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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Angela Bassett

Mission: Impossible – Fallout (3D)

Derzeit stehen sie wieder in allen Läden zum Verkauf bereit – optisch schön aufbereitet in einer glänzenden Edition: 2,8 Millionen Dollar hat das Franchise rund um Mission: Impossible bereits eingebracht und mit Rogue Nation vollführte man damals einen Schachzug, der die Filmreihe mit Tom Cruise wieder mächtig nach vorne katapultieren sollte.
2018 wartet man mit einem neuen Teil dieser Reihe auf und vollzieht damit etwas, dass ich dem alternden Hollywood der Moderne kaum mehr zugetraut hätte. Ich meine: Wir leben in einem CGI-Zeitalter, in dem fast alle Schwierigkeiten mit “das machen wir eben mit PC – kostet Geld, ist aber machbar” wegdiskutiert werden können und man sich keine Gedanken mehr um schwierige Kamerafahrten oder ähnliche Stunts zu machen braucht.
Mittlerweile weiß aber fast jeder, dass Cruise dafür bekannt ist, all seine Stunts selbst zu machen und keine Stuntmen dafür anheuern zu lassen. Mit dieser Echtheit hat man bei Mad Max: Fury Road schon mal dem Zuschauer gegenüber Ehrlichkeit bewiesen und es hagelte goldene Oscars ohne Ende.
Mission: Impossible – Fallout vollzieht die Konsequenz dessen und führt erneut eine Stunt-Ballade in den Ring, die sich gewaschen hat. Selbst als langjähriger Kinogänger sitzt man vor der Leinwand und weiß innerlich, was eigentlich kommt, kennt so ziemlich jeden Ablauf eines Actionfilms in und auswendig und hat so ziemlich jede technische Raffinesse bereits 100.000x vorher gesehen. Warum hockt man dann im Kino und kriegt die Fresse vor Staunen nicht mehr zu und fragt sich: Wie zur Hölle haben die das gemacht?
Mission: Impossible – Fallout ist seit langem endlich wieder mal ein Blockbuster im Mainstreamkino, der sich selbstbewusst so nennen muss und der neben zwei anderen Titel derzeit zeigt, dass Hollywood wohl doch verstanden hat, was es anders machen muss, um weiterhin erfolgreich zu bleiben?
In dem Teil ist einfach alles perfekt! Jurassic World: The Fallen Kingdom kann einpacken und die Leinwände für diesen Film freigeben: Es ist das beste in diesem Genre, was ich seit langem gesehen habe!!!
Man macht’s einfach richtig! Spricht, wenn gesprochen werden muss. Hält den Schnabel, wenn die Fresse gehalten werden soll, vollführt Stuntaction der Meisterklasse und liefert unglaubliche Bilder, die einen voller Staunen und Ehrfurcht vor dem Filmbusiness zurücklassen und einfach nur zutiefst niederwuchten!
Der Soundtrack – ein glanzvolles Meisterstück eleganter Kunst, der wieder das altbekannte Theme aufgreift, daraus aber kein modernes Miststück werden lässt oder mit irgendwelchen Popgören überrumpelt, sondern einmal mehr Größe und Anmut zeigt und den Besucher hier in voller Montur akustisch verwöhnt.
Man ist wieder man selbst und orientiert sich hierbei – wie auch schon bei Rogue Nation – nicht an der Konkurrenz, sondern macht einfach sein Ding! Wenn nur jeder Film so wäre…
Dazu kommen eine gigantische Portion Humor, Witz, Lachsalven und trockene Ironie, Ernsthaftigkeit, Pflege von Individuen und Charaktertiefe und der Beweis, dass nicht jeder 3D-Schinken gleich inhaltslos sein muss. Okay, zugegeben, auf das 3D hätte man an vielen Stellen verzichten können, aber was spricht es denn bitte für eine Sprache, wenn man eben jenes Konstrukt, mit dem sich so viele halbgaren Mainstreambrecher rühmen wollen, lieber verzichtet und dafür auf Eleganz und Inhalte setzt, statt auf stupide Action?
Hier ertappt man sich fast schon dabei, dass man bei den extrem seltenen Szenen, wo dann tatsächlich mal CGI eingesetzt wurde, Vergebung nach vorne sendet und es dem Film verzeiht, wenn er nicht perfekt aussieht. Was ist das schon im Hinblick darauf, dass unter den Schöpfern Einigkeit darüber herrschte, dass der größte Feind dieses Films der Greenscreen sein sollte?
Ich war über alle Maßen beeindruckt von dem Geschehen und bekam hinterher kaum Worte genug raus, um ehrfürchtig und gebührend das wiederzugeben, was mir da grade auf der Leinwand serviert worden war.
 

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So – und nur so – wird Mainstreamkino gemacht, dass für sich absolut neue, bislang unerreichte Maßstäbe setzt und als Orientierung für das nächste Jahrzehnt herhalten sollte – es ist gigantisch, mit welcher Inbrunst und krassen Originalität man sich hier ins Zeug wirft und dem Zuschauer gegenüber einfach ehrlich und authentisch auftritt.
Belohnt es mit einem durchschlagenden Erfolg, damit der Regisseur noch einen weiteren Coup fahren darf, denn dafür wurden Kinos geschaffen!

 
Nachspann
✅ Anfangs kommen noch Sequenzen, die man definitiv mitnehmen sollte, nach dem Ende des 3D darf man dann auch den Saal verlassen.
Kinostart: 2. August 2018
Wer nicht mehr warten kann oder will, darf sich gerne z.B. in München im Rahmen von After Work am 31. Juli 2018 mit DJ und Vorprogramm respektive in der Vorpremiere am 1. August 2018 den Streifen in einem Sonderevent im CinemaxX zu Gemüte führen und weiß dann schon vorab, worauf er sich ab Donnerstag erneut einlassen kann: Denn in diesen Film willst du nicht nur 1x reingehen!

Black Panther (3D)

Die Fans warten sehnsüchtig auf den Kinostart von Black Panther, gehört Marvel mittlerweile doch zu den Labels, die ausschließlich Erfolgsprodukte auf den Markt werfen, der wieder ein ganz bestimmtes Klientel umfassend befriedigt: Comicfans!

In meinen Augen hat Marvel auch alles richtig gemacht: Man hat verschiedene Charaktere genommen, ihnen eine Geschichte und ein Leben verpasst, der Welt genügend Zeit gegeben, um sich daran zu gewöhnen, in der Gesellschaft etabliert zu werden, von Kindern und Jugendlichen zu Halloween und Fasching getragen zu werden und dann alle gemeinsam in ein Universum geschmissen, in dem es um nichts weniger als die Rettung der Menschheit und faszinierende Technologie geht.

Dabei hat man sich nicht an anderen orientiert, sondern seinen eigenen Stil entwickelt und ist sich stets treu geblieben: Marvel‘s MCU (Marvel Cinematic Universe) hat viele Markenzeichen, für die es von allen Fans geliebt wird. Eines davon ist der unvergleichliche Humor, der bei aller Ernsthaftigkeit pointiert eingesetzt die Kinomannschaft niemals in Depressionen abgleiten lässt und jede noch so ernste Situation durch wahnsinnige Coolness wieder aus dem Loch reißt. Nicht umsonst wird der mittlerweile von vielen zu kopieren versucht, was meiner Meinung nach aber nicht gelingt. Es gibt immer nur ein Original – und das ist hier.

Ein weiteres ist die allumfassende Eingliederung jedweder menschlicher Interessen, die aus dem Gezeigten keine banale Unterhaltung mehr machen, sondern weitaus mehr, indem man sich mit Dingen beschäftigt, die tatsächlich auch für die Wissenschaft interessant wären: Man wird gefordert, man denkt nach, wird inspiriert und ist gleichermaßen fasziniert von den filmischen (Un)Möglichkeiten, die einem da vor die Nase gesetzt werden – ein Grund, weshalb Tony Stark so großer Beliebtheit gewahr ist.

Und diese Faszination für das Unglaubliche, das Ferne, das wiederum aber gar nicht mal so Unabwegige, ist es, die Marvel-Fans gleichermaßen begeistert und in ihrem Bann gefangen hält.

Und Marvel hat es auf unterschwelliger Ebene geschafft, viele Schichten und Kulturen, Länder und Gegenden gemeinsam an einen Tisch zu holen und miteinander feiern zu lassen. Ein Grund, weshalb Black Panther inzwischen in Amerika schon von den Black People gefeiert wird: Man zollt ihnen Respekt und holt sie international auf die Ebene, wo sonst eben nur Weiße gespielt haben. Und dafür liebe ich diesen Film schon jetzt. Integration und Gleichstellung auf extrem hohem Niveau!

Den Regeln des Vorbildcharakters, den Marvel seinen Titelhelden abverlangt, unterwirft sich der Verein selbst und lebt damit beispielhaft das Gute auch in dieser Welt aus. Man sieht also, dass nicht nur auf, sondern vor allem hinter der Leinwand markante Zeichen gesetzt werden.

Nachdem dies abgefrühstückt ist, können wir uns nun mal auf Inhalte (keine Angst, keine Spoiler hier!) konzentrieren, in dem ich einfach mal meine Einschätzung zu .trailer und Film gegenüberstelle:

Der .trailer erweckt den Wunsch und die Gier auf unfassbare Action, jede Menge Krawoum, teasert ein wenig das Spektakel an, auf das sich die Fans freuen werden und macht unglaublich Lust auf mehr!

Der Film selbst ist wesentlich erwachsener, erfüllt zwar stellenweise auch diese Ansprüche, geht aber in vielen ruhigen Episoden darüber hinaus und beschäftigt sich mit elementareren Dingen. Und das unfassbar gut!

Wo meine Befürchtung liegt: Dass der gemeine Kinogänger evtl. nicht das Gesamtbild betrachtet, sondern diesen Film als Einzelstück wertet, was man meiner Meinung nach nicht tun sollte, denn Black Panther ist tatsächlich der Vorreiter zu Infinity War und darum quasi mehr oder weniger als “Zwischensequenz” anzusehen, quasi die Ruhe vor dem Sturm.

Und Leute: Damit haut der absolut rein! Unterhaltung ist definitiv garantiert, technologische Spitzfindigkeiten werden auch hier wieder ordentlich auf den Tisch gepackt und jede Menge ansehnliche Bilder gibt es auch! Man merkt, dass die Richtung definitiv stimmt und dem Filmfetischisten wird damit die Wartezeit auf Infinity War mal grundlegend erleichtert!

.kinoticket-Empfehlung: Wenn wir später, nach vielleicht drei weiteren Filmen dann die Marvel-Reihe in line schauen, wird Black Panther definitiv dazugehören und ein gewaltiger Auftakt für das sein, was uns jetzt bald erwartet!

Ich denke, dass einige Action-Erwartungen, die vom .trailer her rühren, evtl. nicht ganz erfüllt werden, dafür hat man aber auch hier unglaublich präsente, beeindruckende und gewaltige Elemente in einen Film gepackt, in dem das Knistern förmlich spürbar ist. Ich bin gespannt auf den großen Krieg!

Nachspann
✅ Marvel. Mehr sag ich dazu nicht mehr. Also Zwischensequenz UND After Credits Scene. Wer nicht ganz bis zum Schluss sitzen bleibt, verpasst eben unfassbar viel. Aber wer das jetzt noch nicht kapiert hat, der lernt’s eh nie.

Kinostart: 15. Februar 2018

Original Title: Black Panther
Length: 135 Min.
Rate: FSK 12

London has fallen

Dieser Film hat einen ganz gewaltigen Fehler: Er genießt verdammt gute PR.
Gerard Butler und Morgan Freeman in einem Trailer zu zeigen, der vor Action-Andeutungen nur so überquillt, endet zumeist in der Tatsache, dass die Massen tatsächlich ins Kino rennen und sich diesen Film als Entscheidung der Woche auserwählen.
Und nun stehen wir vor zwei Problemen. Erstens: Es gab schon mal so ein Teil, nämlich Olympus has fallen, der sich inhaltlich nicht sonderlich von der jetzigen Geschichte abhebt, und zweitens: Der erste Versuch war bereits grottenschlecht.
Auch hier klaffen wieder Logiklücken, die jeden mit Verstand gesegneten Zuschauer bitter zu Gott flehen lassen, dass dieses Dilemma bald enden möge. Diesbezüglich hätten die Macher gut daran getan, sich wenigstens um einige Grundprinzipien der Physik zu bemühen, um nicht alle gemeinen Zuschauer böse vor den Kopf zu stoßen, wenn es um ganz banale Tatsachen geht, die längst nichts mehr mit überzogener Action oder dramatischer Übertreibung zu tun haben.
Um hier nicht zu spoilern, aber dennoch darauf hinzuweisen, was ich meine: Zwei Meter daneben passiert dann nichts mehr, wenn es explodiert, ja? Im Ernst?
Überhaupt wirken die Explosionen hier zwar mächtig gewollt, jedoch fehlt ihnen eine Substanz, die beispielsweise der Trailer von Independence Day – Wiederkehr vermittelt: Stärke. Man spürt einfach das Fehlen von Geld betreffend der CGI-Momente, mit denen im Film ganz rar umgegangen wird. Ironie off.
Irgendwie wird damit der dramatische Absturz eines Flugzeugs mal eben zur schlecht eingespielten Computerspielsequenz, die mehr die Information über das Geschehen vermittelt, als mit Imposanz eine cineastische Erfahrung auf die Leinwand zu produzieren, die dem Zuschauer die Gänsehaut auf dem Rücken stehen lässt. Diesbezüglich lob ich mir Teil 7 der Fast and the Furious-Saga, die auch mit Action maßlos übertrieben, dabei aber den Wumms nicht aus den Boxen geklaut haben, sondern sowohl sound- als auch bildtechnisch ordentlich aufs Gewand hauen. Und diese unterschwellige, fundamentgebende Stärke fehlt hier vollends.
Dass man sich bei dieser Art Unterhaltung nicht über den Stoff selbst austauschen darf, versteht sich von allein. Selbst da wäre ich so kulant zu sagen, dass man hier einfach freigeistige Schöpfungskreativität in einen Popcornstreifen legt, der zu nichts anderem taugt, als die Bassboxen mal wieder von ihrem angesammeltem Staub zu befreien – aber wenn genau dieser Punkt dann ins Leere trifft und hier absolut kein Widerstand zu spüren ist, dann geht für mich als Zuschauer die Story mitsamt allem dahinter komplett den Bach runter.
Und dass hierbei dann meine sowieso schon extrem niedrigen Erwartungen untertroffen werden, hätte ich wirklich nicht erwartet. Aber was will man machen: Die Kinosäle sind voll, die Massen rennen rein, der Trailer und damit die PR-Jungs haben ganze Arbeit geleistet und mit dem Ergebnis wird Kohle verdient – finanziell gesehen also alles richtig gemacht.
Schade finde ich hierbei eigentlich nur, dass das Thema gar nicht so blöd ist, wie man anfangs denkt, denn hieraus könnte man tatsächlich eine gigantische Schlacht epischen Ausmaßes herauskitzeln, was wiederum aber extrem viel Fingerspitzengefühl benötigt, um damit auch die etwas intellektuellere Schicht der Kinogänger anzusprechen. Und für sowas reißt sich heutzutage wohl kaum noch jemand den Arsch auf, oder?
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn ihr des Trailers wegen da reinspaziert seid, erwartet keine gigantischen Trümpfe.
Butler bemächtigt sich zwar seiner kuriosen und teilweise überzogenen Brutalität in Wort und Tat, das allein reicht aber nicht aus, um den Film die ganze Spielzeit über am Laufen zu halten.
Hier fehlt meines Erachtens nach einfach ganz viel Glaubwürdigkeit und eine Brise mehr Wumms hinter den teilweise lieblosen Animationen grandioser Zerstörungsmomente, die – mit den richtigen Mitteln – durchaus in cineastischen Nervenkitzel verwandelt werden könnten.
Hier hat man scheinbar an den falschen Ecken gespart und damit die Fortsetzung eines bereits in meinen Augen misslungenen ersten Teils grandios zum Scheitern verurteilt.
Sollte Teil 3 folgen und der wieder mit den gleichen rabiaten Mitteln aufspielen, ändere ich meine Meinung und halte fest, dass ich dieser Form der Unterhaltung einfach nichts abgewinnen kann und somit das völlig falsche Publikum für sowas bin.
Und bis es soweit ist, rate ich euch dringend davon ab, diesen Film im Kino zu sichten. Wartet lieber auf ProSieben, da kostet euch der Spaß dann wenigstens nichts.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, auch wenn hier nochmal züngelnd der teils an Epik grenzende Soundtrack etwas aufspielt, die Kiste aus dem Sand ziehen diese Minuten dann auch nicht mehr.

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