5 Kommentare zu “Fifty Shades of Grey – Befreite Lust

  1. Immerhin produzieren solche Filme deine Rezension, die ich sehr gerne gelesen habe ;) Ich finde es toll, wie du einen gesellschaftlichen bezug herstellst. Ich habe nur den ersten Teil gelesen und sogar dabei vorgespult, weil ich wirklich gelangweilt war und die Brisanz des Themas auch nicht verstanden habe. Das Schlimmste ist aber, dass die ganze Idee für mich ein müder und lustloser Aufguss von „the secretary“ ist. Vielleicht kennst du den Film, der lohnt sich wirklich.
    Was mich an der Reihe stört, ist auch die fehlende Emanzipation. Am Ende geht es dann doch wieder nur ums Heiraten… und ich mag nciht über mein eigenes Geschlecht urteilen, was es über uns aussagt, dass wir diese Art von Beziehung als „erotisch“ deuten (und nur am Rande: Würden die Rollen von Grey oder Edward funktionieren, wenn es mittellose Handwerker, Lehrer etc. wären?)

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  2. DANKE :)

    Ja, den Film kenne ich – der ist wirklich wesentlich besser.

    Und ob du es glaubst oder nicht: Ich habe mir den Spaß gemacht und mich wochenlang beim zweiten Teil immer an die Ausgänge von den Kinos gestellt und wahllos Leute rausgezogen und sie gefragt, ob sie den Film toll fanden, nochmal anschauen würden und wie sie die Rolle der Frau da drin bewerten – und es gab fast unisono die Antworten:

    Toll: Jap.
    Nochmal anschauen: Definitiv.
    Rolle der Frau: „Sie kämpft sich doch aus der Nichtbeachtung und Objektifizierung raus, also auch toll.“

    Damit hatte ich nämlich im zweiten Teil schon megamäßig Probleme, weil ich nicht das Gefühl habe, dass sie tatsächlich geliebt wird oder eben als devoter Part innerhalb einer Beziehung respektiert, was ja in beiderseitigem Einverständnis völlig in Ordnung gewesen wäre. Stattdessen werden hier wieder Klischees ausgelebt, dass es nur so kracht.

    Ob es als mittelloser Handwerker funktioniert hätte? ;-) Porno? :D Also Ja? :D

    Man hätte ihm dann eben nur ein Milchbubiface aufsetzen müssen und ihn „hilfsbedürftiger“ darstellen, dann wären die Klischees mit „Awwwwwww“ in den Kinos wieder da gewesen – hauptsache er sieht geil aus.

    Und diese Abfeierei von billigen Stereotypen und gleichzeitig das Rumgeheule von zu wenig Emanzipation ist für mich reinweg Heuchelei. Entweder oder. Und auch da tritt man mit dem Film (und einem klaren Statement, das man setzen hätte können) auch wieder voll ins Fettnäpfchen.

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  3. Ich habe das ja schon geahnt – aber den Soundtrack werde ich mir nun doch anhören! Der war ja schon bei Twilight sehr gut.

    Was du mit der Heuchlerei ansprichst: Als ich in Shape of Waters war, hat man gemerkt, wie unangenehm bzw. belustigt die Reaktionen des Publikums auf die dargestellte Sexualität war, wenn dann aber so ein Hype um Shades of Grey entsteht, was auch nur erz-konservativ ist, fragt man sich schon, wie offen und fortschrittlich unsere Gesellschaft in Wirklichkeit ist.

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  4. Ja – auch da wieder: Twilight-Kopie :D Der Witz ist: Die größten Fans von Fifty Shades wissen das nicht und kucken jedesmal tierisch erstaunt aus der Wäsche, wenn ich einfach mal eine Handvoll Parallelen aufzähle und sie dann langsam anfangen: „Hey stimmt …“ – ich meine, selbst die Nebencharaktere sehen – wenn man sie mit „a blink of an eye“ anschaut – fast schon gleich aus wie in Twilight. Man hat so unterschiedlich gecastet, dass man keine juristischen Probleme kriegt, aber doch so nah, dass der Bezug definitiv herstellbar ist.

    Und den Sex in Shape haben viele belacht, ging mir auch so im Kino. Aber der wurde mit so viel Raum und Tiefe umspült, dass es wieder cineastischen Mehrwert hat und man auch währenddessen über den seelischen Bezug und echte Emotionen nachdenken konnte, während man in Fifty Shades vor Peinlichkeit und Albernheit sich vor Lachen kaum zurückhalten kann …

    Wie gesagt: Mir muss jemand die Relevanz erklären, ich versteh es nicht. Und ich hab jetzt alle drei Teile gesehen.

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  5. Pingback: HERRliche Zeiten | .kinoticket-blog.de

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