Aaron Sorkin

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Ante, Bad Beat, Fifth Street, Fish, Kicker, Heads Up, Muck, Re-buy, Satellite, Side Pot, Tilt, Whale, Showdown … ein Film, der mit Begriffen wie diesem dealt, wird vermutlich einiges an Kopfarbeit abverlangen und definitiv nicht in die Riege der seichten Popcornunterhaltung gehören.
Vermutlich kennt auch nicht jeder aus dem Stehgreif die Bedeutung dieser Begriffe und man wird erst hellhörig, wenn dann Worte wie “Blind”, “Call”, “Raise” und “All in” dazu kommen.
So richtig spannend wird’s allerdings erst, wenn dann bekannt wird, dass hier keine findigen Drehbuchautoren am Werk waren, die sich in ihrer kreativen Phase keinerlei Einschränkungen hingegeben haben, sondern man sich extrem nah an die unglaublichen Details dieser wahren Geschichte gehalten hat. Also ja: Die Protagonisten sind alle echt und das, was hier von der Leinwand runtersegelt, ist so tatsächlich passiert.
Und damit sage ich: Willkommen in der Kategorie: Das Leben schreibt die besten Geschichten!
Mich hatte man bereits zu dem Zeitpunkt gecatcht, als ich Jessica Chastain auf dem Plakat gelesen habe: Diese Frau …. AHH! Ich erinnere mich an jeden einzelnen Film mit ihr und jeder einzelne davon war ein seelischer Hochgenuss! Was also soll mit ihr in der Hauptrolle schon schief gehen?
Was euch bei Molly’s Game auf der Leinwand erwartet, ist tatsächlich eine enorme Dichte und Fülle an Informationen aus einer Welt, die man entweder kennt und lebt oder von der man weit entfernt ist. Dabei schafft dieser Film auf einzigartige Weise, die klaffende Kluft zu überbrücken und mit verständlichen Aufklärungen und Informationen zu füllen, die einerseits diese unglaubliche Geschichte erneut zum Leben erwecken, andererseits aber auch das urgewaltige Potenzial von Informationsdichte und -erschaffung in kürzester Zeit auf unterhaltsame Weise an den Zuschauer zu vermitteln.
 

.kinoticket-Empfehlung: Molly’s Game ist eine filmische Herausforderung, die einerseits mehrfach gesehen werden kann und dabei die wahre Geschichte einer Frau erzählt, die sich ihren Prinzipien verschrieben und auf dieser Welt Unglaubliches getan hat.
Es macht tierisch viel Freude, verlangt einem viel Aufmerksamkeit ab und trägt aber genauso den totalen Unterhaltungskick in sich – diese Erfahrung wirst du nicht so schnell vergessen!

 
Nachspann
hält keine weiteren Szenen parat – man darf sich also gemütlich wieder aus dem Sessel pulen und nach draußen spazieren.
Kinostart: 8. März 2018

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Ich weiß, ihr wartet alle heißblütig auf die Rezension von Spectre, allerdings rennt da doch sowieso jeder rein, also warum beeilen, wenn es bei meiner Zusammenfassung lediglich um die Vervollständigung der Filmliste geht und nicht mehr um hilfreiche Erstbewertungen? 😉
Machen wir also heute – wie an jedem Montag üblich – mit einer weiteren Sneak Preview weiter, die es in sich trägt: Steve Jobs.
Man wird als Zuschauer gebeutelt. Und das meine ich mit keiner Silbe negativ. Im Ernst: Du landest in einem Sog von Worten, Diskussionen, Anstrengungen und Dialogen, verpackt in grenzgeniale Schauspielerei, die ich persönlich einem Michael Fassbender so überhaupt nicht zugetraut hätte. Der Mann räumt sowas von ab, dass dir als Zuschauer einfach alle Sinne stocken.
Es muss wahnsinnig anstrengend gewesen sein, diese Rolle zu spielen und die Dialoge auswendig zu lernen. Aber es hat sich gelohnt, denn man kauft Fassbender diese Rolle glaubhaft ab.
Klar, das Thema Jobs ist durch viele Filme, unzählige Biografien und ewige Berichterstattung langsam wirklich ausgelutscht, allerdings möchte ich meine Leser schon fast beknien, sich diese eine Variante noch anzutun. Nicht, weil ich selbst zufriedener Nutzer von Apple-Produkten bin und daher fälschlicherweise als Jobs-Jünger bezeichnet werden könnte, sondern gerade, weil in diesem Film eher die negativen privaten und beruflichen Aspekte behandelt werden, die – begleitet durch Jeff DanielsSeth Rogen und Kate Winslet als bärenstarke Gegenüber – aufleben lassen, wie schwierig und brutal das Leben an der Seite eines der technisch bewundernswertesten Personen unserer Zeitgeschichte gewesen sein muss.
Hier wird eben nicht nur die Firma beleuchtet, sondern mehr das Menschliche behandelt, die Produkte und Arbeit fast zum Nebenprodukt verkommen lassen und einen als Nichtkenner anderer Filme und “Firmenoutsider” nur vermuten lassen, welche Produktlinien und Gerätschaften diese Firma im Laufe der Jahre etabliert hat.
Somit hat man meiner Meinung nach wunderbar eine Grenze gezogen, die diesen Streifen nicht zur Beweihräucherung und Dauerwerbung verkommen lassen, sondern ernsthaft und kritisch eine Person beleuchten, die unser aller Leben weitestgehend für die Zukunft geprägt hat.
Ich hätte diesen Ausführungen noch stundenlang zuhören können, denn es machte Spaß, dass hier mal so gar nicht auf Effekte wertgelegt oder unterhaltsame Actionspektakel eingebaut wurden, sondern sich alles einzig und allein durch die Dialogträchtigkeit und verbale Schwere formt. Gerade diese wörtliche Gradlinigkeit, der man sich hier konstant verschrieben hat und an die sich wirklich alle wahnhaft halten, zeugt in meinen Augen von extremem Drehbuch-Schreiben-Können und von filmischer Beherrschtheit.
Meines Erachtens ein Film, der zwar durchaus seine Startschwierigkeiten hatte, jedoch jetzt ein Endprodukt abliefert, dass sowohl Apple-Möger als auch Apple-Hater gleichermaßen anschauen können, ohne dass auf irgendeiner Seite Emotionen hochkochen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Professionell geführt, dokumentarisch berichtet und zwischenmenschlich orientiert wird hier die Geschichte nochmal durchexerziert mit dem Ergebnis von viel Kurzweil, Spannung, Intensität und visueller Macht.
Ein Erlebnis, dem sich kein Cineast entziehen sollte.

 
Nachspann
gibt es keinen, der enttäuschte Abbruch oder das “Zeit beenden”, was man bei schlechten Filmen manchmal spürt, fehlt jedoch genauso. Ein Rundum gelungenes Erlebnis.

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