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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Axel Prahl

Käpt'n Sharky

Endlich mal wieder etwas völlig neues! Packt eure Kinder ein, löst eure .kinotickets und entert die Säle für Käpt’n Sharky – ein Animationsfilm, der mit vielen Pluspunkten aufwartet, die man sich in heutiger Zeit kaum vorzustellen wähnte.
Zum einen fängt’s gleich mal mit der Animationsweise an: Selbst als Erwachsener fühlt man sich nostalgisch an seine Kindheit im Adventure-Game-Fieber zurückerinnert und genießt diese Optik, die im Kino natürlich gigantisch rüberkommt: Stellt euch einfach vor, ihr würdet Gameboy spielen und euer Display wäre das Kinoleinwand-Monstrum vor euch: Hammer!
Was mich gleich dazu bringt: Wieso gibt es davon keine Spiele? Allein diese Optik wäre es wert, dass ich mein Portmonee zücken und mir sowohl Konsole als auch Game kaufen würde, denn die macht unglaublich viel Laune!
Dann: Die Story. Klar, Zielgruppe sind hier die ganz kleinen, was aber absolut kein Problem darstellt, weil die Erwachsenen ebenfalls von den lieblichen Figürchen begeistert sein können, die mal nicht in Bosheit ertrinken, sondern durch intelligente Eloquenz und putzige Schnuffigkeit überzeugen. Man lacht, man fiebert mit und man feiert die Einfälle, die sich die Macher hier überlegt haben.
Dass es von den Charakteren bereits mehr als 3,7 Millionen verkaufte Bücher, 11 Hörbücher in 18 Sprachen, Rätselhefte, Malbücher und alles von der Augenklappe bis zum Badetier gibt, ändert nichts daran, dass man die digitale Welt ebenfalls erobern sollte – erstmal mit dem Gang in den Film, um den Machern zu zeigen: Ja, es ist geil! Und wir wollen davon mehr – und dann, um die Story voranzutreiben und mehr Teile davon geliefert zu kriegen: Sollten die Familien sich nämlich wieder bewusst dazu entscheiden, Kino in ihre Freizeitplanung zu integrieren und hier Interesse zeigen, haben wir das “Go” für weitere Teile von den Producern bereits in der Tasche.
Also – let’s go!
 

.kinoticket-Empfehlung: Geniale Optik, die an nostalgische 2D-Adventures erinnert und im Kino abartig viel Spaß macht!
Neben weiteren Filmteilen wünsche ich mir persönlich sofort ein Konsolengame dazu und rate euch allen, diese Vorstellung zu besuchen, auch wenn’s kindisch klingt: Die Figürchen sind niedlich, die Story süß und das Erlebnis alles in allem irgendwie knuffig und herzallerliebst. Geht also rein und belebt so die familiäre Freizeitgestaltung wieder durch das Event “Kino”. Bei “Erfolg” haben uns die Macher bereits Fortsetzungen versprochen.

 
Nachspann
❌ hält keine weiteren Gimmicks parat, rausgehen erlaubt.
Kinostart: 30. August 2018

Gundermann

Gundermann – selbst als Geborener in dieser Region ist mir dieser Name niemals aufgefallen. Ja, es gibt diejenigen, die sich dem nachhallenden Hype der Nostalgie hinterherwerfen und der Meinung sind, damals war alles perfekt. Wer dort leben musste, wird wissen, dass zwar einige Dinge ganz okay waren, vieles aber auch sehr fragwürdig bzw. beängstigend. So zumindest habe ich es in meiner Kindheit erlebt, die ich zum Großteil in der DDR verbracht habe.
Nimmt man jetzt mal Augenschein auf die unzähligen Dokumentationen, die zum Teil in schwarz/weiß bereits hunderte Male in den TV-Stationen rauf und runtergespielt wurden, wird man sehr schnell merken, dass diese Themen unlängst alle einmal behandelt wurden und eigentlich nur noch nervig sind. Das ewige Schwelgen in den immergleichen Lobeshymnen auf die “gute alte Zeit” oder das dramatische Panikmachen in wüster “Aufklärung” über die Ära und die ach so bösen Politiker … ich kann und will es nicht mehr sehen. Es nervt. Ausschließlich. Kommt sowas, zappt meine Fernbedienung fast schon von alleine weg, weil sie weiß, dass mich derlei einfach nur noch ankotzt.
Und dann findest du dich eines Tages im Kino wieder und betrachtest einen Film, über den du vorher noch nie was gehört hast und der sich mit genau dieser Ära beschäftigt.
Und fühlst dich immens unterhalten. Lachst, bangst, siehst die Dinge in einer verspielten Leichtigkeit und Ruhe, empfindest Sympathie und Empathie und freust dich über die kleinen Erfolge, betrauerst die Misserfolge und denkst am Schluss: Wann läuft der endlich an, damit ich ihn direkt nochmal sehen kann?
Gundermann ist ein Biopic von einem DDR-Bürger, der von Alexander Scheer so glaubwürdig und authentisch gespielt wurde, dass viele, die das Original nicht kannten, dachten, er wäre es wirklich. Die Performance ist unglaublich! Und dieser Film so vielschichtig, dass man sich wünschte, er würde in allen Ecken und Enden der TV-Landschaft über den Äther fließen und das Volk endlich mal vernünftig über das aufklären, was dort gang und gebe war.
Denn die Verflechtungen mit den verschiedenen Bereichen, mit denen ein Mensch im Laufe seines Lebens in Berührung kommt, wurden hier so wunderbar zusammengeführt, dass es einfach Spaß macht, ihm zuzusehen, wie er mehr oder weniger durch sein eigenes Leben stolpert und dabei trotzdem weiß, was er will. Seine schillernde Persönlichkeit wurde so grandios eingefangen, dass allein dafür schon ein Ticket lohnenswert wäre.
Dazu kommt, dass dies die erste Dokumentation über das Leben in der DDR ist, die ich mit Freuden aufgesogen habe und mir jederzeit wieder anschauen würde, auch wenn sie recht lang ist. Und das sage ich als jemand, der seiner “Heimat” (wie viele den Geburtsort nennen) schon lange den Rücken gekehrt hat und der es nirgendwo lang genug aushält, um die Wurzeln zu schlagen, die ihn an diesen Boden binden würden. Ich liebe das Reisen, ich liebe die Bayern, ich fühle mich hier viel mehr zu Hause als in Sachsen und wenn ich auf meiner Arbeit erzähle, dass ich gebürtiger Sachse bin, glaubt mir keiner ein einziges Wort.
Meine Bindung zum Sächsischen ist quasi nicht vorhanden und ich vermisse überhaupt nichts, sondern liebe das, wo ich jetzt lebe und bin und mir sind die Leute immer peinlich gewesen, die dem Hype um die DDR nachrennen, dennoch bitte ich euch inständig darum: Schaut euch diesen einen Film an und genießt ihn, denn er hat rein gar nichts von dieser abstoßenden Materie, die andere Dokus über diese Zeit schon im Vorfeld versprühen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Entfesselt die Einblicke in ein verborgenes Reich aus anderen Perspektiven und beleuchtet Dinge, die nicht in der allgemeinen Öffentlichkeitswahrnehmung vorhanden waren.
Alexander Scheer spielt so glaubwürdig, das man meinen könnte, er wäre “der Echte” und der Film bietet Unterhaltungspotenzial, das einen vergessen lässt, dass dies eigentlich nur eine “langweilige Biografie” sein sollte. Selbst als DDR-Hasser empfindet man Sympathie mit den Handlungen und fühlt sich auf höchstem Niveau entertaint. Also geht rein und genießt es… noch niemals wurde Geschichte so wunderbar aufgearbeitet und erzählt.

 
Nachspann
❔Der finale Nachspann stand zur Pressevorführung noch nicht fest, daher können dazu keine Aussagen gemacht werden.
Kinostart: 13. August 2018

Timm Thaler oder das verkaufte Lachen

Ihr wisst, was ich von deutschen Filmen halte, kennt meine abschätzige Meinung zu deutschen Schauspielern und deren Lautdarstellungen und vernehmt an dieser Stelle, dass selbst mein hoch geschätzter Sender ZDF hier coproduziert hat.
Beste Voraussetzungen für eine positive Kritik.
Spinnt der jetzt?
Zugegeben, als ich Milan Peschel auf der Darstellerliste entdeckt habe, kamen in mir auch die größten Angstgefühle hoch und ich befürchtete das Schlimmste. Vielleicht war das auch grade mein Glück, denn mit derart niedrigen Erwartungen liegt die Arbeitsleistung dann wieder darin, diese nicht noch zu unterbieten, sondern einfach nur mäßig gute Arbeit abzuliefern.
Es wurde mehr getan. Sehr viel mehr. So richtig viel mehr.
Irgendwie fällt nämlich gar nicht so richtig auf, dass das hier eine deutsche Produktion ist, wenn man über die üblichen Filmkinderkrankheiten mal hinweg sieht. Im Gegenteil: Timm Thaler oder das verkaufte Lachen hat mir sogar bis auf ein paar Ausnahmen so richtig gut gefallen.
Und das meine ich diesmal auch nicht ironisch. Gut, das Lachen des Kleinen wirkt auf den ersten Moment doch etwas befremdlich und unfreiwillig komisch, jedoch gewinnt Arved Friese als Hauptdarsteller dieser Kinderbuchverfilmung dann ganz schnell die Sympathie aller Anwesenden und punktet als glaubwürdiger und überaus charmanter Jungdarsteller in einem Bühnenstück, das die Empore guter Filme recht schnell erklimmt.
Gedreht wurde in Halle (Saale), Sachsen-Anhalt, Berlin und Umgebung und dabei eine sehr tiefgründige, Fragen aufwerfende Geschichte erzählt, die sich mit den wichtigen Themen unserer Zeit auseinandersetzt und somit nicht nur dem jungen Publikum ein Forum für Überlegungen und Diskussionen bieten.
Dabei wird dem zärtlichen Aufbau von Gefühlen und Magie, Neugier, Herausforderungen und Problembewältigung in der sicheren Atmosphäre eines Kinder- und Jugendfilms sehr viel Raum geboten. Man hat während des Schauens sehr viel Zeit zum Entdecken und Erkunden des Lebens und stellt dem Zuschauer die Frage danach, was wirklich wichtig ist und zählt.
Einzig die Rolle des Justus von Dohnanyi hat mir ob der Undurchsichtigkeit seiner Handlungsmotive nicht ganz so gefallen, was aber dem ansonsten gut durchstrukturierten Plot mit aufgeweckten Figuren und klaren Zielen nicht weiter schadet.
Lobend erwähnen möchte ich auch nochmal die Kulisse, die hier genutzt wurde, die malerisch durchaus mit Design und Ästhetik zu beeindrucken weiß.
 

.kinoticket-Empfehlung: Nicht nur als Kinderbesitzer sollte man hier zuschlagen und die Chance auf richtig gutes, unverdorbenes und lehrreiches Kino vertun, sondern ein .kinoticket lösen und die große Version dieses Kinderuniversums in vollen Zügen genießen.
Der Plot ist abwechslungsreich, spannend und wird vom gesamten Cast super rüber gebracht, hier und da gibt es ein paar kleine Mankos, die aber dem gesamt positiven Eindruck keinen Schaden zufügen.
Daumen hoch!

 
Zum Schluss noch ein paar interessante Fakten über das Lachen
© Constantin Film Presseheft
☑️ Die Wissenschaft vom Lachen heißt Gelotologie und stammt vom griechischen “gelos” ab, was soviel wie “das Lachen” heißt.
☑️ Das Lachen war ursprünglich eine Drohgebärde und entstand aus dem Zähnefletschen.
☑️ Beim Lachen aktiviert der Mensch 80 Muskeln, davon 17 in seinem Gesicht.
☑️ Die Redensart “Ich mache mir vor Lachen in die Hose” hat einen wahren Kern. Denn das Lachen entspannt die Blasenmuskulatur.
☑️ 20 Sekunden herzhaft zu lachen entspricht in etwa der körperlichen Leistung von drei Minuten schnellem Rudern. Somit kräftigt Lachen das Herz-Kreislauf-System.
☑️ Bären können nicht lachen, ihnen fehlen die entsprechenden Muskeln im Gesicht.
☑️ 1998 wurde der Weltlachtag eingeführt. Am ersten Sonntag im Mai lachen die Teilnehmer in mehr als 100 Ländern um Punkt 14 Uhr deutscher Zeit eine Minute lang.
☑️ Der Weltlachtag ist eine Initiative des Inders Madan Kataria, dem Gründer der weltweiten Yoga-Lach-Bewegung.
☑️ In einem Sketch der Comedytruppe Monty Python setzt das britische Militär im Zweiten Weltkrieg den “lustigsten Witz der Welt” als tödliche Waffe gegen die deutsche Wehrmacht ein.
 
Nachspann
Optisch anfangs ansprechend gestaltet bringt einen dieser auch bei gänzlichem Schauen nicht zu noch mehr Bildmaterial. Rausgehen ist also erlaubt.

Mullewapp – Eine schöne Schweinerei

Wenn ich den Titel in mein Handy eintippe, schlägt er mir jedesmal Müllhalde als Verbesserung vor und eine Zeit lang wünschte ich mir fast, der Titel wäre nicht ins Kino gekommen, denn Lust auf diesen Beitrag hatte ich tendenziell null.
Und das lag am Trailer. Der zeigt zwar ansatzweise, auf was man sich damit so einlässt und filtert sein Zielpublikum bereits vorher ab. Gut so, denn als Erwachsener hat man in diesem Film absolut nichts verloren. Dass der Titel dann das Prädikat besonders wertvoll erhielt, ließ mich innerlich wieder mehr zur Ruhe kommen und als ich heute tatsächlich im Kino saß und mir mit der Kinderschar das Vergnügen antun durfte, wurde ich eines Besseren belehrt.
Mullewapp – Eine schöne Schweinerei zählt zu den Kinderfilmen, die tatsächlich für Kids gemacht sind und mit herrlich oldschool angehauchtem Charme überzeugen. Hier wird nichts überdreht, es gibt zwar das klassische Gut-Böse-System, allerdings längst nicht in der überzeichneten Weise, wie man es beispielsweise von Disney her kennt. Hier können die Erwachsenen noch so konservativ, verklemmt, altmodisch oder sonstwas sein – der Film matcht alle möglichen Konstellationen und befriedigt auf ganzer Linie.
Die Problematiken sind für jüngere Zuschauer bestens geeignet und fördern hierbei mal ausschließlich positive Eigenschaften und grenzen den Reiz des Verbotenen vollkommen aus. Die Zeichnungen sind auf eine niedlich-zärtliche Weise erstellt, die die sowieso meist schon überdrehten Kids nicht noch zusätzlich irre im Schädel machen, sondern eher wieder zurück auf den Boden der Normalität holen und dennoch super unterhalten.
Letztendlich der größte Pluspunkt ist aber die absolute Unverdorbenheit, die man den Kleinsten hier angedeihen lässt, indem man ihnen zeigt, wie Konflikte auf die richtige Weise gelöst werden. Dass so etwas noch so kindgerecht und dennoch spannend dargestellt werden kann, unterstreicht für mich die absolut richtige Entscheidung, den Film mit diesem Prädikat zu versehen. In diesem Sinne – alles richtig gemacht, weiter so!
 

.kinoticket-Empfehlung: Unverdorbenes, kindgerechtes Kino, das man uneingeschränkt empfehlen kann.
Sowohl thematisch als auch bei der Auswahl der Animation und Zeichnung hat man hier auf klassische Tauglichkeit geachtet und eine Geschichte geliefert, die nicht nur nett anzuschauen ist, sondern auch moralisch ausschließlich positive Eigenschaften zum Vorschein bringt und bei den Kleinen fördert.

 
Nachspann
kommt in Form von niedlichen Animationen daher, die auch bis zum Schluss andauern. Wem also nach wenigen Minuten langweilig wird, der braucht auf keine Veränderung warten.

Angry Birds (3D)

Von Milliarden heruntergeladen, von Millionen gespielt und nun als Verfilmung auf der großen Leinwand: Angry Birds.
Der Trailer war Dauerbrenner in sämtlichen Vorstellungen der letzten Wochen und proklamierte hier weder den totalen Durchbruch in der animierten Szene, noch den Rohrkrepierer des Verkaufsschlagers der Spieleindustrie.
Der Film strengt sich wirklich an, beide Vermutungen zu bewahrheiten. Auch hier hat man wieder den Fehler gemacht und den zweiten Trailer rausgehauen, um die Leute bei der Stange zu halten und ihnen Futter vor die Füße zu werfen, damit sie nicht angewidert von dannen ziehen und sich doch etwas anderes anschauen. Daraus resultiert wieder viel zu viel Vorwissen und viel zu viele verschenkte Gags, die dann im Film nur noch mit “Ahh ja” und nicht mehr mit lautem Gelächter beantwortet werden können, was den Spaß am Schauen deutlich mindert.
Ich bin immer ein Freund davon, wenn man unberührt in einen Film geht und vorher einfach gar nichts weiß, was angesichts der Trailerhäufigkeit bei normalen Kinogängern schwer zu meistern war.
Und dementsprechend lau biedert sich dann auch die Story an. Klar, was will man über ein Vieh erzählen, das in einem Shooter-Videospiel Hauptdarsteller war und quasi eher die jüngere Riege unterhalten hat? Den großen Wurf braucht also niemand erwarten und dennoch hat man sich Mühe gegeben, hier eine verwertbare Story auf den Tisch zu hauen, die dreidimensional prächtig umgesetzt ist und somit wieder voll und ganz die Stärken der Animation an dem Ort ausspielt, für den 3D geschaffen wurde: Kino.
Mit seiner schrillen Farbenpracht und der quietschigen Art dominiert man hier die Säle tatsächlich mit dem Charme der Spiele und liefert eher buntes Kinderfernsehen als ernstzunehmende Kinokost. Und genau das könnte Erwachsenen wohl eher zu Schaffen machen.
Obwohl Animation für mich nicht gleichbedeutend mit Kinderfilm ist, sondern durchaus auch unterhaltsam für Erwachsene sein kann, hat man bei diesem Film im Vergleich zu laufenden Alternativen dann doch eher das Gefühl von mittelmäßiger Oberflächlichkeit und dem Wunsch, mit einem Spielehit im Kino noch einmal ganz groß rauszukommen.
Und genau das wird wahrscheinlich auch passieren. Der Sommer und die Ferien werden’s offenbaren.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer die Spiele früher unglaublich gemocht hat und in den Charme dieser Welt jetzt nochmal eintauchen will, der hat mit Angry Birds (3D) die Chance, das gebührlich zu tun.
Wer lieber gute Unterhaltung sucht und nicht in nostalgischen Erinnerungen schwelgen möchte, der sollte andere Tickets lösen, denn als alleinstehendes Werk sehe ich eher Schwierigkeiten darin, dem Film seine Größe abzukaufen.

 
Nachspann
Nicht vorschnell aufspringen, hier kommt noch etwas. Also ruhig etwas durchhalten.

Ritter Trenk

Ich hätte nicht gedacht, dass ich dieses Jahr nochmal in einem Film verschwinde, der eindeutig an den Nachwuchs gerichtet ist, der mir wirklich so richtig gefällt. Hier ist er: Ritter Trenk.
Der Wohlgenuss fängt schon beim Zeichenstil an: Der ist robust gehalten, erinnert an vergangene Zeiten der 90er und wartet mit solider und vor allem unverhunzter 3D-Losigkeit auf, so dass man sich tatsächlich wieder richtig um die Story und weniger über Effekte und Umsetzung Gedanken machen kann, während man im Film sitzt und die Geschichte genießt.
Die ist super erzählt, hält während der gesamten Spielzeit auch prima die Balance zwischen Gut und Böse, überstrapaziert nichts, sondern erfreut in seiner Kontinuität, Kurzweil und tiefendurchdachten Weisheit, die sowohl Kindern als auch Erwachsenen hier fast schon unterbewusst eingepflanzt wird: Ein herrliches Stück Kunst, dem die Geldgeber zu Recht ihre Mittel zukommen ließen.
Geboten wird Ritterlichkeit, Betrug, Zielstrebigkeit und eine Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren, die so ein löbliches Gesamtbild einer “Gesellschaft” abgeben, die weder in das eine, noch das andere Klischee eintaucht oder gar darin versinkt. Auch hier: Meinen tiefsten Respekt an diese gekonnte Umsetzung und durchdachte Strategie, die Charaktere so aufzustellen.
Da ich auch schon bei erwachseneren Werken kein Buchleser bin, sondern lieber den Kinofilm abwarte (wer hätte das gedacht! ;)), kann ich auch hier nichts zur Buch-Film-Vergleichbarkeit sagen und berufe mich daher sicherheitshalber einfach mal auf mein übliches “Lieber erst das Buch lesen und die eigene Fantasie spielen und sich dann vom Film enttäuschen lassen oder gleich für eins von beiden entscheiden“, obgleich der Film wahrlich alles andere als eine Enttäuschung ist – im Gegenteil: Noch nie war ich die komplette Spielzeit über als erwachsener Zuschauer so zufrieden, unterhalten und ungenervt wie bei diesem Beispiel.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn man sich einen Film anschauen möchte, der sowohl von klein als auch groß gesehen werden kann, ohne dass sich jemand um das “geistige Wohl der Kinder” sorgen braucht, bei dem aber auch die Erwachsenen nicht zu kurz kommen, dann sollte man diese Vorstellung buchen und genießen.
Wenn wir Pixar mit Alles steht Kopf mal außen vor lassen, dann ist das hier der beste Kinderfilm, der mir seit Beginn meiner Kinosucht dieses Jahr unter die Augen gekommen ist. Respekt und hoffentlich weitere solcher Filme, die sowohl vom Zeichenstil, als auch den Stimmen, der Botschaft und dem Gesamtpaket vollends überzeugen.

 
Nachspann
Coole Musik, und anfangs auch ein paar nette Animationen. Dranbleiben. Selbst hier nervt absolut nichts.

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