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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Bruch

Verliebt in meine Frau

Verliebt in meine Frau

© 2018 Weltkino Filmverleih

 
Theaterverfilmung again: Gab es eigentlich schon einmal einen Versuch, solche Stücke ins Kino zu bringen, die gescheitert sind?
Verliebt in meine Frau brilliert erneut durch eine Form von Intelligenz, die man in solchen Filmen eigentlich kaum erwartet: Immerhin werden hier alle Klischees im Plot-Overview zusammengefasst, die jedem Filmliebhaber eigentlich die Fußnägel hochrollen lassen sollten, es aber im Streifen selbst sonderbarerweise überhaupt nicht tun. Ganz im Gegenteil: Der ist vollgepackt mit einer liebenswürdigen Erträglichkeit, die positiv zum Himmel schreit und sich von allem anderen abhebt, das einem im Zuge dessen noch so einfallen könnte.
Liebe? Kein Problem, man ist mehr mit Lachen beschäftigt als alles andere.
Geschlechterverschiedenheit? Kein Ding – die gegenseitigen Einblicke in die jeweils andere Sichtweise macht irre Spaß und eröffnet Welten, zu denen man als Mann/Frau sonst keinen Zutritt hat.
Romantik? Kein Ding – die Genialität, in der man die ausufernde Schmalzigkeit verpackt, überdeckt jedes schlechte Gefühl und hinterlässt einen Raum, in dem man seinen Geist entfalten und den Gefühlen freien Lauf lassen kann: Es macht einfach nur Freude und ist so vollkommen anders, ohne dass man es in Worte fassen könnte. Jeder, der aus der Pressevorführung wieder rausspaziert ist, empfand diesen Film als einen super gelungenen Film, der endlich mal wieder zum Lachen einlädt, ohne dabei auf “bekanntes” zurückzugreifen.
Und wer den Film sieht, weiß an dieser Stelle, wie viel Ironie dieser Satz in sich trägt (ohne dabei negativ zu werden).
 

.kinoticket-Empfehlung: Glaubt mir, wenn ich euch sage, dass kein einziger sich den Klappentext dazu durchlesen darf und ihr den Film einfach sehen MÜSST: Es ist unglaublich, wie etwas so Abgekautes so viel Freude im Kino machen kann ohne auch nur eine einzige Sekunde zu langweilen.
Die Darsteller liefern hier eine intelligente, durchdachte und konsequent kurzweilige Unterhaltungsshow ab, die im Prinzip alle Klischees hernimmt, die man so kennt und das “Klischee” daraus entfernt und nur das auf der Leinwand lässt, was dann noch übrig bleibt: Der pure Genuss!
Tut euch den Film an, sonst verpasst ihr 1,5 wundervolle Stunden eures Lebens, die vollständig mit Glück angefüllt sind! Vertraut mir!

 
Nachspann
❌ braucht man nicht ausharren, es folgt nichts weiter.
Kinostart: 11. Oktober 2018
Original Title: Amoureux de ma femme
Length: 85 Min.
Rate: FSK 0

Unter deutschen Betten

Soll ich an dieser Stelle auch mal mit “Untertiteln” anfangen und über meine Kritik “Eine Abrechnung” schreiben?
Denn genau das ist es, woran der Film meiner Meinung nach tierisch krankt: Er schürt beim Zuschauer durch diesen blöden Untertitel immens falsche Erwartungen, was in derber Enttäuschung mündet, da genau diese absolut nicht geliefert werden.
Ich weiß natürlich nicht, wie andere das sehen oder auffassen, ich kann da nur von mir ausgehen – als jemand, der das Buch nicht gelesen hat (aber jetzt gerne lesen würde), hätte ich erwartet, dass eben genau das im Film gezeigt und inszeniert wird, was der Untertitel verspricht: Eine Putzfrau packt aus.
Dass im Bezug auf “Unter deutschen Betten” dann eben sehr pikante Details über das Privatleben “echter” Bürger offenbart werden, was wiederum eine interessante Fallstudie zum Thema Öffentlichkeitserscheinung vs. reale Tatsachen darstellen würde – und so etwas interessiert mich brennend! Ein Blick hinter die Kulissen der Fassaden, mit denen fast jeder auf der Straße rumrennt und die von jemandem widerlegt werden, der genau hinter diesen Kulissen arbeitet.
Und da ist der Film auf ganzer Linie enttäuschend: Man könnte fast meinen, er ist eine Art “Rahmenhandlung”, wie es überhaupt zu dem Buch gekommen ist, der dabei wieder auf völlig andere Augenmerke wert legt und sich um den eigentlichen Inhalt einen Dreck schert. Und dabei aber immer mit dem nicht einsehbaren Werk vor den Augen der Zuschauer rum wedelt, der es kaum erwarten kann, doch endlich etwas präsentiert zu bekommen … und dann wohl oder übel auf den zusätzlichen Kauf des Buches angewiesen ist. Marketingstrategisch auf jeden Fall wiederum ein sehr kluger Schachzug, der allerdings auf dem Rücken des Kunden ausgetragen wird.
Kommen wir dann zum Film ohne diesen Untertitel, bleibt ein weiteres Werk, dass zwar bei Weitem nicht an die unterirdische “Größe” von High Society heranreicht, jedoch die gleiche Klientel zum Thema hat und daher bei mir etwas bitter aufstößt.
Ja, ich weiß, wie es ist, wenn man Geld hat – ich weiß aber auch, wie es ist, wenn man mit 10 Pfennig (umgerechnet 5 Cent) im Monat (!) klar kommen muss und 2 ½ Jahre auf eine Dose Pringles sparen müsste und daher seine ganze Kindheit über nie eine zu essen bekommen hat.
Und genau aus dem Grund halte ich es für falsch, mit Besitz und Reichtum hausieren zu gehen und diese blöde öffentliche Zurschaustellung zu zelebrieren, während woanders Leute um ihr Leben kämpfen. Und die peinlichen “Von oben herab”-Spendengalas sind einfach nur bitter und lächerlich, weil sie den Leuten vielleicht Geld vermachen, jedoch keine Wertschätzung und Anerkennung liefern – und genau das hätten die Ärmsten der Armen aber verdient.
Dass hier dann die Chance mal genutzt wird und diese Scherenstellung der Gesellschaft auseinandergepflückt wird, ist zwar tendenziell zu erkennen, mündet für mich aber auch nicht in der bleibenden Moral, die ich dabei hintenan gestellt hätte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Für mich widersprechen sich Untertitel und Inhalt des Films, was in meinem Fall zu einer herben Enttäuschung mutierte, statt zu vergnügter Offenbarung der Fälle hinter den Kulissen unseres Lebens.
Die teils ausbleibenden Lacher im Kino zeugen davon, dass es anderen ebenfalls so geht und auch mit einer Ansammlung nationaler Stars dabei kein großer Hit gelandet wurde, sondern allenfalls eine Nebensächlichkeit.
Man könnte den Film quasi als Rahmenhandlung zum Buch sehen – und sollte spätestens danach zur Lektüre greifen, damit sich der Untertitel auch noch erfüllt.

 
Nachspann
braucht man nicht abwarten – gebt den Saal zum Reinigen frei ^^.
Kinostart: 5. Oktober 2017

Barash

Zu Israel hab ich persönlich absolut keine Beziehung. Ganz ehrlich? Alles, was ich darüber weiß, ist, dass da drüben irgendwie immer Krieg zwischen Israelis und Palästinensern ist wegen irgendwelcher Glaubenssachen. Und dass das ein Land ist, dem ich mich als Tourist auch bislang permanent verweigert habe.
Ja, man kann die Geburts- und Todesstätte Jesu’ Christi bereisen und auch sonst jede Menge kulturelle Hochgüter bewundern, jedoch habe ich als Kind immer von Meldungen erfahren, dass dort Busse in die Luft gesprengt und mal eben mir nichts, dir nichts, die Lebenslichter ausgelöscht werden – und darauf hatte ich nie Bock.
Dementsprechend stand dieses Land niemals auf meiner bevorzugten Liste und ich habe mich ein wenig darauf gefreut, im Rahmen der Queer-Filmnacht meine Kenntnisse über diese Kultur etwas zu erweitern.
Der war dann aber in jederlei Hinsicht eine Enttäuschung. Nicht nur der Plot war in sich irgendwo merkwürdig konstruiert, auch die Zusammenhänge haben meiner Meinung nach nicht richtig funktioniert. Dass der Film gleich mehrere Preise kassiert hat, ist für mich völlig unbegreiflich.
Und dabei spreche ich nicht nur von dem miserablen Schauspiel der Darsteller, die absolut nicht authentisch wirkten und so überzogen aufgesetzt gespielt haben, dass man ihnen diese Rolle nur schwer abkaufte, sondern auch von der miesen Kameraführung und dem unfassbar schlechten Soundtrack, den man sich hier zu eigen machte.
Ganz ehrlich? Die Herausforderung “Machs doch besser” würde ich in dem Fall gerne annehmen. Selbst mein bester Kumpel meinte nach der Vorstellung zu mir, dass ich das wohl selbst besser gedreht hätte als die Macher dieses Kinoflops.
 

.kinoticket-Empfehlung: Fazit? Mich hat’s nicht überzeugt, absolut nicht abgeholt und auch nicht unterhalten, sondern gelangweilt und technisch genervt.
Kameraführung unter aller Sau, einfach so dahingeplätschert und das dann als “freie Kunst” zu bezeichnen funktioniert auch mit gutem Zureden bei diesem Film nur schwer. Gottseidank ist daraus kein Kinodauerbrenner geworden, sonst würde ich mir das mit meinem Hobby nochmal gründlich durch den Kopf gehen lassen.

 
Nachspann
gab es auch keinen, hier darf man also schon vor Beendigung des Schlussakkords die Segel streichen.

The Finest Hours (3D)

Als die 3D-Brillen in den Sneak-Saal getragen wurden, schränkte sich die Vielfalt möglicher gezeigter Filme auf einmal nur auf diesen einen einzigen ein: Was sonst hätte in 3D gezeigt werden können, das demnächst irgendwann anläuft?
Das Disney-Logo am Anfang verwirrte mich zwar ein wenig, da ich diesen Film dem Trailer nach eher anderen Studios zugemutet hätte und die Studiofrage wohl verdrängt habe, das Ergebnis wankt dann aber genau an diesem Faktor.
Was genau verbinden wir denn alle mit Disney? Märchen, Sagen, Piraten und die liebreizende Welt gemütlicher Familienstunden mit massentauglicher Unterhaltung.
The Finest Hours versucht anfänglich, genau so etwas aufzubauen. Die Kostüme, das Kulissenbild, die Stimmung und Zeit befördert einen geradewegs in ein Disney-Märchen und will hier die konstruiert aufgesetzte Geschichte erzählen, die die beiden Hauptdarsteller umrankt. Dass es vordergründig um etwas ganz anderes gehen sollte, wird in der ersten halben Stunde so gut wie kaum klar.
Ein Punkt, an dem ich innerlich die ganze letzte Woche haderte, war, zu erklären, dass ich hier die filmische Umsetzung dieser Geschichte kritisiere und nicht das Geschehen der echten Personen bewerten möchte. Sollte dies in dem gezeigten Ausmaß und Umfang tatsächlich so stattgefunden haben, genießen die Originalpersonen meinen tiefsten Respekt und ich möchte ihren Heldentaten keinen einzigen Funken absprechen oder abwertend darüber urteilen.
Da sich der Film jedoch an einem Buch orientiert, das wiederum “nur” auf wahren Begebenheiten beruht, spricht dafür, dass so manch überzogener Zufall im Film doch eher hollywoodeske Liebäugelei mit unrealistischen Tatsachen zur Steigerung des Unterhaltungswertes darstellt und keinesfalls in seiner Gänze als “wahr” wahrgenommen werden sollte. Sollten die Dinge tatsächlich so passiert sein, dann sind die wahren Helden wohl die unzähligen Schutzengel, die so eine wahnsinnige Aktion überhaupt ermöglicht haben und dafür sorgten, dass jemand exakt an dem Punkt aufkreuzt, wo er zu sein hat.
Auch in Sachen Emotion, mitfiebern und “Panik” bei den Zuschauern füllt man den Saal hier eher mit Dunkelheit. Wäre ich gemein, würde ich sagen, dass 80% der Schauspieler 80% der Zeit nur mit Kucken beschäftigt sind und dies aus den immer gleichen Kameraperspektiven aufgenommen wurde. Dialogträchtigkeit mit inhaltlichem Tiefgang sucht man auf dieser See vergebens. Stattdessen wird dem Sturm von angeblichen Fakten nachgegangen, die irgendwie abgespult und währenddessen noch die obligatorisch-konstruierte Liebesgeschichte obendrein zum Besten gegeben werden.
Glaubt man dem Abspann, ist diese den Bildern nach zu urteilen dann tatsächlich vorhanden, jedoch fühlte ich mich in keinster Weise unterhalten oder erschlagen, sondern eher vehement lange gequält.
Als Kinogänger ist man mittlerweile verwöhnt mit episch-tragischen Heldentaten, mit sinnigen Geschichten und Profil, mit tränenangereicherter Moral und Umständen, die den Saal zum Beben bringen. Während der Vorstellung hab ich auf all das die ganze Zeit gewartet und war mir irgendwann dessen bewusst, dass der Seegang des Niveaus sein Endziel bereits erreicht hatte und ich auf nichts weiter zu hoffen brauchte.
Geht man völlig vorbehaltlos an die Sache ran, verbleibt einem dennoch das ungute Gefühl im Magen, dass hier in gewisser Weise nichts gesagt wurde und die Darsteller sowie der Plot den inhaltlichen Ansprüchen der “spektakulärsten Rettungsaktion” aller Zeiten wohl eher der Strom ausgegangen ist, als erfüllend zu unterhalten.
Und man fragt sich zum Schluss: “Was haben die denn jetzt im Ernst überhaupt gemacht?”
 

.kinoticket-Empfehlung: Sollte das tatsächlich die größte Rettungsaktion überhaupt gewesen sein, dann muss man von den Erzählungen noch ein ganzes Stück weiter abweichen, um sie als Geschichte fürs Kino glaubhaft und tauglich zu machen.
Die Personen und der Plot kommen derart träge und fast lieblos rüber, die Dialoge entbehren jedwedem tieferen Sinn und die eigentliche Heldentat besteht gewiss nicht aus den Grundlagen einer gut erzählten Geschichte.
Vielmehr versucht man hier, Disneys Image einem Film aufzudrücken, der aufgrund von Tatsachenberichten nicht in die Welt der Fantasie ausbrechen darf und somit an sich selbst zugrunde geht. Gutes Essen genießt man auch entweder heiß oder kalt und niemals lauwarm.
Darüber oder darunter kommt dieser Film aber nicht – und genau das macht ihn für mich ungenießbar.

 
Nachspann
bleibt von weiteren Enthüllungen verschont. Wer sich dafür interessiert, kann sich am Anfang noch mit Bildmaterial begnügen, das wohl die echten Personen dieses Dramas zeigt, danach folgen aber keine weiteren visuellen Eindrücke mehr.

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