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Brian Henson – da klingeln ansatzweise bei einigen tatsächlich die Glocken – und ja, ihr habt Recht: Es ist der Sohn des legendären Jim Henson, dem wir alle die Sesamstraße zu verdanken haben.
Nur dass der Sesam inzwischen verschimmelt und die Kulissen rund um Anstand, Ehrlichkeit und Moral eingerissen wurden und man sich auf das besinnt, was zwischen den Drehpausen veranstaltet und von den auf dem Set rumspringenden Kindern aufgefasst wurde: Die puren Sexwitze.
Hier gib’s also kein Niveau, es geht auch nicht um Niveau, es geht um äh … Wixxe. 😀
Ja, das ist tatsächlich der erste Film, den ich mir ansehe und bei dem ich bedauere, dass man dennoch versucht hat, irgendwie ein wenig “Story” in das Ganze zu bringen: Man hätte einfach dabei bleiben und diesem stupiden Schwachsinn 100% Sendezeit geben sollen, dann wär’s ein mega Deal geworden.
So flattern nur ansatzweise echt geile Jokes rüber und man bekommt am Anfang die volle Dröhnung in den Arsch geblasen, versucht dann aber, dem noch irgendeinen dummen Tiefsinn abzugewinnen und fährt dabei das Teil marode an die Wand.
Ernsthaftigkeit ist hier sowas von fehl am Platze und die an Sieben erinnernde Unterschwelligkeit hätte man sich sonst wo hin stecken müssen. Dieses Teil lebt vom Doof sein und fordert dabei auch die Lachmuskeln heraus, das ganze “Da muss jetzt aber auch noch mehr kommen, als irgendwelche versauten Anspielungen” macht eben dieses Leben aber kaputt und zerstört somit auch die Oberflächenspannung, auf der das Teil dahinschwimmt.
Selbst Melissa McCarthy passt gut in diesen Film und liefert hervorragende Sprachduelle, die die “miese Stimmung” immer wieder mal aus der Versenkung hieven, allein das reicht am Schluss aber nicht mehr, um wirklich begeistert von dem Streifen zu sein, auch wenn die Idee gar nicht schlecht ist und man quasi das “Quatsch machen und Rumblödeln” zwischen den Drehs zur Hauptattraktion erklärt hat.
Was ich jedoch begrüße, ist die Tatsache, dass man einen “Puppenfilm” nur für Erwachsene kredenzt hat, der zwar auch eine niedrige Freigabe genießt (klar, kein Blut, eher Plüsch!), seine Zielgruppe aber eindeutig im späten Rotlicht-Milieu sucht und nicht in den Kindervorstellungen.
Somit kümmert man sich um das fast ausgetrocknet-halbtote Nischenvolk und liefert endlich wieder einen Streifen ab, der nicht nach Mainstream-Breite sucht, sondern ein spezielles Publikum hat, dieses aber hervorragend bedient. Diese Richtung ist superlöblich und sollte von vielen anderen Genres genauso wieder angegangen werden, dann haben wir bald wieder Vielfalt auf den Leinwänden und müssen uns nur noch darum kümmern, dass die richtigen Leute in den richtigen Vorstellungen landen – und das Glück explodiert.
 

.kinoticket-Empfehlung: Befriedigt 😉 eine ganz spezielle Truppe und bietet anfänglich ein enormes Lachpotenzial, dass mega Lust auf den Film macht, die der dann aber aufgrund einer Sinnsuche nicht wirklich liefert.
Man hätte einfach doof bleiben sollen und sich nicht um irgendwelche Erzählstränge reißen müssen: Komplett unter der Gürtellinie hätte daraus etwas fast schon Heiliges gemacht . Setzen, Sex – und nächster Versuch bitte .

 
Nachspann
✅ Hier finden sich im Wallpaper-Background noch ziemlich lustige “Cover”-Parodien wieder. Sitzenbleiben lohnt also.
Kinostart: 11. Oktober 2018
Original Title: The Happytime Murders
Length: 91 Min.
Rate: FSK 12