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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Adeel Akhtar

Swimming with Men

Nehmt jemand her, der kein Problem mit Vorurteilen hat, lasst ihn oder sie die .kinotickets kaufen und den Rest der Truppe dann einfach mit einem sanft-gemütlichen Arschtritt ins Kino befördern und schauen, was passiert.
Liest man vorab den Plot, schaut sich .trailer oder sonstiges zu dem Titel an, kommt man womöglich auf seltsame Gedanken, die viele wohl erstmal ein klein wenig abstoßen dürften, weil diese Form des Sports eben nicht so geläufig ist, wie manch einer das wohl gerne hätte.
Vor Jahren gab es bereits eine Dokumentation namens Men who Swim, die ziemlich hohe Wellen schlug, und auf der basierend dieser Spielfilm gedreht wurde. Teile der Crew wurden sogar in die Arbeit mit einbezogen, damit ein möglichst wahrheitsgetreues Abbild der Ereignisse von damals geschaffen werden konnte, das dennoch die liebenswerten Qualitäten eines herzerwärmenden Spielfilmes aufweisen und das Kinopublikum zu unterhalten weiß.
Und dabei geht Regisseur Oliver Parker aufs Ganze und trumpft mit britischem Humor erster Güte auf, der die gar nicht mal so unalltägliche Geschichte eines Mannes erzählt.
Das Problem sehe ich hier eigentlich nur im ersten Schritt: Den Zweifeln und Vorurteilen einer ganzen Rasse vorauszugreifen und sie dazu zu bewegen, sich einfach mal ins Kino zu bewegen. Ist das passiert, wird’s garantiert köstlich und amüsant. Die Truppe weiß exzellent zu unterhalten, an Jokes und lustigen Momenten wird nicht gespart und auch die “Merkwürdigkeiten” verschwinden relativ schnell und werden vom Film sehr einfühlsam und respektvoll umschlungen, so dass am Schluss eigentlich jeder begeistert wieder aus dem Saal kommen wird, trotz dieses Themas.
Und darin brilliert dieser Film meisterlich: Er umwirbelt all die Gedanken, fängt sie ein und spinnt daraus ein farbenprächtiges Rad an Situationskomik und Alltagstragik, die eben nicht vollständig erfunden, sondern auf einer wahren Begebenheit beruht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer wieder einmal ungeniert lachen und sich köstlich amüsieren will, dabei aber auch sensible Gefühle zulassen kann, der ist mit diesem Film bestens beraten.
Britischer Humor in seiner vollen Blüte in einer fesselnden und zugleich faszinierenden Story, bei der es nur einen Knotenpunkt gibt: Den Einstieg. Ist man einmal im Saal, wird der Abend definitiv als gelungen in die Geschichte eingehen.

 
Nachspann
❌ braucht man nicht ausharren, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 07. Juni 2018

Pan (3D)

Ich bin innerlich zerrissen. Der Film mutet gut an. Wirklich gut. Die Szenen sind professionell, es hat nirgendwo den Anschein, dass es sich hier um einen Kinderfilm handelt, der Aufwand, den man für die Herstellung betrieben hat, scheint enorm zu sein.
Und dennoch: Man sitzt drin und fühlt sich federhaft an Käpt’n Säbelzahn und der Schatz von Lama Rama erinnert. An die Jugendlichkeit – im negativen Sinne. Hier wird gespielt, als könnte man Piraten nicht ernst nehmen, weil sie im Filmjargon sowieso zu den Witzfiguren schlechthin zählen. Dabei liefert gerade Hugh Jackman wirklich ein gutes Bild ab. Nur das Drumherum war mir etwas zu verspielt, zu unreif, in sich geschlossen etwas zu uneins mit sich selbst.
Vielleicht ist das der Grund, weshalb man gerade diesem Film die 3D-Lizenz recht früh entzogen hat: Schon zum Kinostart liefen hier so bescheuert gelegte Zeiten in 3D-Version, dass man andere Vorstellungen dafür sausen hätte lassen müssen, um hier in den Genuss von 3D zu kommen. Ergo habe ich den Film auch nur in 2D geschaut und abartig viele Szenen entdeckt, die förmlich danach schreien, erst gar keine 2D-Version anzubieten. Zahlt niemand den Aufpreis, weil dafür die Story zu bieder, zu unspannend, zu vorhersehbar ist?
Ich weiß es nicht. Und bin mir ziemlich sicher, dass mit Plastikbrille auf dem Kopf an dieser Stelle sehr viel positivere Eindrücke geliefert würden.
So bleibt ein weiterer “reactivated fairy movie”, dessen Geschichte man brühwarm neu erzählt und in die Moderne zu holen versucht. Doch bei einem ganz netten Versuch bleibt es eben auch. Der Überflieger fehlt und die epische Stärke, die man gerade von so einem Film erwarten würde, bleibt aus. Schade eigentlich, denn so doof ist doch die Geschichte gar nicht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hugh Jackman liefert eine gute Show ab, der Rest platziert sich etwas merkwürdig drumherum und macht so aus viel Potenzial einen mittelmäßigen Film, dem die nötige Portion Kick fehlt, um auf der Leinwand richtig zu punkten.
Sollte man erwägen, sich den Film anzuschauen, dann bitte mit 3D-Aufschlag, denn der ist bitter nötig, um hier etwas mehr Präsenz zu erzeugen und “tiefer ins Geschehen abzutauchen”. Aber allzu hohe Erwartungen sollte man nicht mitbringen, die führen nur zu größeren Enttäuschungen.

 
Nachspann
gibt’s keinen, man darf nach Anbrechen der Textgebilde am Ende gerne wieder in die Realität flüchten.

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