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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: 120 Minuten

Deadpool 2 (mit Verlosung – gewinnt Freitickets und mehr!)

Das Beste zu Beginn: ES GIBT FREITICKETS! – Es gibt Poster! – Es gibt T-Shirts, Hemden, Plüsch-Einhörner … Twentieth Century Fox hat einen riesigen Packen Gimmicks für euch klar gemacht, die am Ende des Beitrags verlost werden!
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Wieder einmal fällt es sowas von schwer, nicht sein Maul aufzureißen und den Gefühlen einfach freien Lauf zu lassen… noch nie habe ich ein Embargo so gehasst wie dieses Mal!
Es ist schon ein gefühltes Leben her, dass ich diesen Film in der Premierenvorstellung für die Presse gesehen habe und Deadpool und seine Crew bei seinen neuen Abenteuern bewundern und vergöttern durfte.
Die Macher haben uns versprochen, dass sie den Humor nicht “verbessern”, sondern auf diesem Niveau bleiben. Sie haben genau das getan und damit ihr Versprechen gebrochen: Sie sind besser geworden! Teil 2 der Eskapaden rund um den besten aller Superhelden ist nämlich nochmal um einiges geiler als der erste Teil!
Seine Anspielungen und Superheldenstreiche in Bezug auf die X Men toppen sich selbst und verschaffen Deadpool in der Fortsetzung nochmal einen richtig fetten Brocken Sympathie, Fanliebe und Vergötterungspotenzial! In Verbindung damit, dass man mit New Mutants die Geschichte der X Men-Saga neu auflegen will, ergibt das ein Superhelden-Epos, das für die Avengers gefährlich werden könnte!
Man macht eben erstmalig einfach das, was der eigentliche Filmfan von seinen Filmschätzen erwartet: Man macht einfach weiter, ohne dabei zwanghaft in immer größere Superlativen zu driften und damit in absehbarer Zeit zwangsweise in Lächerlichkeit zu enden. Und damit verfolgt Deadpool 2 genau die Linie seines Superhelden aus Teil 1: Man bleibt sich und seiner Einzigartigkeit einfach treu und gibt damit den Fans etwas, dass sie lieben und verehren können – und bereitet damit den Weg für viele weitere Teile!
Auch in Sachen PR gibt’s von mir ein riesiges Lob: Prinzipiell könnt ihr euch alle .trailer des zweiten Films anschauen, ohne etwas vom Film gespoilert zu bekommen, das hat er nämlich einfach nicht nötig.
Oder schaut euch das verheerend geile Video von Celine Dion und Deadpool himself an: Selten so etwas Geiles gesehen und permanent Gänsehaut dabei gehabt! >> http://columbiarecords.com/ashes/
Die Promo zum Film ist so grandios umgesetzt, dass aus dem Film eben wirklich nichts verraten wird, sondern man mit Spaß, übermäßigen Gags und grandiosen Deadpool-Slapstick-Humoreinlagen verwöhnt und mit gebrochenen Knochen und einem Grinsegesicht wieder aus dem Saal geschoben wird!
Es wird episch! Es wird großartig! Es wird einzigartig und genau das macht Deadpool aus: Er ist kein Held aus der Dose, mit Fähigkeit XY, der einfach das macht, was Superhelden so machen, sondern er trifft einen Nerv bei den Menschen, die ihn dafür lieben und ehren, weil er eben nicht so ist, wie man es sonst von Superhelden erwartet.
Und glaubt mir: KEINER von euch bereut es, diesen Film gesehen zu haben – und niemand bereut es, dafür ins Kino gegangen zu sein: Es gibt so viele geile Anspielungen und Dinge, mit denen einfach keiner gerechnet hätte und die man sich in den Jahren des ersten Films noch nicht mal zu träumen gewünscht hätte.
Man kringelt sich vor Lachen – man brüllt, lacht, ist geschockt und fühlt sich unfassbar gut unterhalten: Was Marvel in 18 Filmen großartiger Comicverfilmungen exzellent aufgebaut hat, macht Deadpool 2 einfach mal schon in seiner ersten Fortsetzung!
 

.kinoticket-Empfehlung: Nachdem ihr das Witzniveau nicht anheben wolltet, sondern einfach gleich gut bleiben, dreht bitte keinen dritten Teil – aber beeilt euch damit!
Deadpool 2 übertrifft sich in allen Bereichen und jault nur so auf, was Humor, Unterhaltung, Fun und Einzigartigkeit angeht: Es ist der Film, auf den ich dieses Jahr krankhaft hingefiebert habe und man hat dabei nicht nur alles richtig gemacht, sondern zieht die besten Karten und legt sie uns auf den Tisch!
Kommt rein, genießt es und taucht erneut und so oft ihr könnt im Deadpool-Universe ab: Es wurde für euch gemacht!

 
Nachspann
✅ Was glaubt ihr denn? 😀 Sitzen bleiben oder nicht? … Stichwort: Marvel! 😉
Kinostart: 17. Mai 2018
 
:: G E W I N N S P I E L ::
So, und damit euch die Warterei nun endlich nicht mehr ganz so nervt, gibt’s hier ein riesiges Paket, welches von Twentieth Century Fox für euch zusammengeschnürt und mir zum Verlosen überlassen wurde!
Mit dabei sind 2×2 Freitickets, Kinoplakate, T-Shirts, Hemden, Plüscheinhorn – also alles, was das Deadpool 2-Fanherz begehrt!
Was ihr dafür tun müsst: Kommentiert im Blog unter diesem Beitrag einfach bis einschließlich 23. Mai 2018 24:00 Uhr, mit wem ihr euch zusammen Deadpool 2 im Kino anschauen wollt, und ihr seid bei der Verlosung dabei. Hinterlasst dabei eine gültige E-Mail Adresse, unter der ich euch fix erreichen kann.
Anschließend werden die Gewinner wieder per random.org ermittelt und von mir benachrichtigt, damit ich auch weiß, wohin ich euch den Gewinn schicken darf.
Alle angegebenen Daten werden nur im Rahmen dieses Gewinnspiels genutzt und anschließend wieder gelöscht. Facebook, Twitter und andere Websites haben nichts mit dem Gewinnspiel zu tun, dieses wird ausschließlich von www.kinoticket-blog.de veranstaltet und die Gewinne von Twentieth Century Fox zur Verfügung gestellt. Eine Barauszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen. Es gelten die üblichen, vernunftbasierten Gewinnspielbedingungen.
Und jetzt Abmarsch – sucht euch euren Kinobuddy, kommentiert (am besten beide, das erhöht eure Gewinnchancen!) im Beitrag und drückt euch gegenseitig die Daumen. Ich wünsch euch viel Spaß und freue mich schon auf die zufriedenen und glücklichen Rückmeldungen von euch.
Möge die X-Force mit euch sein!

Genauso anders wie ich

Es ist wieder mal eine Schande: Im Kino häufen sich die Filme, die in aller Munde sind und die Leute rennen zu Scharen rein und Vorstellungen wie diese sind schamlos leergefegt und werden von keinem beachtet. Dabei ist gerade dieser Titel es soooo wert, dass man ihm Aufmerksamkeit schenkt – und das gleich aus mehreren Gründen.
Vorab: Wer bereits irgendwo eine Kritik gelesen oder sich von Inhaltsangaben oder sonstigem Schwachsinn oberflächlich hat abspeisen lassen, sollte seine aufgebauten Vorurteile wieder in die Tasche stecken und einfach mal fünf Minuten zuhören.
Ja, es gibt tatsächlich kurze Momente, in denen die illustre Mädchenhaftigkeit von Renée Zellweger zu spüren ist, die nunmal ihre ganz eigene Bridget Jones Tagebuch-Manier hat, das macht sie als Person nunmal aus.
So man dies weiß und sich diesen Film besieht und erstmal geschlagene 20 Minuten braucht, um festzustellen, dass das tatsächlich Zellweger und nicht jemand anderes ist, zeugt an dieser Stelle dann wohl eher von einer schauspielerischen Stärke, die seinesgleichen sucht. Und da schließe ich alle anderen sofort mit ein, die das Kinoplakat auf den ersten Blick freigibt: Die gespielten Rollen überzeugen dermaßen mit einer Authentizität und Hingabe, die man so selten gesehen hat.
Ich behaupte oft, dass die Menschen heute in den Werken beliebig austauschbar wären und alles nur noch von Technik und CGI-Gekröse am Leben erhalten wird – dies kann man von Genauso anders wie ich mal absolut nicht behaupten: Nimm einen der Darsteller hier raus und die Kiste bricht in sich zusammen! Diese Höchstleistung gehört honoriert und es ist eine Schande, dass der Film gerade gnadenlos absäuft!
Weiter geht’s nämlich mit den eindrücklichen Szenen, die mancher als “kitschig” bewirbt oder schmalzig dargestellt sehen will: Dies kann ich so überhaupt nicht unterstreichen: Kameramäßig merkt man auch hier wieder viel Arbeit, die in solche Szenen geflossen sind und musikalisch hat man eher auf Beruhigung und Tiefenentspannung gesetzt, was in der ansonsten oft hektischen Weihnachtszeit jetzt ja wohl das Willkommenste ist, das man sich wünschen kann: Einen Film, der mal nicht nach vorne prescht, sondern sich mal die Zeit lässt und an Natur, Farbträchtigkeit und Schönheit ergötzt, ohne den Zuschauer durch mittelklassische Musik zu deformieren. Auch da wieder ein großes Lob, diese Momente sind den Besuch in einem ruhigen Kino durchaus wert!
Gehen wir zur Kindlichkeit und dem Rumgenerve von Zellweger: An alle Frauenrechtler und Feminist-Fetischistinnen: Sorry, dieser Film erzählt nicht die Geschichte einer Frau, sondern die eines Mannes – und da ist es leider ein ganz klein wenig egal, ob diese Frau sich im Laufe der Spielzeit selbst zur Lächerlichkeit führt und sich daher am Ende eigenständig obsolet macht: Vielmehr zählen die unfassbar vielen Momente, die zwei Kerle hier miteinander erleben und die eindrücklich ein so wichtiges und diskutiernotwendiges Thema aufgreifen, dass einem nur das Herz durchgeschüttelt werden kann.
Mein Gott, was bin ich zwischendrin oft zusammengebrochen, als man mit einer derartigen Einbruchskunst vor verschiedene Szenarien geführt wurde und sie in einem mächtigen Emotionsschlag hat enden lassen, die sowohl das anprangern, was angeprangert gehört als auch zeigen, aus welchen Verwindungen sich manche herauskämpfen müssen, das wiederum ihre soziale Abgeschiedenheit und Andersartigkeit erläutert und damit einen Reigen zur humanistischen Verständigung anführt, die ich in diesem Ausmaß noch nicht erlebt habe: Ohne Moralfinger, ohne Predigten und den ganzen Schwachsinn einen Film über so ein wichtiges Thema zu drehen, der diese Reaktionen beim Zuschauer auslöst: Her damit!
Und nicht zuletzt: Wahre Geschichte! Und zwar so wahr, dass er in Amerika drüben so extrem viel bewirkt hat, dass sich jemand sogar auf die Beine gemacht und das Ding verfilmt hat – es ist also etwas dran. Dies sieht man auch am Nachspann – und darum bleibt mir nur zu sagen:
 

.kinoticket-Empfehlung: Vergesst die verdammten Kritiker und setzt euch auf eure vier Buchstaben und zwar genau in diesen Film!
Eine wichtigere Botschaft gibt es an Weihnachten nicht – und das Geplörre von irgendwelchen Schrullen, die einem erzählen wollen, dass das hier schmalzt oder nervt, darf man sich gerne wohin stecken.
Dies ist ungelogen menschlich gesehen einer der besten Filme, die ich seit langem gesehen habe!

 
Nachspann
dringend sitzen bleiben, denn hier sieht man, dass das nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern tatsächlich wahr ist. Sehr wertvoll!
Kinostart: 30. November 2017

The Birth of a Nation – Aufstand zur Freiheit

Man sollte sich ein wenig Zeit nehmen und das Plakat ganz in Ruhe anschauen und nicht einfach nur drüberfliegen und registrieren, welcher Film dort beworben werden will. Ich finde nämlich, dass die Schöpfer des Plakats den Inhalt des Films sehr gut wiedergeben.
Im Kino erlebte ich wieder einmal den seltenen Moment, dass es mir als eingefleischter Fan von Brutalität und Horror schwer fiel, tatsächlich hinzusehen. Vielleicht, weil man im Hirn diesmal registriert, dass dies eben keine gespielte und einfach nur perfekte Arbeit eines Regisseurs ist, sondern sich solche Szenen auf unserer Erde tatsächlich abgespielt haben. Hierbei trennt sich meiner Meinung nach die Sorte Film, die man sich anschaut und die von den Medien oft fälschlicherweise kritisiert wird. Das eine ist Unterhaltung, die nur dafür geschaffen ist, das Können einiger Weniger zu präsentieren und eine bestimmte Gruppe Interessenten zu entertainen.
Das andere ist messerscharfe Aufarbeitung geschichtlicher Ereignisse und offene Kritik an vergangenen Taten, die nichts mehr mit Kunst, sondern vielmehr mit gesellschaftlicher Relevanz zu vergleichen wären. Letzteres findet in The Birth of a Nation statt. Nicht nur, dass der Regisseur es geschafft hat, hier so emotional und bindend eine Zugehörigkeit zwischen Zuschauer und Darsteller zu erschaffen, sondern er zeigt ein grausames Thema offen und unverblümt und schlägt damit seinen Kunden offensichtlich ins Gesicht, während ihr sie gleichermaßen an die Leinwand fesselt.
Somit erlebt man als Zuschauer einen unglaublichen Trip, der das Entsetzen und den Schmerz fast physisch wahrnehmen lässt. Ich war zutiefst geschockt und habe hinterher einige Minuten gebraucht, um überhaupt wieder Worte aus meinem Mund zu lassen. Was hier gezeigt wird, gehört völlig zu Recht auf eine Leinwand und sollte so viele Menschen wie möglich erreichen, um klarzumachen, in welche Richtung wir uns als Gesellschaft bewegen, wenn politisch alles so weiter läuft, wie ist derzeit der Fall ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: The Birth of a Nation präsentiert dem Zuschauer nicht nur fesselnde Unterhaltung, sondern ist ein Aufschrei sondersgleichen, der historische Ereignisse aufarbeitet und in exzellenter Weise zeigt, welche Grausamkeiten der Mensch zu tun imstande ist.
Die Tatsache, dass der Stoff nicht einfach einem kranken Hirn entsprungen ist, sondern tatsächlich so stattgefunden hat, macht den Kinobesuch umso wichtiger.
Man sollte jedoch einen harten Magen mitbringen und sich darüber im Klaren sein, dass hier kein Kuschelkurs gefahren wird.

 
Nachspann
Nach diesen Dingen braucht man gewiss keinen Nachschlag mehr, und somit kriegt man auch keinen.

Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück

Mit Captain Fantastic geht ein Film an den Start, den sich viele wohl nicht so vorgestellt haben, denn schon von Anfang an holt man den Zuschauer ab und wirft ihn in einen Teil dieser Welt, den die meisten in dieser Intensität so nicht kennen dürften.
Was in meinen Augen hervorragend gelungen ist, ist die Wand, gegen die man den üblichen Materialismus prallen lässt um dann den Geist des Zuschauers langsam wieder aufzuheben und zärtlich neu zu verpflanzen, um hier eine völlig neue Ideologie eines gesunden Lebens vorzustellen, die in dieser Form sehr wohl selten gelebt und schon gar nicht für allgemeintauglich erachtet werden kann.
Und genau das macht mir einen riesigen Spaß: Zu erleben, wie die stoisch-kritische Masse an Menschen im Verlauf der Zeit immer weniger sinnvolle Argumente findet, um den dubiosen Lebensstil der Hauptdarsteller zu kritisieren, weil offenbar wird, dass vieles von dem sehr wohl überlegenswürdig ist und man sich eher darum bemühen sollte, zu hinterfragen, was denn im eigenen Leben falsch läuft, weswegen man nicht diese Form von Glück empfindet, die hier offenbart wird.
Wer jetzt glaubt, es handelt sich hier um eine massive Kritik an der modernen Gesellschaft, der irrt. Ein weiteres Juwel des Films: Er beleuchtet in mannigfaltiger Weise beide Seiten des Seins und lässt sie gewissermaßen koexistieren, ohne jeweils das eine oder andere zu verdammen, sondern führt nur dazu, dass man tatsächlich seinen Hirnbrei mal wieder anstrengt und darüber nachdenkt, ob das alles hier wirklich so sein muss oder man vielleicht doch an ein paar Stellschrauben drehen kann, um sich und der Umgebung ein bisschen weniger weh zu tun als sonst.
Und dieses Verhalten, der provokante und offene Umgang mit diversen Themen, der Intellekt, die Angleichung und sensible Filterung von einzelnen Elementen des großen Ganzen macht hier einen so wohldurchdachten und überzeugenden Eindruck, dass ich den Film jedem nur wärmstens ans Herz legen kann, denn hier steckt so viel Wahrheit über den Zustand unserer Welt drin, wie viele wohl gar nicht glauben mögen.
Dass unser Planet zur Zeit erkrankt ist, dass so vieles so schief läuft, dass Zustände herrschen, die unumkehrbar scheinen und die Menschheit darunter leidet, ist wohl unverkennbar. Captain Fantastic bietet insofern eine Lösung an, wie man als Individuum damit umgehen kann und offenbart hier eine Erklärung für die Lebensweise, die ich persönlich allem anderen vorziehen würde und es tatsächlich zeitweilig auch real umsetze. Nicht nur ironischerweise teilen der Hauptdarsteller und ich uns schon den selben Namen …
 

.kinoticket-Empfehlung: Captain Fantastic gehört zu den Filmen, die man gesehen haben muss, wenn man auf tiefgründige Auseinandersetzung mit den Grundpfeilern des Lebens steht, Philosophie und Gesellschaftskritik etwas abgewinnen kann und seinen eingefahrenen Blick auf die Welt wieder mit ein paar neuen Kreationen bereichern möchte.
Die offene, direkte und dennoch relativierende Sicht auf die Problematiken unserer Gesellschaft sind derart feinfühlig zusammengesetzt, dass allein schon die nicht-schmerzende Kritik sich wie eine forcierte Heilung unserer kranken Existenz anfühlt und man meint, endlich eine Lösung zu finden, die dem alltäglichen Wahnsinn da draußen paroli bietet.
Für mich jetzt schon ein weiterer Meilenstein der Filmgeschichte, der in jedes Filmregal gehört und über den man gerne in Schulen oder Universitäten diskutieren darf.

 
Nachspann
nach solch einem Thema braucht es keine weiteren Momente, sondern eher Zeit zum Nachdenken.

Star Trek Beyond

In der Vergangenheit haben sich zwei extrem große Welten jeweils miteinander bekriegt: Die als extern handelnde, vielschichtigere Charaktere aufweisende und coolere Star Wars-Generation vs. die introvertierte, Handlung auf der Brücke stattfindende und vergleichsweise langweilige Star Trek-Mannschaft. Beide haben nun einen gemeinsamen Nenner: Produzent J.J. Abrams, der nun beide Lager in seiner Person vereint.
Was ich beim großen Vorbild noch mangelhaft und fehlend empfand, hat man in Zusammenarbeit mit Fast & Furious-Genie Justin Lin nun in Star Trek Beyond zu seiner Vollkommenheit geführt, denn die Langeweile bei dem dritten Teil des Reboots des vormals 10 Filme umfassenden Movie-Ensembles der Sternencrew gehört nun endgültig der Vergangenheit an.
Man mag sich über die neue Besetzung der Truppe aufregen oder sie als gegeben hinnehmen, ich für meinen Teil gehöre zu denen, die langsam kapieren, dass vergangene Zeitalter abgeschlossen werden und definitiv neue Gesichter die Bildflächen bevölkern, die der nächsten Generation als Vorbild dienen und somit meinereiner zum alten Eisen abstempeln. Ob dies nun bedauerlich oder erfrischend ist, vermag jeder für sich selbst beantworten.
Fakt ist, dass mit dem Reboot der Star Trek-Reihe auch eine völlig neue Machart konzipiert wurde, die hier wieder ganz klassische Akzente setzt und nicht nur Gesagtes erneut über den Filmtisch spulen will, sondern auch an bekannten Traditionen anknüpft, die beispielsweise seinerzeit wegweisend für die kulturelle Entwicklung der Gesellschaft waren und deutliche Akzente im Umgang bezüglich Toleranz und Harmonie gesetzt haben.
Dieser unterschwelligen Kritik bedient man sich auch weiterhin und führt somit ein großes filmisches Vermächtnis in die Hände jugendlicher Menschen, die auf ihre Art und Weise neu erkennen dürfen, wieviel Potenzial in unserer Rasse steckt und was man alles so aus sich rausholen kann.
In punkto Action und Abholwucht nimmt man sich hier ein deutliches Beispiel an dem soliden Fundament von Justin Lin, der seine Übertreibungsfehler aus dem Auto-Franchise bereut und diesmal – obgleich die Handlung sehr viel größer angelegt und das Spielfeld um Welten erweitert wurde – durchaus auf dem Boden der Glaubwürdigkeit bleibt und keine Lächerlichkeiten zur Schau stellt, die am Image des Films Schaden hervorrufen könnten.
Man wird als Zuschauer abgeholt, man genießt den trockenen Humor zwischen Captain Kirk und Spock und erfreut sich sowohl an grandiosen Action-Spektakeln alswie genauso an verbalen Diskursen, die an dieser Stelle nicht eingefleischten Englisch-Könnern durchaus zu schaffen machen könnten. Die dialoglastige Tiefe ist definitiv erreicht und füllt die Zeit erholsam auf, die man nach dem großartigen Abholen und Auf Trab bringen am Anfang des Films hat.
Die neue Crew erledigt ihre Dinge in meinen Augen genauso gewissenhaft und wohlüberlegt, auch wenn manch einer wohl nicht mit der etwas flachsigen Art von Chris Pine zurecht kommt, der hier wieder eine Nachfolgegeneration repräsentiert, von der sich ältere Semester per se angegriffen fühlen dürften, da hier keinerlei Bezug zum nachdenkenden Vorläufer hergestellt wird, sondern die Schauspieler ihre Rollen hervorragend kopieren und auf ihre Weise mit Leben füllen.
Ebenfalls erwähnenswert und vollständig ins Bild passend ist der neue Look der Filme, der hier in kühl gehaltenen Farben eine moderne, aber dennoch simple Welt konstruiert, die nichts von der ehemaligen Einfachheit gegenüber Star Wars einbüßt, aber dennoch vollständig modernisiert wurde und somit altes hinter sich lässt und neue Wege beschreitet, was wiederum proklamiert, dass man tatsächlich Neues schaffen möchte und keine ausgeleierten Kopien herstellt.
Und zu meiner allergrößten Freude war der endgültige Schritt nach draußen, der die Handlung nun in eine Welt wirft, die in Beyond einfach nur tierisch Spaß macht und Ängste wohl eher bei den Überlegungen aufkommen lässt, wie das nun weitergehen soll. Toppen sie sich im nächsten Teil selbst, läuft man wieder Gefahr an Übertreibung zu kranken, fahren sie zurück, mag man das als Blockade im Erzählfluss empfinden – der Grat ist auf jeden Fall schmal, auf dem man sich jetzt bewegt und in meinen Augen genau richtig austariert, um zwischen technischer Größe und schauspielerischem Talent eine Ausgewogenheit auf die Leinwand zu produzieren, die im Herz des Cineasten pure Freude aufkommen lässt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Kurzum: Das hier ist der beste Star Trek dieses Jahrzehnts, den die Reihe seit dem Reboot erlebt hat.
Man läuft in genau die richtige Richtung, man hat filmisch den Zenit der Wohlgeborgenheit erreicht und konfrontiert die Zuschauer nicht nur mit ausgewogener Story, sondern auch mit satten Effekten und trächtigem Dialogreichtum.
Und genau diese Art von Film wünscht man sich doch, wenn man von Popcorn begleitet den Saal betritt und einfach nur einen verdammt geilen Kinoabend erleben will.
Also nutzt die Gunst der Stunde und abonniert euch den Männerabend im CinemaxX morgen bzw. kauft eure .kinotickets ab Donnerstag, wenn das Teil offiziell in den Kinos anläuft. Es lohnt sich endlich wieder einmal!

 
Nachspann
enthält keine weiterführenden Szenen, allerdings dürfte das Ende der Story noch lange nicht erreicht sein.

The Danish Girl

Im Zuge meiner Veröffentlichungen wurde ich von einigen Lesern gefragt, ob ich mir auch spezielle Spartenfilme anschauen und rezensieren könnte. Anfangs noch ignorierend dachte ich mir, dass die Nachfrage danach recht dürftig ausfallen würde und beschloss daher, den Sektor Nischenkino vorerst Stillschweigen bewahren zu lassen.
Da sich jedoch in letzter Zeit solche Anfragen häufen und ich im vergangenen Jahr bereits tatsächlich Filme aus diesen Genres gesehen habe, möchte ich die Gelegenheit der Stunde nutzen und hiermit bekannt geben, dass in Zukunft hin und wieder auch absolutes Nischenkino gesehen und verbloggt wird, auch wenn mich diese Themen persönlich oft nicht in dem Ausmaß interessieren wie manch einer im Zuge der gewählten Sparten vielleicht vermuten könnte.
Beginnen möchte ich mit einem relativ aktuellen Film, der diese Woche seinen Kinostart feierte und das Thema Transgender etwas näher beleuchtet. Angetrieben von dem bereits oscarprämierten Schauspiel von Eddie Redmayne zog es mich in The Danish Girl, indem besagter Schauspieler seine inneren Widersprüche bezüglich seines Geschlechts entdeckt und entsprechende Maßnahmen ergreift, um mit sich selbst wieder im Reinen zu sein.
Dass es sich hier weder um Pornografie noch um einen klassischen Gay-/Lesbian-Film handelt, merkt man daran, dass man sich von Seiten der Macher her nur zaghaft an das Thema Geschlechterwechsel heranwagt und hier die professionelle Arbeitsweise eben auch Züge der allgemein bekannten Schwerfälligkeit beinhaltet, mit der die Gesellschaft auf Menschen reagiert, die – aus welchen Gründen auch immer – etwas abseits der Norm leben und verschiedene Aspekte eben anders behandeln als die Allgemeinheit.
Ich bin in meinem Leben sehr tolerant erzogen worden und habe daher, ich möchte schon fast sagen aus Trotz, viele Freunde und Bekannte, die in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung leben und komme mit diesen Menschen wunderbar aus. Die üblichen Vorurteile kann ich persönlich nicht bestätigen und das über einen Kamm Scheren kann ich nicht ausstehen. Auch bei Heteros gibt es Arschlöcher und sexuelle Belästigung, was man im Zuge der Diskussionen um Köln ja aktuell wieder auf dem Schirm beobachten kann.
Im Gegenteil: mir sind diese Menschen oftmals sogar lieber als die breite Masse, da ich hier oft die zuverlässigeren Freunde gefunden habe, die auch dann da waren, wenn alles um einen rum weniger gut ausgesehen hat.
Dass man sich diese Hasstiraden auf spezielle Randgruppen sonstwohin stecken kann, beweist dieser Film, der sich eben massentauglich-sensibel an das Thema heranpirscht und im Zuge eines Spiels Dinge zum Vorschein bringt, die vielleicht im ersten Moment schockieren, im finalen Zug dann aber ihre Richtigkeit beweisen. Was hier wunderbar zur Geltung kommt, ist das Feingefühl und Interessierte, mit dem man sich dem Körper nähert und ein Gespür dafür entwickelt, wer man eigentlich ist.
Spielend in einer Zeit, wo derartige Gedanken noch wirkliche Probleme hervorrufen konnten, ist hier die Geschichte einer der Vorreiterinnen der Transgenderbewegung dokumentiert, die mit beispielhaftem Verhalten voranging und für Millionen von Menschen mutiges Vorbild war, zu sich selbst zu stehen.
Was ich hervorragend fand, war, dass dieser Outingzwang, der in der Gesellschaft Normalität zu sein scheint, diesmal absolut keine Beachtung bekam. Hier ging es nicht darum, sein ganzes Umfeld und am besten die ganze Welt darüber in Kenntnis zu setzen, welche sexuellen Vorlieben man hat, um – ganz nach öffentlicher Markierung, wie man sie aus dem dritten Reich kennt – ein öffentliches Register zu führen, von wem man sich in Zukunft besser fernhält. Wäre diese Marotte normal, müsste man automatisch auch jede Essensgewohnheit oder Reisevorliebe zwanghaft jedem mitteilen und das will nicht nur keiner hören, sondern das geht ehrlich gesagt auch niemanden etwas an.
Was man in so manchen Gegenden dann oft zu spüren kriegt, findet hier eben mal löblicherweise keine Unterstützung, sondern es wird tatsächlich auf die eigenen, persönlichen Gefühle wert gelegt, dessen daraus resultierenden Handlungen den einzigen Zweck erfüllen, dass man selbst wieder glücklich ist. Und dieses tiefe Verlangen bringt Redmayne fantastisch rüber, auch wenn es Mitdarsteller und vielleicht auch ein, zwei Zuschauer tatsächlich schmerzt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Alles in allem ist mit The Danish Girl ein wunderbarer Film entstanden, den man als Uninteressierter nicht unbedingt gesehen haben muss, der aber ein wichtiges Biopic liefert, dessen Inhalte den Urspung der Transgenderbewegung dokumentieren.
Für Liebhaber einschlägiger Filme definitiv hoch angesiedeltes Fressen, das in Sachen Niveau und professioneller Machart andere Spartenfilme extrem weit hinter sich lässt. Hier sprechen nicht mehr besondere Regisseure, die sich diesen Thematiken verschrieben haben, sondern das ist Hollywood, das sich hiermit den Randgruppen annähert, um einiges wiedergutzumachen, was filmtechnisch in der Vergangenheit gegenüber dieser Bewegung verbockt wurde.
Will man solche Charakterzüge besser verstehen, dann liefert dieser Film gutes Lehrmaterial, nicht nur dafür, wie man mit sich selbst umgeht, falls man persönlich davon betroffen sein sollte, sondern eben auch für Mitmenschen,  die sich schwer damit tun, solche Wünsche und inneren Befangenheiten zu verstehen.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, nach der Schwarzblende darf man also gemütlich wieder von dannen ziehen.

Horns

Daniel Radcliffe, besser unter dem Namen Harry Potter bekannt, hat sich ja schon in jüngster Vergangenheit mit dem Spielen von Hauptrollen in Horrorfilmen einen Namen gemacht. Sein letzter Horror-Coup war mit Die Frau in Schwarz in meinen Augen ein voller Erfolg.
Da ich mir persönlich ja mittlerweile so ziemlich alles im Kino anschaue (soweit es der Zeitplan hergibt ;-)), war ich anfangs gar nicht so sonderlich informiert über den Film, der auf einmal im “Nachtprogramm” meines Kinos auftauchte. Also rein und sichten.
Dass Radcliffe hier die Hauptrolle übernimmt, überraschte und erfreut mich zusätzlich. Diese – wieder einmal – Literaturverfilmung erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, dem auf einmal Hörner auf dem Kopf wachsen und der damit die absonderlichsten Dinge erlebt.
Die skurrile Idee des Films zieht ihre Bahnen durch das undurchsichtbare Geflecht menschlicher Empfindungen und offenbart einmal mehr die dunklen Seiten unserer Spezies. Das Schauspiel von Radcliffe überzeugt auf ganzer Linie, so dass man im Zuge der Anschuldigungen bis zum Schluss nicht zu sagen vermag, was nun Wahrheit ist und was nicht.
Die Idee und Umsetzung sind durchaus gelungen. Die teils komisch angehauchten Momente versprühen ihren Charme und gleichen das für Extrem-Horror-Fanatiker fehlende Gruselgefühl meines Erachtens durch gut dotierte Showeinlagen wieder aus. Die Musik versetzt einen zusätzlich in eine Art Trance, die hier weniger auf Schock, sondern eher auf Entrüstung und Perversion wert legt und damit neue Akzente im Showgeschäft setzt.
Was deutlich zu spüren ist: An den Effekten und Animationen war ein Liebhaber am Werk, der viel Arbeit ins Detail gesteckt und somit die Surrealität des Gezeigten hingebungsvoll umgesetzt und überraschend gut auf die Leinwand gebracht hat. Was hier gezeigt wird, soll nicht brutal schocken, sondern eher verblüffen und ent-realisieren, da es vordergründig nicht darum geht, dass jemandem Hörner auf dem Schädel wachsen, sondern viel mehr die Tatsache beleuchtet wird, wie Mensch reagiert, wenn er vor unliebsame und nicht alltägliche Situationen gestellt wird und mit ihnen fertig werden muss.
Transportiert man die unterschwellige Botschaft jetzt auf das “echte Leben da draußen”, kann man selbst aus so einem nischigen Film eine große Lehre mit nach Hause nehmen, die sich – portiert auf die persönlichen Herausforderungen – wunderbar in den eigenen Alltag integrieren lässt und aus den Zitronen, die einem das Leben hin und wieder vor die Füße wirft, wunderbaren Zitronensaft pressen lässt.
Somit ist den Machern etwas seltenes gelungen: Aus einer genialen Idee einen Film zu machen, der nicht auf Größe und historisches Erschlagen durch Superlativen setzt, sondern sich selbst filigran in das Denken einschleicht und versteckt etwas transportiert, dass sich besser umsetzen lässt als jeder Gedanke, den man zu anderen Blockbustern haben könnte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn man die Altersvorgaben erfüllt und zu später Stunde gerne mal mit ein paar eingefleischten Kinogängern gemeinsam Unterhaltung sucht, sollte man dieses Stück auf jeden Fall mitnehmen.
Die Story verblüfft auf ihre ganz eigene Weise und das Gezeigte erfindet die Kategorie “Thriller” ein wenig neu.
Ganz nebenbei hat man noch ein wenig Spaß, erinnert sich vielleicht zurück an die eigene Kindheit und geht mit einer unterschwelligen Botschaft nach Hause, die auch nach dem Film noch Früchte trägt.

 
Nachspann
anfangs noch super animiert, später dann der übliche Durchlauf an Namen und Taten. Man darf also getrost nach Hause gehen.

Escobar – Paradise Lost

Über das Leben des kolumbianischen Drogenbosses gibt es ja mittlerweile schon genügend Presseberichte und Filme. Seine Brutalität ist weltbekannt und nicht umsonst gilt er als einer der brutalsten Menschen überhaupt.
Escobar – Paradise Lost mutet dadurch fast wie ein moderner Pate-Film an, dessen Besetzung eben nicht mehr mit historischen Gesichtern auftrumpft, sondern mit Jünglingen punktet, die man als Peeta Mellark aus Filmen wie Die Tribute von Panem kennt.
Faszinierend zu sehen, dass Josh Hutcherson nicht nur süß aus der Wäsche schauen und perfekt gestylt durch die klinisch reinen Kulissen eines korrupten Systems laufen, sondern so derb überzeugend einen Part innerhalb eines solchen Systems spielen kann, dass einem einfach nur die Spucke wegbleibt.
Die filigrane Charakterzeichnung zeigt nicht nur bei ihm deutliche Nuancen zwischen Gut und Böse und beweist einmal mehr, dass die klassische Rollenverteilung bekannt aus alter Schule heute nicht mehr greift. Was hier abgeliefert wird, grenzt an Genialität, denn nirgends habe ich bisher so wunderbar verworren die Züge von Sympathie und absoluter Grausamkeit zusammen vermischt innerhalb einer Person vorgefunden – wenn man von Der Pate mal absieht.
Hier will man mit Szenen schocken. Dem robinhoodesken Helfersyndrom von Escobar – hervorragend gespielt von Benicio Del Toro – erlegen, findet man sich sympathisierend mit diesem Drogenboss wieder, der zeitgleich durch absolut unmenschliche Härte immer wieder mit Dingen schockt, die einem zeitweise das Blut in den Adern gefrieren lassen.
Kaum auszuhalten, wie verkrampft man teilweise im Kinosessel sitzt und der Dinge harrt, die da kommen mögen. Spannung pur, denn auch mit trickreichen Wendungen hat man hier nicht gespart.
Wenn die Macher erreichen wollten, dass man im Hirn so richtig gefickt wird und einfach nur fassungslos wieder aus dem Kinosaal spaziert, dann haben sie hier voll ins Schwarze getroffen. Anspruchsvolles Kino, dessen schauspielerische Leistungen zusätzliche Erwähnung finden sollten, denn die darf man ganz weit oben ansiedeln. Endlich mal eine Liebesgeschichte, die keine sein möchte und die dadurch auch funktioniert.
Am Schluss hat man viel Stoff zum Nachdenken und einen Film mehr gesehen, der zu Recht das Prädikat: Wertvoll verliehen kriegen sollte. Arthaus lässt grüßen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Anschauen. So wie schon Shank eine Epochenerneuerung darstellte, so anspruchsvoll und erhaben wird hier Der Pate in die neue Zeit transferiert und super spannend auf die Leinwand gebracht.
Wendungen, Story, und schauspielerisches Können bewegen sich auf ganz hohem Niveau und beeindrucken mit einer Größe, die seinesgleichen sucht.
Definitive Schau-Empfehlung. Rein da!

 
Nachspann
Lohnt sich nur dann, wenn man auf die Musik nicht verzichten möchte. Visuelle Eindrücke bleiben hier aus.

Spy – Susan Cooper Undercover

Dass James Bond als DAS Vorbild für Agentenfilme gilt, wissen mittlerweile ja nun alle.
Dass große Vorbilder immer mit Parodien gesegnet werden, auch.
Bei dem aufstrebenden Humorstern, den Melissa McCarthy gerne darstellt, war es also kein Wunder, dass auch sie eines Tages die Hauptrolle in einer Bond-Parodie spielen würde.
Da ich erst kürzlich in den Genuss von Get Smart gekommen bin, waren meine Ansprüche natürlich segensreich gefüttert und dementsprechend “Angst” hatte ich, mir diesen Film hier reinzuziehen.
Darum auch die Fun2Night: Da ist der Saal voll, es gibt Verlosungen und man hat wenigstens jede Menge Mitlacher im Saal, auch wenn es nicht komisch ist. Mit mehr Leuten im Kino macht es einfach mehr Spaß.
Meine Ängste waren unbegründet. Dass das ganze Pulver schon im Trailer verschossen wurde, so wie bei Der Kaufhaus Cop 2, ist hier so absolut nicht der Fall. Im Gegenteil: Spy macht tierisch Spaß und ist zu keiner Zeit derart dämlich, dass man sich dafür fremdschämen müsste.
Klar sind wir in einer Zeit angekommen, in der intellektueller Humor nur noch selten auf den Plattformen der Allgemeinheit zelebriert wird, hier wurde jedoch sehr präzise darauf geachtet, witzig zu sein – und zu bleiben. Der Film führt galant durch die Ebenen der CIA und bietet dabei so richtig was zum Lachen. Ob es die Unbeholfenheit von McCarthy ist, die sich manchmal mit Worten, manchmal mit Taten aus ihrem Schlamassel zu reißen versucht, oder das proletenhafte Rumgetue von Statham, der mit seiner Angeberei ständig für Lacher sorgt – man hat die ganze Spielzeit über was zu tun und wird trotz Parodie-Label als Zuschauer nicht verarscht, sondern für voll genommen.
Hier wird feinfühlig eine Welt geschaffen, die mit ihrer charmanten Darstellung Bond schon fast das Wasser reichen kann, auch wenn die Mutter aller Agenten niemals diesen Platz hergeben würde.
Sei’s drum: Es hat richtig Spaß gemacht und ich werde ihn mir mit Sicherheit noch einmal anschauen. Und genau das solltet ihr auch tun.
 

.kinoticket-Empfehlung: Reingehen! Man muss Bond nicht mögen, um McCarthy zu lieben. Hier stimmt einfach die Zusammenstellung der Stars, der Gags und das ganze Ambiente rundrum, um für einen wirklich gemütlichen Kinoabend zu sorgen, bei dem herzlich gelacht werden darf.
Der Clou, hier sowohl dieses also auch jenes humoristische Vergnügen zu bedienen, wurde professionell vollzogen und der Film bleibt spannend bis zum Schluss.

 
Nachspann
Sitzenbleiben. Auch nach dem Schluss. Da kommt noch mehr.

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