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Fritzi – Eine Wendewundergeschichte

Fritzi - Eine Wendewundergeschichte - Filmplakat
© 2019 Weltkino Filmverleih GmbH

Als ich jüngst davon sprach, dass demnächst noch einige tolle Movies ins Kino kommen werden, die sich mit den Ereignissen von vor 30 Jahren auseinandersetzen, und dabei immer wieder einen Film hervorhob, der diese historische Aufarbeitung mit Bravour erledigt, meinte ich diesen hier: Fritzi – Eine Wendewundergeschichte.

Im Gespräch mit Matthias Bruhn, einem der beiden Regisseure, erwähnte dieser nochmal, dass sich das Zielpublikum im Verlauf der Dreharbeiten eigentlich von “für Kinder” zu “für alle” entwickelte, denn genau diesen Eindruck hatte ich bereits zu den Pressevorführungen vorab schon gewinnen können: Was hier geliefert wird, ist ein einmaliger Blick hinter die Kulissen der DDR und des damals vorherrschenden Systems – aus Sicht von Kindern.

In einer Welt, in der das Wort immer weniger an Bedeutung behält, man überflutet wird von Informationen, teilweisen Falschmeldungen und irregeführten Eindrücken, die sich als Tatsachen behaupten möchten, verliert manchmal die Wahrheit ein Stück weit sich selbst. Es entsteht ein Bild, das die Dinge nicht mehr richtig beleuchtet und ein völlig verdrehtes Gedankengut erschafft, woraus wiederum viele politische und gesellschaftliche Irrlichter entstehen (können), die dann zu absurden Auseinandersetzungen führen, von denen es heute mehr als genug gibt.

In heutiger Zeit haben viele die wahre Identität ihrer Vergangenheit vergessen, ausgeblendet oder stückweise so an ihr Wunschdenken angepasst, dass dieses mit der Wirklichkeit nichts mehr gemein hat. An genau diesem Punkt greift Fritzi – Eine Wendewundergeschichte ein und erzählt – basierend auf wahren Erlebnissen – die Dinge, die damals zum Teil wirklich so passiert sind – und das auf eine erstaunlich einfache und bildungsreiche Art und Weise.

Vielen ist nicht mehr klar, was dieses Gesäusel über diese Epoche im TV wirklich bedeutet. Man verliert das Augenmerk, weil immer wieder etwas darüber gebracht wird, die Stimmen darüber nie verstummen und man manchmal das Gefühl hat, das nur noch trotzig darüber berichtet wird, damit es einfach niemals aufhört.

Welcher Jugendliche möchte sich heute freiwillig mit so etwas auseinandersetzen?

Dazu kommt eine Generation, die von den Ereignissen einfach keinen blassen Schimmer mehr hat, weil die einen Systemwandel niemals erlebt haben, geschweigedenn einen einfachen Führungswechsel in der Politik. Wie können Fehler der Vergangenheit dann vermieden werden, wenn niemand mehr darüber Bescheid weiß?

Des Weiteren hatte ich oft das Gefühl, man verlangt eine gewisse Grundkenntnis über manche Dinge und wird als “dumm” bezeichnet, wenn man über selbige nicht verfügt. Wer nicht fragen darf, kann es nicht wissen – und da kommt Fritzi ins Spiel und fragt. Diese simple Idee schafft hier einen Fundus über die geschichtliche Vergangenheit, die dem Bildungsauftrag extrem nachkommt und über historische Gegebenheiten aufklärt, die frei von politischem Kauderwelsch oder den lahmen Erzählungen von “Opa vom Krieg” sind. Dadurch, dass hier tatsächlich der Rahmen auf den Fokus von Kids gelegt wurde, bleibt es absolut verständlich und erschafft dennoch den Blick auf die komplexen Verwirrungen dieses Systems.

Durch diese Herausarbeitung ist meiner Meinung nach den Schöpfern des Films ein Meisterwerk gelungen, das sich auf eine Ebene mit Werk ohne Autor und Das Leben der Anderen stellen darf, denn großartig andere Erzählungen über diese Zeit, die dieses Potenzial an geschichtlicher Aufarbeitung in sich tragen, gibt es auf den Leinwänden kaum mehr nennenswerte.

Ein weiterer fantastischer Punkt war die örtliche Gegebenheit, in der dieser Film seine Deutschlandpremiere feierte und der tatsächlich auch in der Story eine große Rolle spielt: Die Nikolaikirche in Leipzig.

Ich durfte zur Premiere vor Ort sein und habe viele wunderbare Menschen getroffen, tolle Gespräche geführt und eine fantastische Premiere erleben dürfen, von der ihr im Anschluss noch ein paar Aufnahmen bewundern könnt.

Mit dabei waren u.a. Regisseure Ralf Kukula und Matthias Bruhn, Autorin der Buchvorlage Hanna Schott sowie Drehbuchautorin Beate Völcker, Winfried Glatzeder – Sprecher des Stasi-Offiziers im Film sowie Ben Blümel vom KiKa, Michael Kölmel und Dietmar Güntsche – die Geschäftsführer von Weltkino und einiges an Prominenz wie z.B. Oliver Schenk – Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei, Kamilla Senjo, Dr. Med. Carsten Lekutat, Peter Escher, Thomas Schoppe, Bülent Sharif und Rosalind Baffoe.

Nachspann: Darf man gerne noch mitnehmen, hier gibt’s noch ein paar tolle Animationen.

Kinostart: 9. Oktober 2019

Original Title: Fritzi – Eine Wendewundergeschichte
Length: 86 Min.
Rated: FSK 6


Short Critics: Dem Horizont so nah – 47 Meters Down: Uncaged – Bruder Schwester Herz – Ronny & Klaid – Everest – Ein Yeti will hoch hinaus

Und was gibt’s sonst noch in dieser Woche?
© 2019 https://www.kinoticket-blog.de

Dem Horizont so nah

Dem Horizont so nah - Filmplakat
© 2019 StudioCanal

Die Befürchtungen des Publikums sind groß: Der Film braucht seine 10 Minuten, um in die deutsche Sprache reinzukommen, verblüfft dann aber mit extrem direkter Ehrlichkeit und spricht alles offen an, was man als denkender Zuschauer eigentlich braucht, um nicht in der Durchschnittsfilmdummheit gefangen zu werden.

Damit catcht der Film viel mehr, als mit der Angst vor “Oh weia, Deutsch!”. 14jährige kriegt man mit dem Thema immer, Aufklärung über gewisse Krankheiten gibt’s obendrauf und am Ende ist es grandios, weil man vom Inhalt gefangen genommen wird und eben richtig durchgeschleudert. Blaue Augen-Schümann inklusive – Top!

Nachspann: Muss man nicht abwarten, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Dem Horizont so nah
Length: 117 Min.
Rated: FSK 12

47 Meters Down: Uncaged

47 Meters Down - Uncaged - Filmplakat
© 2019 Concorde Filmverleih GmbH

Augen-Gourmet! Die Macher an den Kameras haben einfach begriffen, was es braucht, um im Kino von der Leinwand herab so richtig verwöhnt zu werden: Bombe!

Dass das schon ein zweiter Teil ist, man sich solche Filme besser als 23 Uhr zu Hause-Horror-Kino anschaut – drauf geschissen! Die Aufnahmen sind viel zu geil, um sie nicht auf der großen Leinwand bestaunen zu können.

Dass die Ladies allesamt ein wenig “schreihaft” sind, mag manch einer nicht so ganz verkraften, der Twist kommt aber prompt und macht dann auch wieder richtig Laune.

Wenn man damit klar kommt, dass das eben gewollte B-Movie-Production ist: Spitzenmäßig. Und noch ein Lob: Die Charaktereinführung! In so einem Metier bisher ungesehen!

Nachspann: Braucht’s nicht abzuwarten, es folgt nichts mehr.

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: 47 Meters Down: Uncaged
Length: 91 Min.
Rated: FSK 12

Bruder Schwester Herz

Bruder Schwester Herz - Filmplakat
© 2019 Kinostar Filmverleih GmbH

Ein seltsamer Film, ein seltsamer Einstieg, eine seltsame Gefangennahme: Ganz ehrlich? Ich würde ihn mir gerne nochmal ansehen und werde ihn mir vielleicht sogar fürs Heimkino zulegen.

So etwas Verrücktes sieht man echt selten. Dabei dann aber eine Authentizität vom Stapel zu lassen, die dermaßen in das Metier eintaucht und hier von sich Reden macht – erlebt man genauso selten. Und am Ende schließt man diejenigen schon irgendwo in sein Herz … auch wenn das Filmende genauso verwirrend ist, wie sein Anfang.

Gehört wohl einfach so. Trotz allem sehenswert.

Nachspann: Muss man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Bruder Schwester Herz
Length: 105 Min.
Rated: FSK 6

Ronny & Klaid

Ronny & Klaid - Filmplakat
© 2019 Studio Hamburg Enterprise GmbH

Erkan & Stefan kennt man? Dann auch das Niveau dieses Films. Wenn auch nicht so “blöde” wie damals. Aber trotzdem bescheuert. Und irgendwie auch genial, wenn man auf lokal-konzentrischen Humor steht und dabei ganz viel Liebe für die Berliner Weltoffenheit übrig hat.

Ist bei mir der Fall – darum mochte ich den Film auch, trotz seiner Idiotie, die aus allen Ecken schreit. Man darf’s eben alles nicht so ernst nehmen 😉

Nachspann: Kommt nix – rausgehen erlaubt. Spätis haben noch geöffnet 😉

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Ronny & Klaid
Length: 114 Min.
Rated: FSK 6

Everest – Ein Yeti will hoch hinaus

Everest - Ein Yeti will hoch hinaus - Filmplakat
© 2019 Universal Pictures International

Das Volk weint – ich irgendwie nicht. Der Film ist anrührend, in meinen Augen nicht wirklich spitze animiert, hebt aber fremde Kulturen hervor und entführt damit in fremde Welten.

Ist okay, hat mich persönlich aber nicht wirklich abgeholt. Auf Twitter liest man aber hier und da, dass die Erwachsenen (!) Tränen in den Augen hatten. I don’t know why.

Business as usual – nichts besonderes, aber eben auch kein Schund. Irgendwas zwischendrin. Darf man mitnehmen – muss man aber nicht.

Nachspann: Sitzenbleiben. Bis ganz zum Schluss. Wenn schon, denn schon.

Kinostart: 26. September 2019

Original Title: Abominable
Length: 97 Min.
Rated: FSK 6


Joker

Joker - Filmplakat
© 2019 Warner Bros. Ent.

Nennen wir das Kind beim Namen: Deutschland hat‘s verkackt!

JokerDC‘s letzte Ehrenrunde, um aller Welt zu beweisen, dass dieses Label doch was drauf hat. Joker – der Charakter, der eigentlich kaum Fehlschläge zulassen kann, weil er so gestört, so kaputt, so dreckig, so abnormal, so fern der Normalität ist.

Eigentlich … eigentlich, dieses wehmütige Wort … eigentlich hätte man nur den Hauptdarsteller richtig dreckig und abgefuckt über die Leinwand huschen lassen müssen und alles wäre perfekt gewesen. „Smile“.

Warte mal: Genau das hat man ja eigentlich getan. Abgefuckte Schrift in zerfledderten Tagebüchern. Eine rauchige, derbe, schmutzige Stimme, und viel diabolisches Charisma: Nur kriegen diejenigen, die sich hierzulande die eingedeutschte Version davon anschauen, davon einfach gar nichts mit.

Auch Deutschland wurde durch den Trailer bereits von Nat „King“ Cole‘s „Smile“ so getriggert, dass die Wirkung dieses Wortes – Smile – den ganzen Film über wirkt … nur leider nicht im Deutschen. Da heißt es auf einmal „Lachen“, oder irgendwas anderes, was den Übersetzern eben gerade eingefallen ist, während sie die 1a-fastschonDruckschrift-Version des Tagesbuchs eingedeutscht und die Szenen neu gedreht haben … Spinnt ihr eigentlich?

Ihr seid schuld, dass hierzulande Besucher der Premierenvorstellungen sagen „Sorry, aber der hat einfach mal gar nicht gezündet“. Wie haben die in Venedig dann 8 Minuten Standing Ovation hingekriegt?

Ach – die haben nicht die deutsche, sondern die Originalversion gesehen? Sind die etwa unterschiedlich?

Wisst ihr was?

Ich hasse euch dafür, was ihr dieser Version angetan habt.

Ich hasse euch dafür, dass ihr gefühlt das Nervenkitzlige rausgeschnitten habt, um den Aufruf an die Ärmeren dieses Landes, sich zu erheben und gegen die kapitalistische Elite zu protestieren, abzuschwächen, damit es wieder nur zweitklassige Unterhaltung bleibt und bloß keiner auf die Idee kommt, trotzdem durchzudrehen.

Joker – also das Original – sagt aber etwas anderes. Und genau das ist die Perle, für die man eigentlich sein Kinoticket löst, wenn man den Film sehen möchte. Joker sagt: Dreht durch. Rastet aus. Lasst euch den ganzen Scheißdreck einfach nicht mehr gefallen. Brennt alles nieder. Holt euch euren Applaus. Zeigt der Welt, dass ihr mit den euch aufgedrückten Konformismus-Regeln nicht einverstanden seid und lasst das Chaos beweisen, dass ihr euch dem nicht weiter beugen wollt.

Verändert etwas.

Revolutioniert.

Und irgendeiner (oder eine) da oben war sich ziemlich sicher, dass man dies einem deutschen Publikum wohl nicht zumuten kann.

Und darum ist die deutsche Version davon einfach so scheiße.

Also geht in das Original.

Oder lasst es.

Dolby Vision™
Lasst euch von dem Anfang nicht stören – der Film findet seinen Weg in die Sphären von Dolby Vision™, also gebt ihm paar Minuten und genießt die Atmosphäre, die hier geschaffen wurde.

Dolby Atmos™
Viele von euch erwarten das Chaos, pure Energie – und was euch geliefert wird, ist anders, als die PR wohl angekündigt hat, jedoch sind die Szenen – speziell in der U-Bahn – derart grandios, dass du im Dolby Cinema™ einfach stirbst vor Geilheit! In jedem anderen Kino nicht.

.kinoticket-Empfehlung: DC hat‘s nicht verkackt. Deutschland hat‘s verkackt. Das Original braucht Zeit und erhebt sich in einer grandiosen Show. Deutschland hat Angst – und Joker darum die Seele geklaut und irgendwas kaputtes auf die Leinwand gebracht, was nicht mehr zündet. FU, Translators. Und Publikum: geht bitte in‘s Original.

Nachspann: Braucht nicht abgewartet zu werden, es folgt nichts mehr.

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Joker
Length: 122 Min.
Rated: FSK 16


M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit

MC Escher - Filmplakat
© 2019 MFA+ FilmDistribution

Seine Werke kennt sicherlich jeder – zumindest das Bild mit der “unendlichen Treppe” hat inzwischen jeder schon mal zu Gesicht bekommen: M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit ist der Film dazu, der das Leben und die Suche nach mathematischer Perfektion dazu untermalt.

Selten war ich so gebannt von einem Kunstfilm, über den ich quasi nichts anderes sagen kann als “Art at it’s best”.

Und dafür muss man kein mathematisches Genie sein: Allein schon die Zeichnungen von der Leinwand herab auf sich wirken zu lassen verändert etwas in einem, von dem auch die Presse durchweg positiv ergriffen war.

Was sich in der Beschreibung vermutlich schrecklich langweilig anhören wird, was selbst ein Trailer kaum zu vermitteln mag: Es dauert nicht lange und der Streifen zieht dich in sein Geflecht aus lebensverändernder Geschicklichkeit, von der keiner bereuen wird, sie gesehen zu haben.

Ich würde sagen: Insider. Definitiv mitnehmen. Auch, wenn ihr nicht im Kunstkurs der Abendschule eingetragen seid: Allein schon, um mir hinterher zu erklären, warum dieser Film so eine unglaubliche Wirkung auf einen hat. Danach fühlt man sich dermaßen gut unterhalten und positiv gepusht… Keine Ahnung: Mir fehlen seit langem mal wieder die richtigen Worte, um das treffend zu beschreiben.

Also hört auf zu labern, denkt nicht drüber nach, geht in den Film.

Danken könnt ihr mir hinterher.

.kinoticket-Empfehlung: Selten war Kunst so etwas positives, lebensbejahendes, durchgreifend Aufrüttelndes: Die tiefen Einblicke, fast schon technischer Zeichnernatur, in das Leben eines Großmeisters verändern unbeschreibliche Dinge in einem, für die ich bis heute keine richtigen Worte finde. Geht rein!

Nachspann: Braucht man nicht mitnehmen, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Escher: Het Oneindige Zocken
Length: 80 Min.
Rated: FSK 0


Dora und die goldene Stadt

Dora und die goldene Stadt - Filmplakat
© 2019 Paramount Pictures Germany GmbH

Langsam muss ich mir Strategien ausdenken, wie es mir zukünftig gelingt, auch Erwachsene in Filme wie diesen zu kriegen: Ihr würdet es bereuen, hättet ihr das Werk nicht auf der Leinwand gesehen.

Ja, es kommt von einer Zeichentrickserie namens Dora und ja, das Zielpublikum sind Kinder … doch: Dora und die goldene Stadt klingt zwar klischeehaft böse nach Kindergarten, ist jedoch humortechnisch definitiv oberste Schublade intellektueller Art angesiedelt und brät seinen Zuschauern einen Gag nach dem anderen über.

Dazu kommt: 49 Millionen US-Dollar Produktionsbudget sind nicht gerade wenig (was den Erwachsenen vielleicht etwas mehr hilft, in den Saal zu tigern) und ein weltweites Einspielergebnis von derzeit 100.5 Millionen US-Dollar sagt eigentlich auch ganz klar, dass hier nicht nur Kids die treibende Kraft sein können.

De facto stellt dieser Film sich in die Presche der „Wir kämpfen für eine Randgruppe der weltweit-breiten Wahrnehmung“ und fungiert als das Black Panther-Pendant für Latinos, die hier unglaublich präsent auftreten und gerade mit der Hauptrolle ein junges Mädchen inszenieren, von deren Coolness sich einige eine Scheibe abschneiden sollten.

Als Oldie (oh mein Gott, hab ich das echt grad gesagt?) fühlt man sich fast ein wenig an die Zeit von Crocodile Dundee zurückerinnert, der auch der Modernität des Westens auf seine althergebrachte Weise begegnete und dessen Filme bis heute absoluten Kultstatus genießen.

Dass dies auch mit peruanischen Wurzeln funktioniert, beweist Dora und die goldene Stadt: Ein Film, der sich das Zuschauerherz behände packt und es charmant einwickelt.

Danach hat man definitiv gute Laune, ist fasziniert und von Glück und purer, positiver Energie nur so geladen. Und wieso sollte dies ausschließlich kleinen Kids vorbehalten bleiben?

.kinoticket-Empfehlung: Ein seelischer Muntermacher, der immense Lebensfreude, unbändige Coolness und Abenteuerfeeling verströmt und dafür reichlich in die Humorkiste greift. Sollte man dringend gesehen haben. Auch als Erwachsener. Wirklich.

Nachspann: Hier kommt noch ein Song und am Schluss ein ziemlich cooler Tusch – Sitzenbleiben lohnt sich!

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Dora and the Lost City of Gold
Length: 100 Min.
Rated: FSK 6


Intrigo: In Liebe, Agnes (Gewinnspiel)

Intrigo - Gewinnspiel - Preis
© 2019 https://www.kinoticket-blog.de | Coverdesign: btb

Hinweis: Dieser Beitrag ist ein reiner Gewinnspiel-Beitrag, der zum Kinostart der Intrigo-Filmreihe veröffentlicht wurde.

Wie euch sicherlich bereits aufgefallen ist, starteten die Intrigo-Filme nicht im September, sondern erst diese Woche, weshalb mir der Verleih auch nochmals ein Gewinnspiel aufs Auge drückte, um meine Leserschaft im wahrsten Sinne des Wortes zu befriedigen.

Zur Verfügung stehen insgesamt drei statthafte Bücher, in denen sensationelle fünf Kurzgeschichten von Håkan Nesser inkludiert sind, die ich hiermit zur Feier des Kinostarts an euch weiterverlosen möchte.

Dies umfasst folgende Stories:

  • Tom
  • Tod eines Autors
  • In Liebe, Agnes
  • Die Wildorchidee aus Samaria
  • Sämtliche Informationen in der Sache

Um an dieses literarische Schmuckstück zu gelangen, beantwortet in den Kommentaren folgende Frage:

Welches Genre lest ihr am liebsten und was fasziniert euch daran? Und warum möchtet ihr das Buch gewinnen?

Unter allen Kommentaren, die bis einschließlich 14. Oktober 2019 eingehen, entscheidet das Los und die Gewinner/innen werden anschließend via E-Mail benachrichtigt und nach der Adresse zwecks Versand gefragt. Gebt diesbezüglich bitte wieder eine gültige E-Mail an, unter der ihr erreichbar seid.

Viel Glück – und wer sich nochmal den Beitrag mit der Filmkritik durchlesen möchte, bitte hier entlang: https://www.kinoticket-blog.de/intrigo-in-liebe-agnes/

Ich drück auch die Daumen 🙂


Short Critics: We Have Always Lived In The Castle – Ein ganz gewöhnlicher Held – Abikalypse – Die Drei !!! – Benjamin Blümchen

Und was gibt’s sonst noch in dieser Woche?
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We Have Always Lived In The Castle

We have always lived in the Castle - Filmplakat
© 2019 Kinostar Filmverleih GmbH

Ein Genrefilm mit absolut seltsamen Charakteren und einer äußerst fragwürdigen Aussage innerhalb eines stimmigen Arrangements – Dieser Titel sollte bewusst ausgewählt und nicht “per Zufall” im Kino gesehen werden, weil der Verstörungsfaktor definitiv hoch ist. Humor ist gegeben, seltsame, tief in der Nische vergrabene Elemente genauso. Nichts für den Mainstream.

Nachspann: Braucht man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 03. Oktober 2019

Original Title: We Have Always Lived In The Castle
Length: 90 Min.
Rated: FSK 12

Und weil’s so schön ist, noch ein paar Titel, die bereits angelaufen sind, zu denen ich allerdings noch nichts geschrieben hatte…

Ein ganz gewöhnlicher Held

The Public - Szenenbild
Ein ganz gewöhnlicher Held: Bibliothekar Stuart Goodson (Emilio Estevez) überzeugt durch sein herausragendes Engagement.
© 2018 Koch Films

Genauso, wie die Heldentaten dieses Mannes irgendwo in der Öffentlichkeit untergegangen sind, genauso behandelt man diese “Spezies” auch oft und gerne in der Öffentlichkeit: Ich hab es selbst am eigenen Leib erfahren, auf eigenen Wunsch hin, und weiß, wie demütigend so etwas sein kann. Dass dieser Film dann ironischerweise noch The Public heißt, zeugt fast schon von schlechtem Charakter einer Gesellschaft, denn dieses Werk ist wichtig und sollte keineswegs so in der Versenkung verschwinden, wie es das scheinbar ist.

Nachspann: Braucht man nicht abwarten, hier folgt nichts mehr.

Kinostart: 25. Juli 2019

Original Title: The Public
Length: 119 Min.
Rated: FSK 6

Abikalypse

Abikalypse - Filmplakat
© 2019 Warner Bros. Ent.

Ihr kriegt, was ihr erwartet: Einen Film, für deren Produktion Die Lochis mitverantwortlich waren und deren Zeitgeist ziemlich gut auf die Leinwand geworfen haben. YouTube ist der Star, die Musik ist ziemlich cool und die Story trägt einen durch altbekannte Klischees einer Abiparty, wie man sie kennt. Sollte man einen Teenager sein Eigen nennen, ist dies lehrreicher Stoff, für alle anderen eher vernachlässigbar.

Nachspann: Muss man nicht ausharren, hier wird’s auch nicht besser 😉

Kinostart: 25. Juli 2019

Original Title: Abikalypse
Length: 90 Min.
Rated: FSK 12

Die Drei !!!

Die Drei !!! - Filmplakat
© 2019 Constantin Film Verleih GmbH

Das weibliche Pendant zu Die Drei Fragezeichen erzählt eine ziemlich cool verpackte Detektivgeschichte für Kinder und wartet mit Spritzigkeit und unglaublich talentierten Jungtheaterdarstellern auf, deren Performance echt verblüfft. Really? Selten so gute Inszenierungen von Kids gesehen – ein Pflichtfilm für Familien.

Nachspann: Mitnehmen – hier kommen noch jede Menge lustige Outtakes zum Zuge.

Kinostart: 25. Juli 2019

Original Title: Die Drei !!!
Length: 103 Min.
Rated: FSK 0

Benjamin Blümchen

Benjamin Blümchen - Filmplakat
© 2019 StudioCanal

Für den technischen Stand heutiger Zeit ziemlich mies animiert, der Plot tangiert auch eher an die Sprachunfähigkeiten eines Neugeborenen und enttäuscht eher. Nach einer Weile gewöhnt man sich jedoch an die “billige Zeichnung”, was jedoch der Story auch keinen großartigen Aufschwung bringt: Sollte man nicht der absolute Fan sein respektive Kinder in dem Alter haben, darf man diesen Film getrost übergehen.

Nachspann: War zur Pressevorführung noch nicht final, kann daher nicht bewertet werden.

Kinostart: 01. August 2019

Original Title: Benjamin Blümchen
Length: 91 Min.
Rated: FSK 0


Gemini Man

Gemini Man - Filmplakat
© 2019 Paramount Pictures Germany GmbH

Will Smith ist in aller Munde und hat zuletzt mit Aladdin‘s Neuverfilmung gezeigt, dass er sich perfekt als „digitales Opfer“ eignet, den man durch die KI jagen und auf der Leinwand zu jeder Menge digitalen Wundern herausfordern kann.

Und: Er hat bis heute hart an seinem Körper gearbeitet und wartet immer noch mit einer Fitness auf, die ihn zu einem Jungbrunnen-Nutzer abstempelt, der in Hollywood wenig Konkurrenz fürchten muss. Unglaublich, wie man in diesem Alter noch so aussehen und körperlich so fit sein kann.

All dies gelangt ihm zum Vorteil, da das filmische Interesse an seinem Charakter dadurch kaum abgeschwächt wird. In Gemini Man ist – wie der Name bereits deutlich vermuten lässt – sein Gegenspieler eine um 27 Jahre verjüngte Alter-Ego-Version seiner selbst.

Dolby Vision™
Zudem trumpft Ang Lee mit einer filmischen Sensation auf: 3D+ in HFR (High Frame Rate).

Um das technisch zu verstehen, ganz kurz eine (hoffentlich verständliche) Erklärung:

Das Bild im Kino wird über UHD-Projektoren auf die Leinwand geworfen, ist also im Volksmund als „4K“ auf der Leinwand sichtbar. Bislang war das Problem bei 3D Filmen jedoch, dass die Bilder einmal fürs rechte und einmal fürs linke Auge projiziert werden mussten, weshalb technisch also sozusagen 8K-Projektoren notwendig wären, die es de facto aber noch nicht in den Kinos gibt.

Dieses Problem hat man inzwischen durch Doppelprojektoren gelöst, die – z.B. im Dolby Cinema™ quasi eine 8K-Projektion ermöglichen.

Das herkömmliche Bildmaterial wird bislang mit 30 Bildern pro Sekunde, die schnell hintereinander ablaufen, auf die Leinwand geworfen, so dass der Eindruck von Bewegung entsteht, indem einfach unfassbar schnell viele aneinanderhängende Bilder gezeigt werden.

Peter Jacksons Der Hobbit-Trilogie war damals die erste, die HFR genutzt, also mit 60 Bildern pro Sekunde gearbeitet und damit ein „flüssigeres“ Bild erzeugt hat, als es bisher üblich war.

Diese Technik hat man inzwischen übertroffen und einen Master generiert, der mit 120 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet wurde und aus dem man anschließend eine 60 Bilder pro Sekunde-gerenderte Version erstellt hat, die nun in 3D-Doppelprojektion auf die Leinwand gebracht wird.

Das Ergebnis: „8K“ in 3D mit einer Bildrate von runtergerechneten (also saumäßig präzisen) 60 Bildern pro Sekunde. Damit ist man nahezu an dem Standard, den das menschliche Auge realistisch wahrnimmt und kann ein Leinwanderlebnis generieren, dass zu dem Besten gehört, was derzeit möglich ist.

Die Pressevorführung des Films hat tatsächlich in meinem neuen Lieblingskino stattgefunden und wurde mir somit auf dem weltweit besten Standard vorgeführt – und tatsächlich: Das Ergebnis ist überwältigend!

Die Präzision und das „Eintauchen“ ins 3D funktioniert nun auf eine völlig neue, steuerbare Art und Weise, die eben nicht nur durch Klang und Fokus, sondern auch durch Tiefe und Räumlichkeit den Zuschauer zu lenken weiß und hier glasklare Bilder abliefert, die man so noch nicht auf diesem Planeten gesehen hat.

Dolby Atmos™
Dazu gesellt sich ein hervorragender Soundtrack von meinem neuen Lieblingskomponist Lorne Balfe (God, I love you!), der sich in den Ohren festbeißt und nicht mehr so schnell loslässt.

Auch hier spielt man wieder alle Trümpfe aus und bestätigte meine Vermutung: Diesen Film bitte ausschließlich im Dolby Cinema™ und nirgends anders schauen – es kann nur noch schlechter werden.

Der Film als solches entpuppt sich für Smith als ein sehr einfühlsamer und geerdeter Streifen, der weniger auf Action setzt – wie der Trailer vermuten lässt – sondern vielmehr auf seelisch-psychologischer Tiefe arbeitet und inhaltliche Interpretationen liefert, die ihn zu einem sehenswerten Stück machen.

.kinoticket-Empfehlung: Das, was einen tatsächlich irre umhaut: Das Bild und die technischen Möglichkeiten, die hier wieder eine Art „neues Zeitalter“ einläuten: Man fragt sich die ganze Zeit: Ist das wirklich grad real, was ich hier erlebe? – Nehmt den Film unbedingt mit!

Nachspann: Braucht man nicht abwarten, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 03. Oktober 2019

Original Title: Gemini Man
Length: 117 Min.
Rated: FSK 12


Eine ganz heiße Nummer 2.0

Eine ganz heiße Nummer 2.0 - Filmplakat
© 2019 Constantin Film Verleih GmbH

Eine ganz heiße Nummer feierte bereits im Oktober 2011 einen grandiosen Erfolg und sagenhafte acht Jahre später entschließt man sich nun, das Trio Infernale der bayerischen Ländlichkeit wieder auf die Kinoleinwände loszulassen und bringt mit Eine ganz heiße Nummer 2.0 erneut ein Schmuckstück des Humors in die Kinos, das sich den Weg in die Herzen ländlicher Heimatliebe schwer erkämpft hat.

Als Zielpublikum würde ich mich jetzt nicht mal mehr konsequent auf‘s ARD– und ZDF-Publikum festlegen wollen, denn den Film habe ich nun schon mehrfach gesehen und bin selbst tatsächlich genüsslich davon angetan.

Man ist witzig, urig, bayerisch zünftig, kommt mit der seit Eberhofer gängigen bayerischen Mundart gut zurecht und liefert hier ein humorvolles Ensemble, das sich gewissermaßen thematisch an die Moderne angepasst hat.

In einer Welt des Stresses und der unablässigen Reizüberflutung tut es einfach gut, in einem Film zu landen, in dem alles noch normal scheint, gerade deshalb aber zu unüberwindbaren Problemen führt, die die Frage nach Modernität und Aktualität stellen.

Der Zustand, den man sich als moderner Bürger kaum noch vorstellen kann, wird hier einfach vorausgesetzt und man beschäftigt sich rückwirkend wieder mit der Meisterfrage: Ja oder nein?

Dieses „back-to-the-roots“-Gefühl, die Simplizität des Lebens nochmal genießen zu können und gleichzeitig mit neuen Gedanken und aktualisierten Einstellungen die Dinge des Alltags völlig neu bewerten zu dürfen, macht nebenbei im Kino richtig Spaß.

Dazu gibt‘s tolle Musik, heimatliche Szenen und Bilder und jede Menge Spaß im Kino, der sich durchaus auch für Zielgruppen-Fremde lohnen kann.

Just give it a try.

.kinoticket-Empfehlung: Herzlich, urig, witzig, voll sprühender Lebensfreude und Tatendrang, um den Anschluss nicht zu verlieren: Diese Komödie ist nicht nur für die Generation 50+ gedacht – reingehen!

Nachspann: Der Song ist ziemlich cool, es folgen aber keine weiteren Szenen oder Bilder mehr.

Kinostart: 03. Oktober 2019

Original Title: Eine ganz heiße Nummer 2.0
Length: 91 Min.
Rated: FSK 12


Zwischen uns die Mauer

Zwischen uns die Mauer - Filmplakat
© 2019 Alpenrepublik GmbH

Erinnert ihr euch, dass ich kürzlich erwähnte, dass der Mauerfall sein 30jähriges feiert? Im Zuge dessen macht man viel in den Kunstschmieden der Welt und ich finde es toll, wie qualitativ hochwertig die diesjährigen Filme über die Zeit der Grenze und -öffnung tatsächlich sind.

Ich höre schon landesweites Stöhnen darüber, weil keiner mehr mit dem Thema mitziehen möchte, es niemanden interessiert und quasi kaum eine Minute im Leben vergeht, in der nicht irgendwo irgendwas über diese Epoche ausgestrahlt wird – vergesst all das.

Trinkt ein Glas Wasser, zieht euch was warmes an, sucht das nächstbeste Kino auf und löst ein Kinoticket für Zwischen uns die Mauer. Ja, vielleicht blöder Titel, der einige Vermutungen anstellen lässt, aber ihr wisst ja: Vorurteile = böse. Also lasst es.

Tatsächlich hat mich in den vergangenen Jahren oft die nostalgisch-schwelgende Art von Menschen gestört, die vermutlich keine Minute in der DDR gelebt haben und sich nun nach einem System sehnen, in dem angeblich alles so viel besser war: Das Bild, das von der DDR gezeichnet wurde, war in meinen Augen romantisch verklärt und keinesfalls korrekt und wahrheitsgemäß.

Dies holen Filme wie dieser nun mit Bravour nach und eröffnen, unter welch schwierigen Bedingungen Freigeister und Menschen mit ganz normalen Sehnsüchten leben mussten und wie abnormal der Alltag „drüben“ gewesen ist.

Genau diese Entwicklung sehe ich in vielen der Titel, die zum diesjährigen Jubiläum gestartet werden und es freut mich ungemein, dass der Wahrheit nun endlich Genüge getan wird. Vorbei mit falschen Behauptungen, vorbei mit selektiver Wahrnehmung, rein in die Wirklichkeit – basierend auf dem autobiografischen Roman von Katja Hildebrand, den zu lesen ich seitdem auf meiner To-Do-Liste habe.

.kinoticket-Empfehlung: Endlich spricht man breitflächig die Wahrheit über das System „DDR“ und zeigt anhand einer wunderbaren wahren Begebenheit, was damals wirklich Sache war. Kein „Just another … movie“, sondern absolut positiv überraschend – geht unbedingt rein!

Nachspann: Muss man nicht sitzen bleiben, rausgehen erlaubt!

Kinostart: 03. Oktober 2019

Original Title: Zwischen uns die Mauer
Length: 110 Min.
Rated: FSK 6