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wenn aus filmen leidenschaft wird

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25 km/h


© 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

 

Viele können sich unter dem Titel schwer was vorstellen und meine Prognose war: Sämtliche Autofahrer werden mit diesem Film anfangs ihre lieben Schwierigkeiten haben.

25 km/h – mancher Fahrradfahrer ist schneller, denn das ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Mofas, die auf der Straße allerorts gehasst sind und die deshalb kaum jemand fährt. Ich zähle zu den “kaums”, weil diese Kategorie für mich nicht in die Abzocker-Vereinigung gehört, zu denen ich überteuerte Führerscheine und noch überteuertere Fahrzeuge zähle. Wie viele Menschen leben und arbeiten, rein um ihre Wohnung und ihr Gefährt zu unterhalten, für mich ist dieser Spaß mit 50 € im Jahr gegessen und ich komme – dank Öffis – trotzdem voran und bin auch auf dem Land die paar Kilometer zum nächsten Bahnhof nicht aufgeschmissen.

Was die Touren angeht, die weit über das “Ja, das ist noch machbar” hinausreichen, habe ich auch schon genügend Erfahrungen gesammelt, indem ich z.B. mehrfach mit dem Mofa von Kempten nach Augsburg oder München und zurück gefahren bin und daher weiß, was es heißt, wenn man mal 8 Stunden am Stück auf so einem Teil sitzt und durch strömenden Regen bei Nacht und Gewitter fährt.

Eben jene Personen, die das gemacht haben, haben während dem ganzen Film schon ein Grund-Schmunzeln im Gesicht, weil all diese Dinge, die man als ambitionierter Mofa-Fahrer so erlebt, genau in diesem Film vorkommen und man sich sowas von verstanden damit fühlt.

Alle anderen haben erstmal extreme Schwierigkeiten, auf dieses “langsame Niveau” zu steigen, weil es erstmal ein wenig dauert, bis man damit klar kommt, dass alles eben etwas gemütlicher und sinnlicher von statten geht und man nicht wie die gehetzten Schweine mal eben quer durch Deutschland kommt.

Auch hier hat man meiner Meinung nach vieles richtig gemacht: Man lässt sich Zeit, man übt sich in tollen Dialogen, man spricht Dinge aus, die andere Filme eloquent wegcutten, man spricht Wahrheiten, die sich sonst nie jemand zu sagen gewagt hätte. Überhaupt ist dieser Film unfassbar dialoglastig und unglaublich ernst, was man einem Ernie-gebrandeten Bjarne Mädel sofort abkauft, womit der aber auch unglaublich erstaunt. Überhaupt wartet der Film mit einigen toll besetzten Rollen auf und wer es geschafft hat, bisher den .trailern zu entgehen, dürfte die ein oder andere Überraschung im Film erleben.

Was auch unglaublich gelungen ist, sind die Takes und Kameraeinstellungen: Für deutsches Kino absolutes Hochniveau! Man fährt hier zu Taten auf, die fast an oscarverdächtige Hollywood-Produktionen grenzen mit unglaublich beeindruckenden Bildern, Settings, Takes und Silhouetten, die dir schlichtweg den Atem rauben! Chapeau an den Macher, der dafür verantwortlich war!

Das Ende ist dann etwas in die Art, wie es im ZDF-Buche steht, all das tut dem Gesamtwerk aber keinerlei Abbruch, weil die gute Stimmung dadurch weder verloren geht, noch der Film an sich schlechter wird. Vielmehr vermisst man eigentlich nur den Oscar-Paukenschlag, der aus diesem Ding dann ein Ultimativum macht und es zur Allzeit-Koryphäe erhebt. Die bleibt aus, der Rest des Films ist aber sehr wohl brauchbar und erinnert auch in vielen Punkten an andere große Filme.

 

.kinoticket-Empfehlung: Wunderschönes, deutsches Kino mit Bildern und Kamerafahrten, die oscarreif sind!

Dialoge, Ernsthaftigkeit, Plot, Selbstfindungstrip und alles drumherum ist großartig gestaltet und lässt die Zuschauer mitlachen, emotional werden und liefert ihnen einen tollen Film, der bis zum Schluss großartig unterhält und viel Comedy bereithält.

Der Schluss sackt durch die “typisch ZDF“-Plotenden etwas ab, zerstört den Film aber dadurch nicht, sondern hinterlässt trotzdem ein wahnsinnig gutes Gefühl beim Wieder-aus-dem-Saal-spazieren.

Daumen hoch – davon dürft ihr gern mehr bringen!

 

Nachspann
❌ folgt ohne weitere Szenen oder Boni. Rausgehen erlaubt.

Kinostart: 31. Oktober 2018

Original Title: 25 km/h
Length: 116 Min.
Rate: FSK 6

 

25 km/h ist auf großer Kinotour in Deutschland unterwegs!

Die Tour ist inzwischen in vollem Gange und kann von euch noch bei folgenden Events besucht werden:

30. Oktober 2018 – Köln
18:00 Uhr – Filmpalast (mit Lars Eidinger, Bjarne Mädel, Oliver Ziegenbalg)
20:00 Uhr – Residenz (mit Lars Eidinger, Bjarne Mädel, Oliver Ziegenbalg, Wotan Wilke Möhring und evtl. Sandra Hüller)

31. Oktober 2018 – München
19:30 Uhr – Mathäser Filmpalast (mit Bjarne Mädel, Markus Goller, Oliver Ziegenbalg)

01. November 2018 – Ingolstadt / Nürnberg
17:15 Uhr – Cinestar /
20:30 Uhr – Cinecitta (mit Markus Goller, Oliver Ziegenbalg)

02. November 2018 – Stuttgart / Leonberg
18:00 Uhr – Metropol /
20:15 Uhr – Traumpalast (mit Markus Goller, Oliver Ziegenbalg)

03. November 2018 – Frankfurt am Main
18:00 Uhr – Harmonie Kino
20:30 Uhr – CineStar Metropolis (mit Bjarne Mädel, Markus Goller, Oliver Ziegenbalg)

04. November 2018 – Leipzig
18:00 Uhr – CineStar (mit Sandra Hüller, Markus Goller, Oliver Ziegenbalg)

KIN

Regiedebüt: Eines der Movies, das mich sofort gepackt hat! Diesmal hab ich mich sogar dazu herabgelassen und bereits vorher den .trailer geschaut und der hatte mich quasi schon fest in der Tasche – und der Film setzt dem ordentlich eins oben drauf!
KIN gehört zu der Sorte SciFi, die mit Hirn und Verstand an die Sache rangeht und somit unvergleichbar viel Realismus-Nähe mitbringt, was seinerzeit bei Arrival auch schon einen derart guten Beigeschmack hinterlassen hat. Man hebt eben nicht mehr in fantastische Zukunftswelten ab und bewegt sich völlig in einer Fantasie, sondern gestaltet die Elemente derart durchdacht, dass der Zuschauer die Handlung und Möglichkeiten abkauft und sich intellektuell nicht vor den Kopf gestoßen fühlt.
Und was mich absolut begeistert hat: Der Look und das Design des Films! Leute? Burner! Diese Einfälle erstmal zu kriegen und dann derart leuchtend und grandios umzusetzen ist ein Move, den ich lange nicht gesehen habe und der wirklich absolut überzeugend rüberkommt, trotz CGI-Rumgefummel. Ehrlich, wie kommt man dazu, so eine geile Technik zu erfinden und sie dann so formschön und elegant und gleichermaßen zerstörerisch und wütend auf die Menschheit loszulassen?
Dieser Film räumt auf und holt eine ganz bestimmte Sorte Menschen vor die Bildschirme, um ihre unausgesprochene Wut zu beantworten und zu kurieren. Und dabei bewegt man sich so fernab von jedweder Kinoblockbuster-Dummheit und kriegt jedesmal wieder eins auf die Twist-Mütze, wenn die Meinung aufkommen könnte, dass es langweilen würde.
Ganz ehrlich? Es macht so einen riesigen Spaß, dieser Geschichte zu folgen und auch wenn einiges vorhersehbar ist, stört dies nicht die exzellente Zusammenstellung des Casts und die bärigen Design-Elemente, mit denen man jedes Auge hier verwöhnt!
Schreibt mir, wem’s nicht so ging, dass er sich selbst auf die Leinwand wünscht um dies und das einfach zu klauen und es selbst zu besitzen, einfach weil’s geil aussieht! Auch wenn der Start inzwischen nahe gerückt ist, fällt es extrem schwer, darauf zu warten, dass ich endlich wieder Dauerkinosaalbesetzer werden kann, um dieses Ding hoch und runter laufen zu lassen, denn genau das sollte man damit anstellen: Gebt ihm so einen ruhmreichen Kinostart, dass sich die Produzenten von großartigen Filmen noch öfters dazu hinreißen lassen, so etwas grandioses zu probieren und aus dieser Geschichte eine Reihe werden lassen: Potenzial dazu hätte sogar der Plot in der Tasche!
 

.kinoticket-Empfehlung: Design: Augenschmaus! Cast: Mega! Twist: Bravourös!
KIN hat mich sofort gepackt und bisher nicht mehr losgelassen: Ich liebe so einen Scheiß! Allein nur wegen der Effekte und dem außerordentlich göttlichen Design des Films hat dieser Titel Aufmerksamkeit verdient und wer sich dann noch in dem Plot verliert, wünscht sich genauso, dass man hier jetzt ansetzt und endlich mal eine taugliche SciFi-Reihe auf die Füße stellt, die man sich ungeschoren ansehen kann!
Großartig – und als Regie-Debüt einfach klasse!

 
Nachspann
❌ braucht man nicht aushocken, Kinosaal freimachen und zum Putzen freigeben. Bucht lieber die nächste Vorstellung inzwischen… 😉
Kinostart: 13. September 2018
Original Title: KIN
Length: 102 Min.
Rate: FSK 12 | PG-13

Vielmachglas

Gehen wir mal ein paar Schritte zurück:
Man nehme den Deutschen Film.
Man addiere Matthias Schweighöfer.
Man garniere mit etwas Intellekt der Drama-Vorzeigequeen aus Fack Ju Göhte.
Dazu noch ein Poster, das auf genau diese Punkte aufmerksam macht und einen .trailer, der beides kann: Hoffnung machen und Sorgen bereiten. Fertig ist das PR-Konzept von Vielmachglas … merkt ihr schon, wie einem die Vorurteilskotze den Hals emporschießt?
Cut!
Ich habe im Vorfeld nämlich schon viele sagen hören, dass sie sich definitiv keinen deutschen Film und schon gar nichts mit Matthias Schweighöfer ansehen werden. Okay, ich besorg die .kinotickets. Wähle den Saal, die Sitzplätze, lasse den Rest einfach Popcorn kaufen und organisiere vorsorglich ein paar Anschnallgurte, damit sie nicht gleich beim Namen im Vorspann aufstehen und rausspringen.
Da dieser Film heute erst anläuft, habe ich vorher nichts darüber sagen dürfen – selbst ein Augenzwinkern neben dem Plakat war mir verwehrt. Mancher wird sich jetzt an den Kopf greifen und sagen: “Mensch, Matthias Schweighöfer und eine deutsche Produktion – was willst du überhaupt? Gerade dir sollte doch klar sein, dass das einfach nur schlecht sein kann.”
Nein!
Es ist – mit Verlaub – der beste deutsche Film, den Warner jemals zutage gefördert hat. Und wenn sich die Vorurteile dann (dank meiner Anschnallgurte) abgebaut haben, gelangt man zu einem Schluss … und ja, ich schreibe das hier tatsächlich … bei dem man sich wünscht, Schweighöfer hätte einfach mehr Leinwandzeit bekommen, denn er hat eine verdammt coole Rolle und wurde von der Presse durchweg positiv aufgenommen.
Und Haase? Das blöde Tantchen, dass sich in Doof über Schminke, gespielte Unbeholfenheit und närrisches Kindisch sein auf der Leinwand auslässt? Weit gefehlt: Auch sie hat die Challenge akzeptiert und erbaut ein schauspielerisches Erbe, dass ihrer Persönlichkeit anheim fallen soll und sie aus ihrer Paraderolle erlöst, durch die sie deutschlandweit und teils sogar international Ruhm erlangt hat: Sie zeigt, dass auch sie definitiv mehr auf dem Kasten hat und man sich in Zukunft gerne ihrer bedienen darf, wenn es darum geht, authentische Rollen glaubhaft rüberzubringen.
Meine Frage an den Verleih ist also: Wieso? Wieso verbietet ihr es uns, so lange nichts über diesen Film zu sagen? Wieso durften wir nicht viel eher die Menschheit damit anfixen, dass das Zeitalter tatsächlich angebrochen ist, in dem deutsche Filmemacher das Kunstwerk fertigbringen, Drama mit Comedy zu verbinden und nichts davon auch nur ansatzweise Anzeichen von Fremdschämen aufweist?
Diese ungesehene Lockerheit, das natürliche Auftreten, die ungezwungenen Dialoge … und ja, schon wieder richtig gelesen: erstklassige Dialoge – in einer deutschen Produktion!!! … all das in einem Streifen, der kaum Platz für kritische Auseinandersetzung lässt?
Wow!
Woran liegt das, dass es auf einmal doch möglich ist, einheimisches Filmmaterial zu sichten ohne dabei den Dauerbrecheimer vollzukotzen?
Eine Sache hab ich euch bislang verschwiegen: Es ist wieder mal ein Debütfilm, diesmal von Florian Ross. Und ich hab keine Ahnung, wie es da mit der “Mitsprache” seitens der Verleiher läuft. Aber eines steht fest: Es gibt in der Geschichte kaum Beispiele von Debütfilmen, die so schlecht sind, dass sie der Welt als immerwährende, klaffende Wunde der Filmhistorie im Gedächtnis geblieben wären, sondern fast alles namens Debütfilm war bis jetzt ein einschlagender Erfolg.
Was also macht ihr an dieser Stelle richtig?
Die Zuschauer sollten jetzt auf jeden Fall eines tun: Ausschwärmen, ihre Taschen mit .kinotickets füllen und den Machern zeigen, dass diese Form der Unterhaltung genau das ist, was man sich als halbwegs gebildeter, anspruchsvoller Zuschauer wünscht und signalisieren, dass mehr dieser Art auf die Bühnenflächen geworfen werden sollte.
Und nachdem Deutschland es gerade mit Humor und Kinofilmen so überhaupt nicht hat, darf – nein muss!!! – man sich mit Vielmachglas davon überzeugen, dass Vorurteile niemals das Mittel der richtigen Wahl sind, sondern man jedem Titel immer wieder eine neue Chance einräumen muss, sich selbst zu beweisen.
Der Kampf hat funktioniert und Vielmachglas gehört damit für mich erstmalig zu der Sorte Filme, in die ich bedenkenlos jeden Kritiker, Hater, Comedygebeutelten und bislang Enttäuschten schicken werde, denn dieses Wunder begreift nur, wer es wahrhaftig selbst erlebt hat.
 

.kinoticket-Empfehlung: Es ist eigentlich unglaublich, denn deutsche Comedy war bislang immer ein totaler und vor allem tiefer Griff ins sprichwörtliche Klo.
Die Bausteine, um genau den wieder zu vollführen, liegen alle parat und Florian Ross baut daraus den bislang besten, beeindruckendsten und grandiosesten Film, den dieses Land je hervorgebracht hat.
Nicht nur die Botschaft stimmt, sondern die Tour wird aufgelockert durch Auseinandersetzung mit der Moderne und viele kleine, seelische Reisen in die Tiefe der Unendlichkeit – begleitet von der bisher besten Performance von Matthias Schweighöfer, den ich ab jetzt nur noch in solchen Rollen sehen will.
Warum? Warum darf ich erst so kurz vor Kinostart dafür empfehlen? Damit das Startwochenende zusätzlich erschwert wird?
Leute, geht einfach da rein: Deutschland kann es … Vielmachglas ist der Beweis!

 
Nachspann
beinhaltet keine zusätzlichen Shots oder After-Credit-Scenes. Gebt den Saal zum Putzen frei.
Kinostart: 8. März 2018

Insidious – The Last Key

Blumhouse, Blumhouse, was soll ich bloß mit euch machen …
Zum einen serviert ihr uns Titel wie die The Purge-Trilogy, die hoffentlich noch lange weitergehen wird, Filmperlen wie Happy Deathday, zeigt euch verantwortlich für Sinister und Nachfolger und kommt jetzt mit einem so vorhersehbaren Mist wie Insidious – The Last Key daher… Warum denn?
Freunde von mir bezeichnen den Titel als “den schlechtesten Horror, den ich je gesehen habe” und ich kann ihnen nicht widersprechen, denn gegruselt hat mich in eurem neuesten Werk schlichtweg … gar nichts.
Was also war die Aufgabe? Gebt Lin Shaye wieder eine Bühne, auf der dieses einprägsame Gesicht eine neue, müde Story austüftelt, gespickt mit den immergleichen, abflauenden Horrorbausteinen, die einem nicht mal mehr ein simples Gähnen entlocken?
Ich lasse mich gerne schocken. Ich drehe mich im Kino ob der Surround-Effekte gerne mal um und schaue, ob nicht irgendwer aus dem Kino hinter mich getreten ist und mich erschrecken will. Meine Güte, ich bin extra in die 23:00 Uhr-Vorstellung, die gähnend leer war, um einen weiteren Sicherheitsbaustein fallen zu lassen und den “Du bist allein und niemand kann dir helfen, wenn die Geister plötzlich echt werden”-Spuk-Katalysator anzuwerfen … und bin dabei sanft, aber konsequent ins seichte Land der Träume abgedriftet – und zwar zu euren “Höhepunkten”. Und nicht, weil ich müde war.
Gezuckt, geschockt, Gänsehaut … nichts.
Und das von einem Titel, der ein so vielversprechendes Plakat aufweist und uns auf diese Weise so sehr schmackhaft gemacht wurde: Traurig!
Warum tut ihr so etwas? Euch fehlen doch längst nicht mehr die Mittel, um ein Genre, das angestaubter nicht sein könnte, mit neuen Innovationen zu renovieren und vom Ballast der Alltäglichkeit zu befreien. Ihr habt doch längst alle Connections, fähige Leute, Schauspieler und Technik in der Hinterhand, um dem Kino wieder etwas zu liefern, bei dem sich der Zuschauer bis aufs Mark und Bein fürchtet und am Ende froh ist, den Saal wieder verlassen zu dürfen und noch zu leben.
Wieso langweilt ihr uns dann mit derartigem? Langeweile? Trist? Freudlosigkeit und Erwartbarem?
Die Offensive, den “Schauereffekt” einfach ein paar Sekunden mehr in die Länge zu ziehen, ist kein Allheilmittel, um immer besseren Horror zu kredenzen. Und spätestens 2018 hat jeder längst kapiert, dass einsetzende Violinen in schrägen Tönen Unheilvolles ankündigen – und wisst ihr was? Es funktioniert nicht mehr. Nicht bei mir.
Dazu die üblichen Holzblöcke aus altbekannten Horrorfilmen im Zeitalter der Aufgeklärtheit, die sich der Lächerlichkeit preisgeben statt den Zuschauer das Fürchten zu lehren ist für ein Label wie eures doch keine Trophäe, auf die ihr ernsthaft stolz seid, oder irre ich mich?
 

.kinoticket-Empfehlung: Für mich war die Enttäuschung auf keiner Ebene zu überbieten – viel zu ruhig, zu vorhersehbar, zu gewöhnlich und langweilig, um noch auf irgendeine Weise zu begeistern.
Schade, denn hier steckt so viel Schaffenskraft dahinter, die augenscheinlich völlig verpufft ist, bevor man sich diesem Titel zugewandt hat. Warum?

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, der Soundtrack wird hier auch nicht besser.
Kinostart: 4. Januar 2018

Hexe Lilly rettet Weihnachten

Schaut euch das Kinoplakat an, dann bekommt ihr einen ziemlich treffenden Einblick darüber, was dieser Film darstellen will – wobei man Michael Mittermeier deutlich herausheben muss, denn seine Sprechrolle im Film ist gigantisch und passt total.
Der Rest hebt sich nicht sonderlich von den üblichen Mainstream-Kinderfilmen ab, die eben vor Weihnachten quasi immer von der Stange produziert in die Kinos geworfen werden, um die Familien mit irgendeinem Weihnachtskruddel zu unterhalten….
Zumindest könnte man das denken, wenn man jetzt weiter in Vorurteils-Beuteln rumwühlt und etwas daraus hervorkramen möchte.
Mir hat der Film in seiner Essenz nämlich sehr gut gefallen, weil wir genau dieses Problem haben: Es ist nichts neues mehr für diese Zeit vorhanden, dass man Kindern und Jugendlichen noch vorsetzen könnte, dass sie nicht schon zum 1000sten Mal gehört, gelesen oder gesehen hätten. Und genau hier setzt man mit Hexe Lilli rettet Weihnachten an und überbringt eine Botschaft, die den Konsumwahn und das Rumgeeiere zu Weihnachten wieder etwas eindämmt und uns zurück zu den Wurzeln führt, für die diese Tage ursprünglich mal gedacht waren.
Dabei zählt dann eben nicht mehr das Geschrei von kleinen Kindern nach kapitalistischer Aufmerksamkeit oder anderer Firlefanz, den sich irgendwer mal irgendwann ausgedacht hat und bei dem die Meute mittlerweile nur noch augenrollend durch den Dezember stolpert und sich quasi den Content von Bad Moms 2 wünscht, um dem ganzen Trubel zu entgehen, sondern man versucht, den Kindern wieder einzuimpfen, was Weihnachten tatsächlich bedeutet und worauf man wert legen sollte – und das auf eine sehr einfühlsame und lehrreiche Art und Weise.
Und dafür: Daumen hoch und eine klare Sichtungsempfehlung.
 

.kinoticket-Empfehlung: Die meisten Eltern sind im Endmonat des Jahres sowieso oft mit Entscheidungen überfordert – daher spreche ich hier mal eine klare Empfehlung aus, wenn’s darum geht, was man sich vor Weihnachten mit der Familie im Kino besehen möchte.
Hier wird nicht nur spannende Unterhaltung geboten, sondern man rechnet mit der wütenden Raserei ab, die sich rund um dieses Fest gebildet hat und führt die Kleinsten wieder zurück zu den wahren Absichten, für die diese Feiertage ursprünglich mal gedacht waren. Und damit meine ich nicht irgendwas Religiöses.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, nach der Schwarzblende darf man also gern nach draußen.
Kinostart: 9. November 2017

Simpel

Wenn man nüchtern auf die Sache blickt, ist es eigentlich nur ein storyschwacher Plot aus deutscher Produktion, die sowieso nicht so wirklich mit etwas auftrumpfen kann. Frage: Wieso kam der Film dann bei den Sneakern so hervorragend an und wurde vorwiegend positiv bewertet?
Weil darin doch etwas steckt, dass so einfach in Worte zu fassen nicht möglich ist. Und damit meine ich nicht mal unbedingt das Schauspiel von Frederick Lau oder Emilia Schüle – wenn davon einer lobend erwähnt werden sollte, dann David Kross, dessen Mimik und Gestik in diesem Werk tatsächlich an Höchstleistungen grenzt, die so durchzuhalten sicher nicht einfach waren.
Ebenfalls lobend erwähnen muss man die Intention des Films, der sich wieder um ein unbekanntes Bild kümmert und es in die Redseligkeit seiner Nation pflanzt, um auch hier wieder unterschwellige Bildung zu leisten, die ich TV und anderen Medien schon länger abgesprochen habe und seit jeher eher auf dem Big Screen suche.
Und finde. Simpel ist nämlich ein herausragendes Beispiel für hochwertiges Kino mit Prädikat besonders wertvoll-Qualitäten, die man durch zahlreiche Besuche in den Sälen belohnen sollte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Großartige Schauspielleistung von David Kross in einem Film, der sowohl unterhält, als auch seinen Beitrag zur Bildung und Kenntnisnahme leistet.
Zwar sind die Elemente durch und durch deutsch und sondern sich damit auch nicht von anderen (schlechten) Produktionen ab, dennoch hat der Film das gewisse Etwas, um seine Zuschauerschaft zu begeistern und sich damit vom restlichen Sud unserer Movieversuche abzusondern und dennoch als sehenswert abgestempelt zu werden.

 
Nachspann
braucht man nicht auszusitzen, diese Anstrengungen werden auch hier wieder mal nicht belohnt.
Kinostart: 9. November 2017

Tubelight

Wer einmal ein Bollywood gesehen hat, hat entweder für immer damit abgeschlossen, oder seine Liebe daran gefunden. Ich bin zwiegespalten, was das angeht. In der Vergangenheit war ich mehrfach beeindruckt von dieser Art Film, seiner epischen Größe und der unglaublichen schauspielerischen Leistung, die man hier eingebracht hat.
Mit Tubelight geht wieder solch ein Titel an den Start, der in seiner Ernsthaftigkeit zwar schon leicht am türkischen Kino kratzt, jedoch niemals so ausfallend und absolut schräg wie dieses Land in cineastischer Hinsicht wird. Damit hat man Hauptdarsteller, die zwar die ganze Zeit über rum blödeln, Songtexte, die für sich einen Beitrag wert wären bezüglich inhaltlicher Fragwürdigkeit, dafür aber ein absolut stimmiges Gesamtkonzept und eine Botschaft, die wieder in den Untiefen des indischen Glaubens und dessen Weisheiten gräbt und Erstaunliches zutage fördert.
Und genau das rechne ich diesem Werk hoch an: Die behutsame und trotzdem unterhaltsame und spaßige Heranführung an diese durchaus expliziten und wichtigen Lebensweisen, denen wir auch in unserer westlichen Kultur etwas mehr Aufmerksamkeit beikommen lassen sollten, um generell ein besseres Leben führen zu können.
Solcherlei Gedankengut dümpelt in den Köpfen höchstens als fernes geschichtliches Konstrukt rum, das in der aktuellen Zeit keinerlei größerer Beachtung mehr bedarf, Tubelight zeigt aber genau das Gegenteil.
So kann man jetzt über die gelungene oder misslungene Darstellung von Salman Khan und Soheil Khan diskutieren, oder sich einfach auf das besinnen, was dieses Werk einem positiv mit auf dem Weg gibt: Die subtile, tiefgründige und umso wertvollere Botschaft in ihrem Kern daselbst.
 

.kinoticket-Empfehlung: Lasst euch von dem Wörtchen “Bollywood” nicht abschrecken, denn auch hier findet ihr wieder einen Film, der in meinen Augen absolut sehenswert ist.
Klar, sollte man mit den Grundpfeilern dieser Filmform zurechtkommen und keinen absoluten Hass hegen – oder man lässt sich einfach darauf ein, löst ein .kinoticket und lässt sich von dem, was da kommt, einfach überraschen. Wer weiß, vielleicht ist hinterher der ein oder andere ja gar nicht mehr so enttäuscht, wie vielleicht erwartet?

 
Nachspann
kommt keiner, man darf also wieder ans Tageslicht.

The Boss Baby

Meine Erwartungen waren groß, der Trailer herausragend und der Film einer der Filme, auf die man schon lange hinfiebert.
Dass das 3D genial werden würde, ließ der 3D-Trailer bereits erahnen. Wie tiefgründig die Geschichte am Schluss tatsächlich sein wird, konnte aber niemand vorhersehen. Im Prinzip war der gesamte Saal positiv überrascht.
Und dabei spreche ich jetzt nicht von den eingefleischten Literatur-Kritikern aus der einschlägigen Presse, sondern von Menschen wie dir und mir und jeder Menge Kindern. Dieser Film birgt so viele Herzensgüte, Familiensinn, beleuchtet die Beziehungskomplikationen verschiedener Generationen und arbeitet sie in witziger, familientauglicher und lehrreicher Form auf.
Dabei besinnen sich die Macher auf eine Sache, für die eine Kinoleinwand quasi wie geschaffen ist: das Geschichten erzählen. Als Zuschauer bekommt man hier so eine wunderbare Story vorgelegt, der es prinzipiell an nichts mangelt. Vielleicht hat der ein oder andere zu Beginn noch 5-10 Minuten Schwierigkeiten damit, sich in die Charaktere hineinzuversetzen, danach packt einen die Story und man ist komplett in dieser Welt gefangen, in der einem (wieder) beigebracht wird, zu träumen. Genau diese Fähigkeit haben viele Erwachsene ja mit zunehmendem Alter verloren.
Hier spielt der Film eine seiner größten Stärken aus: er ist nicht nur für das jüngste Publikum, was man anhand des Kinoplakats vielleicht vermuten würde, sondern er spricht alle Altersgenerationen an und vermittelt hier nicht nur Unterhaltung für die Kids, sondern birgt neben unzähligen Anspielungen auf weitere Filme noch so viel Tiefgründigkeit und philosophisches Potenzial, dass auch erwachsenen Zuschauern jede Menge mit auf den Weg ins Leben gegeben wird.
Man hat extrem viel zu lachen, feiert eine Form von trockenem Humor, dem ich sehr viel abgewinnen kann und trumpft mit Gag-Salven auf, die die Vorschau aus dem Trailer klein aussehen lassen.
Dabei beschränkt man sich aber nicht auf eine erzwungene Witzigkeit, wie es bei vielen Comedyfilmen der Fall ist, sondern liefert ehrliche Gags und ein breites Potpourri großartiger Emotionen. In Verbindung mit der herrlichen Inszenierung verschiedenster Gedanken und Träume ergibt The Boss Baby einen Film, der sich den Weg direkt ins Herz des Kinogängers spielend leicht erobert.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer also mal wieder ungeniert und völlig frei lachen möchte und dabei vielen Emotionen freien Lauf lassen, für den ist dieser Film genau das richtige.
Er packt sowohl Jung als auch Alt am Schopf und überbringt neben vielen gelungenen Gags auch mega viele eindrückliche Botschaften, die bei allen Anwesenden reine Begeisterung auslösten.
Ein Film, für den sich der Gang ins Kino definitiv lohnt!

 
Nachspann
Sitzen bleiben. Hier wird nicht nur der komplette Abspann durchanimiert, sondern dazwischen und auch nach dem Ende kommen noch weitere lustige Szenen.

Manchester by the Sea

So manch einer sagt mir ja nach, dass ich ausschließlich Actionkino bevorzuge, Spiele-Verfilmungen mag und für Arthouse nicht zu haben bin … ähm what?
Mit Manchester by the Sea landen wir direkt im Pool dieser atemberaubenden Filmschönheiten, denen ich sehr wohl etwas abgewinnen kann und die weit weg von Blockbuster, Explosionen, Stupidität und anderem Schwachsinn dahin dümpeln.
Ich persönlich hätte gern viel mehr Arthouse in den Kinos – auch den größeren, die – wie z.B. in Berlin im CinemaxX extra eine “Tiefgarage” für Kinopublikationen außerhalb der großen Masse eingerichtet haben, in die man sich als leidenschaftlicher Freund solcher Abwegigkeiten gerne verziehen und die Shows genießen kann.
Seit 19. Januar 2017 erfreut nun endlich die offiziellen Zuschauer das Meisterwerk von Regisseur Kenneth Lonergan, das seine Premiere ja bereits im Januar 2016 feierte und somit schon mal hier mal da zu sehen war.
Warum auch immer man so ein grandioses Schauspielstück so lange vor der Öffentlichkeit verbirgt, bleibt mir ein Rätsel. Denn obwohl auch hier die Erzählgeschwindigkeit nicht unbedingt mit rauschendem Tacho an einem vorbeizieht, ergreift einen das Gesehene nach einiger Zeit tief im Herzen.
Nicht nur Casey Affleck legt hier als Hauptdarsteller eine Portion Charme auf den Tisch, dem sich jeder Cineast einfach beugen muss, sondern auch seine bezaubernden Mitspieler stellen einmal mehr einen Könnens-Beweis auf, der ein paar Ligen über dem bekannten Niveau liegt.
In diesem Film legt man der Technik mal gehörig die Zügel an und lässt endlich wieder den Menschen in den Vordergrund, der mit dramaturgischen Höchstleistungen schauspielerische Höhen erklimmt, die aus diesem Stück schon relativ zu Beginn ein anbetungswürdiges Meisterwerk werden lassen, dass sich das “Prädikat besonders wertvoll” nicht nur verdient hat, sondern quasi daraus zu bestehen scheint.
Und dabei muss noch nicht einmal viel passieren, denn das Ensemble der Gefühle, das man hier anbricht, aufreißt und über den Zuschauer streut, reicht von ganz oben bis ganz unten. Und dabei wird nicht etwa auf billigen Humor oder übertünchendes Trara zurückgegriffen, sondern man flaniert ganz meisterlich in völig andere Dimensionen.
Und trotz der Tatsache, dass Manchester by the Sea ganz klar ein Drama darstellt, hat man als Zuschauer dennoch unglaublich viel Spaß bei der Sache und rennt selbst beim Zuschauen hier und da mal gegen die ein oder andere emotionale Wand.
Gut so, denn genau das erwarte ich von Arthouse-Kino: Stärken, die nicht durch Millionen von Dollar erzielt werden, sondern tatsächliche Film-Kunst auf ganz hohem Niveau.
Dass dieses Werk von der Presse gefeiert wird, steht außer Frage. Und ich hoffe, dass sich das Publikum, das es hoffentlich mega zahlreich geben wird, dieser Freude darüber anschließen wird, denn ich würde mir den Titel sofort wieder ansehen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Manchester by the Sea ist ein ruhiges, in tief emotionalen und ausdrucksstarken Bildern erzähltes Drama, in dem die Figuren alles sind.
Trockener Humor, sensible Härte und die Ironie des Lebens werden auf wunderbare Art und Weise eingefangen und wiedergegeben.
Stellenweise fast etwas zu ruhig und langatmig, dafür aber um so ergreifenderes und einprägsames Kino.

 
Nachspann
Der Nachspann entlässt euch genauso bilder- und videoreich wie die imposanten Eindrücke des Films während der Laufzeit sind. Wer also meint, sofort abdackeln zu müssen, der hat meines Erachtens den ganzen Film nicht so recht verstanden.

Die Unfassbaren 2

Now You See Me – wie der Titel im Original heißt – war einer der bahnbrechendsten Magierfilme schlichtweg. Die Imposanz, mit der man die Tricks, Persönlichkeiten und Idee auf den Markt brachte, sucht bis heute seinesgleichen und verblüfft auch beim fünften Mal ansehen immer noch mit überzeugendem Wahrnehmungsrausch.
Der Speed, den man im ersten Teil generierte, das Vorzeigen, Verblüffen, Ablenken und Erstaunen funktionierte auf einer Ebene, die bis dato noch kein anderer Film in dieser Form auf der Leinwand präsentiert hat. Schaut man sich den Streifen im Heimkino an (und regelt die Anlage entsprechend hoch), hat man immer wieder eine gigantische Show, die jeden Zuschauer mitreißt und hinterher erstaunt zurücklässt.
All dies bringt immense Erwartungen, Vorfreude und den Rausch auf Fortführung herbei, der dieses Jahr mit Now You See Me 2 in den Kinos zelebriert werden will.
Dabei knüpft die Vorstellung keineswegs an die Genialität des ersten Teils an, sondern offenbart sich eher als eine bittere Auseinandersetzung mit den Konsequenzen der Fragen, die sich der Zuschauer beim ersten Mal stellte, wie man aus dem Nichts heraus etwas so geniales erschaffen konnte.
Die durch die überragende Meisterleistung im ersten Teil hervorgerufene Stimmung konnte in der Fortsetzung irgendwie nur enttäuschend werden, denn man geht als selig-vergnügter Magiebegeisterter nun voller Erwartungen in den Saal und wird mit den dunklen Seiten der Zauberei betraut gemacht, die eben alles andere als prickelnde Stimmung hinterlässt, sondern – angestachelt durch das Anlernen darauf, tatsächlich hinzusehen – fast schon vorhersehbar und dadurch langweilig wird.
Man hat nicht mehr das Gefühl, dass man hier nun von absoluten Profis heimgesucht wird, die so talentiert sind, dass einem als Zuschauer förmlich die Luft wegbleibt und man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt, sondern fühlt sich ihnen teils schon überlegen und beginnt sich zu fragen, ob das Ganze nicht umgekehrt ist und man sich nun auf die Jagd nach den Reitern macht, die mit ihren Shows dem Gros der Gesamtveranstaltung ständig hinterher hinken.
Auch das andeutungsweise polemische Hinweisen auf mögliche Mängel im Leben von uns allen erscheint dann eher als misslungener Versuch, aus allem doch noch etwas positives zu schlagen und wenigstens mit einer guten Moral von der Bühne zu treten, doch die scheitert irgendwie an Belanglosigkeit und einer Inszenierung, die weder verblüfft noch begeistert, sondern eben einfach da ist und in sich funktioniert.
Problematisch war unter anderem auch, dass die Tricks hier nicht mehr die feinfühlige Größe aufwiesen wie im ersten Teil, sondern man sich mehr und mehr Optionen bediente, die eben nichts mehr mit wahrem Können zu tun haben, sondern zeitweilig eher ins Lächerliche rutschen und somit als Gesamtkonstruktion eher fragwürdig sind. Vergleicht man hier das Gesehene allerdings mit den üblichen YouTube-Tricks, wird schnell klar, dass das Niveau eben doch sehr hoch ist und man viel Aufwand in die Präsentation der einzelnen Kunststücke investiert hat, die in sich geschlossen aber in einem Rahmen gezeigt werden, der nicht nur bröckelt, sondern sich in seine Einzelteile aufzulösen scheint.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ob ich den Film wirklich empfehlen kann, weiß ich nicht. Meine Bewertung war bei Mittel mit Tendenz zu schlecht, weil mir einfach die spritzige Energie des Magischen gefehlt hat und man als Kenner des Vorteils höchstwahrscheinlich bitter enttäuscht aus der Show hervortreten dürfte.
Dennoch hat man viel Mühen investiert, um mit hohem Aufwand Tricks zu präsentieren, die teils schon beeindruckend waren, allerdings durch geschulten Blick vorhersehbar und beim Hinterfragen auch die Grundfrage offen lassen, wieso man das Ganze jetzt veranstaltet. Und damit geht eben einfach ganz viel Sympathie verloren, die man im ersten Teil noch hingebungsvoll spendete.

 
Nachspann
läuft wie üblich ohne weitere Szenen oder Fortsetzungen.

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