114 Minuten

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The Meg

Bereits das Plakat und auch die .trailer-Vorschau ließ bei vielen die Intelligenzerwartungen purzeln und erweckte amüsantes Schmunzeln auf der Leinwand, weil irgendwie klar wurde, dass The Meg wieder einmal klabautermannhafter Action-Fun ohne Anspruch und Hirn werden würde.
Diesbezüglich wurden wir dieses Jahr ja schon mit Skyscraper verwöhnt, dem weiteren Action-Garanten der heutigen Zeit aus Hollywood. Beide Filme haben eins gemeinsam: Man versucht in Amerika derzeit vehement, den asiatischen Markt für sich zu begeistern und somit neues Kapital zu erschließen.
Beiden Filmen ist dies in meinen Augen auch gut gelungen, da die chinesischen Komponenten gut integriert wurden und nicht das Gefühl aufkommt, man zwingt hier ohne Sinn und Verstand einfach etwas ausländisches in die Hauptrollen, nur um “genehmigt” zu werden. Ob dem auch die Akzeptanz der asiatischen Bevölkerung folgen wird, werden wir in den kommenden Wochen erleben.
Ich freue mich ehrlich gesagt schon diebisch auf die ganzen “professionellen Verriss-Berichte” über diesen Film, weil meine heiß geliebte Feuilleton-Feudalismus-Elite sich so wunderbar herrlich über diesen “Zustand” aufregt und partout nicht begreifen möchte, dass dieses moderne Action-Kino keinerlei Ansprüche darauf erhebt, in dieser Form Tiefgang zu verzeichnen.
Ich meine: Wer in so einen Film geht, der möchte keinen Tiefgang, zumindest nicht psychologischer Natur, sondern man will Bierchen, Popcorn, coole Stunts und jede Menge dumme Action haben, die zum Abschalten taugt und CGI-Effekte aufbahrt, die man eben nicht im heimischen YouTube-Kanal nachstellen kann.
Und genau das wird geliefert! Der Film glänzt vor stupider Dummheit, wartet mit dem typischen Hochglanzmagazinfrau/integrativerVorzeige-Dunkelhäutiger/unverwundbarerActionMacho-Cast auf und bietet innerhalb der Dialoge nur Schwachsinn, enthält keinerlei nachvollziehbare Ernsthaftigkeit und bringt auch sonst storytechnisch nichts auf die Reihe (außer der einen coolen Idee, von der der Film lebt), aber genau das will man doch auch gar nicht?
Man sitzt sowieso den ganzen Film über da und wartet nur darauf, dass das Krawumms endlich losgeht und man mit überbordender Zerstörungswut auf was auch immer losgeht und metzelt und kracht, dass die Wände wackeln und die Kinoboxen an ihre Limits geführt werden.
Stichwort: Dolby Atmos. Der Coup geht nämlich vollkommen auf und man hat als Liebhaber solcher Action-Abschalt-Movies seine höllische Freude dabei, wenn man mit diesem Gigantismus einmal mehr auf unterstem Niveau Vernichtungswut über die Leinwand streut. Gerade in den heißen Tagen trägt dieser Film unglaublich dazu bei, auch psychologisch wieder etwas in kühlere Gefilde vordringen zu können und die Ausgewogenheit stimmt am Ende einfach. Man ist entertaint, man kriegt genau das, was die Erwartungen einem vorher versprechen und ich war keineswegs von irgendetwas enttäuscht, weil man sich nicht genügend Mühe gegeben hatte.
Um’s nochmal vorweg zu nehmen: Wer hier einen plausiblen Plot erwartet, hat das Prinzip solcher Filme verfehlt. Diese Pseudowissenschaft und erzwungene “Wir müssen unbedingt was bringen, um die Intelligenz dabei anzusprechen” wurde teilweise ja schon bei Rampage – Big meets Bigger anfangs ausprobiert und ist grandios gescheitert. Dafür sind solche Streifen nicht da.
Wer das braucht, dem sind in vielen anderen Sälen derzeit enorme Vorstellungen von Mission: Impossible – Fallout in allen Formen und Varianten geboten, die hatten die jahrelange Aufbauzeit und warten mit eben jenem Anspruch auf. Man merkte aber bereits im .trailer, dass MEG hier nicht in Konkurrenz treten will, sondern eher Abschalt-Abkühl-Momente bietet, für die man sich in keiner Form anzustrengen braucht, sondern sich einfach beplätschern lassen kann.
Und dass das total funktioniert, brauch ich jetzt ja nicht nochmal erwähnen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Mir hat’s richtig Laune gemacht und ich gehe definitiv nochmal rein, rate aber jedem dazu, sich mit keinerlei Ansprüchen zu bewaffnen, da der Film diese nicht erfüllen will.
The Meg ist Kopfpausen-Action-Dramatik, die unterhalten und dabei einfach CGI-Gaudi präsentieren will, welche über das Niveau der YouTube-Generation hinausgeht und Dinge bietet, die man im heimischen Eigenversuch so nicht nachstellen kann. Und genau das liefert der Film in einer lockeren Fluffigkeit, die dazu einlädt, sich zurückzulehnen und die Zeit einfach zu genießen.
Pusht den Saal so groß wie möglich, macht die Anlage so laut wie möglich und setzt euch in die Mitte des Kinos, um den bestmöglichen Spaß dabei zu haben. Und lasst diesmal die kleineren Kinos am Rande liegen, dort macht der Streifen keinen Spaß.

 
Nachspann
❌ fängt ziemlich cool in 3D an, darf nach dem üblichen Blackroll-Übergang dann aber abgebrochen werden, es folgt nichts weiter.
Kinostart: 9. August 2018

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Es ist 10 Jahre her, dass Mamma Mia! weltweit 600 Millionen Dollar eingespielt hat und es ist keine Frage der Ehre, diesen Zug in unserer kapitalistisch veranlagten Welt erneut auszuspielen, auch wenn nur die Hälfte dabei rauskommen sollte.
Hollywood ist sowieso bekannt dafür, einmal funktionierendes so lange wieder neu aufzuwärmen, bis sich daraus wirklich kein einziger Cent mehr melken lässt. An wem ist dieser Film damals denn bitteschön nicht vorbei geschlittert? Es war also irgendwo klar, dass eines Tages die Fortsetzung serviert werden dürfte und – (da fangen jetzt die positiven Nachrichten an) – 10 Jahre sind mehr als genug Zeit, um ein vernünftiges Konzept auf die Füße zu stellen und nicht einfach nur lahmarschiges Wiederkäuen zu aktivieren.
An diese Mammutaufgabe hat sich Regisseur Ol Parker gewagt und alte Gefühle wieder neu aktiviert. Es ist nicht zu viel verraten, wenn ich ABBA ins Spiel bringe und es ist auch bekannt, dass es zweite Teile immer immens schwer haben. Im Suhl der derzeitigen .trailer-Landschaft sieht es auch höchst komisch aus, wenn auf einmal irgendwelche Figuren über die Leinwand tanzen und diese doch recht seltsam anmutende Vorschau mit dem im Vergleich merkwürdigen Film das Sommerevent des Jahres ankündigen will.
Man bleibe skeptisch. Als Laie ist bekannt, dass die immer gleichen Geschichten wieder und wieder auf den Opernbällen und Theaterbühnen erzählt werden und es niemals niemals niemals neuen Stoff geben darf, weil sonst die immer schon so seiende Bühnenlandschaft irre in sich zusammenbrechen würde und die Leute wohl auch heute in Theatern immer noch das gleiche sehen wollen.
Genau wie Grimm’s Märchen. Die gibt es – und da werden niemals neue erzählt, sondern die Klassiker wieder und wieder ausgepackt. Neu interpretiert, aber behüt’ euch Gott, wenn man dazu neuen Stoff gesellt.
Und nun ratet, was ich von Mamma Mia! – Here we go again gedacht habe. 😉
Ich meine: Allein der Titel ist schon langweilig und prophezeit einem ja förmlich, dass es quasi nur warmen Babybrei geben wird und das genussgeballte Spanferkel schon von vornherein von der Speisekarte gestrichen ist.
PUSTEKUCHEN!
 
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Das Teil ist dermaßen geil und großartig geworden, dass ich dem Film wünsche, die 600 Millionen Dollar zu knacken und die Macher zu inspirieren, in vielleicht 8 Jahren dann den dritten Wurf zu präsentieren!
Es ist absolutely amazing, was einem da von der Leinwand in die Seele springt und die Gefühle vom Hocker reißt! Die Farbenfreude, das Summer-Feeling, die hoch angesiedelte Emotionalität und die Idee, mit der man hier eine absolut bekannte und zigtausendmal durchgekaute Geschichte so verblüffend neu und einzigartig erzählt, ist unglaublich!
Wer meine Disney-Ausführungen verfolgt hat, der weiß, wieviel ich für “Singfilme” übrig habe und wer schon etwas länger mitliest, weiß auch, dass ich einige Male prophezeit habe, dass in Zukunft immer mehr Werke in die Lichtspielhäuser gezerrt werden, die neue Zuschauer anwerben und ihnen Opern und Theater schmackhaft machen sollen. Initiative “Bekehrt den Bürger fürs Theater” ist also auf vollen Touren und Mamma Mia! – Here we go again spielt da kein einziges Stück mit rein und teilt sich den Kuchen, sondern basht einfach mit unfassbarer Positivität und tatsächlichen Sommergefühlen vor den Latz, dass einem Hören und Sehen vergeht.
Dieses Ding ist so wunderbar ausgeglichen und austariert, dass eben nicht nur die üblichen Schmonzetten und Evergreens präsentiert werden, sondern man hat eine hervorragende Auswahl an Songs getroffen, bringt diese (besser als auf der Bühne?) in den Storyfluss ein und interpretiert da drumherum ein Stück, dass eine mögliche Entstehung der Geschichte des ersten Teils erklären könnte.
 


 
Nichts wurde aufgewärmt, sondern man liefert Frischfleisch und junges Gemüse und distanziert sich damit hintergründig auch von “Die jungen Schauspieler können allesamt nichts mehr, sondern nur noch doofen CGI-Kram” und setzt selbst hinter den Kulissen damit Maßstäbe und Statements, die mehr als begrüßenswert für die Kinolandschaft sind.
Wer hier am Schluss keine gute Laune hat, dem ist leider nicht zu helfen. Und das, was einem geboten wird, zieht in seinen Bann, Opernlover ja oder nein – es ist wurscht, ob man sich damit auskennt, Teil 1 vielleicht sogar noch nicht gesehen hat oder in seinem Leben noch nie etwas von Mamma Mia! gehört hat (gibt’s da jemand?) – diese Fortsetzung zählt, ich möchte fast schon sagen “erstmalig”, zu den Sequels, die das Level ihres Vorgängers überragen und sich absolut nicht anmerken lassen, dass es hier “nur weiter geht”.
Es ist ein gigantisches Spektakel, dass sich niemand – und ich meine wirklich niemand – auf der großen Leinwand entgehen lassen soll, und danach – so beweisen es die Bilder im Beitrag – darf man sich dann in die Theater verziehen und dort das passende Bühnenstück bewundern, von dessen Münchner Darstellerinnen und Pianisten wir in der Pressepreview eine exklusive Überraschungsvorstellung genießen durften.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ich halte nichts von Hypes und es ist daher um so verwunderlicher, dass ich auf diesen Faszinationszug aufspringe und begeistert bin von dem, was uns da auf der Leinwand geboten wird: Eine absolut neu aufgesetzte, durchkuratierte und ästhetisch himmlische Darbietung, die alles andere seinerzeit mit Leichtigkeit in den Schatten stellt.
Wenn man vorher kein ABBA-Fan war: Danach ist man es. Und das liegt sehr daran, dass eben nicht nur Dauerbrenner, sondern gerade die “liegengelassenen” Titel großartig vorgetragen und in Szene gesetzt werden, so dass man am Schluss total beflügelt und vor positiver Energie sprühend ins Leben entlassen wird.
Wer jemals eine Glücksdroge ohne Nebenwirkungen haben wollte: Hier ist sie! Stürmt die Säle und lasst euch dauerhaft davon begeistern und verzaubern – es lohnt sich!

 
Nachspann
✅ Abwarten! Den kriegt man quasi gar nicht mit, weil das, was in einem Nachspann normalerweise gezeigt wird, vollkommen untergeht … und tut euch selbst den Gefallen und geht nicht, bevor der letzte Vorhang fällt: Es kommt nämlich noch was. Und zwar ganz zum Schluss!
Kinostart: 19. Juli 2018

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Dass Agatha Christies Werk seit jeher eine faszinierende Anziehungskraft auf seine Kundschaft ausübt, ist wohl einer der Gründe, weshalb gerade diese Pressevorführung eine der meistbesuchten dieses Jahr war. Zumindest kam mir das so vor, denn noch nie habe ich so lange im Foyer auf die Anmeldung warten müssen.
Zu recht. Nicht nur das Buch als solches oder bereits die alte Verfilmung haben in voller Größe überzeugt, sondern auch die Modernisierung dieses Meisterwerks braucht sich keinesfalls hinter irgendwas zu verstecken.
Das beginnt bereits beim Cast, der sich wie ein Who is who aus Hollywood runterliest: Und dabei bringt keiner irgendwelche Klischees seiner Statur oder sonstigen Werke mit ins Boot, sondern alle passen sich dem wunderbaren Look & Feel vom Orient Express an und steigen nicht aus der für sie vorgesehenen Bahn aus. Und gerade das ist etwas, das ich von Anfang an bestaunt habe: Man wusste, was man wollte und hat es einfach gnadenlos durchgezogen: Zurück in diese Zeit, zurück in den Orient Express – aber bitteschön mit unseren technischen Hilfsmitteln.
Und es raucht aus dem Schornstein der Güte und der Zuschauer wird bombardiert mit einer Atmosphäre, die dem edlen Anmut seiner Zeit alle Ehre macht und die Menschen wieder mit Respekt, Ehrfurcht und ritterlicher Ehre ausstattet, die man heutzutage oft so sehr vermisst.
Ob die Botschaft auf Moralbasis dann tatsächlich noch mit dieser Härte in heutiger Zeit angenommen wird, wie sie damals von den Leinwänden runterschrie, wage ich zwar zu bezweifeln, aber als Fan jener Tage, die ich niemals erlebt habe, ist es einfach nur herzerweichend, sich zurück in eine Zeit zu begeben, in der all dies möglich war und man dieser Ehre auch im Alltag noch gegenwärtig begegnete.
Und es funktioniert: Der Soundtrack wummert erhaben in den Boxen und führt durch den Hintergrund, die Kameraführung kennt Pietät, der Show-Voyeurismus wurde noch nicht geboren und der Anstand hatte Hochkonjunktur. In dieses Verhalten passt sich jeder mit seiner Größe ein und verschafft damit diesem Werk einen Monumental-Status, der in heutiger Zeit den Unterschied ausmacht und Mord im Orient Express aufs Siegertreppchen der Modernisierungsfilme hievt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Filme wie dieser ölen den Weg aus der Seele zum Herz und verschaffen jedem Filmfan ein Höchstmaß an Glücksgefühlen.
Überschwemmt von Anmut, Pietät und Ehrgefühl fährt man im vollbesetzten Zug Richtung Erkenntnis und es macht auch heute noch ungemein viel Spaß und ist zu keiner Zeit langweilig.
CinemaxX Afterwork am 14. November 2017 nutzen oder ab 9. November 2017 definitiv rein da.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, hier kommt nichts mehr.
Kinostart: 9. November 2017

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Ich habe das Plakat gesehen und wusste: Da musst du rein! Den musst du unbedingt sehen!
Und ihr glaubt nicht, welche Hürden ich dafür habe überwinden müssen, nur, um einen Film zu konsumieren, nach dem meine Seele alle Hände ausgestreckt hatte. Warum? Wusste ich nicht – ich wusste nur: Der ist es!
Und was soll ich sagen? Nichts mehr. Fragt das gesamte Personal meines Stammkinos, wieviele Worte ich an diesem Tag noch aus meinem Mund rausgebracht habe. Voller Erfolg!
Neulich habe ich mich ja schon einmal über den neuen Weg ausgelassen, den deutsche Filmemacher jüngst eingeschlagen haben, indem sie sich nicht mehr lachhaften, sondern eher dramatischen Handlungen widmen und damit zumindest bei mir voll ins Schwarze treffen.
Jugend ohne Gott ist ein weiteres Beispiel dafür, das von mir höchsten Respekt und tiefste Anerkennung abverlangt. Natürlich spürt man, dass hierzulande immer noch vergleichsweise wenig Kohle für Filmproduktion übrig ist und die Regisseure ganz andere Schwierigkeiten zu meistern haben, als im Land über dem großen Teich, und auch das Schauspielfachwissen und die Veranlagung zum Ingenium der Schauspieler darf hier noch weiter gefördert werden. Was allerdings mehr als deutlich aus der Tiefe des Bodens hervorquillt ist das Können der Drehbuchschreiber!
Leute: Gebt den Produzenten hier einfach mal das Budget eines durchschnittlichen Hollywood-Schinkens und wir wären mit Jugend ohne Gott an der Stelle, die Amerika überflüssig machen würde! Und das mein ich ernst!
Die durchsetzende Verblüffung und intensive Eindringlichkeit, mit der man hier relevante Themen zeitgemäß und absolut unterhaltsam unters Volk zu bringen vermag, schreit förmlich danach, diesen Menschen endlich die gebührenden Werkzeuge an die Hand zu geben, damit sie ihre Arbeit in Vollendung vollbringen können!
Und damit verwandelt sich diese Kritik in einen Appell an alle: Geht einfach da rein und macht euch erst hinterher darüber Gedanken, ob dieser Gang nun ein lohnenswerter war oder nicht. Denn zumindest seid ihr nicht bei den Unwissenden, die anschließend nicht darüber diskutieren können. Mein Gefühl sagt mir, dass damit ein großer Meilenstein in der Entwicklung deutscher Filmgeschichte gesetzt wurde und man gezeigt hat, wohin man in kommenden Jahren gern gehen möchte – und gleichzeitig auch offenbart, wo genau noch die Schwächen liegen.
Letzteres ist in Anbetracht der durchschlagenden Kraft des Plots absolut verzeihlich und löst nicht mehr Aggression, sondern eher intensives Mitfühlen aus, das sich im tiefsten Inneren wünscht, die Produzenten kriegen für ihre Fortsetzungen einfach größere Mittel an die Hand.
 

.kinoticket-Empfehlung: Gebt dieser Produktion mal die finanziellen Mittel eines durchschnittlichen USA-Films an die Hand und wir sind an dem Punkt, wo keiner mehr auf Hollywood angewiesen wäre.
Der Inhalt: Bahnbrechend! Die Stimmung: Wow! Die Umsetzung (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) herausragend!
Ganz im Ernst: Jugend ohne Gott setzt komplett neue Maßstäbe, die deutsches Kino auch international neu positionieren und laut herausschreien: So soll es weiter gehen – helft uns dabei!
Ich habe den ganzen Tag kein Wort mehr aus mir raus gekriegt vor Ergriffenheit und 100prozentiger Volltrefferquote, die dieser Film bei mir hinterlassen hat!
REIN DA!

 
Nachspann
lohnt nicht abzuwarten, Stoff zum Nachdenken ist sowieso genügend vorhanden.
Kinostart: 31. August 2017

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Wenn die Kinos ihre größten Säle freiräumen, um dort The Huntsman & The Ice Queen in 3D über den Äther laufen zu lassen, dann hat das seine Gründe. Wenn vor mir an der Kasse eine Horde Kinder abgewimmelt wird, weil diese das 12. Lebensjahr noch nicht erreicht haben und den Film daher nicht sehen dürfen, auch.
Mehr als deutliche Anzeichen dafür, dass hier keine Kindergeschichten erzählt werden, sondern man die Inhalte trotz der Tatsache, dass es Märchen sind, durchaus sehr ernst nimmt und auch überzeugend rüberbringen will.
Ich persönlich bin kein Märchenkind. Mir wurden als Heranwachsender keine Märchen vorgelesen und ich interessiere mich heute noch genausowenig dafür. Meine Vorbehalte zu Beginn des Films waren also erfahrungsgemäßer Natur und ich basierte meine Erwartungen also auf einem großen Stück Toleranz.
Tja, was soll ich sagen? Die verbale Interaktion hätte ich mir an vielen Stellen zwar tatsächlich weit besser gewünscht, in allen anderen Punkten hat mich der Film aber mehr oder weniger vom Hocker gehauen. Der – ich nenne es mal – “Schlachteposfaktor” war zu jeder Zeit gegeben. Der Film war groß und strömte in allen Belangen (ausgenommen der Dialoge) eine gewisse Mächtigkeit aus. Das 3D haut dich von den Socken. Die Räumlichkeit ist derart präsent und ergreifend, dass man sich tatsächlich mitten im Geschehen vermutet und nicht das Gefühl hat, hier nur stiller Teilhaber an irgendetwas zu sein.
Kulisse, Kameraführung, Kostüme, CGI-Umsetzung, Score … Die Liste ließe sich beliebig erweitern und jedes einzelne davon: großes Kino.
Der einzige Punkt, an dem ich Bauchschmerzen hatte, waren die Dialoge. Und da kam mir sofort der Satz in den Kopf: “Naja, du magst keine Märchen, aber das ist kein Kriterium.”
Dass die Macher von Maleficent ihre eigene Schöpfung hier wieder als maßgebliche Vorlage nutzen, sei ihnen auch gestattet, jedoch waren diese neuen Ideen damals der große Pluspunkt und wirken heute dann fast schon einfallslos. Die Zeit der Märchen-Neuerzählungen ist längst angebrochen und das Fortführen alter Geschichten mit neuem Material, das “bislang noch keiner gesehen hat”, ist ein übliches Stilmittel in der Geschichtenauswahl Hollywoods geworden.
In diese Reihe großartiger Filme reiht sich The Huntsman & The Ice Queen nahtlos ein und liefert hier ein geballtes Märchenkonstrukt, dessen technische Umsetzung und audiovisuelles Unterfangen durchaus als Epos in die Filmgeschichte eingehen darf.
Hätte man den Figuren hier noch etwas mehr charakterliche Entwicklung zugesprochen, etwas weniger spielerischen Witz und dafür mehr ernstzunehmende Selbstinszenierung verpasst, hätte jemanden wie mich das komplette Machwerk von den Socken gehauen.
So aber bleibt ein großartiger Film in einem Genre, mit dem ich persönlich einfach wenig anfangen kann, der deshalb aber keineswegs als negativ eingestuft werden sollte. Die großen Säle wurden zurecht bestückt – nutzt die Chance und holt euch ein Stück vom Unterhaltungskuchen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Emily Blunt, Charlize Theron, Jessica Chastain – drei wahrhafte Genies in Sachen Film, die ihre Sache auch hier wieder exzellent machen.
Wer auf Märchen steht, wem die Welt von Grimm und Co. gefällt, wer sich gerne von fantastischen Geschichten verzaubern lässt, dem wird hier ein Epos geboten, das technisch nahezu an Perfektion grenzt und mit vielen anderen Dingen zu überzeugen weiß.
Die Dialoge sind manchmal etwas spaßig, man hat den bitterbösen Beigeschmack der originalen Grimm-Erzählungen beiseite gelegt und hier nun auch nicht mehr auf Originaltreue gesetzt, sondern vorhandenes genommen und etwas anderes daraus gemacht.
Und rausgekommen ist ein Film, der als hoch angesiedelte Unterhaltung auf jeden Fall punkten kann, insofern man bereit ist, über mangelnde Dialogtiefe hinwegzusehen und sich einfach mit den simplen Botschaften von Märchen abfinden kann.

 
Nachspann
enthält keine weiterführenden Botschaften oder Bildmaterial mehr, man kann den Saal also fürs Putzteam freigeben.

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Wer in diesem Film Spaß haben will, muss viel Gequassel aushalten können. Denn gesprochen wird hier quasi fast ununterbrochen. Mit der typisch-türkischen Art, die man aus anderen Comedy-Filmen dieser Kultur bereits kennt, wird hier wieder eine Geschichte erzählt, die so dermaßen weit über den Tellerrand des Normalen hinausschießt, dass man darüber tatsächlich lachen kann.
Und gerade die Skurrilität, mit der der Hauptdarsteller seine sehr wohl als edel zu bezeichnenden Beweggründe in die Tat umsetzt, schafft hier einen Raum, in dem der Zuschauer seinen Spaß haben oder völlig durchdrehen kann, da man sich mehr oder weniger tatsächlich von der Realität absetzt und in einer völlig obskuren Welt eintaucht, die mit dem echten Leben längst nichts mehr zu tun hat. Und damit fallen Vergleiche, Ansprüche und Enttäuschungen weg, denn es zählt einfach nur noch, ob das Boot als solches schwimmt, und nicht, wie es sich im Vergleich zu anderen schlägt.
Was man dazu aber auch sagen muss: Ich habe bereits andere türkische Filme gesehen, die ebenfalls lustig waren, jedoch einen tieferen Sinn verfolgt haben oder eben bis dato unerreicht geblieben sind. Davon distanziert man sich hier ein wenig, denn der große Sinn bleibt aus und am Ende sind es halt nur 114 Minuten, die man mit spaßigem Quatsch vollgesülzt wird, der nicht dazu anregt, sich dieses Spektakel nochmals anzutun. Das soll jetzt aber nicht bedeuten, dass das Werk deshalb schlecht ist.
Erwägt man, sich diesen Streifen anzuschauen, sollte man eben einfach nur einplanen, dass neben der Skurrilität auch eine gewisse Art von Sinnlosigkeit da ist, man im Film zwar genügend Szenen hat, in denen man lachen kann, der Plot aber keine weiteren ernsthafteren Bereiche abdeckt. Wer mit dieser Enttäuschung leben kann, der darf sich diesen Film ruhigen Gewissens zu Gemüte führen. Denn mit türkischem Publikum im Saal macht Comedy im Kino erst richtig Spaß.
 

.kinoticket-Empfehlung: Müsste ich zwischen allen bisher gesehenen OmU-Titel vergleichen, würde ich diesen hier als letzten empfehlen.
Man muss dazu eine große Portion Bereitschaft zur Selbstaufgabe der Vernunft und des Wirklichen mitbringen und akzeptieren, dass hier in einer Ära gearbeitet wird, die so absolut nichts mehr mit dem wirklichen Leben zu tun hat.
Findet man sich damit ab, erlebt man eine Spaßkultur, die während der Laufzeit durchaus Freude bereitet und dazu anregt, andere Dinge kurzfristig mal zu vergessen.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, allerdings ist auch hier wieder die türkische Musik der Grund, der mich am Weggehen hindern würde.

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Ein Traum wird wahr: Ich sehe wieder einen türkischen Film, diesmal mit Untertiteln 😀
Spaß beiseite … oder eher her, denn mit Ali Baba ve 7 Cüceler schickt die Türkei einen landestypischen Comedyfilm ins Rennen, bei dem der Schwerpunkt der Erzählungen diesmal nicht im Bereich Kultur zu suchen ist, sondern dessen Stärken sich eher in der türkischen Art zu Lachen wiederfinden lassen.
Eben jener Art von Humor muss man viel abgewinnen, um hier uneingeschränkt Spaß haben zu können, und den türkischen Landsleuten im Saal ist dies auch gelungen. Ich persönlich hatte eher meine Schwierigkeiten, mit diesem Film warm zu werden, zumal die Realitätsferne sich eher wie ein betäubender, skurriler Traum beschreiben lässt, in den man sich wirft, der immer verrückter wird und jedwedem Ernst die Stirn bietet.
Hauptdarsteller und Sidekick sind meines Erachtens auch gewöhnungsbedürftig. Man weiß nicht, ob man sie ernst nehmen, über sie lachen oder sie ob ihrer teils gezeigten Dummheit hassen sollte. In Anbetracht der Tatsache, dass man sich hier in einem Meer aus Flunkerei und Dummfug befindet, hoffen die Macher wohl auf eine großangelegte Vergebenskultur und hohe Zuschauertoleranz.
Lässt man sich auf diese Art von Film ein, gibt es durchaus Szenen, die so schräg sind, dass man wirklich darüber lachen kann, jedoch produziert man dabei nicht unbedingt hochkultivierten Humor, sondern versucht einfach mal zwischendurch, hirnfrei zu unterhalten.
Und irgendwie funktioniert dieses Konzept dann auch, obgleich ich an dieser Stelle dennoch darauf hinweisen möchte, sich vorher unbedingt Trailer vom Film anzusehen, um in etwa abschätzen zu können, was einen da erwartet, denn jedermanns Ding ist der Streifen auf keinen Fall.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer türkischen Humor liebt, wer gerne mal über den Tellerrand großer Blockbusterproduktionen hinaus blickt, der ist mit Ali Baba ve 7 Cüceler richtig bedient.
Für den gemütlichen Abend mit Freunden im Kino mit etwas Tiefsinn und einem Funken Realität sucht man sich besser einen anderen Film raus, denn der hier zündet scheinbar wirklich nur bei Freunden dieses Genres und schafft den Schritt aus der Nische nicht wirklich heraus.
Als kulturell wertvoll würde ich den Streifen nicht bezeichnen, als Unterhaltung für einfach mal eins auf die Zwölf ist er definitiv zu gebrauchen.

 
Nachspann
Gibt es nichts. Also gerne respektvoll den Saal verlassen 😉

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Der aufmerksame Blog-Leser wird an dieser Stelle heute wieder eine Sneak Preview erwarten. Da in der Sneak letzte Woche jedoch erneut Spy – Susan Cooper Undercover vorgestellt wurde, den ich im Rahmen der Fun2Night bereits kannte, trumpfen wir heute mit einem neuen Event auf: Dem Männerabend.
Für Katastrophenfilme hab ich ja sowieso was übrig. Klar, dass man mich schon beim ersten Trailer zu San Andreas in der Tasche hatte.
Wieder und wieder mit neuem Material angefixt und schlussendlich auch mit 3D-Trailern war klar, dass ich mir diesen Streifen unbedingt anschauen muss.
Also die Gunst der Stunde genutzt und im Männerabend bereits vor Kinostart zugeschlagen um mir dieses Katastrophen-Epos zu geben.
Erster Eindruck: Wow!
In Sachen Effekte mit Zerstörungswut kann mittlerweile Hollywood keiner mehr das Wasser reichen. Was hier abgeliefert wird, grenzt an Wahnsinn und beeindruckt bereits ganz zu Beginn des Films, als hätten wir hier das superlative Ende eines schlechteren Werks bereits in den ersten zehn Minuten abgefrühstückt.
Ganz im Stile von Katastrophengeschichten gibt es auch hier wieder eine füllend-wirkend-wollende Familienhandlung, die sich durch die gesamte Laufzeit zieht und irgendwie die spektakulären Zerstörungsszenen miteinander verbinden will. Dies gelingt anfangs auch noch sehr gut, driftet dann aber ganz schnell in böse Klischees ab, die zum Ende hin fast schon störend zwischen den sonst absolut beeindruckenden massiv-imposanten Szenen wirken.
Fest steht: Möchtegernkonkurrenten wie The Day after Tomorrow oder 2012 können getrost nach Hause gehen, denn San Andreas setzt hier ganz neue Maßstäbe. Nicht nur in Sachen 3D alles absolut richtig gemacht, sondern auch in punkto “Wir knallen dich bis tief unter die Erde und lassen selbige dann auch noch erschüttern”.
Ja, das war das erste Mal, dass ich zeitweise das Gefühl hatte, im Kino wäre es zu laut. Und dafür braucht es bei mir einiges. Zumal das letzte Drittel des Films quasi mehr oder weniger konsequent aus einer Wucht besteht, für die ich nach Tagen immer noch keine richtigen Worte gefunden habe.
Wäre hier noch eine anständige Story dazu gepackt worden, die sich beispielsweise im politischen Sektor abspielt und zeigt, wie schwierig und problembehaftet die Regulierung einer Katastrophe solchen Ausmaßes ist, würde sogar ich mich auf die Straße stellen und Passanten dieses Werk verkaufen.
So bleibt ein Film, der durch seine abartige Wucht in Sachen Zerstörung und Naturgewalten alles bisher dagewesene in sich vereint und als superlativiertes Machtepos wieder auf die Leinwand spuckt.

.kinoticket-Empfehlung: Nicht nur für harte Kerle ein gefundenes Fressen für die Seele, sondern auch für Liebhaber von Naturgewalten und Interessierte an beeindruckenden Zerstörungsszenen ein Film, der hier ganz neue Maßstäbe setzt.
Die Handlung ist zwar verbesserungswürdig, den Film sollte man ob seiner noch nie dagewesenen, epischen Zerstörungswut auf jeden Fall einmal in 3D erlebt haben.
Also löst euer .kinoticket und lasst euch davon beeindrucken, welche Kraft die Natur hat und wie armselig die Menschheit dagegen abstinkt.

Nachspann
ist interessanterweise komplett in 3D gehalten.

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