Befreiung

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Pawo

Pawo beeindruckt gleich auf mehrfache Weise: Als Debütfilm des Regisseurs Marvin Litwak beschäftigt er sich mit dem Leben des echten Tibeter Mönchs Yamphel Yeshi, dessen Aktion stellvertretend durch die Welt ging und ihn zu einem Symbol machte.
2013 wurden erste Testszenen gedreht, mit denen dann eine Crowdfunding-Kampage ins Leben gerufen wurde, die diesen Film finanzieren sollte. Gleichsam verzichtete die komplette Darstellerriege (die übrigens allesamt Laien sind) auf ihre Gage. Außerdem wurden große Teile der Mitwirkenden durch direkte Ansprache auf der Straße für diesen Film gewonnen.
Allein dieses Engagement sollte belohnt und mit internationaler Aufmerksamkeit bedacht werden.
Viel packender ist allerdings die Tatsache, dass diese Story tatsächlich auf wahren Begebenheiten fußt und noch viel schlimmer ist die Aktualität, mit der man hier konfrontiert wird: Das entscheidende Ereignis fand nämlich erst im Jahr 2012 statt. Zu erleben, dass in heutiger Zeit noch derartige Probleme existieren, von denen man meinen könnte, sie gehören in ein vergangenes Jahrhundert, ist eine Erfahrung, die dieser Film sehr umfänglich liefert.
Der Plan geht auf: Man lernt wieder einmal etwas über ein Land, dass der Weltgemeinschaft wohl eher verborgen ist und von dem man dank seiner Unaufgeregtheit so gut wie kaum etwas weiß. Dass aber gerade da, wo viele von uns glauben, dass Frieden und Ausgeglichenheit herrscht, Zustände an der Tagesordnung sind, die himmelschreiend sind, ist unfassbar!
Die herrlich objektive Darstellungsweise, die absolut nicht von kommerziellen Interessen durchzogen ist, ermöglicht einen völlig neuen Blick auf Missstände, die schnellstmöglich ausgeräumt gehören und von der sich die Welt keinen einzigen Tag mehr abwenden darf.
 

.kinoticket-Empfehlung: Pawo feiert am 13. April 2017 im Mathäser Filmpalast seine Deutschlandpremiere und gibt ab sofort allen die Chance, in ein Land zu blicken, dass unsere Aufmerksamkeit verdient.
Die Begebenheiten beruhen alle auf wahren Ereignissen und sind hochaktuell: Das entscheidende Ereignis fand erst 2012 statt und daher bedarf es Filmen wie diesem, um die Welt über die Zustände zu informieren und dazu beizutragen, dass sich diese Situation endlich ändert.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, hier folgt nichts weiter.
Kinostart: 19. April 2018

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Wer hier schon eine Weile mitliest, wird erkannt haben, dass ich für kriegerische Auseinandersetzungen auf der Leinwand sehr empfänglich bin – und es mir dabei egal ist, ob daran ein historisches Ereignis oder einfach nur fiktive Einfälle geknüpft sind.
Meiner Meinung nach sollte man seine Diskrepanzen immer über künstlerische Mittel austragen und niemals zu echten Waffen greifen, um zurück zur inneren Zufriedenheit zu gelangen, da ich glaube, dass die schwerer durch echte Schüsse und viel mehr durch Verständnis, Interaktion und Durchleben verschiedener Szenarien in emotional ergreifenden Geschichten erreicht werden kann.
Und weil ich Ausnahmezustände liebe und generell für diesen “Soldat in Kampfanzug während des Krieges” sehr viel übrig hab, kribbelte es mir schon tierisch in den Fingern, als ich nur davon hörte, dass Operation: 12 Strong in die Kinos kommen soll.
Jerry Bruckheimer, allseits als Garant für Blockbusterkino bekannt, holte sich hier auch prominente Unterstützung aus dem Team von La La Land und Sicario ins Boot und liefert damit erneut eine Feuerwerksrakete amerikanischen Heldentums ab.
In der Zeit, als die Welt noch geschockt und gelähmt war, zogen 12 Männer los, um einen Angriff auf das amerikanische Volk zu rächen. Was sich im Plot ziemlich lahm runterliest, ist tatsächlich eine wahre, unveränderte und bislang geheimgehaltene Geschichte, die so erstmals an die Öffentlichkeit gelangt und euch demnächst auf der Leinwand verzaubern wird.
Dieses Machwerk erschafft durch seine Nähe zur Realität völlig neue Bezüge und lässt einen den noch nicht verjährten Krieg auf völlig neuen Ebenen erleben. Während des Schauens kann man oft gar nicht glauben, dass dies alles tatsächlich so passiert sein soll – was es aber ist.
Erstaunlich für mich war die einerseits voll ausgekostete Stille, in der man sich mit Momenten der Besinnung, Überlegung und menschlicher Philosophie auseinandersetzt, um das Wesen eines Krieges zu ergründen und zu höherer Erkenntnis zu gelangen, andererseits hat Bruckheimer aber auch wieder seine Stärken spielen und uns ein bombastisches Effekt-Feuerwerk durchleben lassen, dass in seiner Situation absurd und erstaunlich zugleich wirkt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Fans von Army-Filmen kommen hier ungeschoren auf ihre Kosten und kriegen weit mehr mit auf den Weg, als man klischeehaft erwarten würde.
Bruckheimer gesellt sich mit La La Land– und Sicario-Machern gemeinsam an menschliche Historie und erzählt eine völlig wahre und gleichermaßen unheimliche Story, die sich damals tatsächlich so zugetragen hat. Wahnsinn!

 
Nachspann
gibt Aufschluss über die wahren Helden dieser Geschichte, was zusätzlich belegt, dass dieser unfassbare Wahnsinn tatsächlich echt ist.
Kinostart: 8. März 2018

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Spätestens seit Twilight sind Vampire auf der Leinwand hoch im Kurs. Früher als böse Monster und furchterregende Kreaturen der Nacht im Horror-Genre aktiv, bereitete eben genannte Filmreihe den Weg zum kuschelbunten Kinderfreund von nebenan, der einfach nur mit spitzen Zähnen und jeder Menge Mystery-Nebel um sich herum durchs Leben kreuzt und sich mit den Menschen anfreundet.
Diese Entwicklung ist in der immer aufgeklärteren Gesellschaft mehr als verständlich: Die Mysterien des Unerforschten (und damit der Nährboden der Angst) wird immer weniger und dem aufgeklärten Kinogänger gruselt kaum noch vor (nicht mehr) Unbekanntem. Dass man dafür eine ganze Filmrasse seiner Grausamkeit berauben muss, war daher irgendwo abzusehen.
Deshalb gibt es die dunklen Gestalten jetzt eben nicht mehr mit FSK 18-Logo versehen, sondern lieblich animiert im Kinderregal oder den Bambini-Vorstellungen zu bewundern. Und da reden wir bei Der kleine Vampir nicht von irgendeiner Story, sondern einem bislang mehr als 12 Millionen mal verkauften und in 30 Sprachen übersetzten Kinderbuch von Angela Sommer-Bodenburg. Der VIP-Status und Bekanntheitsgrad dürfte bei den Familien also durchaus vorhanden sein.
Dementsprechend viel Mühe und Aufwand hat man auch in die Verfilmung dieser Geschichte gesteckt: Die Animation ist auf dem technisch neuesten Stand und vermittelt mit viel Liebe, kinderfreundlichen Gestalten und einem gut gefüllten Drehbuch für jeden in der Familie etwas. Spannungsmomente, großartige Schlachten und jede Menge Humor hat hier genauso Platz wie tiefsinnige Instruktionen über Freundschaft, Beziehungen und Familie.
Damit trägt auch dieses Geschichte nicht nur den unterhaltsamen Faktor mit sich rum, sondern arbeitet auch gleich mit an der Bildung fürs weitere Leben und stellt damit wieder die Vorbildfunktion in den Vordergrund, für die das Kino der perfekt geschaffene Ort ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer also nicht unbedingt die Affinität zu den Blutsaugern aufweist, darf seine Kids trotzdem gerne in diese Vorstellungen lassen, denn hier bekommt man wichtige Werte mit auf den Lebensweg gegeben, die auch im Film einen sehr hohen Stellenwert genießen.
Man spürt, dass es den Machern wichtiger war, über Freundschaft zu sprechen, als irgendwelche furchteinflößenden Momente zu kredenzen und damit erhält man als Zuschauer ein wundervolles Unterhaltungspaket für Leute jüngeren Alters.

 
Nachspann
Definitiv abwarten: Hier kommen noch Szenen.
Kinostart: 26. Oktober 2017

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Zugegeben: Ich hab mich um die ersten beiden Teile von Saw-Macher Leigh Whannell gedrückt und war der Meinung, ich starte “von hinten” und sattel den Gaul von der falschen Seite auf, weil man dann mit “steigenden Teilen” nicht enttäuscht, sondern eher positiv überrascht wird.

Im Kino wurde mir versprochen, dass ich bei diesem Film garantiert wach werde und ich muss sagen, dass die ängstlichen Erwartungen, die ich aufgrund von diversen anderen Horrorfilmen dieses Jahres hatte, nicht eintrafen.

Die Story ist zwar in ihrer Basis fantastisch, hat jedoch den riesigen Vorteil, dass sie sich selbst sehr ernst nimmt und sich damit der Zuschauer auch nicht unbedingt verblödet vorkommt, sondern eher authentisch unterhalten wird.

Spannend war auch, dass diesmal der erste Teil des Films für mehr Gänsehautfeeling sorgte und es zum Ende hin unspannender wurde, nachdem es quasi “aufgelöst” ist. Das Ende fand ich persönlich etwas zu weit ab von der sonstigen Ernstheit des Films, aber ich nehme an – da es sich hier um das Prequel der beiden vorherigen Teile geht – dass da einfach der Bogen zur Startgeschichte gespannt werden musste.

Mit ein paar Szenen konnte man mich während der Spielzeit durchaus kurz zusammenzucken lassen, den ganz großen Wurf, dass eine Angst-Szene die andere jagt und man so kaum zur Ruhe kommt, bleibt aber aus. Alles in allem aber ein sehr hochwertiger, ernstzunehmender Horrorschocker, der weniger auf Gore- und Blutszenen setzt sondern vielmehr die Angst im Kopf ansprechen will – und das auch an vielen Stellen durchaus schafft.

.kinoticket-Empfehlung: Freunde der Insidious-Reihe dürften hier sicherlich wieder Spaß haben, wer sich einfach mal einen an Angst-Zucker grenzenden Film anschauen will, ist hiermit auch super bedient.

Für dieses Jahr definitiv der beste Horrorfilm, der im Vergleich zu anderen Gruselfilmen der bislang authentischste und professionellste ist.
Durchaus einen Besuch im Kino wert.

Nachspann
❌ Musikalisch der bislang seltsamste Abspann, den ich je gesichtet habe. Zusätzliche Szenen gibt es keine.

Kinostart: 2. Juli 2015

Original Title: Insidious: Chapter 3
Length: 98 Min.
Rated: FSK 16

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