.kinoticket-blog.de

wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Aufrichtigkeit

Die Peanuts – Der Film (3D)

Charlie Brown – wieder so ein Massenphänomen, das jeder kennen sollte. Neuer Stoff für neue Geschichten sind in Hollywood immer gerne gesehen – und wenn man dabei dann auf Altbewährtes zurückgreifen kann, das den Erfolg quasi schon per Definition vorgibt, umso besser.
Demnach ist es in einer Zeit, wo so ziemlich alles, was irgendwo irgendwie existiert, zu einem Film gemacht wird, nicht verwunderlich, dass nun auch Die Peanuts das Kino erobern.
Ich spare mir an dieser Stelle die übliche “Buch-besser-Film-schlechter”-Diskussion und verweise erneut auf das Nichtvorhandensein diverser Vorkenntnisse, da – man mag es kaum glauben – ich auch an den Peanuts in meiner Kindheit vorbeigeschlichen bin. Ergebnis: Vorurteilsfreie Rezension zu einem Kinofilm, dessen Besuch sich durchaus lohnt.
Was definitiv positiv auffällt, ist das Fehlen von bösen Elementen. Blue Sky Studios schlagen hier nicht mit Disney-Tönen an, bei denen immer ein Gegensatz existiert, der in beide Richtungen extravagant ausgedehnt ist und in stereotypischer Weise jeweils nach oben oder unten verkommt. Bei der Sippe von Charlie Brown hat man tatsächlich mal vollends auf niedliche, kindgerechte, ordentliche und erzählerische Art gesetzt und den Zuschauern bewiesen, dass man Comics und Animation nicht zwingend mit Blödsinn oder absolutem Übertreiben in Verbindung bringen muss.
Die Charaktere zeichnen sich durch vergleichsweise hohe Profiltiefe gegenüber der Konkurrenz markant ab und erzählen hier aus einer Welt, der man deutlich anmerkt, dass sie nicht erst seit gestern existiert. Vielleicht auch ein Grund, weshalb das Gros der Figuren nicht groß erklärt wird, sondern man einfach loslegt.
Das funktioniert selbst bei Menschen wie mir, die zwar schon davon gehört und das ein oder andere Comicbildchen gesehen, sich jedoch nie tiefer in die Materie eingegraben haben und somit völlig ahnungslos vor der Leinwand hocken.
Was mir ein wenig gefehlt hat, war, dass man unterschwellig doch gespürt hat, dass das Medium “Film” begrenzte Mittel hat und kaum eine derartige Tiefe erreicht werden kann, wenn man Ideen und Spinnereien, die sich im Kopf beim Lesen abspielen, dann materialisieren und somit begrenzen muss. Schließlich ist Fantasie immer noch der größte Inspirationsmotor und dem mussten sich die Macher des Films irgendwo beugen.
Somit landet man hier für die junge Generation definitiv einen Volltreffer, der einfach nur putzig ist, mit Liebe und kindlicher Geborgenheit punktet und neben wahnsinnig überzeugendem 3D auch mit inhaltlichem Intellekt überzeugt und sogar die Erwachsenenriege in ihren Bann ziehen kann.
An dieser Stelle muss ich allerdings auch erwähnen, dass dieser Film nicht mehr “für die ganze Familie” gedacht ist, sondern man mit den Peanuts auch etwas anfangen können muss, um hier wirklich Spaß zu haben. Geht man völlig vorurteilsfrei an die Sache, findet man sich nämlich irgendwo im Kinderzimmer wieder, auch wenn hier interessante Werdegänge und Überlegungen eingearbeitet werden und man sich so von anderen Animationen deutlich abhebt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer sich in Nostalgie baden, mit seinen Kindern einen tollen Nachmittag erleben oder einfach mal etwas ausschließlich Gutes in sein Hirn brennen möchte, der macht mit den Peanuts sicher keinen Fehler.
Jedoch sollte man sich dessen bewusst sein, dass das Zielpublikum hier eindeutig die jüngeren Zuschauer sind und man sich als Erwachsener in die Welt von Charlie Brown reinfinden muss. Hat man diesen Schritt hinter sich, macht der Rest dann richtig Spaß und hinterlässt ein wärmendes Gefühl von Liebe und Geborgenheit in einem drin.
Und nicht zuletzt bietet der Film ein 3D, dass so richtig reinhaut und allein für sich schon den Kinobesuch wett macht. Dieses Feature sollte man in diesem Fall auf jeden Fall mitbuchen.

 
Nachspann
Gibt es … und der hat es sogar richtig in sich. Ich sag mal so viel: Die Kinder rannten nach vorne und tanzten alle auf der Bühne vor der Leinwand. Hier wird Stimmung gemacht, Bilder gezeigt und der Song ist hammergeil. Drin bleiben!

Horns

Daniel Radcliffe, besser unter dem Namen Harry Potter bekannt, hat sich ja schon in jüngster Vergangenheit mit dem Spielen von Hauptrollen in Horrorfilmen einen Namen gemacht. Sein letzter Horror-Coup war mit Die Frau in Schwarz in meinen Augen ein voller Erfolg.
Da ich mir persönlich ja mittlerweile so ziemlich alles im Kino anschaue (soweit es der Zeitplan hergibt ;-)), war ich anfangs gar nicht so sonderlich informiert über den Film, der auf einmal im “Nachtprogramm” meines Kinos auftauchte. Also rein und sichten.
Dass Radcliffe hier die Hauptrolle übernimmt, überraschte und erfreut mich zusätzlich. Diese – wieder einmal – Literaturverfilmung erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, dem auf einmal Hörner auf dem Kopf wachsen und der damit die absonderlichsten Dinge erlebt.
Die skurrile Idee des Films zieht ihre Bahnen durch das undurchsichtbare Geflecht menschlicher Empfindungen und offenbart einmal mehr die dunklen Seiten unserer Spezies. Das Schauspiel von Radcliffe überzeugt auf ganzer Linie, so dass man im Zuge der Anschuldigungen bis zum Schluss nicht zu sagen vermag, was nun Wahrheit ist und was nicht.
Die Idee und Umsetzung sind durchaus gelungen. Die teils komisch angehauchten Momente versprühen ihren Charme und gleichen das für Extrem-Horror-Fanatiker fehlende Gruselgefühl meines Erachtens durch gut dotierte Showeinlagen wieder aus. Die Musik versetzt einen zusätzlich in eine Art Trance, die hier weniger auf Schock, sondern eher auf Entrüstung und Perversion wert legt und damit neue Akzente im Showgeschäft setzt.
Was deutlich zu spüren ist: An den Effekten und Animationen war ein Liebhaber am Werk, der viel Arbeit ins Detail gesteckt und somit die Surrealität des Gezeigten hingebungsvoll umgesetzt und überraschend gut auf die Leinwand gebracht hat. Was hier gezeigt wird, soll nicht brutal schocken, sondern eher verblüffen und ent-realisieren, da es vordergründig nicht darum geht, dass jemandem Hörner auf dem Schädel wachsen, sondern viel mehr die Tatsache beleuchtet wird, wie Mensch reagiert, wenn er vor unliebsame und nicht alltägliche Situationen gestellt wird und mit ihnen fertig werden muss.
Transportiert man die unterschwellige Botschaft jetzt auf das “echte Leben da draußen”, kann man selbst aus so einem nischigen Film eine große Lehre mit nach Hause nehmen, die sich – portiert auf die persönlichen Herausforderungen – wunderbar in den eigenen Alltag integrieren lässt und aus den Zitronen, die einem das Leben hin und wieder vor die Füße wirft, wunderbaren Zitronensaft pressen lässt.
Somit ist den Machern etwas seltenes gelungen: Aus einer genialen Idee einen Film zu machen, der nicht auf Größe und historisches Erschlagen durch Superlativen setzt, sondern sich selbst filigran in das Denken einschleicht und versteckt etwas transportiert, dass sich besser umsetzen lässt als jeder Gedanke, den man zu anderen Blockbustern haben könnte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn man die Altersvorgaben erfüllt und zu später Stunde gerne mal mit ein paar eingefleischten Kinogängern gemeinsam Unterhaltung sucht, sollte man dieses Stück auf jeden Fall mitnehmen.
Die Story verblüfft auf ihre ganz eigene Weise und das Gezeigte erfindet die Kategorie “Thriller” ein wenig neu.
Ganz nebenbei hat man noch ein wenig Spaß, erinnert sich vielleicht zurück an die eigene Kindheit und geht mit einer unterschwelligen Botschaft nach Hause, die auch nach dem Film noch Früchte trägt.

 
Nachspann
anfangs noch super animiert, später dann der übliche Durchlauf an Namen und Taten. Man darf also getrost nach Hause gehen.

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén