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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: 101 Minuten Page 1 of 2

Wahrheit oder Pflicht

Okay, Klartext: Im Presseheft ist vom “Meister des Horror-Films Jason Blum” die Rede, von “äußerst wichtig, sein Publikum ständig im rätselhaften Unklaren zu lassen”, von “Geschichte, deren Rahmenbedingungen eine Herausforderung sind”.
Ich blätter wieder zu, schau nochmal auf das Cover: Jap, ist wirklich von Wahrheit oder Pflicht die Rede.
Gut, ich hatte den .trailer im Rahmen der Sneak Preview bereits angeteasert gesehen, und die ist grundsätzlich FSK 18 – also darf alles gezeigt werden, auch im Vorprogramm. Und es hat mich nicht begeistert, sondern eher enttäuscht. Alle anderen so: “Ja, der wird mega geil!” – Ich so: “Ähm, ich hab da so meine Zweifel, denn der .trailer zeigt bereits genügend Macken, die eigentlich voraussagen, dass das Ding einfach scheiße wird.”
Was eignet sich besser, als den Film einfach zu sichten? Nichts. Kein Gelaber mehr – Fakten auf den Tisch.
Hand hoch: Wer will nochmal die Abhandlung über das “Horror”-Konzept von Blum hören? Bausteine? Billiger Plot? Keine Lust, irgendwas explizites zu kreieren? Usw.? Keiner?
Gut, dann erspar ich euch das an der Stelle und rege mich heimlich und leise über was ganz anderes auf: Dieser Schuppen hat mit Get Out unfassbare Summen eingefahren, er hat – und ich meine, mich daran zu erinnern, darüber auch bereits schonmal lautstark rumgenölt zu haben – Herausforderungen wie die The Purge-Reihe auf die Rippen gestellt, Happy Deathday als Überraschung im Kino gebracht und jetzt zu all dem noch Kohle in den Taschen.
Und was kommt?
Wahrheit oder Pflicht.
Ernsthaft jetzt?
Ich mein, nicht dass der Titel nicht vielversprechend wäre und man daraus nicht eine endgeile Story rauskitzeln könnte, so mit “Welt geht unter – alles am Arsch … Raumstation … letzter Funkspruch: Wahrheit oder Pflicht?” – Nein… Achso… ähm … ja, hier war ja was mit “ich spoiler nicht” – äh … stimmt, aber das kommt ja auch nicht. Jason Blum als Leihgabe für miesen Horrorgeschmack ist in seiner Meister-des-Horrorfilms-Genialität ja längst über all unsere Vorstellungen hinaus und hat die grundgeniale Kombination an Überraschung und Grandiosität entdeckt. Nicht.
Es ist nämlich einfach nur billigster Abklatsch von allem bisher dagewesenen, nur in unlustig und langweilig. Der ganze Film hat überhaupt keinen Drive, die einzige Stelle, die wenigstens lustig und langweilig war, war wieder so selten dämlich, dass man sich das auch hätte ersparen können und während der Show haben mir links und rechts ständig Leute reingequasselt, was sie meinen, das als nächstes passieren wird.
Und – ihr dürft raten – sie haben ihren Satz teilweise kaum zu Ende sprechen können, da ist es auch schon passiert.
Scrollen wir noch einmal zurück: “äußerst wichtig, sein Publikum ständig im rätselhaften Unklaren zu lassen” – was zu lassen? Rätselhaft? Was denn? Wenn jede kleinste Handlung bereits schon Stunden im Voraus von jedem Dahergelaufenen vorausgesagt werden kann? Ernsthaft jetzt? MEISTER DES HORRORFILMS?
Mir kommen die Tränen!
Und ich erinnere nochmal daran: Dieser Verein schwimmt mittlerweile im Geld! Sie könnten also … ordentliche Drehbuchschreiber engagieren… äh … der hat ja schon mal einiges geschrieben.
Unter anderem das Drehbuch zum X-Men/Deadpool Spin-Of X-Force, der uns im Herbst beglücken soll.
DAS ist nun wahrhaftiger Horror.
NEEEEEEEIIIIIIIIIIINNNNNNNNNNNNNNNNNNNNN…
 

.kinoticket-Empfehlung: Ich hab gewonnen: Er ist so, wie ich im .trailer bereits vermutet hab.
Aber andererseits haben Blum-Filme es ja nicht umsonst auf das Treppchen des Erfolgs geschafft, also irgendwelche Geister muss es geben, die dafür .kinotickets ordern und ihn damit erfolgreich machen. Denen wird der Stoff dann sicher auch gefallen.
Ich fands ehrlich gesagt nur zum Kotzen – und das ist allein meine persönliche Meinung, von der ihr euch alle bitte überhaupt nicht beeinfluss… ach vergesst es!

 
Nachspann
Nö. Also einfach nein.
Kinostart: 10. Mai 2018

Gauguin

Der Titel lässt bereits erahnen, in welche Kultur man hier abdriftet und mit solchen Vermutungen liegt man auch goldrichtig. Nicht nur die Schauspieler haben sich in diesem Land einen großartigen Namen gemacht, sondern auch der dazu gehörige Künstler, dessen Leben als Biopic verfilmt wurde.
Dabei muss man anerkennend erwähnen, dass Vincent Cassel hier herausragende Schauspielarbeit abliefert und einen weiteren Künstlerfilm mit düsterem Ambiente auf die Leinwand wirft, der es definitiv wert ist, gesehen zu werden.
Nicht nur wegen der großartigen Darstellung, sondern auch und gerade wegen den abstrusen Gedankengängen, die diesen Menschen zu jener Zeit geprägt haben und der mit seiner zu Lebzeiten verkannten Genialität die Welt nachhaltig beeindruckt und verändert hat.
Ich finde, Kino ist ein hervorragender Ort, um sich an Unbekanntem zu bereichern und sein Wissen in punkto Lebenskultur und Vergangenheit zu erweitern, um nicht nur andere Epochen, sondern auch komplett andere Weltansichten kennenzulernen – von Menschen, die wirklich existiert haben.
Damit befinden wir uns eben nicht mehr im Bereich der Fiktion und Fantasie, sondern bei reellen Tatsachen, die früher jemand tatsächlich durchlebt und -litten hat, um auch Jahrhunderte später noch Menschen durch sein Vorbild zu inspirieren. Und wahre Größe kommt bekanntermaßen aus Dingen, die nicht den Normen entsprechen, sondern in ihrer Zeit völlig unterschätzt wurden.
Damit ist es höchste Zeit, über diesen Menschen zu berichten, der tatsächlich waghalsige Aktionen auf sich genommen hat, um es in der Welt zu Ruhm und Ansehen zu bringen. Wie genau?
Das seht ihr euch einfach in einem gemütlichen Kino eurer Wahl an. Kunstfaktor ist garantiert.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ein düsteres Bild eines Menschen, der zu Lebzeiten zu wenig Anerkennung bekam und erst nach seinem Tod berühmt wurde.
Grandios herausgearbeitet und mit hintergründigen Geschichten zu den betreffenden Werken gespickt bereichert dieses Werk garantiert den Geist eines jeden, der für Kunst etwas übrig hat, ohne zu tief in sie einzutauchen. Man wird weniger an die Elemente seines Wirkens als vielmehr in sein Leben integriert und bekommt Teil daran, welche Werke warum entstanden sind.

 
Nachspann
Sehenswert, da hier die Originale vorgestellt werden, auf denen dieser Film basiert.
Kinostart: 2. November 2017

The Lego® Ninjago® Movie (3D)

Dass die im fernen Osten nicht nur skurrile, schrillbunte Fernsehshows, sondern auch tiefgründige und lebensbejahende Filme für die Seele produzieren können, hat man hierzulande zumindest im Kino längst verstanden. Der Weisheit, die uns aus den asiatischen Legenden-Movies anstrahlt, ist jeder schonmal in irgendeiner Weise begegnet.
The Lego® Ninjago® Movie vereint hier gleich mehrere Aspekte in einem Film: Man setzt eine liebgewonnene Tradition fort, in der großartige Labels in den allseits bei Klein und Groß beliebten Lego®-Bausteinen nachgebildet und animiert werden, die parodistische Ansätze und viel Humor in einem unterhaltsamen Film vollziehen und baut gleichzeitig die Brücke vom westlichen Lebensleitsatz zum östlichen Verständnis für Werte und Gemeinschaft und bringt damit eine Hommage an die in Asien lebenden Kulturen auch auf die amerikanischen und europäischen Leinwände.
Das hört sich einerseits nach quietschendem Vergnügen und erstklassiger Unterhaltung für die jüngere Riege, aber auch nach Anspruch, Biss, Satire und viel Klamauk an, der die tiefgreifenden, durchdachten und ehrbaren Weisheiten der Asiaten nicht als Moralgrund voranstellt, sondern die Zuschauer viel eher liebevoll und geistreich dahin manövriert, wo am Schluss tatsächlich unfassbar großer Mehrwert liegt.
Der zynische Biss, den man in den teils dunklen Marotten des The Lego® Batman Movie erleben durfte, tritt hier wieder ein wenig beiseite und eröffnet das Spielfeld der etwas emotionaleren Bandbreite, die man sehr liebevoll und trotzdem erfrischend auslebt und damit – meiner Meinung nach – wieder eine sehr wichtige Botschaft in die Köpfe derer pflanzt, die sich auf dieses Movie einlassen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ein sehr erbaulicher Humorfilm mit ernsten Ansätzen, die ehrbare Grundsätze vom Wert des Lebens und der Gemeinschaft an die junge Generation weitergeben und damit sogar bildungstechnischen Mehrwert innehaben.
Als Fan der Lego®-Filme sowieso ein muss, auch wenn es diesmal wieder etwas ruhiger, dafür aber emotionaler zugeht.
Kinospaß ist definitiv garantiert.

 
Nachspann
Wie aus den anderen Filmen bereits bekannt, lohnt sich auch hier wieder das voreilige Flüchten … nicht. Also schön bis zum Schluss sitzen bleiben.
Kinostart: 21. September 2017

Radiance (mit Gewinnspiel)

Zum Gewinnspiel für 2x 2 Kinofreikarten bitte ganz nach unten scrollen. 🙂

Jüngst habe ich hier meinen 500. Beitrag veröffentlicht und damit wohl besiegelt, dass Kino tatsächlich etwas super Wertvolles in meinem Leben ist. Als Mensch ohne weitere Einschränkungen nimmt man dies fast schon selbstverständlich zur Kenntnis und erhofft sich einfach nur immer weiter gute Unterhaltung.
Dass hinter dem Film an sich aber noch weitaus größere zeit- und kraftraubende Prozesse stehen, erkennen wohl die wenigsten. Dabei ist die Liebe zum Kino mit so viel mehr gespickt, als es auf den ersten Moment den Anschein hat.
Radiance kümmert sich innerhalb einer unglaublich bild- und tongewaltigen Version seiner selbst um einen Bereich, der den meisten wohl eher verborgen bleibt: Der Möglichkeit, auch Menschen ohne Sehvermögen in die Welt der Fantasien und Kreativität eintauchen zu lassen.
Tatsächlich gibt es unzählige Beispiele dieser Arbeit bereits jetzt schon auf dem Markt, ohne dass jemand diese als Hauptaugenmerk wahrnehmen würde. Welch schwieriger Tanz an Herausforderungen dafür hinter den Kulissen der Öffentlichkeit zu meistern ist, hat die japanische Regisseurin hierbei wunderbar herausgearbeitet.
Dabei vereint dieser Film beide meiner größten Leidenschaften und kreiert hier ein Werk, dass vor Sensibilität und Einfühlungsvermögen nur so strotzt. Die Macht, mit der man in diese farbenfrohe Dunkelheit eintaucht, scheint so hell am Leinwandhimmel, dass selbst Blinde dabei anfangen, zu sehen.
Für mich eines der reichhaltigsten, inhaltsträchtigsten und begehrenswertesten Stücke, die man in diesem Jahr auf die Leinwand gebracht hat.
 

.kinoticket-Empfehlung: Eine Würdigung an die Arbeit unzähliger Menschen, denen ihre Umwelt nicht scheißegal ist, sondern die anderen ermöglichen, auch die Zukunft, Hoffnung und Perspektive im Kino zu finden, die uns auf der Leinwand täglich geboten wird.
Radiance trifft dabei nicht nur voll ins Herz, sondern bricht die Emporen zu völlig neuen Dimensionen der Gefühlswelt auf, um allen anderen zu offenbaren, wie viel mehr in Filmen steckt – und präsentiert damit in brachialer Weise die Kraft des Kinos, die sich in Licht, Farben und Glanz widerspiegelt.
Definitiv sehenswert!

 
Nachspann
Nicht gleich aufspringen, sondern in Ruhe bis zum Schluss genießen. Da folgen noch einige Sequenzen.
Kinostart: 14. September 2017
 

* * Gewinnspiel * *

Radiance ist ein absoluter Nischenfilm, der sicherlich nicht in großen Multiplex-Kinos anlaufen und somit die Massen erreichen wird. Umso wichtiger ist es, diese Botschaft der Gesellschaft zugänglich zu machen.
Darum habe ich vom Verleih jeweils 2x 2 Kinofreitickets für Radiance zum Verlosen bekommen, die ich hiermit an euch weitergeben möchte.
Wie funktioniert das genau?
Einfach unter diesem Beitrag oder auf Facebook im entsprechenden Post bis zum einschließlich 10. September 2017 kommentieren, dass ihr diese Tickets gerne gewinnen möchtet.
Solltet ihr gezogen werden, werde ich mich per E-Mail bei euch melden (also gebt mir bitte irgendwo per PN oder in den Kommentaren hier eine gültige E-Mail an), um eure Adressdaten zu erfragen, damit ich euch die Freitickets zuschicken kann.
Mit diesen geht ihr dann in ein Kino eurer Wahl, das Radiance im regulären Programm zeigt und gebt an der Kasse die Freitickets ab. Im Gegenzug erhaltet ihr dafür zwei .kinotickets aus dem Haus und könnt somit kostenfrei in die Vorstellung gehen.
Barauszahlung des Gewinns ist natürlich ausgeschlossen und auch sonst gelten die üblichen Regeln: Facebook, WordPress oder andere Firmen haben mit diesem Gewinnspiel nichts zu tun. Dies wird ausschließlich von www.kinoticket-blog.de betrieben und die Freitickets wurden von Concorde Filmverleih GmbH gestellt.
Nun wünsche ich euch viel Glück und natürlich wahnsinnig tolle Unterhaltung hier im Blog und im Kino.
Ben
Kurz und knapp:

  • Unterm Beitrag im Blog oder auf Facebook bis 10. September kommentieren, dass ihr gewinnen wollt.
  • E-Mail Adresse dabei hinterlassen.
  • Am 11. September E-Mails kontrollieren und schnell antworten, falls ihr gewonnen habt.

Die Gutscheine werden euch dann per Post zugeschickt und ihr könnt ab 14. September in den Genuss dieses herausragenden Films kommen.

Girls' Night Out

Ich weiß nicht, womit sich Scarlett Johansson dazu hinreißen ließ, diese Rolle zu verkörpern. Bereits in Mädelstrip zeigte man die neue Marotte, jetzt altbekannte Hangover-Elemente derart ins Extrem zu prügeln. Irgendwie beginnt alles relativ normal und spitzt sich dann derart überdreht zu, dass es jedwede Glaubwürdigkeit und somit auch jederlei Anspruch verliert, den man als intellektuell bewanderter Kinozuschauer gerne mal mit in den Saal bringt.
Ich weiß generell nicht, was das soll. Bereits in Office Christmas Party, der unter dem Titel Dirty Office Party derzeit in den Regalen zu finden ist (was der Schwachsinn soll, erklär mir mal einer), hat man damit begonnen, eine dieser “unverwüstlichen Partys” zu feiern, bei denen alles noch so herrlich abgedreht erscheinen soll, was sich zuletzt jedoch nur als Babysturm im Kindergarten-Wasserglas entpuppt.
Genau die gleichen Ambitionen entwickelt Girls’ Night Out: Was eine durchaus interessante Story hätte werden können, wird durch seine konsequenzlose Belanglosigkeit zu einem derben Niedergang der Partykultur, die man mit solchen Filmen scheinbar am Leben erhalten will. Dass der Patient jedoch schon von Anfang an bereits längst tot ist, hat bisher wohl noch niemand bemerkt.
Der Tagesspiegel feiert den Streifen als Hoffnungsträger, dass in Hollywood nun doch noch die Frauen-Gleichberechtigungsnorm angekommen zu sein scheint, die Einspielergebnisse erzählen jedoch eher eine völlig andere Story: Nämlich, dass man sich dermaßen blamiert und der gekünstelte Dreck keineswegs erfolgversprechende Ergebnisse liefern kann, die den Zuschauer auch tatsächlich unterhalten.
Vielleicht sollte ich den Titel mal dazu nutzen, um meinen Unmut über die immer mehr eintretenden Schwachsinnspolitologen vom Stapel zu lassen, denn mir geht diese ganze Gleichberechtigungsscheiße echt langsam auf die Eier. Und zwar nicht in Form von “Frauen an den Herd” oder ähnlichem Schwachsinn, den man ursprünglich einmal zu Recht bekämpfen wollte.
Dieses Thema ist so dermaßen ins Falsche verkehrt worden, dass es langsam einfach keinen Spaß mehr macht. Ja, ich begrüße es, wenn Frauen wie Jennifer Lawrence, Jessica Chastain oder Emily Blunt über die Leinwand huschen und man ihnen sämtliche Hauptrollen verpasst, die man möchte. Frauen sind großartige Menschen, großartige Schauspieler und – genau wie bei den Männern auch – sind viele mit Talenten gesegnet, die in der Welt längst nicht so gewürdigt wurden, wie man es hätte tun sollen. An dieser Stelle: Gleichberechtigung: Ja.
Was ich allerdings absolut verachte, ist dieser zwanghaft auferlegte, gesetzesmäßige Schwachsinn von “Frauenquoten” und dem ganzen Mist, der per Definition verlangt, dass man jetzt alles und jeden auch nochmal in weiblich herstellen muss. Und da gehören solche Filme für mich dazu.
Meine Güte, wenn jemand etwas gut kann, dann würdigt ihn oder sie dafür. Es ist okay. Aber jetzt zu sagen: “Hey, das ist zwar absoluter Bockmist, den du da verzapft hast und es ist einfach nur peinlich und zum Fremdschämen, aber weil du ja eine Frau bist, verzeihen wir dir und machen daraus jetzt einen Riesenhit” – was bitte soll der Schwachsinn? Wenn jemand etwas gut gemacht hat – Lob verdient, wenn jemand etwas scheiße gemacht hat, dann sagt es bitteschön auch und stört euch dabei nicht an irgendeiner Frauenquote.
Und Girls’ Night Out war scheiße. Er war unwitzig, ist absolut ohne Moral, trägt weder mit Wissen oder Bildung zur Erweiterung des Geistes bei noch unterstützt er in irgendeiner Form Unterhaltung und dient damit zur Freizeitgestaltung. Und dabei ist mir egal, ob dieser Film den Bechdel-Test bestanden hat oder nicht – das hat Mad Max: Fury Road auch und den habe ich gefeiert. Unter anderem wegen seiner starken, weiblichen Rollen.
Wer großartige Frauenrollen sehen will, der sollte dann wohl eher zu Miss Sloane – Die Erfindung der Wahrheit, Passengers oder Sicario greifen, denn: Dort spielen auch Frauen und das ohne Ausnahme herausragend!
 

.kinoticket-Empfehlung: Selten einen so jämmerlichen Schwachsinn gesehen, der für mich keinerlei Relevanz oder Bedeutung hat.
Es ist erbärmlich, so einen Film als Hoffnungsträger für Gleichberechtigung hinzustellen, denn die Show entbehrt jedweder Glaubwürdigkeit und ist für mich ein Paradebeispiel für nicht gelungene Comedy. Ein Aushängeschild dafür, weshalb ich Comedyfilme generell verachte und mich oft so weit wie nur irgend möglich von ihnen fern halte.
Weg damit!

 
Nachspann
lohnt sich in dem Sinne, wenn man bis dahin durchgehalten hat, denn hier kommt noch einiges.

Begabt – Die Gleichung eines Lebens

“Hast du einen Stoff, der wirklich groß und ungewöhnlich ist? Was begeistert dich am meisten?”
(Karen Lunder im Gespräch mit Produzent Andy Cohen)
© Presseheft by Twentieth Century Fox

Daraufhin schickte dieser ihr das Skript und der Anfang für den Film war gemacht. Der Rest ist – wie man so schön sagt – Geschichte. Die passieren wird. Denn am 29. Juni diesen Jahres kommt das Endresultat der Bemühungen des gesamten Teams auf die Leinwand und begeistert euch hoffentlich genauso wie mich.
Mögen viele bei dem Namen Chris Evans automatisch sofort ihren Superhelden aus der Avengers-Reihe Captain America im Sinn haben, beweist dieser Junge, dass er zu so viel mehr fähig ist. Gemeinsam mit McKenna Grace widmet er sich hier einem Problem, dem sich wohl viele Lehranstalten dieses Landes ausgesetzt sehen und erzählt in typischer Arthouse-Kino-Manier über das Leben eines ganz besonderen Menschen.
Dabei war man sich nicht zu schade, die allbekannten Regeln moderner Kinogeschichte über Bord zu werfen und sich wieder ganz dem klassischen Erzählen hinzugeben, welches man hier mit einer unglaublichen Warmherzigkeit und Hingabe zelebriert. Die Ausgestaltung jedes einzelnen Charakters mit der würdigen Zeit, das Zusammenspiel verschiedener Elemente, der Fluss und die Entwicklung deuten mehr als einmal darauf hin, dass das, was man so über die Produktion hört, tatsächlich stimmt: Dass nämlich beim Schreiben der Drehbücher mal keine Verkaufsstrategien, Verträge und Kommerz im Vordergrund standen, sondern sich jemand für lange Zeit ins dunkle Kämmerchen zurückgezogen hat und einfach frei von der Seele weg geschrieben hat.
Genau das ist ein Faktor bei Spielfilmdebüts, die ich so liebe und schätze: Der freie Geist ohne Einschränkungen von Ultramogulen, die ihre standardisierten Vorstellungen jedem noch so kleinen Independent-Gedanken aufzwingen wollen, um daraus möglichst viel Kapital zu schlagen.
Und diese hier existente Freiheit merkt man nicht nur dem Drehbuch, sondern auch den Darstellern und dem gesamten Werk unbändig an. Ich war schon immer der Meinung, dass man am besten schreibt, wenn man nicht dazu “gezwungen” wird – denn diese Geschichten sind unbezahlbar wertvoll für jeden, der sie liest.
Mit Begabt – Die Gleichung eines Lebens erhält die Welt ein weiteres solches Werk, dass nicht nur aktuelle Thematiken aufgreift, sondern auch noch Lösungsansätze für Familie, Freunde und Bekanntschaft liefert, die unter ethischen Aspekten beleuchtet eine wahnsinns Vorbildfunktion haben. Gerade diese daraus entstehende menschliche Komponente, die dem Alltag so sehr fehlt, liefert hier das Kino auf einer Bühne des Träumens und der Glückseligkeit.
Hört sich vielleicht ein bisschen an wie eine Droge, hat vielleicht auch die gleiche Wirkung, bietet aber kompromissfreie Chancen, in die Welt der Hauptdarsteller abzutauchen und mit ihnen zu lachen und zu weinen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Diesen Film muss man unbedingt gesehen haben.
Charmant, herzerwärmend, liebevoll und intelligent: Alles, was man für einen kuschligen Kinoabend benötigt. Ein Film, der die Seele berührt und das Herz eines jeden ein Stück weiter öffnet.
Daumen hoch.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, hier kommt nichts weiter.
Kinostart: 29. Juni 2017

CHiPs

Um mit diesem Film glücklich zu werden, braucht man einen ganz besonderen Humor, den ich an dieser Stelle nicht mitbringe. Die Akteure leben in ihrer eigenen Welt nach Regeln, bei denen alle andere Menschen scheißegal sind.
Dabei dann mit derben Sprüchen und kantigem Sarkasmus zu kommen kann funktionieren, muss aber nicht. Sofern man dafür empfänglich ist, erlebt man hier einen sehr guten Film, der sich in der abstrusen Welt der beiden durchaus zurechtfindet und sich in Themengebiete hineinarbeitet, die durchaus würdig umgesetzt wurden.
Wenn man als Zuschauer unter witzig etwas völlig anderes versteht, fühlt man sich von dem Humor eher peinlich berührt und findet so manche Szene dann eben überhaupt nicht komisch, sondern eher zum schämen.
Dass man dann noch an gefährlichen gesellschaftlichen Problemzonen kratzt und sich in einer Art darüber lustig macht, die eventuell viele verletzen könnte, ist hier eben ein sehr schmaler Grat, der in meinen Augen zu oft abgekippt ist.
Schaut man sich im Netz um, stellt man schnell fest, dass auch die breite Masse nicht wirklich zufrieden mit dem Film war. Um hier wirklich eine Punktlandung hinzulegen, braucht es in meinen Augen noch sehr viel mehr Feinfühligkeit, um die Gags sensibler und pointierter zu setzen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Bedient eine ganz spezielle Sorte von Humor, innerhalb dessen er auch sehr gut funktioniert.
Mein Fall war es überhaupt nicht, ich empfand das Niveau zeitweilig zu niedrig.
Aber gottseidank sind Geschmäcker ja verschieden, und somit stellt dieser Film einen Teil der Vielfalt dar, die notwendig ist, um das Kino in seiner Gänze zu erhalten.

 
Nachspann
Nicht gleich nach draußen rennen, hier kommen noch ein paar Szenen.

Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft

Hilfe, schon wieder ein Film, der mit political correctness der Autodidaktik auf den Leim gehen will und damit forciert, dass man sich als Kinozuschauer irgendwie ein bisschen verarscht vorkommt.
Das Gesülze dessen, was so manch gebildeter Einfallspinsel als Deutsch bezeichnet, durfte man ja schon einige Wochen lang im Trailer bewundern, demnach ist es also kein Wunder, wenn sich diese weltfremde Art der Konversation dann auch im ganzen Film niederschlägt.
Am normalsten ist noch das Kind, dessen Ausflüge in die magische Welt der Schule die Fantasie eben jener Zielgruppe ansprechen, die die Hauptdarsteller bevölkern, auch wenn deren Handlungsabsichten oft fragwürdig genug, allenfalls nicht glaubwürdig sind. Welches Kind geht unter diesen Voraussetzungen schon gerne in die Schule?
So stumpf und teilweise schwachsinnig die Story ist, so gut kommt sie bei der Zielgruppe an. Mein Gedanke während der ganzen Show war immer wieder: Diesen Film muss man nicht mit einer Altersbeschränkung nach oben, sondern nach unten versehen, denn dort zeigen die Gags und Spitzfindigkeiten durchaus ihre Wirkung: Den Jüngsten im Saal hat’s gefallen.
Die Idee hinter all dem, Unterricht ansprechender zu gestalten, ist sehr wohl löblich und würde unter realen Bedingungen sehr wohl auch wesentlich mehr dazu beitragen, dass den Kindern das Lernen im Unterricht Spaß macht, jedoch merkt man schon an den Einfällen im Film, dass diese Methodik sich so gut wie nicht umsetzen und schon gar nicht massentauglich auf den Bildungsmarkt etablieren lässt. Ebensowenig Profiltiefe finden die einzelnen Charaktere, die im Zuge der Geschichte jeweils nur grob angerissen werden und im Sumpf des Surrealismus unterzugehen scheinen. Die eigentliche Moral von der Geschichte lässt sich daher nur ansatzweise ableiten und sorgt so für ein verpuffendes Feuerwerk an Effekten und Spielerei, die den tristen Schulalltag zumindest für 101 Minuten im Kino etwas erhellen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer hier hofft, dass der ganze Spaß wieder in altbekannter “… habe meine … geschrumpft”-Manier über die Leinwand flimmert, der irrt gewaltig.
Viele der Jokes wurden bereits im Trailer verpulvert und die morbide Art zu sprechen in Verbindung mit den ins Klischee gepressten Darstellern vermiesen einem die Show ein wenig.
So entsteht schnell ein Film, der Fiktion lebt und sich überbordwerfend von jeglichem Realitätssinn entfernt. Dabei sind die Ansätze im Film gar nicht mal schlecht. Schade eigentlich, denn die Message wird bei den entsprechenden Stellen in dieser Form wohl niemals ankommen. An der Grundintention ist nämlich rein gar nichts auszusetzen.
Aber solange wenigstens die Jüngsten ihren Spaß haben, darf dieser Film ruhig weiter laufen, jedoch sollte man sich als Erwachsener darüber im Klaren sein, worauf man sich einlässt.

 
Nachspann
beginnt noch mit sehenswerten Animationen, läuft dann aber ins Leere aus. Sobald die Bilder also verschwinden, darf man selbiges aus dem Kinosaal.

Die Vorsehung

Anthony Hopkins hat sich in der Vergangenheit ja öfters schon an Werken übersinnlicher Natur probiert und ist damit auch einige Male richtig auf die Schnauze gefallen.
Hier kommt ein weiterer Versuch, bei dem man diesmal vieles richtig gemacht hat, beginnend mit der Ernsthaftigkeit beider Seiten, die dem Ausgangsphänomen gegenüberstehen.
Was als seichte, unüberlegte Kost beginnt, gewinnt sehr schnell an Fahrt und Professionalität und liefert letztlich eine fantastische Jagd nach der Auflösung ab, die in einem großangelegten Finale gipfelt. Hierzu muss gesagt werden, dass dieser Film durchaus verdient, dass man vor ihm warnt, denn das Gezeigte ist nicht etwa massentauglich aufbereitet, sondern wütet manchmal ordentlich vor sich hin, so dass nicht nur von etwas Bösem gesprochen wird, sondern man tatsächlich hin und wieder mit Bildern um sich schlägt, die die Mägen zärterer Gemüter ordentlich aufwirbeln dürften.
Der Gedankengang hinter allem ist großartig und wird auch professionell entschlüsselt, so dass dem Filmspaß bis zum Finale auch kein Abbruch getan, indem bereits vorab Erkenntnisse verraten oder unnötigerweise auf etwas hingewiesen wird. Der Zuschauer darf selbst entwirren und sich von den Machern auf die Fährten führen lassen, die er meint, besteigen zu müssen.
Was gänzlich fehlt, ist die Rührseligkeit bekannter Klischees, in denen solche Filme meistens enden, um hier eine honigseifende Pointe aufs Moralbrot zu schmieren, die selbst die Zunge in Zucker verwandeln würde – ganz im Gegenteil. Man stellt sich Fragen, die im Leben einmal geklärt werden sollten und durchaus zum Nachdenken anregen – und liefert damit nicht nur erstklassige Unterhaltung, sondern auch ein Stück weit Anregung dazu, das Hirn einzuschalten und über gewisse Dinge zu sinnieren.
Allein beim Schluss hätte ich mir etwas mehr Struktur gewünscht, da man zuletzt dann schließlich zu sehr ausbüchst und somit die ansonsten wunderbar geführte Geradlinigkeit verlässt, die dem Film so viel Esprit verleiht.
Und Fragen wie diese, denen sich Hopkins stellen muss, sollten wir uns alle stellen, da sie nicht nur wahnsinnig viel über uns selbst verraten, sondern auch im Umgang mit nahestehenden Personen helfen, Situationen zu ertragen und besser zu verarbeiten.
 

.kinoticket-Empfehlung: In diesem Sinne sollte jeder einmal ab ins Kino und sich dieses Werk ins Hirn ziehen, auch wenn der Zeitpunkt merklich unpassend ist, sofern man grad auf rot-weiß-gold steht und andere Festlichkeiten im Sinn hat.
Dann bitte Ausschau auf TV-Sendern halten, die dieses Werk in ferner Zukunft streamen, denn das Anschauen lohnt sich definitiv – und das Auseinandersetzen mit den Fragen erst recht.

 
Nachspann
läuft keiner, jedoch wird hier noch einmal richtig klar, was für einen grandiosen Soundtrack dieser Film eigentlich genießt. BT hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet.

Die Highligen Drei Könige

Es ist Vorweihnachtszeit. Black Friday Shopping Angebote, Vorweihnachtsstimmung, Brezeln und Weihnachtsmärkte: Auch Hollywood ist diese Jahreszeit nicht entgangen. Ganz logisch also, dass derzeit wieder Unmengen an klischeetriefenden Weihnachtsschnulzen aus den Schubladen hervorgekramt und in der Primetime ausgestrahlt werden – zu Gunsten der Werbetreibenden, zum Leidwesen der Zuschauer.
Und auch die Kinos machen davor nicht halt – nur, dass hier eben nicht alte Kamellen erneut durch die Filmspulen gerattert werden, sondern man schlichtweg etwas “Neues” produzieren muss, um den Menschen einen Anreiz zum Reinschauen zu bieten.
Jüngstes Produkt weihnachtlicher Einstimmung: Die Highligen Drei Könige. Ja, der Wortspielzynismus, den man in der Kapitalwelt längst an unzähligen Eingangsschildern verschiedener Bars und Friseurläden bestaunen durfte, hat nun auch Hollywood erfasst. Und: Man macht den Witz zum Inhalt.
Ich persönlich glaube, der nächstgelegene Film, der dem Mainstreamzuschauer zu diesem Pendant am ehesten einfiele, ist die Hangover-Trilogie, aus der unbestreitbar funktionierende Elemente geliehen wurden, um hier möglicherweise an einen weiteren Erfolg anknüpfen zu können. Das Thema des offensichtlichen Drogenkonsums ist ja schon immer einen Lacher wert gewesen, wieso also nicht.
Gepaart mit einer absolut schlechten Story, die den “Glanz” von Hangover weit hinter sich lässt, gibt das hier dann einen Film mit der Eleganz von wärmendem Erbrochenem mit einem Hauch von Weihnachten.
Wo große Errungenschaften wie Tatsächlich …Liebe längst bewiesen haben, mit wie viel Schneid und Feingefühl man solcherlei Filme gestalten muss, hat man sich hier höchstwahrscheinlich einfach nur einen Joint mehr in den Rachen gesteckt und diesen Wunsch eines erneuten Erfolgs auf feuchte Servietten geschrieben.
Die Story funktioniert, irgendwie. Ob wegen der Drogen, ob wegen des unaufhörlichen Umherwerfens sinnloser verbaler Artefakte oder einfach nur wegen seiner gesamtheitlichen Irre, den Zuschauer spricht es an – mich überhaupt nicht.
Ich bekam den ganzen Film über das Gefühl nicht weg, dass hier zwangsproduziert wurde, da die Zeit drängt und man eben nicht wirklich einfach nochmal Tatsächlich …Liebe auf die Leinwand hat bringen können. Von geschichtlicher Tiefe, emotionalen Momenten, ergreifenden Bildern oder gar einer unkitschigen Lehre ist dieses Werk weit entfernt. Viel eher geht es um billigste Anspielungen, sinnlose Plattitüden und das einfache Rumgehampel dreier Männer, für deren Geschichte sich keiner so wirklich interessiert. Man verspürt weder Sympathie, noch Mitgefühl oder Wehleid, sondern wünscht sich nichts mehr, als dass der Nachspann endlich auftaucht, um dieses Werk geistigen Schwachsinns ermüdet zu beenden.
 

.kinoticket-Empfehlung: Freunde von Drogenfilmen haben im highen Zustand sicherlich ihre Freude an diesem Film.
Wer jedoch auch nur den Hauch von etwas Anstand im Kopf hat, den zermartert das Gefühl des Fremdschämens und der Belanglosigkeit während der Spielzeit, denn die wahre Weihnachtsgeschichte ist das hier keineswegs.
Auch wenn die Jokes teilweise zünden, so fehlt doch gänzlich die Eleganz, die man bei Pendant-Filmen wie Hangover noch unbestritten vorliegen hatte. Schade eigentlich.

 
Nachspann
gibt’s außer ein paar farblichen Markierungen am Anfang keinen.

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