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wenn aus filmen leidenschaft wird

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Sternenjäger – Abenteuer Nachthimmel

Unsere Rasse hat sich hin zum technologischen Fortschritt entwickelt und niemand kann sich darin mehr vorstellen, komplett ohne Strom und Technik zurück zu den Anfängen der Zeit katapultiert zu werden. Die immer moderner werdenden Begleiter künstlicher Intelligenzen werden alltäglicher, Dinge wie Strom und Licht gehören zum Alltag. Was früher als Zauberei und Magie abgetan wurde, entfacht heute eher Unglauben, wenn es NICHT vorhanden ist.
Mit dieser Entwicklung einher geht ein Phänomen, mit dem unsere Vorfahren wohl weniger zu kämpfen hatten: Lichtverschmutzung. Es ist unlängst bewiesen, dass sich die Tierwelt neu darauf ausrichten musste, ihre Lebenszyklen neu ordnen, weil der Mensch in ihren Lebensraum vorgedrungen ist und dort mit Licht und Tag-Nacht-Unordnung vor sich hin wütet.
Daraus ergibt sich ein seltsames Phänomen: Immer weniger Menschen kennen das damals tagtäglich erscheinende Bild eines Himmels voll von Sternen. Als in Los Angeles mal ein großflächiger Stromausfall stattfand, riefen tausende besorgte Bürger bei der Polizei an, weil sie “seltsame Objekte” am Himmel entdeckt hatten: Sie haben zum ersten Mal in ihrem Leben die Milchstraße am Himmel scheinen sehen.
Sternenjäger – Abenteuer Nachthimmel entführt uns auf eine Reise rund um den Globus und schaltet dabei das künstliche Licht ab, und das natürliche Licht an. Abseits aller Strapazen darf sich der Kinozuschauer wieder auf seine faule Haut legen und die Ergebnisse unfassbaren Schaffens in einer Tour genießen!
Fünf Kamerateams, fünf Kontinente, acht Länder und vier Klimazonen: Ausgerüstet mit topaktueller 4K-Kameratechnik haben sich die Macher mit 20 Kameras aufgemacht und erstellten dabei über 150 Stunden Filmmaterial und Zeitraffer-Aufnahmen bestehend aus über 50.000 Einzelbildern. Auf dieser Reise legten sie insgesamt 120.000 km per Flugzeug, Hubschrauber, Auto und Campingtruck zurück und drangen vor bis in die entlegensten Winkel dieser Erde.
Allein der Trip ist schon einen Film wert, die Begegnungen und Menschen, denen man dabei begegnet und die alle ihre eigenen Geschichten zu erzählen haben … aber das, was sie auf ihrer Reise zu sehen kriegen, toppt schlichtweg alles: Das Universum, für den Menschen erschaffen und dank Technik von allem Dunst der Technologie befreit.
Entdeckt einmal mehr die Schönheit unseres Universums und bestaunt ein Wunder, dass heutzutage selten geworden ist: Den Sternenhimmel.
 

.kinoticket-Empfehlung: “Und als wir erwachsen geworden sind, ist uns die Fähigkeit abhanden gekommen, über das Leben zu staunen.”
Diese Gabe wird den Menschen hier wieder gegeben: Die einzigartigen Wunder, die wir in unserem technologischen Fortschritt in die entlegensten Winkel der Erde verdrängt haben, werden mit großer Liebe wieder neu entdeckt und den Menschen in einer unvergleichbaren Doku präsentiert. Lasst euch entführen und auf diese Reise mitnehmen, die einem ganz neu das Staunen lehrt.

 
Nachspann
❌ braucht man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.
Kinostart: 14. Juni 2018

Wer hat eigentlich die Liebe erfunden? (mit Gewinnspiel)

Unten gibt es Freikarten für eine Vorstellung eurer Wahl zu gewinnen – wer gleich zum Gewinnspiel möchte, einfach unter die Kritik scrollen 😉
 
Deutschland und Arthaus – eine verfluchte Verbindung? Deutsche Filmemacher sind nicht gerade dafür bekannt, aus dem Vollen zu schöpfen und Dinge abzuliefern, die dich von der Leinwand herab wirklich packen, sondern graduieren meist gerade so im Grenzbereich vom Fremdschämen bzw. tun sich mit kriegerischer Tausendfachdurchkauerei von Nazi-Themen international hervor. Und haben damit dann Erfolg.
Wer hat eigentlich die Liebe erfunden? beschäftigt sich mit etwas ganz anderem – und betritt damit fast Neuland, zumindest, was die Auswahl des sich damit auseinanderzusetzenden Themenbereichs deutscher Kinolandschaft ausmacht.
Mich hat der Film beeindruckt. Von der Idee und der Gesamtumsetzung, der Andersartigkeit, vom frischen Wind, den das Drehbuch bereit hält und den die Schauspieler in ihrer Eleganz auf die Leinwand projizieren. Es ist halt mal etwas völlig anderes. Man berührt dabei fast schon die erbauliche Ästhetik des Nachbarlandes und grenzt an dessen Genialität, auch wenn zum internationalen Durchbruch hier noch ein paar Brocken künstlerisches Hervortun hergebracht werden könnten.
Um die volle Bandbreite nationalen Schaffens auskosten zu können, sollte man nicht über diesen Film stolpern und ihn ignorieren, sondern darf sich ruhig die Zeit nehmen und die 90 Minuten unabgelenkt vor der Leinwand verbringen.
Einige sehenswerte Momente sammelt man dabei auf jeden Fall, die auch später noch im Gedächtnis bleiben und einen unvergesslichen Kinoabend bescheren.
 

.kinoticket-Empfehlung: Für deutsches Kino ein herausragendes Stück Film, dass sich mit einer bekannten Thematik auseinandersetzt, diese aber neu inszeniert und mit diversen Humorspitzen bestückt.
Der internationale Durchbruch künstlerischer Genialität ist dies zwar nicht, allerdings ist der Film zu gut, um ihn einfach zu ignorieren. Nehmt ein paar Freunde mit ins Kino und macht es euch im Sessel mit Popcorn und guter Laune gemütlich.

 
Nachspann
Abwarten – hier kommt noch etwas.
Kinostart: 03. Mai 2018
 
* * * GEWINNSPIEL * * *
Alamodefilm verlost zum Kinostart an euch 1x 2 Freikarten für eine Vorstellung des Films in einem Kino eurer Wahl. Voraussetzung ist, dass dieses Kino Wer hat eigentlich die Liebe erfunden? im Programm hat und in der gewählten Vorstellung noch freie Plätze verfügbar sind.
Was ihr dafür tun müsst?
Kommentiert unter diesem Beitrag hier im Blog bis einschließlich Mittwoch, 2. Mai 2018 24:00 Uhr und hinterlasst dabei eine E-Mail-Adresse, unter der ich euch erreichen kann.
Die Gewinner werden anschließend via random.org ermittelt und von mir benachrichtigt. Nach Bekanntgabe eurer Anschrift werde ich euch die Freikarten zuschicken, mit denen ihr dann nur noch an den Ticketschalter spazieren und sie gegen eine gültige Eintrittskarte eintauschen müsst.
Facebook, Twitter und sonstige soziale Netzwerke oder externe Seiten haben mit diesem Gewinnspiel nichts zu schaffen, dies wird ausschließlich von www.kinoticket-blog.de veranstaltet, der Gewinn wurde von Alamodefilm gestiftet. Eine Barauszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen. Es gelten die üblichen, vernunftbasierten Gewinnspielbedingungen.
Und nun wünsche ich jedem von euch viel Glück und natürlich hinterher viel Spaß und fantastische Unterhaltung im Kino!

A Beautiful Day

A Beautiful Day hat in Cannes auf dem Filmfestival gleich mal zwei Hauptpreise abgegriffen: Bestes Drehbuch und Bester Hauptdarsteller. Wer sich jetzt fragt, woher dieser Titel auf einmal kommt: Im Original schimpft sich das Werk You Were Never Really Here – und wir können jetzt eine Grundsatzdiskussion über schlecht übersetzte Titel starten … oder: Ihr geht einfach ins Kino, schaut euch das Teil an und pflichtet mir bei, dass dieses Mal der übersetzte Titel absolut nicht mehr so doof ist, wie er sich anfangs anhört. Ja – okay – es ist kein wirkliches Deutsch … aber nach dem Film dachte ich: Passt.
Diesmal wirklich.
Überhaupt: Joaquin Phoenix ist eine Koryphäe, was subtiles, düsteres, dreckiges, abgefucktes Kino angeht: Und er macht sich einmal mehr die Ehre und übertrumpft sich einfach selbst. Die Thematik ist dreckiger denn je, der Film fährt dabei aber hochstilisierte und fast schon künstlerische Ästhetik auf, die dem Gebaren zwar absolut nicht angemessen ist, den Film für den Zuschauer aber um einiges erträglicher macht.
Ja, es gibt viel zu wenig Diskussion über solche Themen, ernsthafte Auseinandersetzungen damit, Wissen und Informationen oder gar Anlaufstellen für Prävention, die derartiges verhindern könnten. Es gab (auch filmisch) bereits Ansätze dafür, die aber genauso in den Untiefen verschwinden, wie das aufgeklärte Wissen über Darknet und Co. in den aktuellen Medien: Es ist schlichtweg nicht existent.
Und das ist genauso furchtbar, wie einige der Szenen aus dem Film – grandios gespielt und meisterhaft umgesetzt! Dieser Film hat es einfach absolut in sich und packt dich bei den Eiern, drückt zu und überlässt die Schmerzen deiner Weiterverarbeitung! Ein großartiger Film über ein furchterregendes Thema, dass von niemandem besser gespielt hätte werden können!
Und damit gehört er für mich auf die Leinwände. Ins Fernsehen. In den öffentlichen Diskurs. Er bietet erneut die Möglichkeit, dass wir uns mit unseren eigenen Schrecken auseinandersetzen und uns als Menschheit an die Hand nehmen, um die Dinge besser zu machen, der Welt ein freundlicheres Gesicht verleihen und den Weg dafür ebnen, dass unsere Kinder eines Tages ein besseres Leben führen als es unsere Zeitgenossen teilweise tun müssen.
Diese Erfahrung ist absolut irre … und einmal mehr gilt mein Dank Constantin Film, deren Repertoire ich so etwas Überwältigendes ehrlich nicht zugetraut hätte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Schluss mit der Spielerei, Schluss mit dem Firlefanz: Es wird Zeit, dem Kino wieder Zündstoff in die Hände zu liefern, um eine ekstatische Bombe platzen zu lassen, die dabei weder Ästhetik noch Ehrgefühl zerstört: Was euch hier geliefert wird, ist sensationell und wurde zurecht in Cannes ausgezeichnet!
Joaquin Phoenix überzeugt einmal mehr als abgefuckter Begleiter in eine Welt, vor der man am liebsten die Augen verschließt! Das Thema ist unfassbar hart, seelisch brutal und die Performance dazu haut euch zusätzlich aus den Socken – grausamer Inhalt, grandioser Film!

 
Nachspann
Don’t wait for it … es kommt nichts mehr.
Kinostart: 26. April 2018

Kindheit

Dieser Film hat zwei Seiten. Einerseits – und das ist vollkommen löblich – setzt er sich mit Erziehungsmethoden auseinander, die grandios durchdacht sind und aus dieser Welt systematisch die Waschlappenkinder wieder entfernen könnten, wenn sich mehrere Tagesstätten derartiger Methoden annehmen und sie im Alltag praktizieren würden.
Ich habe nach der Pressevorführung jede Menge negative Stimmen gehört, worauf ich aber später noch zu sprechen komme. Warum mein Blickwinkel darauf trotzdem positiv ist? Wahrscheinlich lese ich zu viel zwischen den Zeilen oder mache mir währenddessen Gedanken darüber, wie es sonst in der Welt so aussieht und finde das Konzept, das im Hintergrund damit beworben wird, einfach fantastisch.
Und das sage ich jetzt befreit von jedwedem Öko-Bio-Neumodern-Gelaber, sondern einzig im Hinblick auf die Tatsache, dass wir von diesen Helikopter-Eltern einfach zu viele haben und sich viele abgewöhnt haben, Erziehungsberechtigte zu sein und sich stattdessen lieber darauf konzentrieren, beste Freunde der Kinder zu werden, die bei nichts mehr durchgreifen und damit Menschen heranwachsen lassen, die ihrerseits absolut unfähig dazu werden, wieder ihre Kinder zu erziehen.
Diesem Trend, der damit die ganzen Vollidioten produziert, die einem auf der Straße tagtäglich begegnen und von denen man auch im Netz jede Menge Bullshit vor die Augen geschmissen bekommt, wird hier auf eine völlig defensive und erkenntnisreiche Art entgegengewirkt und man sollte sich tatsächlich über das ein oder andere mal wieder klar werden – dazu werden gerade am Anfang des Films einige Sätze in den Raum gespeist, über die es sich ernsthaft nachzudenken lohnt.
Andererseits – und damit kommen wir zu den kritischen Stimmen – ist dieser Film sehr “nah” gefilmt, was bedeutet, dass während des Drehs der unabhängige Abstand zu den Kindern fehlt, die sich vor der Kamera tatsächlich völlig eigenständig und unbeeinflusst bewegen und verhalten können, was den Verdacht aufwirft, dass es im Hintergrund wohl doch “Regieanweisungen” gegeben haben könnte. Wohlgemerkt: haben könnte, es ist nicht gesagt, dass es tatsächlich so war, sondern das geschulte Auge bemerkt eben einfach, dass räumlich gesehen oft zu wenig Platz war, um beispielsweise mit extremem Zoom zu filmen und so den Kindern nicht zu sehr auf die Pelle zu rücken.
Wer schon mal vor einer solchen Kamera hat agieren müssen, weiß selbst, wie “seltsam” das ist und kann sich daher denken, dass auch Kinder anders reagieren – auch hier gab es einige Szenen, die solcherlei Vermutung aufkommen lassen, weil es – sagen wir – etwas unnatürlich wirkt, wie sich die Kinder angeblich “aus freien Stücken” verhalten.
All dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass dieses Gesamtkonzept absolut löblich ist und – ohne Kamera – gerne weiterverbreitet werden darf.
 

.kinoticket-Empfehlung: Mit pädagogischen Augen betrachtet ist dies ein rühmliches Vorbild, an dem man sich in der Kindererziehung gerne in jedem Haushalt orientieren kann.
An vielen Stellen fehlte ein wenig der Abstand, um die Kinder nicht zu aufdringlich zu verfolgen, was einen negativen Beigeschmack produziert, in meinen Augen aber das hintergründliche Prinzip deswegen nicht angreift.
Darum empfehle ich den Streifen definitiv als sehenswert und warte einfach darauf, welche Generationen diesem Erziehungsprinzip entspringen. Es wäre in höchstem Grade wünschenswert, dass es viele sind.

 
Nachspann
braucht man nicht abzuwarten, es folgt nichts mehr.
Kinostart: 19. April 2018

Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes

Verrückte Titelnamen, verrückte Plakate – verrückte Filme.
Sowas ist man üblicherweise aus Frankreich gewohnt und gegebenenfalls noch aus der Türkei, aber doch nicht aus Deutschland und der Schweiz?
Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes wirft eine komplett spaßige, humorgeladene und für Kinder attraktive Geschichte auf die Leinwand, die man sich – allein schon, weil das keiner glauben mag – definitiv mit seinen Kids gemeinsam im Kino anschauen sollte.
Klar wird hier wieder etwas mehr auf jüngere Zuschauer eingegangen und ein bisschen Logik und Normalität zugunsten der Bespaßung geopfert, dies trägt dem Film aber einen authentischen Anstrich auf und hinterlässt auch bei Erwachsenen keine bleibenden Schäden 😉
Das frühkindliche Verhalten reflektiert man hier mit untergrabener Moral, so dass den Kindern keine traurig-dahinsiechenden Situationspointen vor die Füße geworfen werden, sondern man in spannender, witziger und absolut kinotauglicher Atmosphäre etwas über richtiges Verhalten lernen kann.
Mir hat’s sehr gefallen und ich kann diesen Film bedenkenlos für Familien empfehlen. Der Kino-Sonntag ist damit gesichert.
 

.kinoticket-Empfehlung: Unglaublich, dass dieses Land so etwas herzlich-komisches zustande bringt und es dabei schafft, die ganze Familie zu unterhalten.
Geprägt von unterschwelliger Moral düst man hier volle Kanne in ein Abenteuer, das die kleinen Racker so schnell nicht mehr vergessen werden.
Wunderbare Filmlektüre für einen entspannt-verregneten Sonntag für die ganze Familie.

 
Nachspann
braucht keiner sitzen bleiben, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 12. April 2018

A Quiet Place

In vier Tagen wird sich euer Leben grundlegend verändern!
Meins ist es bereits und ich hab keinen blassen Schimmer, wie ich mit meinem jämmerlichen Wortschatz dazu beitragen kann, euch das ein wenig näher zu bringen.
Kurz gesagt: Ich besuche im Jahr im Durchschnitt zwischen 600 und 700 Kinovorstellungen (und ja, da ist keine Null zu viel!), schaue mir zu Hause die ein oder andere Blu-ray, 4K oder auch im TV mal ein paar Filmchen an und stöbere seit neuestem auch etwas aktiver auf Netflix rum, weshalb ich behaupten kann, in meinem Leben doch schon eine kleine Auswahl an Filmen gesichtet zu haben, von denen manche tatsächlich so gut waren, dass sie es auf meine Lifetime-Top-10-List geschafft haben.
Diese Liste wurde kürzlich komplett geleert. Da steht jetzt nämlich nur noch ein einziger Film drauf: A Quiet Place!
WOW!
Wisst ihr, seit Anbeginn der Zeit – quasi gefühlt seit Adam und Eva – besuche ich Kinos in der Hoffnung, endlich mal etwas vollkommen Grandioses, Flashendes, bisher noch nie Dagewesenes zu finden, dass sich allen Regeln widersetzt und einfach sein gänzlich eigenes Ding macht – ohne einen einzigen Fehler dabei zu machen und vor allem: Ohne den Zuschauer für dumm zu verkaufen.
Ich liebe Horrorfilme, ich liebe Spannung, ich liebe vollkommen verwüstete Ausgangslagen. Ich stehe auf Weltuntergangsszenarien. Ich stehe auf Filme, die dich so richtig im Hirn durchficken und dir keine einzige Minute Ruhe gönnen, sondern aus der Intelligenz in deinem Schädel Brei machen und sie dann verzehrfertig vor deine Augen werfen und dich von Anfang bis Ende fordern.
 
A Quiet Place.
Hat.
All.
Das.
Vollständig.
Erfüllt!!!!!!
 
Ich feiere diesen Film – seit ich ihn gesehen habe! Ich LIEBE ihn! Ich vergöttere ihn! Diese … ach was, ich will euch gar nichts verraten. Okay, etwas verrate ich doch: Den Mitarbeitern meines Lieblingskinos gebe ich hin und wieder ein paar Tipps, was sie demnächst im Kino anschauen sollten.
Ihnen hab ich gesagt: “Du wirst die nächsten 5 Jahre freiwillig hier für die Hälfte des Gehalts weiterarbeiten, nur, damit du weiterhin SOLCHE Tipps von mir bekommst!”
Und ich stehe dazu: Es ist das – mit ABSTAND (die Liste ist LEER!) – BESTE, dass ich jemals in meinem Leben zu Gesicht bekommen habe!
Diese Intelligenz! Diese detailverliebte Durchdachtheit! Dieses Reinwerfen und darin verrecken lassen! Dieses … AHHHHH

 

.kinoticket-Empfehlung: Geht einfach rein und überzeugt euch selbst!
Nehmt KEIN Popcorn mit und nichts, was raschelt oder irgendwie “Lärm” macht!
Vertraut mir: Ihr spaziert hinterher mit voller Popcorntüte wieder raus! Niemand von euch isst da drin ein einziges Maisflockenteil! Nichts! Absolute Ruhe, vollkommene Spannung und Einigkeit darüber, dass dies das beste ist, was man je ins Kino gebracht hat!
Krasinski, ich hoffe, ich kann dir eines Tages persönlich die Hand schütteln und mich auf Knien vor dir dafür bedanken, dass du uns dieses Werk geschenkt hast!

 
Nachspann
GEFLASHT!!! Aber sowas von … und jeder um mich herum meinte: Wir müssen denen unbedingt sagen, dass sie kein Popcorn kaufen dürfen! Abwarten braucht ihrs nicht, es folgt (hoffentlich ein zweiter, dritter, vierter Teil dieser Legendarity!!!) … nichts weiter.
Kinostart: 12. April 2018

Luna

Wer das Wörtchen “Luna” hört, denkt wohl erst mal an den leuchtenden Himmelskörper, der des Nachts die Strahlen der Sonne widerspiegelt.
Khaled Kaissar hat sich dieses Wort zu eigen gemacht und erzählt die kinotauglich gemachte Geschichte einer Familie, die 2012 hier in Deutschland tatsächlich existierte und auf deren Erfahrungen und Handlungen die ganze Story aufgebaut ist.
Und um dem ganzen noch etwas drauf zu setzen, hat man nicht etwa in Serbien oder sonstwo gedreht, sondern im naturschönen Oberstdorf, München und Dachau. Durch und durch einheimisch – und es schrillen keine Alarmglocken?
Nein. Ich sage es nicht zum ersten Mal: Drama kann Deutschland. Und das immer besser. Mit Luna erlebt ihr ab 15. Februar ein weiteres Beispiel in den Kinos, das bezeugt, dass man sich hierzulande immer besser aufs Filmemachen versteht und die altbackene Humorschiene langsam abgelegt hat.
Und dieser Entwicklung stehe ich sehr positiv entgegen, auch wenn wir noch längst nicht am meisterlichen Himmel angekommen sind und uns auf den begangenen Taten ausruhen dürfen. Es liegt noch sehr viel Arbeit vor uns, um international auf das Niveau anderer Filmschmieden zu kommen, aber man merkt, dass man ernsthaft mit einer Art “Selbstfindung” beschäftigt ist, deren positive Resonanzprodukte Filme wie dieser sind.
Die idyllische Trauer, das farblose Spektrum der Seele, die liebevolle Hingabe zur Dekonstruktion, das zarte Suchen nach neuer Identität und dem eigenen ich: Man könnte meinen, die Inhalte dieses Films treffen genauso auf die Filmhistorie zu, mit der man sich zukünftig befassen muss.
Und ich sage dazu nur: Macht weiter – die Richtung stimmt definitiv.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ernstzunehmendes deutsches Kino, dass sich mit einem Fall aus den eigenen Reihen auseinandersetzt und diesen kinotauglich präsentiert.
Der Weg zum richtig großen Filmfeldzug ist zwar noch lang, aber die Weichen dafür sind längst gestellt und alles weitere ist nur eine Frage der Zeit. Luna liefert hier einen weiteren Beweis, dass man auch hierzulande fähige Leute hat, die etwas zu erzählen haben und dieses Handwerk auch verstehen.

 
Nachspann
Rausgehen …. erlaubt! 🙂 Hier kommt nichts weiter.
Kinostart: 15. Februar 2018

Playing God

Gott zu spielen ist etwas, von dem uns die Bibel im Alten Testament bereits abrät, dass in der Gesellschaft bei Gesprächen grundsätzlich nie positiv ankommt, und dennoch schafft es der Mensch immer wieder, eben genau dies zu tun.
Dabei kann man jetzt rechtfertigen oder nicht, gut oder böse hinstellen, relativieren, erklären, kommentieren, haten oder lieben, es mit Gleichgültigkeit betrachten oder voll drauf abgehen: Es ändert nichts an der Tatsache, dass Gott zu spielen niemals etwas Positives hervorbringen kann.
Auf unserer Seite des Teichs hat man nun wieder genügend Argumente, um die USA zu hassen, weil “die da drüben ja sowieso alle bescheuert sind”, kann alte Plattitüden auspacken und dem Volk vors (nicht vorhandene) Hirn werfen und sich von allen Vollidioten um einen herum bestätigt fühlen.
Oder: Man geht die Sache ernsthaft an und macht sich zu dem Thema wahrhaftige Gedanken, denn die wären dringend von Nöten, um in der Welt einiges besser zu machen. Und genau dafür liefert dieser Film viel zu wenig Denkansätze, kritische Gedanken oder faktische Hintergründe, um sich hier ein unvoreingenommenes Urteil zu bilden.
Erst protzt man großspurig damit, eben keine gekaufte Sau zu sein, die für diese Dinge Geld nimmt, dann kriegt man’s doch irgendwie, konkrete Summen werden aber nie genannt und dabei relativiert man wieder die Arbeit, die man eigentlich tut, weil das ja super wichtig ist, und das, obwohl alle anderen sagen, dass es ihnen darauf eigentlich gar nicht so ankommt, sondern andere Dinge viel wichtiger wären.
Für mich wirkte das Ganze eher so, als ob man zwingend eine halbwegs gute TV-Doku ins Kino zerren muss – und diesen Umstand verstehe ich überhaupt nicht. Schaut euch das Ding irgendwann nachts im intellektuellen arte an und keult euch einen drauf, oder beschäftigt euch eingehender mit der Materie und klagt diese Personen an, die so über andere urteilen. Dazu beitragen, einen Weg für mehr Gerechtigkeit zu finden, tut dieser Film in keiner Weise. Und das ist eigentlich sehr sehr schade, weil gerade Kino eine großartige Möglichkeit dazu bietet, Diskussionen hervorzurufen und ins debattierende TV überzuschwappen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Für einen Kinofilm liegen hier viel zu wenig spannende Fakten begraben, die es auszubuddeln gilt und ich kenne niemanden, dem es Freude bereitet, ein Thema hinterher eigenständig nachrecherchieren zu müssen – von dem her ist die Publikation auf dem Big Screen durchaus fragwürdig.
Als Denkanstoß zum “Wir müssen mal über etwas reden” taugt der Streifen aber doch, jedoch hätte ich hier auf eine breitgefächerte Ausstrahlung in den Öffentlich-Rechtlichen gesetzt – und für standhafte Debatten braucht es dafür noch viel mehr und vor allem beweiskräftigeres Material, um wirklich eine Anklage erheben zu können.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, es folgen keine weiteren Szenen oder Fakten.
Kinostart: 8. Februar 2018

Wish Upon

Neben Happy Deathday ein weiterer Horrorstreifen, der die .trailer-Welt der Kinos derzeit beflügelt und offenkundig Lust auf mehr macht.
Zwar hat man hier vom Twist her nicht unbedingt das große Los gezogen, um mit grandiosen Einfällen zu punkten und die Zuschauer durch überragende Drehbuchleistungen zu überrumpeln, jedoch besticht das Werk durch seine durchaus bodenständige und solid-ruhige Art, durch einen Film zu führen und authentische Persönlichkeiten zu formen, die durch diese von Suspense durchzogene Story getrieben werden.
Dass dabei eben nicht die üblichen Klischees erfüllt werden (und auch der Trailer richtig geschnitten wurde, um keine Handlungsüberraschungen vorweg zu nehmen) rechne ich dem Titel dabei hoch an.
Die große Offenbarung bleibt zwar außen vor, die große Enttäuschung verabschiedet sich hinterher aber auch vor der Kinotür und hinterlässt einen würdigen Eindruck vom Gesamtgeschehen.

.kinoticket-Empfehlung: So wenig ich einfallslosen Geschichten abverlangen kann, so sehr habe ich mich bei diesem Titel unterhalten gefühlt und finde, dass dies durchaus ein nettes Beiwerk zu einem ansonsten grandiosen Kinotag werden kann, dass man entweder mit Freunden in der 23-Uhr-Vorstellung genießt oder als Auftakt für andere Horrorfilme im Heimkino verwenden kann.

Nachspann
Auf jeden Fall bis ganz zum Schluss durchhalten, so gehört sich ein guter Abgang!
Kinostart: 27. Juli 2017

Alibi.com

Früher hat man das französische Kino ausnahmslos gelobt. Der geniale Einfallsreichtum und die unverbrauchte Frische gegenüber den ausgedienten Hollywoodschinken war eine völlig neue Erfahrung im Kino.
Mittlerweile haben sich einige Schauspieler zu internationalem Ruhm emporgearbeitet, die nun – gleichsam wie in der großen Filmschmiede – zum Aushängeschild mutieren und dafür sorgen, dass die Hinter-den-Kulissen-Arbeiter nicht mehr soooo sorgfältig beim Auswählen ihrer Sprüche und Einfälle sind, da man sich auf bereits erreichte Erfolge stützt und darauf hofft, dass die aktuellen Werke daran anschließen.
Und genau dieses Eingefahren sein, dass sich damit ausbreitet, macht mir als Vielkinogänger und Filmjunkie extreme Unlust, denn ein zweites Hollywood ist nicht nur überflüssig, sondern befreit uns damit auch von der Andersartigkeit und Vielfalt, die mit internationalen Filmerschaffern einhergeht. Und genau diese Vielfalt sollten wir erhalten.
Alibi.com dreht den Spieß nun wieder um und orientiert sich an den ursprünglichen Werten französischer Komödien: Man stellt keine bekannten Leute auf die Leinwand, sondern sorgt sich wieder um einen herausragenden Plot, der mit Genialität besticht und den Zuschauer von Anfang an auf einen unglaublich irren Trip durch die Filmgeschichte mitnimmt.
Es ist wieder an der Zeit, die Zuschauer darauf vorzubereiten, dass man zum Verstehen all der vielen Anspielungen unglaubliches Filmwissen und Vorkenntnisse mitbringen sollte, um das gigantische Ausmaß an Gags hier voll auszuschöpfen.
Bei einigen Dingen wird nachgeholfen und so manche Alliteration verstehen auch Unmündige, und genau das hat mir Anfang der Woche im Saal extrem Spaß gemacht: Man wurde für sein Filmwissen belohnt und durfte von einem Lacher zum anderen segeln.
Der einzige Kritikpunkt, den ich hier anführen möchte, ist folgender: Ab einem gewissen Punkt nimmt sich der Film selbst nicht mehr wirklich ernst und driftet dabei etwas spurverloren über die Geschwindigkeit, die er anfangs aufgebaut hat. Ohne dabei sein Ziel wirklich zu verlieren, erlebt man während dieser Fahrt einen Moment der Unsicherheit, der zwar zum Ende hin wieder aufgefangen wird, aber aus einem möglichen sensationellen Erfolg “nur” einen Kinofilm macht, den man zwingend mit Freunden in vollen Sälen besucht haben sollte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Die typisch gewordene French Comedy wurde durchbrochen und durch ursprünglichen Wind ersetzt, der die Segel wieder herrlich weit aufbläht und hier für ordentlich Fahrt sorgt.
Das enorme Ausmaß an filmübergreifenden Gags ist allein einen Besuch wert und die Idee als solches sorgt definitiv für Spaß in den Reihen.
Schnappt euch ein paar Freunde, fahrt ins nächstbeste Kino und genießt die Show – es lohnt sich!

 
Nachspann
Selten so gelacht. Also: Sitzenbleiben!
Kinostart: 3. August 2017

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