8 Kommentare zu “John Wick: Kapitel 2

  1. „es sei denn, sie steht auf Action und mag Filme wie Trainspotting“

    Ick hör die Feministen wegen dieses Satzes schon trapsen. Aber müsste man sie dann nicht eher mit in Trainspotting 2 nehmen? Oder anders gefragt: was hat John Wick 2 mit Trainspotting gemeinsam?

    Und noch ein paar andere Fragen:
    was versteht man unter „fahrischer Stärke“?
    Was ist eine „Aufsteigerkrone“ und warum ist diese berühmt?
    „Der lüsterne Blick auf eine neue Welle von John Wick-Filmen ist auch jeden Fall nicht völlig unberechtigt.“ Was?
    Was unterscheidet echten Style von unechtem Style?

    Und noch eine Antwort zum Schluss:
    „Auf diesen Film haben sich Fans wohl schon lange gefreut und auch die Vorankündigungen der Presse haben Lust auf mehr gemacht. Hand aufs Herz: Wann ist das nicht so?“
    Nunja, wenn sich jemand nicht freut, ist er wohl per Definitionkein Fan, aber du hast wirklich noch nie gelesen, dass die Presse einen Film schlecht macht?
    Mist, doch wieder eine Frage statt einer Antwort.

    Grüße

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  2. Sollen sie nachdem man mir erklärt hat, was der weibliche Zustrom in den Fifty Shades-Sälen soll und warum ich genau den bei Trainspotting wohl eher nicht erwarten würde. Und da ich den zweiten Teil noch nicht kenne, habe ich beim Schreiben der Rezension eben auf den ersten Teil zurück gegriffen.

    Wortschöpfung. Mir ist aufgefallen, dass ich in meinen Texten sehr oft gleiche Phrasen benutze und sich meine Beschreibungen in vielen Fällen wiederholen. Und ich will den Geist anregen, über neue Dinge nachzudenken und sich mit der Materie auseinanderzusetzen und zu grübeln, was das heißen könnte.

    Ich hätte jetzt auch einfach „auf die Filmgeschwindigkeit und den erzählerischen Drive“ setzen können, was dann eben zu Fahr-ischer Stärke wurde, da genau dieser Drive für mich als Pluspunkt gilt. Auch wenn es das Wort nicht gibt. Ist aber nicht das einzige, das nicht existiert, denn ich benutze in meinen Texten sehr oft neue Kreationen, die so nicht bekannt sind. Nur ist es bis jetzt noch keinem aufgefallen bzw. hat niemand etwas gesagt.

    Genauso ist es mit der Aufsteigerkrone. Jeder zweite Teil will besser sein als der erste und es gibt kaum Filme, wo das wirklich klappt. Und dass man mal zu einer echt gelungenen Fortsetzung als Sieger in einer dieser Schlachten gekrönt wird …

    Echter Style ist Style, der zieht. Gespielter Style ist billig und funktioniert nicht.

    Ich hab nicht gesagt, dass ich noch nie negative Presse gelesen habe, sondern gesagt, dass man sich von positiven Pressetexten als Fan sowieso angesprochen und geil gemacht fühlt. Ist ein Unterschied ;-)

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  3. Du hast den Nebensatz „(es sei denn, sie steht auf Action und mag Filme wie Trainspotting)“ in dem Zusammenhang gebracht, dass man sie dann mit in John Wick nehmen könne und nicht Allgemein mit ins Kino. Deswegen muss ich als Leser, der sich mit einem Text auseinandersetzt zwangsläufig denken, dass das Gefallen von Trainspotting dazu führe, dass man auch Spaß an John Wick 2 habe. Deswegen die Frage, die nach wie vor im Raum steht, was Trainspotting mit John Wick 2 gemeinsam hat, dass du zu diesem Schluss kommst?

    Es ist zwar ein schönes Ziel, dass du Neologismen verwenden und dich zum neuen Goethe krönen möchtest, aber die deutsche Sprache gibt bereits sehr viel her und es sollte dann doch für den Leser verständlich sein, was du schreibst.
    Nehmen wir das Beispiel der berühmten Aufsteigerkrone. Zunächst ist es ganz ironisch, dass du berühmt schreibst, obwohl es sich um neu zusammengesetztes Wort handelt. Das ist ein Stilmittel und kann man machen. Allerdings beginnst du den Satz bereits mit dem ersten Teil des wirklich bekannten Sprichwortes, hätte also an dieser Stelle lieber ein neues Bildnis gewählt: setzt dem Trump sein Toupet auf, bringt Flaschendrehen auf die Party, schließt die Schlafzimmertür hinter dem Brautpaar, was weiß ich…
    Einer Portion Sahne eine Krone aufzusetzen ist.. nunja… in der Vorstellung amüsant, aber sagt eher das Gegenteil aus, denn es macht die Sahne nicht besser und schon gar nicht die Krone. Das Wortspiel sollte also schon zum Kontext passen, was es hier in meinen Augen als Leser nicht tut. Zudem versteht man unter dem Begriff Aufsteigerkrone recht schnell den Preis für den ersten Platz eines Zweitligisten (oder noch tiefer), der nun aufgestiegen ist, was auch nicht dem entspricht, was du an der Stelle aussagen willst, nehme ich an.
    Neue Wörter zu erfinden ist okay, aber sie sollten auch zum Inhalt passen.

    Nehmen wir doch noch die anderen Beispiele, weil es so Spaß macht:

    Fahrische Stärke
    „Filmgeschwindigkeit“ und „erzählerischen Drive“ möchtest du damit also sagen. Hmm… es gibt halt bereits ein Wort, so dass man schnell denken könnte, dass du dich einfach verschrieben hast: „fahrig“.
    Die Definition leihe ich mir von Google: „so, dass jmd. sich schnell und unkontrolliert bewegt, weil er nervös ist“ also wiederum eher das Gegenteil von dem, das du aussagen willst.
    Man muss immer aufpassen, dass eine riesen Kluft liegen kann zwischen dem, was man aussagen möchte und dem, was beim Leser ankommt.

    Es kommt mir als mündiger Leser nicht so vor, dass du neue Wörter erfinden möchtest, sondern dass du mit den vorhandenen Wörtern nicht zurechtkommst. Das klingt böser als es gemeint ist, denn wie du siehst, gehöre ich zu den Leuten, die du dir gewünscht hast und die sich mit dienem Text auseinandersetzen. Nur vielleicht nicht ganz so, wie erhofft.
    „sehr oft neue Kreationen, die so nicht bekannt sind“ Wie sollen sie auch bekannt sein, wenn sie neu sind? Kreativität in allen Ehren, aber irgendwelchen Kauderwelsch hinzuschreiben gehört für mich nicht dazu. Mag sein, dass ich dich komplett unterschätze und wir in 100 Jahren alle von Aufsteigerkronen und fahrsicher Stärke sprechen, aber dem wirkt entgegen, dass du dich im nächsten Satz dann doch wieder solchen Wörtern wie „Speed“, „Style“, „Echtheit…“ bedienst und Floskeln à la „zu Buche schlagen“, „auf fruchtbaren Boden“ und „Gelüsten frönt“ benutzt.

    Kommen wir zum echten Style, bei dem ich dachte, dass du eine gute Erklärung hättest. Jetzt ist es ein funktionierender Style. Dann frag eich mich aber, warum das bei dem Film ein Alleinstellungsmerkmal ist? Matrix als erste Beispiel, das mir einfällt, hatte demzufolge keinen funktionierenden Style? Mal abgesehen davon, wie man echten Style kopieren soll, wenn es sich einfach um Style handelt, der funktioniert. Style kann in vielerlei Varianten funktionieren und sagt rein gar nichts über den Style in John Wick 2 aus. Wie ist der Style? – Er funktioniert. Okay.

    Jetzt siehst du, was passiert, wenn sich jemand mit der Materie auseinandersetzt. Mir kam es bislang nicht so vor, als würdest du meine Anmerkungen ernst nehmen, von dem her brauche ich mich auch nicht für die simple Dekonstruktion entschuldigen, nehme ich an. Diese soll im Endeffekt auch nur dazu dienen, dass du dir Gedanken machst. Klar kann man diese Aufgabe an den Leser abgeben, aber ein Text (eines Bloggers) sollte stets so formuliert sein, dass er verständlich und leicht bekömmlich ist, darf aber auch gerne eine zweite Ebene besitzen, mit der man sich Auseinandersetzen kann und die wahre fahrische Stärke (so, ich mache das mit dir zusammen berühmt) dahinter Entdeckt. Die besteht aber nicht darin, bestehende Floskeln durch unpassendere zu ersetzen.

    Zu deinem letzten Satz:
    „Auf diesen Film haben sich Fans wohl schon lange gefreut und auch die Vorankündigungen der Presse haben Lust auf mehr gemacht. Hand aufs Herz: Wann ist das nicht so?“

    Du hast genau das geschrieben und nichts davon, dass postive Pressetexte Fans sowieso geil machen würden. Smiley Das mit der Presse sagt aus, dass deren Vorankündigungen (von dir ohne Adjektiv gewählt) Lust auf mehr gemacht haben (ohne Bezug zu den Fans sondern einfach nur „haben“). Das sagt aus, dass die Pressetexte (alle) für alle Lust auf mehr gemacht haben. anach fragst du, wann das aber mal nicht der Fall war.
    Allerdings gebe ich dir an dieser Stelle recht, da man Pressetexte als Texte vom (hier:) Verleiher sieht, die er an die Presse schickt, um diese ohne große Bearbeitung zu verschicken; oder auch: Werbung. Allerdings schreibst du Vorankündigungen der Presse und nicht Pressetexte.

    So, jetzt habe ich mich erstmal genug mit deinem Text auseinandergesetzt.

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  4. Sorry, dass ich so spät antworte … ich bin übers WE meist arbeiten und habe dabei nicht wirklich Zugang zum Internet und daher auch keine Möglichkeit, ohne massiven Aufwand zu antworten. Und ich wollte dich nicht einfach nur mit ein paar übers Handy getippten Worten abspeisen .. also steige ich gern auf deine Diskussion ein :)

    Es ist mir bewusst, dass ich mit solchen Aussagen in Klischee-Fettnäpfchen trete und deshalb hatte ich – selbst beim Schreiben dieser Phrase in der Rezension – bereits leichte Bauchschmerzen, weil ich nicht weiß, wie es bei anderen ankommt und ich da der Einfachheit und political correctness entgegen halber mal nicht alle Tatsachen und Eventualitäten überprüft habe, sondern einfach mal „blind drauf losgeschrieben“ habe ohne wirklich vollkommen darüber nachzudenken.

    Demnach klassifiziere ich hier die „Frauen“ in Wesen, die sich gerne mal mit romantischen Dingen beschäftigen, für die sinnlose und brutale Action nicht unbedingt die hundertprozentige Erfüllung ist und die sensiblem und gefühlsreichem und vor allem sinnvollem Kino etwas abgewinnen können.

    Auch hier kann man nicht alle über einen Kamm scheren, da mich als Mann beschriebene Themen sogar vorwiegend reizen und mehr beglücken als ständig nur Dummdoofballerei und möglichst teures CGI.

    Ich stelle also keine absoluten Wertvorstellungen auf die Tür und erwarte auch von niemandem, dass er sich so überkorrekt verhält – weder beim Schreiben noch beim Lesen. Ich setze einfach eine gute Portion gesunden Menschenverstand und die Fähigkeit voraus, hier und da ein wenig durch den Wortwald zu tanzen, den ein vorwiegend textlastiges Blog gegenüber beispielsweise einem YouTube-Kanal hat.

    Und mit meiner Ansage, dass es auch Frauen gibt, die Filme wie Trainspotting und womöglich auch John Wick gut finden, erkenne ich ja schon mit meinem Anfangssatz an, dass Menschen allesamt verschieden sind und man sich sozusagen einfach am Geschmack der Damenwelt orientieren kann, um festzustellen, ob die eigene Angebetete der richtige Partner ist, wenn man am Ticketschalter unbedingt auf diese Vorstellung pocht.

    Warum Trainspotting? Weil zur Zeit gerade der Trainspotting-2-Trailer überall läuft und der so herrlich schräg, wirr und fast schon „dümmlich“ daher kommt (steinigt mich für diese Aussage), dass ich in Anlehnung an oben genannte Liebe zur Romantik, zum sinnreichen Kino keinerlei überdeutliche Spuren erkenne, die jetzt gerade und speziell die Frauenwelt ansprechen.

    Und gleiches Phänomen hatte ich bei mir im Kinosaal, dass mehrfach bei John Wick eben die Damen ihre Männer in die Seite gezwickt haben und man Aussprüche hörte wie „Komm, wir gehen, das ist doof“ oder „Wie lange willst du dir dieses dämliche Zeug jetzt noch anschauen? Lass uns endlich gehen“ hörte – wenn auch nur sehr leise.

    Daraus schließend schlussfolgerte ich eben, dass dieser Film wohl vorwiegend nicht die Damenwelt ansprechen möchte und eben nur jene weiblichen Wesen in ihren Bann zieht, die auf so abgefahrene Action stehen und denen es nichts ausmacht, wenn man einfach mal minutenlang nur so durch die Gegend ballert, auch wenn alles eigentlich überhaupt keinen Sinn ergibt.

    Und da wiederum kenne ich unzählige männliche Herrschaften, die an eben solchen Szenen irre Spaß haben und somit klassifizieren, dass man diese Klischeefettnäpfchen eben aus einem bestimmten Grund hat: Weil jedes Klischee einen Kern Wahrheit in sich trägt.

    Ich hoffe, die Fragen zwischen John Wick und Trainspotting ist damit zufriedenstellend benantwortet ^^.

    „Einer Portion Sahne eine Krone aufzusetzen ist.. nunja… in der Vorstellung amüsant, aber sagt eher das Gegenteil aus, denn es macht die Sahne nicht besser und schon gar nicht die Krone. “

    Damit triffst du meine Wunschaussage quasi direkt auf den Punkt. Es gibt so viele „Erste Sahne“-Filmstücke, die als brillante Idee in die Welt gesetzt wurden und mit Neuheit, Einfallsreichtum, Genialität und anderen Dingen punkten und dem Kinozuschauer einfach Spaß machen.

    Und wie oft (eigentlich fast immer) greift dann die kapitalistische Machenschaft und möchte etwas Hervorragendem (nämlich der Sahne) noch eine Krone aufsetzen, in dem man einen so viel besseren, geileren, noch stärkeren, actionreicheren, noch superlativereren Teil kreiert, der ja um sooooo vieles besser ist und man uuuuuunbedingt reingehen muss und als Zuschauer und Kenner des Teil 1 ist man eigentlich nur noch maßlos enttäuscht.

    Also halte ich diese „Aufsteigerkrone“ für sinnbefreit und dieses Verhalten, beim zweiten Teil immer alles noch größer werden zu lassen, schlichtweg für dumm – genauso, wie es dumm ist, etwas Hervorragendem nochmal zusätzlich eine Krone aufzusetzen.

    Warum kann man nicht einfach in Erinnerungen schwelgen, altes wieder aufleben lassen oder einfach unspektakulär, dafür aber authentisch die bekannte Welt weiter beleben, indem man neue Plotstränge auf bekannte Charaktere schreibt oder einfach die Kulissen wiederbelebt oder oder. Diesbezüglich ist meine Vorfreude auf Deadpool 2 kaum zu bändigen, weil uns die Macher dort bereits versprochen haben, dieses „Wir machen den Teil 2 größer als den ersten“ genau NICHT zu machen.

    Und wie oft warte ich erst diverse Fortsetzungen ab, die ich mir dann „rückwärts“ anschaue, weil die dann mit abnehmender Nummer tatsächlich immer besser werden, bis man – angekommen bei Teil 1 – dann einen richtig guten Film zu sehen kriegt.

    Und genau das kritisiere ich bei John Wick 2, weil der erste Teil eigentlich hervorragend, eigenständig und abgeschlossen ist und hier summa summarum keinerlei Bedarf für eine Fortsetzung besteht, zumindest nicht in meinen Augen. Also ist die Krone zum Sinken/Scheitern verurteilt, was per Definition ja sowieso passiert, weil keine Sahne zu steif wäre, als dass sie so ein Gestell auf ewig oben hält – was dann wieder meinen Term sinnig macht, dass diese ganze Idee eigentlich fragwürdig ist.

    Und die Tatsache, dass du eben jene Rückschlüsse aus meinem Text liest, zeigt mir, dass ich mit meiner Absicht, nämlich etwas völlig verqueres zu zeigen mit ein paar Worten, die es nicht gibt, vollständig gelungen ist.

    Ich meinte tatsächlich dieses Wort: „fahrig“… wie heißt es dann richtig? Fahrige Stärke? Weil ich genau deine Definition in dem Film wiedererkannt habe. Die Synergie zwischen Actionszenen und dem Rest wirkt irgendwie undurchdacht, zusammengewürfelt und ohne großen Plan. Es ist mal da, dann wieder nicht, dann wieder, dann dauert es ewig, dann wieder nicht und so eine wirklich gemütliche Harmonie konnte ich dabei nicht entdecken.

    Dennoch bergen die unkontrollierten, nervösen Actionszenen eine Art von Stärke, wenn sie dröhnend von der Leinwand scheppern und „das klischeehaft niedere Gen der männlichen Welt befriedigen“. Also sind die Szenen stark, jedoch ohne Harmonie und Zusammenarbeit mit dem restlichen Film, ergo hat der Film hier „Stärken“ die fahrig(?) gehandhabt werden … was ich zu „fahrischer Stärke“ kombiniert habe. Ich kann mich täuschen und gestehe Fehler gerne ein.

    Wieso denkst du, dass ich mir von dir anderes erhoffe, nur weil kritische Stimmen von dir kommen? Im Gegenteil – ich schätze es! Stichwort: Diamanten schleifen ist immer mit harten Bearbeitungen verbunden und geht nicht mit Kuschelfedern.

    Zum einen sehe ich an Menschen wie dir, dass es tatsächlich auch im Dunstkreis meiner wirren Weltwahrnehmungsmöglichkeiten Menschen gibt, die ihr Gehirn noch nicht vor dem Einloggen am Handy abgegeben haben, sondern tatsächlich benutzen und zum anderen spornt es mich tierisch an, gerade diese Ausdrucksweisen weiter zu schulen.

    Ehrlich gesagt ist das einer der Hauptgründe, weshalb ich überhaupt mit dem Schreiben angefangen habe. Weil man sein Hirn ständig trainieren sollte und das geht nur, in dem man Worte benutzt. Und dass ich hier und da eben unbeholfen rumeiere, schließe ich dabei absolut nicht aus. As Said: Menschlich, auch ich mache Fehler und gebe diese gerne zu.

    Diesbezüglich bin ich dir sogar dankbar dafür, weil durch dich endlich eine reelle Möglichkeit gegeben wird, sich selbst zu reflektieren und ggfs. zu verbessern, was durch alleiniges Schreiben ohne irgendwelches Feedback mal so gut wie gar nicht funktioniert.

    Also keine falsche Scham.

    Style: Es gibt Filme, die versuchen, eine Welt zu etablieren, und fliegen dabei permanent einfach nur auf die Fresse und nerven. Und es gibt Filme, die ein Universum erschaffen, in das man eintauchen kann und die Style vorweisen, der im Hirn des Zuschauers Glücksgefühle und Geborgenheit hervorruft.

    Dies kann bei Matrix sein (der mir im übrigen mega gefällt und lange Zeit fast eine Art „Bibel“ für mich dargestellt hat), dies kann im Universum von „Tribute von Panem“ sein, dass auch seine Form einer Welt etabliert und konsequent auslebt, ohne sich an anderen messen zu wollen, und dies kann bei John Wick sein, der eben auch seine ganz eigene Art von Humor beinhaltet und nicht auf fahrende Züge aufspringt und sich an anderen Herstellern, Ideen und Filmreihen bedient.

    Der Film weist also Style auf, der funktioniert, weil er den Film nicht selbst ins Lächerliche zieht oder sich selbst unglaubwürdig macht, indem man sich für die z.B. Moves schämt, weil sie einfach dämlich aussehen oder was weiß ich. Man artet nicht in pseudocooles Getue aus, sondern bewegt sich innerhalb funktionierender Schranken, die John Wick (sowohl Teil 1 und 2) ein Gesamtrahmen schenken, der bei mir styletechnisch ankam und meine Erwartungen zutiefst befriedigt hat, wenn man den Film jetzt nur auf seinen Humor und die „Art“ von John Wick als Charakter beschränkt.

    Wenn du dich bisher nicht ernstgenommen von mir gefühlt hast, tut mir das sehr leid und ich möchte mich dafür aufrichtig entschuldigen. Würde ich dich nicht ernst nehmen, ließe ich deinen Kommentar einfach stehen oder würde ihn kicken oder es wäre mir egal.

    Allein die Tatsache, dass ich mir die Zeit nehme und deine Ausführungen hier (hoffentlich) ausführlich beantworte, soll zeigen, dass mir Dialoge wie dieser durchaus sehr am Herzen liegen und ich mich immer freue, wenn mein Geschwafel jemandem so viel bedeutet hat, dass er nicht nur „like“ geklickt, sondern eben richtig Aufwand betrieben hat, um seinen gedanklichen Senf dazu abzugeben.

    Gerade in Zeiten wie diesen, wo eine der meistgestellten Fragen bezüglich meines Blogs ist, ob ich auch einen YT-Kanal habe, weil Film kucken einfacher ist als sich tatsächlich hinzusetzen und etwas zu lesen, bedeutet mir ein geschriebener Kommentar auch so viel mehr als wenn jemand nur dumm daher blökt und ohne Zeit für Worte daherquasselt. Einer der Gründe, weshalb ich keinen YT-Kanal habe und auch nicht plane, einen zu eröffnen.

    Und zuletzt: Ich meine Pressetexte. Also das Material, was die Jungs und Mädels schreiben, die den Film promoten wollen und daher also sowieso ausschließlich positiv über das Werk schreiben, was – im günstigsten Fall für die Vertreiber – dann einfach unreflektiert von den Bloggern, Youtubern, Zeitungsverlagen etc. übernommen wird, um eben jene vorgefertigte Meinung von den Machern 1:1 zu wiederholen und zu verbreiten.

    Und diese Texte sind immer und jederzeit positiv auf den sich beziehenden Film eingestellt und drücken in ihrer allgemeinen Bedeutung immer die Gutartigkeit des Films aus, ganz gleich, wie man persönlich vielleicht darauf reagieren würde. Sprich: Covertexte, Empfehlungen auf Blu-ray-Rückseiten etc. – da stehen nie kritische Stimmen, sondern immer nur die „Alles super, unbedingt ansehen“-Phrasen.

    Also auch hier wieder: Mein Fehler, ich werde mich bessern ^^.

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  5. Also nachdem du dir so viel Zeit für mich genommen hast – und das obwohl mein gestriger Kommentar hier doch etwas saclicher sein können – widme ich dir jetzt noch meine restliche Abendgestaltung.

    Zunächst muss ich mich für die ausführliche Antwort bedanken, die an mancher Stelle dann doch zu ausführlich geworden ist und weit über das hinausging, was ich eigentlich wissen wollte. Aber mehr Info ist mehr Input, also auch okay. Nur schade um deine Zeit.

    Die erste Frage bezog sich tatsächlich nur darauf, warum du das Gefallen an Trainspotting dem von John Wick 2 gleichsetzt. Offensichtlich hast du das aber dann doch etwas anders gemeint, als ich es verstanden habe, wenn du allein auf den Trailer von T2 anspielst.
    Die Geschichte mit den Geschlechterklischees, das war von meiner Seite nur ein kleiner Seitenhieb auf manchen, der sich eben genau von Political Correctness einschüchtern lässt. Da finde ich es sogar ganz gut, dass du deine Sichtweise nicht wegen sowas verschließt, sondern gerade heraus schreibst, was du für Sache hälst. Und allein vom Bild im Kino gebe ich dir recht und wenn man sich dann die Verteilung der Bewetrtungen, bzw. die Anzahl bei IMDb für 50 Shades und john Wick anschaut, dann bekommt du sogar statistisch einen Beleg.

    Also wenn du da mit der Sahne wirklich so gemeint hast, wie du das jetzt erklärt hast, dann kann ich auch nicht mehr viel dazu sagen. Verquere Wortwahl, aber offensichtlich gewollt. Stört leicht den Lesefluss weil ungewohnt, aber auch das könnte hiernach beabsichtigt gewesen sein. Vielleicht unterschätze ich dich hier ja wirklich (auch wenn dir bestimmt mit etwas mehr Muße ein eindeutigeres Beispiel eingefallen wäre). Aber wer weiß, vielleicht bin ich es, der hier hinkt.

    Das mit der fahrigen Stärke ist so eine Sache. Entweder fahrig ist als Adjektiv zur Stärke anzusehen, also die Stärke bewegt sich unkontrolliert, oder die Fahrigkeit ist eine Stärke. Also wenn du das alles mit den beiden Worten ausdrücken wolltest, dann hast du auf jeden Fall ein assoziativ denkendes Hirn und musst (zumindest bei so einem verkalktem wie meinem) höllisch aufpassen, dass der Leser hier mitkommt. Da ist die Frage für wen man schreibt. Denn nicht jeder bekommt so eine ausführliche Erklärung zum Text. (und interessiert sich dafü wohl auch nicht) Wie schon gesagt, besteht eine Kluft zwischen gewolltem Verständnis und dem realen und es liegt an dir, ob du die Lücke klein halten, oder die Geschichte mit Arbeit für den Leser verbinden willst. Und ich ahne, dass du zu Letztgenanntem tendierst.
    Was sagen denn so die anderen Leser zu sowas? Nicht, dass ich am Ende der einzige bin, der sich über deine Ausführungen wundert.

    „Wieso denkst du, dass ich mir von dir anderes erhoffe, nur weil kritische Stimmen von dir kommen? Im Gegenteil – ich schätze es! Stichwort: Diamanten schleifen ist immer mit harten Bearbeitungen verbunden und geht nicht mit Kuschelfedern.“

    Wie schon geschrieben, war meine vorige Antwort nicht differenziert und sachlich genug in Nachbetrachtung, weswegen ich diese Sorge hatte. Einen gewissen Ton sollte man trotz aller Kritik wahren.

    „Diesbezüglich bin ich dir sogar dankbar dafür, weil durch dich endlich eine reelle Möglichkeit gegeben wird, sich selbst zu reflektieren und ggfs. zu verbessern, was durch alleiniges Schreiben ohne irgendwelches Feedback mal so gut wie gar nicht funktioniert.“

    Freut mich zu lesen.

    Das mit dem funktionierenden / echten Style hat sich darauf bezogen, dass nahe an der Nullaussage ist. Was soll man darunter verstehen? Du hast es jetzt etwas näher ausgeführt, aber wenn im Text einfach nur echter oder funktionierender Style steht, dann grenzt ihn das nicht von einem anderen Style ab, bzw. wenn man den Film nicht gesehen hat – und jetzt kommt die entscheidende Frage von eben nochmal: für wen schreibst du eigentlich? Schreibst du für Leute, die den Film bereits kennen und die sich für eine andere Meinung interessieren, oder für jene, die sich anhand deiner Meinung ein Bild machen sollen, ob sie sich den Film überhaupt ansehen? Wenn die Antwort „für beide“ lautet, dann Willkommen bei der schwierigsten Form der Filmkritik, die regelmäßig zum Scheitern verdammt ist – bzw. wenn man den Film nicht gesehen hat, dann kann man sich unter der Wortkombination nichts darunter vorstellen. ALso man stellt sich etwas darunter vor, aber unwahrscheinlich, dass es der Style von John Wick sein wird, weil das Wort echt vpn jedem anders verstanden wird.

    Zudem hatte ich beim Lesen deiner Kritik das Gefühl, dass er die eher gut bis sehr gut gefallen habe, nach deinen Ausführungen schwankt das langsam zu okay bis naja.

    „Wenn du dich bisher nicht ernstgenommen von mir gefühlt hast, tut mir das sehr leid und ich möchte mich dafür aufrichtig entschuldigen. Würde ich dich nicht ernst nehmen, ließe ich deinen Kommentar einfach stehen oder würde ihn kicken oder es wäre mir egal.“

    Keine Sorge, ich hätte dich trotzdem weiter „genervt“.

    „Gerade in Zeiten wie diesen, wo eine der meistgestellten Fragen bezüglich meines Blogs ist, ob ich auch einen YT-Kanal habe, weil Film kucken einfacher ist als sich tatsächlich hinzusetzen und etwas zu lesen“

    Das sagst du leider was.
    Und zu den likes, da sind mir Kommentare grundsätzlich ebenfalls lieber, da ich dann was mit anfangen kann. Like kann heißen: „sehr her, ich habe auch einen Blog“ „ich habe die selbe Meinung“ „mir gefällt irgendwas an dem, was du geschrieben hast – was auch immer das sein mag“

    „Und zuletzt: Ich meine Pressetexte.“ Jo, das habe ich mir gedacht und letztlich war das auch nur noch die Krone auf der Sahne, dass ich das noch hinzugefügt habe. Sich kritisch gegenüber Pressetexten zu äußern, kommt bei mir immer gut an.

    So, und weiter geht’s zu Rings.

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  6. Nun ist es an mir zu danken.

    Ich seh das nicht als verlorene Zeit, sondern als verwendetes Hobby an, wenn ich mich hier hinsetze und was formuliere. Umso schöner, wenn es auf Leser trifft, die sich wirklich dafür interessieren.

    Political Correctness: Ich hasse sie. Meine Güte, wir sind alle erwachsen, können uns ausdrücken und müssen auch nicht jedes kleine scheiß Wort gleich auf die Goldwaage legen, also hasse ich diese ganzen Banausen, die meinen, jeden zu Tode verdammen zu müssen, nur weil er nicht überall „in“ und „innen“ drangehängt hat. Das hat nichts mit Respektlosigkeit Frauen gegenüber zu tun, sondern einfach nur damit, dass es extrem künstlich erschwert ist, locker und flockig von der Seele zu schreiben.

    Man fühlt sich automatisch gleich schlecht, wenn man es mal nicht schreibt (ich wehre mich innerhalb dieses Blogs sogar permanent, es überhaupt jemals zu schreiben), sondern die Sätze werden derart dekonstruiert, dass man am Schluss überhaupt keinen Lesefluss mehr hat, dafür aber politisch korrektes Gelaber. Nein danke.

    Sahne: Ja, ich wollte ausbrechen und den Leser auf den Wortspiel-Abgrund zulaufen lassen, um zu zeigen, was für ein Schwachsinn das ist. Auch wenn man bei dem Versuch selbst wohl zu stolpern scheint, finde ich es im Nachgang dennoch gelungen und lasse es auch so drin. Wer’s nicht kapiert: Die Kommentarfunktion ist überall offen und darf beliebig von jedem genutzt werden. Und ich werde die Kommentare auch jedesmal beantworten, soweit es in meinen zumutbaren Fähigkeiten steht. Daher … ;-)

    Für wen ich schreibe? Du tendierst richtig: Ich liebe es, wenn der andere nachdenken muss und erst über drei Ecken in weiterem Nachsinnen erfährt, welche Tiefe manche Aussage wohl zu haben scheint. Diesbezüglich hat mir Swiss Army Man hervorragend gefallen: Anekelnd widerlich und mit so viel tiefsinniger Poesie, die sich auch erst im Nachgang entfaltet und dann beim Grübeln so richtig aufblüht.

    Der Ursprungsgedanke war, Menschen eine Plattform zu bieten, auf der sie sich vor dem Kinobesuch über den Film informieren können, ohne dass dabei durch Inhaltsangaben und Content die Spannungskurve im Film angekratzt wird. Stichwort: Spoilerfrei.

    Familien mit Kindern müssen ja fast schon die Urlaubskasse plündern, wenn man sich einen Film gemeinsam im Kino ansehen möchte bei den heutigen Ticketpreisen und dann geht man evtl. in eine Vorstellung, die im allgemeinen Verständnis als „sehenswert“ angesehen wird, was sich im Nachhinein aber anders entpuppt. Dem kann man durch das Lesen meiner Texte vorbeugen, indem man sich informiert, was einen erwartet, ohne zu wissen, was genau passiert.

    Genauso suche ich immer Nischenfilme, damit eben nicht nur der Blockbuster-Mainstream bedient wird, sondern auch kleine Produktionen erwähnt und geschätzt werden, die es ohne Feedback in der Öffentlichkeit extrem schwer haben, aber oftmals um so sehenswerter sind. Stichwort: Arthouse.

    Und wer den Film gesehen hat und sich dennoch hier hin verirrt, der darf natürlich auch in den Köpfen anderer schmökern und sich damit auseinandersetzen, wie demjenigen der Film gefallen hat, um eine andere Meinung zu lesen, das ist jedoch keine bewusste Absicht von mir, sondern ich ziele eher auf das unwissende Publikum ab. Same with DVD-Market … ich schreibe für’s Kino, liefere aber auch Bewertungen für Menschen, die im Laden vorm Regal stehen und nicht wissen, wo sie zugreifen sollen. Jedoch nicht bewusst für’s Heimkino, sondern quasi für denjenigen, der den Film noch nicht kennt.

    Style: Dann nennen wir ihn ab sofort den „John Wick-Style“ ^^. Und dein „okay bis naja“ trifft es auch. Gut zu wissen, dass das im Haupttext so nicht rüber kommt, dann werde ich das in Zukunft noch besser und einfacher formulieren.

    Ja, ich habe mich mit den neuen Feedback-Optionen auch noch nicht angefreundet und hasse das „Like“ auf Facebook aus den selben Gründen wie du. Da machen die „böse, lieb, heulend, bla“-Zusätze bei den Facebook-Feedbacks auch keinen Unterschied mehr. Bei mir heißt ein „Like“ in dem Fall dann wohl „Ich hab es gelesen und bin mit einigem wohl einverstanden, was mir wichtig genug ist, dass ich den Like Button geklickt habe.“ Aber Kommentare und darüber zu reden steht für mich eher an erster Stelle.

    Pressetexte: Ich lese sie schon kaum noch, weil die Positivität darin sowieso festgeschrieben ist, sondern schau lieber den Film und schreibe dann auf einer weißen Seite los. Auch ein Grund, warum ich den Blog betreibe: Damit andere die Chance haben, eben nicht nur die Lobhuldigungen der Publisher zu konsumieren, sondern eine echte, ehrliche Meinung aus dem täglichen Leben kriegen. Was sie dann damit anfangen, bleibt ebenfalls ihnen überlassen.

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  7. „ich ziele eher auf das unwissende Publikum ab“

    Okay, das ist schonmal gut zu wissen. Macht es aber auch nicht einfacher, da der schmale Grat zwischen Spannung für den möglichen Zuschauer schaffen und die Lust durch zu viel Informationen in der heutigen Zeit der Spoiler-Angst besonders groß ist.
    Mir hat man das Ende von Saw verraten, aber ich habe ihn danach trotzdem genossen und dann eben darauf geachtet, ob es irgendwie davor angedeutet wird. Ist Geschmacksache und vom Leser abhängig. Bei Rings würde ich sagen, dass du zu sehr drumrum geschrieben hast – was aber wohl daran liegt, dass dir vor allen Dingen der Teil, den du nicht spoilern willst, nicht gefallen hat.
    Ist alles nicht so einfach und ich lese auch deswegen so viele Kritiken in letzter Zeit (nicht nur von dir, aber bei dir macht die Diskussion am meisten Spaß), um zu sehen, wer das alles wie löst.

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  8. Ja, das ist in der Tat schwierig, weil ich mich so wahnsinnig über diese Dämlichkeit aufrege, die man hier in den Erzählstrang eingeflochten hat.

    Und wenn ich das Kind nicht beim Namen nenne, mich dann aber über Details aufregen will, dann äh … bleibt nur heißer, undefinierter Brei – und genau so fühlte es sich beim Klick auf „Publish“ auch an.

    Meine Hoffnung ist da einfach nur, dass das lesende Unbehagen, was man beim Verinnerlichen meines Textes spürt, gleichzeitig als Aussage über den Film gedeutet wird – auch ein Stilmittel, dass ich hin und wieder gerne einsetze und worauf mich noch nie jemand angesprochen hat ;-)

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