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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: 111 Minuten

No Game, No Life: Zero

Ich selbst bin ja nicht “offiziell als Kind” aufgewachsen, sondern hatte wegen einiger externer Eigenarten das Problem, vieles, das normale Kinder einfach während ihrer Kindheit tun, später “nachholen” zu müssen. Dazu gehören auch Comics. Ich hatte nie welche, war wohl genauso interessiert daran, sie zu lesen, aber es sollte halt nicht sein.
Den Umweg über Japan und japanische Mangas hätte ich mir als Kind sicherlich auch extrem gewünscht, aber auch hier hat mir das Leben einen Riegel vorgeschoben. Meinen Einstieg in die Anime-Welt habe ich mit der Serie Neon Genesis Evangelion gefeiert, die ich heute noch extrem liebe und verehre und an deren Großartigkeit bis jetzt noch nichts rangekommen ist. Alles, was man später so im TV mitbekommen hat, war mir entweder zu quirlig, zu extrem kindisch oder einfach “unter meinem Niveau”. Ich konnte Serien wie Sailor Moon oder Pokémon nichts abgewinnen und ich habe auch bis heute noch kein Interesse an Dragon Ball oder anderen Dauerbrennern aus dem deutschen Fernsehen.
Neuerdings ist allerdings die Eigenart in unsere Kinos eingezogen, die Welt der Animes nach Filmperlen abzusuchen und diese in Form von Events auf die deutschen Leinwände zu bringen. Auch hier habe ich mir bereits den ein oder anderen Streifen angeschaut und war von manchen Dingen recht positiv angetan. Aber so richtig gepackt hat’s mich eben nicht.
Doch jüngst flammten dann Filmchen wie Your Name. – Gestern, heute und für immer auf, der sich auch gleich mal zum erfolgreichsten Anime aller Zeiten emporhob und den ich mir tatsächlich sogar 2x auf dem Big Screen angeschaut habe, obwohl er in Deutschland nur 2x über die Leinwand ging. Meine Liebe zum japanischen Anime ist geboren und ich frage mich immer öfters, weshalb man es hierzulande nicht schafft, solche Filme einfach dauerhaft ins Kinoprogramm einfließen zu lassen respektive ganze Kinos eröffnet, die ausschließlich animierte Filme aus der Kultur Japans zeigen. Interesse dürfte ja eigentlich reichlich vorhanden sein.
So ließ ich es mir also auch nicht nehmen, jüngst in das Event von No Game, No Life: Zero zu gehen, von dem ich vorher absolut rein gar nichts gehört hatte. Sei’s drum, die Dinger werden immer besser, also geh einfach rein und lass dich überraschen.
Gesagt, getan. Und es hat mich weggebombt.
Was ich grundsätzlich an Animes mag: Die Stimmen. Sie spielen so echt, so verzweifelt, so laut, so brüllend, so emotional, so glaubwürdig: All das, was man in deutschen Produktionen oft anprangert, nämlich, dass sie keine realistische und anständige Sprache sprechen, sondern sich in ihrem Theater-Hochdeutsch selbst die Füße brechen, findet hier nicht statt, sondern man wird hineingerissen in die Gefühle der Charaktere und kann einfach nicht anders, als mit ihnen mitzufühlen, weil sie ihre Emotionen wahrlich rauslassen.
Was mich genauso begeistert: Der Zeichenstil. Wenn er eben nicht so “kindisch” wie in Sailor Moon und Konsorten ist. No Game, No Life: Zero bringt hier zwar ziemlich viel pink mit ins Spiel und wirkt daher anfänglich für die Boy-Generation etwas abschreckend, allerdings wird man so schnell und intensiv in die Situation hineingezerrt und mit Momenten überströmt, dass es gar kein Entrinnen mehr gibt und man einfach nur gefesselt der Story folgt und hofft, dass alles gut ausgeht.
Was ich ebenfalls grundsätzlich an Animes mag: Der Humor. Die Situationen können noch so deprimierend und niederschlagend sein, man findet immer wieder eine Möglichkeit, um diesen super süßen, sexy Humor auf die Bildfläche zu wedeln und damit für Auflockerung und unfassbar viel Sympathie zu sorgen, ganz egal, wer da grade auf der Leinwand rumspringt.
Und von beidem hat No Game, No Life: Zero mehr als reichlich! Dass ich heute meinem Geldverdien-Job nachgehe und nicht nochmal ins Kino gehen kann, bedauere ich jetzt schon, denn wäre ich im Frei, würde ich sofort wieder Kohle in die Hand nehmen und mir den Titel einfach nochmal anschauen!
Und ich lege euch dringend ans Herz, genau dies zu tun! Diese “Belanglosigkeit”, die man als Erwachsener desöfteren bei Animes aus dem deutschen TV verspüren könnte, passt hier gar nicht rein. Der Streifen wirkt sehr “erwachsen” und “ernst” und bringt einen dabei dennoch ständig zum Lachen und tobt in verschiedenen Szenen vor sich hin.
Fakt ist: Die Laufzeit ist eigentlich relativ kurz – und da die Kinos bei solchen Events in der Regel auch keine Werbung zeigen, kommt es einem noch viel kürzer vor – und das allein hat schon ausgereicht, dass ich mich jetzt nun ernsthaft nach der “Fortsetzung” umsehe: Der Serie.
Diese kommt mit 287 Minuten daher und nennt sich No Game, No Life: Episode 1-12 – dreimal dürft ihr raten, was der Filmtitel dazu ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Also nutzt heute die Chance und geht ins Kino, denn der Titel wird wirklich nur noch heute in den Kinos gezeigt.
Nutzt den Kinofinder oder das Portal https://deinkinoticket.de/filme/ – und gebt dort Titel und euren Wohnort ein, um das nächstgelegene Kino zu finden, dass diesen Anime bringt.
Danach hoffe ich nur, dass möglichst viele Events oder Freilichtbühnen diesen Titel aufnehmen und ihn auch in Zukunft noch zum Schauen bereithalten, denn gesehen zu werden hat sich dieses Werk definitiv verdient!

 
Nachspann
Ist sehenswert, hörenswert und sollte definitiv bis zum Schluss abgewartet werden.
Kinostart: 7. Juni 2018

Tanz ins Leben (Freikarten zu gewinnen!)

Am Ende des Beitrags gibt es zwei Freikarten für den Film zu gewinnen!
Ihr steht gerade vor einem Phänomen, dass ich sehr lange Zeit weder im deutschen, noch im britischen oder französischen Kino gesehen habe. In heutiger Zeit sind wir ja längst daran gewöhnt, dass mit absurden Summen plot-halbgare Monsterfilme auf die Leinwand befördert werden, in denen weder Seele, noch Herz, noch irgendwelche schauspielerischen Leistungen stecken, sondern man jüngliche, frisch dem Mutterleib entschlüpfte und im Fitnessstudio großgezogene Milchbubis herangezüchtet hat, die allesamt in sich austauschbar sind und den eigentlichen CGI-Stars einfach nur ein Gesicht geben sollen, damit die großen Verleihe Geld verdienen können.
Diese Form des abgestumpften Kinos hat eine große Zuschauergruppe in den vergangenen Jahren oft vor den Kopf gestoßen: Menschen, die sich noch an Zeiten zurückerinnern können, wo die Schauspieler die Stars, technische Kniffe und Tricks das “CGI” ausgemacht haben und man noch echte Handwerkskunst auf der Leinwand geboten bekam. Diese Gruppe ist es gewöhnt, mit Inhalten umspült zu werden, Herzblut und Seele zu genießen und möchte nach einem Kinobesuch beseelt von Liebe, erzählerischer Leidenschaft und emotionalem Tiefgang sein.
Und wenn man das so liest, denkt man sehr schnell an “Kitsch”, Filmgesetze, die übliche Vorhersehbarkeit und somit auch gleich an Langeweile und wenig Spaß.
Damit stehen wir jetzt vor dem Phänomen: Tanz ins Leben ist ein Film, bei dem sehr schnell klar wird, dass genau das hier gespielt wird – und der einen absolut mitreißt und bei dem diese ganzen vorhersehbaren Klischees wunderbar und hervorragend funktionieren. Man sitzt drin und will es! Man wäre enttäuscht, wenn sie sich von dem üblichen Schema abwenden würden und ergötzt sich auf einmal an einem wunderbaren Stück Kinogeschichte, dass genau diese Generation herzlichst dazu einlädt, ihre Seele mal wieder umsorgen zu lassen und 111 köstliche Minuten zu träumen und zu genießen!
Und das hat es schon sehr lange nicht mehr gegeben. Es ist dauerhaft kurzweilig, man ist gespannt bei der Sache, man kann es kaum erwarten, wenn endlich der nächste Schritt im Drehbuch eintrifft und man ist ergriffen und beherzt von der süßen Melodie, die das Leben hier vorgibt.
Auch bei der Schauspieler(innen)-Auswahl hat man voll ins Schwarze getroffen und dem gewünschten Zielpublikum das geliefert, was hier passt, ohne auf Koryphäen zurückzugreifen, mit deren Namen man marketingstrategisch bessere Werbung fährt, sondern das Ensemble passt so gut zusammen, dass auch hier wieder völlige Harmonie und Einheit herrscht und man – selbst als jüngerer Zuschauer – hier nicht vor den Kopf gestoßen wird.
 

.kinoticket-Empfehlung: Am Schluss ist jedem klar, dass hier typische Klischees gefeiert werden, aber jeder einzelne weiß, dass es diesmal echt funktioniert und keiner möchte es anders.
Dieser Film gehört damit fast schon zur “traditionellen Schule”, weil er die Filmgesetze perfekt inszeniert und ein Filmerlebnis bietet, dass zwar in Vorhersehbarkeit ertränkt, jedoch keineswegs enttäuscht oder langweilt.

 
Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden.
Kinostart: 31. Mai 2018
 
:: G E W I N N S P I E L ::
Entertainment One Germany GmbH lädt zwei meiner Leser dazu ein, sich den Film gratis in einem Kino ihrer Wahl anzusehen und hat mir daher zwei Freitickets zum Selberausdrucken überlassen, die ich euch hiermit weiterverlosen darf.
Was ihr dafür tun müsst?
Kommentiert bis zum einschließlich 6. Juni 2018 24:00 Uhr unter diesem Beitrag und hinterlasst dabei eine gültige E-Mail Adresse, an die ich euch die Freitickets schicken kann.
Diese müssen von euch dann ausgedruckt und mit ins Kino genommen werden, z.B. ins

  • Cineplex
  • CinemaxX
  • Kinopolis
  • CineStar
  • UCI Kinowelt
  • Cinecitta
  • Cinedom
  • Traumpalast
  • UFA-Palast
  • (m) mathäser
  • Yorck Kinogruppe
  • Kinobetriebe Muckli
  • Dersa Kino
  • Zoo Palast
  • C1 Cinema filmpalast

oder ein Kino eurer Wahl, dass diesen Film zeigt und in der gewünschten Vorstellung noch freie Plätze übrig hat.
Die Freitickets sind gültig bis 1. Oktober 2018 und in jedem Kino einsetzbar, dass Tanz ins Leben im Programm hat, auch denen, die oben nicht gelistet sind. Sollte euer Kino nicht auf der Liste stehen, kauft ihr bei Gewinn regulär zwei Kinotickets, genießt den Film und ladet anschließend ein Foto eurer gekauften Tickets gemeinsam mit den Gutscheinen auf einer Website hoch, gebt dort eure Bankverbindung an und bekommt vom Verleih den Eintrittspreis zurückerstattet. Genaueres werde ich euch dann in der Gewinner-E-Mail mitteilen.
Hinweis zum Datenschutz: Eure Daten werden nur zur Auswertung dieses Gewinnspiels von mir persönlich genutzt und der Gewinner anschließend von mir per E-Mail benachrichtigt. Es genügt, wenn ihr in eurem Kommentar in das entsprechende Feld eine gültige E-Mail Adresse angebt, hierfür können auch Einweg-Adressen oder Alias-Adressen genutzt werden, solange ihr nach dem 6. Juni 2018 noch darauf zugreifen könnt und darunter erreichbar seid.
Nach dem Versand werden alle Daten von mir gelöscht.
Der Rechtsweg ist – wie üblich – ausgeschlossen, ebenso eine Barauszahlung des Gewinns. Es gelten die vernunftbasierten Gewinnspielbedingungen. Gerne dürfen mehrere Teilnehmer eines Haushalts kommentieren, dies erhöht eure Gewinnchancen. Die Ziehung wird per random.org vorgenommen, indem alle Kommentare durchnummeriert und dann per Zufall der Gewinnerkommentar ausgelost wird.
Und nun viel Glück und viel Spaß bei einem der schönsten Filme des Jahres!

Pacific Rim: Uprising (3D)

Kinder: Das Zeitalter der Superlative ist angebrochen!
In unzähligen überbordenden Mega-Blockbustern hat man uns in der Vergangenheit gelehrt, was es heißt, mit CGI-Fäusten auf die Zuschauerschaft loszugehen. Nicht zuletzt hat man mit der Transformers-Saga fünf unerträglich gewaltige Titel geschaffen, die den Zuschauer auf das vorbereitet haben, was Pacific Rim: Uprising jetzt auskostet.
Die Vergangenheit hat uns längst gelehrt, dass niemals für beides genug Geld da ist: entweder man hat sagenhafte Geschichten oder bombastisches Effektgewitter! Pacific Rim: Uprising nährt sich von der Gewöhnung, die in den vergangenen Jahren auf die Menschheit losgelassen wurde und liefert jetzt Letzteres in Vollendung an den Kinozuschauer ab!
Man ist längst darüber hinaus, zu ergründen, warum, wieso oder weshalb etwas geschieht und konzentriert sich einzig und allein auf die inzwischen fast schon perfekt austarierten Meistermoves, die den Federn der Macher entsprungen sind. Und die Modelle dazu erkennt man bei ungenauem Hinsehen ja auch wieder: Hollywood hat, was es braucht, und kann sich darum künftig nur noch um die Feineinstellungen kümmern, der Rest liegt bausteintechnisch abrufbereit in der Schublade.
Ich glaube, das Gefühl, dass solche Filme leicht minderbemittelt wirken, zumindest was die Inhalte angeht, entspringt der Tatsache, dass wir es gewöhnt sind, in anderen Titeln unzählig viel Spielzeit darauf zu verwenden, bürokratische Prozesse in Gang zu setzen um endlich an das gewünschte Ziel zu kommen, was hier auf einmal nach einem Hard-Cut sofort vorhanden bzw. intakt ist.
Das entbehrt jedweder Logik und führt die Story daher ad absurdum, weswegen weniger die Gefühle und Empathie als vielmehr das Popcorn-Unterhaltungsgen angesprochen wird. Hier finden sich aktuell sehr viele, schön ausgelotete Szenen, wunderbare Kameraeinstellungen, herrliche Bilder in prachtvollem 3D – und überhaupt ist der ganze Film eine optische Augenweide, die so sehr schmeichelt, wie es schon lang kein anderer Film mehr getan hat.
Genau mit diesen Erwartungen sollte man in diese Vorstellung gehen: lasst die Suche nach Logiklücken zu Hause, nehmt euch lieber ein Bier in die Hand, und genießt, was euch in diesem Genre jetzt vorgesetzt wird, denn: wir sind an der Superlative angelangt und haben ein Maß erreicht, an dem in diesem Sektor schon fast von Vollkommenheit gesprochen werden kann. Würde man jetzt weitergehen, müsste man sich wieder mit Inhalten beschäftigen und in Zukunft wesentlich mehr Geld in solche Produktionen reinpumpen, als es jetzt sowieso schon gemacht wird. Und ich glaube, darauf müssen wir noch ein ganzes Stück warten.
Genießt die Show, macht das Kino groß, dreht die Boxen auf laut und schau zu, dass alles so riesig wie möglich ist. Dorfkinos, kleinere Städte und alles was unter Super-Giga-Mega ist, hat keinen Wert und macht den Film wieder zu einem nicht sehenswerten Objekt. Sorgt dafür, dass dies nicht passiert, und fahrt gegebenenfalls einfach ein paar Kilometer weiter, wenn dort das Kino wesentlich größer ist. Dann macht auch dieser Kinoabend wieder richtig Laune!
Noch ein paar Worte zum Sound: Ich hatte schon bei Transformers das Gefühl, dass man hier eher witzig als episch sein wollte und irgendwie den großen Wurf nicht wirklich rausgepresst bekam. Das, was ich mir während des Films erwartet hätte, kam dann im Nachspann, was mich selbst verwunderte, wie schnell doch tatsächlich die Zeit rumging… langweilig wird’s also nicht. Also konzentriert euch auf den Film und genießt den Sound dann, wenn alle weg sind.
 

.kinoticket-Empfehlung: Größenwahnsinnig, gigantisch, mehr mehr mehr!
Das sollte hier die Devise sein. In jedem – und das verspreche ich euch – kleineren Kino, wird dieser Film zum letzten Schund. Alles, was bisher in dieser Richtung da gewesen ist, wurde nur produziert, um diesen Teil hier drehen zu können.
3D, Optik, visuelle Pracht und CGI glänzen auf oberstem Niveau. Wer Story, Logik oder glaubwürdig spielende Schauspieler sucht, ist hier falsch.
Am Soundtrack dürfen sie gerne noch ein wenig feilen, der wurde in meinen Augen dann richtig episch, als bereits alle wieder aus dem Saal waren: Beim Nachspann!

 
Nachspann
Bleibt sitzen und genießt die Klänge!
Kinostart: 22. März 2018

Das schweigende Klassenzimmer

Ich glaube, viele wissen heute gar nicht mehr, wie gut es ihnen eigentlich geht. Ich lese immer wieder auf Facebook über die “geile alte Zeit” in der DDR, wie toll damals doch alles gewesen ist, was es für einen fantastischen Zusammenhalt gab und wie gesellschaftlich-sozial jeder eingestellt war.
Spätestens seit Das Leben der Anderen sollte jedem klar sein, dass all das nur eine betrügerische Kulisse des Lebens war, der viele Unwissende heute aufgesessen sind und die sich tatsächlich vollkommen anders abgespielt hat.
Das Schweigende Klassenzimmer gehört zu den Filmen, die mein Herz im Sturm erobert haben… aufgrund ihrer unmaskierten Ehrlichkeit der Geschichte und dem Zuschauer gegenüber.
Tatsächlich haben sich die Ereignisse nämlich genau so im echten Leben abgespielt – lediglich die Namen und der Handlungsort wurden für den Film abgeändert. Und das sollte jedem, der sich die Mühe macht, diesen absolut unterhaltsamen und erschreckenden Film anzusehen, die Augen weit öffnen.
Ich kann den Kinostart kaum erwarten und freue mich schon, ihn wieder auf die Liste meiner Wiederholungstäter-Filme zu setzen, denn ich werde ihn mir definitiv noch ein paar Mal ansehen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ich kann jedem nur empfehlen, sich diesen außerordentlichen Film im Kino seiner Wahl anzusehen.
Die geschichtlichen Ereignisse sind unverändert wahr und gleichermaßen faszinierend wie erschreckend!
Wer wissen will, was damals wirklich passiert ist: Das Schweigende Klassenzimmer erzählt davon. Selten so einen guten Film über diese Zeit gesehen wie diesen hier!

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden – rausgehen erlaubt!
Kinostart: 1. März 2018

Wunder

Erinnert ihr euch noch an die Zeit vor – ich glaube – ein oder zwei Jahren? Da war cineastisch überhaupt nichts los. Irgendwie lief nur Scheiße. Selbst die Blockbuster waren zum Kotzen und die Lust auf Kino tendierte gegen Null. Der Zuschauer wurde zu Hauf für blöd gehalten und man hatte das Gefühl, die Intelligenz hätte die Segel gestrichen und wir alle könnten nur noch dabei zusehen, wie die Welt nun vollkommen verdummt.
Recht und Ordnung, Moral und Anstand, profilschichtige Tiefe und sinnvolle Pointen – all das suchte man vergeblich. Es gab kein Independent-Kino mehr, keine Nischenfilme, kein Debüt-Kino, keine Insidertipps – und all das hat mir wahnsinnig Angst gemacht!
Die gute Nachricht: Meine Angst ist komplett vorbei! Ich freue mich so tierisch auf dieses Kinojahr, weil ich vieles davon schon gesehen habe. Ein Film davon ist Wunder und er wurde zu Recht und meines Erachtens mit zu wenig Oscar®-Nominierungen bedacht.
Es gibt ja den Ausspruch: “Nur die Harten kommen in den Garten” und dem möchte ich hinzufügen: Im Garten gibt es viele zerbrechliche Blumen, sinnliche Düfte, emotionale Freuden und andere Empfindungen, die mit Härte und Verbissenheit nur unterschwellig etwas zu tun haben. Und genau das trifft auch auf das Publikum von Wunder zu: An Emotionalität ist dieser Streifen wohl kaum zu überbieten und es ist kein Wunder, wenn es Damen gibt, die die ganze Vorstellung über entweder vor Freude oder Ergriffenheit bloß heulen.
Zur Zeit hab ich tatsächlich das Gefühl, Hollywood räumt nun endlich mal mit der moralischen Verkommenheit auf, die sich in den letzten Jahren in unsere Erdengesellschaft eingeschlichen hat und sorgt endlich wieder dafür, dass mal jemand vorlebt, wie man sich zu verhalten hat.
Und dabei kann man sich von allen eine dicke Scheibe Vorbild abschneiden, denn hier wird nicht schmalzig oder klischeehaft verkorkst, was viele andere Filme nicht in den Griff kriegen, sondern die authentische Liebe und der familiäre Zusammenhalt sind jederzeit spür- und greifbar.
 

.kinoticket-Empfehlung: Mich hat der Film tief berührt und ich sehe ihn als eines von vielen (kommenden) Beispielen unvergleichbarer Menschlichkeit, die in unser aller Leben wieder vermehrt Einzug halten sollte.
Lasst euch nicht von Owen Wilsons früheren Werken abschrecken: Dieser Film ist ein Beispiel dafür, dass auch er vollkommen ernste und herzergreifende Filme machen kann.

 
Nachspann
lohnt sich das Abwarten nicht, hier kommt nichts mehr.
Kinostart: 25. Januar 2018

Die Mumie (3D)

Ich weiß noch, was es für eine Sensation war, als sich in meiner Kindheit erstmalig zwei große Filmhelden miteinander verbanden und man filmübergreifende Jokes einarbeitete, die zeigten, dass eine Figur nicht mehr nur einem Film allein gehörte, sondern man themenübergreifend damit arbeiten konnte.
Was anfangs in spektakulären Gegenüberstellungen begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu großartigen Universen, in denen man sämtliche Kolosse gegeneinander antreten bzw. sie miteinander das Böse bekämpfen ließ.
Heute – im Jahr 2017 – haben viele Studios ihre eigenen Universen gegründet, innerhalb derer jetzt fröhlich publiziert und das Volk mit immer neuen Einfällen versorgt wird, die filmische Unterhaltung generieren.
Dem schließt sich Universal Pictures an und startet dieses Jahr mit der Neuauflage des 1932 erschienenen Die Mumie sein eigenes Dark Universe und beginnt damit gleich mal mit einem CGI-Vollkracher, der seine Fans mit offenen Mündern dastehen und garantiert keine Langeweile aufkommen lässt. Was hat sich im Laufe von fast 100 Filmjahren alles getan!
Klar, die nostalgischen Momente kreuzen bei Menschen wie mir auch immer wieder auf und man ertappt sich öfters dabei, wie man sehnsüchtig in Richtung der vergangenen Jahrzehnte und deren Errungenschaften blickt, jedoch müssen wir alle wohl langsam begreifen, dass diese Zeiten vorbei sind und man bewusst einen Schritt in die Zukunft getan hat, bei dem Digitalismus und Rechenpower genauso als “Cast” dazugehören wie die echten Schauspieler. Dass ersteres oftmals sogar höhere Gagen bekommt und damit der Mensch hier und da zur abgewerteten Spezies innerhalb eines Stücks verkommt, ist in der Vergangenheit ja nicht nur einmal passiert.
Fakt ist: Die Mumie versucht sich daran, den Fans nicht die Suppe zu verderben, sondern eine völlig neue, moderne und trotzdem unterhaltsame und spaßige Variante auf die Leinwand zu projizieren, die auch Genrefans des vergangenen Jahrhunderts erreicht.
Was mir dabei aufgefallen ist: Tom Cruise ist alt geworden, wirkt abgespannt, müde und wie ein Schatten seiner selbst, während er über die Leinwand tobt und der einstige Glanz seiner Persönlichkeit eher zur Action-Ikone verkommt, die den Film nicht mehr so einzigartig trägt, wie er es in seinen vergangenen Werken getan hat. Für mich die absolute Bombe war vielmehr Sofia Boutella, die auf Wunsch des Regisseurs als Ahmanet gecastet wurde und ihre Sache mehr als herausragend meistert.
Dass längst nicht mehr der altägyptische Charme der alten Mumie-Trilogie aufgefahren wird, sondern man sich bewusst für moderne Zeitalter mit neuartigen Interpretationen dieser Story entschieden hat, soll Liebhaber nicht davon abschrecken, dennoch in die neue Vorführung zu gehen und sich das Werk anzusehen.
Mit Effekten wird hier nicht gespart, jedoch hält man sich den ganzen Film über treu die Waage und verschandelt die Show nicht mit der Überglorifizierung digitaler Errungenschaften, sondern lässt den Menschen dazwischen immer noch genügend Spielraum, um ihr Können und ihre Existenzberechtigung unter Beweis zu stellen.
Dabei werden nicht nur alte Methoden mit neuem Anstrich versehen, sondern auch in Sachen Gigantismus völlig neue Geschütze aufgefahren, die eben nicht das traurige Bild einer nochmals aufgekochten Geschichte präsentieren, sondern als Startschuss für eine neue Ära von Monsterfilmen durchaus spürbare Eindrücke hinterlassen. Im Zuge der Idee, die alten Horrorfilme alle einem Reboot zu unterziehen, sehe ich diesen Film als einen gelungenen Startschuss, der einstiges B-Movie-Niveau nun auf massentaugliche Blockbuster-Ebene hievt und den Zuschauern so jede Menge Zündstoff für Diskussionen bietet, da sicher nicht jeder automatisch mit der Modernität einverstanden sein wird.
Als Zuschauer sollte man auf keinen Fall den Fehler machen und hier die tiefgründige, dialogschwere Besonderheit erwarten, sondern sich einfach auf ein kolossal-schwarzes Event einstellen, dass frühere Abarten des Bösen durchaus in seine Schranken verweist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Mit Russell Crowe und Sofia Boutella im Gepäck entsteht hier eine völlig neue Dimension des Schreckens, die sich an den heutigen Standards der Filmindustrie orientiert und dabei selbst digitale Maßstäbe auf absolut höchstem Action-Niveau setzt.
Der Film ist nicht vergleichbar mit seinen Vorläufern, sondern liefert aus Randdaten eine völlig neuinterpretierte Erzählung, die zwar nicht unbedingt mit Tiefgang und Eleganz, dafür aber mit extrem viel Style und wuchtiger Action punktet und somit dem Popcornkino wieder einen Grund zum Besuch abstatten liefert.
Wer Fan von Die Mumie ist und Horrorfilme liebt, den schreckt wohl als erstes die FSK-12-Freigabe, die ich – wie übrigens damals auch schon – für zu niedrig angesetzt halte. Nichtsdestotrotz macht die brachiale Düsternis im Kino bei aufgedrehter Lautstärke mal wieder richtig Spaß und sorgt ab heute garantiert für gelungene Kinoabende.

 
Nachspann
liefert keine weiterführenden Elemente, jedoch ist klar, dass das als Auftakt einer Reboot-Reihe genutzt wird, die sich um die Horrorfilme der 30er bis 50er Jahre von Universal Pictures dreht.

Mein Blind Date mit dem Leben

Der Trailer verbreitet ja an sich schon extrem gute Stimmung und deutet auf eine unglaubliche Geschichte hin, die tatsächlich so passiert ist. Kostja Ullmann spielt hier den Hauptdarsteller und punktet damit schon mal grundsätzlich, sofern ihr mir an dieser Stelle gestattet, mich als heimlichen Fan dieses Schauspielers zu outen.
An der Seite von Jacob Matschenz taucht er in einen Berufszweig ein, aus dessen Abgründen ich als Gebrandmarkter sowieso selbst genügend Stories erzählen kann. Umso interessanter ist es dann, eben jene Gleichgesinnten auf der Leinwand wiederzuentdecken und damit nicht nur tiefer ins Berufsfeld vorzudringen, sondern sich zumindest gedanklich auch noch mit den Einschränkungen zu befassen, die dem Hauptdarsteller hier gegeben waren.
Dadurch, dass Kostja sich nicht nur immens auf seine Rolle vorbereitet hat, sondern auch mit dem wahren Helden dieser Story angefreundet und von ihm unterrichtet wurde, was Mimik, Gestik, Wahrnehmung und Co. betrifft, erhält der Film nochmals ein Stück weit mehr “Nähe zur Realität” und offenbart auf ehrliche Art und Weise, mit welchen Problemen sich der “echte Akteur” rumzuschlagen hatte.
Dies wurde nicht nur überzeugend und nachvollziehbar rübergebracht, sondern auch in unterhaltsame Kurzweil verpackt, die beim Schauen richtig Spaß macht.
Dass man sich dann als Drehort noch für die Stadt entschieden hat, zu der ich ganz besondere Gefühle entwickelt habe und in einem Hotel dreht, in dessen Hallen ich auch schon zugegen war, setzt für mich dem Ganzen die Krone auf.
 

.kinoticket-Empfehlung: Mir hat es riesig gefallen und ich kann diesen Titel auch ohne Vorbehalte weiterempfehlen.
Die Darsteller sind allesamt überzeugend und das Metier wird einigermaßen gut eingefangen. Der Blick “hinter die Kulissen” ist für manche vielleicht genauso spannend wie der Plot, der eine schier unglaubliche Story aufgreift und zum Besten gibt.
Dieser Film macht sogar in kleinen Kinos richtig Gaudi und sorgt für einen wohlig-gemütlichen Abend und gute Unterhaltung. Reingehen!

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, hier kommt nichts mehr.

Why Him?

Bryan Cranston ist spätestens seit Breaking Bad ein Publikumsmagnet und begeistert in seinen Rollen immer wieder eine Schar seiner Fans. Wo er früher in Malcolm Mittendrin noch eher die unsichere Rolle dargestellt hat, zeigt er in Why Him?, dass er längst aus dieser Unbeholfenheit entwachsen und in seiner Glaubwürdigkeit ungeschlagen ist (Ja, das hat er in Breaking Bad schon bewiesen …).
Das ihm hier aufgeschusterte Rollenbild stellt er nicht nur perfekt dar, sondern symbolisiert damit schon fast den rettenden Fels in der Brandung, den man im Verbalgaggewitter von James Franco und dessen absolut übertriebener Verrücktheit durchaus braucht, um diese zartlinige Odyssey humoristischen Ausmaßes heil zu überstehen.
Dabei schlägt sich Why Him? weit über dem Niveau deutscher Comedy, auch wenn die Ausflüge oberhalb der Grenzen des guten Geschmacks kaum dominieren. Gerade am Anfang des Films bombardiert man mit einem Gag-Feuerwerk, dass ebenso schrägt wie funktionell ist und damit garantiert die Masse erreicht. Und das erstaunlicherweise nicht auf Fremdschäm-Niveau, sondern durchaus mit Stil und Charme, während der Zuschauer auch hier wieder permanent aus der Wohlfühlzone gekickt wird.
Damit treffen die Macher durchaus den Nerv der Zeit und beweisen, dass selbst das rabiate Sprachbild unserer Generation mit Stil durchleuchtet und gewissenhaft wiedergegeben werden kann, ohne dabei den Intellekt älterer Zuschauer zu vergrämen.
Im weiteren Verlauf des Films verzahnt man sich dann hier und da mit ein paar Längen, wird zeitweise ernster und erinnert sich stellenweise wieder an das Cindy aus Marzahn-Niveau, das allerdings immer wieder abgefedert wird und somit nie richtig zur Geltung kommt. Der Film funktioniert, wenn auch nicht in der Oberklasse sehenswerter Filme.
Sei’s drum: Im Publikum kam er an und überzeugte mit einer überragenden Mehrheit bei den Bewertungen der Sneak-Preview und sorgte somit für positive Stimmung selbst außerhalb der Kinos. Denn: Sogar in den U-Bahnen wurde anschließend fröhlich weiter darüber diskutiert und Späße gerissen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Mehr als einmal würde ich ihn mir jetzt auch nicht anschauen, die Witze sind aber durchaus gelungen und treffen moderat den Geist der Zeit.
Das Zusammenspiel zweier Extreme wurde hier wunderbar miteinander verwoben, endet schließlich aber in einer etwas ernstzunehmenderen Länge, die sich zeitweise wirklich zieht.
Das gibt dem Film jetzt nicht den Todesstoß, jedoch spürt man, dass zum Schluss die Luft irgendwie raus ist.
Nichtsdestotrotz ist der Ausflug in diese Welt durchaus als sehenswert zu bezeichnen und erfreut ab Donnerstag hoffentlich auch ein paar mehr Kinogäste.

 
Nachspann
sollte mitgenommen werden, denn hier kommt noch ein bisschen was.

Pan (3D)

Ich bin innerlich zerrissen. Der Film mutet gut an. Wirklich gut. Die Szenen sind professionell, es hat nirgendwo den Anschein, dass es sich hier um einen Kinderfilm handelt, der Aufwand, den man für die Herstellung betrieben hat, scheint enorm zu sein.
Und dennoch: Man sitzt drin und fühlt sich federhaft an Käpt’n Säbelzahn und der Schatz von Lama Rama erinnert. An die Jugendlichkeit – im negativen Sinne. Hier wird gespielt, als könnte man Piraten nicht ernst nehmen, weil sie im Filmjargon sowieso zu den Witzfiguren schlechthin zählen. Dabei liefert gerade Hugh Jackman wirklich ein gutes Bild ab. Nur das Drumherum war mir etwas zu verspielt, zu unreif, in sich geschlossen etwas zu uneins mit sich selbst.
Vielleicht ist das der Grund, weshalb man gerade diesem Film die 3D-Lizenz recht früh entzogen hat: Schon zum Kinostart liefen hier so bescheuert gelegte Zeiten in 3D-Version, dass man andere Vorstellungen dafür sausen hätte lassen müssen, um hier in den Genuss von 3D zu kommen. Ergo habe ich den Film auch nur in 2D geschaut und abartig viele Szenen entdeckt, die förmlich danach schreien, erst gar keine 2D-Version anzubieten. Zahlt niemand den Aufpreis, weil dafür die Story zu bieder, zu unspannend, zu vorhersehbar ist?
Ich weiß es nicht. Und bin mir ziemlich sicher, dass mit Plastikbrille auf dem Kopf an dieser Stelle sehr viel positivere Eindrücke geliefert würden.
So bleibt ein weiterer “reactivated fairy movie”, dessen Geschichte man brühwarm neu erzählt und in die Moderne zu holen versucht. Doch bei einem ganz netten Versuch bleibt es eben auch. Der Überflieger fehlt und die epische Stärke, die man gerade von so einem Film erwarten würde, bleibt aus. Schade eigentlich, denn so doof ist doch die Geschichte gar nicht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hugh Jackman liefert eine gute Show ab, der Rest platziert sich etwas merkwürdig drumherum und macht so aus viel Potenzial einen mittelmäßigen Film, dem die nötige Portion Kick fehlt, um auf der Leinwand richtig zu punkten.
Sollte man erwägen, sich den Film anzuschauen, dann bitte mit 3D-Aufschlag, denn der ist bitter nötig, um hier etwas mehr Präsenz zu erzeugen und “tiefer ins Geschehen abzutauchen”. Aber allzu hohe Erwartungen sollte man nicht mitbringen, die führen nur zu größeren Enttäuschungen.

 
Nachspann
gibt’s keinen, man darf nach Anbrechen der Textgebilde am Ende gerne wieder in die Realität flüchten.

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