im Schädel mit frischen Ideen und anderen geistigen Reichtümern.

Avengers ist das aktuellste Paradebeispiel, wie man es richtig macht, wenn man Unmengen an Kohle scheffeln möchte und dabei über Kunstleichen geht.

Nachspann
✅ ist optisch aufbereitet und cliffhangert am Schluss natürlich – wie sollte es anders sein…

Kinostart: 23. April 2015

Original Title: The Avengers: Age of Ultron
Length: 141 Min.
Rate: FSK 12

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