Na bitte: Es geht doch ladylike. Madame macht’s vor und brilliert durch Toni Collette in einem französischen Kammerspiel, dass nicht nur die Außenseiter in die High Society wirft und sie sich dabei unbändig amüsieren lässt, sondern auch Harvey Keitel in eine auf ihn maßgeschneiderte Rolle steckt, der in dieser zu beeindrucken weiß.
In teils britisch anmutendem, trockenen Humor wächst das französische Kino wieder einmal über sich hinaus und zeigt klar, dass es seinen Platz in der Filmwelt nicht nur gefunden, sondern großflächig bezogen hat. Man darf sehr wohl meinen, die Franzosen sind, was Filmemachen angeht, angekommen und leben ihre Stärken fortwährend aus.
Und das sehr zur Freude des Zuschauers, der hier Höhenflüge durchlebt, die nicht nur das Zwerchfell beanspruchen, sondern auch in schauspielerischer, aber auch handelnder Perspektive Vorbildfunktion haben, wie man sie sich heute nur wünschen kann: Und da soll jemand behaupten, Frauen seien auf der Leinwand nicht zu gebrauchen.
Madame beweist das Gegenteil und liefert hier ein Paradebeispiel, das nicht nur in filmischer Hinsicht ein Hochgenuss ist, sondern auch erzählerisch in einem grenzgenialen Finale gipfelt.
Bitteschön: Mehr davon!
 

.kinoticket-Empfehlung: Man muss sie einfach lieben: Toni Collette liefert eine ihrer besten Leistungen und lässt uns am Spaß französischer Filmkunst teilhaben.
Für alle, die das Urkomischste aller Kinos mögen, genau der richtige Stoff, um seine Lachmuskeln mal wieder richtig durchzuschütteln.
Menschen mit Anspruch und Würde sind genauso gut aufgehoben und alle anderen dürfen reingehen und einfach nur lernen, wie man sich benimmt.
Wahnsinnig cool!

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden. Rausgehen erlaubt.
Kinostart: 30. November 2017