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Tag: Autos

Ant-Man and the Wasp (3D)

Auf den Werbeplakaten wird von dem “nächsten großen Blockbuster nach Avengers: Infinity War” gesprochen und wahrhaftig hab ich mir schon seit einiger Zeit meine lieben Gedanken gemacht, wie man dieses monströse Meisterwerk jetzt noch toppen und daraus etwas erstrebenswert Sehenswertes machen möchte. Und mich immer wieder mit den Worten beruhigt: “Es ist Marvel – die wissen seit langem ganz genau, was sie tun.”
Und so ist es. Klar schiebt die PR-Abteilung irgendwelche .trailer außer Haus, klar muss man irgendwo anfangen, die Leute wieder zu ködern, aber das wäre in meinen Augen gar nicht nötig gewesen, weil da längst nicht aufgefahren wird, was der Film letztendlich liefert: Das pure Vergnügen und so einen gigantischen Plot, dass die Leinwand sich förmlich auflöst und man vergisst, dass man auf dieser Welt und dazu noch in irgendeinem Kino sitzt.
Man ist mittendrin. Seit langem ist klar, dass Marvel weiß, wie 3D richtig zu funktionieren hat. Und seit langem ist klar, dass Marvel-Filme nicht zu der Spezies gehören, die entweder mit grandiosen Effekten ODER mit einem vergötterbaren Plot daherkommen, sondern die Macher wissen beides perfekt miteinander zu verschmelzen und werfen damit genau das auf den Screen, das ich bei Jurassic World: Das gefallene Königreich erwartet und gewünscht hätte.
Es ist der Hammer! Der zweite Teil dieser Mini-Filmreihe innerhalb des MCU heimst natürlich automatisch die Vorschusslorbeeren durch den perfekten Cast und die irre geile Zusammenstellung von Charakteren ein und wieder einmal hat man so überhaupt nicht das Gefühl, dass hier mit Ach und Krach weiter gevögelt wurde, sondern der Humor quillt förmlich aus allen Ritzen und man spürt überdeutlich, wie viel Freude die Darsteller bei ihrem Tun hatten.
Der damals von mir beklagte Was-sollen-wir-eigentlich-noch-hier, den man in Avengers – Age of Ultron noch deutlich spüren konnte, ist längst weg. Er wurde schon vom ersten Ant-Man dahingerafft. Dieser neue Charakter entpuppt sich langsam als Neuentdeckung der Coolness eines Tony Stark, was durchaus geschichtliche Konsequenzen haben dürfte, da die ganze Stammhorde ja nun durch Infinity War leicht angekratzt ist und man hier jetzt Geschütze auffährt, die das Fortbestehen von Gänsehautmomenten im Kinosaal garantieren dürften.
Ja, ich steh auf ihn. Ja, mir sagt diese Form des Humors absolut zu. Ja, Marvel fährt wieder in Hochform auf und lässt sich überhaupt nichts davon anmerken, dass jeder meinte, nach dem Vorgänger ist jetzt Schluss, weil das Ding nicht mehr zu toppen wäre.
Und es ist bezeichnend, dass gerade die “Kleinsten” ganz groß werden.
Mein Rat an alle, die Filme mögen, ist daher: Scheiß drauf, was die .kinotickets kosten, scheiß drauf, ob ihr Zeit habt oder nicht, scheiß drauf, was ihr von Vorgängerteilen hieltet oder welche Aversionen ihr gegen amerikanisch produzierte Blockbuster-Monster hegt: Gönnt euch Ant-Man and the Wasp in 3D im größten Kino weit und breit, dass ihr finden könnt und habt dabei genauso extrem viel Spaß, wie ich es bereits hatte.
Wirst du ihn dir nochmal ansehen?” wurde ich nach der Pressevorführung gefragt.
Jeder freie Filmslot ist für Ant-Man and the Wasp reserviert.” Natürlich werde ich ihn mir nochmal ansehen. Und nochmal. Und nochmal. So oft ich eben kann und so lange das Ding in den Kinos läuft. Und wenn ihr genau das tut … und dann bis ganz zum Schluss sitzen bleibt … dann werdet ihr von allein verstehen, warum.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn einer der Kapital-Giganten kapiert hat, wie man ordentliches Kino produziert, dann die Marvel Studios.
Verdient Kohle damit, so viel ihr wollt. Lasst euch von nichts und niemandem reinreden und macht einfach weiter mit dem, was ihr die ganze Zeit schon tut. Never change a running system. Und an Disney: Lasst Marvel einfach tun und schreibt ihnen nichts vor. Besser als jetzt wird es nicht! Die Jungs und Mädels garantieren dafür, dass auch große Produktionen mit Geist und Hirn gefüllt sein können und das Wörtchen “Blockbuster” nicht automatisch mit “Plot-Rohrkrepierer” zusammenhängt. Diese Eleganz, mit der man sich hier durch die infantil-wunderschönen Comedy-Momente schlängelt und dabei das ganze Equipment menschlicher Emotionen durchpflügt, ist einzigartig in der Filmwelt zur Zeit und ich bete und hoffe, dass dies zu meinen Lebzeiten für immer so bleiben möge.
Steht Marvel drauf, ist Gutes drin! Einfach drauf verlassen und reingehen!

 
Nachspann
✅ Es ist ein Marvel. Also ja. Und zwar bis ganz zum Ende!
Kinostart: 26. Juli 2018

(Trailer) Killers Bodyguard

Willkommen am Sonntag – Willkommen zum neuen .trailer von Killers Bodyguard:
 
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=6Ho0uNqEsG0?rel=0&w=560&h=315]
Hollywood-Klamauk präsentiert von © Twentieth Century Fox
 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
Hausaufgabe: In einen supergut sortierten DVD-/Blu-ray-Laden gehen und nach einem blau-silbernen Cover mit Whitney Houston und Kevin Costner Ausschau halten, den Film kaufen und anschauen, denn der wird hier offensichtlich aufs Korn genommen.
Wer wissen will, um welchen Titel es sich handelt: Streicht einfach aus meiner Überschrift das “Killers” raus.
Und warum man den noch gesehen haben sollte? Nun, Ryan Reynolds ist einfach eine verdammt coole Sau und im Zusammenspiel mit Samuel L. Jackson könnte dies mal wieder eine Komödie werden, die mir ein paar Lacher abringen wird, weil die Witze auf den ersten Moment mal nicht ganz so platt wirken, wie sonst in solchen groß aufgemachten Filmen.
Und wenn die Parallelen zum “Original” dann konsequent so durchgezogen werden und man mit dieser ausrastenden Version Hollywoodgeschichte parodiert, dann ist wahnsinnige Unterhaltung eigentlich schon uneingeschränkt vorprogrammiert.
 
Kinostart: 31. August 2017

Fast & Furious 8

Zeit für Superlativen! Regisseur F. Gary Gray geht mit dem Fast & Furious-Franchise morgen in die legendäre 8. Runde und läutet damit ein neues Kinozeitalter ein.
Man lasse sich die Fakten auf der Zunge zergehen:
Teil 1 ist bereits 16 Jahre alt und zog damals mit erfrischend neuen Ideen um die Ecke, begeisterte Fans, Autoschrauber und eine komplett neue Community im Kino, woraufhin dann ein “üblicher zweiter Teil” gefolgt von einem abstürzenden dritten Teil folgte. Soweit, so gewöhnlich.
Mit der Neuauferstehung Dominic Torettos in Teil 4 kam die eingeschworene Fangemeinde zurück und was dann folgte, ist bislang einzigartig in der Filmgeschichte: Die Macher und Konstrukteure dieser Reihe haben es geschafft, ein Filmepos aus einem vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich auf ein höheres Level zu heben und ihre Anhängerschaft bis hin ins aktuelle Jahrzehnt mehr und mehr zu begeistern.
Während man im fünften Teil böser wurde und sukzessive neue Charaktere einführte, die die Familie der Filme zunehmend bereicherten, landete man in Fast & Furious 7 dann an einem Punkt, an dem man langsam damit anfing, seine Glaubwürdigkeit für immer neue Größe zu opfern. Selbst Fans begannen, sich langsam vom Geschehen abzuwenden und sahen das Ende der Serie kommen.
Nun kehrt die Truppe auf die Leinwand zurück und leistet mit Fast & Furious 8 das Unmögliche: Man begibt sich mit der Glaubwürdigkeit wieder absolut down to earth und zieht dabei die Actionschrauben nochmal gewaltig an.
Leute? Morgen bricht ein neues Kinozeitalter an, das selbst außerhalb der Lichtspielhäuser Maßstäbe setzt und Dinge vollzogen hat, die bis dato ungeschehen waren.
Allein schon mit der Veröffentlichung des Trailers hat man globale Rekorde aufgestellt und der Vorläufer entpuppte sich zum heutigen Zeitpunkt als sechsterfolgreichster Film aller Zeiten! Ich glaube, dass diese Zahl mit dem aktuellen Film nochmal nach oben korrigiert werden kann. Also mal ein paar kleine Einsichten hinter die Kulissen.
 
Kuba
Das erste Mal überhaupt in der Geschichte von Hollywood durfte so eine Megablockbusterfraktion innerhalb Kubas drehen. Dank den entspannteren Verhältnissen zur Zeit von Obama wurden Verhandlungen zwischen den Regierungen geführt, die ermöglichten, dass ein sensationeller Part des Films sich innerhalb dieses wunderschönen Landes abspielt.
Die Produzenten berichten von einem mega herzlichen Aufgenommen werden und Willkommen sein auf der Insel und erlebten dort einfach Unfassbares. Selbst das Verladen von Set-Autos wurde von den Inselbewohnern beklatscht sowie das Auftreten von Toretto & Co. bejubelt. Überall erfuhren sie Hilfe und konnten damit einen fulminanten Start der Beziehungen zwischen den USA und Kuba aufbauen.
Problematisch beim Dreh war, dass sie alle Teile, Autos, Werkstattequipment und Co. selbst mitbringen mussten, da auf dieser Insel keinerlei Vorräte waren oder man nicht einfach so leicht an neue Teile oder zusätzliche Karren zum Verschrotten kam. Und das Ergebnis kann sich mal sowas von sehen lassen. Dieser Geist, den Kuba innehat, trifft quasi genau den Kern dessen, wofür die Fast & Furious-Reihe steht.
 
Über 17 Millionen Dollar
für eine Szene, an der weltweit Menschen ihren Teil dazu beigetragen haben, um die Schönheit, Eleganz, den Prunk und den Flair zu erhalten und zu erweitern: Ich sage jetzt bewusst nicht, um was es sich handelt und welche Szene gemeint ist, aber sobald man im Film sitzt, spürt man es – man merkt es – allein schon anhand des Raunens in der Menge.
Jungs, Mädels, wer auch immer – das, was euch da geboten wird, ist einfach einen verdammten Blick wert! Allein schon deshalb, weil sich die Macher so immens viel Mühe gemacht haben und das Ergebnis einfach ATEMBERAUBEND ist!!!
 
Die Familie
Dazu der Plot, dazu das Händchen, dass man beim Cast auch hier wieder bewiesen hat – wie Charaktere eingearbeitet werden, die verschiedenen Teilnehmern auf irgendwelchen Parties gegenüberstanden und ihre Sympathie für Autos bekundeten – ich denke, genau das macht diese Reihe aus: Dass die Menschen nicht nur etwas spielen, sondern es tatsächlich sind.
Sie SIND diese Familie, die sie auf der Leinwand konzipieren wollen. Sie haben die Brüderlichkeit untereinander, sie leben es und tun nicht nur so, als ob. Roman Pierce hat am Set eine Lounge eingerichtet, in der sich die Darsteller zwischendurch ausruhen konnten, Parties feiern, den Feierabend genießen und dergleichen – diese innige Liebe und Beziehung zwischen den einzelnen Darstellern ging auch weiter, wenn die Kameras längst wieder aus waren und es sozusagen keinen mehr interessierte.
An dieses Maß an Authentizität heranzureichen ist gestellt absolut nicht möglich – und durchbricht hier Mauern, die man vorher nicht ansatzweise wackeln sah. Und damit lässt der 8. Teil als Auftakt der finalen Trilogie ein Bauwerk in sich zusammenstürzen und präsentiert sich mit einem derartig mächtigen Knall, dass einem permanent nur die Gänsehaut steht – ob durch die rasante Action oder die emotionale Tiefe, die man hier zwischen all den Motoren, Autos und dem Öl und Benzin niemals außer Acht lässt.
Gerade der Fakt, dass jeder Einzelne bereits in den Vorgängerfilmen seinen Part zugesprochen bekommen hat und man jetzt mit dieser explosiven Mischung arbeiten kann, macht einem als Kinojünger das Leben echt schwer…
Aber ich möchte euch gar nicht länger hinhalten, sondern hoffe inständig, ihr habt während dem Lesen bereits Karten reserviert, denn …
 

.kinoticket-Empfehlung: Dieser Film wurde nicht fürs Kino gemacht, sondern die Kinos wurden gebaut, um Filme wie diesen zu würdigen!
Geht in diesem Film – geht einfach in diesen Film und scheißt drauf, ob euch der 7. Teil zu heavy oder unglaubwürdig war oder nicht, hiermit machen sie alles – einfach alles (!!!) wieder gut!
Leute, ich hab keine Ahnung, wie man das in noch zwei weiteren Filmen toppen will – ich weiß es echt nicht! Mich hat es übelst vom Hocker gehauen und ich werde ihn mir diese Woche nicht nur zum 3. Mal ansehen!
Mögen die Jeans gut genäht sein, damit sie während der Vorstellung vor Geilheit nicht reißen! 😉

 
Nachspann
hält diesmal keine Nachszenen mehr bereit, aber wir wissen ja, dass Teil 9 und 10 noch folgen werden.

Ein Mann namens Ove

Dass man sich bei Filmen auch oft in eine wunderbar verstrickte, herzlich erzählte und komplex aufgebaute Geschichte hineinfallen lassen kann, haben andere Länder schon längst mit ihrer Art des Filmemachens bewiesen.
Ein Mann namens Ove hat seine Wurzeln in Schweden und reiht sich nahtlos in die Erfolgsgeschichte solcher Kinoerrungenschaften ein.
Bei mir absolut punkten konnte der derbe-schwarze Humor, den man in Filmausschnitten bereits vorher trailerhaft bewundern durfte und der im Film nicht nur in seiner Intensität beibehalten, sondern weit übertroffen wurde. Die schrullige Art, die Ralf Lassgard hier phänomenal überzeugend auf die Bildfläche wirft, zielt mit ihrer Schroffheit direkt an den Puls der Lachadern und sorgt beim teils betroffenen, teils belustigten, teils eingeschüchterten Zuschauer stets für gute Laune inmitten eines eigentlich bitterbösen Themas. Dass hier die allgemein geforderte political correctness so ganz und gar nicht bedient, sondern eher von slapstick-anmutenden Comedy-Einlagen des Hauptdarstellers dekonstruiert wird, trägt nur noch mehr dazu bei, dass der Stoff vom Zuschauer positiv aufgenommen wird.
Dabei sollte man solche Filme gar nicht zur großen Masse der Blockbuster zählen, sondern erfährt sich hier selbst eher in einer charmant-heimeligen Nischenproduktion, die neben einem spitze besetzten Cast auch noch eine funktionierende Geschichte, viel Kurzweil und jede Menge Freudentränen mit sich bringt.
Im Gegenteil zu einer klassischen Culture-Clash-Komödie wird hier eben das differenzierte Augenmerk nicht nur auf die kulturellen Unterschiede verschiedener Abstammungen gerichtet, sondern gnadenlos alles durch den verbalen Reißwolf gedreht und unterhaltsam wieder ausgespuckt.
Und das Ergebnis darf sich sehen lassen. Ein Mann namens Ove erfüllt meines Erachtens alle Voraussetzungen, um förderlich für einen unvergesslichen Kinoabend zu sein und sollte daher von jedem näher betrachtet werden, der in den kommenden Wochen plant, ein Lichtspieltheater aufzusuchen. Das “Prädikat besonders wertvoll” hat er sich mehr als redlich verdient!
 

.kinoticket-Empfehlung: Freundin schnappen, .kinoticket lösen und die Vorstellung genießen.
Dieser Streifen bringt alles mit, was es für grandiose Unterhaltung braucht und kommt dabei völlig ohne Niveauabfall und andere Peinlichkeiten aus. Der schwarze Humor überströmt einen förmlich, die Dialogeinfälle sind genial und selbst in ruhigeren Phasen verliert der Film keineswegs an Unterhaltungswert.
Spitze, um sich mal wieder richtig zu entspannen und die Seele auf quirlige Weise baumeln zu lassen. Daumen hoch!

 
Nachspann
kommt keiner mehr, beim Beginn der Laufbuchstabenkundschaftspräsentation darf man sich also wieder gen Realität bewegen.

Fast & Furious 7

Ich glaube, dieses Jahr gab es keinen Film, auf den ich so sehr hingefiebert habe, wie Fast & Furious 7. Als das Startdatum näher rückte, war für mich klar, dass irgendwas in Richtung Kino laufen musste.

Also habe ich mich passend zum Car-Samstag geschlagene 16 ½ Stunden ins Kino gehockt und mir alle Teile dieses Franchise-Spektakels am Stück auf der großen Leinwand gegeben.

The Fast & The Furious
Die Idee, die an Genialität und Straßenlage kaum zu toppen ist und alle bisherigen Renn- & Straßenfilme von der Bühne verweist.

2 Fast 2 Furious
Ein üblicher Nachfolger, basierend auf dem Erfolg des ersten Teils, in dem auch Vin Diesel nicht mitspielt. Solide, witzig und die beiden Hauptcharaktere machen eine gute Figur.

The Fast & The Furious: Tokyo Drift
Völlig von Laien vereinnahmt bildet dieser Teil für mich den absoluten Tiefpunkt der Reihe. Das stümperhafte Zurschaustellen von Möchtegernmachos umhüllt mit billigen Dialogen, die die Geschichte kein Stück weiter tragen.

Der Cameo-Auftritt am Ende hat insgesamt mit seinen drei Minuten weit mehr Stil als der komplette restliche Film zusammen.

Fast & Furious: Neues Modell. Originalteile.
Back to the roots. Mit der Original-Crew und einer Düsterness, die einem wahrlich zu denken gibt. Grandios den Aufschwung nach oben gemeistert und somit spektakulär zurück im Spiel.

Fast & Furious 5
Es fängt an zu krachen, ein neuer Player kommt auf den Plan und beide Showgrößen liefern hier exzellente Action, die Teil 4 weit in den Schatten stellt. Es wird immer mächtiger.

Fast & Furious 6
Unfassbar: man steigert sich tatsächlich wieder und rutscht kein Stück in Übertreibung oder Schmach ab. Es knallt immer heftiger und auch hier landet man einen grandiosen Sieg, der nahezu nach Fortsetzung schreit.
Und die kam dieses Jahr dann endlich in die Kinos und feiert seitdem einen Mega-Erfolg nach dem anderen. Zurecht!

Fast & Furious 7
Aufgrund des tragischen Tods von Paul Walker, der seinerzeit ja durch die Medien ging und weltweit nicht nur die Fangemeinde von Fast & Furious aufgeschreckt hat, war klar, dass es in diesem Film sehr emotional zugehen würde.

Wer jetzt erwartet, dass man hier die übliche Klischeekiste auspackt und mit allem punktet, was man als Zuschauer erwarten würde, der liegt gehörig falsch.

Die Geschichte bringt erneut einen Teil-6-Cameo-Auftritt-Player ins Spiel, der sich mit den bereits aus den Vorteilen aufgebauten Teams wacker durch die Geschichte kämpft, die diesmal von Coolness und scheiß geilen Sprüchen kaum zu überbieten ist.

Wer meint, dass es jetzt langsam anfängt, lächerlich zu werden, der irrt gewaltig. Auch wenn ein neuer Regisseur im Spiel ist, dessen teils gewöhnungsbedürftige Drehweise man sehr deutlich zu spüren bekommt, so verliert die Fast & Furious-Reihe dadurch absolut nichts von ihrem Charme, sondern gewinnt im Gegenteil zusätzlich an frischem Geist und einer Lebendigkeit, die sich in Form von noch größerer Wut und noch viel mehr Action äußert.

Leute, wenn ihr die Qualität eures Kinos austesten wollt, dann geht in Fast & Furious 7. Die Rivalitäten werden nicht mehr nur hinter ganz normalen Steuern ausgetragen, sondern gleichen epischen Schlachten, wie man sie von Heldenfilmen erwarten würde, dort aber nicht in der Größe und Wucht bekommt, wie im 7. Teil dieser Saga.

Es ist verblüffend, wie viel Munition man abfeuern kann und welche Kaliber da aufgefahren werden ohne dass dabei auch nur irgendjemand an das Wörtchen ‘Übertreibung’ denkt. Du hockst da und es kracht, dass dir Hören und Sehen vergeht während dein Hirn permanent nur eines schreit: “Wow – mehr!”

Wo andere Filme kläglich scheitern führt Fast & Furious 7 hier einen Siegeszug, der an Feingefühl und Sensibilität für Richtiges nicht zu überbieten ist. Man spürt allgegenwärtig die Präsenz einer nicht greifbaren Professionalität, die in Würde und Ehre die Unantastbarkeit dieser Serie ausmacht und dessen Erhabenheit nicht zur Debatte steht. In diesem Schaffen steckt so viel Können, das jederzeit aus allen Ecken und Enden hervor greift und aus dem Film ein Meisterwerk macht, das zurecht einem Thema gewidmet ist, dem sich nicht nur Dominic Toretto als Anführer der Autogang verschrieben hat, sondern auch von der real dahinterstehenden Person leibhaftig vertreten wird.

Man spürte bereits in seinen Facebook-Posts, welche Wichtigkeit hier die Familie einnimmt. Diesel gehört zu den Schauspielern, denen ihr Publikum nicht egal ist und ich glaube, dass der Wert der Familie ein ganz zentraler Punkt ist, der dieses Franchise überhaupt derart funktionieren lässt. Du bist als Zuschauer mit ihnen aufgewachsen. Du sitzt mit am Tisch. Du erlebst Leid und Trauer, Freude und Siege, Partys und Alleinsein hautnah mit und gehörst einfach dazu.

Vor dieser Fan-Verbundenheit schreckt Teil 7 auf keinen Fall zurück, sondern prescht mit einer emotionalen Flutwelle über dich herein, die es mit einem Fingerschnippen schafft, dass 400 Kinozuschauer Tränen in den Augen haben.

Mächtig mächtig großes Kino, das einen ganz großen Schauspieler mit einer Pietät entlässt, die ich den Machern in dieser Form nicht zugetraut hätte.
Vielleicht war das auch der Grund, weshalb ich mir den Film als Event gleich ein zweites Mal im Kino angeschaut habe. Und ganz ehrlich? Es könnte passieren, dass ich noch ein drittes und viertes Mal im Kino lande, denn dieser Streifen wurde nicht für kleine Fernseher und billige Anlagen erschaffen, sondern verlangt nach ebenbürtiger Technik, die dem Gezeigten die ihm gebührende Größe erweist.

Die Endgültigkeit, mit der die einzelnen Schauspielgrößen hier ihre Rolle zum Besten geben, fasziniert. Die brachiale Wucht von Effekten und Sound gepaart mit der muskelprotzenden Kraft der tragenden Elemente überzeugt. Die Story driftet kein einziges Mal in Richtung Langeweile. Die Aufgaben werden härter, die Zeit knapper, die Lösungsansätze irrer. Die Grenzen verschwimmen nicht nur, sondern lösen sich völlig auf. Und all das, ohne zu übertreiben, ohne den Kunden zu verarschen und in seinem Intellekt zu beleidigen.

Diesmal geht es eben nicht nur um Geschwindigkeit, sondern um das wichtigste, das dem Menschen jemals geschenkt wurde: Die Familie.

.kinoticket-Empfehlung: Spätestens bei der Veröffentlichung der Blu-ray wirst du dich verfluchen, wenn du nicht im Kino warst.

“Kino. Dafür werden Filme gemacht.” bewahrheitet sich hier in einem bisher noch nie dagewesenen Ausmaß, das kaum Spielraum nach oben zulässt.

Geht rein, erweist Paul die letzte Ehre und erhaltet im Gegenzug dazu einen Film, der definitiv jeden abholt und auf den blanken Asphalt schmeißt.

Action, Kracher, Dialoge, Ideen und Extravaganz feiern hier nicht nur Party, sondern beleben das Ganze in einer Form, die alles andere grinsend in den Schatten stellt.

Wer hier nicht rein geht, der ist selber schuld.

Nachspann
✅ ist in diesem Teil Pflicht. Bleibt einfach sitzen.

Kinostart: 1. April 2015

Original Title: Furious 7
Length: 137 Min.
Rated: FSK 12

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