Anya Taylor-Joy

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Mein Lieblingswort in letzter Zeit: Debütfilm! Cory Finley hat das Unfassbare geschafft und eine Geschichte ins Leben gerufen, die Kino wieder einmal interessant macht: Nicht die üblichen Verdächtigen in Sachen Charaktere, sondern völlig einzigartige und moderne Schöpfungen, die in einer komplett desaströsen, mentalen Welt umherirren und sich dabei völlig ungehindert entfalten können: Klar, so etwas hat’s ja noch nie bisher gegeben, warum also sollten hier irgendwelche Grenzen existieren?
Allein diese erfrischende, neuartige und mutige Variante, mit der man auf menschliche Interna zugeht und sie gegeneinander ausspielt, ist faszinierend. Dabei erhält der Zuschauer so vielfältige Möglichkeiten der Interpretation, die ihrer selbst wieder in eine neue Dimension vorstoßen und somit nicht an Altbekanntem kratzen, sondern völlig jungfräuliche Wege beschreiten.
Und mal ganz ehrlich: Was gibt’s geileres als das? Gedankliches Frischfleisch, dass noch nie in den Fängen einer Kapitalismuskralle oder angstüberbordenden Entscheidungen festgesessen und die zwanghafte Entmannung nischengläubiger Gedanken durchleiden musste?
Der Geist ist frei … und auf einmal sind alle emotionalen und moralischen Zwänge und Grenzen entfesselt und man kann damit beginnen, zu spielen. Dafür wurden Leinwände erschaffen!
Und das fasziniert mich immer wieder an Debüts: Man macht einfach mal, denn es gibt ja nichts, woran man das Erstlingswerk messen könnte. Und somit gibt es nur einen Verlierer: Die Einschränkungen. Und darauf verzichten wir alle gerne.
 

.kinoticket-Empfehlung: Macht euch gefasst auf ein neues, psychodramatisches Spiel, in dem es keine Grenzen mehr gibt: Dieser Film erweist unfreiwillig dem 2016 verstorbenen Anton Yelchin alle Ehre und setzt ihm ein würdiges Denkmal.
Die Faszination, aus moralischen und ethischen Grenzen ausbrechen zu dürfen, schöpft dieser Titel vollständig aus und nutzt daher das leinwandgegebene Recht, Experimente der abartigsten Sorte durchzuführen, ohne dabei auch nur einer Menschenseele zu schaden.
Einer der Gründe, weshalb ich Kino generell liebe und einer der Gründe, weshalb ihr euch den Titel ansehen solltet: Es macht nämlich unheimlich viel Spaß!

 
Nachspann
❌ Nicht hocken bleiben, hier folgt nichts weiter.
Kinostart: 09. August 2018

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Split

M. Night Shyamalan ist und bleibt Streitpunkt, was die Hingezogenheit zu seinen Darbietungen regisseurhafter Art angeht. Wir alle haben irgendwo sein Debüt geliebt und er wurde von Hollywood danach auch hoch gehandelt, feierte jedoch einen Absturz nach dem anderen und erfreute sich großartiger Verrisse über seine Filmkünste.
Wikipedia lässt mich glauben, er habe sein Comeback mit dem letztjährig erschienenen The Visit gemacht, den ich persönlich aber alles andere als gut fand und der mich eher wissen ließ, dass ich Mr. Shyamalan trotz meiner anfänglichen Liebe nun vollends abschreiben kann und mit Split führt er diesen Weg konsequent fort. Nur, dass diesmal ein Schauspieler mit von der Party ist, den die meisten aus der X-Men-Saga kennen und der sich dort auch schon reger Beliebtheit erfreute.
James McAvoy, seines Zeichens Hauptdarsteller in Wanted, ist mir seit diesem Film auch ans Herz gewachsen, was die Bewertung dieser Sneak nicht unbedingt einfacher machte.
Der Film ist schlecht. Grottenschlecht. Der Plot besteht quasi aus einer Aneinanderreihung von Logiklücken, Filmfehlern, irrationalen Dummheiten, schlechten Schauspielern und: James McAvoy. Letzterer driftet hier mit Hochgeschwindigkeit auf seine Paraderolle zu und beweist einmal mehr die Wandlungsfähigkeit, derer er in seinem Beruf tatsächlich Herr geworden zu sein scheint und liefert ein beispielloses Vergnügen auf der Leinwand, dass scheinbar auch die Massen begeistert.
Jeden, den ich frage, nennt ihn als Grund dafür, dass der Film positiv bewertet wird, was ich anhand der ansonsten für Aufschrei sorgenden Spinnereien, die bei jedem anderen Film als Grund für den totalen Verriss hergenommen werden würden, absolut nicht verstehe.
Was mich daran am meisten gestört hat, war, dass der Film sich quasi von Anfang an permanent selbst spoilert. Die Auflösung kommt viel zu früh, man erfährt durch Andeutungen und direkte Besprechungen, was in der nächsten halben Stunde passieren wird und zeigt das dann einfach der Reihe nach ohne Abweichungen oder sonstige überraschende Wendungen. Der Umgang mit den Charakteren ist auch nicht wohldurchdacht, sondern eher stümperhaft umgesetzt, da die große Pointe sich auch bereits in der zweiten Minute des Films erschließt und somit der Spannung direkt zu Beginn der Kampf angesagt wird.
Aber die Zuschauer werten positiv. Würde ich das Beispiel mal auf Titanic anwenden, käme am Anfang eine Texttafel, auf der stünde:

Die Titanic ist ein großes Kreuzfahrtschiff, dass bei ihrer Jungfernfahrt einen Eisberg rammt, in zwei Hälften bricht und anschließend vollends untergeht. Ein junger Mann aus der unteren Klasse lernt auf ihr ein Mädchen der Upper-Class kennen, verliebt sich in sie und stirbt am Schluss bei dem Versuch, sie zu retten.

Dies ist ihre Geschichte.

Hand aufs Herz: Wieviel Spaß würde der Film dann noch machen? Wenn dann alle 10 Minuten irgend ein Schiffsmitarbeiter sagt: “Hey, ich habe gehört, der Kapitän ordnet gleich an, dass die Titanic auf volle Kraft gefahren wird” – und man anschließend den Kapitän sieht, der anordnet, dass auf volle Kraft gegangen wird.
Genau so praktiziert man es bei Split und gibt dazwischen noch genügend Hinweise auf die Auflösung und das Ende, damit es quasi auch der letzte Depp garantiert kapiert.
Und so etwas finde ich nicht gut. Auch nicht sehr gut, sondern erbärmlich schlecht. Damit möchte ich James McAvoy‘s darstellerische Leistungen auch nicht schlecht reden oder klein machen, ihm sei der Erfolg durch diesen Film auch mega vergönnt. Besser wird der Streifen in meinen Augen damit aber trotzdem nicht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Die auf dem Plakat angespoilerten 23 Persönlichkeiten werden von James McAvoy hervorragend umgesetzt und meisterhaft dargestellt.
Der Rest des Films ist ein einziges Desaster, wenn man von so kleinen Gimmicks wie im Nachspann mal absieht. Da ich hier nicht spoilern möchte, kann ich schlecht über die kompletten Dummheiten offen reden (vielleicht in den Kommentaren), jedoch war ich von der Gesamtleistung des Films einfach nur enttäuscht.

 
Nachspann
enthält keine weiteren Szenen oder Überraschungen. Rausgehen erlaubt.

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Ridley Scott – seinerzeit bekannt durch Filmlegenden wie Alien, beherrscht einmal mehr ein Universum, das vor legendärer Andersartigkeit glänzt, indem er seinen Söhnen dabei hilft, ihr Kinodebüt zu feiern. 
Die Darsteller werden dabei an den Rand einer Gesellschaft geworfen und mit Dingen konfrontiert, die garantiert alles sind, außer alltäglich. Die Szenerie, die Kameraführung, die düstere Atmosphäre und der Touch, der sofort zu Beginn gleich den Zuschauer packt, sind hier einmal mehr professioneller denn je. Der Film erhebt sich in seiner dunklen Erzählweise zu einem Glanzstück packenden Kinos und schickt den Zuschauer auf einen Trip, der garantiert seine Spuren hinterlässt.
Die Charakterzeichnungen sind allglatt, aber dennoch geheimnisvoll und rätselhaft, allerdings hätte ich mir persönlich im Mittelteil etwas mehr Mystifizierung rund um die Darstellungen gewünscht, was jedoch dem gesamten Projekt keinerlei Abstriche zumutet, sondern durchweg eine lobenswerte Qualität durchzieht. 
Das Szenenbild, die Kostüme und die Qualitäten der Eigenschaften der gezeigten Darsteller passt hier so wunderbar herrlich in ein Schema, das keinerlei Kanten und Ecken zulässt, sondern zu einem Filmfinale hinführt, dem man wohlwollend applaudieren kann. Auch technisch hat man hier absolute Größe bewiesen und besticht durch nicht zu schnelle, nicht zu lahme Schnitte, behält ein Erzähltempo bei, das super gut bei mir ankam und erfrischt mit einer Geschichte, der man wirklich sehr viel Fantasie beimischen muss, um sie vergleichbar mit anderen Werken zu machen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Als wäre der Geist der inspirativen 90er Jahre wieder aus der Versenkung aufgetaucht, beherrscht einmal mehr großartige Unterhaltung den Kinosaal und sorgt hier für ausgelassenes Forschen, Grübeln, Mitfiebern und visuellen Augenschmaus.
Das Projekt ist als solches absolut gelungen und hinterlässt bei mir als Filmliebhaber einfach nur einen positiven Nachgeschmack, der mich dazu verleitet, euch allen zu empfehlen, diese Vorstellung in euer Repertoire der gesehenen Streifen aufzunehmen, insofern ihr auf hervorragende Thriller steht.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, der letzte Eindruck zählt – und der kommt vor dem Text.

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The Witch

Glaubt man den Pressemeldungen, erwartet man hier eine fulminante Show unglaublich horrender Schockermomente, die einem nicht nur das Blut in den Adern gefrieren lassen, sondern den Horror selbst von der Leinwand ins Kino spritzen.
Die Anteaser-Texte der Filmbeschreibung lassen auch nichts anderes vermuten und man freut sich tierisch auf eine Show, die normal beginnt und im Wahnsinn endet.
Genau mein Ding. Und mit eben solcher Vorfreude spazierte ich in den Saal, wartete darauf, dass das Licht ausging und der Horror beginnen möge.
Ums knapp zu machen: What the Hell … ? Aber nicht im positiven Sinne, sondern mega enttäuschend. Mag sein, dass alles auf irgendwelchen Überlieferungen basiert, deren Erzählungen man dialoggetreu nachgespielt haben will, aber die Eigenarten der gesamten Familie zeigen hier wohl eher nicht die Art Horror, die man als derart angefixter Kinobesucher erwarten würde, sondern lassen eher erzittern vor der frenetisch abgefeierten Gläubigkeit krankhafter Menschen, bei denen man im Verlauf des Films fast schon herbeisehnt, dass alles bitte möglichst schnell ein Ende haben möge.
Ganz ehrlich? Gefürchtet hab ich mich keine einzige Sekunde da drin und so richtig Stimmung aufbauen konnte man auch nicht. Ja, manch einer mag jetzt daher kommen mit Bodenständigkeit, 17. Jahrhundert, alles noch einfacher, zurück zu den Wurzeln des Horrors … sorry, Gruselmomente aus dem Jahr 1913 funktionieren heute einfach nicht mehr – zumindest nicht bei mir.
Da das Ganze eher an Suspense angelehnt ist und nicht wirklich Horror per Definition, gab ich der Geschichte zumindest hier eine Chance, möglichst gruselige Stimmungen zu erzeugen und es alles eben in einer mehr oder weniger netten Auflösung gipfeln zu lassen. Fehldenken. Auch hier schafft man es nicht, die Gänsehaut auf den Rücken zu produzieren, sondern der Zuschauer ist entweder gelangweilt oder genervt ob des vielen religiösen und zumeist dummen Gequatsche, dass man hier ins Drehbuch geschrieben hat.
Wer denkt sich so etwas aus und wieso feiert die Presse diesen Schinken so derartig ab? Ich hab keine Ahnung. Für mich auf jeden Fall eine riesige Enttäuschung. Aber ich konnte auch schon mit It Follows nichts anfangen und der kommt beim Genre-Publikum ja bekanntlich auch irgendwie an.
Mein Tipp: Macht euch auf jeden Fall vorher mit Filmausschnitten vertraut, bevor ihr dafür Geld liegen lasst und am Ende genauso bitter enttäuscht seid, wie ich es bin.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer sich hier gruselt, der hat wahrscheinlich auch vor einem Hund Angst, der gemütlich die Straße überquert.
Die Protagonisten laden dazu ein, selbst zum Serienkiller zu werden um dem Verbalhorror ein Ende zu bereiten. Unter unterhaltsam oder schockierend verstehe ich etwas völlig anderes.
Für mich bis dato einer der schwierigsten Filme dieses Jahres überhaupt.

 
Nachspann
Ist das Ding vorbei, renn raus. Hier kommt sowieso nichts weiteres mehr, also kann man am besten auch gar nicht erst reingehen.

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